[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verkaufseinheit für die parenterale Applikation
von flüssigen pharmazeutischen Produkten, eine Vorrichtung zur Durchführung dieser
parenteralen Applikation und eine Nachfülleinheit für die zuvor genannte Verkaufseinheit
bzw. Vorrichtung.
[0002] Parenteral applizierbare flüssige pharmazeutische Produkte, d.h. solche Produkte,
die mittels Spritzen subkutan angewendet werden, werden heute überwiegend von entsprechend
medizinisch geschultem Fachpersonal, so insbesondere von Ärzten oder vom Krankenpflegepersonal,
vorgenommen. Hierbei wird dann eine übliche Spritze verwendet, die vor der parenteralen
Applikation mit dem jeweiligen flüssigen pharmazeutischen Produkt gefüllt wird oder
die bereits als Einwegspritze mit diesem flüssigen pharmazeutischen Produkt gefüllt
ist. Dies bedeutet jedoch, daß sich der jeweilige Benutzer in ärztliche Behandlung
begeben muß, was insbesondere dann sehr aufwendig ist, wenn täglich über einen vorgegebenen
begrenzten Zeitraum hin zur Therapie der jeweiligen Erkrankung eine vorgegebene Menge
des flüssigen pharmazeutischen Produktes subkutan injiziert werden muß.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zu schaffen,
durch die der jeweilige Benutzer ein flüssiges pharmazeutisches Produkt parenteral
und vorzugsweise subkutan besonders einfach applizieren kann.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Verkaufseinheit mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1, durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 11
sowie durch eine die Verkaufseinheit gemäß Patentanspruch 1 bzw. die Vorrichtung gemäß
Patentanspruch 11 ggf. ergänzende Nachfülleinheit mit den Merkmalen des Patentanspruchs
33 gelöst.
[0005] Die erfindungsgemäße Verkaufseinheit für die parenterale Applikation von flüssigen
pharmazeutischen Produkten durch den Benutzer während der erforderlichen Therapiezeit
beruht auf dem Grundgedanken, daß dem Benutzer während der ärztlich verschriebenen
Behandlungszeit alle notwendigen Teile zur Verfügung gestellt werden, so daß der Benutzer
in die Lage versetzt wird, sich selbst und ohne Hilfe von medizinischem Fachpersonal
das erforderliche flüssige pharmazeutische Produkt parenteral und vorzugsweise subkutan
zu applizieren. Von daher umfaßt die erfindungsgemäße Verkaufseinheit mindestens eine
Kanüle, eine Vorrichtung zum Ausgeben einer vorgegebenen Flüssigkeitsmenge des pharmazeutischen
Produktes in Einzeldosen sowie mindestens ein mit dem flüssigen pharmazeutischen Produkt
gefülltes Gefäß, das in die Vorrichtung einsetzbar und mittels der Vorrichtung in
Einzeldosen entleerbar ist, wobei jede Einzeldosis der vorgegebenen Flüssigkeitsmenge
des pharmazeutischen Produktes entspricht. Mit anderen Worten ist es von daher für
den Benutzer lediglich erforderlich, die in der Einheit enthaltene Vorrichtung zum
Ausgeben einer vorgegebenen Flüssigkeitsmenge mit der ebenfalls in der Einheit vorhandenen
Kanüle zu versehen und desweiteren das mit dem flüssigen pharmazeutischen Produkt
gefüllte Gefäß in die Ausgabevorrichtung einzusetzen, so daß unmittelbar hiernach
der Benutzer sich selbst die vom Arzt vorgeschriebene Einzeldosis des pharmazeutischen
Produktes parenteral und vorzugsweise subkutan applizieren kann.
[0006] Die erfindungsgemäße Verkaufseinheit weist eine Reihe von Vorteilen auf. So ist zunächst
festzuhalten, daß bedingt dadurch, daß die erfindungsgemäße Verkaufseinheit alle für
die parenterale Applikation erforderlichen Teile, die der Benutzer benötigt, in einer
einzigen Verkaufseinheit enthält, so daß einerseits diese Teile auch zusammen in der
entsprechenden Verkaufseinheit während der Behandlung beim Benutzer durch den Benutzer
selbst aufbewahrt werden können und andererseits es für den verschreibenden Arzt besonders
einfach gemacht wird, dieses Verkaufseinheit insgesamt zu verschreiben. Da die in
der Verkaufseinheit enthaltene Ausgabevorrichtung zwangsläufig aufgrund ihrer Konstruktion
für jede Einzeldosis die vorgegebene Flüssigkeitsmenge des pharmazeutischen Produktes
bestimmt, kann es bei der erfindungsgemäßen Verkaufseinheit auch nicht zu einer Über-
oder Unterdosierung des flüssigen pharmazeutischen Produktes kommen, so daß hierdurch
die parenterale Applikation des flüssigen Pharmazeutischen Produktes durch den Benutzer
besonders sicher gestaltet ist. Ferner hat der Benutzer alle die für die parenterale
Applikation erforderlichen Teile geordnet und übersichtlich zur Hand, wodurch die
Akzeptanz der erfindungsgemäßen Verkaufseinheit beim Benutzer erheblich verbessert
ist. Desweiteren verhindert die erfindungsgemäße Verkaufseinheit ein Verschmutzen
der darin vorhandenen Teile, insbesondere während des Gebrauchs ihres Gebrauchs beim
Benutzer und erleichtert aufgrund ihrer Ausgestaltung als Einheit den Versand und
die Lagerung, was sich besonders vorteilhaft im Handel bemerkbar macht.
[0007] Eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verkaufseinheit sieht vor, daß die
Einheit eine der Zahl der zu applizierenden Einzeldosen des pharmazeutischen Produktes
entsprechende Anzahl von Kanülen aufweist. Somit wird hierdurch der Benutzer in die
Lage versetzt, nach jeder parenteralen Applikation des flüssigen pharmazeutischen
Produktes die hierfür verwendete Kanüle durch eine entsprechend steril verpackte Kanüle
zu ersetzen, wodurch besonders sicher die Gefahr einer Infektion vermieden wird Vorzugsweise
weisen die in der Verkaufseinheit vorgesehenen Kanülen dann einen solchen Aufbau auf,
bei denen die eigentliche Nadel der Kanüle durch eine feste Kunststoffumhüllung geschützt
ist, wobei diese feste Kunststoffumhüllung einerseits die Sterilität der Nadel sicherstellt
und andererseits verhindert, daß sich der Benutzer an der Nadel ungewollt verletzt.
Insbesondere enthält eine derartige Ausführungsform der Verkaufseinheit zehn der zuvor
beschriebenen Kanülen, wobei dann das in dieser Verkaufseinheit vorhandene und mit
dem flüssigen pharmazeutischen Produkt gefüllte Gefäß dementsprechend zehn Einzeldosen
des parenteral zu applizierenden Produktes ermöglicht.
[0008] Um den Benutzer bei der parenteralen Applikation des flüssigen pharmazeutischen Produktes
die Benutzung der erfindungsgemäßen Verkaufseinheit noch weiter zu erleichtern, sieht
eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung vor, daß in der Verkaufseinheit noch eine
der Anzahl der Kanülen entsprechende Anzahl von Tupfern enthalten ist, wobei diese
Tupfer mit einem Desinfektionsmittel, so zum Beispiel einem niedrigen Alkohol, Ethanol,
Propanol genetzt sind. Um bei diesen Tupfern dann ein unerwünschtes Verdampfen des
Desinfektionsmittels zu verhindern, sind diese, mit einem Desinfektionsmittel genetzten
Tupfer dann einzeln in entsprechenden Folien, vorzugsweise Kunststoffolien und insbesondere
Verbundfolien, verpackt, so daß der Benutzer vor der parenteralen Applikation des
pharmazeutischen Produktes zunächst einen Tupfer dieser Verpackung entnimmt und hiermit
die von ihm ausgesuchte Injektionsstelle desinfiziert.
[0009] Bei einer anderen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verkaufseinheit weist die
Einheit zusätzlich noch einen Bereich auf, der zur Aufnahme von benutzten Kanülen
und/oder von benutzten Tupfern dient. Hierbei ist dieser Bereich zur Aufnahme der
benutzten Kanülen bzw. Tupfern vorzugsweise derart gestaltet, daß diese benutzten
Kanülen bzw. Tupfer bei der Benutzung der Verkaufseinheit nicht aus der selben herausfallen
können, so daß dieser Bereich insbesondere als separat verschließbarer Bereich ausgestaltet
ist. Wird dieser Bereich als von der Verkaufseinheit lösbar angeordneter Bereich gestaltet,
beispielsweise als verschließbare Box, so können die benutzten Kanülen und ggf. Tupfer
separat, beispielsweise durch den Fachhandel entsorgt werden, sofern dies erwünscht
oder aufgrund von gesetzlichen Vorschriften erforderlich ist.
[0010] Grundsätzlich kann in der erfindungsgemäßen Verkaufseinheit jedes Gefäß, daß die
Vielzahl der Einzeldosen des flüssigen pharmazeutischen Produktes beinhalten, enthalten
sein, sofern sichergestellt ist, daß dieses Gefäß so ausgestaltet ist, daß es in die
Vorrichtung einsetzbar und mittels der Vorrichtung in Einzeldosen entleerbar ist.
Besonders geeignet ist es jedoch, wenn das in Einzeldosen durch den Benutzer parenteral
zu applizierende flüssige pharmazeutische Produkt in eine zylindrische oder zylinderartige
Glascarpule (Spritzenzylinder aus Glas) gefüllt ist, wobei eine derartige Glascarpule
dann insbesondere zwischen etwa 1,5 ml und etwa 8 ml, vorzugsweise zwischen etwa 2
ml und etwa 6 ml des flüssigen pharmazeutischen Produktes faßt.
[0011] Eine besonders vorteilhaft Weiterbildung der zuvor beschriebenen Glascarpule sieht
vor, daß in der erfindungsgemäßen Verkaufseinheit eine solche Glascarpule vorgesehen
ist, die fußseitig mit einer Durchstechmembrane und kopfseitig mit einem Stopfen verschlossen
ist, wobei der Stopfen derart ausgestaltet ist, daß er axial innerhalb der Glascarpule
mit abnehmendem Flüssigkeitsniveau in Richtung auf die Durchstechmembrane verschiebbar
ist. Diese spezielle Ausgestaltung der Glascarpule weist den besonderen Vorteil auf,
daß sich der Fußbereich des Stopfens in der unmittelbaren Nähe des Flüssigkeitsniveaus
oder sogar in Kontakt damit befindet, so daß bei sinkendem Flüssigkeitsniveau in Folge
der wiederholten Abgabe von Einzeldosen kein Luftpolster oberhalb des jeweiligen Flüssigkeitsstandes
vorhanden ist. Dies trägt einerseits dazu bei, daß eine unerwünschte oxidative Veränderung
des jeweiligen flüssigen pharmazeutischen Produktes auftritt, während andererseits
durch diese spezielle Ausgestaltung des Stopfens wirksam verhindert wird, daß sich
ein Vakuum aufgrund der abnehmenden Flüssigkeitsmenge in der Glascarpule ausbildet,
wobei sich ein derartiges Vakuum negativ auf die Genauigkeit der in Einzeldosen abgegebenen
Flüssigkeitsmenge auswirken würde.
[0012] Um bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform der Glascarpule, die mit dem vorstehend
beschriebenen axial in Richtung auf die Durchstechmembrane verschiebbaren Stopfen
versehen ist, sicherzustellen, daß die erforderliche Dichtigkeit zwischen dem Stopfen
und der Innenwandung der Glascarpule gewährleistet ist, sieht eine Weiterbildung der
erfindungsgemäßen Verkaufseinheit vor, daß der Stopfen auf seiner Mantelfläche mindestens
eine, vorzugsweise zwei bis fünf, radial nach außen weisende scheibenförmige Abschnitte
aufweist. Hierbei sind diese scheibenförmige Abschnitte beim Einsetzen des Stopfens
in die Glascarpule unter Ausbildung einer an der Mantelinnenfläche der Carpule flüssigkeitsdicht
und luftdicht anliegenden Dichtfläche verformbar. Vorzugsweise werden die nach außen
weisenden scheibenförmigen Abschnitte derart dimensioniert, daß ein Endbereich der
scheibenförmigen Abschnitte durch die axiale Verschiebung des Stopfens in der Glascarpule
entgegengesetzt zur Verschiebungsrichtung elastisch unter Ausbildung einer entsprechend
größer dimensionierten Dichtungsfläche verformt werden. Bezüglich des Materials, aus
dem der Stopfen gefertigt ist, ist festzuhalten, daß hierfür vorzugsweise ein elastisches,
chemisch resistentes Kunststoff- oder Gummimaterial ausgewählt wird, wobei sich insbesondere
hierfür ein Halogenbutyl-Kautschuk als besonders geeignet erwiesen hat.
[0013] Insbesondere dann, wenn der zuvor beschriebene Stopfen innerhalb der Glascarpule
mit einer Kraft kleiner als 10 N, vorzugsweise mit einer Kraft zwischen 4 N und 8
N, axial verschiebbar ist, wird sichergestellt, daß die vorstehend beschriebenen Vorteile
besonders reproduzierbar auftreten.
