Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft einen Kompaktlader mit zwei hydraulisch anheb- und absenkbaren
Hubarmen, an deren vordere Enden zur Aufnahme eines Werkzeugs mittels Schwenkbolzen
ein Werkzeug-Aufnahmerahmen angelenkt ist, der Mittel zum Halten des eingesetzten
Werkzeugs sowie Verriegelungsbolzen zu dessen Ver- bzw. Entriegelung aufweist.
[0002] Kompaktlader sind kleine Radlader, die im Frontbereich am Ende der Hubarme einen
im wesentlichen senkrechten Werkzeug-Aufnahmerahmen aufweisen, der um waagerechte
Schwenkbolzen schwenkbar an diese angelenkt, mit Hilfe eines Hydraulikzylinders verschwenkt
werden kann. An den Aufnahmerahmen können verschiedene Werkzeuge, wie etwa Greifzange,
Paletten- oder Mistgabel, Kiesschaufel, etc., angesetzt und mit Hilfe von Verriegelungsbolzen,
die in fluchtenden Bohrungen des Werkzeug-Aufnahmerahmens und des entsprechenden Ansatzstücks
des Werkzeugs eingesetzt werden, verriegelt werden.
Technologischer Hintergrund
[0003] Die hydraulisch anheb- und absenkbaren Hubarme sind vom rückwärtigen Bereich her
seitlich unmittelbar an der Fahrerkabine entlanggeführt, was erhebliche Gefahren für
den Fahrer bedingt, die zu einschneidenden Sicherheitsvorkehrungen zwingen: Die Fahrerkabine
ist seitlich zumeist durch ein Drahtgitter abgedeckt, ein Sitzschalter sowie weitere
Einrichtungen stellen sicher, daß der Kompaktlader einschließlich Hydraulik und Hubeinrichtung
stillgesetzt wird, wenn sich der Fahrer von seinem Fahrersitz erhebt. Da die Verriegelungsbolzen
von Hand gesetzt und gelöst werden, muß der Fahrer zum Absetzen, Wechseln oder Aufnehmen
eines Werkzeugs den Kompaktlader verlassen, die Verriegelungsbolzen setzen und wieder
auf den Kompaktlader zurückkehren, dabei setzt der Sitzschalter die Hydraulik still.
Diese Tätigkeit ist somit zeitaufwendig und ist wegen des notwendigen Ab- und Aufsteigens
auch mit Gefahren verbunden. Ziel der Erfindung ist daher, die gattungsgemäße Vorrichtung
so weiterzubilden, daß ein schnelles und gefahrloses Absetzen, Wechseln bzw. Aufnehmen
des Werkzeugs möglich ist.
Kurze Beschreibung der Erfindung
[0004] Die Verriegelungsbolzen sind mittels Druckzylinder mit von der Bordhydraulik abgezweigtem
Hydraulikfluid betätigbar. Bei mechanisch gekoppelten Verriegelungsbolzen reicht ein
Druckzylinder für eine gekoppelte Gruppe; fehlt die mechanische Kopplung, ist für
jeden Verriegelungsbolzen ein Druckzylinder vorgesehen. Dem/den Hydraulikzylinder/--dern
wird das Hydraulikfluid über Bohrungen in den den Werkzeug-Aufnahmerahmen an die Hubarme
anlenkenden Schwenkbolzen zugeführt; dies erlaubt fest verlegte Anschlüsse im Außenbereich;
innerhalb des Werkzeug-Aufnahmerahmens können Schwenkbewegungen über Schlauchverbinder
ausgeglichen werden; vorteilhaft sind hier Drehanschlüsse. Dadurch wird dem rauhen
Betrieb eingesetzter Kompaktlader Rechnung getragen: Die für den Anschluß des/der
Druckzylinder notwendigen Hydraulikanschlußleitungen können so nicht beschädigt werden;
