[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Öffnen und Schließen eines rollbaren
Behanges, wie Rolladen, Markise, Rauchschutzvorhang, der ggf. mittels einer Hochschiebesicherung
an einer Welle befestigt ist, wobei die Welle mit einem durch eine Steuereinheit angesteuerten
elektrischen Antrieb gekoppelt ist und der Steuereinheit als Eingangsgröße(n) Signale
von einem eine Hemmung der Bewegung des Behanges detektierenden Sensor zugeführt werden.
[0002] Derartige Behänge sind mit einem Ende über eine sogenannte Hochschiebesicherung an
einer ggf. elektromotorisch antreibbaren Welle angelenkt und auf dieser Welle zum
Öffnen bzw. Schließen des Behanges auf- und abwickelbar. Die Hochschiebesicherung
soll verhindern, daß in der Schließstellung der Behang bspw. per Hand in die Öffnungsstellung
geschoben werden kann. Eine derartige Hochschiebesicherung, wie sie bspw. in dem Prospekt
der Anmelderin

Hochschiebesicherungen für Rolladen" beschrieben ist, dient somit der Einbruchsicherung.
Als Behänge kommen Rolladen, Markisen, Rauchschutzvorhänge und dgl. in Betracht.
[0003] Ein Merkmal dieser Hochschiebesicherung ist es, daß sie in der Schließstellung des
Rolladens eine definierte Lage annimmt, in der sie eine quasi starre Verbindung zwischen
dem oberen Ende des Behanges und der Welle schafft. Andererseits ist es bei einem
Aufwickeln des Behanges auf die Welle erforderlich, daß sich die Hochschiebesicherung
bündig um die Welle legt, so daß überhaupt ein Aufwickeln des Behanges auf der Welle
ermöglicht ist. Insoweit sind bekannte Hochschiebesicherungen aus mehreren Gliedern
aufgebaut, welche über Steckachsen miteinander verbunden sind. Benachbarte Glieder
sind mittels einer Federvorspannung belastet, die dazu tendiert, die Hochschiebesicherung
bei herabgelassenem Behang in eine gestreckte Stellung zu überführen, wobei die Glieder
in dieser gestreckten Stellung quasi starr miteinander, bspw. über eine Verrastung,
eine Anlagefläche o. dgl. miteinander gekoppelt sind. Aufgrund dieser quasi starren
Verbindung zwischen dem Behang und der Welle in herabgelassener Position des Behanges
ist es dann nicht mehr möglich, den Behang per Hand hochzuschieben, da mittels der
Hochschiebesicherung für eine starre Kopplung zwischen dem oberen Ende des Behanges
und der Welle gesorgt ist.
[0004] Damit eine sichere Funktion der Hochschiebesicherung gewährleistet ist, ist es jedoch
erforderlich, daß der Behang in der Schließstellung in einer sehr genau definierten
Lage positioniert ist, daß die quasi starre Kopplung der Glieder der Hochschiebesicherung
gewährleistet ist. Bei Betrieb der Vorrichtung zum Verfahren eines Behanges mit mechanischen
Endabschaltern reicht die Endschaltergenauigkeit in der Regel nicht aus, um die definierte
Rastlage der Hochschiebesicherung zu erreichen.
[0005] Bei Antrieben mit elektronischer Steuerung, welche nur eine Endlagenabschaltung bewirken,
bereitet der Einsatz derartiger Hochschiebesicherungen an sich keine Probleme, da
die Endabschaltung in den beiden Stellungen durch die Lastzunahme des Antriebes erkannt
wird. Allerdings können diese Endlagensteuerungen bauartbedingt keine Hindernisse
erkennen, da die Abschaltung stets erst bei Erkennung des Überschreiten des Nennmoments
des Antriebes erfolgt.
[0006] Bei Vorrichtungen zum Verfahren des Behanges, welche zusätzlich zu einer Abschaltung
in den Endlagen auch einen Auflaufschutz ermöglichen sollen, sind besondere Sensoren
bzw. Schaltelemente zur Erkennung des Auflaufens des Behanges auf ein Hindernis vorgesehen.
Bei Auflaufen auf ein Hindernis wird dann der Antrieb zur Drehung der Welle stillgesetzt