[0014] Grundsätzlich können mit Hilfe der erfindungsgemäßen Verkaufseinheit alle lagerstabilen
flüssigen pharmazeutischen Produkte durch den Benutzer selbst parenteral appliziert
werden. Hierbei umfaßt der Begriff flüssige pharmazeutische Produkte alle solche Produkte,
die als eigentliches Produkt selbst flüssig sind oder von denen sich stabile Lösungen,
stabile Dispersionen oder stabile Emulsionen in einer organischen oder anorganischen,
physiologisch unbedenklichen Flüssigkeit herstellen lassen. Vorzugsweise enthält das
zuvor beschriebene Gefäß oder die zuvor beschriebene bevorzugt verwendete Glascarpule
eine wäßrige Lösung eines Heparins, insbesondere eine wäßrige Lösung eines niedermolekularen
Heparins und speziell eine wäßrigen Lösung eines Enoxaparin-Natriums. Eine derartige
Verkaufseinheit wird dann von solchen Benutzern angewendet, bei denen aufgrund des
Krankheitsbildes eine längere, jedoch täglich erforderliche Heparin-Gabe in konstanten
Einzeldosen aus medizinischer Sicht notwendig ist, um so beispielsweise die Thrombosengefahr
auch nach Entlassung des Patienten aus dem Krankenhaus zu unterbinden. Als weitere
bevorzugte Verwendung der erfindungsgemäßen Verkaufseinheit ist die regelmäßige parenterale
Applikation einer vorgegebenen und konstanten Menge eines Wachstumshormones zu sehen,
wobei für diesen Anwendungsfall dann das Gefäß und insbesondere die zuvor beschriebene
Glascarpule mit einer Lösung, vorzugsweise einer wäßrigen Lösung, des Wachstumshormones,
gefüllt ist. Hierbei wird im Rahmen der vorliegenden Anmeldung unter dem Begriff Wasser
nicht nur entionisiertes oder destilliertes Wasser sondern auch alle wäßrigen Systeme,
so insbesondere physiologische Salzlösungen oder Pufferlösungen, verstanden.
[0015] Die vorliegende Erfindung betrifft desweiteren eine Vorrichtung zum Ausgeben einer
vorgegebenen Flüssigkeitsmenge eines pharmazeutischen Produktes in Einzeldosen, wobei
die erfindungsgemäße Vorrichtung einen innerhalb eines Gehäuses angeordneten Bereich
zur Aufnahme des mit dem flüssigen pharmazeutischen Produkt gefüllten Gefässes aufweist.
Desweiteren ist die erfindungsgemäße Vorrichtung mit einem Abgabebereich für die Einzeldosis
des pharmazeutischen Produktes versehen, wobei der Abgabebereich dann zum jeweiligen
Benutzer hin weist, wenn dieser sich die Einzeldosis des pharmazeutischen Produktes
selbst parenteral und insbesondere subkutan appliziert. Hierbei ist bei der erfindungsgemäßen
Vorrichtung das Gefäß, in dem die Vielzahl der Einzeldosen beinhaltet ist, mit dem
Abgabebereich über einen Zwischenspeicher verbindbar, derart, daß im eingesetzten
Zustand des Gefässes in die erfindungsgemäße Vorrichtung die vorgegebene Flüssigkeitsmenge
einer jeden Einzeldosis zunächst aus dem Gefäß in den Zwischenspeicher und dann aus
dem Zwischenspeicher in den Abgabebereich überführbar ist. Über das Volumen des Zwischenspeichers
ist bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung die bei jeder Einzeldosis abgegebenen Menge
des flüssigen pharmazeutischen Produktes bestimmbar. Mit anderen Worten ist somit
bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung durch Variation des Volumens des Zwischenspeichers
die durch die erfindungsgemäße Vorrichtung parenteral applizierbare Menge der Einzeldosis
variierbar, wobei vorzugsweise das Volumen des Zwischenspeichers derart ausgewählt
wird, daß jede Einzeldosis des zu applizierenden flüssigen pharmazeutischen Produktes
ein Volumen zwischen 0,1 ml und 1 ml, insbesondere zwischen 0,2 ml und 0,6 ml und
vorzugsweise zwischen 0,2 ml und 0,4 ml, ausmacht.
[0016] Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist eine Reihe von Vorteilen auf. So ist zunächst
festzuhalten, daß sie einen relativ einfachen und unkomplizierten Aufbau aufweist
und insbesondere sehr einfach handhabbar ist, da es zur Anwendung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung durch den Benutzer lediglich erforderlich ist, das Gefäß mit der darin
enthaltenen Vielzahl von Einzeldosen des flüssigen pharmazeutischen Produktes in dem
in der Vorrichtung vorgesehenen Bereich zur Aufnahme des Gefässes anzuordnen und ggf.
dort zu arretieren ist, so daß dann innerhalb der Vorrichtung selbst die Verbindung
des Gefässes mit dem Zwischenspeicher und von dort mit dem Ahgabebereich erfolgt.
Mit anderen Worten braucht somit der jeweilige Benutzer im Unterschied zu der eingangs
beschriebenen Vorgehensweise bei der parenteralen Applikation eines flüssigen pharmazeutischen
Produktes durch den Arzt oder das medizinische Fachpersonal bei Anwendung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung nicht das jeweils zu applizierende Produkt aus der Ampulle in eine Spritze
zu überführen und dort die genau zu injizierende Menge abzulesen, da dieser Vorgang
bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung aufgrund deren Konstruktion zwangsläufig erfolgt.
Dies stellt eine enorme Erleichterung bei der Anwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
dar, so daß selbst kranke und/oder alte Patienten in der Lage sind, sich selbst mit
Hilfe der erfindungsgemäßen Vorrichtung die erforderliche Einzeldosis des parenteral
zu applizierenden Produktes zu verabreichen, ohne dabei auf fremde Hilfe angewiesen
zu sein.
[0017] Um bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung die zuvor angesprochene Verbindung zwischen
dem in die Vorrichtung eingesetzten Gefäß und dem Zwischenspeicher in besonders einfacher
Weise auszugestalten, sieht eine Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung vor,
daß zwischen dem eingesetzten Gefäß, das mit der Vielzahl der Einzeldosen des flüssigen
Pharmazeutischen Produktes gefüllt ist und dem Zwischenspeicher mindestens ein Verbindungskanal
vorgesehen ist. Hierbei ragt vorzugsweise ein Endbereich dieses Verbindungskanals
in den innerhalb des Gehäuses der erfindungsgemäßen Vorrichtung angeordneten Bereich
zur Aufnahme des mit dem pharmazeutischen Produktes gefüllten Gefässes, so daß über
diesen Endbereich beim Einsetzen des Gefässes die Verbindung des Zwischenspeichers
mit dem eingesetzten Gefäß erleichtert wird. Wird dabei als Gefäß die zuvor bei der
erfindungsgemäßen Verkaufseinheit beschriebene Glascarpule, die insbesondere fußseitig
mit der zuvor bereits erwähnten Durchstechmembrane versehen ist, verwendet, so bietet
es sich an, diesen Endbereich des Verbindungskanals als entsprechend angespitzter
Endbereich oder vorzugsweise als Hohlnadel auszubilden, so daß durch diesen angespitzten
Endbereich bzw. durch diese Hohlnadel dann die Durchstechmembrane durchstochen und
somit in besonders einfacher Weise die zuvor angesprochene Verbindung zwischen dem
Inhalt der Glascarpule und dem Zwischenspeicher herstellbar ist. Ein derartiges Durchstechen
der Durchstechmembrane kann auch dadurch erleichtert werden, daß dem angespitzten
Endbereich bzw. der Hohlnadel ein Arretierungselement für die Carpule zugeordnet ist,
wobei durch dieses Arretierungselement vorzugsweise der Carpulenhals und somit auch
die gesamte Carpule in ihrer Lage fixiert wird. Ist dieser Arretierungsbereich dabei
als Gewinde oder als Bajonettverschluß ausgebildet, wobei das Gewinde bzw. der Bajonettverschluß
mit einem entsprechend geformten Abschnitt des Carpulenhalses in Eingriff bringbar
ist, so erfolgt beim Eindrehen bzw. beim Arretieren der Carpule in den Arretierungsbereich
zwangsläufig eine axiale Bewegung der Carpule in Richtung auf den Verbindungskanal,
so daß hierdurch der angespitzte Endbereich bzw. der als Hohlnadel ausgebildete Endbereich
die Durchstechmembrane durchdringt und somit ein Strömungsweg für das flüssige pharmazeutische
Produkt aus der Glascarpule in den Zwischenspeicher geschaffen wird.
[0018] Bei einer Weiterbildung der zuvor beschriebenen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist dem Verbindungskanal ein Ventil zugeordnet, das einen Flüssigkeitsstrom
vom Zwischenspeicher zurück zum Gefäß verhindert. Mit anderen Worten weist somit diese
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung einen Verbindungskanal auf, der
mit einem Rückschlagventil versehen ist, so daß die jeweils parenteral zu applizierende
Flüssigkeit den Verbindungskanal nur in eine einzige Strömungsrichtung, nämlich vom
Gefäß zum Zwischenspeicher, durchströmen kann.
[0019] Bezüglich der Ausgestaltung des zuvor genannten Ventils, das, wie bereits vorstehend
beschrieben ist, einen Rückfluß des flüssigen pharmazeutischen Produktes aus dem Zwischenspeicher
in das Gefäß verhindert, bestehen mehrere Möglichkeiten. So kann dieses Ruckschlagventil
beispielsweise als übliches Ballstauventil ausgestaltet sein. Besonders geeignet ist
es jedoch, wenn das Rückschlagventil als Membranventil ausgebildet ist, wobei eine
Ventilscheibe, vorzugsweise aus einem gummielastischem Material, zwischen einer ersten
Stellung, in der die Ventilscheibe den zum Gefäß weisenden Teilkanalabschnitt des
Verbindungskanales abdeckt, und einer zweiten Stellung, in der die Ventilscheibe in
Richtung auf den Zwischenspeicher verlagert ist und somit den Flüssigkeitsstrom vom
Gefäß zum Zwischenspeicher ermöglicht, bewegbar ist. Um eine Verklebung der kreisförmigen
Ventilscheibe in der ersten Stellung zu verhindern und somit eine Störung der Arbeitsweise
des Rückschlagventils zu vermeiden, bietet es sich an, ein ringförmiges Distanzelement
vorzusehen, in das die Ventilscheibe in ihrer ersten Stellung anliegt, so daß insgesamt
gesehen die Dichtfläche durch das ringförmige Distanzelement verkleinert wird, wie
dies nachfolgend noch anhand eines Ausführungsbeispiels im Detail erläutert ist.
[0020] Um bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung den Zwischenspeicher mit der Einzeldosis
des flüssigen Pharmazeutischen Produktes aus dem Gefäß zu füllen, kann dieses Befüllen
dadurch geschehen, daß der Inhalt des Gefässes aufgrund von Schwerkraft in den Zwischenspeicher
gelangt und diesen füllt. Besonders geeignet ist es jedoch, wenn innerhalb des Zwischenspeicher
ein axial in Richtung auf den Abgabebereich verschiebbarer Kolben vorgesehen ist,
wobei der Kolben dann bei einer derartigen axialen Verschiebung in Richtung auf den
Abgabebereich die in dem Zwischenspeicher enthaltene Einzeldosis des flüssigen pharmazeutischen
Produktes zum Abgabebereich hin bewirkt. Bei einer hierzu entgegengesetzten axialen
Verschiebung wird dann für den Fall, daß die Verbindung zwischen dem Zwischenspeicher
und dem Abgabebereich luftdicht verschlossen ist, im Zwischenspeicher ein Vakuum erzeugt,
so daß ein sich durch den Kolben erstreckender Verbindungskanal, der zwischen dem
Gefäß und dem Zwischenspeicher vorgesehen ist, den Zwischenspeicher mit Flüssigkeit
aus dem mit flüssigen pharmazeutischen Produkt gefüllten Gefäß füllt. Eine derartige
Befüllung des Zwischenspeichers hat den besonderen Vorteil, daß hierdurch reproduzierbar
eine exakt vorgegebenen Flüssigkeitsmenge aus dem Gefäß in den Zwischenspeicher gelangt,
so daß dementsprechend die vom Benutzer aus dem Zwischenspeicher zu applizierende
Einzeldosis des flüssigen pharmazeutischen Produktes besonders genau und reproduzierbar
gestaltet werden kann.
[0021] Um bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung die zuvor für das Befüllen erforderliche
luftdichte Absperrung des zwischen dem Zwischenspeicher und dem Abgabebereich vorgesehene
Kanals zu erreichen, bestehen mehrere Möglichkeiten. So kann beispielsweise in diesem
Kanal ebenfalls ein Ventil, insbesondere ein Rückschlagventil, vorgesehen sein, das
lediglich einen Flüssigkeitsstrom vom Zwischenspeicher zum Abgabebereich, jedoch keinen
Luft- oder Flüssigkeitsstrom vom Abgabebereich zum Zwischenspeicher erlaubt. Besonders
geeignet ist es jedoch, wenn dem Kanal ein von außen betätigbares Verschlußelement,
so zum Beispiel ein entsprechendes Ventil, zugeordnet ist.
