[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Fahrsteig für die Personenförderung mit
Abschnitten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und mit Abschnitten mit sich ändernden
Geschwindigkeiten, gebildet aus gelenkig miteinander verbundenen und angetriebenen
Trägern, wobei die Längsdistanzen zwischen den Trägern veränderbar sind und auf den
Trägern einander in Laufrichtung des Fahrsteiges überlappende und in Laufrichtung
des Fahrsteiges zueinander verschiebliche Trittelemente vorhanden sind, und wobei
je am Ende des Fahrsteiges eine horizontale Umlenkung der Trittelemente und Träger
vorgesehen ist.
[0002] Die US 3,939,959 beschreibt einen beschleunigenden und verzögernden Fahrsteig der
eingangs beschriebenen Art mit in Längsrichtung überlappenden und zueinander verschiebbaren
Trittplatten, welche einseitig auf rollengeführten Trägern gehalten sind. Die Träger
sind über Gelenkhebel und Kette untereinander verbunden, wobei kulissengeführte Rollen
an den Gelenkhebeln den veränderlichen Abstand zwischen den Trägern entsprechend der
momentanen Kulissengeometrie bewirken.
[0003] In einer weiterentwickelten Form der vorgenannten Lösung weisen gemäss US 4,276,976
die Trittplatten gerillte Oberflächen auf. Die Rillen bewirken durch ihr Ineinandergreifen
von zwei benachbarten Trittplatten eine möglichst absatzfreie Oberfläche.
[0004] Die EP 0 225 213 offenbart eine Lösung mit teleskopisch in der Breite veränderlichen
Trägern. Untereinander sind die Träger über ein flexibles Organ und ein Gelenkhebelpaar
verbunden. Seitliche Führungen bestimmen die Länge, bzw. die Breite der Träger und
somit die Abstände zwischen diesen. Auseinandergezogene Träger bewirken einen kleinen
Abstand und zusammengedrückte Träger einen grossen Abstand zwischen diesen.
[0005] Bei allen erwähnten Lösungen werden relativ schwere und massive Träger verwendet,
mittels welchen die Last darauf stehender Personen über Rollen auf aussenliegende
Führungsschienen abgestützt werden. Die Veränderung der Abstände zwischen den Trägern
werden mittels separaten Gelenkhebeln mit Rollen und diese steuernden zusätzlichen
Führungsschienen bewirkt. Es werden also für die Lastabstützung und für die Veränderung
der Abstände zwischen den Trägern zwei separate mechanische Einrichtungen benötigt,
was einen entsprechenden Aufwand an Material und Kosten bedeutet. Ferner offenbaren
die genannten Dokumente nur Teillösungen, weil die Antriebsmechanik nicht dargelegt
wird.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, den Aufbau und Antrieb eines
Beschleunigungs-Fahrsteiges zu vereinfachen.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 gekennzeichnete und beispielhaft in Beschreibung
und Zeichnung dargestellte Erfindung gelöst.
[0008] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass als Träger mehrere in Längsrichtung
parallel angeordnete Gelenkketten vorgesehen sind, welche bei den Gelenken mittels
Trittplatten querverbunden sind und so eine in der Länge und Breite veränderbares
und mit der Förderlast belastbares, hexagonales Gelenknetz bilden.
[0009] Durch die angewandte einfache und wartungsfreundliche Technik ist eine hohe Betriebssicherheit
des Fahrsteiges gewährleistet.
[0010] Die feingliedrige Struktur der bewegten Fahrsteigfläche in der Form eines Schuppenteppichs
sorgt für ein angenehmes und sicheres Trittgefühl bei den Benützern.
[0011] Die Teile des Gelenknetzes und die Trittplatten werden je in sehr grossen Stückzahlen
benötigt, so dass sich Investitionen für eine vollautomatische Fertigung dieser Teile
schnell bezahlt machen.
[0012] Vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen sind in den Unteransprüchen aufgeführt.
