[0001] Die Erfindung betrifft einen Membranvergaser, dessen membrangesteuerte Regelkammer
für Kraftstoff über eine Anzahl von Kraftstoffkanälen mit einem Ansaugkanal für Luft
verbunden ist, insbesondere zum Einsatz in einem Zweitaktmotor.
[0002] Ein Membranvergaser dient zur Einstellung eines im jeweiligen Betriebszustand eines
Verbrennungsmotors, insbesondere im Leerlauf-, Teillast- und Volllastbetrieb, benötigten
Verbrennungsgemisches aus Luft und darin feinverteiltem Kraftstoff in einem für die
Verbrennung optimierten Mischungsverhältnis. Membranvergaser werden üblicherweise
einerseits in Kleinwerkzeugen, wie z. B. in einer Motorkettensäge, eingesetzt. Andererseits
werden für vergleichsweise große Motoren, z. B. Motoren mit einem Hubraum von mehr
als 300cm
3, ausgelegte Membranvergaser häufig in Motorbooten und insbesondere in sogenannten

Jet-Skis" eingesetzt.
[0003] Bei einem aus der DE 44 09 887 A1 bekannten Membranvergaser ist zum Auslaß von Kraftstoff
in einen Ansaugkanal zusätzlich zu einem Hauptkanal ein weiteres Kanalsystem vorhanden.
Dieses Kanalsystem umfasst eine mit einer Regelkammer zur Kraftstoffzufuhr verbundene
Emulsionskammer, von der ein Bypaßkanal und ein Leerlaufkanal abzweigen. Der Leerlaufkanal
mündet über dessen Auslaßöffnung in einen dem Motor zugewandten Teilraum des Ansaugkanals,
während der Bypaßkanal in einen dem Motor abgewandten Teilraum mündet. Die beiden
Teilräume sind im Leerlaufbetrieb getrennt durch eine im Ansaugkanal angeordnete und
drehbewegliche Drosselklappe, die im Leerlaufbetrieb den Ansaugkanal nahezu verschließt.
Bei laufendem Motor bildet sich im dem Motor Zugewandten Teilraum ein Unterdruck,
während im dem Motor abgewandte Teilraum Athmosphärendruck herrscht. Infolge dieses
Druckunterschiedes zwischen den beiden Teilräumen wird durch den Bypaßkanal Luft angesaugt,
die sich in der Emulsionskammer mit Kraftstoff vermischt. Das Kraftstoff-Luft-Gemisch
wird durch den Leerlaufkanal abgesaugt und dem Motor zugeführt.
[0004] Bei einem Beschleunigungsvorgang und der damit verbundenen Verkippung der Drosselklappe
geraten die Auslaßöffnungen des Bypasskanals in den Unterdruckbereich. Dadurch wird
eine Umkehr der Strömungsrichtung im Bypasskanal und der Austritt von Kraftstoff durch
die Bypassöffnungen in den Ansaugkanal bewirkt. Der Bypasskanal dient also im Teillastbetrieb
der Kraftstoffzufuhr und erfüllt damit die Funktion eines Teillastkanals. Bis jedoch
reiner, d.h. mit Luft unvermischter Kraftstoff in den Ansaugkanal abgegeben werden
kann, muß zunächst die sich in der Emulsionskammer und im Bypaßkanal befindende Luft
verdrängt werden. Dies führt bei einer schlagartigen Öffnung der Drosselklappe zu
einem verzögerten Beschleunigungsverhalten des Motors. Bei Werkzeugen, wie z. B. einer
Motorkettensäge, ist dieser Effekt nur von geringer Bedeutung. Dagegen ist bei Motorbooten
und insbesondere bei

Jet-Skis" ein schlechtes Anzugverhalten des Motors äußerst unerwünscht.