bzw. es erfolgt eine Reversierung der Drehrichtung des elektrischen Antriebes und
damit der Welle. Die hierfür vorgesehenen Sensoren, wie diese bspw. in der DE-A-44
40 449 beschrieben sind, basieren auf der Erfassung des Vorhandenseins bzw. Nichtvorhandenseins
eines Spiels zwischen dem Antrieb und der Wickelwelle bzw. zwischen dem Antrieb und
dem Motorlager.
[0007] Bei solchen Anordnungen resultieren aus dem Einsatz der beschriebenen Hochschiebesicherungen
jedoch Schwierigkeiten. Die Federelemente, welche die einzelnen Glieder der Hochschiebesicherung
in die quasi starre Stellung bzw. Raststellung zu überführen trachten, bewirken nämlich,
daß das Spiel zwischen dem Antrieb und der Wickelwelle bzw. dem Antrieb und dem Motorlager
bereits vor dem Erreichen der eigentlichen Schließstellung des Behanges herausgenommen
wird. Die bekannten Vorrichtungen zum Verfahren des Behanges reagieren hierauf mit
einem Stillsetzen bzw. Reversieren des Antriebes. Die Folge hiervon ist, daß die Hochschiebesicherung
beim Schließen des Behanges nicht in eine derart definierte Lage mit Ausrichtung bzw.
Verrastung der einzelnen Glieder überführt wird, so daß eine sichere Funktion der
Hochschiebesicherung bei solchen Vorrichtung zum Verfahren eines Behanges, bei denen
auch die Funktion eines Auflaufschutzes erfüllt sein soll, nicht immer gewährleistet
ist.
[0008] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Verfahren
eines Behanges mit den eingangs genannten Merkmalen dahingehend weiterzubilden, daß
der Behang mittels des elektrischen Antriebes in eine definierte Schließposition überführt
wird, in der die Funktion der Hochschiebesicherung gewährleistet ist.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruches 1.
[0010] Die Steuervorrichtung weist eine Intervallfunktion und eine Speicherfunktion auf.
Dem einen Sensor, insbesondere dem Auflaufsensor für die Erkennung einer Hemmung des
Behangs, bspw. durch das Aufsetzen des Behangs auf einem Hindernis oder der Fensterbank,
ist ein weiterer Sensor, insbesondere ein Lastsensor zur Erkennung der Änderung der
Belastung des elektrischen Antriebes zugeordnet. Die Intervallfunktion wird durch
die Änderung der Ausgangsgröße des ersten Sensors (Auflaufsensor) gestartet. Im Falle,
daß bei der Erstinbetriebnahme während des Ablaufs der Intervallfunktion ein sprunghafter
Lastanstieg auftritt, erkennt die Steuervorrichtung, daß die Vorrichtung eine Hochschiebesicherung
aufweist und legt diese Betriebsart in der Speicherfunktion und zusammen mit einer
Positionsinformation ab. Vorzugsweise wird diese gespeicherte Position festgelegt
aus der Position zu Beginn der Intervallfunktion abzüglich eines ggf. fest vorgegebenen,
dieser Position vorgelagerten Zeit-, Weg- oder Winkelintervalls. Diese vorgelagerte
Position empfiehlt sich aus Sicherheitsgründen, um zu gewährleisten, daß die Funktion
des Auflaufschutzes vor dem erwarteten Auflaufen des Behanges auf die Fensterbank
abgeschaltet wird. Andernfalls bestünde die Gefahr, daß die Fensterbank als Hindernis
erkannt, der Antrieb stillgesetzt und die für die Funktion der Hochschiebesicherung
erforderliche Schließstellung des Behanges nicht erreicht würde. Als Winkelintervalle
kommen 1/8 bis 1/2 Wellenumdrehungen, bevorzugt etwa 1/4 Wellenumdrehungen in Betracht.
Im Falle, daß kein sprunghafter Lastanstieg bei der Erstinbetriebnahme der Steuereinheit
auftritt, wird die Betriebsart, erkennt die Vorrichtung, daß der Behang keine Hochschiebesicherung
aufweist. In der Speicherfunktion wird dann der Betriebsmodus

federende Aufhängung" bzw.