[0022] Eine dauerhafte und besonders einfach vom jeweiligen Benutzer zu betätigende Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung sieht vor, daß durch das zuvor bereits benannte
Verschlußelement, durch das der Kanal, der den Abgabebereich mit dem Zwischenspeicher
verbindet, luftdicht verschließbar ist, als ein dem Kanal zugeordnetes lösbares Verschlußelement
ausgebildet ist. Hierbei deckt ein Dichtungsbereich des Verschlußelementes die am
Abgabebereich angeordnete äußere Kanalmündung luftdicht ab. Vorzugsweise ist dieses
Verschlußelement als ein auf die Vorrichtung im Abgabebereich aufschraubbares oder
über ein Bajonettverschluß arretierbares Verschlußelement ausgestaltet, derart, daß
es lösbar mit dem Abgabebereich und/oder dem Gehäuse der Vorrichtung verbindbar ist.
Soll nunmehr bei dieser Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung der Zwischenspeicher
in der zuvor beschriebenen Weise mit der Einzeldosis des flüssigen pharmazeutischen
Produktes aus dem Gefäß gefüllt werden, was bedeutet, daß ein Luftstrom von der im
Abgabebereich zugeordneten Kanalmündung zum Zwischenspeicher verhindert und somit
das für die Befüllung des Zwischenspeichers erforderliche Vakuum im Zwischenspeicher
erzeugt wird, so wird dieses Verschlußelement auf den Abgabebereich bzw. auf die entsprechende
Zone des Gehäuses aufgeschraubt, so daß der am Verschlußelement vorgesehene Dichtungsbereich
mit der Kanalmündung in Eingriff tritt. Nach Befüllung des Zwischenspeicher wird dann
das Verschlußelement vom Abgabebereich bzw. der Zone des Gehäuses der Vorrichtung
gelöst, so daß die im Zwischenspeicher vorhandene Einzeldosis des flüssigen pharmazeutischen
Produktes durch die axiale Verschiebung des Kolbens in Richtung auf den Abgabebereich
und den dann offenen Kanal aus der erfindungsgemäßen Vorrichtung abgegeben werden
kann.
[0023] Eine besonders hohe Reproduzierbarkeit bezüglich der in jeder Einzeldosis abgegebenen
Menge des flüssigen pharmazeutischen Produktes wird bei einer solchen Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung dann erreicht, wenn sichergestellt ist, daß durch
eine axiale Verschiebung des in dem Zwischenspeicher angeordneten Kolbens in Richtung
auf den Abgabebereich der Zwischenspeicher vollständig entleerbar ist.
[0024] Durch eine derartige vollständige Entleerung wird desweiteren verhindert, daß eine
unerwünschte Kristallisation oder die Abscheidung von Resten des pharmazeutischen
Produktes an den Zwischenspeicher- und/oder Kolbenwandungen auftritt, wodurch einerseits
die Genauigkeit der Dosiermenge bei jeder Einzeldosis und andererseits die Funktion
der erfindungsgemäßen Vorrichtung gefährdet werden würde.
[0025] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die
eine störunanfällige sowie reproduzierbare Abgabe von Einzeldosen aus dem Zwischenspeicher
ermöglicht, sieht vor, daß der Zwischenspeicher zylindrisch ausgebildet ist und einen
sich hieran anschließenden und zum Abgabebereich weisenden konisch ausgestalteten
Endbereich aufweist, wobei der Endbereich mit dem Abgabebereich über den bereits zuvor
beschriebenen Kanal verbunden ist. Desweiteren ist bei dieser Ausgestaltung der Kolben
in seiner Form an die Form des zuvor beschriebenen Zwischenspeichers angepaßt, so
daß dementsprechend der Kolben einen zylindrischen Kolbenbereich und einen damit verbundenen,
konisch gestalteten Endbereich besitzt. Erstreckt sich bei dieser Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung dann noch zusätzlich der Verbindungskanal, der zwischen
dem Gefäß und dem Zwischenspeicher vorgesehen ist, durch den Kolbenbereich hindurch
bis in die konische Kolbenspitze, ist bei einer derartigen Ausgestaltung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung nicht nur die vollständige Entleerung sondern auch die reproduzierbare
Befüllung des Zwischenspeichers im hohen Maße gewährleistet.
[0026] Bezüglich der Ausgestaltung des konischen Kolbenendbereichs bestehen mehrere Möglichkeiten.
So kann dieser konische Kolbenendbereich beispielsweise aus dem selben Material ausgebildet
sein wie der übrige Kolben, wobei jedoch bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform
der konische Kolbenendbereich durch ein konisch verlaufendes Mantelrohr ausgebildet
wird, das an seinem dem Kolbenbereich entgegengesetzten Ende verschlossen ist. In
dieses konisch ausgestaltete Mantelrohr erstreckt sich dann nahezu über dessen gesamte
axiale Länge der Verbindungskanal, der zwischen dem Gefäß und dem Zwischenspeicher
vorgesehen ist, wobei das konisch ausgestaltete Mantelrohr auf seiner Mantelfläche
Austrittsöffnungen für die aus dem Gefäß herangeführte Flüssigkeit besitzt. Dadurch
wird sichergestellt, daß der Zwischenspeicher einwandfrei mit der aus dem Gefäß stammenden
Einzeldosis des flüssigen pharmazeutischen Produktes befüllt wird.
[0027] Grundsätzlich besteht bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung die Möglichkeit, daß
die im Zwischenspeicher angeordnete Einzeldosis des flüssigen pharmazeutischen Produktes
durch einen hierauf ausgeübten hohen Druck direkt über den mit dem Zwischenspeicher
über den Kanal verbundenen Abgabebereich parenteral appliziert wird. Besonders geeignet
ist es jedoch, wenn der Abgabebereich einen Anbringungsabschnitt zur lösbaren Befestigung
einer Kanüle aufweist, derart, daß der Kanal mit der Kanüle fluiddicht verbindbar
ist. Somit haltert bei dieser Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung der
Anbringungsabschnitt eine hieran lösbar zu befestigende Kanüle, die dann bei Applikation
des flüssigen pharmazeutischen Produktes in den vom Benutzer ausgewählten Körperbereich
eindringt und dort die parenterale Applikation des Produktes bewirkt.
[0028] Eine Weiterbildung dieser Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung sieht
vor, daß an dem Anbringungsabschnitt zusätzlich noch das zuvor beschriebene Verschlußelement,
das bei einer Befüllung des Zwischenspeichers ein Verschließen des zwischen dem Zwischenspeicher
und dem Abgabebereich vorgesehenen Kanals bewirkt, lösbar anbringbar ist. Abhängig
von der Ausgestaltung des Anbringungsabschnittes und des Verschlußelementes können
dann entweder gleichzeitig am Anbringungsabschnitt das Verschlußelement und die Kanüle
oder wahlweise am Anbringungsabschnitt das Verschlußelement oder die Kanüle befestigt
werden, wobei die zuletzt genannte Möglichkeit bevorzugt ist, da hierbei eine Verletzungsgefahr
beim Entfernen des Verschlußelementes durch die dann noch am Anbringungsabschnitt
arretierte Kanüle vermieden wird.
[0029] Eine andere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung sieht vor, daß desweiteren
dem Anbringungsabschnitt ein Schutzelement zugeordnet ist, wobei dieses Schutzelement
dann zumindestens teilweise oder vollständig, eine an dem Anbringungsabschnitt befestigte
Kanüle abdeckt. Gleichzeitig kann dieses Schutzelement, das den jeweiligen Benutzer
vor einer ungewollten Verletzung durch die Kanüle schützt, das Verschlußelement haltern
oder die Halterung des Verschlußelementes am Anbringungsabschnitt zusätzlich unterstützen,
so daß hierdurch dann ein Griffbereich gebildet wird, der vom Benutzer angefaßt wird,
wenn dieser die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Anwendung vorbereitet.
[0030] Eine weitere, besonders geeignete Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
umfaßt einen innerhalb des Gehäuses vorgesehenen ersten Zylinder und einen den ersten
Zylinder umschließenden zweiten Zylinder, wobei der erste und der zweite Zylinder
axial relativ zum Gehäuse verschiebbar sind. Innerhalb des ersten Zylinders ist der
Bereich zur Aufnahme des Gefässes, insbesondere der Bereich zur Aufnahme der zuvor
beschriebenen Carpule, ausgebildet, während innerhalb des zweiten Zylinders der mit
dem Gefäß verbundene Zwischenspeicher vorgesehen ist. Hierbei sind bei dieser Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung der erste und der zweite Zylinder zwischen einer
ersten Stellung, in der die am Anbringungsabschnitt arretierbare Kanüle über das zuvor
beschriebene Schutzelement bzw. das Gehäuse der Vorrichtung hinaus vorsteht und in
der der Zwischenspeicher über den Kanal und die hieran angeschlossene Kanüle entleert
wurde, und einer zweiten Stellung, in der eine am Anbringungsabschnitt arretierbare
Kanüle vom Schutzelement abgedeckt ist und in der der Zwischenspeicher mit der Einzeldosis
gefüllt ist, sowie umgekehrt hierzu axial verschiebbar.
[0031] Diese zuvor beschriebene Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung erlaubt
in besonders einfacher Weise eine parenterale Applikation der entsprechenden Einzeldosis
des flüssigen pharmazeutischen Produktes. Hierzu ist es lediglich erforderlich, daß,
ausgehend von der ersten Stellung, in der der Zwischenspeicher leer ist, der erste
und der zweite Zylinder durch eine axiale Verschiebung dieser Zylinder relativ zum
Gehäuse in eine zweite Stellung überführt werden. Diese axiale Verschiebung bewirkt,
daß der Zwischenspeicher mit der aus dem Gefäß stammenden Flüssigkeit befüllt wird.
Nach Anbringung einer entsprechenden Kanüle am Anbringungsabschnitt erfolgt dann durch
axiale Verschiebung der beiden Zylinder in Richtung auf den Anbringungsabschnitt das
Einstechen der Kanüle in den Körperbereich des Benutzers und das Entleeren des Zwischenspeichers
und somit die parenterale Applikation der Einzeldosis. Vorzugsweise werden die beiden
Zylinder jedoch so ausgestaltet, daß sie zusätzlich noch relativ zueinander axial
verschiebbar sind, so daß zwischen dem eigentlichen Einstechvorgang der Kanüle in
den Körperbereich des Benutzers und das Entleeren des Zwischenspeichers eine Zeitdifferenz
besteht und damit ein zeitversetztes Applizieren des flüssigen pharmazeutischen Produktes
ermöglicht wird.
[0032] Um die zuvor beschriebene axiale Verschiebung der beiden Zylinder aus der ersten
Stellung in die zweite Stellung und aus der zweiten Stellung in die erste Stellung
herbeizuführen, können diese axialen Verschiebungen in beide Richtungen manuell durchgeführt
werden. Dies bedeutet jedoch, daß bei einer derartigen, vom jeweiligen Anwender herbeigeführten
Überführung der beiden Zylinder von der zweiten in die erste Stellung das Eindringen
der Kanüle in den Körperbereich manuell selbst herbeigeführt werden muß, was von einigen
Benutzern als äußerst unangenehm und teilweise sogar als unüberwindbares Hindernis
angesehen wird. Von daher sieht eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der zuvor
beschriebenen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vor, daß dem ersten
und dem zweiten Zylinder jeweils eine Feder zugeordnet ist, derart, daß in der zweiten
Stellung der Zylinder diese beiden Federn gespannt und in der ersten Stellung der
Zylinder diese beiden Federn entspannt sind.
[0033] Um die beiden Zylinder in ihrer zweiten, durch die entsprechenden Federn gespannte
Stellung zu fixieren, kann bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung jeweils ein Rastelement
für jeden Zylinder vorgesehen sein. Durch Lösen des dem zweiten Zylinder zugeordneten
Rastelementes wird dann der zweite Zylinder aufgrund der Federkraft der dem zweiten
Zylinder zugeordneten Feder aus der zweiten Stellung in die erste Stellung überführt,
was bewirkt, daß eine am Anbringungsabschnitt arretierte Kanüle zwangsläufig und ohne
Beeinflussung durch den Benutzer in den ausgewählten Körperbereich eindringt. Hiernach
wird dann die dem ersten Zylinder zugeordnete Raste gelöst, wodurch der erste Zylinder
aufgrund der dem ersten Zylinder zugeordneten Feder axial in Richtung auf den Abgabebereich
hin bewegt und somit der Zwischenspeicher entleert wird, so daß die entsprechende
Einzeldosis des flüssigen pharmazeutischen Produktes parenteral verabreicht wird.
[0034] Bei einer besonders geeigneten und vom jeweiligen Benutzer einfach und problemlos
anzuwendenden Weiterbildung der zuvor beschriebenen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung sind beide Zylinder über ein einziges Rastelement in der zweiten Stellung
arretierbar. Dies bedeutet, daß der Benutzer nur ein einziges Rastelement lösen muß,
um die in der zweiten Stellung arretierten und federbelasteten beiden Kolben gemeinsam
in die erste Stellung zu überführen, wodurch dann der Einstichvorgang der Kanüle in
den Körperbereich und das Injizieren der Einzeldosis erfolgt.