[0013] Der Fahrsteig weist seitliche Führungsschienen auf, in welchen mit dem Gelenknetz
verbundene Führungsrollen laufen, wobei die Form und der Verlauf der Führungsschienen
bewirkt, dass die Trittplatten im Beschleunigungsabschnitt zueinander parallel bleiben.
Das Zusammenschieben und Strecken des Netzes wird zwangsläufig durch den Geschwindigkeitsunterschied
zwischen dem langsamen und schnellen Teil verursacht.
[0014] Die als Quer-Verbindungslaschen dienenden Trittplatten sind längs und quer zur Laufrichtung
zueinander verschieblich überlappend angeordnet und bilden mit dem Gelenknetz als
Unterlage einen feingliedrigen, rollenden Schuppenteppich.
[0015] Die Gelenklager weisen an ihrer Unterseite eine beweglich eingebettete Kugel auf,
welche multifunktional generell als Lastabstützung, als Rolle auf glatter Unterlage
und als Mitnehmer auf entsprechend strukturierter Unterlage dient.
[0016] Für die horizontale Umlenkung des Gelenknetzes sind radial angeordnete Kegelrollen
vorgesehen, zwischen welchen die Kugeln der Gelenklager einrasten und, radial ausgerichtet,
mitgeführt werden. Die Kegelrollen können auch eine spezielle Verzahnung aufweisen,
in welche die Kugeln der Gelenklager einrasten.
[0017] Für den Antrieb mit kleiner Geschwindigkeit ist ein Antriebsband mit in enger Teilung
angeordneten Querrillen vorgesehen, in welchen die Kugeln einrasten und das Gelenknetz
schlupffrei mitgenommen wird.
[0018] Für Abschnitte mit sich verändernder Geschwindigkeit sind Antriebsbänder mit glatter
Oberfläche vorgesehen, auf welchen die Kugeln mit Rollreibung eine Relativbewegung
ausführen können, wobei diese Antriebsbänder Geschwindigkeiten aufweisen die zwischen
der kleinen und der grossen Geschwindigkeit, resp. zwischen der kleinen und der Umlenkgeschwindigkeit
liegen.
[0019] Für den Antrieb mit grosser Geschwindigkeit ist ein Antriebsband mit in weiter Teilung
angeordneten Querrillen vorgesehen, in welchen die Kugeln einrasten und das Gelenknetz
schlupffrei mitgenommen wird.
[0020] Durch die Streckung und Zusammenschiebung des Gelenknetzes ergibt sich die Möglichkeit,
die nutzbare Fahrsteigbreite im Langsamfahr-Abschnitt breiter und im Schnellfahr-Abschnitt
schmaler vorzusehen, wobei der Uebergang vom Langsamfahr-Abschnitt zum Schnellfahr-Abschnitt
und umgekehrt trichterförmig ausgebildet werden kann.
[0021] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert
und in den Zeichnungen dargestellt, es zeigen:
Fig.1 eine Draufsicht auf das Gelenknetz in schematischer Darstellung mit Umlenkung,
Langsamfahr-Abschnitt, Beschleunigungs-Abschnitt und Schnellfahr-Abschnittt,
Fig. 2 eine Seitenansicht der Darstellung in Fig.1 mit Antriebsbänder und Umlenkrollen,
Fig.3a/b Einzelheiten des Gelenknetzes mit Trittplatten im Beschleunigungs- bzw. Verzögerungs-Abschnitt
einschliesslich ein Querschnitt durch ein Gelenklager mit Kugel,
Fig.4a/b das Gelenknetz im Langsamfahr-Abschnitt einschliesslich der Oberflächenstruktur
des zugeordneten Antriebsbandes,
Fig.5a/b das Gelenknetz im Schnellfahr-Abschnitt einschliesslich der Oberflächenstruktur
des zugeordneten Antriebsbandes,
Fig.6 eine Gesamtdarstellung des Beschleunigungs-Fahrsteiges mit den verschiedenen
Abschnitten,
Fig.7 eine Darstellung der Förderkapazität des erfindungsgemässen Beschleunigungs-Fahrsteiges
und
Fig.8 eine Darstellung der Förderkapazität eines Beschleunigungsfahrsteiges ohne verbreiterte
Ein- und Ausstiegszonen.