keine Hochschiebesicherung vorhanden" abgelegt. Nach der Erstinbetriebnahme wird in
der Betriebsart

federnde Aufhängung" der Antrieb durch die Signaländerung des Auflaufsensors, d.h.
durch die Bewegungshemmung des Behanges, stillgesetzt. In der Betriebsart

Hochschiebesicherung" wird dagegen nach der Erstinbetriebnahme das Signal des Auflaufsensors
ab der gespeicherten Position ausgeblendet und der Antrieb nach einer Belastungszunahme
stillgesetzt. Hierdurch ist erreicht, daß in der Speicherfunktion unabhängig davon,
ob nun eine Hochschiebesicherung Anwendung findet oder nicht, immer der für die Schließstellung
des Behanges optimale Verfahrweg abgespeichert wird. Fehlinterpretationen der von
den Sensoren abgegebenen Signale sind vermieden.
[0011] Dabei hat es sich nach einer ersten Ausführungsform der Erfindung als vorteilhaft
erwiesen, daß die Intervallfunktion ein Wegintervall aufweist, das vorzugsweise einen
Wert im Bereich von etwa 1/8 bis 1/2 Wellenumdrehungen, bevorzugt 1/4 Wellenumdrehungen
annimmt.
[0012] Eine weitere Möglichkeit zur Ausbildung der Intervallfunktion besteht auch darin,
daß diese ein Zeitintervall aufweist.
[0013] Dabei bietet es sich an, daß der Sensor, der die Intervallfunktion startet, auf eine
Änderung des Spiels zwischen Antrieb und Welle oder Antriebs und Antriebslagerung
empfindlich ist.
[0014] Weiterhin besteht die Möglichkeit, daß bei einem Auftreten einer Hemmung oder eines
Lastanstieges während des Ablaufs der Intervallfunktion der zugehörige Verfahrweg
des Behanges in der Speicherfunktion abgelegt wird.
[0015] Wird hingegen während der Installationsfahrt bei einem Nichtauftreten eines Lastanstieges
während des Ablaufs der Intervallfunktion festgestellt, so läßt sich der Verfahrweg
des Behanges zum Zeitpunkt der Änderung des Ausgangsgröße des einen Sensors in der
Speichervorrichtung abgelegt.
[0016] Von Vorteil wird die Lastzunahme des Behanges mittels eines Drehmomentsensors oder
eines Stromsensors für den elektrischen Antrieb erfaßt.
[0017] Die Hochschiebesicherung besteht von Vorteil aus mehreren gelenkig miteinander verbundenen
Gliedern.
[0018] Dabei bietet es sich an, daß benachbarte Glieder mit der Vorspannung einer Feder
beaufschlagt sind, welche die Glieder in Schließstellung des Behanges in eine stabile
bzw. quasi stabile Positionierung, insbesondere in eine Verrastposition, überführt.
[0019] Weitere Ziele, Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand
der Zeichnungen. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale
für sich oder in beliebiger sinnvoller Kombination den Gegenstand der vorliegenden
Erfindung, auch unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren
Rückbeziehung.
[0020] Es zeigen:
- Figur 1
- in schematischer Darstellung einen mittels Hochschiebesicherungen an einer Welle befestigten
Behang in Draufsicht,
- Figur 2
- eine schematische Darstellung einer Hochschiebesicherung und
- Figur 3
- die Vorrichtung der Figur 1 in Seitenansicht.
[0021] In den Figuren 1 und 3 ist der Aufbau der Vorrichtung zum Verfahren eines Behanges
8 dargestellt, wobei der Behang 8 mit einer Hochschiebesicherungen 2 an einer Welle
1 befestigt ist, welche mit einem Antrieb in Verbindung steht. Die Hochschiebesicherung
2 ist mit ihrem einen Ende, bspw. mittels Blechschrauben o. dgl. an der Wickelwelle
1 befestigt. Das andere Ende der Profilschiene 5 der Hochschiebesicherung 2 ist gemäß
dem Ausführungsbeispiel in einen Anfangsstab 7 des Behanges 8, bspw. des Rolladens
eingeschoben.
[0022] Die Hochschiebesicherung 2, welche für sich gesehen in Figur 2 dargestellt ist, besteht
aus mehreren Gliedern 4, welche über Steckachsen miteinander schwenkbar verbunden
sind. Auf den Steckachsen sind Federn 3 befestigt, die auf benachbart angeordnete
Glieder 4 wirken und in Schließstellung des Behanges 8 eine Verrastung bzw. eine quasi
