[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffs
der unabhängigen Patentansprüche.
[0002] Bei der Küpenfärberei werden in einem besonderen Färbeverfahren textile Stoffe mit
sogenannten Küpenfarbstoffen wie beispielsweise Indigo gefärbt. Die Küpenfarbstoffe
sind Verbindungen mit indigoider bzw. anthrachinoider Struktur und meist unlöslich.
Zum Färben werden die Küpenfarbstoffen zunächst chemisch reduziert und in einen wasserlöslichen,
faseraffinen Leukofarbstoff überführt. Der Leukofarbstoff bildet die häufig auch als
Küpe bezeichnete Färbeflotte. Das zu färbende Gewebe wird im allgemeinen in die Küpe
getaucht. Wegen der hohen Faseraffinität der Leukofarbstoffe ist die Färbegeschwindigkeit
hoch und kann zu Unregelmässigkeiten führen, die durch Zugabe von Egalisiermitteln
oder durch Temperaturerhöhung ausgeglichen werden kann. Die texilen Stoffe werden
anschliessend von der Färbeflotte getrennt und gespült. Durch Kontakt des mit Flotte
getränkten Gewebes mit Luftsauerstoff oder anderen Oxidationsmitteln bildet sich der
ursprüngliche Farbstoff durch Oxidation wieder zurück. Der bei dieser Oxidation entstehende,
wasserunlösliche Farbstoff haftet auf der Faser sehr gut, ist ausserordentlich echt
und kann durch Luftsauerstoff nicht mehr verändert werden.
[0003] Zur Herstellung von Textilien werden häufig Kettfadenscharen durch ein mit einer
Färbeflotte gefülltes Tauchbad geführt. Durch die mit hoher Geschwindigkeit in die
Flotte eintretenden Fäden wird Sauerstoff von der Umgebungsluft in die Flotte gerissen,
wodurch die Flotte teilweise bereits im Tauchbad oxidiert wird. Dies führt zu einem
grossen Verbrauch von Farbstoff, welcher nicht zum Färben eingesetzt werden kann,
sondern verloren geht.
[0004] Ein weiteres Problem bei der Küpenfärbung von Fäden besteht darin, dass die Flotte
auf der Oberfläche der rasch aus der Farbflotte austretenden Fäden durch den Kontakt
mit Luftsauerstoff sofort oxidiert. Der Farbstoff wird damit an der Oberfläche der
Fäden fixiert, kann aber nicht in deren Inneres dringen.
[0005] Zum Vermeiden der Oxidation der Farbflotte in dem Tauchbad ist es bekannt, die Flotte
mit Oxidationsverhinderungsmitteln zu versehen. Dies ist aber auch ökologischer Sicht
nicht unbedenklich. Zum Verhindern der sofortigen Oxidation der Farbflotte auf der
Oberfläche der Fäden nach dem Austritt aus dem Tauchbad ist es ausserdem bekannt,
die Fäden direkt nach Austritt aus der Flotte durch eine Atmosphäre mit einem inerten
Gas zu führen. Wenn die Fäden eine bestimmte Zeit in einer nicht oxidierenden Atmosphäre
verweilen, kann die Flotte ausreichend in das Innere der Fäden dringen, ohne oxidiert
zu werden. Eine solche Anordnung zeigt beispielsweise die FR 1097607.
[0006] Zum Vermeiden des Mitreissens von Sauerstoff durch die Fäden beim Eintritt in die
Farbflotte werden ausserdem oft die Fäden vor Kontakt mit der Flotte mit einem Inertgas
behandelt. Dies ist beispielsweise aus der US 5,378,246 und aus der US 5,494,491 bekannt.