eine Beeinträchtigung der Sicht des Fahrers entfällt. Durch die Bedienbarkeit der
Verriegelungsbolzen vom Fahrersitz des Kompaktladers aus, unterbleibt ein Verlassen
des Fahrersitzes beim Aufnehmen, Absetzen oder Wechseln eines Werkzeugs, so daß der
Sitzschalter nicht ausgelöst und die Hydraulik nicht abgeschaltet wird. Ist der Werkzeug-Aufnahmerahmen
in Bezug auf das aufzunehmende Werkzeug positioniert und hat es der Werkzeug-Aufnahmerahmen
gefaßt, kann sofort verriegelt werden.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0005]
- Figur 1
- zeigt in einer schematischen Seitansicht den Frontbereich eines (nicht näher dargestellten)
Kompaktladers, dessen Hubarme mit einem Werkzeug-Aufnahmerahmen versehen sind, an
den ein (abgebrochen dargestelltes) Werkzeug mittels eines Ansatzstückes angesetzt
und mittels einer hydraulisch betätigbaren Vorrichtung zum Ver- und Entriegeln des
Werkzeugs mit Verriegelungsbolzen gesichert ist;
- Figuren 2
- zeigen den Werkzeug-Aufnahmerahmen mit einfachem, mit einer Durchgangsbohrung versehenen
Schwenkbolzen, angesetzt an einen der Hubarme der Hubeinrichtung, wobei Figur 2a einen
konischen Schwenkbolzen mit geradem Hydraulik-Durchlaß, beidseits mit Anschlüssen
und Figur 2b einen zylindrischen Schwenkbolzen mit Druckkammer und Hydraulik-Drehanschluß
zeigen;
- Figur 3
- zeigt den Werkzeug-Aufnahmerahmen mit durchgehendem Schwenkbolzen, angesetzt an die
Hubarme der Hubeinrichtung, wobei die Hydraulik über einander entgegengerichtete Sackbohrungen
und Radialbohrungen einem doppelten Drehanschluß zugeleitet wird;
- Figuren 4
- zeigen Einzelheiten der Kraftübertragungseinrichtung mit V-fömigem Joch und das Rückstellen
bewirkender Druckfeder
Fig. 4a: V-fömiges Joch,
Fig. 4b: U-förmiges Joch;
- Figur 5
- zeigt eine Einzelheit der Kraftübertragungseinrichtung mit Wippe/Hebel und das Rückstellen
bewirkender Druckfeder;
- Figur 6
- zeigt eine Einzelheit der Kraftübertragungseinrichtung mit Zahnrad-/Zahnstangen-Antrieb
und mit Druckfeder zum Rückstellen;
- Figur 7
- zeigt schließlich ein Schema-Schaltbild der Hydraulik (ohne die allgemeine Bordhydraulik).
Beschreibung vorteilhafter Ausführungsformen
[0006] Fig. 1 zeigt schematisch eine am Frontbereich eines (nicht dargestellten) Kompaktladers
angeordnete Hubeinrichtung 10 mit zwei hydraulisch an- und absenkbaren Hubarmen 11
und 12, von denen Fig. 1 den in Fahrtrichtung rechten Hubarm 12 mit Einzelheiten zeigt;
der in Fahrtrichtung linke ist ausgebrochen. An den Enden der beiden Hubarme 11 und
12 ist ein Werkzeug-Aufnahmerahmen 15 vorgesehen, der mit einem quer zur Fahrtrichtung
angeordneten, waagerecht verlaufenden Schwenkbolzen 18 an die Hubarme 11 und 12 angelenkt
ist. Der Werkzeug-Aufnahmerahmen 15 ist mit Hilfe eines (nur angedeuteten) Hydraulikzylinders
13, der mit seiner Kolbenstange 14 an einer Traverse 17 des Werkzeug-Aufnahmerahmen
15 angreift, um die Schwenkbolzen 18 schwenkbar, so daß er sowohl in Aufnahme- bzw.
Absetzposition als auch in Arbeitposition gebracht werden kann.