[0035] Um bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zu erreichen, daß zuerst der Einstich der Kanüle in den Körperbereich und hiernach
dann das Injizieren der Einzeldosis erfolgt, weist eine besonders geeignete Weiterbildung
dieser Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung Federn auf, die in ihren
Federkennlinien aufeinander angepaßt sind. Hierbei besitzt die dem zweiten Zylinder
zugeordnete Feder eine steilere Federkennlinie als die Feder, die am ersten Zylinder
vorgesehen ist, so daß die bereits zuvor angesprochene zeitliche Verzögerung zwischen
dem Einstechen der Kanüle und der anschließenden Injektion über die Abstimmung der
Federkennlinien der beiden Federn in einem weiten Bereich einstellbar ist.
[0036] Bei einer weiteren, vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist innerhalb des Gehäuses ein erster Zylinder und ein den ersten Zylinder umschließender
zweiter Zylinder vorgesehen, wobei der erste und der zweite Zylinder axial relativ
zum Gehäuse verschiebbar sind. Innerhalb des ersten Zylinders ist der Bereich zur
Aufnahme des Gefässes, insbesondere der zuvor beschriebenen Glascarpule, ausgebildet
und innerhalb des zweiten Zylinders ist der mit dem Gefäß verbundene Zwischenspeicher
vorgesehen, derart, daß der erste und zweite Zylinder gemeinsam aus einer ersten Stellung,
in der die an dem Anbringungsabschnitt arretierbare Kanüle über das Schutzelement
bzw. das Gehäuse vorsteht und in der der Zwischenspeicher leer ist, in eine zweite
Stellung, in der die an dem Anbringungsabschnitt arretierbare Kanüle von dem Schutzelement
abgedeckt ist, und umgekehrt hierzu axial relativ zum Gehäuse verschiebbar ist. Zum
Füllen des Zwischenspeichers ist der erste Zylinder relativ zur zweiten Stellung des
zweiten Zylinders in eine dritte Stellung axial weiter in Richtung auf das Gefäß verschiebbar.
[0037] Mit anderen Worten weist diese zuvor beschriebene besonders vorteilhafte Ausgestaltung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Unterschied zu den zuvor beschriebenen Ausführungsformen
der Vorrichtung, bei denen die Zylinder nur eine erste und zweite Stellung einnehmen
können, noch eine dritte Stellung auf.
[0038] Ausgehend von der ersten Stellung der beiden Zylinder werden zur Benutzung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zunächst beide Zylinder in die zweite Stellung überführt, was zur Folge
hat, daß eine am Anbringungsabschnitt arretierte Kanüle von einem Schutzelement abgedeckt
ist. Zu diesem Zeitpunkt ist der Zwischenspeicher noch nicht mit der Einzeldosis des
flüssigen pharmazeutischen Produktes befüllt. Anschließend wird der erste Zylinder
relativ zum zweiten Zylinder, der in der zweiten Stellung verbleibt, axial in Richtung
auf das Gefäß in eine dritte Stellung verschoben, wodurch der Zwischenspeicher über
den Verbindungskanal aus dem Gefäß mit dem flüssigen pharmazeutischen Produkt vollständig
gefüllt wird. Bei dieser Überführung des ersten Zylinders aus der zweiten Stellung
in die dritte Stellung ist der Kanal, der die Kanüle mit dem Zwischenspeicher verbindet,
über eine der zuvor beschriebenen Ventile oder über das ebenfalls schon zuvor abgehandelte
Verschlußelement luftdicht abgeschlossen. Somit bildet sich im Zwischenspeicher ein
entsprechendes Vakuum aus, das den Flüssigkeitsstrom vom Gefäß zum Zwischenspeicher
fördert oder bewirkt.
[0039] Die somit anwendungsbereite Vorrichtung wird dann in Kontakt mit der ausgewählten
Körperzone gebracht, so daß hiernach der Benutzer den zweiten Zylinder aus der zweiten
Stellung in die erste Stellung überführt, wodurch der Einstichvorgang der Kanüle in
die Körperzone manuell herbeigeführt wird. Hiernach überführt der Benutzer dann den
ersten Zylinder aus der dritten Stellung in die erste Stellung, wodurch die entsprechende
Injektion der Einzeldosis des flüssigen pharmazeutischen Produktes aus dem Zwischenspeicher
in den Körper bewirkt wird.
[0040] Wie jedoch vorstehend bereits erwähnt ist, besteht bei einer derartigen Anwendung
bei einigen Benutzern das Problem, daß sie selbst den Einstichvorgang der Kanüle in
ihren eigenen Körper herbeiführen müssen. Um dies zu vermeiden, sieht eine Weiterbildung
der zuvor beschriebenen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vor, daß
jedem Zylinder (erster Zylinder, zweiter Zylinder) jeweils eine Feder zugeordnet ist,
wobei eine erste Feder die Lage des ersten Zylinders in der dritten Stellung und eine
zweite Feder die Lage des zweiten Zylinders in der zweiten Stellung vorspannt. Desweiteren
ist der erste Zylinder in der dritten Stellung durch eine erste Raste und der zweite
Zylinder in der zweiten Stellung durch eine zweite Raste fixierbar, derart, daß diese
durch entsprechende Rasten herbeigeführte Fixierung vorzugsweise durch eine einzige
Auslösetaste lösbar ist.
[0041] Um eine derartige Vorrichtung zu benutzen, überführt der jeweilige Benutzer den zweiten
Zylinder gegen die Kraft der entsprechenden zweiten Feder in die zweite Stellung,
wobei eine derartige axiale Verschiebung des zweiten Zylinders vorzugsweise durch
ein außen am Gehäuse vorgesehenes Verschiebeelement herbeigeführt wird. Gleihzeitig
mit Betätigung dieses Verschiebeelementes wird der erste Zylinder gegen die Kraft
der ersten Feder in seine zweite Stellung verschoben, wobei die zweite Raste dann
den zweiten Zylinder in der zweiten Stellung fixiert. Bei einer weiteren Betätigung
des Verschiebeelementes wird der erste Zylinder aus der zweiten Stellung in die dritte
Stellung gegen die Kraft der entsprechenden ersten Feder axial relativ zum zweiten
Zylinder verschoben und in der dritten Stellung durch die erste Raste fixiert.
[0042] Bei Betätigung der gemeinsamen Auslösetaste erfolgt aufgrund der Federkräfte der
ersten und zweiten Feder eine axiale Verschiebung der beiden Zylinder aus der dritten
Stellung (erster Zylinder) bzw. zweiten Stellung (zweiter Zylinder) in die erste Stellung,
wodurch zwangsläufig und ohne Beeinflussung durch den Benutzer das Eindringen der
Kanüle in den Körperbereich und das Injizieren der Einzeldosis aus dem Zwischenspeicher
erfolgt.
[0043] Vorzugsweise sieht eine Weiterbildung der zuvor beschriebenen Ausführungsform vor,
daß durch die Betätigung der gemeinsamen Auslösetaste zunächst die zweite Raste, die
den zweiten Zylinder in der zweiten Stellung fixiert, und hierzu zeitverzögert dann
erst die erste Raste, die den ersten Zylinder in seiner dritten Stellung fixiert,
lösbar ist.
[0044] Insbesondere werden die zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen Vorrichtungen in der
eingangs abgehandelten Verkaufseinheit verwendet, wobei jedoch die erfindungsgemäße
Vorrichtung selbst ohne die Verkaufseinheit in den Handel gelangen kann.
[0045] Desweiteren betrifft die vorliegende Erfindung eine Nachfülleinheit zur Verwendung
bei der eingangs beschriebenen erfindungsgemäßen Verkaufseinheit oder bei der vorstehend
abgehandelten erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0046] Hierbei umfaßt die erfindungsgemäße Nachfülleinheit mindestens eine Kanüle sowie
mindestens ein mit dem flüssigen pharmazeutischen Produkt gefülltes Gefäß, das in
die vorstehend beschriebene erfindungsgemäße Vorrichtung einsetzbar und mittels dieser
Vorrichtung in Einzeldosen entleerbar ist.
[0047] Die erfindungsgemäße Nachfülleinheit weist den entscheidenden Vorteil auf, daß sie
sowohl auf die vorstehend beschriebene Verkaufseinheit als auch auf die erfindungsgemäße
Vorrichtung bezüglich ihrer konstruktiven Merkmale ideal angepaßt ist, so daß der
Benutzer der vorstehend beschriebenen erfindungsgemäßen Verkaufseinheit oder der vorstehend
abgehandelten erfindungsgemäßen Vorrichtung die erfindungsgemäße Nachfülleinheit dann
benutzen kann, wenn eine längere parenterale Applikation des flüssigen pharmazeutischen
Produktes aus medizinischer Sicht erforderlich ist und in Folge der regelmäßigen Benutzung
das mit dem flüssigen pharmazeutischen Produkt gefüllte und in der vorstehend beschriebenen
erfindungsgemäßen Verkaufseinheit enthaltene Gefäß entleert ist.
[0048] Eine erste Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Nachfülleinheit sieht vor, daß in
der Nachfülleinheit ein Demontageelement zur Entfernung des entleerten Gefässes aus
der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Ausgeben einer vorgegebenen Flüssigkeitsmenge
in Einzeldosen vorgesehen ist. Abhängig von der jeweiligen Ausgestaltung des innerhalb
des Gehäuses der erfindungsgemäßen Vorrichtung angeordneten Bereichs zur Aufnahme
des mit dem flüssigen pharmazeutischen Produkt gefüllten Gefässes, richtet sich auch
die Ausgestaltung des Demontageelementes, wobei dieses Demontageelement vorzugsweise
einen Griffabschnitt zur Erfassung des Demontageelementes durch den Benutzer und einen
Arretierungsabschnitt zur formschlüssigen und/oder kraftschlüssigen Arretierung des
entleerten Gefässes aufweist.
[0049] Wie bereits vorstehend schon bei der erfindungsgemäßen Verkaufseinheit beschrieben
ist, sieht eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Nachfülleinheit vor, daß
die Einheit eine der Zahl der zu applizierenden Einzeldosen des pharmazeutischen Produktes
entsprechende Anzahl von Kanülen aufweist. Somit wird hierdurch der Benutzer in die
Lage versetzt, nach jeder parenteralen Applikation des flüssigen pharmazeutischen
Produktes die hierfür verwendete Kanüle durch eine entsprechend steril verpackte Kanüle
zu ersetzen, wodurch besonders sicher die Gefahr einer Infektion vermieden wird. Vorzugsweise
weisen die in der Nachfülleinheit vorgesehenen Kanülen dann einen solchen Aufbau auf,
bei denen die eigentliche Nadel der Kanüle durch eine feste Kunststoffumhüllung geschützt
ist, wobei diese feste Kunststoffumhüllung einerseits die Sterilität der Nadel sicherstellt
und andererseits verhindert, daß sich der Benutzer an der Nadel ungewollt verletzt.
Insbesondere enthält eine derartige Ausführungsform der Nachfülleinheit zehn der zuvor
beschriebenen Kanülen, wobei dann das in dieser Nachfülleinheit vorhandene und mit
dem flüssigen pharmazeutischen Produkt gefüllte Gefäß dementsprechend zehn Einzeldosen
des parenteral zu applizierenden Produktes ermöglicht.
[0050] Um den Benutzer bei der parenteralen Applikation des flüssigen pharmazeutischen Produktes
die Benutzung der erfindungsgemäßen Nachfülleinheit noch weiter zu erleichtern, sieht
eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung vor, daß in der Nachfülleinheit noch eine
der Anzahl der Kanülen entsprechende Anzahl von Tupfern enthalten ist, wobei diese
Tupfer mit einem Desinfektionsmittel, so zum Beispiel einem niedrigen Alkohol (Ethanol,
Propanol), genetzt sind. Um bei diesen Tupfern dann ein unerwünschtes Verdampfen des
Desinfektionsmittels zu verhindern, sind diese, mit einem Desinfektionsmittel genetzten
Tupfer dann einzeln in entsprechenden Folien, vorzugsweise Kunststoffolien und insbesondere
Verbundfolien, verpackt, so daß der Benutzer vor der parenteralen Applikation des
pharmazeutischen Produktes zunächst einen Tupfer dieser Verpackung entnimmt und hiermit
die von ihm ausgesuchte Injektionsstelle desinfiziert.
[0051] Bei einer anderen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Nachfülleinheit weist die
Einheit zusätzlich noch einen Bereich auf, der zur Aufnahme von benutzten Kanülen
und/oder von benutzten Tupfern dient. Hierbei ist dieser Bereich zur Aufnahme der
benutzten Kanülen bzw. Tupfern vorzugsweise derart gestaltet, daß diese benutzten
Kanülen bzw. Tupfer bei der Benutzung der Nachfülleinheit nicht aus der selben herausfallen
können, so daß dieser Bereich insbesondere als separat verschließbarer Bereich ausgestaltet
ist. Wird dieser Bereich als von der Nachfülleinheit lösbar angeordneter Bereich gestaltet,
beispielsweise als verschließbare Box, so können die benutzten Kanülen und ggf. Tupfer
separat, beispielsweise durch den Fachhandel entsorgt werden, sofern dies erwünscht
oder aufgrund von gesetzlichen Vorschriften erforderlich ist.
