[0001] Die Erfindung betrifft eine Fahrtreppe gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Eine derartige Fahrtreppe ist einerseits seit langem bekannt und andererseits beispielsweise
in der EP-A1-0661 231 beschrieben. Entsprechend den seit längerem bestehenden Vorschriften
muß eine Fahrtreppe eine Betriebsbremse und zusätzlich eine Zusatzbremse aufweisen,
die in Funktion tritt, wenn entweder die Betriebsbremse versagt oder ein besonderer
Betriebszustand entsteht, der das Ansprechen der Zusatzbremse erfordert.
[0003] Während die Betriebsbremse für den Dauerbetrieb eingerichtet sein muß, also auch
für ein wiederholtes Abbremsen bei selbstanlaufenden Fahrtreppen ausgelegt sein muß,
dient die Zusatzbremse lediglich in Sonderfällen als Bremse für die Fahrtreppe, wobei
in diesen Fällen allerdings auch ein Abbremsen bei voll belasteter Fahrtreppe gewährleistet
sein muß.
[0004] Andererseits handelt es sich bei der Installation von Zusatzbremsen und der Bereitstellung
der entsprechenden Zusatzbremsfunktion um Investitionen, die im Hinblick auf das selten
geforderte Auslösen der Zusatzbremsfunktion im Rahmen gehalten werden sollen, allein
schon, um die gesamten Herstellkosten der Fahrtreppe wettbewerbsfähig zu halten bzw.
wettbewerbsfähiger zu machen.
[0005] Daher ist bereits vorgeschlagen worden, die Zusatzbremsfunktion über eine motornah
gebaute und von der Motorelektrik mitversorgte Motorstrom- oder Wirbelstrombremse
zu realisieren. Diese Realisierung begegnet jedoch Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit,
denn bei Ausfall der Motorelektrik ist die Realisierung einer derartigen Zusatzbremsfunktion
in Frage gestellt.
[0006] Daher wird regelmäßig eine mechanische Zusatzbremse installiert, die als Sonderkonstruktion
entsprechend aufwendig ist und vergleichsweise hohe Kosten bedingt.
[0007] Ein besonderes Problem besteht zudem bei Fahrtreppen mit vergleichsweise hohen Förderhöhen
von beispielsweise 10 Metern. Wenn bei einer derartigen Fahrtreppe die Zusatzbremse
ausfällt, stehen lediglich 50 Prozent des Bremsmomentes zur Verfügung. Je nach Belastung
reicht dieses Bremsmoment für ein Anhalten nicht mehr aus, so daß ein besonders bei
belasteter Fahrtreppe gefährlicher Betriebszustand entstehen kann und/oder nicht sicher
ausgeschlossen werden kann, daß die Fahrtreppe bereits aufgrund der Belastung durch
die Fahrgäste über die zulässige Geschwindigkeit hinausbeschleunigt und Verletzungen
der Fahrgäste hervorrufen kann.
[0008] Dieser Betriebszustand muß sicher ausgeschlossen werden.
[0009] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Fahrtreppe gemäß dem
Oberbegriff von Anspruch 1 zu schaffen, die trotz Sicherstellung der Zusatzbremsfunktion
auch in ungünstigen Betriebszuständen und bei hohen Förderhöhen wettbewerbsfähiger
ist.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen ergeben sich überraschende Vorteile gegenüber
den bislang vorgeschlagenen und bekannten Lösungen: Zum einen lassen sich die Kosten
für die Herstellung der nunmehr mit der Zusatzbremsfunktion übereinstimmenden Betriebsbremse
bereits durch die Reduktion des Material- und Montage-, aber auch des Wartungsaufwandes
deutlich reduzieren. Durch die Integration der Betriebsbremse mit der Zusatzbremse
ist die spezielle Herstellung von Betätigungselementen für die Zusatzbremse entbehrlich.
Dennoch ist die Sicherheit verbessert, denn es besteht eine Unabhängigkeit von der
Stromversorgung der Motorelektrik. Bevorzugt laßt sich die kombinierte Betriebs- und
Zusatzbremse auf der Motorwelle für die Stufen-Antriebskette realisieren, so daß die
maximale Sicherheitsfunktion gewährleistet ist.
[0012] Besonders günstig ist es, daß erfindungsgemäß die Reduktion der Bremskraft beim Ausfall
einer Bremsbacke lediglich ein Viertel des gesamten bereitgestellten Bremsmoments beträgt.
