[0001] Die Erfindung betrifft eine Walzstraße, insbesondere Tandemgerüstgruppe, bestehend
aus drei Walzgerüsten, insbesondere zwei Universalgerüsten und einem Stauchgerüst,
von denen das mittlere Gerüst bzw. Stauchgerüst zum Wechsel des Walzensatzes und der
Führungsarmaturen quer zur Walzlinie aus der Gerüstgruppe herausfahrbar ist, und der
mindestens eine Verschiebebühne mit darauf auf Verfahrwagen abgestellten Walzenwechselsätzen
und/oder Wechselarmaturen zugeordnet ist.
[0002] Bei einer durch die EP 0 329 998 B1 bekanntgewordenen Walzstraße dieser Art, die
zwei stationäre Universalwalzgerüste und ein zwischen diesen angeordnetes Stauchgerüst
aufweist, wird zur Mechanisierung des Walzen- und Armaturenwechsels das mittlere Gerüst,
d.h. das Stauchgerüst und damit kleinste Gerüst der Walzstraße zur Bedienungsseite
hin aus der Walzlinie heraus verschoben. Sobald das Stauchgerüst eine Position außerhalb
der beengten Platzverhältnise zwischen den zwei schweren Universalgerüsten einnimmt,
ist es von allen Seiten gut zugänglich, so daß sich die Führungsarmaturen ungehindert
wechseln lassen. Gleichzeitig ergibt sich durch das Verschieben des Stauchgerüstes
ein zwischen den Universalgerüsten ausreichend großer Freiraum, in welchem sich Montage-
bzw. Demontageeinrichtungen einsetzen lassen, so daß auch die Führungsarmaturen der
Universalgerüste ausgewechselt werden können. Allerdings werden bei dieser bekannten
Walzstraße sowohl für die Walzensätze als auch für die zu wechselnden Führungsarmaturen
separate Verschiebebühnen bzw. -plattformen und Arbeitsbühnen benötigt, so daß sich
kreuzende Bahnen ergeben. Außerdem ist zum Wechseln der Walzensätze ein Hallen- oder
Hilfskran erforderlich, dessen Nutzung bzw. Einsatz eine Gefährdung des Personals
darstellen kann.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Wechselarbeiten an einer gattungsgemäßen
Walzstraße, z.B. Kontistraße oder Tandemgerüstgruppe, zu vereinfachen, ohne daß ein
Kran eingesetzt werden muß, sowie die Wechselzeiten zu verringern.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der an der Bedienungsseite
in Walzrichtung beweglichen Verschiebebühne in der Wechselposition einerseits an den
außenliegenden Ständerseiten der äußeren Gerüste sich zur Antriebsseite hin erstreckende
Außenschienen und andererseits in Flucht mit dem mittleren Gerüst quer zur Verschiebebühne
in Richtung der Bedienungsseite verlaufende Zentralschienen zugeordnet sind, von denen
die Zentralschienen über die Verschiebebühne hinaus enden, sowie jedem äußeren Gerüst
zur Bedienseite hin verlaufende Gerüstmittenschienen zugeordnet sind. Es läßt sich
damit erfindungsgemäß ein solches Wechselprinzip bzw. eine solche Montage und Demontage
erreichen, ohne separate Verschiebebühnen bzw. -plattformen für zum einen die Walzensätze
und zum anderen die Führungsarmaturen erforderlich zu machen, denn alle Wechseleinheiten
der äußeren Gerüste lassen sich auf einer gemeinsamen Verschiebebühne unterbringen.
[0005] Nachdem das Stauchgerüst bekanntermaßen aus der Walzlinie herausgefahren worden ist,
können auf den dem Stauchgerüst zugeordneten Zentralschienen - bei zuvor in Position
gebrachter Verschiebebühne - die für die innenliegenden, einander gegenüberliegenden
Seiten der Universalgerüste benötigten Führungsarmaturen eingefahren und montiert
werden. Gleichzeitig lassen sich die für die Außenseite der äußeren Gerüste benötigten
Führungsarmaturen auf den Außenschienen in ihre Einbauposition verfahren und montieren.
Um den einlaufseitig des vorderen äußeren Gerüstes und auslaufseitig des hinteren
äußeren Gerüsts benötigten Freiraum zu schaffen, lassen sich nach einem Vorschlag
der Erfindung die den äußeren Gerüsten in Walzrichtung vor- bzw. nachgeschalteten
Zentrierlineale zusammen mit den gerüstnahen Rollgangsrollen auf den Außenschienen
zur Antriebsseite hin verfahren.
