[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Steuer- und Regelgerät für einen Brenner gemäss
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Solche Steuer- und Regelgeräte werden beispielsweise zur Inbetriebsetzung und zur
Steuerung des Normalbetriebs von gasgefeuerten Heizungseinrichtungen verwendet. Derartige
Heizungseinrichtungen sind in verschiedenen Bauformen wie Heizkessel und Wandthermen
bekannt. Bei Heizkesseln existieren solche mit fester Leistung, die im EIN-AUS-Betrieb
betrieben werden, aber auch solche mit variabler Leistung, bei denen die Menge des
zur Verbrennung gelangenden Gases variiert wird. Dabei existieren Gebläsebrenner,
denen die zur Verbrennung benötigte Luft mittels eines Gebläses zugeführt wird, und
atmosphärische Brenner, bei denen ein solches Gebläse fehlt.
[0003] Aus der Firmendruckschrift 7433 der Firma Landis & Gyr ist der Gasfeuerungsautomat
LFM1 bekannt, der gasgefeuerte Heizeinrichtungen, nämlich 1 - oder 2-stufige Gasbrenner
mit oder ohne Gebläse, zu steuern in der Lage ist. Wird dem Gasbrenner die zur Verbrennung
nötige Luft mittels eines Gebläses zugeführt, so wird das Gebläse beim Brennerbetrieb
immer mit einer unveränderlichen festen Drehzahl betrieben, unabhängig davon, ob im
Falle eines 2-stufigen Brenners die erste oder die zweite Leistungsstufe wirksam ist.
Die Drehzahl ist dabei so gewählt, dass beim Betrieb der zweiten Leistungsstufe ein
geringer Luftüberschuss vorhanden ist. Das führt dazu, dass beim Betrieb der ersten
Leistungsstufe ein sehr bedeutender Luftüberschuss auftritt. Der Nachteil, dass ein
sehr hoher, zur Verbrennung des Gases nicht nötiger Luftanteil jeweils mit erhitzt
werden muss, wird seit langer Zeit billigend in Kauf genommen.
[0004] Aus der EP-A-0 073 717 ist eine mikroprozessorgesteuerte Steuer- und Regeleinrichtung
für den Betrieb eines gasgefeuerten Heizgerätes bekannt, bei dem im Abgasstrom ein
Gebläse vorhanden ist. Eine Gemischregelung findet dabei nicht statt.
[0005] Aus der EP-A-0 614 046 ist eine Steuer- und Regeleinrichtung für den Betrieb eines
Gasgebläsebrenners bekannt, bei der die Drehzahl eines Gebläses für die Luftzufuhr
stufenlos regelbar ist. Mittels eines zusätzlichen Druckreglers wird dabei eine der
tatsächlichen Luftzufuhr angepasste Zufuhr des Verbrennungsgases erreicht. Auf diese
Weise soll für alle Laststufen, also für den ganzen Regelbereich, ein optimales Gas-Luft-Verhältnis
erreicht werden.
[0006] Im Zusammenhang mit derartigen Heizgeräten besteht aber das Problem, dass Länge und
Gestalt des an das Heizgerät anschliessenden Abgaskamins sehr unterschiedlich sein
können. Daraus folgt ein unterschiedlicher Strömungswiderstand. Wegen dieses Umstands
besteht kein eindeutiger und immer geltender Zusammenhang zwischen der Drehzahl des
Gebläses, dem dadurch erreichten Druck und dem Volumenstrom. Folglich kann das ideale
Gas-Luft-Verhältnis nicht garantiert werden.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemässes Steuer- und Regelgerät
so auszugestalten, dass es sich automatisch an den unterschiedlichen Strömungswiderstand
des Abgaskamins anpasst.
[0008] Die genannte Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert.
- Es zeigen:
- Fig. 1 ein Schema eines Brenners mit einem Steuer- und Regelgerät und
Fig. 2 Diagramme.