[0022] In der Fig.1 ist ein Gelenknetz mit 1 bezeichnet und mit seitlich angeordneten Führungsrollen
8 verbunden, welche in seitlichen Führungen 7 laufen. Die Führungen 7 weisen den grössten
Abstand zueinander im Langsamfahr-Abschnitt auf, wodurch das Gelenknetz 1 in der Längsrichtung
zusammengeschoben wird. Den kleinsten Abstand zueinander weisen die Führungen 7 im
Schnellfahr-Abschnitt auf, in welchem das Gelenknetz 1 gestreckt wird, wobei die Abstandsänderung
der Führungen 7 zwischen den beiden Fahrabschnitten abgerundete Uebergänge aufweist.
Mit 3 ist schematisch ein Antriebsband im Beschleunigungs-Abschnitt angedeutet und
mit 4 das Antriebsband für den Schnellfahr-Abschnitt. Im horizontalen Umlenkabschnitt
wird das Gelenknetz 1 um ein Zentrum 13 geführt, wobei die äusseren Kettenglieder
des Gelenknetzes 1 gestreckt und die inneren Kettenglieder zusammengeschoben werden.
Das Mass der Streckung und Zusammenschiebung ist durch die Radien für die innere und
äussere Führung 7 gegeben.
[0023] In der Fig. 2 sind weitere Einzelheiten der Abschnitte, Antriebe und der Umlenkung
in der Seitenansicht schematisch dargestellt. Der Umlenkabschnitt wird mit F1 bezeichnet.
Im Abschnitt F1 läuft das Gelenknetz 1 im umlenkenden Teil auf als Kegelrollen 6 bezeichneten
umlaufenden und umlenkenden Einrichtungen und wird eingangs und ausgangs dieses umlenkenden
Teils von einem Band 5 gestützt und angetrieben. Die Kegelrollen 6 sind im gezeigten
Beispiel um das Zentrum 13 radial angeordnet und können mit dem einrastenden Gelenknetz
1 mitlaufen oder selbst angetrieben sein. Darauf folgt ein Langsamfahr-Abschnitt A1
mit einem Antriebsband 2 für schlupffreien Antrieb. Der nächstfolgende Beschleunigungs-Abschnitt
B1 wird von einem Antriebsband 3 mit teils positivem und teils negativem Schlupf bewegt,
bzw. gestützt, und der anschliessende Schnellfahr-Abschnitt C1 wird von einem Antriebsband
4 schlupffrei angetrieben.
[0024] In den Fig.3a und 3b sind die Einzelheiten des Gelenknetzes 1 schematisch dargestellt.
Das Gelenknetz 1 besteht aus einer Anzahl einzelner in Längsrichtung parallel angeordneten
Gelenkketten 15. Die Gelenkketten 15 ihrerseits sind aus Gelenklagern 14 und diese
beweglich verbindenden Gelenklaschen 11 gebildet. Die Gelenklager 14 enthalten an
ihrer Unterseite eine reibungsarm eingebettete Kugel 10. Für die Quer-Verbindung der
Gelenkketten 15 bei den Gelenklagern 14 dienen Trittplatten 9, welche in zwei seitlich
benachbarte Gelenklager 14 drehbeweglich eingesetzt werden, und welche zu diesem Zweck
an ihrer Unterseite je zwei vertikale Bolzen 18 aufweisen. Die Kontur der Trittplatten
9 ist schuppenförmig und die Dicke zum schmaleren Vorderende hin abnehmend. Ferner
erlaubt ihre Form und Anordnung nebst einer variablen, jedoch konstanten Ueberlappung
in Längsrichtung auch eine zeitweise gegenseitige Ueberlappung in der Quer-Richtung.