[0007] Der Werkzeug-Aufnahmerahmen 15 weist in seinem oberen Bereich keilförmig ausgebildete
Aufnahmen 32 für das Werkzeug 16 auf, das mit einem Ansatzstück 30, das die keilförmigen
Aufnahmen 32 des Werkzeug-Aufnahmerahmens 15 mit seinen Halterhaken 31 übergreift,
versehen ist. An seiner Unterseite ist das Ansatzstück 30 mit Schräg-streben 33 versehen,
die sich gegen die ebenfall schräg ausgebildeten Unterkanten 35 des Werkzeug-Aufnahmerahmens
15 legen. Werkzeug-Aufnahmerahmen 15 und Ansatzstück 30 werden mit Hilfe von wenigstens
zwei seitlich am Werkzeug-Aufnahmerahmen angeordneten Verriegelungsbolzen 34 ver-
bzw. entriegelt. Dazu fluchten die Löcher 36 in den Schrägstreben 33 mit den korrespondierenden
Löchern im Bereich der Unterkanten 35 des Werkzeug-Aufnahmerahmens 15, in denen die
Verriegelungsbolzen 34 geführt sind, die bei paarweisem Fluchten in die Löcher 36
der Schrägstreben gedrückt werden, so daß die Verriegelungsnase 34.1 in dieses fluchtende
Loch 36 eingreifen kann.
[0008] Dazu sind die Verriegelungsbolzen 34 über Druckzylinder 40, die über die an die Schwenkbolzen
18 angeschlossenen Hydraulik-Anschlußleitungen 55 sowie über zur Betätigung der Verriegelungsbolzen
34 geeignete Steuerschalter 58 in der Fahrerkabine mit der Bord-Hydraulik (s. Fig.
7) verbunden sind, betätigbar. Die Verriegelungsbolzen 34 sind (s. Fig. 1) aus Platzgründen
nahe dem Frontbereich des Werkzeug-Aufnahmerahmens 15 angeordnet; sie werden daher
mit Hilfe einer Kraftumlenkeinrichtung 38 aus der Verriegelungsposition heraus in
die Entriegelungsposition hinein bewegt und umgekehrt.
[0009] Der Schwenkbolzen 18 ist einseitig durch eine Bohrung 20 in einem der Hubarme (hier
Hubarm 12 - für Hubarm 14 gilt analoges) und eine weitere Bohrung in der Seitenwand
des Werkzeug-Aufnahmerahmens 15 geführt; das dem Werkzeug-Aufnahmerahmen 15 zugeordnete
Ende des Schwenkbolzen ist konisch ausgebildet (Fig. 2a) und in der korrespondierend
konisch ausgeformten Bohrung 22 im Werkzeug-Aufnahmerahmen 15 festsetzbar. Eine äußere,
mit (angedeuteten) Schrauben 19.1 fixierte Sperrplatte 19 übergreift das im Durchmesser
reduzierte hubarmseitige Ende des Schwenkbolzens 18 und sichert seine Lage. Das dem
Werkzeug-Aufnahmerahmen 15 zugeordnete, aufnahmeseitige Ende des Schwenkbolzens 18
tritt aus diesem aus. Der Schwenkbolzen 18 ist mit durchgehender Axialbohrung 52 versehen,
die im hubarmseitigen Ende eine Anschluß-Verschraubung 18.1 für die Hydraulik bildet.
Das aufnahmerahmenseitige Ende weist als Ausgang eine Schraubaufnahme 18.2 für eine
Hydraulik-Kupplung auf.
[0010] Bei einer anderen Ausbildung ist der Schwenkbolzen 18 als zylindrischer Einsatzkörper
ausgebildet (Fig. 2b). Eine mit Schrauben 19.1 festgesetzte Platte 19 hält ihn in
Position. Das innere Ende des Schwenkbolzens 18 ist in einer Buchse 25 drehbar gelagert
und mittels einer Dichtung 25.1 gegen Austritt von Schmierfett abgedichtet; dieses
innere Ende ist weiter mit einer Hydraulik-Verschraubung 18.2 versehen, an die ein
(nicht näher dargestellter) Schlauch angeschlossen ist, über den das Hydraulikfluid
dem Druckzylinder 40 zugeleitet wird.