[0052] Grundsätzlich kann in der erfindungsgemäßen Nachfülleinheit jedes Gefäß, daß die
Vielzahl der Einzeldosen des flüssigen pharmazeutischen Produktes beinhalten, enthalten
sein, sofern sichergestellt ist, daß dieses Gefäß so ausgestaltet ist, daß es in die
Vorrichtung einsetzbar und mittels der Vorrichtung in Einzeldosen entleerbar ist.
Besonders geeignet ist es jedoch, wenn das in Einzeldosen durch den Benutzer parenteral
zu applizierende flüssige pharmazeutische Produkt in eine zylindrische oder zylinderartige
Glascarpule gefüllt ist, wobei eine derartige Glascarpule dann insbesondere zwischen
etwa 1,5 ml und etwa 8 ml, vorzugsweise zwischen etwa 2 ml und etwa 6 ml des flüssigen
pharmazeutischen Produktes faßt.
[0053] Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der zuvor beschriebenen Glascarpule sieht
vor, daß in der erfindungsgemäßen Nachfülleinheit eine solche Glascarpule vorgesehen
ist, die fußseitig mit einer Durchstechmembrane und kopfseitig mit einem Stopfen verschlossen
ist, wobei der Stopfen derart ausgestaltet ist, daß er axial innerhalb der Glascarpule
mit abnehmendem Flüssigkeitsniveau in Richtung auf die Durchstechmembrane verschiebbar
ist. Diese spezielle Ausgestaltung der Glascarpule weist den besonderen Vorteil auf,
daß sich der Fußbereich des Stopfens in der unmittelbaren Nähe des Flüssigkeitsniveaus
oder sogar in Kontakt damit befindet, so daß bei sinkendem Flüssigkeitsniveau in Folge
der wiederholten Abgabe von Einzeldosen kein Luftpolster oberhalb des jeweiligen Flüssigkeitsstandes
vorhanden ist. Dies trägt einerseits dazu bei, daß eine unerwünschte oxidative Veränderung
des jeweiligen flüssigen pharmazeutischen Produktes auftritt, während andererseits
durch diese spezielle Ausgestaltung des Stopfens wirksam verhindert wird, daß sich
ein Vakuum aufgrund der abnehmenden Flüssigkeitsmenge in der Glascarpule ausbildet,
wobei sich ein derartiges Vakuum negativ auf die Genauigkeit der in Einzeldosen abgegebenen
Flüssigkeitsmenge auswirken würde.
[0054] Um bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform der Glascarpule, die mit dem vorstehend
beschriebenen axial in Richtung auf die Durchstechmembrane verschiebbaren Stopfen
versehen ist, sicherzustellen, daß die erforderliche Dichtigkeit zwischen dem Stopfen
und der Innenwandung der Glascarpule gewährleistet ist, sieht eine Weiterbildung der
erfindungsgemäßen Nachfülleinheit vor, daß der Stopfen auf seiner Mantelfläche mindestens
eine, vorzugsweise zwei bis fünf, radial nach außen weisende scheibenförmige Abschnitte
aufweist. Hierbei sind diese scheibenförmige Abschnitte beim Einsetzen des Stopfens
in die Glascarpule unter Ausbildung einer an der Mantelinnenfläche der Carpule flüssigkeitsdicht
und luftdicht anliegenden Dichtfläche verformbar. Vorzugsweise werden die nach außen
weisenden scheibenförmigen Abschnitte derart dimensioniert, daß ein Endbereich der
scheibenförmigen Abschnitte durch die axiale Verschiebung des Stopfens in der Glascarpule
entgegengesetzt zur Verschiebungsrichtung elastisch unter Ausbildung einer entsprechend
größer dimensionierten Dichtungsfläche verformt werden. Bezüglich des Materials, aus
dem der Stopfen gefertigt ist, ist festzuhalten, daß hierfür vorzugsweise ein elastisches,
chemisch resistentes Kunststoff- oder Gummimaterial ausgewählt wird, wobei sich insbesondere
hierfür ein Halogenbutyl-Kautschuk als besonders geeignet erwiesen hat.
[0055] Insbesondere dann, wenn der zuvor beschriebene Stopfen innerhalb der Glascarpule
mit einer Kraft kleiner als 10 N, vorzugsweise mit einer Kraft zwischen 4 N und 8
N, axial verschiebbar ist, wird sichergestellt, daß die vorstehend beschriebenen Vorteile
besonders reproduzierbar auftreten.
[0056] Grundsätzlich können mit Hilfe der die erfindungsgemäße Nachfülleinheit in Verbindung
mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung oder der erfindungsgemäßen Verkaufseinheit alle
lagerstabilen flüssigen pharmazeutischen Produkte durch den Benutzer selbst parenteral
appliziert werden. Hierbei umfaßt der Begriff flüssige pharmazeutische Produkte alle
solche Produkte, die als eigentliches Produkt selbst flüssig sind oder von denen sich
stabile Lösungen, stabile Dispersionen oder stabile Emulsionen in einer organischen
oder anorganischen, physiologisch unbedenklichen Flüssigkeit herstellen lassen. Vorzugsweise
enthält das zuvor beschriebene Gefäß oder die zuvor beschriebene bevorzugt verwendete
Glascarpule eine wäßrige Lösung eines Heparins, insbesondere eine wäßrige Lösung eines
niedermolekularen Heparins und speziell eine wäßrigen Lösung eines Enoxaparin-Natriums.
[0057] Eine derartige Nachfülleinheit wird dann von solchen Benutzern angewendet, bei denen
aufgrund des Krankheitsbildes eine längere, jedoch täglich erforderliche Heparin-Gabe
in konstanten Einzeldosen aus medizinischer Sicht notwendig ist, um so beispielsweise
die Thrombosengefahr auch nach Entlassung des Patienten aus dem Krankenhaus zu unterbinden.
Als weitere bevorzugte Verwendung der erfindungsgemäßen Nachfülleinheit ist die regelmäßige
parenterale Applikation einer vorgegebenen und konstanten Menge eines Wachstumshormones
zu sehen, wobei für diesen Anwendungsfall dann das Gefäß und insbesondere die zuvor
beschriebene Glascarpule mit einer Lösung, vorzugsweise einer wäßrigen Lösung, des
Wachstumshormones, gefüllt ist.
[0058] Die erfindungsgemäße Verkaufseinheit, die erfindungsgemäße Vorrichtung sowie die
erfindungsgemäße Nachfülleinheit werden nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen
in Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform der Verkaufseinheit;
- Figur 2
- eine perspektivische, schematische Darstellung der Vorrichtung zum Ausgeben einer
vorgegebenen Flüssigkeitsmenge in Einzeldosen;
- Figur 3
- eine Explosionszeichnung zu Figur 2;
- Figur 4
- eine vergrößerte schematische Schnittansicht eines Verschlußelementes;
- Figur 5
- eine Explosionsansicht im Schnitt der axial verschiebbaren Zylinder;
- Figur 6
- eine Schnittansicht einer ersten Ausführungsform mit entleertem Zwischenspeicher;
- Figur 7
- wie Figur 6, jedoch mit gefülltem Zwischenspeicher;
- Figur 8
- eine vergrößerte schematische Schnittansicht eines Rückschlagventils;
- Figur 9
- eine Schnittansicht einer zweiten Ausführungsform der Vorrichtung mit gefülltem Zwischenspeicher;
und
- Figur 10
- eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform der Nachfülleinheit.
[0059] In den Figuren 1 bis 10 sind die selben Teile mit den selben Bezugsziffern beschriftet.
[0060] Eine insgesamt mit 1 bezeichnete und in Figur 1 dargestellte Verkaufseinheit umfaßt
eine Vorrichtung 3 zum Abgeben einer vorgegebenen Flüssigkeitsmenge des pharmazeutischen
Produktes in Einzeldosen, eine Vielzahl von Kanülen 2, die mit einem entsprechendem
Kanülenschutz 45 (Figur 3) zur sterilen Aufbewahrung versehen sind, eine mit 8 bezeichnete
Glascarpule, die als mit einem flüssigen pharmazeutischen Produkt gefülltes Gefäß
dient. Desweiteren sind innerhalb der Verkaufseinheit 1 eine der Anzahl der Kanülen
2 entsprechende Anzahl von mit einem Desinfektionsmittel genetzte Tupfer 5 vorhanden.
Ferner weist die Verkaufseinheit 1 einen Bereich 6 zur Aufnahme von benutzten Kanülen
auf, wobei dieser Bereich bei der in der Figur 1 abgebildeten Ausführungsform mit
einem nicht gezeigten Deckel verschließbar ist. Insgesamt ist dieser Bereich 6 lösbar
an der Verkaufseinheit 1 angeordnet, so daß nach Aufnahme aller benutzten Kanülen
dieser Bereich 6 getrennt entsorgt werden kann, sofern dies gesetzlich vorgeschrieben
oder erwünscht ist. In der Verkaufseinheit 1 sind üblicherweise 10 Kanülen 2 enthalten,
so daß dementsprechend die Flüssigkeitsmenge für 10 Einzeldosen in der Glascarpule
8 enthalten ist. Üblicherweise variiert die in jeder Einzeldosis abgegebene Flüssigkeitsmenge
zwischen 0,1 ml und 1 ml, so daß dementsprechend in der Glascarpule zwischen 1 ml
und 10 ml des flüssigen pharmazeutischen Produktes enthalten ist. Um zu vermeiden,
daß das Desinfektionsmittel der Tupfer 5 verdampft, ist jeder Tupfer 5 separat und
fluiddicht in einer entsprechenden Kunststoffolie verpackt. Die Verkaufseinheit 1
ist insgesamt mit einem Deckel (nicht gezeigt) verschlossen oder ist unter Aufnahme
der zuvor beschriebenen Teile in der üblichen Kunststoffverpackung, ggf. sogar steril,
angeordnet.
[0061] Die in Figur 2 im Detail abgebildete Vorrichtung 3 zum Ausgeben einer vorgegebenen
Flüssigkeitsmenge des flüssigen pharmazeutischen Produktes weist ein Schutzelement
22 auf, wobei dieses Schutzelement 22 aus einem äußeren Zylinder 22 a und einem konzentrisch
hierzu angeordneten inneren Zylinder 22 b besteht, die aus einem transparenten Kunststoffmaterial
angefertigt sind und durch die eine an der Vorrichtung 3 arretierte Kanüle 2 abgedeckt
werden kann, wie dies zum Beispiel in der Figur 3 erkennbar ist. Desweiteren besitzt
die Vorrichtung 3 ein Gehäuse 4, wobei am Gehäuse 4 ein oberer Griffbereich 33, ein
Sichtfenster 34, ein Zählwerk 35, ein zweiter Griffbereich 33 a, ein vom Gehäuse lösbarer
Deckel 36, eine Auslösetaste 37, ein Verschiebeelement 38, das von einem entsprechend
geformten Schlitz 39 gehaltert und geführt ist, sowie eine Vertiefung 40 vorgesehen
sind.
[0062] Bei der in Figur 2 gezeigten Vorrichtung 3 ist desweiteren ein Verschlußelement 18
am Gehäuse 4 arretiert, wobei das Verschlußelement 18 nachfolgend noch im Detail in
Verbindung mit der Figur 4 erläutert wird. Somit ist die Vorrichtung 3 vom Benutzer
an den Griffbereichen 33 und 33 a sowie an dem Verschlußelement 18 ohne Schwierigkeiten
zu halten. Das zuvor angesprochene Zählwerk 35 dient zur Zählung der von der Vorrichtung
3 abgegebenen Einzeldosen des flüssigen pharmazeutischen Produktes, während das im
Gehäuse vorgesehene Sichtfenster 34 eine Kontrolle des Flüssigkeitsstandes in der
Glascarpule 8 ermöglicht, sofern diese von der Vorrichtung 3 aufgenommen ist, wobei
zur Anordnung der Glascarpule 8 der Deckel 36 entfernt wird, wie dies in Figur 3 dargestellt
ist.
[0063] In Figur 3 sind schematisch das Einführen der Glascarpule 8 in die Vorrichtung 3
und die Anordnung des Verschlußelementes 18 sowie die Anordnung einer Kanüle 2 abgebildet.
Der Deckel 36 wird zur Einführung der Glascarpule zunächst unter Freigabe des innerhalb
des Gehäuses 4 angeordneten Bereiches 41 zur Aufnahme des mit dem flüssigen pharmazeutischen
Produkt gefüllten Gefässes, entfernt. Nachdem die Glascarpule 8 in den Bereich 41
eingeführt ist, wird die entsprechende Öffnung wieder mit dem Deckel 36 verschlossen.