Die Fig. 3a/b zeigen die Situation des Gelenknetzes 1 im Abschnitt B1, in welchem
sich die Kugeln 10 auf dem Antriebsband 3 befinden und aufgrund dessen glatter Oberfläche
die nötigen Relativbewegungen ausführen können. Das Antriebsband 3 weist eine Geschwindigkeit
auf, die etwa in der Mitte zwischen der kleinen und der grossen Fördergeschwindigkeit
liegt.
[0025] Die Fig.4a und 4b zeigen die Situation des Gelenknetzes 1 im Langsamfahr-Abschnitt
A1. Hier ist das Gelenknetz 1 geschlossen zusammengeschoben und weist deshalb bei
kleinster Geschwindigkeit die grösste Breite auf. Das zugeordnete Antriebsband 2 weist
Querrillen 16 mit der engsten Teilung auf und es ergibt sich ein kleinster Längs-Abstand
"b" über drei Gelenklager 14 der Gelenkkette 15.
[0026] Die Fig.5a und 5b zeigen die Situation des Gelenknetzes 1 im Schnellfahr-Abschnitt
C1. Hier ist das Gelenknetz 1 gestreckt und weist deshalb bei grösster Geschwindigkeit
die kleinste Breite auf. Das zugeordnete Antriebsband 4 weist Querrillen 17 mit der
weitesten Teilung auf und es ergibt sich ein grösster Längs-Abstand "a" über drei
Gelenklager 14 der Gelenkkette 15.
[0027] Die Fig.6 zeigt eine Gesamtansicht des erfindungsgemässen Fahrsteiges und dient speziell
der nachfolgenden Funktionsbeschreibung. Die folgende Tabelle ermöglicht vorerst eine
Uebersicht über die verschiedenen Funktionsabschnitte und ihre jeweilige Bedeutung.
| Abschnitt |
Funktion |
| F1 -> |
erste Umlenkung |
| A1 -> |
Langsamfahrt |
| B1 -> |
Beschleunigung |
| C1 -> |
Schnellfahrt |
| D1 -> |
Verzögerung |
| E1 -> |
Langsamfahrt |
| F2 -> |
zweite Umlenkung |
| A2 -> |
Langsamfahrt |
| B2 -> |
Beschleunigung |
| C2 -> |
Schnellfahrt |
| D2 -> |
Verzögerung |
| E2 -> |
Langsamfahrt |
| F1 -> |
erste Umlenkung |
[0028] Die Funktion "erste Umlenkung" befindet sich im Abschnitt F1 und die mechanische
Einrichtung der "ersten Umlenkung" unterhalb einer Ein-/Ausstiegsplattform 12.1. Der
Fahrsteig wird über diese Ein-/Ausstiegsplattform betreten. Der erste Schritt auf
den beweglichen Teil des Fahrsteiges erfolgt im Abschnitt A1, in welchem sich die
komplett zusammengeschobenen Trittplatten 9 auf dem Gelenknetz 1 in konstanter Langsamfahrt
bewegen. Der Fahrsteigbenützer wird also nicht sofort beschleunigt, kaum dass er den
Fahrsteig betreten hat. Diese Massnahme ist gegenüber bekannten Systemen als zusätzliche
Sicherheit und als grösserer Komfort zu bewerten. Im nächsten Abschnitt B1 wird das
Gelenknetz 1 durch Verengung der Führungen 7 auseinandergezogen, also gestreckt, und
auf diese Weise innerhalb dieses Abschnittes B1 auf die Schnellfahr-Geschwindigkeit
beschleunigt. Der Abschnitt C1 ist der eigentliche Förderabschnitt des Fahrsteiges,
welcher eine fast beliebige Länge aufweisen kann. Am Ende des Schnellfahr-Abschnittes
C1 wird das Gelenknetz 1 im nachfolgenden Abschnitt D1 durch Zusammenschieben auf
die Langsamfahrt verzögert und nach einem kurzen Stück Langsamfahrt im Abschnitt E1
wird der Abschnitt F2 mit der "zweiten Umlenkung", resp. die Ein-/Ausstiegsplattform
12.2 erreicht und von dieser der Fahrsteig verlassen.