[0011] Wird - etwa bei relativ schmalen Kompaktladern - eine durchgehende Schwenkwelle 50
vorgesehen, bilden deren Enden die Schwenkbolzen 18, die durch die Bohrungen 20 bzw.
21 der Hubarme 11 und 12 sowie der Seitenwände des Werkzeug-Aufnahmerahmens 30 geführt
und - wegen der durchgehend zylindrischen Bolzenbohrungen - beidseits mit den die
im Durchmesser reduzierten hubarmseitige Enden der Schwenkbolzen 18 übergreifenden
und mit (angedeuteten) Schrauben 19.1 fixierten Sperrplatten 19 festgesetzt sind.
Mit diesen Schwenkbolzen 18 ist der Werkzeug-Aufnahmerahmen an die Hubarme 11 und
12 angelenkt.
[0012] Die Hydraulikversorgung ist analog: Ist der Druckzylinder 40 einfachwirkend, ist
eine Axialbohrung 52 ausreichend; ist er jedoch doppeltwirkend, wird ein Paar einander
entgegengerichteter Axialbohrungen 52 vorgesehen, wobei es selbstverständlich ist,
daß der Hydraulikausgang aus der Schwenkwelle 50 entsprechend eingerichtet ist. Dafür
sind im einfachsten Fall die Ausgangsanschlüsse 18.2 unmittelbar an den Mündungsstellen
der Radialbohrungen 63 auf den Mantel der Schwenkwelle 50 aufgesetzt. Vorteilhaft
ist eine drehbare Entnahmemuffe 60, die die durchgehende Schwenkwelle 50 im Bereich
der in die Nuten 53.1 mündenden Radialbohrungen 53 überdeckt, und die eine Entkopplung
der Schwenkbewegung bewirkt. Diese Entnahmemuffe 60 kann den Ringnuten 53.1 der Schwenkwelle
50 entsprechende Ringnuten 61 aufweisen, die über Radialbohrungen 62 mit den auf die
Mantelfläche der Entnahmemuffe 60 aufgesetzten Hydraulik-Ausgangsverschraubungen 18.2
verbunden sind. Innere Ringdichtungen 64 stellen sicher, daß die Nuten 53.1/61 sowohl
gegeneinander als auch gegenüber dem Außenraum abgedichtet sind. Beidseits angeordnete
Sperrscheiben 65 sichern die Lage der Entnahmemuffe 60.
[0013] Wegen der engen Platzverhältnisse im Frontbereich eines Kompaktladers mit an die
Hubarme 11 und 12 angelenktem Werkzeug-Aufnahmerahmen 30 ist es vorteilhaft, die Bewegungsachsen
des Verriegelungsbolzens 34 von Kolbenstange 40.1 des Druckzylinders 40 parallel zueinander
zu versetzen, was ein von den Druckzylindern 40 unabhängiges Anordnen der Verriegelungsbolzen
34 nahe der Frontseite des Werkzeug-Aufnahmerahmens 30 erlaubt. Zur Kraftübertragung
vom Druckzylinder 40 auf den Verriegelungsbolzen 34 wird vorteilhaft eine Kraftumlenkungseinrichtung
38 vorgesehen.
[0014] Dabei wird ein mechanisches Gestänge in Form eines V-förmigen Jochs (Fig. 4), eines
U-förmigen Jochs (Fig. 5) oder einer Wippe mit einem Hebel eingesetzt (Fig. 6 zeigt
lediglich einen einarmigen Hebel, zweiarmige Hebel sind entsprechend anzuordnen -
ohne Beschränkung darauf). Die Verriegelungsvorrichtung 38 mit Verriegelungsbolzen
34 weist einen am Werkzeug-Aufnahmerahmen 15 befestigten und abgestützten, hydraulisch
betriebenen (zunächst als einfach wirkend angenommenen) Druckzylinder 40 auf, der
über die Hydraulik-Anschlußleitungen 56 sowie 55 mit der Bordhydraulik des Kompaktladers
verbunden ist. Um den Verriegelungsbolzen 34 in unmittelbarer Frontnähe am Werkzeug-Aufnahmerahmen
15 anordnen zu können, ist die Achse des Druckzylinders 40 parallel zu der des Verriegelungsbolzen
34 versetzt, der über eine Kraftübertragungseinrichtung 38 betätigt wird.
