[0001] Die Erfindung betrifft ein beidseitig mit einem Polyolefinharz beschichtetes Basispapier
für fotografische Schichtträger, das auf der Rückseite einen goldfarbenen glänzenden
Druck (Logo-Druck) aufweist.
Die Rückseite ist jeweils die Oberfläche des Basispapiers, die der später das Bild
tragenden Vorderseite gegenüberliegt.
[0002] Als Träger für lichtempfindliche Schichten, insbesondere für die Farbfotografie,
werden üblicherweise Papiere verwendet, die auf ihren Oberflächen, d.h. Vorderseite
und Rückseite, mit Polyolefirschichten überzogen sind. Durch eine beidseitige Polyolefinbeschichtung
ist das Basispapier gegen das Eindringen von Entwicklungs-, Fixier- und Wässerungsbädern
geschützt. Die Polyolefine können Polyethylene sein wie LDPE, LLDPE, HDPE, Polypropylen
oder Gemische dieser Komponenten.
[0003] Derartige fotografische Basispapiere sind vielfach beschrieben worden, beispielsweise
in der DE 37 16 269 C2.
[0004] Die Rückseite eines solchen Basispapiers wird oft mit der üblichen Tiefdrucktechnik
bedruckt, um diese mit verschiedenen Mustern oder Schriftzügen wie Logos zu kennzeichnen.
Die für den Druckvorgang benötigten Farben dürfen keinerlei fotografische Aktivitäten
hinsichtlich der später aufzutragenden lichtempfindlichen Emulsionen aufweisen. Außerdem
ist es wichtig, daß einerseits die Farben auf dem Rohpapier und andererseits die Polyolefinschicht
auf der Druckfarbe gut haften. So ist beispielsweise aus der JP 02-154 252 bekannt,
die Rückseite eines polyethylenbeschichteten fotografischen Basispapiers mit einer
speziellen schwarzen Druckfarbe zu bedrucken, mit der eine gute Haftung der bedruckten
Stellen zum Polyethylen erreicht werden kann.
[0005] Als besonders schwierig erweist sich das Bedrucken der Rückseite mit einer goldfarbenen
glänzenden Farbe. Die im konventionellen Tiefdruck für solche Zwecke eingesetzten
Pigmente sind durchweg auf Bronze- bzw. Aluminium-Bronze aufgebaut. Der Einsatz dieser
Pigmente kommt daher für fotografische Papiere nicht in Frage, da die in den Bronzefarben
enthaltenen Kupferbestandteile fotochemisch aktiv sind. Auch bei der Abdeckung durch
das Polyolefinharz ist zu befürchten, daß in den Entwicklungsbädern Kupferionen ausgewaschen
und möglicherweise fotoaktiv wirksam werden.
[0006] Aus den genannten Gründen wurde bisher eine goldähnliche, auf der Basis von Gelbpigmenten
aufgebaute Druckfarbe eingesetzt. Die mit solcher Farbe gedruckten Zeichen sind jedoch
schlecht lesbar und der gewünschte Glanzeffekt ist nicht vorhanden.
[0007] Da die goldglänzende Druckfarbe aus sicherheitstechnischen und ökologischen Gründen
auf wäßriger Basis aufgebaut werden sollte, stellt sich bei solchen wäßrigen Farben
-neben dem Erreichen der geforderten Farb- und Glanzeigenschaften- deren gute Haftung
auf dem Rohpapier sowie die Haftung der Polyolefinschicht auf der Druckfarbe als ein
weiteres Problem dar.
[0008] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein fotografisches Basispapier bereit zu stellen,
dessen Rückseite mit einem glänzenden Golddruck versehen ist, welcher mit Hilfe einer
auf Wasser basierenden goldfarbenen, glänzenden, keine fotochemischen Aktivitäten
aufweisenden Farbe in einem üblichen Tiefdruckvorgang erzeugt wird und ausgezeichnete
Haftungseigenschaften sowohl auf dem Rohpapier als auch zu der Polyolefinbeschichtung
aufweist.
[0009] Die Aufgabe wird gelöst durch den Einsatz einer Farbe, die ein Interferenzpigment
und einen speziellen wasserlöslichen Binder enthält.
[0010] Die Wirkung der Interferenzpigmente (Goldglanzpigmente, Metallglanzpigmente) beruht
auf einer selektiven Reflexion von Lichtstrahlen.
[0011] Insbesondere geignet sind auf Glimmer aufgebaute Pigmente (modifizierte Glimmerpartikeln),
bei denen ein Kern aus Glimmerplättchen mit einer oder mehreren Metalloxid-Schichten
versehen ist. Dies führt zur Erzeugung eines Interferenzeffekts im sichtbaren Licht.
Für die Beschichtung der Glimmerpartikeln besonders geeignet ist TiO
2 und/oder Fe
2O
3. Je nach Beschichtungstyp bzw. Schichtdicke können gewünschte Farbeffekte erreicht
werden.