[0029] Die Fig.7 zeigt, dass die Nutzbreite des Fahrsteiges in den Ein- und Ausstiegs-Abschnitten
A1, E1, A2 und E2 grösser ist als in den Schnellfahr-Abschnitten C1 und C2. Damit
werden in den Ein- und Ausstiegs-Abschnitten A1, E1, A2 und E2 grosszügige Platzverhältnisse
geschaffen, was bei starkem Personenverkehr das Betreten und Verlassen des Fahrsteiges
erleichtert. Mit 19 sind Personen dargestellt, welche den Beschleunigungsfahrsteig
benützen. Die Ausweitung und Verengung der Nutzbreite erfolgt in den Beschleunigungs-
und Verzögerungs-Abschnitten B1, D1, B2 und D2. In der entgegengesetzten Fahrrichtung
wird analog, jedoch in umgekehrter Reihenfolge verfahren. Zur Unterscheidung sind
die Abschnitte A bis F mit korrespondierenden Funktionen mit der Ordnungszahl 2 versehen
(Fig.6).
[0030] Die Fig.8 zeigt die Disposition eines herkömmlichen Beschleunigungsfahrsteiges mit
lediglich in Fahrtrichtung verschieblichen Trittplatten, d.h. ohne verbreiterte Ein-
und Ausstiegszonen. Angenommen dass sich die Personen 19 leicht gestaffelt zum Fahrsteig
hin bewegen, so kann man im Vergleich mit Fig.7 leicht erkennen, dass der erfindungsgemässe
Beschleunigungsfahrsteig gegenüber demjenigen in der Fig.8 bei gleicher Fahrsteigbreite
50% mehr Förderkapazität aufweist. Dies ist, wie die beiden Darstellungen deutlich
zeigen, dadurch begründet, weil die Fahrgäste gemäss Fig.8 den Fahrsteig nur in einer
Zweierkolonne betreten können und gemäss Fig.7 jedoch in einer Dreierkolonne, was
nun eben diesen Unterschied in der Förderkapazität ausmacht. Beim Beschleunigen entsteht
auf dem Fahrsteig gemäss Fig.7 kein Gedränge unter den Fahrgästen, weil sie in Längsrichtung
voneinander distanziert werden.
[0031] Als wirksamer Antrieb des Fahrsteiges sind die Antriebsbänder 2 und 4 mit den Querrillen
16 und 17 verantwortlich (Fig.4 und 5). Die Querrillen 16 und 17 ergeben mit den einrastenden
Kugeln 10 der Gelenklager 14 eine formschlüssige Verbindung mit dem Antrieb und somit
eine schlupffreie Bewegungsübertragung auf das Gelenknetz 1. Das ebenfalls angetriebene
Antriebsband 3 mit der glatten Oberfläche weist eine Geschwindigkeit auf, welche etwa
in der Mitte der beiden Geschwindigkeiten der Antriebsbänder 2 und 4 liegt. Es ist
die Aufgabe dieses Antriebsbandes 3, nebst der Stützfunktion, die Relativbewegungen
der Kugeln 10 zu dessen Oberfläche möglichst klein zu halten. Diese Relativbewegungen
resultieren aus den durch Beschleunigung und Verzögerung bewirkten Geschwindigkeitsänderungen.
[0032] Die Antriebsgeschwindigkeiten der Antriebsbänder 2 und 4 sind zueinander auf eine
Weise abgestimmt, dass das Gelenknetz 1 im Schnellfahr-Abschnitt C voll gestreckt
und in den Abschnitten A und E voll zusammengeschoben ist. Die Differenz der beiden
Geschwindigkeiten ist deshalb eine konstante, durch die Mechanik gegebene Grösse und
dadurch unabhängig von der absoluten Grösse der beiden Geschwindigkeiten.