[0015] Beide die Druckzylinder 40 versorgenden Hydraulikleitungen 56 werden zur Synchronisierung
der Bewegung der Verriegelungsbolzen 34 von einem dem Hydraulik-Ausgang 18.2 nachgeschalteten
Hydraulik-Verteiler 57 abgeleitet. Bei einfach wirkenden Druckzylindern wird die Entriegelungsbewegung
vom Druck gesteuert und die Verriegelungsbewegung von einer bei der Verriegelungsbewegung
gespannten Rückholfeder bewirkt, wobei diese Feder auch im Druckzylinder angeordnet
sein kann.
[0016] Bei einer Ausführungsform der Kraftübertragungseinrichtung 38 wird die Bewegung des
Druckzylinders 40 auf ein V-förmiges Joch übertragen, an das die Kolbenstange 40.1
des Druckzylinders 40 angeschlossen ist. Der eine Schenkel 41 des Jochs geht in den
Verriegelungsbolzen 34 über, während dessen anderer Schenkel 42 eine zum Verriegelungsbolzen
34 parallel ausgerichtete Führungsstange 48 aufweist, die zum Vermeiden von Kanten
oder Klemmen in einer Führung 49 geführt ist. Bei einer anderen Ausführungsform ist
das Joch U-förmig ausgebildet. Der Scheitel des U-Bogens 43 steht mit der Kolbenstange
40.1 in Verbindung und überträgt dessen Bewegung auf den Verriegelungsbolzen 34 und
die Führungsstange 48.
[0017] Bei einer weiteren Ausführungsform der Kraftübertragungseinrichtung 38 wird die Bewegung
des Druckzylinders 40 auf eine Wippe 45 übertragen: Hier wirkt die Kolbenstange 40.1
auf den kurzen Hebelarm 46 eines (einarmig dargestellten) Hebels, dessen langer Hebelarm
47 mit dem Verriegelungsbolzen 34 zusammenwirkt. Wegen der um den Drehpunkt des Hebels
schwenkenden Bewegung ist hier der Verrieglungsbolzen 34 über den im Langloch 47.1
geführten Gleitstein an den Hebel angelenkt, womit der Schwenkbewegung Rechnung getragen
wird. In beiden Fällen bestimmt das Verhältnis der beiden Hebelarme 46 und 47 die
Übersetzung von Kraft und Weg: Ein kurzhubiger Zylinder erfordert einen kurzen Hebelarm
46, während dem Verriegelungsbolzen 34 am langen Hebelarm 47 der längere Weg zum Entriegeln
möglich ist, die höhere Kraft kann von Hydraulikzylindern aufgebracht werden. Für
das Verhindern von störenden und daher unerwünschten Klemmungen bei der Bewegung des
Verrieglungsbolzens trägt die Führung 49 Sorge: die in ihr geführte Führungsstange
48 hat eine zur Achse des Verriegelungsbolzens 34 parallele Achse. Diese Parallelität
ist für ein störungsfreies Arbeiten wesentlich. Dabei kommt es nicht auf den seitlichen
Versatz an, auch ohne seitlichen Versatz kann eine Führung - wie in Fig. 5, 6 dargestellt
- ein Klemmen verhindern.
[0018] Eine weitere Möglichkeit der Kraftübertragung ist durch ein Zahngetriebe gegeben;
in der gewählten Darstellung wirkt der Druckzylinder 40 über Kolbenstange 40.1 und
Koppel-Lasche 40.2 auf ein Zahnrad 44, wobei die Koppel-Lasche 40.2 exzentrisch an
das Zahnrad 44 angelenkt ist. Das Zahnrad 44 wirkt seinerseits mit der als Zahnstange
ausgebildeten Zahnstangen-Verlängerung 34.2 des Verriegelungsbolzens 34 zusammmen.