[0005] Nach dem z. B. in der DE 196 04 553 A1 offenbarten Stand der Technik wird zur Behebung
dieses Problems eine Beschleunigungspumpe in Form einer zusätzlichen Membranpumpe
eingesetzt, die über einen an die Drehachse der Drosselklappe gekoppelten Nocken betätigt
wird. Beim vollständigen, schlagartigen Öffnen der Drosselklappe gibt diese Beschleunigungspumpe
einen Kraftstoffstoß in den Vergaser ab. Der Kraftstoffstoß reicht aus, um die vorerwähnten
Beschleunigungsverzögerungen auszugleichen. Anschließend erfolgt die Kraftstoffversorgung
im wesentlichen über den Hauptkanal. Die Beschleunigungspumpe bewirkt jedoch infolge
des schlagartigen Kraftstoffausstoßes während des Beschleunigungsvorganges eine starke
Abweichung des Kraftstoff-Luft-Mischungsverhältnisses aus dem für die Verbrennung
optimalen Bereich. Diese Abweichung äußert sich in einer Verminderung des Wirkungsgrades
des Motors. Dies ist einerseits verbunden mit einem hohen Kraftstoffverbrauch sowie
andererseits mit hoher Schadstoffemission. Die Integration einer zusätzlichen Beschleunigungspumpe
in die Vergaseranlage erfordert weiterhin einen komplizierten und kostenintensiven
Aufbau der Konstruktion.
[0006] Insbesondere bei einem

Jet-Ski" ergibt sich bei Einsatz einer Beschleunigungspumpe ein weiteres Problem.
So müssen in Hafenbereichen die

Jet-Skis" mit Leerlaufdrehzahl und somit in Schrittgeschwindigkeit fahren. Derartige
Fahrten können etwa bis zu 15 Minuten andauern. In dieser Zeit sammelt sich im Kurbelgehäuse
das Verbrennungsgemisch an. Infolge plötzlicher Drehzahleröhung des Motors wird dieses
Gemisch aktiviert und zusätzlich mit dem von der Beschleunigungspumpe eingespritzen
Kraftstoff in den Brennraum eingesaugt. Dies kann ein instabiles Laufverhalten und
im Extremfall sogar ein Ausfallen des Motors zur Folge haben.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Membranvergaser mit einfachem
mechanischen Aufbau anzugeben, der ein gutes Beschleunigungsverhalten bei gleichzeitig
niedriger Schadstoffemission und niedrigem Kraftstoffverbrauch gewährleistet.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Dazu
verläuft der oder jeder Teillastkanal unter Verzicht auf eine Emulsionskammer auf
dessen gesamter Länge getrennt vom Leerlaufkanal.
[0009] Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, daß eine Beschleunigungspumpe entfallen
kann, wenn die in einem Membranvergaser ohne Beschleunigungspumpe auftretende Beschleunigungsverzögerung
auf alternative Weise behebbar ist. Da erkanntermaßen durch Eindringen von Luft in
einen Teillastkanal dieser für eine spontane Reaktion auf plötzliche Druckänderungen
blockiert wird, und darüberhinaus der Ausfall der Zufuhr des Teillastkraftstoffs die
Ursache für die Beschleunigungsverzögerung ist, sollte gewährleistet sein, daß unabhängig
vom Betriebszustand alle Kraftstoffkanäle stets vollständig mit Kraftstoff gefüllt
sind. Dies kann erreicht werden, wenn eine direkte Verbindung zwischen einem Bypass-
oder Teillastkanal und dem Leerlaufkanal, insbesondere über eine Emulsionskammer,
vermieden wird.
[0010] In zweckmäßiger Ausgestaltung sind alle Kraftstoffkanäle für eine Luftdurchführung
gesperrt. Da zudem die Kraftstoffkanäle über deren Auslaßöffnungen in der Wand des
Ansaugkanals in direkter Verbindung mit der kraftstoffgefüllten Regelkammer des Membranvergasers
stehen, wird eine Kommunikation zwischen dem Leerlaufkanal und jedem der Teillastkanäle
unterbunden. Je nach Funktion des Motors kann wahlweise zusätzlich zu einem einzelnen
Teillastkanal mindestens ein weiterer Teillastkanal (oder auch Übergangskanal) vorgesehen
werden. Dabei verläuft jeder Teillastkanal sowohl von jedem weiteren Teillastkanal
als auch vom Leerlaufkanal über dessen gesamte Länge getrennt. Ein Eindringen von
Luft aus dem Ansaugkanal einen der Teillastkanäle während des Leerlaufbetriebs kann
durch mindestens ein im Teillastkanal angeordnetes Rückschlagventil verhindert werden.