starre Streckung der Glieder 4 bewirken. Dies führt dazu, daß das Behang 8 bzw. der
Rolladen durch Unbefugte nicht aus der Schließstellung bspw. per Hand in die Öffnungsstellung
verschoben werden kann.
[0023] Diese Sicherungsstellung der Hochschiebesicherung 2 ist in schematischer Darstellung
der Figur 1 zu entnehmen, wobei die Glieder bei einem Hochschieben des Behanges 8
quasi starr gekoppelt sind. Hingegen legen sich bei einem Aufwickeln des Behanges
8 auf die Welle 1 die Glieder 4 der Hochschiebesicherung 2 bündig an den Außenmantel
der Welle 1 an, da die Glieder 4 gelenkig miteinander verbunden sind und sich benachbarte
Glieder 4 gegen die Wirkung der Kraft der zugeordneten Feder 3 verschwenken lassen.
[0024] Bei Vorrichtungen zum Verfahren des Behanges 8, welche bspw. zusätzlich zu einer
Endlagenabschaltung auch eine Abschaltung im Sinne eines Ablaufschutzes ermöglichen
sollen, wird bei einem Auflaufen des Behanges 8 auf ein Hindernis der Antrieb stillgesetzt
und ggf. auch reversiert. Dieser Auflauf des Behanges 8 auf ein Hindernis wird durch
Sensoren bzw. besondere Schaltelemente detektiert. Diese Sensoren können bspw. auf
das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein eines Spiels zwischen dem Antrieb und der
Welle 1 bzw. zwischen dem Antrieb und einem Lager des Antriebs reagieren. Allerdings
bereitet der Einsatz der zuvor beschriebenen Hochschiebesicherung 2 hinsichtlich der
Auflaufschutzfunktion gelegentlich Probleme. Die Federn 3, welche die einzelnen Glieder
4 der Hochschiebesicherung 2 in Rast- bzw. quasi starre Stellung zu schieben trachten,
bewirken nämlich ein Herausdrehen des Spiels zwischen dem Antrieb und der Welle 1
bzw. der Welle 1 und dem Lager des Antriebs schon bereits bevor die eigentliche Schließstellung
des Behanges 8 erreicht ist. Somit schließt der Sensor der bekannten Vorrichtungen
zum Verfahren des Behanges 8 auf ein Auflaufen des Behanges und setzt den Antrieb
still bzw. reversiert die Drehrichtung. Hierbei ist jedoch nicht immer gewährleistet,
daß die Raststellung bzw. die quasi starre Stellung der Glieder 4 der Hochschiebesicherung
eingenommen wird, so daß unter Umständen die Funktion der Hochschiebesicherung gar
nicht zum Einsatz kommen kann.
[0025] Um dies zu vermeiden, ist es vorgesehen, daß bei der Erstinbetriebnahme der Behang
8 zunächst in die Schließstellung verfahren wird, wobei die Position, an welcher das
Spiel zwischen dem Antrieb und der Welle 1 bzw. dem Lager und der Welle 1 herausgenommen
wird, erfaßt und abgespeichert wird. In dieser Position wird bei der Erstinbetriebnahme
der Vorrichtung der Antrieb jedoch nicht gestoppt, sondern so weit innerhalb eines
vorgegebenen Weg- oder Zeitintervalls weiterverfahren, bis entweder das Weg- bzw.
Zeitintervall überschritten wird oder innerhalb des Weg- bzw. Zeitintervalls ein sprunghafter
Lastanstieg der Welle 1 bzw. des Antriebes erfaßt wird, worauf dann der Antrieb abgeschaltet
wird. Beim Ablauf des Zeit- oder Wegintervalls ohne eines Auftretens eines sprunghaften
Lastanstieges erkennt somit die Vorrichtung bzw. die Steuervorrichtung selbsttätig,
das der Behang 8 nicht über eine Hochschiebesicherung 2, sondern über Federn o. dgl.
mit der Welle 1 verbunden ist, wie diese bei herkömmlichen Behängen 8 allgemein üblich
ist. In diesem Fall wird von der Steuervorrichtung als unterer Abschaltpunkt der zuvor
abgespeicherte Referenzpunkt, an dem das Spiel herausgenommen wird, abgespeichert.
[0026] Tritt jedoch innerhalb des Zeit- oder Wegintervalls eine während der Installationsfahrt
bzw. Erstinbetriebnahme eine sprunghafte oder schlagartige Lastzunahme auf, was mittels
eines Lastsensors detektiert wird, erkennt die Steuervorrichtung, daß der Behang 8
über eine Hochschiebesicherung 2 mit der Welle 1 verbunden ist. In diesem Fall wird
in der Speicherfunktion die Betriebsart