[0009] Die Fig. 1 zeigt ein Steuer- und Regelgerät 1 für einen Brenner 2, dem ein Brennstoffventil
3 und ein Luftgebläse 4 zugeordnet sind. Auf einen Eingang des Steuer- und Regelgerätes
1 wirkt ein externer Heizkreisregler 5 in der Weise, dass der Heizkreisregler 5 dem
Steuer- und Regelgerät 1 die zur Deckung des Wärmebedarfs erforderliche Brennerleistung
mitteilt. In Abhängigkeit von diesem Wärmebedarfssignal steuert das Steuer- und Regelgerät
1 das stufenlos verstellbare Brennstoffventil 3 an, mit dem der durch eine Brennstoffleitung
6 geforderte Brennstoff der Brennkammer zugeführt wird. Die Grösse des Wärmebedarfssignals
bestimmt also den Öffnungsgrad des Brennstoffventils 3.
[0010] Das Steuer- und Regelgerät 1 beeinflusst auch das Luftgebläse 4. Das Luftgebläse
4 wird im Normalbetrieb in wenigstens zwei Laststufen Lx angesteuert. Bei zwei Laststufen
Lx, die z.B. mit "Teillast" und "Volllast" bezeichnet werden, läuft das Luftgebläse
unterhalb einer vorbestimmten mittleren Last, die einem bestimmten Öffnungsgrad des
Brennstoffventils 3 entspricht, mit einer ersten festen Drehzahl N(Lx = "Teillast"),
während es oberhalb dieses bestimmten Öffnungsgrades mit einer zweiten festen Drehzahl
N(Lx = "Volllast") betrieben wird. Die Drehzahlen N(Lx = "Teillast") und N(Lx = "Volllast")
werden gemäss der Erfindung bei der ersten Inbetriebssetzung des Brenners ermittelt
und bei nachfolgenden Inbetriebsetzungen überprüft, um in jeder Laststufe Lx einen
an den Strömungswiderstand des Abgaskamins angepassten Luftvolumenstrom zu befördern.
[0011] Bei der erstmaligen Inbetriebsetzung des Brenners 2 steuert das Steuer- und Regelgerät
1 das Luftgebläse 4 mit einer vorgegebenen Drehzahl an, vorzugsweise mit der anhand
der Fig. 2 später definierten Drehzahl N
min(LS). Ein Luftdruckwächter 7 meldet über eine Leitung 8 an das Steuer- und Regelgerät
1, ob der geförderte Luftvolumenstrom einen vorbestimmten Luftdruck zu erzeugen vermag
oder nicht. Das Steuer- und Regelgerät 1 erhöht nun die Drehzahl in diskreten Schritten
bis der Luftdruckwächter 7 meldet, dass der geförderte Luftvolumenstrom ausreichend
ist. Bevorzugt wird das Luftgebläse 4 mit einem pulsweitenmodulierten Signal angesteuert,
wobei die Pulsweite des Signals proportional zur gewünschten Drehzahl ist. Nachdem
auf diese Weise die minimale Drehzahl N(LS) ermittelt wurde, bei der der Luftdruckwächter
7 anspricht, berechnet das Steuer- und Regelgerät 1 die für die anderen Laststufen
Lx optimalen Drehzahlen N(Lx).
[0012] Die Laststufe, bei der der Luftdruckwächter 7 anspricht, wird im folgenden als Laststufe
LS bezeichnet.
[0013] Die weitere Inbetriebsetzung des Brenners 2 erfolgt nun, je nach Brennertyp, ebenfalls
in der Laststufe LS, oder in der Laststufe "Teillast" oder in einer weiteren speziellen,
mit "Zündlast" bezeichneten Laststufe.
[0014] Die Fig. 2 zeigt den in Funktion der Drehzahl N des Luftgebläses 4 geförderten Luftvolumenstrom
für drei verschiedene Abgaswege. Auf der Ordinatenachse ist der geförderte Luftvolumenstrom
V angegeben. Ebenfalls angegeben sind die Laststufen L1 = "Teillast", LS und L2= "Volllast".