[0011] Jeder Teillastkanal ist über mindestens eine Auslaßöffnung mit dem Ansaugkanal verbunden.
Vorzugsweise sind jedoch jeweils zwei Auslaßöffnungen vorgesehen, wobei die Auslaßöffnungen
jedes Teillastkanals in Strömungsrichtung der angesaugten Luft hintereinander angeordnet
sind. In Abhängigkeit von der Stellung der Drosselklappe können diese Auslaßöffnungen
nacheinander für Kraftstoffdurchfluß aktiviert werden. Dadurch kann insbesondere im
Teillastbetrieb der Kraftstoffausstoß besonders exakt an den aktuellen Belastungszustand
angepasst werden.
[0012] Der Kraftstofffluß wird zweckmäßigerweise in jedem Kanal mittels zwischengeschalteter
Düsen separat gedrosselt. Dadurch ist die für jeden der Betriebszustände des Membranvergasers
erforderliche Kraftstoffmenge unabhängig einstellbar. Das im Leerlaufkanal angeordnete
Düsenelement kann dabei als verstellbares Nadelventil ausgestaltet sein. In dieser
Ausgestaltung ist auch nach Fertigstellung des Vergasers eine Regelung des Leerlaufkraftstoffflusses
und damit der Leerlaufdrehzahl des Motors möglich.
[0013] In bevorzugter Ausführung wird jedoch anstelle des regelbaren Nadelventils eine starre
Leerlaufdüse (Festdrossel) als Düsenelement im Leerlaufkanal verwendet. Die Leerlaufdrehzahl
wird dabei werkseitig festgelegt und ist nach Fertigstellung des Membranvergasers
unveränderbar. Dadurch wird einer unsachgemäßen Verstellung des Vergasers vorgebeugt.
[0014] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß durch Separierung
jedes Teillastkanals vom Leerlaufkanal alle Kraftstoffzufuhrkanäle, insbesondere aber
jeder Teillastkanal, während der gesamten Betriebsdauer vollständig mit Kraftstoff
gefüllt sind. Bei einem plötzlichen Öffnen der Drosselklappe kann durch diesen daher
Kraftstoff austreten, sobald die entsprechende Auslaßöffnung in den Unterdruckbereich
gerät.
[0015] Dazu haben Versuche gezeigt, daß durch die direkte Verfügbarkeit des Teillastkraftstoffs
und des reinen Kraftstoffs im Leerlaufkanal die Beschleunigungspumpe eingespart werden
kann, wodurch eine kostengünstige Herstellung des Membranvergasers ermöglicht wird.
Die Kraftstoffmenge reicht mit der bereits im Kurbelgehäuse des Zweitaktmotors angesammelten
Kraftstoffmenge aus, um das nach dem alten System auftretende Beschleunigungsloch
zu kompensieren. Da nicht die in der Pumpe angesammelte Kraftstoffmenge zusätzlich
in den Motor engebracht wird, werden ein geringer Kraftstoffverbrauch und eine geringe
Schadstoffemission erwirkt. Außerdem wird verhindert, daß der Motor aufgrund einer
Überfettung des Verbrennungsgemisches beim plötzlichen Beschleunigen ein ungleichmäßiges
Laufverhalten zeigt. Durch Verwendung einer Festdrossel zur Einstellung der Leerlaufdrehzahl
des Motors wird der Membranvergaser zudem gegen eine unsachgemäßen Verstellung gesichert.
[0016] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand einer nachstehenden Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- schematisch einen Membranvergaser mit voneinander getrennten Kraftstoffkanälen im
Leerlautbetrieb,
- Fig. 2
- einen Membranvergaser gemäß Fig. 1 mit einem verstellbaren Nadelventil im Leerlaufkanal,
und
- Fig. 3
- einen Membranvergaser gemäß Fig. 1 im Teillastbetrieb.