Hochschiebesicherung vorhanden" mit einer Positionsinformation abgelegt, wobei diese
Positionsinformation im Normalbetrieb diejenige Position definiert, ab welcher zur
Gewährleistung der Funktion der Hochschiebesicherung der Auflaufschutz ausgeblendet
wird. Vorzugsweise wird die gespeicherte Position festgelegt aus der Position zu Beginn
der Intervallfunktion abzüglich eines Toleranzweges bzw. eines auf die Wickelwelle
bezogenen Toleranzwinkels. Somit reagiert die Steuervorrichtung im Normalbetrieb bzw.
nach der Erstinstallation ab der zuvor abgespeicherten Position nicht auf ein Herausdrehen
des Spiels, welches aufgrund des Vorhandenseins der Hochschiebesicherung 2 auftritt.
[0027] Während der normalen Abwärtsbewegung des Behanges 8 wird allerdings ein Herausdrehen
des Spiels nach wie vor als Auflaufen auf ein Hindernis interpretiert und die Ablaufschutzfunktion
in Aktion gesetzt, so daß der Antrieb stillgesetzt bzw. reversiert wird. Dies erfolgt
jedoch erst nach der Erstinbetriebnahme der Vorrichtung. Somit ist ein einwandfreies
Zusammenspiel zwischen der Kombination zwischen Auflaufsicherung und Hochschiebesicherung
gewährleistet.
[0028] Dazu verknüpft die Steuervorrichtung das Signal des Sensors, der für die Erfassung
des Herausdrehens des Spiels eingesetzt wird, mit einer im allgemeinen ohnehin im
Antrieb vorhanden Weginformation und blendet das Signal, welches durch das Herausdrehen
des Spiels aufgrund des Vorhandenseins der Hochschiebesicherung 2 erzeugt wird, aus.
Hierzu ist ein definiertes Zeit- oder Wegintervall vorgesehen, welches vor dem erwarteten
unteren Endabschaltpunkt liegt. Über die anderen Verfahrstrecken des Behanges 8 wird
dieses Signal des Sensors jedoch als Abschaltkriterium im Hinblick auf eine Auflaufsicherungsfunktion
zugelassen. Das Wegintervall, innerhalb dessen das Signal bzgl. des Herausdrehen des
Spiels als Abschaltkriterium unterdrückt wird, bewegt sich im Bereich von bspw. 1/4
Wellenumdrehung vor der optimalen Schließstellung. Damit ist sichergestellt, daß sich
zum einen der Behang 8 in Schließstellung befindet und zum anderen die Glieder 4 der
Hochschiebesicherung 2 in Sicherungsstellung überführt werden.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- - Welle
- 2
- - Hochschiebesicherung
- 3
- - Feder
- 4
- - Glieder
- 5
- - Profilschiene
- 7
- - Anfangsstab
- 8
- - Behang
1. Vorrichtung zum Öffnen und Schließen eines rollbaren Behanges (8), der ggf. mittels
einer Hochschiebesicherung (2) an einer Welle (1) befestigt ist, wobei die Welle (1)
mit einem durch eine Steuereinheit angesteuerten elektrischen Antrieb gekoppelt ist
und der Steuereinheit als Eingangsgröße Signale von mindestens einem eine Hemmung
der Bewegung des Behangs (8) detektierenden Sensor zugeführt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß
- eine Intervallfunktion und eine Speicherfunktion vorgesehen sind,
- ein zweiter Sensor für die Erkennung der Belastung des Antriebes vorgesehen ist,
- die Intervallfunktion durch die Änderung der Ausgangsgröße des ersten Sensors gestartet
wird,
- während des Ablaufs der Intervallfunktion
a) bei der Erstinbetriebnahme der Steuereinheit im Falle des Auftreten einer Lastzunahme
des Antriebes, insbesondere einer sprunghaften Lastzunahme, die Betriebsart