[0006] Weiterhin lassen sich nach dem Ausbau der alten Walzensätze von der in Bereitstellung
verfahrenen Verschiebebühne zugleich auch die neuen Walzensätze auf den Gerüstmittenschienen
in jedes der äußeren Gerüste einfahren. Die notwendigen Montagearbeiten an dem aus
der Walzlinie herausgefahrenen mittleren Gerüst können ebenfalls ungehindert durchgeführt
werden, da sich dieses Gerüst entfernt von der Verschiebebühne befindet.
[0007] Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß den Zentralschienen in deren neben
der Verschiebebühne liegenden Endbereich Wechselplattformen für Armaturen und Walzensätze
des mittleren Gerüstes zugeordnet sind. Somit ist auch an diesem Gerüst ein einfacher
Wechsel bzw. Austausch der Walzensätze und Armaturen möglich, indem sich nach dem
Herausfahren der alten Einheiten und dem Positionieren der Verschiebebühnen bzw. -plattformen
dann die neuen Einheiten in Einbauflucht befinden und durch einfaches Verfahren in
ihre Einbaulage gelangen.
[0008] Gemäß einer anderen Ausführung wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß den Zentralschienen
in deren neben der Verschiebebühne liegenden Endbereich eine Verschiebeplattform bzw.
-bühne für ein Wechselgerüst oder ein Ständerteil zugeordnet ist. In diesem Fall wird
ein zuvor an anderer Stelle fertigmontiertes, d.h. mit allen Funktionseinheiten versehenes
Gerüst bzw. Ständerteil komplett in die Walzlinie eingeschoben und braucht dort lediglich
noch an die Versorgungsleitungen angeschlossen bzw. -gekuppelt zu werden.
[0009] Eine andere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß auf den Außenschienen Doppelwagen
zur Aufnahme von zwei Armatureneinheiten angeordnet sind. Falls das durch die örtlichen
Gegebenheiten so vorgegeben sein sollte, läßt sich auf diese Weise die Veschiebebühne
entscheidend verkürzen; allerdings müssen dann die Zentrierlineale mit den gerüstnahen
Rollgangsrollen weiter aus der Walzlinie herausgefahren werden.
[0010] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung, in der in den Zeichnungen schematisch dargestellte
Ausführungsbeispiele des Gegenstandes der Erfindung näher erläutert sind. Es zeigen:
- Fig. 1
- in der Draufsicht die Gesamtansicht einer aus drei Gerüsten bestehenden Walzstraße
mit Wechseleinrichtungen für die Walzensätze und die Führungsarmaturen bzw. Stegführungender
Gerüste;
- Fig. 2
- in der Draufsicht die Gesamtansicht einer Walzstraße gemäß Fig. 1 mit demgegenüber
allerdings kompletten Wechsel des mittleren, als Stauchgerüst ausgeführten Gerüstes;
und
- Fig. 3
- in der Draufsicht die Gesamtansicht einer Walzstraße gemäß Fig 2 mit demgegenüber
an den Außenseiten der jeweils äußeren Gerüste zugeordneten Doppelwagen für jeweils
zwei Führungsarmaturen.
[0011] Die in den Figuren 1 bis 3 gezeigte Walzstraße 1 umfaßt jeweils drei Gerüste, nämlich
die äußeren, in den Figuren schematisch im Halbschnitt dargestellten Universalgerüste
2 bzw. 3 und ein zwischen diesen angeordnetes Stauchgerüst 4. An der Antriebsseite
5 sind die Gerüste 2, 3 und 4 an nicht näher gezeigte, als solche aber hinlänglich
bekannte Antriebe angeschlossen.
[0012] Auf der Bedienungsseite 6 ist eine gemäß Doppelpfeil 7 in und entgegen der Walzrichtung
bewegliche Veschiebebühne 8 angeordnet. Diese besteht aus den Bühnenabschnitten 8a
und 8b und nimmt Wechselwagen 10 für die Führungsarmaturen 11 sowie bereitstehende
Walzenwechselsätze 12 auf.