Fußseitig weist der Deckel 36 einen sich axial erstreckenden Verlängerungsstift 42
auf, der in einem Endabschnitt 42 a endet. Der Verlängerungsstift 42 und der Endabschnitt
42 a sind mit dem Deckel 36 axial verschiebbar. Dieser Endabschnitt 42 a ist mit einer
in einem Stopfen 10 entsprechend ausgebildeten Vertiefung in Eingriff bringbar, wodurch
eine axial nach unten gerichtete Kraft auf die Carpule 8 ausübbar ist, sobald die
Carpule 8 in dem Bereich 41 angeordnet und der Deckel 36 auf die entsprechende Öffnung
aufgeschraubt oder mittels eines Bajonettverschlusses fixiert wird. Bei einer anderen,
nicht gezeigten bevorzugte Ausführungsform sind der Verlängerungsstift 42 und der
Endabschnitt 42 a relativ zum Deckel 36 axial in Pfeilrichtung 51 verschiebbar, so
daß nach Anbringung des Deckels 36 am Gehäuse 4 eine von der Art der Befestigung des
Deckels 36 unabhängige axiale Verschiebung des Verlängerungsstiftes 42 und des Endabschnittes
42 a manuell vom Benutzer herbeigeführt werden kann. Dies wird dadurch erreicht, daß
der Benutzer bei aufgesetztem Deckel 36 eine Kraft auf den über den Deckel 36 nach
außen vorstehenden Abschnitt des Verlängerungsstiftes 42 ausübt. Fußseitig ist die
mit dem flüssigen pharmazeutischen Produkt gefüllte Glascarpule 8 mit einer Durchstechmembrane
9 verschlossen, die ihrerseits durch eine Umbördelung in Verbindung mit einem Metallband
44 in üblicher Weise gehaltert wird. An einem Anbringungsabschnitt 21 (beispielsweise
in Figur 7 gezeigt) ist wahlweise eine Kanüle 2 oder das Verschlußelement 18 über
ein entsprechendes Gewinde fixierbar, wie diese beiden Möglichkeiten in Figur 3 gezeigt
werden. Hierbei ist die Kanüle 2 von einem Kanülenschutz 45 umgeben, durch die die
Kanüle 2 vom Benutzer gehandhabt werden kann, ohne daß dieser sich dabei verletzt.
Der Kanülenschutz 45 ist auf den Sockelbereich 2 a der Kanüle 2 aufklemmbar und ggf.
über ein Gewinde am Sockelbereich 2 a fixierbar.
[0064] Das zylindrische Verschlußelement 18 (Figur 4) weist ein Dichtungselement 18 a auf,
das mit einer Kanalmündung 19 (Figur 5 und 6) in Eingriff bringbar ist und durch das
die Kanalmündung 19 flüssigkeits- und gasdicht verschließbar ist, sobald das Verschlußelement
18 über ein entsprechendes Gewinde 18 b an dem Anbringungsabschnitt 21 fixiert ist.
Desweiteren weist das Verschlußelement 18 einen Schlitzbereich 18 c zur Aufnahme der
Wandung des inneren Zylinders 22 b des Schutzelementes 22 auf.
[0065] In der schematischen Explosionsansicht der Figur 5 sind die wesentlichen inneren
Teile der Vorrichtung 3 abgebildet. Hierzu gehören ein erster, innerer Zylinder 23,
ein zweiter, äußerer Zylinder 24, wobei der zweite Zylinder 24 endseitig in dem Anbringungsabschnitt
21 endet, an den wahlweise ein Kanüle 2 oder das Verschlußelement 18 arretierbar ist.
In diesem Bereich ist am Gehäuse 4, von dem in Figur 5 nur ein Teilbereich angedeutet
ist, das Schutzelement 22 lösbar befestigt. Dem ersten Zylinder 23 ist eine erste
Feder 25 und dem zweiten Zylinder 24 ist eine zweite Feder 26 zugeordnet, wobei sich
die erste Feder 25 zwischen einem oberen Bereich 23 a des ersten Zylinders 23 und
einem am zweiten Zylinder 24 festgelegten Ringelement 46 erstreckt, während sich die
zweite Feder 26 von einem unteren Lager 24 a am zweiten Zylinder 24 und einem oberen
Lager 23 b am Gehäuse 4 abstützt. Einstückig mit dem ersten Zylinder 23 ist das Verschiebeelement
38 ausgebildet.
[0066] Desweiteren weist der erste Zylinder 23 eine Bodenplatte 23 c auf, die fußseitig
mit einem Vorsprung 23 d versehen ist. Mit diesen Vorsprung ist der Schaft 47 eines
Kolbens 16 verbindbar, so daß der Kolben 16 an dem ersten Zylinder 23 fixiert ist
und zusammen mit diesem bewegt wird. Innerhalb des Schaftes 47 sowie des Kolbens 16
verläuft ein Verbindungskanal 14, wobei dieser Verbindungskanal 14 auch durch die
Bodenplatte 23 c sowie durch den Vorsprung 23 d geführt ist und in einer Hohlnadel
48 mündet.
[0067] Wird nunmehr die mit dem flüssigen pharmazeutischen Produkt gefüllte Glascarpule
8 in den Innenraum, der den Bereich 41 zur Aufnahme des Gefässes ausbildet, des ersten
Zylinders 23 eingesetzt und hierbei auf die Glascarpule mittels des Stopfens und des
Verlängerungsstiftes 42 bzw. des Endabschnittes 42 a ein zum Anbringungsabschnitt
21 gerichteter Druck ausgeübt, so durchsticht die Hohlnadel 48 die Durchstechmembrane
9 der Glascarpule 8, so daß der Verbindungskanal 14 an den Inhalt der Glascarpule
8 angeschlossen wird. Hierbei ist dem Verbindungskanal 14 im Bereich der Verbindung
des Schaftes 47 mit dem Vorsprung 23 d ein Rückschlagventil 15 zugeordnet, wobei dieses
Rückschlagventil 15 in Figur 8 vergrößert abgebildet ist.
[0068] Dieses Rückschlagventil 15 weist gemäß Figur 8 eine scheibenförmige, runde Dichtungsmembrane
49 auf, die von einem Ringlager 50 getragen wird. Unterhalb der Dichtungsmembrane
49 ist ein von der Flüssigkeit durchströmter und die Kanaleinmündung 14 a des Kanals
14 erweiternder Bereich ausgebildet. Bei einer Strömungsrichtung der Flüssigkeit in
Pfeilrichtung 51, wie diese bei der Auffüllung des Zwischenspeichers im Kanal 14 erforderlich
ist, wird die Dichtungsmembrane 49 vom Ringlager 50 abgehoben und behindert den Durchfluß
der Flüssigkeit nicht. Hierbei wird diese Bewegung der Dichtungsmembrane durch vier
sternförmig angeordnete Stegelemente 52 begrenzt, so daß verhindert wird, daß die
Dichtungsmembrane 49 die erweiterte Kanaleinmündung 14 a verschließt. Bei einer Strömungsrichtung
der Flüssigkeit entgegengesetzt zur Pfeilrichtung 51 wird die Dichtungsmembrane 49
in eine Stellung gebracht, in der sie dichtend auf dem Ringlager 50 aufliegt, so daß
hierdurch eine Strömungsrichtung entgegengesetzt zur Pfeilrichtung 51 verhindert wird,
ohne daß dabei die Gefahr besteht, daß die Dichtungsmembrane 49 festklebt.
[0069] In den Figuren 6 und 7 sind die selben Ausführungsformen der Vorrichtung, jedoch
in unterschiedlichen Betriebszuständen, dargestellt. Hierbei bildet die Figur 6 die
Vorrichtung in einem Zustand ab, in der der Zwischenspeicher 13 entleert ist, wobei
in diesem Zustand die Einzeldosis des flüssigen pharmazeutischen Produktes somit parenteral
appliziert wurde und in der der jeweilige Benutzer die Vorrichtung vorfindet, um sie
für die nächste Einzeldosis vorzubereiten. In der Figur 7 ist der Zwischenspeicher
13 mit einer Einzeldosis des aus der Carpule 8 über den Kanal 14 zugeführten flüssigen
pharmazeutischen Produkt gefüllt. Desweiteren ist bei dem in Figur 7 gezeigten Betriebszustand
am Anbringungsabschnitt 19 eine Kanüle 2 befestigt, so daß die Figur 7 insgesamt die
Vorrichtung in einer Betriebsweise abbildet, wie diese unmittelbar vor der parenteralen
Applikation der Einzeldosis des flüssigen pharmazeutischen Produktes durch den Benutzer
vorliegt.
[0070] Die in Figur 5 gezeigten und vorstehend beschriebenen Teile sind in den Figuren 6
und 7 ebenfalls enthalten und dort mit den selben Bezugsziffern versehen.
[0071] In dem ersten Zylinder 23 ist in dem dafür vorgesehenen Bereich 41 die Carpule 8
angeordnet, während der zweite Zylinder 24 in seinem unteren Bereich 24 c den Zwischenspeicher
13 ausbildet (auch Figur 5).
[0072] Ausgehend von der in Figur 6 gezeigten Betriebsweise, in der das Verschlußelement
18 an dem Anbringungsabschnitt 21 arretiert ist und der das Dichtungselement 18 a
die Kanalmündung 19 a des Kanales 19, der den Zwischenspeicher mit der Kanalmündung
verbindet, verschließt, sind der erste Zylinder 23 und der zweite Zylinder 24 gemeinsam
durch eine axiale Verschiebung der beiden Zylinder entgegengesetzt zur Pfeilrichtung
51 und relativ zum Gehäuse 4 aus einer nicht abgebildeten ersten Stellung, in der
die Feder 25 weitestgehend entspannt ist und in der der zweite Zylinder 24 auf einem
Gehäuseabschnitt 53 mittels des Rücksprunges 24 b (Figur 5) aufliegt, in eine zweite
Stellung gebracht worden, wie diese in Figur 6 abgebildet ist. In dieser zweiten Stellung
ist somit die in der ersten Stellung der beiden Zylinder entspannten Feder 25 gespannt,
wobei eine Fixierung dieser zweiten Stellung durch eine am Rücksprung 24 b angreifende
zweite Raste 27 erfolgt.
[0073] Diese axiale gemeinsame Verschiebung der beiden Zylinder 23 und 24 erfolgt durch
die manuelle Betätigung des außen am Gehäuse angeordneten Verschiebeelementes 38,
wobei diese axiale Verschiebung des Verschiebeelementes 38 durch einen im Gehäuse
4 vorgesehenen Schlitz 39 (Figur 3) geführt wird.
[0074] Um den entleerten Zwischenspeicher 13 in dieser zweiten Stellung nunmehr aus der
innerhalb des ersten Zylinders 23 angeordneten Glascarpule 8 mit einer Einzeldosis
des flüssigen pharmazeutischen Produktes zu befüllen, wird der erste Zylinder 23 entgegengesetzt
zur Pfeilrichtung 51 und relativ zum Gehäuse 4 sowie dem zweiten Zylinder 24, der
in der zweiten Stellung verbleibt, mittels des Verschiebeelementes 38 gegen die Kraft
der zweiten Feder 26 in die dritte Stellung verschoben, wobei diese dritte Stellung
axial entgegengesetzt zur Pfeilrichtung 51 verschoben, wobei diese dritte Stellung
in der Figur 7 abgebildet ist.
[0075] In dieser dritten Stellung des ersten Zylinders wird der erste Zylinder 23 durch
eine erste Raste 28 fixiert (Figur 7).
[0076] Bedingt dadurch, daß das Verschlußelement 18 aufgrund des fluiddichten Eingriffes
seines Dichtungselementes 18 a mit der Kanalmündung 19 a ein Belüften des Zwischenspeichers
13 über den Kanal 19 verhindert, bildet sich im Zwischenspeicher 13 bei der axialen
Verschiebung des ersten Zylinders 23 aus der zweiten Stellung in die dritte Stellung
im Zwischenspeicher 13 ein Vakuum aus. Dies hängt damit zusammen, daß gleichzeitig
mit der Verschiebung des ersten Zylinders 23 der hieran über den Kolbenschaft 47 befestigte
Kolben 16 axial entgegengesetzt zur Pfeilrichtung 51 verschoben wird. Dieses im Zwischenspeicher
anstehende Vakuum bewirkt dann, daß aus der Carpule 8 exakt eine Einzeldosis des flüssigen
pharmazeutischen Produktes über den Verbindungskanal 14 und das im Vorsprung 23 d
des ersten Zylinders angeordnete und in Figur 8 gezeigte geöffnete Rückschlagventil
15 der Zwischenspeicher vollständig gefüllt wird.
[0077] Diese axiale Verschiebung des ersten Zylinders aus der zweiten Stellung in die dritte
Stellung relativ zum Gehäuse und dem zweiten Zylinder wird dadurch ermöglicht, daß
in der Wandung des zweiten Zylinders eine schlitzförmige Führung 39 a vorgesehen ist,
durch die sich ein Bereich des Verschiebeelementes 38, das einstückig mit dem ersten
Zylinder 23 ausgebildet ist, erstreckt.
[0078] Nunmehr wird das Verschlußelement 18 gegen eine Kanüle 2 ausgetauscht, wobei die
Kanüle 2 vom Benutzer am Kanülenschutz 45 gefaßt wird und die Kanüle 2 auf den Anbringungsabschnitt
21 aufgeschraubt wird. Hiernach entfernt der Benutzer den Kanülenschutz 45 und die
Vorrichtung ist nunmehr bereit, die Einzeldosis des flüssigen pharmazeutischen Produktes
zu applizieren.