Demnach stehen auch beim Ausfall einer Bremsbacke immer noch 75 Prozent des Nenn-Bremsmomemts
zur Verfügung, was dazu führt, daß die Fahrtreppe auch bei einer Förderhöhe von z.B.
10 Metern einen Einzelantrieb erlaubt. Das ist wiederum erheblich günstiger als ein
Mehrfachantrieb, was zur wettbewerbsfähigen Fertigung der Fahrtreppe beiträgt.
[0013] Gemäß einer weiteren, besonders bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Fahrtreppe
ist der Bremsweg auch bei gemeinsamer Ansteuerung von Betriebs- und Zusatzbremsen
der Fahrtreppe für die vorgeschriebenen Bremswege ausgelegt. Diese Einstellung läßt
sich mit den erfindungsgemäß vorgesehenen vier Bremsbacken besonders genau dosieren,
so daß ein zu abruptes oder ein zu langsames Abbremsen des Fahrtreppe bei Auslösen
der Zusatzbremsfunktion sicher vermeidbar ist.
[0014] Während das Trägheitsmoment und die abzubremsende Masse bei vollständig belasteter
Fahrtreppe gegenüber der vollständig unbelasteten Fahrtreppe im wesentlichen doppelt
so groß sein kann, läßt sich erfindungsgemäß auch bei einer Förderhöhe von z.B. 10
Metern der Unterschied im Bremsweg zwischen der unbelasteten und der belasteten Fahrtreppe
zwischen 0,3 und etwa 1 Meter halten, so daß auch beim Ausfall einer Bremsbacke der
Bremsweg auch noch im Bereich von etwa 2 Metern verbleibt, also im wesentlichen eine
Bremsfunktion realisierbar ist, ohne daß die befürchtete Fahrtreppenbeschleunigung
auftreten könnte.
[0015] Gemäß einer weiteren, besonders bevorzugten Ausgestaltung ist es vorgesehen, daß
zwei einander gegenüberliegende Bremsbacken eine Bremsanordnung bilden, der ein gemeinsames
Spannelement zugeordnet ist. Hierdurch ist sichergestellt, daß eine für beide Bremsbacken
gleichförmige Bremskraft entsteht, was der gleichmäßigen Abnutzung der Bremsbeläge
zugute kommt, so daß nicht durch ein einseitiges Abnutzen die Wartungsintervalle verkürzt
werden müssen.
[0016] Gemäß einer weiteren, besonders bevorzugten Ausgestaltung sind diese Spannelemente
je einem Zweikreis-Bremssystem zugeordnet, so daß vier voneinander unabhängige Bremskreise
bestehen, deren Auslösung je rein mechanisch und damit mit erhöhter Sicherheit erfolgen
kann. Durch unabhängige Fühler kann sichergestellt werden, daß die Bremsen ausgelöst
werden, wenn die Geschwindigkeit einen Schwellenwert von beispielsweise dem 1,2-fachen
der Nenngeschwindigkeit übersteigt.
[0017] Ferner kann ein Auslösefühler vorgesehen sein, mit welcher die Bremsvorrichtung ausgelöst
wird, wenn die Fahrtreppenstufen, die Paletten oder die Antriebskette, die auch als
Gurt bezeichnet werden kann, die vorgegebene Fahrtrichtung ändert.
[0018] Besonders günstig ist es ferner, daß auch bei
Stromausfall, wenn also die Betriebsbremse anspricht, die Zusatzbremse nicht zur Unterschreitung
der aus Unfallverhütungsgründen mindestens erforderlichen Bremswege führt.
[0019] Die erfindungsgemäße Zweikreisbremse läßt sich dementsprechend sowohl als Betriebsbremse
als auch als Zusatzbremse in einer einheitlichen Bauart einsetzen, wobei es sich versteht,
daß auch eine mehrfache Ausgestaltung und ein mehrfacher Einsatz der erfindungsgemäßen
Bremsvorrichtung möglich ist.
[0020] Auch kann die erfingungsgemäß besonders preisgünstig herstellbare Bremsvorrichtung
bei Fahrtreppen und Fahrsteigen eingesetzt werden, die aufgrund der starken Belastung
durch Fußgänger als sogenannte Verkehrsfahrtreppen oder Verkehrsfahrsteige auch bei
geringeren Förderhöhen als 6 Meter die Verwendung von Zusatzbremsen angeraten erscheinen
lassen.