[0013] Der Verschiebebühne 8 bzw. 8a, 8b sind Schienen für Walzensatzwagen 10 bzw. für die
Führungsarmaturen-Wechselwagen 9 zugeordnet, und zwar erstrecken sich entlang der
außenliegenden Ständerseiten der äußeren Gerüste 2 bzw. 3 zur Antriebsseite 5 hin
Außenschienen 13 bzw. 14 sowie von jedem äußeren Gerüst 2, 3 zur Bedienseite 6 hin
verlaufende Gerüstmittenschienen 15, auf denen sich die Walzensatzwagen 10 ein- und
ausfahren lassen. Schließlich sind dem Stauchgerüst 4 Zentralschienen 16 zugeordnet,
deren Endbereich sich auf der Bedienungsseite 6 der Walzstraße 1 neben der Verschiebebühne
8 bzw. 8a, 8b befindet. In diesem Endbereich sind einander gegenüberliegend einmal
Wechselplattformen 17 für Armaturen 18 des Stauchgerüstes 4 und eine Wechselplattform
bzw. Verschiebebühne 19 für Wechselwagen 10 der Walzensätze 12 angeordnet. Zum Freimachen
des Weges für das Verfahren der Führungsarmaturen-Wechselwagen 9 in die jeweilige
Montageposition, werden die gerüstnahen, ersten drei Rollen 19 des Rollgangs 20 zusammen
mit den Führungslinealen 21 ebenfalls auf den Außenschienen 13 verfahrbar angeordnet.
[0014] Der Wechsel, d.h. Austausch der Führungsarmaturen bzw. Stegführungen 11 der Universalgerüste
2, 3 bzw. der Armaturen 18 des Stauchgerüstes 4 und der Wechsel der Walzensätze 12
geschieht in der Weise, daß die Rollgangsrollen 19 mit den Führungslinealen 21 aus
ihrer in Fig. 1 gezeigten Position zur Antriebsseite 5 hin nach außen verfahren werden.
Sobald das Stauchgerüst 4 in seine in Fig. 1 auf der Bedienungsseite dargestellte
Position verfahren worden ist, liegen die Führungsarmaturen der Universalgerüste 2,
3 zum Ausbau völlig frei. Sie lassen sich, wie in der Ausbausituation gemäß Fig. 1
dargestellt, daraufhin ebenso auf den Bühnenabschnitt 8b der Verschiebebühne 8 verfahren
wie die Wagen 10 der Universalgerüste 2, 3 mit den Walzensätzen 12. Es braucht danach
lediglich die Verschiebebühne 8 in die in Walzrichtung, d.h. nach links weisende Spitze
des Doppelpfeiles 7 verfahren zu werden, bis der mit neuen Führungsarmaturen 11 und
Walzensätzen 12 bestückte Bühnenabschnitt 8a in die zuvor von dem Bühnenabschnitt
8b eingenommene Position gelangt ist, in der alle Wechselwagen 9 bzw. Walzensätze
12 des Bühnenabschnitts 8a in eine - bezogen auf die Universalgerüste 2, 3 - Mittelposition
gelangen, in der gleichzeitig die Außenschienen 13 für die Führungsarmaturen-Wechselwagen
9 in einer Flucht mit diesen liegen. Es lassen sich danach durch Verfahren der Wechselwagen
9 die Führungsarmaturen 11 in ihre Einbaulage zur Antriebsseite 5 hin verfahren bzw.
die Walzensätze 12 in die Gerüste 2, 3 einfahren. Sobald der Einbau bzw. die Montage
beendet ist, wird das außerhalb der Verschiebebühne 8 mit Führungsarmaturen 18 bzw.
einem neuen Walzensatz 12 bestückte Stauchgerüst 4 wieder in die Walzlinie gefahren,
so daß der Betrieb dann wieder aufgenommen werden kann. Bei der Neubestückung des
Stauchgerüstes 4 sind die Wechselplattformen 17 bzw. die Veschiebebühnen 19 ebenso
positioniert worden, d.h. nach der Demontage der alten Führungsarmaturen 18 bzw. dem
Ausbau des alten Walzensatzes 12 werden durch Verschieben die neuen Einrichtungen
positioniert und an- bzw. eingebaut.