[0079] Zu diesem Zweck wählt der jeweilige Benutzer einen Körperbereich aus und bringt die
untere Zone des inneren Zylinders 22 b des Schutzelementes 22 in Anlage an diesen
Körperbereich. Durch Betätigung der Auslösetaste 37 wird die zweite Raste 27 entgegen
der Federkraft 27 a in Pfeilrichtung 54 verschoben, so daß der erste Zylinder 23 gemeinsam
mit dem zweiten Zylinder 24 in Pfeilrichtung 51 axial relativ zum Gehäuse 4 aufgrund
der Feder 26 verschoben wird. Dies führt dazu, daß die Spitze der Kanüle 2 in die
ausgewählte Körperzone des Benutzers eindringt. Ein an der zweiten Raste 27 vorgesehener
Vorsprung 27 b tritt während der gemeinsamen axialen Verschiebung der beiden Zylinder
23 und 24 in Eingriff mit einem an der ersten Raste 28 angeordneten Vorsprung 28 a,
was dazu führt, daß die erste Raste 28 entgegen der Federkraft der darin vorgesehenen
Feder 28 b ebenfalls in Pfeilrichtung 54 verschoben wird. Hierdurch wird der erste
Zylinder 23 aus seiner dritten Stellung freigegeben, so daß er ebenfalls in Pfeilrichtung
51 axial aufgrund der Feder 25 verschoben wird. Dies wiederum führt dazu, daß der
über den Schaft 47 mit dem ersten Zylinder 23 verbundene Kolben 16 axial in Pfeilrichtung
51 verschoben wird und somit die in dem Zwischenspeicher 13 befindliche Einzeldosis
des flüssigen pharmazeutischen Produktes über die Kanüle 2 in den Körperbereich injiziert.
Die axiale Bewegung des ersten Zylinders 23 wird durch den Rücksprung 24 b des zweiten
Zylinders 24 und die axiale Bewegung des zweiten Zylinders 24 durch den Gehäuseabschnitt
53 beendet.
[0080] Nach erfolgter parenteraler Applikation zieht der Benutzer die Kanüle mittels der
Vorrichtung aus dem Körperbereich, setzt den Kanülenschutz 45 auf die Kanüle 2, schraubt
die Kanüle vom Anbringungsabschnitt 21 ab und schraubt das Verschlußelement 18 auf
den Anbringungsabschnitt 21 auf. Abhängig von der hierbei vom Benutzer ausgeübten
Kraft verbleiben dabei entweder der erste und zweite Zylinder in der ersten Stellung
oder beide Zylinder werden in eine Stellung überführt, wie diese in Figur 6 gezeigt
ist.
[0081] Die in Figur 9 gezeigte zweite Ausführungsform der Vorrichtung bildet die Vorrichtung
in einer Betriebsweise ab, in der der Zwischenspeicher 13 mit der Einzeldosis des
flüssigen pharmazeutischen Produktes gefüllt ist. Somit befindet sich die in Figur
9 gezeigte Ausführungsform in einem betriebsbereiten Zustand, d.h. unmittelbar vor
der Injektion. Im Unterschied zu der zuvor anhand der Figuren 6 und 7 beschriebenen
Ausführungsform sind bei der in Figur 9 gezeigten Ausführungsform die beiden Zylinder
23 und 24 nur zwischen einer ersten Stellung (nicht gezeigt), in der der erste Zylinder
23 am Rücksprung 24 b und der Rücksprung 24 b am Gehäuseabschnitt 53 anliegt und in
der der Zwischenspeicher 13 entleert ist, und einer zweiten Stellung, wie diese in
Figur 9 gezeigt ist und in der der Zwischenspeicher mit der Einzeldosis gefüllt ist,
axial in Pfeilrichtung 51 und umgekehrt hierzu verschiebbar. Desweiteren ist bei der
in Figur 9 gezeigten Ausführungsform nur eine einzige Raste 29 vorgesehen, die die
Lage des ersten Zylinders und des zweiten Zylinders 24 in der zweiten Stellung fixiert
und die über die Auslösetaste 37 lösbar ist.
[0082] Um bei der in Figur 9 gezeigten Ausführungsform der Vorrichtung die zeitliche Verzögerung
zwischen dem Einstechvorgang der Kanüle in den Körperbereich des Benutzers und anschließend
hiernach erst die Entleerung des Zwischenspeichers 13 und somit die eigentliche parenterale
Applikation der Einzeldosis des flüssigen pharmazeutischen Produktes zu ermöglichen,
sind die Federkennlinien der Federn 25 und 26 so aufeinander angepaßt, daß die Federkennlinie
der Feder 26 steiler verläuft als die Federkennlinie der Feder 25. Bei einer Betätigung
der Auslösetaste 37 verschiebt sich die Raste 29 entgegen der Federkraft der Feder
29 a in Pfeilrichtung 54, so daß die Raste 29 gelöst wird und somit gemeinsam der
erste Zylinder 23 und der zweite Zylinder 24 in Pfeilrichtung 51 axial relativ zum
Gehäuse verschoben werden. Aufgrund der steileren Federkennlinie der Feder 26 eilt
der zweite Zylinder bei der axialen Verschiebung relativ zum ersten Zylinder, dessen
Feder 25 die flachere Federkennlinie aufweist, dem ersten Zylinder 23 voraus, so daß
die Kanüle 2 zuerst in die Körperzone eindringt und dann erst der Zylinder 23 und
somit auch der mit dem Zylinder 23 über den Schaft 47 verbundene Kolben 16 die Einzeldosis
des flüssigen pharmazeutischen Produktes aus dem Zwischenspeicher 13 heraus in den
Körperbereich des Benutzers überführt.
[0083] Um bei den zuvor beschriebenen Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ein restloses Entleerens des Zwischenspeichers sicherzustellen, weist der Zwischenspeicher
13 einen zylindrischen Abschnitt 13 b und einen sich hieran anschließenden konischen
Abschnitt 13 a auf (Figur 9), wobei die Ausflußseite des konischen Abschnitts 13 a
in den Kanal 19 mündet, wie dies in Figur 9 am besten zu erkennen ist. Dementsprechend
weist der im Zwischenspeicher 13 axial verschiebbare Kolben 16 einen zylindrischen
Kolbenbereich und einen zum Kanal 19 weisenden konischen Kolbenbereich 16 a auf, wobei
dieser konische Kolbenbereich durch ein entsprechend konisch geformtes Mantelrohr
gebildet wird, daß die Auslaufseite des Verbindungskanals 14 umschließt. Fußseitig
ist dieses Mantelrohr verschlossen und weist auf seiner konischen Mantelfläche Austrittsöffnungen
auf, so daß die über den Kanal 14 zugeführte Flüssigkeit über diese Austrittsöffnungen
in den Zwischenspeicher gelangt. Bei einer axialen Absenkung dieses Kolbens in Pfeilrichtung
51 verdrängt somit der konische Kolbenabschnitt 16 a die im Zwischenspeicher 13 befindliche
Flüssigkeit dadurch, daß der konische Kolbenabschnitt 16 a in den konischen Zylinderabschnitt
13 a eindringt und diesen vollständig ausfüllt.
[0084] Ebenso ist es möglich, einen Zwischenspeicher 13 vorzusehen, der den zuvor beschriebenen
und insbesondere in der Figur 9 gezeigten konischen Abschnitt 13 a überhaupt nicht
oder nur in einer begrenzten axialen Länge aufweist. Mit anderen Worten mündet somit
hierbei der zylindrische Abschnitt 13 b des Zwischenspeichers 13 direkt in den Kanal
19, oder der zylindrische Abschnitt 13 b ist über einen entsprechend verkürzten konischen
Abschnitt 13 a mit dem Kanal verbunden. Dementsprechend ist der im Zwischenspeicher
13 vorgesehene Kolben 16 an die Form eines derartigen Zwischenspeichers angepaßt,
wobei insbesondere eine dem Kolbenmantel zugeordnete Dichtung, vorzugsweise ein O-Ring
aus einem gummielastischem Material, eine einwandfreie Betriebsweise der Vorrichtung
3 sicherstellt.
[0085] Bei allen zuvor gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen wird mit zunehmender
Entleerung der Glascarpule 8 der darin angeordnete Stopfen 10 ebenfalls in Pfeilrichtung
51 aufgrund des in der Glascarpule sinkenden Flüssigkeitsniveaus axial verschoben.
Hierdurch wird verhindert, daß sich in der Glascarpule ein Vakuum oder oberhalb des
Flüssigkeitsniveaus ein Gaspolster ausbildet. Um desweiteren eine restlose Entleerung
der Glascarpule 8 sicherzustellen, verjüngt sich die Stirnfläche 10 a (Figur 9) des
Stopfens 10, so daß sie bei vollständig abgesunkenem Flüssigkeitsstand an den Halsbereich
der Glascarpule 8 a (Figur 9) anliegt.
[0086] In diesem Zustand kann die vollständig entleerte Glascarpule mit dem in Figur 10
gezeigten Demontageelement 101 aus der Vorrichtung entfernt werden. Zu diesem Zweck
weist das Demontageelement einen Griffabschnitt 102 zur Erfassung des Demontageelementes
101 sowie einen Arretierungsabschnitt, der bei entferntem Stopfen 36 in kraftschlüssigen
Eingriff bringbar ist mit einer im Stopfen 10 vorgesehenen Aussparung 10 b (Figur
9).
[0087] Desweiteren umfaßt die in Figur 10 abgebildete Nachfülleinheit 100 eine Vielzahl
von Kanülen 2, die mit einem entsprechendem Kanülenschutz 45 (Figur 3) zur sterilen
Aufbewahrung versehen sind, eine mit 8 bezeichnete Glascarpule, die als mit einem
flüssigen pharmazeutischen Produkt gefülltes Gefäß dient. Desweiteren sind innerhalb
der Nachfülleinheit 100 eine der Anzahl der Kanülen 2 entsprechende Anzahl von mit
einem Desinfektionsmittel genetzte Tupfer 5 vorhanden. Ferner weist die Nachfülleinheit
100 einen Bereich 6 zur Aufnahme von benutzten Kanülen auf, wobei dieser Bereich bei
der in der Figur 10 abgebildeten Ausführungsform mit einem nicht gezeigten Deckel
verschließbar ist. Insgesamt ist dieser Bereich 6 lösbar an der Nachfülleinheit 100
angeordnet, so daß nach Aufnahme aller benutzten Kanülen dieser Bereich 6 getrennt
entsorgt werden kann, sofern dies gesetzlich vorgeschrieben oder erwünscht ist. In
der Nachfülleinheit 100 sind üblicherweise 10 Kanülen 2 enthalten, so daß dementsprechend
die Flüssigkeitsmenge für 10 Einzeldosen in der Glascarpule 8 enthalten ist. Üblicherweise
variiert die in jeder Einzeldosis abgegebene Flüssigkeitsmenge zwischen 0,1 ml und
1 ml, so daß dementsprechend in der Glascarpule zwischen 1 ml und 10 ml des flüssigen
pharmazeutischen Produktes enthalten ist. Um zu vermeiden, daß das Desinfektionsmittel
der Tupfer 5 verdampft, ist jeder Tupfer 5 separat und fluiddicht in einer entsprechenden
Kunststoffolie verpackt. Die Nachfülleinheit 100 ist insgesamt mit einem Deckel (nicht
gezeigt) verschlossen oder ist unter Aufnahme der zuvor beschriebenen Teile in der
üblichen Kunststoffverpackung, ggf. sogar steril, angeordnet. Ferner ist in der Nachfülleinheit
100 das zuvor beschriebene Demontageelement 101 vorgesehen.
[0088] Wiederholt wurde vorstehend der Begriff Durchstechmembrane verwendet, wobei hierunter
insbesondere eine Dichtungsscheibe aus einem gummielastischem Material verstanden
wird, die über eine Bördelkappe, vorzugsweise eine metallische Bördelkappe, an der
Carpule arretierbar ist, wie dies in der Zeichnung deutlich erkennbar ist.
1. Verkaufseinheit für die parenterale Applikation von flüssigen pharmazeutischen Produkten
durch den Benutzer, dadurch gekennzeichnet, daß in der Einheit (1) mindestens eine
Kanüle (2), eine Vorrichtung (3) zum Ausgeben einer vorgegebenen Flüssigkeitsmenge
des pharmazeutischen Produktes in Einzeldosen sowie mindestens ein mit dem flüssigen
pharmazeutischen Produkt gefülltes Gefäß (8), das in die Vorrichtung (3) einsetzbar
und mittels der Vorrichtung (3) in Einzeldosen entleerbar ist, enthalten ist, wobei
jede Einzeldosis der vorgegebenen Flüssigkeitsmenge des pharmazeutischen Produktes
entspricht.
2. Verkaufseinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einheit (1) eine
der Zahl der Einzeldosen entsprechende Anzahl von Kanülen (2) aufweist.
3. Verkaufseinheit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einheit (1)
eine der Anzahl der Kanülen (2) entsprechende Anzahl von mit einem Desinfektionsmittel
genetzten Tupfer (5) enthält.
4. Verkaufseinheit nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Einheit (1) einen Bereich (6) zur Aufnahme von benutzten Kanülen (2) aufweist.
5. Verkaufseinheit nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das mit dem flüssigen pharmazeutischen Produkt gefüllte Gefäß (8) eine zylindrische
oder zylinderartige Glascarpule (8) ist.
6. Verkaufseinheit nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Glascarpule (8) fußseitig
mit einer Durchstechmembrane (9) und kopfseitig mit einem Stopfen (10) verschlossen
ist, wobei der Stopfen (10) derart ausgebildet ist, daß er axial innerhalb der Glascarpule
(8) mit abnehmendem Flüssigkeitsniveau in Richtung auf die Durchstechmembrane (9)
verschiebbar ist.