Wird der (eingefahren dargestellte) Druckzylinder mit Druck bveaufschlagt, schiebt
sich die Kolbenstange 40.1 und mit ihr die Koppel-Lasche 40.2 heraus und verdreht
das Zahnrad 44 gegen den Uhrzeigersinn; dabei wird die Zahnstangen-Verlängerung 34.1
des Verriegelungsbolzens und damit der Verriegungelungsbolzen 34 selbst in Verriegelungsstellung
gebracht. Das Entriegeln erfolgt in umgekehrter Weise. Mit solchen Zahnrad-Übersetzungen
können Weg und Kraft an örtliche Verhältnisse angepaßt werden, wobei die Achsen des
Druckzylinders 40 und des Verriegelungsbolzens 34 auch im Winkel zueinander liegen
können. Hierbei erscheint es selbstverständlich, anstelle eines zwischengeschaltetten
Zahnrades auch eine Kette mehrerer Zahnräder vorzusehen. Auch hier wird eine ein Klemmen
vermeidende Führung 49 vorgesehen, in der zum Vermeiden von Verklemmungen die Verlängerung
des Verriegelungsbolzen geführt ist.
[0019] Vorteilhaft wird die Kraftumlenkeinrichtung mit einem Kraftspeicher versehen, der
beim Verriegeln gespannt wird, und der bei Ausfall der Hydraulik den Verriegelungsbolzen
in verriegelter Stellung überführt bzw. festhält. So wird ein unbeabsichtigtes Lösen
des aufgenommenen Werkzeugs bei Hydraulik-Ausfall verhindert und die Betriebssicherheit
erhöht; ein solcher Kraftspeicher ist beispielsweise eine Feder 37. Zum Entriegeln
wird der Druckzylinder 40 mit Druck beaufschlagt, dabei wird die Kolbenstange 40.1
eingezogen, sie hebt das Joch mit seinem Schenkel 42 bzw. mit dem U-Bogen 43 und damit
den Verriegelungsbolzen 34 der aus dem Loch 36 im Ansatzstück 30 des Werkzeugs 16
gelöst wird. Bei der Hubbewegung der Kolbenstange 40.1 wird beispielsweise eine im
Inneren des Druckzylinders 40 angeordnete Feder gespannt, so daß eine zum Verriegeln
des Werkzeugs über den Verriegelungsbolzens 34 notwendige Kraft auch bei Hydraulikausfall
oder Druckabschaltung am Druckzylinder verfügbar ist. Ist der Druckzylinder 40 als
doppeltwirkender Hydraulikzylinder ausgebildet, kann der Kolben des Druckzylinders
von beiden Seiten mit Hydraulikfluid beaufschlagt werden. In diesem Fall lassen sich
sowohl das Entriegeln durch Ziehen des Verriegelungsbolzen 34 wie vorbeschrieben,
als auch das Verrriegeln durch Setzen des Verriegelungsbolzen 34 hydraulisch durchführen.
[0020] Um bei Druck- oder Hydraulikausfall den Verrieglungsbolzen 34 sicher in seine Verriegelungsstellung
zu bringen bzw. zu halten, sind vorteilhaft extern angeordnete und so überwachbare
Federn 37 vorgesehen, die mit einem Widerlager 37.1 einseitig gestellfest abgestützt,
auf ein bewegbares Teil der Kraftumlenkungseinrichtung 38 wirken. In Fig. 4a ist die
Feder 37 eine Druckfeder, die beim Entriegeln gespannt wird, und die beim Druckausfall
sich entspannend das Joch mit dem Verriegelungsbolzen 34 in Verriegelungsstellung
drückt. In Fig. 4b ist die Feder 37 als Zugfeder ausgebildet, die am Bogen 43 des
Jochs angreift und beim Entriegeln gespannt wird. Bei Druckausfall zeigt diese Feder
37 das Joch mit Verriegelungsbolzen 34 in Verriegelungsstellung.