[0033] Bei den Umlenkungen in den Abschnitten F1 und F2 werden die radial angeordneten Kegelrollen
6 durch das angetriebene Gelenknetz 1 mitgenommen. Die Kegelrollen 6 haben die Aufgabe,
durch die Einrastung der Kugeln 10 zwischen den Kegelrollen 6, das Gelenknetz 1 radial
geordnet um das Zentrum 13 herum zu führen. Die umlaufenden Kegelrollen 6 sind im
Umlenkbereich von 180° auf einer Ebene angeordnet und werden vor dem Antriebsband
5, in nicht dargestellter Art, schräg nach unten, und nach einer 180°-Winkelbewegung
wieder auf die Umlenkebene geführt. Die Kegelrollen 6 können bei Bedarf mit einem
Antrieb versehen werden. Für eine zusätzliche Rastrierung der Kugeln 10 in den Kegelrollen
6 selbst können diese auch noch als Kreisnuten ausgebildete Rillen mit den radialen
Abständen entsprechend den um das Zentrum 13 umlaufenden Kugeln 10 aufweisen. Das
Antriebsband 5 hat eine ähnliche Funktion wie das Antriebsband 3. Durch eine kleine
Verengung der Führungen 7 vor der Umlenkung sind wieder Relativbewegungen der Kugeln
10 auf der ebenfalls glatten Oberfläche des Bandes 5 die Folge und somit ist dessen
Geschwindigkeit nach vergleichbaren Kriterien bemessen wie jene des Antriebsbandes
3.
[0034] Die Trittplatten 9 weisen im überlappenden Bereich reibungsarme Oberflächen, Querschnittsformen
und Konturen auf, welche ein Uebereinanderschieben unter Belastung mit kleinstmöglichen
Reibkräften erlaubt. Dass in den Abschnitten D und C in Querrichtung benachbarte Trittplatten
9 übereinandergeschoben werden können wird dadurch ermöglicht, dass die Trittplatten
9 in Längsrichtung um eine Gelenklasche 11 versetzt angeordnet sind. Beim gestreckten
Gelenknetz 1 im Abschnitt C entstehen dadurch bei den um etwa eine halbe Trittplattenlänge
in Längsrichtung vorauslaufenden Trittplatten 9 für die nachfolgenden benachbarten
Trittplatten 9 unterschiebbare Hohlräume (Fig.3 und 5).
[0035] Die Trittplatten 9 werden als Massenprodukt vorteilhaft in Spritzgusstechnik hergestellt,
wobei hierzu beliebige spritztechnisch verarbeitbare Metalle und/oder Kunststoffe
oder Materialkombinationen in Frage kommen. Weitere für eine kostengünstige Massenproduktion
geeignete Teile sind alle Elemente 10, 11 und 14 der Gelenkkette 15.
[0036] Die Antriebsbänder 2, 3, 4 und 5 bestehen wie üblich aus flexiblen Materialien und
weisen, ihrer Funktion entsprechend, eine strukturierte (Querrillen 16, 17) oder glatte
Oberfläche auf. Mit nicht dargestellten Stützeinrichtungen, beispielsweise Rollen
an ihren Unterseiten, werden die Transportlasten aufgefangen.
[0037] Die Kegelrollen 6 bei den Umlenkungen F1 und F2 können durch beliebige andere Mittel
ersetzt werden, welche die gleichen Funktionen - radiale Ausrichtung und geordnete
Umlenkung des Gelenknetzes 1 - erfüllen. Beispielsweise kann eine flexible, radial
gerillte und flexible Scheibe vorgesehen werden, mit oder ohne Kulissenführung am
äusseren Rand. In einer Variante kann diese Scheibe ein Lochmuster aufweisen, dessen
Raster jenem der Kugeln 10 entspricht.
[0038] Nach dem erfindungsgemässen Prinzip mit einer Gelenkkette 1 ausgeführte Fahrsteige
können für alle üblichen Durchgangsbreiten und Transportdistanzen fabriziert werden.