[0012] In der erfindungsgemäßen Druckfarbe können die Interferenz-pigmente auch in Kombination
mit lasierenden, konventionellen Farbpigmenten eingesetzt werden.
[0013] Für besonders hohe Brillanz ist ein Pigment der Teilchengrößenverteilung von etwa
5 bis 80 µm besonders gut geeignet.
[0014] Für das erfindungsgemäss Druckfarbensystem sind wasserlösliche bzw. wasserdispergierbare
Bindemittel wie Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon, Acrylat-Copolymere oder Styrol/Butadien-Copolymere
besonders gut geeignet.
[0015] In einer besonderen Ausgestaltung der Erfindung werden Polyvinylalkohole eingesetzt.
Als besonders gut geeignet erweisen sich Polyvinylalkohole mit mittleren und niedrigen
Molmassen.
[0016] Der Gehalt der oben beschriebenen Pigmente in der erfindungsgemäßen Druckfarbe beträgt
zwischen 10 bis 30 Gew.%, insbesondere zwischen 15 bis 25 Gew.%, bezogen auf die wäßrige
Beschichtungsmasse. Das Mengenverhältnis des Pigments zum eingesetzten Bindemittel
liegt im Bereich 1:1 bis 8:1, insbesondere jedoch im Bereich 1,5:1 bis 4:1.
[0017] Die Erfindungsfarbe kann auch weitere Zusotzstoffe wie Netzmittel enthalten.
[0018] Sowohl die Haftung der Druckfarbe auf Rohpapier, als auch die Polyolefinhaftung auf
der erfindungsgemäßen Druckfarbe sind ausgezeichnet. Darüber hinaus ist die Lesbarkeit
der mittels der erfindungsgemäßen Druckfarbe aufgedruckten Zeichen auch nach einer
eventuellen Beschichtung der Rückseite des polyethylenbeschichteten Basispapiers mit
weiteren Funktionsschichten wie Antistatikschichten oder Anticurl-Schichten nicht
beeinträchtigt, was oft bei der Verwendung herkömmlicher Druckfarben der Fall ist.
[0019] Die vorliegende Erfindung soll anhand der folgenden Beispiele näher erläutert werden.
Beispiele 1-6
[0020] Ein fotografisches Rohpapier mit einem Flächengewicht von 130 g/m
2 wurde auf der Rückseite mit den in der Tabelle dargestellten Druckfarben in einem
der Extrusionsbeschichtung im Extruder vorgeschalteten Arbeitsgang vollflächig gestrichen
und anschließend mit Polyethylen extrusionsbeschichtet. Die Vorderseite des Rohpapiers
wurde mit einer Mischung aus einem Polyethylen niederer Dichte (LDPE, d=0,923 g/cm
3) und 15 Gew.% TiO
2 und die Rückseite mit einer pigmentfreien Polyethylenmischung aus einem Polyethylen
niederer Dichte (LDPE, d=0,915 g/cm
3) und einem Polyethylen hoher Dichte (HDPE, d=0,959 g/cm
3) beschichtet.
[0021] Bei den erzeugten Basispapieren wurde anschließend die zur Beurteilung der Haftung
der Druckfarbe sowohl auf dem Polyethylen als auch auf dem Rohpapier notwendige Schälkraft
gemessen.Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 zusammengestellt.
Tabelle 1
| Bestandteile |
Zusammensetzung, Gew.% |
| |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
| Acrylat-Copolymer |
12 |
- |
- |
- |
- |
- |
| Styrol/Butadien-Copolymer |
- |
12 |
- |
- |
- |
- |
| Acrylat/Styrol/Acrylnitril/Butadien-Copolymer |
|
|
|
|
|
12 |
| Polyvinylpyrrolidon |
- |
- |
12 |
- |
- |
- |
| Polyvinylalkohol Verseifungsgrad 86% |
- |
- |
- |
12 |
- |
- |
| Polyvinylalkohol, Verseifungsgrad 98% |
- |
- |
- |
- |
8 |
- |
| Pigment I |
20 |
20 |
20 |
20 |
20 |
20 |
| C-Mischung(36%IPA, 24% Butanol, 40% H2O) |
10 |
10 |
10 |
10 |
10 |
10 |
| Netzmittel, 1%ig in H2O/C2H5OH |
5 |
5 |
5 |
5 |
5 |
5 |
| Wasser (demineralisiert) |
53 |
53 |
53 |
53 |
57 |
53 |
Beispiele 7-14
[0022] Ein fotografisches Rohpapier mit einem Flächengewicht von 160 g/m
2 wurde auf der Rückseite mit den in der Tabelle dargestellten Druckfarben wie in Beispiel
1 gestrichen und anschließend mit Polyethylen gemäß Beispiel 1 extrusionsbeschichtet.
[0023] Anschließend wurde bei den Basispapieren die Haftung der Druckfarbe sowohl auf dem
Polyethylen als auch auf dem Rohpapier begutachtet. Die Ergebnisse sind in Tabelle
3 zusammengestellt.