[0017] Der Membranvergaser gemaß Fig. 1 weist einen Ansaugkanal 1 auf, der das (nicht dargestellte)
Vergasergehäuse auf dessen gesamter Länge durchzieht. Der Ansaugkanal 1 weist im Innenbereich
zwischen einer eingangsseitigen Öffnung 2 und einer ausgangs- oder motorseitigen Öffnung
3 eine ringförmige Verengung zur Bildung eines Venturiabschnitts 4 auf. Durch die
eingangsseitige Öffnung 2 wird im Betrieb des Membranvergasers Luft L angesaugt, die
im Inneren des Ansaugkanals 1 mit feinverteiltem Kraftstoff K vermischt und als Verbrennungsgemisch
G durch die motorseitige Öffnung 3 dem (nicht dargestellten) Motor zugeführt wird.
Die Luftstromrichtung ist in den Figuren durch die Pfeile 5 gekennzeichnet.
[0018] Eine im Bereich der eingangsseitigen Öffnung 2 angeordnete, beweglich gelagerte Starterklappe
6 (Choke) wird nur für den Startvorgang benötigt. Im Betrieb des Membranvergasers
befindet sich diese in der dargestellten, vollständig geöffneten Stellung. Die Durchflußrate
der Emulsion, d. h. des Gemisches G aus Luft L und feinverteiltem Kraftstoff K, die
die momentane Leistung des Motors bestimmt, wird reguliert durch eine Drosselklappe
7, die um eine Mittelachse 8 winkelverstellbar gelagert im Ansaugkanal 1 nahe der
motorseitigen Öffnung 3 angeordnet ist.
[0019] Zur Kraftstoffzufuhr in den Ansaugkanal 1 sind eine Anzahl von Kraftstoffkanälen
vorgesehen, deren Auslaßöffnungen sich in Strömungsrichtung der angesaugten Luft L
hintereinander in der Wand 9 des Ansaugkanals 1 befinden. Dazu umfaßt der Membranvergaser
einen Hauptkanal 10, dessen Auslaßöffnung 11 in einen im Venturiabschnitt 4 positionierten
Vorzerstäuber oder Vorventuri 12 mündet. Dieser Vorzerstäuber 12 kann auch entfallen.
In diesem Fall mündet der Hauptkanal 10 über dessen Auslaßöffnung 11 direkt in den
Ansaugkanal 1. Der Hauptkanal 10 verbindet die Auslaßöffnung 11 über ein Rückschlagventil
13 und eine diesem kraffstoffseitig vorgeschaltete Hauptdüse 14 mit einer mit Kraftstoff
K gefüllten Regelkammer 15.
[0020] Stromabwärts der Auslaßöffnung 11 befindet sich ein erster, nachfolgend oberer Teillastkanal
oder Übergangskanal 16 mit zwei Auslaßöffnungen 17. Dieser obere Teillastkanal 16
kann je nach Funktion des Motors vorgesehen werden oder entfallen. Stromabwärts dieser
Auslaßöffnungen 17 befinden sich wiederum zwei einem zweiten, nachfolgend unteren
Teillastkanal 18 zugehörige Auslaßöffnungen 19. Stromabwärts dieser Auslaßöffnungen
19 ist eine Auslaßöffnung 20 eines Leerlaufkanals 21 positioniert. Der obere Teillastkanal
16 und der untere Teillastkanal 18 verlaufen sowohl untereinander als auch vom Leerlaufkanal
21 über deren gesamte Länge getrennt. Jeder der Kanäle 16,18 und 21 ist somit separat
mit der Regelkammer 15 verbunden, aus der diese mit Kraftstoff K beliefert werden.
Die Anzahl der Auslaßöffnungen 17,19 ist im wesentlichen von der Anpassung an den
jeweiligen Motor abhängig, so daß auch eine einzelne Ausläßöffnung 17,19 je Teillastkanal
16 bzw. 18 vorgesehen sein kann.