1. Fahrsteig für die Personenförderung mit Abschnitten mit konstanten Geschwindigkeiten
(A, C) und mit Abschnitten mit sich ändernden Geschwindigkeiten (B, D) gebildet aus
gelenkig miteinander verbundenen Trägern, wobei die Längsdistanzen zwischen den Trägern
veränderbar sind und auf den Trägern einander in Laufrichtung des Fahrsteiges überlappende
und in Laufrichtung des Fahrsteiges zueinander verschiebliche Trittelemente vorhanden
sind, und wobei je am Ende des Fahrsteiges eine Umlenkung (F) der Trittelemente und
Träger vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die gelenkig miteinander verbundenen Träger aus mehreren in Längsrichtung parallel
angeordneten Gelenkketten (15) bestehen, dass die Trittelemente als Trittplatten (9)
ausgebildet sind und dass die Gelenkketten (15) mittels der Trittplatten (9) in Abständen
querverbunden sind und ein in der Länge und Breite veränderbares Gelenknetz (1) bilden.
2. Fahrsteig nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass seitliche Führungen (7) vorhanden sind, in welchen mit dem Gelenknetz (1) verbundene
Führungsrollen (8) laufen.
3. Fahrsteig nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass unterschiedliche Distanzen in Querrichtung zwischen den Führungen (7) bestehen,
welche die Breite und Länge des Gelenknetzes (1) bei dessen Durchlauf durch Zusammenschieben
oder Strecken verändern.
4. Fahrsteig nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelenkketten (15) aus Gelenklaschen (11) und Gelenklagern (14) bestehen,
und dass die Trittplatten (9) in den Gelenklagern (14) benachbarter Gelenkketten (15)
drehbeweglich (18) gelagert sind und eine Anordnung aufweisen, welche längs und quer
zur Fahrrichtung eine gegenseitige Verschiebung und Ueberlappung ermöglicht.
5. Fahrsteig nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelenklager (14) der Gelenkkette (15) über eine Kugel (10) mit Antriebsmittel
(2, 3, 4, 5 ) wirkverbunden sind.
6. Fahrsteig nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei den Ein- und Ausstiegsplattformen (12.1, 12.2) umlaufende Einrichtungen
(6) vorhanden sind, welche das Gelenknetz (1) durch Einrasten der Kugeln (10) in Rillen,
Zwischenräume, Löcher oder Vertiefungen mitnehmen und umlenken.
7. Fahrsteig nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Antriebsmittel für schlupffreien Antrieb bei kleiner Geschwindigkeit Antriebsbänder
(2) mit Querrillen (16) in enger Teilung vorgesehen sind, zwischen welchen die Kugeln
(10) der Gelenklager (14) einrasten.
8. Fahrsteig nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Antriebsmittel für Abschnitte mit sich verändernder Geschwindigkeit Antriebsbänder
(3, 5)) mit glatter Oberfläche vorgesehen sind, welche eine rollende Relativbewegung
zwischen Kugeln (10) und Bandoberfläche ermöglichen, wobei diese Antriebsbänder (3,
5) Geschwindigkeiten aufweisen, die zwischen der kleinen und grossen Geschwindigkeit,
resp. zwischen der kleinen und der Umlenkgeschwindigkeit des Gelenknetzes (1) liegen.
9. Fahrsteig nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Antriebsmittel für schlupffreien Antrieb bei grosser Geschwindigkeit ein
Antriebsband (4) mit Querrillen (17) in weiter Teilung vorgesehen ist, in welche die
Kugeln (10) der Gelenklager (14) zwecks Mitnahme einrasten.
10. Fahrsteig nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Nutzbreite im Langsamfahr-Abschnitt (A) des Fahrsteiges grösser ausgebildet
ist als die Nutzbreite im Schnellfahr-Abschnitt (C) und dass der Uebergang (B) vom
Langsamfahr-Abschnitt (A) zum Schnellfahr-Abschnitt (C) und umgekehrt trichterförmig
ausgebildet ist.