7. Verkaufseinheit nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Stopfen (10)
auf seiner Mantelfläche mindestens eine, vorzugsweise zwei bis fünf, radial nach außen
weisende scheibenförmige Abschnitte aufweist, die beim Einsetzen des Stopfens (10)
in die Glascarpule (8) unter Ausbildung einer an der Mantelinnenfläche der Carpule
(8) flüssigkeitsdicht und luftdicht anliegenden Dichtfläche verformbar sind.
8. Verkaufseinheit nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
Stopfen (10) innerhalb der Glascarpule (8) mit einer Kraft kleiner als 10 N, vorzugsweise
mit einer Kraft zwischen 4 N und 8 N, axial verschiebbar ist.
9. Verkaufseinheit nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das Gefäß (8) mit einer wäßrigen Lösung eines Heparins, vorzugsweise mit einer wäßrigen
Lösung eines niedermolekularen Heparins und insbesondere mit einer wäßrigen Lösung
eines Enoxaparin-Natriums, gefüllt ist.
10. Verkaufseinheit nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das Gefäß (8) mit einer Lösung eines Wachstumshormones, vorzugsweise mit einer wäßrigen
Lösung des Wachstumshormones, gefüllt ist.
11. Vorrichtung zum Ausgeben einer vorgegebenen Flüssigkeitsmenge eines pharmazeutischen
Produktes, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (3) zum Ausgeben einer vorgegebenen
Flüssigkeitsmenge in Einzeldosen einen innerhalb eines Gehäuses (4) angeordneten Bereich
(41) zur Aufnahme des mit dem flüssigen pharmazeutischen Produkt gefüllten Gefässes
(8) sowie einen Abgabebereich für die Einzeldosis des pharmazeutischen Produktes aufweist
und daß das Gefäß (8) mit dem Abgabebereich über einen Zwischenspeicher (13) verbindbar
ist, derart, daß im eingesetzten Zustand des Gefässes (8) die vorgegebene Flüssigkeitsmenge
einer jeden Einzeldosis zunächst aus dem Gefäß (8) in den Zwischenspeicher (13) und
dann aus dem Zwischenspeicher (13) in den Abgabebereich überführbar ist, wobei über
das Volumen des Zwischenspeichers (13) die Menge der abgegebenen Flüssigkeit für jede
Einzeldosis bestimmbar ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem eingesetzten
Gefäß (8) und dem Zwischenspeicher (13) ein Verbindungskanal (14) vorgesehen ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß dem Verbindungskanal (14)
ein Ventil (15) zugeordnet ist, das einen Flüssigkeitsstrom vom Zwischenspeicher (13)
zurück zum Gefäß (8) verhindert.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß dem Zwischenspeicher
(13) ein innerhalb des Zwischenspeichers vorgesehener und axial in Richtung auf den
Abgabebereich verschiebbarer Kolben (16) zur Förderung einer jeden Einzeldosis des
flüssigen pharmazeutischen Produktes zum Abgabebereich hin zugeordnet ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Zwischenspeicher
(13) durch eine axiale Verschiebung des Kolbens (16) in Richtung auf das Gefäß (8)
mit einer Einzeldosis des pharmazeutischen Produktes füllbar ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß durch die axiale Verschiebung
des Kolbens (16) in dem Zwischenspeicher (13) ein Vakuum in dem Zwischenspeicher (13)
zur Überführung einer Einzeldosis des flüssigen pharmazeutischen Produktes aus dem
Gefäß (8) in den Zwischenspeicher (13) einstellbar ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Zwischenspeicher (13)
mit dem Abgabebereich über einen Kanal (19) verbunden ist und daß der Kanal (19) durch
ein Verschlußelement (18) luftdicht verschließbar ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschlußelement
(18) als ein dem Kanal (19) zugeordnetes lösbares Verschlußelement (18) ausgebildet
ist, derart, daß ein Dichtungsbereich (18 a) des Verschlußelementes (18) die Kanalmündung
(19 a) luftdicht abdeckt.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß durch
eine axiale Verschiebung des Kolbens (16) innerhalb des Zwischenspeichers (13) in
Richtung auf den Abgabebereich der Zwischenspeicher (13) vollständig entleerbar ist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß der Zwischenspeicher
(13) zylindrisch ausgebildet ist und einen sich hieran anschließenden und zum Abgabebereich
weisenden konisch ausgestalteten Endbereich (13 a) aufweist, wobei der Endbereich
(13 a) mit dem Abgabebereich über den Kanal (19) verbunden ist, und daß der Kolben
(16) eine hieran angepaßte Form aufweist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß der Abgabebereich
einen Anbringungsabschnitt (21) zur lösbaren Befestigung einer Kanüle (2) aufweist,
derart, daß der Kanal (19) mit der Kanüle (2) fluiddicht verbindbar ist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 17, 18 oder 21, dadurch gekennzeichnet, daß am Anbringungsabschnitt
(21) das Verschlußelement (18) befestigbar ist, derart, daß durch das Verschlußelement
(18) der nach außen weisende Kanalabschnitt (19 a) fluiddicht verschließbar ist.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß dem Anbringungsabschnitt
(21) ein Schutzelement (22) zugeordnet ist, daß zumindestens teilweise eine an dem
Anbringungsabschnitt (21) arretierbare Kanüle (2) abdeckt.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb
des Gehäuses (4) ein erster Zylinder (23) und ein den ersten Zylinder (23) umschließender
zweiter Zylinder (24) vorgesehen ist, daß der erste und der zweite Zylinder (23; 24)
axial relativ zum Gehäuse (4) verschiebbar sind, daß innerhalb des ersten Zylinders
(23) der Bereich (41) zur Aufnahme des Gefässes ausgebildet ist und innerhalb des
zweiten Zylinders (24) der mit dem Gefäß (8) verbundene Zwischenspeicher (13) vorgesehen
ist, derart, daß der erste und der zweite Zylinder (23; 24) zwischen einer ersten
Stellung, in der die am Anbringungsabschnitt (21) arretierbare Kanüle (2) über das
Schutzelement (22) hinaus vorsteht und in der der Zwischenspeicher (13) über den Kanal
(19) und die hieran angeschlossene Kanüle (2) entleert ist, und einer zweiten Stellung,
in der eine am Anbringungsabschnitt (21) arretierbare Kanüle (2) vom Schutzelement
(22) abgedeckt ist und in der der Zwischenspeicher (13) mit der Einzeldosis gefüllt
ist, und umgekehrt hierzu axial verschiebbar ist sind.
25. Vorrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß durch eine axiale Bewegung
des ersten und des zweiten Zylinders (23; 24) relativ zum Gehäuse (4) aus der ersten
Stellung in die zweite Stellung der Zwischenspeicher (13) mit einer Einzeldosis des
flüssigen pharmazeutischen Produktes füllbar ist.
26. Vorrichtung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß dem ersten und dem zweiten
Zylinder (23; 24) jeweils eine Feder (25; 26) zugeordnet ist, derart, daß in der zweiten
Stellung der Zylinder (23; 24) die Federn (25; 26) gespannt und in der ersten Stellung
der Zylinder (23; 24) die Federn (25; 26) entspannt sind.
27. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 24 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß beide
Zylinder (23; 24) über ein einziges Rastelement (29) in der zweiten Stellung arretierbar
sind.
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 26 oder 27, dadurch gekennzeichnet, daß die dem
zweiten Zylinder (24) zugeordnete Feder (26) eine steilere Federkennlinie aufweist
als die Feder (25), die dem ersten Zylinder (23) zugeordnet ist.
29. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb
des Gehäuses (4) ein erster Zylinder (23) und ein den ersten Zylinder (23) umschließender
zweiter Zylinder (24) vorgesehen ist, daß der erste und der zweite Zylinder (23; 24)
axial relativ zum Gehäuse (4) verschiebbar sind, daß innerhalb des ersten Zylinders
(23) der Bereich (41) zur Aufnahme des Gefässes (8) ausgebildet ist und innerhalb
des zweiten Zylinders (24) der mit dem Gefäß (8) verbundene Zwischenspeicher (13)
vorgesehen ist, derart, daß der erste und zweite Zylinder (23; 24) gemeinsam aus einer
ersten Stellung, in der die an dem Anbringungsabschnitt (21) arretierbare Kanüle (2)
über das Schutzelement (22) vorsteht und in der der Zwischenspeicher (13) leer ist
in eine zweite Stellung, in der die an dem Anbringungsabschnitt (21) arretierbare
Kanüle (8) von dem Schutzelement (22) abgedeckt ist, und umgekehrt hierzu axial relativ
zum Gehäuse (4) verschiebbar ist, daß zum Füllen des Zwischenspeichers (13) der erste
Zylinder (23) relativ zur zweiten Stellung des zweiten Zylinders (24) in eine dritte
Stellung axial weiter in Richtung auf das Gefäß (8) verschiebbar ist.
30. Vorrichtung nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, daß jedem Zylinder (23; 24)
eine Feder (25; 26) zugeordnet ist, wobei eine erste Feder (25) die Lage des ersten
Zylinders (23) in der dritten Stellung und eine zweite Feder (26) die Lage des zweiten
Zylinders (24) in der zweiten Stellung vorspannt, und daß der erste Zylinder (23)
in der dritten Stellung durch eine erste Raste (28) und der zweite Zylinder (24) in
der zweiten Stellung durch eine zweite Raste (27) fixierbar ist.
31. Vorrichtung nach Anspruch 29 oder 30, dadurch gekennzeichnet, daß durch Betätigung
einer gemeinsamen Auslösetaste (37) zunächst die zweite Raste (27) und hierzu zeitversetzt
die erste Raste (28) lösbar ist.
32. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 31 zur Verwendung in einer Verkaufseinheit
(1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10.
33. Nachfülleinheit zur Verwendung bei der Verkaufseinheit oder der Vorrichtung nach einem
der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Nachfülleinheit (100)
mindestens eine Kanüle (2) sowie mindestens ein mit dem flüssigen pharmazeutischen
Produkt gefülltes Gefäß (8), das in die Vorrichtung (3) einsetzbar und mittels der
Vorrichtung (3) in Einzeldosen entleerbar ist, umfaßt.
34. Nachfülleinheit nach Anspruch 33, dadurch gekennzeichnet, daß in der Nachfülleinheit
(100) ein Demontageelement (101) zur Entfernung eines entleerten Gefässes (8) aus
der Vorrichtung (3) zum Ausgeben einer vorgegebenen Flüssigkeitsmenge in Einzeldosen
vorgesehen ist.
35. Nachfülleinheit nach Anspruch 33 oder 34, dadurch gekennzeichnet, daß die Nachfülleinheit
(100) eine der Zahl der Einzeldosen entsprechende Anzahl von Kanülen (2) und/oder
mit Desinfektionsmittel genetzten Tupfer (5) enthält.
36. Nachfülleinheit nach einem der Ansprüche 33 bis 35, dadurch gekennzeichnet, daß die
Nachfülleinheit (100) einen Bereich (6) zur Aufnahme von benutzten Kanülen (2) aufweist.
37. Nachfülleinheit nach einem der Ansprüche 33 bis 36, dadurch gekennzeichnet, daß das
mit dem flüssigen pharmazeutischen Produkt gefüllte Gefäß (8) eine zylindrische oder
zylinderartige Glascarpule (8) ist.
38. Nachfülleinheit nach Anspruch 37, dadurch gekennzeichnet, daß die Glascarpule (8)
fußseitig mit einer Durchstechmembrane (9) und kopfseitig mit einem Stopfen (10) verschlossen
ist, wobei der Stopfen (10) derart ausgebildet ist, daß er axial in der Glascarpule
(8) mit abnehmendem Flüssigkeitsniveau in Richtung auf die Durchstechmembrane (9)
verschiebbar ist.
39. Nachfülleinheit nach Anspruch 37 oder 38, dadurch gekennzeichnet, daß der Stopfen
(10) auf seiner Mantelfläche mindestens eine, vorzugsweise zwei bis fünf, radial nach
außen weisende scheibenförmige Lippendichtabschnitte aufweist, die beim Einsetzen
des Stopfens (10) in die Glascarpule (8) unter Ausbildung einer an der Mantelinnenfläche
der Carpule flüssigkeitsdicht anliegenden Dichtfläche verformbar sind.
40. Nachfülleinheit nach einem der Ansprüche 37 bis 39, dadurch gekennzeichnet, daß der
Stopfen (10) innerhalb der Glascarpule (8) mit einer Kraft kleiner als 10 N, vorzugsweise
mit einer Kraft zwischen 4 N und 8, axial verschiebbar ist.
41. Nachfülleinheit nach einem der Ansprüche 33 bis 40, dadurch gekennzeichnet, daß das
Gefäß (8) mit einer wäßrigen Lösung eines Heparins, vorzugsweise mit einer wäßrigen
Lösung eines niedermolekularen Heparins und insbesondere mit einer wäßrigen Lösung
eines Enoxaparin-Natriums, gefüllt ist.
42. Nachfülleinheit nach einem der Ansprüche 33 bis 40, dadurch gekennzeichnet, daß das
Gefäß (8) mit einer Lösung eines Wachstumshormones, vorzugsweise mit einer wäßrigen
Lösung des Wachstumshormones, gefüllt ist.