[0015] Die Bauweise der Walzstraße 1 nach Fig. 2 entspricht der zuvor beschriebenen Ausführung,
so daß gleiche Bauteile mit denselben Bezugsziffern versehen sind, und auch hinsichtlich
des Wechsels der Führungsarmaturen 11 und Walzensätze 12 der Universalgerüste 2, 3
gilt das zuvor Gesagte. Ein Unterschied besteht aber darin, daß hier abweichend das
Stauchgerüst 4 komplett gewechselt wird. Zu diesem Zweck besitzt eine parallel zu
der Verschiebebühne 8 verlaufende Verschiebebühne 119 zwei Plätze, nämlich einen Leerplatz
22 - der in Fig. 2 allerdings bereits mit dem zu wechselnden Stauchgerüst 4 belegt
ist und einen Stellplatz 23 für ein zuvor bereits komplett ausgerüstetes, neues Stauchgerüst
4. Durch Verfahren der Verschiebebühne 119 in Pfeilrichtung 23 gelangt das komplett
neu bestückte Stauchgerüst 4 in eine zu den Zentralschienen 16 fluchtende Lage und
kann danach folglich auf diesen zwischen die Universalgerüste 2, 3 eingefahren werden.
Statt eines gesamten Wechselgerüstes könnte alternativ auch nur ein Ständerteil mit
den Walzen ein- und ausgefahren werden.
[0016] Im Unterschied zur Ausführung nach Fig. 3 läßt sich die Verschiebebühne 108; 108a,
108b der in Fig. 3 - auch hier sind zuvor bereits erläuterte Bauteile mit denselben
Bezugsziffern eingetragen - gezeigten Walzstraße 1 in ihrer Länge sehr viel kürzer
auslegen. Dies deshalb, weil auf den den Universalgerüsten 2, 3 zugeordneten Außenschienen
13, 14 Doppelwagen 24 angeordnet sind, die somit in der Lage sind, nach der Aufnahme
der ausgebauten alten Führungsarmaturen 11 die vorbereiteten neuen Führungsarmaturen
zur Montage zu positionieren. Das Verfahren der Doppelwagen 24 ist somit losgelöst
von den Verschiebebewegungen der Bühne 108; 108a, 108b, die vielmehr lediglich noch
die Walzensätze 12 und die Wechselwagen 9 mit den innenliegenden Führungsarmaturen
der Univesalgerüste 2, 3 aufnimmt.
1. Walzstraße, insbesondere Tandemgerüstgruppe, bestehend aus drei Walzgerüsten, insbesondere
zwei Universalgerüsten und einem Stauchgerüst, von denen das mittlere Gerüst bzw.
Stauchgerüst zum Wechsel des Walzensatzes und der Führungsarmaturen quer zur Walzlinie
aus der Gerüstgruppe herausfahrbar ist, und der mindestens eine Verschiebebühne mit
darauf auf Verfahrwagen abgestellten Wechselarmaturen zugeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der an der Bedienungsseite in Walzrichtung beweglichen Verschiebebühne (8 bzw.
8a, 8b; 108 bzw. 108a, 108b) in der Wechselposition einerseits an den außenliegenden
Ständerseiten der äußeren Gerüste (2, 3) sich zur Antriebsseite (5) erstreckende Außenschienen
(13, 14) und andererseits in Flucht mit dem mittleren Gerüst (4) quer zur Verschiebebühne
(8 bzw. 8a, 8b; 108 bzw. 108a, 108b) in Richtung der Bedienungsseite (6) verlaufende
Zentralschienen (16) zugeordnet sind, von denen die Zentralschienen (16) über die
Verschiebebühne hinaus enden, sowie jedem äußeren Gerüst (2, 3) zur Bedienungsseite
(6) hin verlaufende Gerüstmittenschienen (15) zugeordnet sind.
2. Tandemgerüstgruppe nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet
daß den Zentralschienen (16) in deren neben der Verschiebebühne (8 bzw. 8a, 8b; 108
bzw. 108a, 108b) liegenden Endbereich Wechselplattformen (17) für Armaturen (18) und
Walzensätze (12) des mittleren Gerüstes (4) zugeordnet sind.
3. Tandemgerüstgruppe nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet
daß den äußeren Gerüsten (2, 3) in Walzrichtung vor- bzw. nachgeschaltete Zentrierlineale
(21) zusammen mit den gerüstnahen Rollgangsrollen (19) auf den Außenschienen (13,
14) zur Antriebsseite (5) hin verfahrbar sind.
4. Tandemgerüstgruppe nach Anspruch 1 und 3,
dadurch gekennzeichnet
daß den Zentralschienen (16) in deren neben der Verschiebebühne (8 bzw. 8a, 8b; 108
bzw. 108a, 108b) liegenden Endbereich eine Verschiebeplattform (119) für ein Wechselgerüst
(4) zugeordnet ist.
5. Tandemgerüstgruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet
daß auf den Außenschienen (13, 14) Doppelwagen (24) zur Aufnahme von zwei Armatureneinheiten
(11) angeordnet sind.