[0007] Die DE 43 42 313 lehrt ausserdem, die Fäden vor Eintritt in die Färbeflotte durch
die Kammer zu führen, welche im wesentlichen sauerstofffrei ist. Damit soll vermieden
werden, dass Sauerstoff von den Fäden mitgerissen und in die Färbeflotte eingetragen
wird. Diese Vorrichtung ist allerdings mit dem Nachteil behaftet, dass die inerte
Atmosphäre (Inertgas wie Stickstoff oder Heissdampf) aufgrund der Öffnungen im Gehäuse
unter einem bestimmten Druck gehalten werden muss. Da das Gehäuse, welches die sauerstofffreie
Atmosphäre begrenzt, zwei Öffnungen (Eintritt und Austritt) der Garne aufweist, ist
der Verlust von Inertgas verhältnismässig gross. Inertgas ist aber ein wichtiger Kostenfaktor
beim Betrieb von solchen Färbeanlagen, weshalb der Verbrauch nach Möglichkeit niedrig
gehalten werden soll. Ein weiterer Nachteil solcher Vorrichtungen besteht darin, dass
trotz allen Massnahmen Sauerstoff durch die Eintrittsschleuse in der Form eines Quetschwerks
in die im wesentlichen sauerstofffreie Kammer gelangen kann. Dies führt dazu, dass
auch die Verweilstrecke zum Aufziehen der Färbeflotte in die Garne nicht oder nur
mit grossem Aufwand ausreichend sauerstoffarm gehalten werden kann.
[0008] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Bekannten zu vermeiden,
insbesondere also ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Applikation von Küpenfarbstoff
auf eine Fadenschar zu schaffen, welche wirtschaftlich und umweltfreundlich betreibbar
sind. Dabei soll der Verbrauch von Inertgas reduziert und der Verbrauch von Oxidationsverhinderungsmitteln
in der Färbeflotte nach Möglichkeit vermieden werden. Ausserdem soll mit dem Verfahren
und der Vorrichtung gemäss der vorliegenden Erfindung eine gute Fixation der Farbe
auf den Fäden erreicht werden.
[0009] Diese Aufgaben werden mit einem Verfahren und mit einer Vorrichtung mit den Merkmalen
des kennzeichnenden Teils der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
[0010] In einem Verfahren zum Applizieren von Küpenfarbstoff, insbesondere Indigo, auf eine
Fadenschar wird die Fadenschar durch ein Tauchbad geführt, welches mit einer Farbflotte
gefüllt ist. Nach dem Austreten aus der Farbflotte wird die Fadenschar in einer Kammer
mit einer sauerstofffreien oder sauerstoffarmen Atmosphäre über eine Verweilstrecke
geführt. Solange sich die Fadenschar auf dieser Verweilstrecke in der sauerstoffarmen
oder sauerstofffreien Kammer befindet, oxidiert die Farbflotte noch nicht und kann
in das Innere der Fäden eintreten. Die Verweilstrecke wird in Abhängigkeit der Geschwindigkeit
der Garne so gewählt, dass die Fadenschar erst in die oxidierende Umgebungsluft austritt,
wenn die Fäden bis in ihr Inneres mit Farbflotte getränkt sind.
[0011] Vor dem Eintritt in die Farbflotte wird die Fadenschar durch eine Dampfschleuse geführt.
Die Dampfschleuse erstreckt sich im wesentlichen bis an die Oberfläche der Farbflotte
und ist erfindungsgemäss von der Kammer getrennt, durch welche die Fadenschar nach
Austritt aus dem Tauchbad geführt wird. Das Vorsehen einer solchen Dampfschleuse ist
besonders vorteilhaft, weil der Verbrauch von Inertgas in der Kammer mit der sauerstoffarmen
oder sauerstofffreien Atmosphäre unabhängig von der Art des Eintritts der Fadenschar
in die Färbeflotte wird. Deshalb kann in dieser Kammer nach wie vor mit dem verhältnismässig
teuren Stickstoff gearbeitet werden, ohne dass befürchtet werden muss, dass die Atmosphäre
durch die eintretenden Fäden wieder mit Sauerstoff angereichert wird. Die Kammer kann
damit mit geringem Aufwand sauerstofffrei oder sauerstoffarm gehalten werden. Auf
der anderen Seite kann die Dampfschleuse relativ klein dimensioniert werden, sodass
nur ein kleines Volumen von Dampf zur Bildung dieser Schleuse erforderlich ist. Die
Verwendung von Dampf ist ausserdem kostengünstiger und weist zusätzliche Vorteile
auf. Insbesondere ist es vorteilhaft, dass die Fadenschar aufgrund des heissen Dampfes
vor Eintritt in die Färbeflotte einerseits befeuchtet und andererseits erhitzt wird.