[0021] Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung; und
- Fig. 2
- den normierten Bremsweg, aufgetragen über dem normierten Stufengewicht für eine Fahrtreppe
mit einer Förderhöhe von 10 Metern und beim Einsatz der erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung.
[0022] Eine in Fig. 1 dargestellte Bremsvorrichtung 10 weist eine Doppelbackenbremse 12
auf und kann sowohl als Zusatzbremse als auch als Betriebsbremse eingesetzt werden.
Die Bremsvorrichtung 10 weist hierzu zwei Bremsanordnungen 14, 16 auf, die hintereinander
bzw. in der Zeichnung gemäß Fig. 1 übereinander angeordnet sind. Beide Doppelbackenbremsen
12 umschließen eine Bremsscheibe oder Bremstrommel, die in Fig. 1 nicht dargestellt
ist und fest mit dem Abtriebszahnrad des Fahrtreppenantriebs verbunden ist. In an
sich bekannter Weise erstrecken sich die Bremsanordnungen 14 bis 16 symmetrisch zu
einer Achse 18 des Abtriebszahnrads der Fahrtreppe.
[0023] Insgesamt sind vier Bremsbacken 20, 22, 24 und 26 damit symmetrisch zueinander angeordnet,
wobei je zwei Bremsbacken 22 und 26 bzw. 20 und 24 einander gegenüberliegen und zwei
Bremsbacken 20 und 22 bzw. 24 und 26 hintereinander liegend angeordnet sind.
[0024] Die Bremsbacken 20 und 22 sind auf einer gemeinsamen Schwenkachse 28 gelagert, die
fest mit dem Rahmen der Fahrtreppe verbunden ist. Ferner sind die Bremsbacken 24 und
26 auf einer Schwenkachse 30 gelagert, die ebenfalls fest mit dem Rahmen der Fahrtreppe
verbunden ist. Die beiden Bremsbacken 22 und 26 sind über ein gemeinsames Spannelement
32 betätigbar, während die Bremsbacken 20 und 24 über ein gemeinsames Spannelement
34 betätigbar sind. Beide Spannelemente 32 und 34 sind dementsprechend hintereinander
angeordnet und wirken in an sich bekannter Weise über Zuganker 36 auf Betätigungshebel,
von denen in Fig. 1 zwei Betätigungshebel 38, 40 dargestellt sind.
[0025] Die in Fig. 1 dargestellte Bremsvorrichtung bildet eine Außenbackenbremse, so daß
durch Betätigung der Zuganker 36 die Bremsbacken 26 aufeinander zubewegt werden und
ein Bremsmoment in den Antriebsstrang der Fahrtreppe einleiten.
[0026] Durch die insofern symmetrische Anordnung entsteht eine gleichmäßige Bremswirkung
sowohl bei Aufwärts- als auch bei Abwärtsbewegung der Fahrtreppe, so daß eine gleichmäßige
Abnutzung der Bremsbeläge, die innen auf den Bremsbacken 20 bis 26 vorgesehen sind,
zu erwarten ist.
[0027] Obwohl die erfindungsgemäße Bremsvorrichtung im vorliegenden Zusammenhang unter Bezugnahme
auf Fahrtreppen beschrieben ist, versteht es sich, daß sie gleichermaßen bei Fahrsteigen
einsetzbar ist. Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, ist der Abstand der Schwenkachsen
28 und 30 etwas geringer als der Abstand des Zugankers 36 der Bremsbacke 22 von dem
Zuganker der Bremsbacke 26, der in Fig. 1 nicht dargestellt ist. Durch diese Maßnahme
wird in an sich bekannter Weise ebenfalls eine symetrische Bewegung um die Schwenkachsen
28 und 30 sichergestellt.
[0028] Jede Bremsbacke 20, 22, 24 und 26 weist eine Vorspannfederanordnung 42 und 44 auf,
die auf Einstellvorrichtungen 46 und 48 gefuhrt sind. Die Einstellvorrichtung 46 und
48 ist je endseitig gekontert. Über die Vorspannfedern 42, 44 läßt sich die Vorspannung
der Bremsbacken 20, 22, 24 und 26 einstellen, wobei die Vorspannfedern 42, 44 verhindern,
daß sich die Betätigungshebel 38 und 40 so weit von den Spannelementen 32 und 34 entfernen,
daß die dort vorgesehenen Elektromagnete die Zuganker 36 nicht mehr erfassen können.