[0021] Die Figuren 5 und 6 Zeigen mit der Verlängerung 48 des Verriegelungsbolzen 34 zusammenwirkende
Federn 37: In der Fig. 5 ist diese Feder 37 als Zugfeder ausgebildet und mit ihrem
festen Ende auf der Führung 49 abgestützt, während das freie Ende mit der Verlängerung
48 verbunden, bei deren Bewegung mitgenommen wird. Hier wird diese Feder 37 beim Entriegeln
erkennbar gedehnt und so gespannt. In der Figur 6 ist die Feder 37 als Druckfeder
ausgebildet und mit ihrem festen Ende an einem gestellfesten Widerlager 37.1 abgestützt,
während ihr freies Ende vom Kopf der Verlängerung 48 des Verriegelungsbolzen 34 mitgenommen
wird. Hier wird die Feder 37 erkennbar beim Entriegeln zusammengedrückt und so gespannt.
Die gespannte Feder 37 zieht bei Hydraulik- oder Druckausfall die Führungsstange 48
und mit ihr den Verriegelungsbolzen 34 in Verriegelungsstellung.
[0022] Die Figur 7 zeigt schließlich ein Schaltschema für die Bordhydraulik mit angeschlossenem
Druckzylinder 40 zum Ent- bzw. Verriegeln des Werkzeugs mit Hilfe des Verriegelungsbolzens
34. Hydraulikfluid wird von der Hydraulikpumpe 59 der Bordhydraulik in einem Speicher
59.1 gefördert, der über mehrere Abgänge (hier ist nur einer gezeichnet) verfügt.
Die Hydraulikzylinder 40 für Ent- bzw. Verriegelung eines Werkzeugs werden hier mit
dem 4/2 Steuerventil 58 angesteuert. Das Steuerventil 58 versorgt die Anschlußleitung
55, über die Hydraulikfluid unter Druck durch die Axialbohrung 52 in den Schwenkbolzen
18 und die Hydraulikanschlußleitung 56 sowie über die in zwei Zweige aufspaltenden
Hydraulikverteiler 51 den Druckzylindern 40 zugeführt wird. Die Kolben werden bewegt
und die Kolbenstangen 40.1 (nach Fig. 1) eingezogen bzw. ausgefahren. Druckentlastung
durch Umschalten des Ventils 58 kehrt die Bewegungsrichtung (ggf. über interne Federn)
um und läßt den Kolben in Ausgangsstellung zurückgehen.
1. Kompaktlader mit zwei anheb- und absenkbaren Hubarmen, zu deren Betätigung eine Bordhydraulik
mit Druckerzeuger, Ausgleichsgefäß und Arbeitszylinder vorgesehen ist, an deren vordere
Enden zur Aufnahme eines Werkzeugs mittels Schwenkbolzen ein Werkzeug-Aufnahmerahmen
angelenkt ist, der Mittel zum Halten des eingesetzten Werkzeugs sowie Verriegelungsbolzen
zu dessen Ver- bzw. Entriegelung aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß jeder der Verriegelungsbolzen (34) mit Hilfe eines Druckzylinders (40) betätigbar
ist, dem das von der Bordhydraulik abgezweigte Hydraulikfluid über eine axiale Bohrung
(52) in wenigstens einem der Schwenkbolzen (18), mit denen der Werkzeug-Aufnahmerahmen
(15) an die Hubarme (12, 14) des Kompaktladers angelenkt ist, zuführbar ist.
2. Kompaktlader nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegungsachse des Verriegelungsbolzens (34) und der Kolbenstange (46) des
den Verriegelungsbolzen (34) betätigenden Druckzylinders (40) parallel versetzt zueinander
angeordnet sind, wobei für die Kraftübertragung von der Kolbenstange (46) des Druckzylinders
(40) auf den Verriegelungsbolzen (34) eine Kraftumlenkungseinrichtung vorgesehen ist.
3. Kompaktlader nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kraftumlenkungseinrichtung gebildet ist von einem wenigstens zwei Schenkel
(41, 42) aufweisenden Joch, dessen einer Schenkel (41) fest mit dem Verriegelungsbolzen
(34) und der Kolbenstange (40.1) des Druckzylinders (40) verbunden ist und dessen
anderer Schenkel (42) parallel zur Bewegungsrichtung des Verriegelungsbolzen (34)
in einer Führung (50) längsverschiebbar geführt ist.