Dadurch wird der Färbevorgang bzw. die Aufnahme der Färbeflotte in die Fäden verbessert.
[0012] In einem besonders vorteilhaften Verfahren erstreckt sich die Dampfschleuse bis unmittelbar
an die Oberfläche der Farbflotte. In einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel
wird die Fadenschar ausserdem gegen das Ende der Dampfschleuse hin durch wenigstens
eine mechanische Schleusenanordnungen, beispielsweise in der Form von Dichtlappen
geführt. Damit wird zusätzlich vermieden, dass Sauerstoff von den Fäden mitgenommen
und in die Farbflotte getragen wird.
[0013] Die erfindungsgemässe Vorrichtung zur Applikation von Küpenfarbstoff auf einer Fadenschar
besteht im wesentlichen aus einem Tauchbad zur Aufnahme einer Farbflotte und einer
Anordnung zum Führen der Fadenschar auf einem Behandlungsweg in und durch die Farbflotte.
Die Vorrichtung weist ausserdem eine Kammer mit einer im wesentlichen sauerstofffreien
Atmosphäre auf, durch welche der Behandlungsweg nach Austritt aus der Farbflotte führt.
Die auf diese Weise in der sauerstofffreien oder sauerstoffarmen Kammer gebildete
Verweilstrecke dient zum Aufziehen der Flotte in die Fäden. Erst nach Austritt aus
dieser Kammer wird die Flotte durch Oxidation auf den Fäden fixiert. Die Vorrichtung
ist erfindungsgemäss mit einer Dampfschleuse versehen, durch welche der Behandlungsweg
vor Eintritt in die Farbflotte verläuft. Die Dampfschleuse ist von der sauerstoffarmen
oder sauerstofffreien Kammer getrennt. Aufgrund der räumlichen Trennung der Dampfschleuse
von der sauerstofffreien Kammer wird vermieden, dass von den Fäden mitgerissener Sauerstoff
in die Kammer eintreten kann. Die Flotte, durch welche die Fadenschar geführt wird,
dient als nahezu perfekte Gasdichtung zwischen der Dampfschleuse einerseits und der
sauerstoffarmen Kammer andererseits.
[0014] In einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel wird die Dampfschleuse durch einen
Kanal gebildet, welcher sich bis wenigstens an die Oberfläche, vorzugsweise bis etwas
unterhalb der Oberfläche der Farbflotte erstreckt. Die Ausbildung der Dampfschleuse
in der Form eines Kanals ist besonders einfach und effizient. Zumindest am Anfang
der Dampfschleuse ist im Kanal ausserdem vorzugsweise eine Dichtlappenanordnung angebracht.
Dank dieser Dichtlappen wird der Eintritt von Sauerstoff in die Dampfschleuse auf
mechanische Weise verringert, was in einem reduzierten Verbrauch von Dampf resultiert.
Vorteilhaft ist am Ende der Dampfschleuse ebenfalls eine solche Dichtlappenanordnung
angebracht.
[0015] In einem weiteren, vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist die längsseitige Ausdehnung
der Dampfschleuse verstellbar ausgebildet. Je nach Anzahl der zu färbenden Fäden in
einer Fadenschar kann die Breite angepasst werden. Die längsseitige Ausdehnung wird
also in Abhängigkeit von der Anzahl Fäden bestimmt.
[0016] Die Breite der Dampfschleuse wird ausserdem vorteilhaft in Abhängigkeit vom Durchmesser
der zu färbenden Fäden gewählt. Idealerweise wird die Breite der Schleuse kleiner
als etwa das fünffache, vorzugsweise etwa das zwei- bis vierfache des Fadendurchmessers
gewählt. Damit wird gewährleistet, dass Knoten in den Fäden nicht durch die Schleuse
zurückgehalten werden.