[0029] Es versteht sich, daß anstelle der hier dargestellten elektromagnetischen Betätigung
der Spannelemente 32 auch eine hydraulische Betätigung oder eine mechanische Betätigung
über einen entsprechenden Kraftverstärker möglich ist. In Fig. 1 sind ferner Entlüftungshebel
50, 52 dargestellt, die der Entlüftung der Spannelemente 32, 34 dienen.
[0030] Über die Einstellvorrichtungen 46, 48 läßt sich zugleich die Bremsvorrichtung 10
nachstellen, wenn der Bremsbelag der Bremsbacken 20 bis 26 etwas abgenutzt ist, um
über die gesamte Lebensdauer der Bremsbeläge ein gleichmäßig rasches und gutes Ansprechen
der erfindungsgemäßen Bremsvorrichtung zu gewährleisten.
[0031] Beide Spannelemente 34, 36 sind an separate Bremskreise angeschlossen, so daß ein
echtes Zweikreis-Bremssystem vorliegt.
[0032] Erfindungsgemäß ist es besonders günstig, daß bei der Funktion der erfindungsgemäßen
Bremsvorrichtung 10 als Zusatzbremse das Klemmen oder sonstige Ausfallen einer Bremsbacke
noch nicht zu einem Verlust an Bremsleistung von 50 Prozent führt. Vielmehr wird das
aufgebrachte Bremsmoment lediglich um 25 Prozent reduziert, so daß auch bei einer
Fahrtreppenhohe von 10 Metern eine den Erfordernissen entsprechende Bremsverzögerung
sichergestellt ist.
[0033] In Fig. 2 ist die Zunahme des Bremswegs in Abhängigkeit vom Stufengewicht sowie in
Abhängigkeit von dem aufgebrachten Bremsmoment als Parameter für eine Kurvenschar
grafisch dargestellt, wobei eine Fahrtreppe mit einer Förderhöhe von 10 Metern zugrunde
gelegt wird.
[0034] Hierbei wurden folgende Annahmen zugrunde gelegt:
| Maximales Bremsmoment gemäß konstruktiver Auslegung |
300 Nm |
| Rest-Bremsmoment nach Ausfall einer Bremsbacke |
225 Nm |
| Bremsscheibendurchmesser |
250 mm |
| Backenbreite |
40 mm |
| Bremsbelag |
40 x 230 mm2/Bremsbacke |
| Betriebs-Reibungszahl |
µ = 0,41 |
| Spezifischer Verschleiß |
v = 0,20 qcm/kWh |
| Bremsleistung |
4 x 60 Watt |
| Lagerbelastung |
symmetrisch |
| Stufenbreite |
1 m |
| Förderhöhe |
10,0 m |
| Fahrtreppenwinkel |
α = 30° |
| Nenngeschwindigkeit |
v = 0,50 m/s |
| Stufenanzahl |
121 Stück |
| Trägheitsmoment |
0,68 kg * m2 |
| Reibungsmoment der gesamten Fahrtreppe |
23,5 Nm |
| Stufengewicht (leer), einschließlich des relevanten Gewichts des Antriebsstrangs |
3061 kg |
| Maximale Last-Masse |
5926 kg |
| Nenndrehzahl |
1500 1/min |
| Maximaler Bremsweg |
1 m |
| Minimaler Bremsweg |
0,2 m |
[0035] Für diese Verhältnisse ist in Fig. 2 der jeweilige Bremsweg basierend auf unterschiedlichen
Bremsmomenten eingetragen. Bei Aufbringung eines Bremsmoments von 165 Nm ergibt sich
die Kurve 66, wobei auf der Abszisse das normierte Stufengewicht und auf der Ordinate
der normierte Bremsweg aufgetragen ist. Bezogen auf die vorstehend erläuterte Fahrtreppe
ergibt sich ein minimaler Bremsweg von 0,2 Metern, der auf 0,36 Meter bei voller Belastung
zunimmt.
[0036] Dieses Nenn-Bremsmoment von 165 Nm darf auch bei gleichzeitiger Betätigung von Zusatz-
und Betriebsbremse nicht überschritten werden, um den geforderten minimalen Bremsweg
von 0,2 Metern nicht zu unterschreiten. Dementsprechend kann das Nenn-Bremsmoment
einer Bremsvorrichtung als Zusatzbremse gemäß der Kurve 68 83 Nm betragen, wobei sich
bei unbelasteter Fahrtreppe ein Bremsweg von 0,3 Metern und bei der belasteten Fahrtreppe
ein Bremsweg von 1,0 Metern ergibt.