Die Kennlinie 9 entspricht dem Fall des im Minimum zu erwartenden Widerstandes des
Abgaskamins, die Kennlinie 10 entspricht dem Fall des im Maximum zu erwartenden Widerstandes
des Abgaskamins. Aus den Kennlinien 9 und 10 ist ersichtlich, dass mit zunehmendem
Widerstand des Abgasweges die zur Erzielung eines bestimmten Luftvolumenstromes V
erforderliche Drehzahl N zunimmt. Die Kennlinie 11 entspricht dem aktuellen Abgasweg.
Sie ist eine unbekannte Grösse und bei der ersten Inbetriebsetzung des Brenners 2
zu ermitteln und bei nachfolgenden Inbetriebsetzungen zu überprüfen. Es sind also
die auf der Kennlinie 11 liegenden Punkte P(Lx) zu ermitteln, denen die den Laststufen
Lx, im Beispiel den Laststufen "Teillast" und "Volllast", entsprechenden Drehzahlen
N(Lx) entnehmbar sind.
[0015] Bei einem ersten Ausführungsbeispiel wird angenommen, dass die Kennlinien 9 - 11
annähernd Geraden sind. Im Steuer- und Regelgerät 1 ist deshalb für jede Laststufe
Lx die auf der Kennlinie 9 liegende Drehzahl N
min(Lx) und die auf der Kennlinie 10 liegende Drehzahl N
max(Lx) gespeichert oder sie ist mittels einer die Kennlinie 9 bzw. 10 darstellenden
Funktion berechenbar. Ist die der Laststufe LS entsprechende Drehzahl N
LS gemäss dem oben beschriebenen Verfahren ermittelt worden, dann können die auf der
Kennlinie 11 liegenden Drehzahlen N(Lx) für die anderen Laststufen Lx gemäss der folgenden
Formel berechnet werden:

[0016] Anstelle der geraden Kennlinien 9, 10 und 11 können auch gekrümmte Kennlinien vorgesehen
werden. Die obige Formel ist dann weiterhin anwendbar, es könnte aber auch nötig sein,
sie entsprechend dem gekrümmten Verlauf der Kennlinien 9, 10 und 11 zu modifizieren.
[0017] Bei nachfolgenden Inbetriebsetzungen steuert das Steuer- und Regelgerät 1 das Luftgebläse
4 mit der aus der vorhergehenden Inbetriebsetzung bekannten Drehzahl N
LS an und überprüft, ob der Luftdruckwächter 7 meldet, dass der Luftvolumenstrom ausreichend
ist. Falls der geforderte Lufvolumenstrom nicht ausreichend ist werden wie bei der
erstmaligen Inbetriebsetzung die korrekte Drehzahl N
LS ermittelt und anschliessend die Drehzahlen N(Lx) neu berechnet.
[0018] Das Steuer- und Regelgerät 1 weist weiter einen Speicher auf, in dem es die Anzahl
m der aufeinanderfolgenden Inbetriebsetzungen speichert, bei denen die Drehzahl N
LS nicht erhöht werden musste. Übersteigt die Zahl m einen vorbestimmten Wert m
0, dann reduziert das Steuer- und Regelgerät 1 die Drehzahl N
LS um einen vorbestimmten Wert und setzt den Speicherinhalt wieder zurück. Falls eine
Abfrage des Luftdruckwächters 7 ergibt, dass der geförderte Luftvolumenstrom noch
immer ausreichend ist, dann werden auch die Werte N(Lx) neu berechnet. Falls der geförderte
Luftvolumenstrom nach der Reduzierung der Drehzahl N
LS jedoch nicht mehr ausreichend ist, wird die Drehzahl N
LS wieder auf den alten Wert gesetzt.