[0017] In einem weiteren, konstruktiv besonders einfachen Ausführungsbeispiel ist die eine
Wand des Kanals, welcher die Dampfschleuse bildet als Fortsetzung der Wand des Tauchbades
ausgebildet. Eine solche Anordnung ist aus konstruktiver Sicht besonders vorteilhaft.
[0018] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen und in Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemässen Vorrichtung,
- Figur 2
- eine detailliertere Ansicht der erfindungsgemässen Vorrichtung im Bereich der Dampfschleuse,
- Figur 3
- eine Detailansicht eines Ausschnitts aus der Dampfschleuse im Querschnitt,
- Figur 4
- eine Ansicht der Längsseite einer schematisch dargestellten Dampfschleuse,
- Figur 5
- eine schematische Darstellung einer Dichtlappenanordnung,
- Figur 6
- eine schematische Darstellung einer Dichtlappenanordnung in der Farbflotte, und
- Figur 7
- eine Detailansicht der Dampfschleuse.
[0019] Figur 1 zeigt eine erfindungsgemässe Vorrichtung zum Applizieren von Küpenfarbe auf
eine Fadenschar 1. Die Fadenschar 1 wird durch ein Tauchbad 2 geführt, in welchem
eine Farbflotte 3 enthalten ist. Nach Austritt aus der Farbflotte 3 wird die Fadenschar
1 in einer Kammer 20 über eine Verweilstrecke 21 geführt, auf welcher die Farbflotte
bis in das Innere der Fäden dringen kann, ohne oxidiert zu werden. Die Fadenschar
1 wird vor ihrem Eintritt in die Farbflotte 3 durch eine Dampfschleuse 5 geführt.
Mit der Dampfschleuse wird verhindert, dass die Fäden Sauerstoff in die Flotte mitreissen.
Ausserdem werden die Fäden in der Dampfschleuse erwärmt und benetzt. Die Fadenschar
wird über Umlenkrollen 16 durch die Färbeanordnung geführt. Diese Rollen sind aber
nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
[0020] Figur 2 zeigt eine detailliertere Ansicht der erfindungsgemässen Dampfschleuse. Die
Dampfschleuse 5 ist so angeordnet, dass sie sich bis unterhalb die Oberfläche 7 der
Farbflotte 3 erstreckt. Damit wird vermieden, dass die Fäden vor Eintritt in die Flotte
mit Sauerstoff in Kontakt geraten und diesen in die Flotte einbringen können. Die
Dampfschleuse ist in der Form eines Kanals gebildet, welcher durch zwei Seitenwände
10a, 10b begrenzt ist. Nach Austritt aus der Färbeflotte 3 wird die Fadenschar 1 in
eine Kammer 20 geleitet, in welcher eine sauerstoffarme oder sauerstofffreie Atmosphäre
herrscht. Zum Erzeugen dieser Atmosphäre wird vorzugsweise Stickstoff verwendet. Die
eine Aussenwand 22 der Kammer 20 erstreckt sich ebenfalls bis unterhalb der Oberfläche
7 der Färbeflotte 3. Damit wird eine gute Abdichtung der Kammer 20 im Bereich des
Eintritts der Fadenschar 1 in die Kammer 20 gewährleistet. Die genaue Ausgestaltung
der Kammer 20, insbesondere Austrittsschleuse sind dem Fachmann bekannt und werden
nicht im Detail dargestellt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden in Figur 2 die
Wände 10a, 10b des Kanals 8 sowie die Wände 22 der Kammer 20 und der Rand 11 des Tauchbads
2 als einzelne Komponenten dargestellt. Wie aus Figur 1 ersichtlich ist, kann aber
in einer besonders einfachen Konstruktionsvariante die eine Wand 10a des Kanals 8
als Fortsetzung der Seitenwand 11 des Tauchbades 2 und die andere Wand 10b der Schleuse
5 als Teil der Wand 22 der Kammer 20 ausgebildet werden. Figur 3 zeigt eine Detailansicht
einer so gebildeten Dampfschleuse 5.