[0037] Selbst wenn zwei der vier Bremsbacken ausfallen und lediglich entweder die Zusatzbremse
oder die Betriebsbremse betätigt wird, ergibt sich noch die Kurve 70 gemäß Fig. 2,
vorausgesetzt, eine Fahrtreppe von einer Förderhöhe von 10,0 Metern wird verwendet.
Diese Bremssituation mit einem Bremsmoment von 62 Nm führt zu einer Verlängerung des
Bremswegs auf 0,36 Metern bei unbelasteter Fahrtreppe und 2,3 Metern bei belasteter
Fahrtreppe. Auch diese Bremsweg ist noch als ausreichend anzusehen, nachdem gefordert
wird, daß die Fahrtreppe merklich verzögernd zum Stillstand kommen muß.
[0038] Die Berechnung der maximalen Massenfüllung der Fahrtreppe erfolgt auf der Basis einer
Gewichtsbelastung von 120 kg pro Stufe.
1. Fahrtreppe mit einer Bremsvorrichtung, die auf den Antriebsstrang der Fahrtreppe wirkt
und eine Zusatzbremsfunktion bietet, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsvorrichtung (10) eine Doppelbackenbremse (12) mit vier Bremsbacken (20,
22; 24, 26) aufweist und zusätzlich als Betriebsbremse einsetzbar ist.
2. Fahrtreppe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Spannelemente (32, 34) für
die Betätigung der Bremsvorrichtung (10) je an einen separaten Bremskreis angeschlossen
sind.
3. Fahrtreppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bremsvorrichtung (10) vier Bremskreise aufweist.
4. Fahrtreppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bremsvorrichtung (10) für alle erforderlichen Bremswege ausgelegt ist.
5. Fahrtreppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bremsvorrichtung als Außenbackenbremse ausgebildet ist und je zwei zueinander symmetrisch
ausgebildete Bremsbacken (20, 22; 24, 26) aufweist, die mit getrennten Spannelementen
(32, 34) betätigbar sind.
6. Fahrtreppe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Spannelement (32, 34)
ein Bremsmagnet ist, der bei der Betätigung zwei einander gegenüberliegende Bremsanker
(36) aufeinander zu bewegt.
7. Fahrtreppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bremsvorrichtung (10) zwei in axialer Richtung hintereinander angeordnete und zueinander
im wesentlichen symmetrische Bremsanordnungen (14, 16) aufweist, die je zwei zueinander
symmetrische Bremsbacken (20, 22; 24, 26) und voneinander getrennte Spannelemente
(32, 34) umfassen.
8. Fahrtreppe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die hintereinander liegenden
Bremsbacken (20, 22, 24, 26) der beiden Bremsanordnungen (14, 16) auf einer gemeinsamen
Schwenkachse (28, 30) gelagert sind und insbesondere jede Bremsanordnung (14, 16)
an getrennten Bremskreisen angeschlossen ist.
9. Fahrtreppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Spannelemente (32, 34) der Bremsanordnungen (14, 16) in an sich bekannter Weise den
Schwenkachsen (28, 30) gegenüberliegen und daß für jede Bremsbacke (20, 22; 24, 26)
einer Bremsanordnung (14, 16) eine eigene Schwenkachse (30, 28) eingesetzt ist, die
voneinander um einen Abstand beabstandet sind, der insbesondere etwas geringer als
die Erstreckung des Spannelements (32, 34) in seiner Betätigungsrichtung ist.
10. Fahrtreppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß den
Schwenkachsen (28, 30) der Bremsbacken (20, 22; 24 ,26) gegenüberliegende Vorspannfedern
(42, 44), insbesondere je eine Vorspannfeder für je eine Bremsbacke (20, 22, 24, 26),
vorgesehen ist, die insbesondere Einstellvorrichtungen (46, 48) für die Einstellung
des Betätigungswegs des Spannelements (32, 34) aufweisen.
11. Fahrtreppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Einstellvorrichtung (46, 48) für die Einstellung des Betätigungswegs des Spannelements
(32, 34) zugleich als Nachstellvorrichtung für ein Nachstellen der Bremsvorrichtung
beim Verschleiß des Bremsbelags ausgebildet ist.
12. Fahrtreppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bremsvorrichtung (10) so ausgelegt ist, daß sich auch bei Ausfall von einer von vier
Bremsbacken (20, 22; 24, 26) eine merkliche Bremsverzögerung ergibt.