[0021] Der Kraftstofffluß durch den oberen Teillastkanal 16 wird mittels eines Düsenelements
22 eingestellt; ebenso wird der Kraftstofffluß durch den unteren Teillastkanal 18
mittels eines Düsenelements 23 eingestellt. Davon unabhängig wird der Kraftstofffluß
durch den Leerlaufkanal 21 mittels eines separaten Düsenelements 24 reguliert. Der
Druck in der Regelkammer 15 wird über eine Membran 25 eingestellt, die durch eine
Öffnung 26 mit einem Referenzdruck, z.B. dem Athmosphärendruck p
0, beaufschlagt wird. Sinkt der Druck in der Regelkammer 15 unter einen vorgegebenen
Wert, so öffnet die Membran 25 ein mit dieser verbundenes Nadelventil 27, so daß Kraftstoff
K in die Regelkammer 15 nachströmen kann.
[0022] Die Figuren 1 und 2 zeigen den Membranvergaser im Leerlaufbetrieb. Die Drosselklappe
7 ist dabei derart eingestellt, daß diese ein Maximum der Querschnittsfläche des Ansaugkanals
1 verdeckt. Dadurch wird der Innenraum des Ansaugkanals 1 in einen dem Motor zugewandten
Unterdruckbereich (p<p
0) und einen der eingangsseitigen Öffnung 2 zugewandten Normaldruckbereich (p≈p
0) unterteilt. Mit der Drosselklappe 7 in Leerlaufstellung befindet sich die Auslaßöffnung
20 des Leerlaufkanals 21 im Unterdruckbereich, also in Luftströmungsrichtung 5 hinter
der Drosselklappe 7. Infolge des vom Motor erzeugten Unterdrucks wird aus dem Leerlaufkanal
21 Kraftstoff K in den Ansaugkanal 1 eingesaugt und dem Motor zugeführt. Zur Einstellung
einer gewünschten Leerlaufdrehzahl wird bevorzugt die Durchflußrate im Leerlaufkanal
21 durch ein starres Düsenelement 24 (Festdrossel) werkseitig eingestellt. Die Auslaßöffnungen
17 und 19 beider Teillastkanäle 16 bzw. 18 sowie die Auslaßöffnung 11 des Hauptkanals
10 befinden sich im Normaldruckbereich. Ein Austritt von Kraftstoff K durch diese
Auslaßöffnungen 11, 17 und 19 findet daher nicht statt. Dabei dient das Rückschlagventil
13 zur Vermeidung des Eindringens von Luft L in den Hauptkanal 10. Analog verhindert
je ein Rückschlagventil 28 das Einströmen von Luft L in einen beliebigen Teillastkanal
16 oder 18.
[0023] Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel des Membranvergasers wird die
Durchflußrate des Leerlaufkraftstoffes anstelle einer Festdrossel mittels eines einstellbaren
Nadelventils 29 reguliert. In dieser Ausführung ist eine Einstellung der Leerlaufdrehzahl
auch nach Fertigstellung des Membranvergasers möglich.
[0024] Fig. 3 zeigt den Membranvergaser mit Festdrossel im unteren Teillastbetrieb, d.h.
im Teillastbetrieb über den unteren Teillastkanal. Gegenüber der Stellung gemäß Fig.
1 ist hier die Drosselklappe 7 aus deren zur Luftströmungsrichtung 5 annähernd senkrechten
Lage verkippt und befindet sich in einer teilweise geöffneten Stellung. Der Unterdruckbereich
propagiert mit zunehmender Öffnung der Drosselklappe 7 in Richtung der eingangsseitigen
Öffnung 2 des Ansaugkanals 1 und erreicht dabei nacheinander die beiden Auslaßöffnungen
19 des unteren Teillastkanals 18. Der aufgrund der Sogwirkung durch diese austretende
Teillastkraftstoff deckt den gegenüber dem Leerlautbetrieb erhöhten Kraftstoffbedarf
des Motors ab.
[0025] Nicht näher dargestellt ist der obere Teillastbetrieb, bei dem infolge weiterer Öffnung
der Drosselklappe 7 auch die Auslaßöffnungen 17 des oberen Teillast- oder Übergangskanals
16 in den Unterdruckbereich geraten. Durch den Hauptkanal 10 findet erst im ebenfalls
nicht dargestellten Volllastbetrieb ein nennenswerter Kraftstoffausstoß statt. Dabei
ist die Drosselklappe 7 zumindest annähernd vollständig geöffnet, so daß auch im Bereich
der Auslaßöffnung 11 ein Unterdruck herrscht.