4. Kompaktlader nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kraftumlenkungseinrichtung gebildet ist von einer Wippe mit einem Hebel (45),
an dessen einen Hebelarm (46) die Kolbenstange (40.1) des Druckzylinders (40) und
an dessen anderen Hebelarm (47) der Verriegelungsbolzen (34) angelenkt sind.
5. Kompaktlader nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kraftumlenkungseinrichtung gebildet ist von einem Zahngetriebe, bei dem das
freie Ende der Kolbenstange (40.1) des Druckzylinders (40) als Zahnstange ausgebildet
mit einem Zahnrad zusammenwirkt, sowie von dem Verriegelungsbolzen (34), dessen Betätigungsende
als Zahnstange ausgebildet, mit dem Zahnrad kämmt.
6. Kompaktlader nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkzeug-Aufnahmerahmen (15) beidseits mit je einem Schwenkbolzen (18) an
den korrespondierenden Hubarm (12, 14) angelenkt ist.
7. Kompaktlader nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest einer der Schwenkbolzen (18) mit der Axialbohrung (52) versehen ist,
an deren Eingang über einen Hydraulik-Anschluß (18.1) die Hydraulikversorgung, und
an deren Ausgang über eine Hydraulik-Ausgangsverschraubung (18.2) der als einfach
wirkender Hydraulikzylinder ausgebildete Druckzylinder (40) anschließbar ist.
8. Kompaktlader nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß beide der Schwenkbolzen (18) mit Axialbohrung (52) versehen sind, an deren Eingänge
die Hydraulikversorgung, und an deren Ausgänge als doppelt wirkende Hydraulikzylinder
ausgebildete Druckzylinder (40) anschließbar sind.
9. Kompaktlader nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkzeug-Aufnahmerahmen (15) beidseits mit einer, beidendig als Schwenkbolzen
(18) ausgebildeten, durchgehenden Schwenkwelle an den korrespondierenden Hubarm (11,
12) angelenkt ist.
10. Kompaktlader nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß einer der Schwenkbolzen (18) einer Seite der Schwenkwelle mit der als Sackbohrung
ausgebildeten Axialbohrung (52) versehen ist, die im Mittenbereich eine Radialbohrung
(53) aufweist, abgedeckt mit einer Hydraulik-Ausgangsverschraubung (18.2), an die
der als einseitig wirkender Hydrauklikzylinder ausgebildete Druckzylinder (40) anschließbar
ist.
11. Kompaktlader nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß beide der Schwenkbolzen (18) jeder Seite der Schwenkwelle mit je einer der als
Sackbohrung ausgebildeten Axialbohrung (52) versehen ist, die im Mittenbereich je
eine Radialbohrung (53) aufweisen, abgedeckt mit einer Hydraulik-Ausgangsverschraubung
(18.2), an die der als doppelseitig wirkender Hydrauklikzylinder ausgebildete Druckzylinder
(40) anschließbar ist.
12. Kompaktlader nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine die Schwenkwelle umgebende, als Drehanschluß ausgebildete Entnahmemuffe
(60) vorgesehen ist, die mit der/den Hydraulik-Ausgangsverschraubung/-en (18.2) versehen
ist, wobei Ringnuten (53.1, 61) auf der Schwenkwelle und/oder der Innenseite der Entnahmemuffen
(60) über Radialbohrungen (53) mit der jeweiligen Achsialbohrung (52) und über Radialbohrungen
(62) mit den Entnahmemuffen (60) verbunden sind.
13. Kompaktlader nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Verriegelungsbolzen (34) mit einem Kraftspeicher versehen ist, der den Verriegelungsbolzen
(34) bei Hydraulikausfall in Verriegelungsstellung drückt.
14. Kompaktlader nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß als Kraftspeicher eine auf den Verriegelungsbolzen (34) wirkende, gegen den Werkzeug-Aufnahmerahmen
(15) abgestützte, vorzugsweise als Druckfeder ausgebildete Feder (37) vorgesehen ist.