Tabelle 2
| Bestandteile |
Zusammensetzung, Gew.% |
| |
7 |
8 |
9 |
10 |
11 |
12 |
13 |
14 |
| Polyvinylalkohol I |
8 |
8 |
8 |
- |
8 |
8 |
10 |
- |
| Polyvinylalkohol II |
- |
- |
- |
5 |
- |
- |
- |
- |
| Polyvinylalkohol III |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
6,5 |
| Pigment I |
30 |
20 |
15 |
20 |
- |
- |
20 |
20 |
| Pigment II |
- |
- |
- |
- |
20 |
- |
- |
- |
| Pigment III |
- |
- |
- |
- |
- |
20 |
- |
- |
| C-Mischung (36%IPA, 24%Butanol, 40% H2O) |
10 |
10 |
10 |
10 |
10 |
10 |
10 |
10 |
| Netzmittel 1%ig in H2O/C2H50H |
5 |
5 |
5 |
5 |
5 |
5 |
5 |
5 |
| Wasser (demineralisiert) |
47 |
57 |
62 |
60 |
57 |
57 |
55 |
58,5 |
Polyvinylalkohol I:
Verseifungsgrad 98%,
Molekulargewicht: 23 000 g/Mol
Polyvinylalkohol II:
Verseifungsgrad 98%,
Molekulargewicht: 35 000 g/Mol
Polyvinylalkohol III:
Verseifungsgrad 97%,
Molekulargewicht: 48 000 g/Mol
Pigment I: Glimmerplättchen mit Anatas modifiziert, 5-20 µm
Pigment II: Glimmerplättchen mit Fe-Oxid-Belegung, 10-40 µm
Pigment III: Glimmerplättchen mit Anatas- und Fe-Oxidbelegung 10-60µm |
Vergleichsbeispiele V1 und V2
[0024] Ein fotografisches Rohpapier wurde mit einer Druckfarbe gemäß Beispiel 1 gestrichen,
wobei als Bindemittel ein Polyvinylacetat (V1) und Polyethylenglykol (V2) eingesetzt
wurden.
Prüfung der Haftung
[0025] Die Prüfung wird mit einem Bruchlast-Meßgerät der Firma Lorentzen & Wettre durchgeführt.
Hierzu werden aus den gemäß den Beispielen 1 bis 14 hergestellten Basispapieren Muster
mit den Abmessungen 15 x 200 mm erstellt und von ihnen die Polyethylenschicht abgezogen.
Die Schälkraft wird bei einer Abzugsgeschwindigkeit von 70 mm/min und einem Abzugswinkel
von 180° geprüft.
[0026] Als Vergleich wurde ein nur mit Polyethylen (ohne Druckfarbe) beschichtetes Basispapier
herangezogen und an diesem ebenfalls die Haftung geprüft.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 zusammengestellt
Tabelle 3
| Prüfungsergebnisse |
| Beispiel |
Haftung (N/15mm) |
| 1 |
1,30 |
| 2 |
1,03 |
| 3 |
0,99 |
| 4 |
1,03 |
| 5 |
1,15 |
| 6 |
0,97 |
| 7 |
1,11 |
| 8 |
1,15 |
| 9 |
1,40 |
| 10 |
1,11 |
| 11 |
1,17 |
| 12 |
1,17 |
| 13 |
1,40 |
| 14 |
1,20 |
| V1 |
0,80 |
| V2 |
0,33 |
| Vergleich (Papier ohne Farbe) |
1,00 |
1. Polyolefinbeschichtetes fotografisches Basispapier mit einem auf der Rückseite bedruckten
Rohpapier, dadurch gekennzeichnet, daß die für das Bedrucken der Rückseite eingesetzte
Druckfarbe ein Interferenzpigment und ein wasserlösliches und/oder ein wasserdispergierbares
Bindemittel enthält.
2. Basispapier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Interferenzpigment ein
auf Glimmer basierendes Pigment ist, bei dem die Glimmerplättchen mit einem anorganischen
Oxid beschichtet sind.
3. Basispapier nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung der Glimmerpartikeln
mit TiO2 und/oder Fe2O3 erfolgt.
4. Basispapier nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Interferenzpigment
in Kombination mit lasierenden Farbpigmenten eingesetzt wird.
5. Basispapier nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel ein
Acrylat-Copolymer, Styrol/Butadien-Copolymer, Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon
oder eine Mischung aus diesen Polymeren sein kann.
6. Basispapier nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel ein
Polyvinylalkohol ist.
7. Basispapier nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Polyvinylalkohol ein
Polyvinylalkohol mit einem niedrigen und/oder mittleren Molekulargewicht ist.
8. Basispapier nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Pigmentanteil in
der Druckfarbe 10 bis 30 Gew.% beträgt, bezogen auf die Beschichtungsmasse.
9. Basispapier nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Mengenverhältnis
Pigment/Bindemittel in einem Bereich von 1:1 bis 8:1 liegt.
10. Basispapier nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfarbe weitere
Zusatzstoffe wie Netzmittel enthält.