Hochschiebesicherung vorhanden" mit einer Position in der Speicherfunktion abgelegt
wird, ab welcher Position im späteren Normalbetrieb das Signal des ersten Sensors
ausgeblendet wird,
b) bei der Erstinbetriebnahme der Steuereinheit ohne Auftreten einer Lastzunahme die
Betriebsart

ohne Hochschiebesicherung" in der Speicherfunktion abgelegt wird,
c) nach der Erstinbetriebnahme in der Betriebsart

ohne Hochschiebesicherung" der Antrieb durch die Signaländerung des ersten Sensors
(d.h. durch die Bewegungshemmung des Behanges) stillgesetzt wird, und
d) nach der Erstinbetriebnahme in der Betriebsart

Hochschiebesicherung vorhanden"das Signal des ersten Sensors ab der gespeicherten
Position ausgeblendet und der Antrieb nach einer Belastungszunahme stillgesetzt wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in der Betriebsart

Hochschiebesicherung vorhanden" in der Speicherfunktion abgelegte Position aus der
Position des Behanges (8) zu Beginn der Intervallfunktion abzüglich eines vorgegebenen
Zeit-, Weg- oder Winkelintervalls festgelegt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Intervallfunktion
ein Wegintervall aufweist, das vorzugsweise einen Wert im Bereich 1/8 bis 1/2 Wellenumdrehungen,
bevorzugt etwa 1/4 Wellenumdrehungen, annimmt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, die Intervallfunktion ein Zeitintervall
oder auf die Wickelwelle bezogenes Winkelintervall aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
eine Sensor, der die Intervallfunktion startet, insbesondere auf eine Änderung des
Spiels zwischen Antrieb und Welle (1) oder des Antriebs und Antriebslagerung empfindlich
ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei
einem Auftreten einer Hemmung oder Lastanstiegs während des Ablaufs der Intervallfunktion
der zugehörige Verfahrweg des Behanges (8) in der Speicherfunktion abgelegt wird.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß während
der Erstinbetriebnahme bzw. während der Installationsfahrt des Behanges (8) bei einem
Nichtauftreten eines Lastanstieges während des Ablaufs der Intervallfunktion der Verfahrweg
des Behanges (8) zum Zeitpunkt der Änderung des Ausgangsgröße des einen Sensors in
der Speichervorrichtung abgelegt wird.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lastzunahme des Behanges (8) mittels eines Drehmomentsensors oder eines Stromsensors
für den elektrischen Antrieb erfaßt wird.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hochschiebesicherung aus mehreren gelenkig miteinander verbundenen Gliedern (4) besteht.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß benachbarte Glieder (4) mit
der Vorspannung einer Feder (3) beaufschlagt sind, die die Glieder in Schließstellung
des Behanges in eine quasi stabile Positionierung, insbesondere in eine Verrastposition
überführen.
11. Steuerung für eine Vorrichtung zum Öffnen und Schließen eines rollbaren Behanges (8),
der ggf. mittels einer Hochschiebesicherung an einer Welle (1) befestigt ist, nach
einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche.