[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Verriegeln eines Behälters, insbesondere
Müllbehälters, mit einer Hub- und Kippeinrichtung, mit mindestens einem an der Hub-
und Kippeinrichtung angeordneten Eingriffselement, insbesondere Kamm, einem diesem
zugeordneten Sicherungselement, insbesondere Sicherheitsriegel, einer Antriebseinheit
für die Bewegung des Sicherungselements zwischen einer Schließ- und Offenstellung,
wobei die Antriebseinheit zwischen zwei der Schließ- bzw. Offenstellung zugeordneten
Endschaltern bewegbar ist und eine Steuereinheit mit den Endschaltern in Verbindung
steht.
[0002] Zum allgemeinen Stand der Technik zählen bereits derartige Vorrichtungen, welche
beispielsweise bei einem Müllentsorgungsfahrzeug, das als Frontlader ausgebildet ist,
Anwendung finden.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, diese allgemein bekannten Vorrichtungen
dahingehend zu verbessern, dass eine höhere Sicherheit gegen mögliche Unfälle beim
Bewegen eines Müllbehälters zu einer Abgabestelle erreicht wird.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zwischen der als speicherprogrammierbare
Steuerungseinheit ausgebildeten Steuereinheit und der als Kolbenzylindereinheit ausgebildeten
Antriebseinheit ein mit einer Druckquelle für die Kolbenzylindereinheit verbundener
Fluidsteuerblock mit zu der beidseitig beaufschlagbaren Kolbenzylindereinheit führenden
Drosselventilen angeordnet ist.
[0005] Ausgangspunkt der vorliegenden Erfindung ist, dass eine Kammleistenverriegelung ein
Herabfallen des Müllbehälters beim Entleerungsvorgang mit den beispielhaften Verfahrensschritten
Heben, Kippen, Zurückschwenken, Senken verhindert. Je höher der Hubvorgang dafür ist,
desto gefährlich wirken sich evtl. herabfallende Müllbehälter aus. Daher ist diese
Unfallmöglichkeit insbesondere bei Müllentsorgungsfahrzeugen, welche als Frontlader
ausgebildet sind, besonders zu beachten.
[0006] Durch die vorliegende Erfindung wird vorteilhafterweise die vorgenannte Kammleistenverriegelung
zusätzlich automatisch überwacht und der Entleerungsvorgang bei mangelhafter Verriegelung
einwandfrei verhindert.
[0007] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann der Fluidsteuerblock mit einem mit der
Kolbenzylindereinheit verbundenen Druckbegrenzungsventil und mit einem Magnetventil
ausgestattet sein. In der speicherprogrammierbaren Steuerungseinheit ist die von der
Offenstellung bis zur Schließstellung erforderliche Zeit messbar. Wird diese erforderliche
Zeit überschritten, liegt eine Kammstörung vor. Das Steuerprogramm öffnet den Sicherheitsriegel
wieder ganz und blockiert den Entleerungsvorgang. Der betreffende Müllbehälter kann
daher nur auf dem Boden abgestellt werden; die Unfallgefahr wird vermieden.
[0008] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher beschrieben. Die Zeichnung zeigt in schematischer Seitenansicht einen Müllbehälter
mit einer Vorrichtung zum Verriegeln.
[0009] Ein Behälter, insbesondere ein gefüllter Müllbehälter 1, soll über eine Hub- und
Kippeinrichtung 2 zu einer nicht näher dargestellten Abgabestelle bewegt werden.
[0010] Diese Hub- und Kippeinrichtung 2 weist mindestens ein Eingriffselement, insbesondere
einen Kamm 4 auf, welcher in der Lage ist, von unten in eine Kammleiste 3 des Müllbehälters
1 einzugreifen. Dem Kamm 4 ist ein Sicherungselement, insbesondere ein Sicherheitsriegel
5, zugeordnet. Dieser Sicherheitsriegel 5 dient dazu, die von dem Kamm 4 erfasste
Kammleiste 3 funktionssicher zu verriegeln.
[0011] Weiterhin ist eine Antriebseinheit für die Bewegung des Sicherheitsriegels 5 vorgesehen,
welcher seinerseits zwischen einer Schließ- und Offenstellung bewegbar ist. Diese
Antriebseinheit, welche beispielsweise als beidseitig beaufschlagbare Kolbenzylindereinheit
7 ausgebildet ist, ist ebenfalls - entsprechend der Bewegung des Sicherheitsriegels
- zwischen einer Offen- und einer Schließstellung bewegbar.
[0012] Die Kolbenstange 7' der Kolbenzylindereinheit 7 ist mit einem Gelenkhebel 6' verbunden,
welcher um ein Drehgelenk 6 dreht. An dem Gelenkhebel 6' befindet sich eine Schaltfahne
12, die zwischen zwei Endschaltern 10 und 11 bewegbar ist. Der Endschalter 10 definiert
die Schließstellung des Sicherheitsriegels 5; der Endschalter 11 die Offenstellung
des vorgenannten Schließriegels. Die Endschalter 10 und 11 können z.B. als Näherungsschalter
ausgebildet sein.
[0013] Nach Einlagern des Kamms 4 der Hub- und Kippeinrichtung 2 in die Kammleiste 3 wird
der Sicherheitsriegel 5 von der Offenstellung in die Schließstellung bewegt und verriegelt
damit einwandfrei den Müllbehälter 1, welcher daraufhin mit Hilfe der Hub- und Kippeinrichtung
2 zu der Abgabestelle transportiert werden kann.
[0014] Die vorgenannte Bewegung des Sicherheitsriegels 5 wird mit Hilfe der Kolbenzylindereinheit
7 durchgeführt, welche über zwei Drosselventile 8 und 8' mit einem Fluidsteuerblock
9 in Verbindung steht. Dieser Fluidsteuerblock 9 ist seinerseits mit einer Druckmittelquelle
20 verbunden. In dem Fluidsteuerblock befindet sich ein Druckbegrenzungsventil 9'
sowie ein Magnetventil 9''. Dieser Fluidsteuerblock 9 mit den vorgenannten Ventilen
steht mit einer speicherprogrammierbaren Steuerungseinheit 13 in Verbindung, welche
ebenfalls mit den Endschaltern 10 und 11 verbunden ist.
[0015] Im Normalfall greift der Kamm 4 von unten in die Kammleiste 3 ein. Der Sicherheitsriegel
5 schwenkt infolge der Bewegung der Kolbenstange 7' der Kolbenzylindereinheit 7 von
der Offenstellung in die Schließstellung. Über die Schaltfahne 12 erfolgt ein Einwirken
auf den Endschalter 10 (d.h. "Riegel geschlossen"). Ein geringfügiger Nachlauf des
Sicherheitsriegels 5 beim Schließen wird durch einen vom Gelenkhebel 6' angeordneten
Festanschlag 14 im Zusammenwirken mit einem Gegenanschlag 14' verhindert. Dieser ganze
Vorgang wird durch die Steuereinheit 13 gesteuert.
[0016] Die einwandfreie Verriegelung der Kammleiste 3 kann nun beispielsweise durch überhängenden
Abfall 25, wie schematisch dargestellt, oder durch Eis bzw. gefrorenen Schneematsch
verhindert werden. Um in diesem Fall eine Überlastung der vorgenannten Kammleiste
3, welche zumeist aus Kunststoff besteht, zu vermeiden, wird zunächst der Druck für
die Kolbenzylindereinheit 7 mit dem Druckbegrenzungsventil 9' im Fluidsteuerblock
9 gegenüber dem Systemdruck entsprechend niedrig eingestellt.
[0017] Im Zusammenhang damit werden mit den Drosselventilen 8 und 8' die Schwenkgeschwindigkeiten
des Sicherheitsriegels 5 für die Schließ- und Offenstellung eingestellt.
[0018] Die mit der Schaltfahne 12 am Sicherheitsriegel 5 geschalteten Endschalter 10, d.h.
"Riegel geschlossen", und Endschalter 11, d.h. "Riegel offen", bewirken jeweils das
Schließen des Magnetventils 9'' für die Zufuhr des Fluids zur Kolbenzylindereinheit
7.
[0019] Von der Offen- bis zur Schließstellung benötigt der Sicherheitsriegel 5 eine eingestellte
Zeit t. Diese Zeit wird von der speicherprogrammierbaren Steuerungseinheit 13 gemessen.
Wird diese Zeit t der Bewegung des Sicherheitsriegels 5 nur z.B. durch Eis, Schnee,
Abfall 25 um den Betrag δt überschritten, so kann die Schaltfahne 12 nicht den Endschalter
10 betätigen - es liegt eine Kammstörung vor.
[0020] Nunmehr wird mit Hilfe des Steuerprogramms der Sicherheitsriegel 5 wieder ganz geöffnet
und blockiert den Entleerungsvorgang. Damit kann der Müllbehälter 1 nur auf dem Boden
abgestellt werden, so dass infolge der mangelhaften Verriegelung der Entleerungsvorgang
automatisch unterbunden wird.
[0021] Statt des Druckbegrenzungsventils 9' und des Magnetventils 9'' im Fluidsteuerblock
9 können auch andere an sich bekannte Steuerelemente Anwendung finden; es muss jedoch
sichergestellt werden, dass im Falle einer Kammstörung einwandfrei durch das Zusammenwirken
der speicherprogrammierbaren Steuereinheit 13 und des Fluidsteuerblocks 9 mit den
darin angeordneten Steuerelementen der Entleerungsvorgang des Müllbehälters nicht
stattfindet.
1. Vorrichtung zum Verriegeln eines Behälters, insbesondere Müllbehälters (1), mit einer
Hub- und Kippeinrichtung (2),
mit mindestens einem an der Hub- und Kippeinrichtung (2) angeordneten Eingriffselement,
insbesondere Kamm (4),
einem diesem zugeordneten Sicherungselement, insbesondere Sicherheitsriegel (5) und
einer Antriebseinheit (7) für die Bewegung des Sicherungselements (5) zwischen einer
Schließ- und Offenstellung,
wobei die Antriebseinheit (7) zwischen zwei der Schließ- bzw. Offenstellung zugeordneten
Endschaltern (10, 11) bewegbar ist und eine Steuereinheit (13) mit den Endschaltern
(10, 11) in Verbindung steht,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen der als speicherprogrammierbare Steuerungseinheit ausgebildeten Steuereinheit
(13) und der als Kolbenzylindereinheit ausgebildeten Antriebseinheit (7) ein mit einer
Druckquelle (20) für die Kolbenzylindereinheit verbundener Fluidsteuerblock (9) mit
zu der beidseitig beaufschlagbaren Kolbenzylindereinheit (7) führenden Drosselventilen
(8, 8') angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Fluidsteuerblock (9) mit einem mit der Kolbenzylindereinheit (7) verbundenen
Druckbegrenzungsventil (9') und mit einem Magnetventil (9'') ausgestattet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der speicherprogrammierbaren Steuerungseinheit (13) die von der Offenstellung
bis zur Schließstellung erforderliche Zeit messbar und bei Überschreitung des programmierbaren
Zeitbereichs der Entleerungsvorgang automatisch sperrbar ist.
4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
einen mit einem Gegenanschlag (14') zusammenwirkenden, an dem Sicherungselement 5
angeordneten, einstellbaren Anschlag (14).