Bezugszeichenliste
[0026]
- 1
- Ansaugkanal
- 2
- eingangsseitige Öffnung
- 3
- motorseitige Öffnung
- 4
- Venturiabschnitt
- 5
- Luftstromrichtung
- 6
- Starterklappe
- 7
- Drosselklappe
- 8
- Mittelachse
- 9
- Wand
- 10
- Hauptkanal
- 11
- Auslaßöffnung
- 12
- Vorzerstäuber
- 13
- Rückschlagventil
- 14
- Hauptdüsenelement
- 15
- Regelkammer
- 16
- oberer Teillastkanal
- 17
- Auslaßöffnungen
- 18
- unterer Teillastkanal
- 19,20
- Auslaßöffnung
- 21
- Leerlaufkanal
- 22,23
- Düsenelement
- 24
- Festdrossel
- 25
- Membran
- 26
- Öffnung
- 27
- Nadelventil
- 28
- Rückschlagventil
- 29
- Nadelventil
- G
- Verbrennungsgemisch/Emulsion
- K
- Kraftstoff
- L
- Luft
- p
- Druck
1. Membranvergaser, dessen membrangesteuerte Regelkammer (15) für Kraftstoff (K) über
eine Anzahl von Kraftstoffkanälen (10,16,18,21) verbunden ist mit einem Ansaugkanal
(1) für Luft (L),
gekennzeichnet durch
mindestens einen Teillastkanal (16,18) und einen Leerlaufkanal (21), wobei der oder
jeder Teillastkanal (16,18) auf seiner gesamten Länge getrennt vom Leerlaufkanal (21)
verläuft.
2. Membranvergaser nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeder Kraftstoffkanal (10,16,18,21) unabhängig vom Betriebszustand für Luftdurchführung
gesperrt ist.
3. Membranvergaser nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch,
zwei Teillastkanäle (16,18), die über ihre gesamte Länge voneinander getrennt verlaufen.
4. Membranvergaser, nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der oder jeder Teillastkanal (16,18) mindestens eine Auslaßöffnung (17,19), vorzugsweise
zwei in Strömungsrichtung der angesaugten Luft (L) hintereinander angeordnete Auslaßöffnungen
(17,19), für Kraftstoff (K) zum Innenraum des Ansaugkanals (1) aufweist.
5. Membranvergaser nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
gekennzeichnet durch
eine im Ansaugkanal (1) angordnete Drosselklappe (7).
6. Membranvergaser nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
gekennzeichnet durch einen Hauptkanal (10), der über eine Auslaßöffnung (11) in
einen als Venturiabschnitt (4) geformten Bereich des Ansaugkanals (1) mündet.
7. Membranvergaser nach Anspruch 6,
gekennzeichnet durch,
einen im Venturiabschnitt (4) angeordneten Vorzerstäuber (12), in den der Hauptkanal
(10) mündet.
8. Membranvergaser nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auslaßöffnungen (11,17,19) des oder jedes Teillastkanals (16,18) und des Hauptkanals
(10) durch die Stellung der Drosselklappe (7) nacheinander derart aktivierbar sind,
daß durch diese Auslaßöffnungen (11,17,19) Kraftstoff (K) in mit Luft (L) unvermischter
Form in den Ansaugkanal (1) austritt.
9. Membranvergaser nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß sowohl in dem oder jedem Teillastkanal (16,18) als auch im Leerlaufkanal (21)
mindestens ein Düsenelement (22,23,24,29) vorgesehen ist zur unabhängigen Regulierung
der Durchflußraten des Teillast- bzw. des Leerlaufkraftstoffs.
10. Membranvergaser nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß das im Leerlaufkanal (21) angeordnete Düsenelement als Festdrossel (24) ausgebildet
ist.
11. Membranvergaser nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß das im Leerlaufkanal (21) angeordnete Düsenelement als verstellbares Nadelventil
(29) ausgebildet ist.
12. Membranvergaser nach einem der Ansprüche 2 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß in dem oder jedem Teillastkanal (16,18) mindestens ein Rückschlagventil (28) angeordnet
ist.