[0019] Bei pulsweitenmodulierter Ansteuerung des Luftgebläses 4 erfolgt die Erhöhung der
Drehzahl N
LS in der Laststufe LS bevorzugt in Schritten von 0.8 Prozent einer vorbestimmten maximalen
Drehzahl, während die Reduzierung der Drehzahl N
LS in Schritten von -0.4 Prozent erfolgt. Die Drehzahl N
LS ist jedoch nie grösser als die der Kennlinie 10 entsprechende maximale Drehzahl N
max(LS).
[0020] Beim Einschalten des Luftgebläses 4 ist eine Anlaufzeit von beispielsweise 5 Sekunden
vorzusehen, bevor die Drehzahl weiter erhöht werden kann. Die Erhöhung der Drehzahl
in Schritten von 0.8 Prozent erfolgt bevorzugt in Abständen von etwa einer Sekunde.
Insbesondere bei Durchlauferhitzern ist eine schnelle Adaption der Drehzahlen wünschenswert,
damit nicht zuerst lange kaltes Wasser fliesst, bis nach der Adaption der Brenner
2 tatsächlich gezündet wird.
1. Steuer- und Regelgerät (1) für einen Brenner (2), bei dem die zur Verbrennung benötigte
Luft mittels eines Luftgebläses (4) zur Brennkammer gefördert wird, wobei ein Luftdruckwächter
(7) den geförderten Luftvolumenstrom überwacht,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Luftgebläse (4) in wenigstens zwei Laststufen betreibbar ist, wobei das Luftgebläse
(4) in jeder Laststufe mit einer selbsttätig ermittelten Drehzahl dreht,
dass bei der Inbetriebsetzung des Brenners (2)
a) das Luftgebläse (4) in einer vorgegebenen Laststufe LS dreht, wobei die Drehzahl
der Laststufe LS entweder einem fest vorgegebenen Wert oder dem bei der vorhergehenden
Inbetriebnahme ermittelten Wert entspricht,
b) dass der Luftdruckwächter (7) angibt, ob der geförderte Luftvolumenstrom ausreichend
ist oder nicht,
c) dass, sofern der geförderte Luftvolumenstrom nicht ausreichend ist, die Drehzahl
des Luftgebläses erhöht wird, bis der Luftdruckwächter (7) angibt, dass der geförderte
Luftvolumenstrom ausreichend ist und d) dass die Drehzahlen der übrigen Laststufen
aus dem Wert der Drehzahl der Laststufe LS berechnet werden.
2. Steuer- und Regelgerät (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Inbetriebsetzung des Brenners (2) die Drehzahl der Laststufe LS um einen
vorbestimmten Wert reduziert wird, sofern bei einer vorgegebenen Anzahl von vorhergehenden
Inbetriebsetzungen keine Erhöhung des Wertes der Drehzahl der Laststufe LS erfolgte,
wobei die Reduzierung rückgängig gemacht wird, sofern der Luftdruckwächter (7) angibt,
dass bei reduzierter Drehzahl der geförderte Luftvolumenstrom nicht ausreichend ist.
3. Steuer- und Regelgerät (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Inbetriebsetzung des Brenners (2) die Erhöhung oder Reduzierung der Drehzahl
der Laststufe LS in diskreten Schritten erfolgt.
4. Steuer- und Regelgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahl N(Lx) der Laststufe Lx aus der in der Laststufe LS ermittelten Drehzahl
N
LS berechnet wird zu:

wobei die Grössen folgender Definition genügen:
Nmin(LS) = minimale Drehzahl in der Laststufe LS
Nmax(LS) = maximale Drehzahl in der Laststufe LS
Nmin(Lx) = minimale Drehzahl in der Laststufe Lx
Nmax(Lx) = maximale Drehzahl in der Laststufe Lx.
5. Steuer- und Regelgerät (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Beziehung zwischen den Drehzahlen Nmin(Lx) der verschiedenen Laststufen Lx und dem geförderten Luftvolumenstrom als eine
lineare Beziehung dargestellt ist und dass die Beziehung zwischen den Drehzahlen Nmax(Lx) der verschiedenen Laststufen Lx und dem geförderten Luftvolumenstrom als eine
lineare Beziehung dargestellt ist.