[0021] Die Dampfschleuse 5 besteht im wesentlichen aus einem Kanal 8, der durch zwei Wände
10a, 10b begrenzt wird. Die eine Wand 10a bildet die Fortsetzung der Seitenwand 11
des Tauchbades 2 zur Aufnahme der Farbflotte 3. Die andere Seitenwand 10b bildet gleichzeitig
die Wand 22 der Kammer 20, durch welche die Fadenschar 1 nach Austritt aus der Farbflotte
3 geführt wird. Der Eintritt in die Dampfschleuse 5 ist ausserdem vorzugsweise zusätzlich
mit einer mechanischen Sperre versehen, welche das Eindringen von Sauerstoff erschwert.
Heissdampf wird über eine Zuleitung 13 in den Kanal 8 der Dampfschleuse 5 eingeführt.
Es muss nicht unbedingt eine Ableitung für den Dampf vorgesehen werden. Das Vorsehen
eines Dampfes mit leicht erhöhtem Druck gegenüber der Umgebung führt dazu, dass Dampf
durch Öffnungen ausströmt, wodurch verhindert wird, dass Sauerstoff durch die Öffnungen
eintritt. Besonders vorteilhaft ist dies, wenn der Dampf im Bereich des Eintritts
der Fäden 1 in die Dampfschleuse in Gegenrichtung zur Laufrichtung der Fäden austreten
kann.
[0022] Figur 4 zeigt schematisch eine Ansicht der in die Schleuse laufende Fadenschar 1.
Die Dampfschleuse 5 ist schematisch als durch zwei Wände 10a, 10b gebildeter Kanal
dargestellt, welcher selbstverständlich auf den Querseiten verschlossen sein muss.
Die Dampfschleuse 5 erstreckt sich bis etwas unterhalb der Oberfläche 7 der Farbflotte
3, welche in einem Tauchbecken 2 enthalten ist. In Figur 4 ist die längliche Ausdehnung
A der Dampfschleuse 5 dargestellt. Die Dampfschleuse 5 ist so geformt, dass ihre längliche
Ausdehnung A verstellt werden kann. Dadurch kann die Dampfschleuse den jeweiligen
Bedürfnissen, insbesondere der Anzahl zu färbenden Fäden in der Fadenschar angepasst
werden.
[0023] Figur 5 zeigt schematisch einen Querschnitt durch die Dampfschleuse im Bereich des
Eintritts der Fadenschar in die Schleuse. Die Dampfschleuse 5 wird als Kanal 8 durch
zwei Seitenwände 10a, 10b begrenzt. Im Bereich des Eintritts der Fadenschar 1 in den
Kanal 8 ist ausserdem eine Dichtlappenanordnung 9 vorgesehen. Die Dichtlappen 9 sind
aus elastischem Material gefertigt und schmiegen sich an die durchlaufende Fadenschar
1 an. Damit wird erreicht, dass der Eintritt in die Schleuse zwischen einzelnen Fäden
der Fadenschar geschlossen ist. Die Breite B des Kanals 8 wird in Abhängigkeit der
üblicherweise verwendeten Fäden der Fadenschar 1 bestimmt. Normalerweise sollte die
Breite B nicht mehr als das fünffache des Durchmessers eines Fadens betragen. Mit
dieser Wahl der Breite B wird gewährleistet, dass auch im Fall von Knoten die Fäden
die Dampfschleuse 5 problemlos passieren können.
[0024] Eine identische mechanische Schleuse mit einer Dichtlappenanordnung 9 kann auch am
Ende der Dampfschleuse 5 oder sogar im Bereich der Farbflotte selbst angebracht werden
(siehe Figur 6).
[0025] Dank der unterhalb der Oberfläche 7 der Farbflotte 3 angeordneten Dichtlappenanordnung
9 wird die Vermischung eines von der Dampfschleuse 5 umschlossenen Teils 3a der Farbflotte
3 mit dem Rest der Farbflotte vermieden. Allfällig noch durch die Fadenschar mitgerissener
Sauerstoff gelangt in den Bereich der Farbflotte 3a und oxidiert gegebenenfalls diese.
Ein Weitertransport des Sauerstoffs in den Rest der Farbflotte 3 wird aber dank der
Dichtlappenanordnung 9 verhindert.
[0026] Figur 7 zeigt eine Ausführungsform der Dampfschleuse 5 im Detail. Die Fäden verlaufen
zwischen den Dichtungslappen 9. Diese bestehen aus elastischem Material und sind mit
Blechen an der Aussenwand der Schleuse festgeklemmt.
1. Verfahren zum Applizieren von Küpenfarbstoff, insbesondere Indigo auf eine Fadenschar
(1) bei dem die Fadenschar (1) durch ein Tauchbad (2) mit einer Farbflotte (3) und
anschliessend über ein Verweilstrecke (21) in einer Kammer (20) mit einer sauerstoffarmen
oder sauerstofffreien Atmosphäre zum Aufziehen der Farbflotte in die Fäden geführt
wird,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenschar (1) vor dem Eintritt in die Farbflotte
(3) durch eine sich im wesentlichen bis an die Oberfläche (7) der Farbflotte (3) erstreckende
und von der Kammer (20) getrennte Dampfschleuse (5) geführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenschar (1) unmittelbar
vor dem Eintritt in die Farbflotte (3) durch die Dampfschleuse (5) geführt wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenschar
(1) in der Dampfschleuse (5) durch wenigstens eine Dichtlappenanordnung (9) geführt
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der Dampfschleuse
Sattdampf mit einer Temperatur von 100°C und einem Sättigungsgrad von 100% verwendet
wird oder durch Heissdampf mit Temperaturen > 100°C.
5. Vorrichtung zur Applikation von Küpenfarbstoff, insbesondere Indigo auf eine Fadenschar
(1),
mit einem Tauchbad (2) zur Aufnahme einer Farbflotte (3) und einer Anordnung (16)
zum Führen der Fadenschar auf einem Behandlungsweg in und durch die Farbflotte (3)
und mit einer Kammer (20) mit im wesentlichen sauerstofffreier Atmosphäre zum Aufziehen
der Flotte in die Fäden der Fadenschar (1) auf einer Verweilstrecke (21) in dieser
Kammer (20), dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung mit einer Dampfschleuse
(5) versehen ist, durch welche der Behandlungsweg vor Eintritt in die Farbflotte (3)
verläuft, und welche von der Kammer (20) getrennt ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Dampfschleuse (5) durch
einen Kanal (8) gebildet ist, weil sie sich bis wenigstens an die Oberfläche (7) der
Farbflotte (3) erstreckt.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die längsseitige
Ausdehnung (A) der Dampfschleuse (5) verstellbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass im Kanal
(8) zur Bildung der Dampfschleuse (5) wenigstens eine Dichtlappenanordnung (9) angeordnet
ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Dichtlappenanordnung
(9) im Bereich des Eintritts der Fadenschar (1) in die Dampfschleuse (5) und eine
zweite Dichtlappenanordnung (9) am Ende der Dampfschleuse (5) unterhalb der Oberfläche
(7) der Farbflotte (3) angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite
B der Dampfschleuse weniger als das fünffache, vorzugsweise etwa das zweibis vierfache
des Durchmessers der Fäden der Fadenschar (1) betrifft.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal
(8) durch zwei Wände (10a, 10b) begrenzt ist, wovon die eine Seitenwand (10a) als
Fortsetzung der Seitenwand (11) des Tauchbades (2) ausgebildet ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal
(8) durch zwei Seitenwände (10a, 10b) gebildet wird, wobei die eine Seitenwand (10b)
gleichzeitig eine Wand (22) der Kammer (20) bildet.