[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen von pharmazeutischen und anderen
Produkten aus kindergesicherten oder feuchtigkeitsgeschützten, nichtdurchdrückbaren
Blisterverpackungen mit die Produkte aufnehmenden, mit einer Deckfolie verschlossenen
Näpfchen sowie eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Blisterentleerungsmaschine.
[0002] Blisterverpackungen werden in der pharmazeutischen Industrie zur Verpackung pharmazeutischer
Produkte, insbesondere Tabletten, Kapseln und Glasampullen, aber auch in der Lebensmittelindustrie
zur Verpackung von Kaugummi oder anderen Süßigkeiten und im industriellen Bereich
zur Verpackung von Kleinteilen, Batterien, Kleinspielzeugen usw. verwendet. Hauptsächlich
zur Verpackung pharmazeutischer Produkte werden die Blisterverpackungen zum Teil kindergesichert
ausgeführt, d.h., daß die Deckfolie für die Näpfchen, in die die Produkte eingelegt
sind, so stark ausgeführt ist, daß sie allein durch Druckeinwirkung von der Seite
der Näpfchen her, d.h. so, wie normalerweise eine Entleerung beim Gebrauch stattfindet,
noch nicht aufreißt. Auch aus Gründen eines erhöhten Produktschutzes, z. B. wegen
des Schutzes vor Feuchtigkeit, kann als Deckfolie eine nichtdurchdrückbare Folie verwendet
worden sein. Die Deckfolie des zu öffnenden Näpfchens ist dann von einer nichtgesiegelten
Stelle am Rand eines Näpfchenbereiches her abzuziehen.
[0003] Wegen Verpackungsfehlern, die im Herstellungsprozeß passieren können, z.B. teilweise
fehlendem Näpfcheninhalt, müssen ausgesonderte Blisterverpackungen oftmals wieder
entleert werden, um den Packungsinhalt wiederzugewinnen und dem Verpackungsprozeß
anschließend wieder zuführen zu können. Der teilweise sehr teure Verpackungshinhalt
darf dabei nicht zu Schaden kommen. Eine solche, z.B. aus dem DE-GM 83 28 859 bekannte
Blisterentleerungsmaschine weist ein in einem Gehäuse gelagertes Walzenpaar auf, dem
die Blisterverpackungen mit den Näpfchen nach oben weisend über eine Auflageplatte
zugeführt werden. Die untere der beiden parallel angeordneten drehbaren Walzen ist
mit Ringnuten versehen. Mindestens die obere Ausdrückwalze ist angetrieben. Läuft
eine Blisterverpackung durch das Walzenpaar, so drückt die obere Walze den Packungsinhalt
nach unten durch in die an dieser Stelle angeordneten Ringnuten der unteren Walze.
Packungsinhalt und leere Blisterverpackung werden getrennt aufgefangen und weiterbefördert.
[0004] Es besteht nun das Problem, daß bei Biisterentleerungsmaschinen für kindergesicherte
oder feuchtigkeitsgeschützte Blisterverpackung zunächst eine Öffnung der Näpfchen
erfolgen muß, bevor die Produkte herausgedrückt werden können. Hierzu sind Lösungen
mit stanzartigen Werkzeugen bekannt. In der US-PS 5 509 773 ist beispielsweise eine
Lösung beschrieben, bei der derartige Blisterverpackungen zunächst mittels eines Stanzwerkzeuges
perforiert werden. Das Herausdrücken der pharmazeutischen Produkte erfolgt dann in
einer zweiten Station ebenfalls mit Hilfe eines stanzartigen werkzeuges.
[0005] Dieses Verfahren hat den Nachteil eines diskontinuierlichen Ablaufs, da die Blisterverpackungen
zu zwei Stationen befördert, dort positionsgenau gestoppt und schließlich nach dem
Stanzvorgang weiterbefördert werden müssen. Die Bearbeitungsgeschwindigkeit ist mit
einer solchen Einrichtung deshalb sehr begrenzt.
[0006] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Blisterentleerungsmaschine
der eingangs genannten Art anzugeben, mit der die Bearbeitungsgeschwindigkeit wesentlich
erhöht werden kann.
[0007] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß
- die Blisterverpackungen mit den Näpfchen nach oben weisend einem Rollenpaar, bestehend
aus einer angetriebenen Schneidwalze und einer Gegenwalze, zugeführt werden,
- der Antrieb der Schneidwalze durch die Erfassung der Zuführposition der Blisterverpackung
so gesteuert wird, daß auf der Schneidwalze aufgebrachte Schneidkanten die Deckfolie
an den den Näpfchen gegenüberliegenden Stellen treffen und durch Zusammenwirken mit
der Gegenwalze einschneiden,
- der Packungsinhalt in einer nächsten Station anschließend in an sich bekannter Weise
in einem rotierenden Verfahren ausgedrückt und
- der Packungsinhalt und die leere Blisterverpackung getrennt abgeleitet werden.
[0008] Durch den Einsatz eines Schneidverfahrens mit einem rotierenden Schneidwerkzeug kann
ein durchlaufender, ununterbrochener Entleerungsvorgang realisiert werden, der mit
hoher Geschwindigkeit abläuft.
[0009] Die Steuerung der Schneidwalze steht in bevorzugter Weise mit einer Sensoreinrichtung,
z.B. einer Lichtschranke in Wirkverbindung, die beim Zuführen einer Blisterverpackung
dann ein Signal auslöst, wenn die Sensoreinrichtung von dem ersten Näpfchen bzw. der
ersten Näpfchenreihe passiert wird. Das Signal der Sensoreinrichtung löst beispielsweise
eine Zeitsteuerung aus, mit dem die Schneidwalze, z.B. über eine Magnetkupplung, zeitgenau
so an einen Antrieb gekoppelt wird, daß die Deckfolie genau an den Stellen der Näpfchen
getroffen wird. Die Schneidkanten der Schneidwalze schneiden die Deckfolie ein, schneiden
dabei aber keine Deckfolie heraus.
[0010] Bei Verwendung von inkrementalen Winkelgebern für die Erkennung der Stellung der
Schneidwalze kann die Steuerung auch so erfolgen, daß die Zuführbewegung einer Blisterverpackung
mit der Drehbewegung der Schneidwalze so synchronisiert wird, daß die Schneidwalze
nicht nach jeder Umdrehung in einer bestimmten Position gestoppt werden muß. Je nach
der Art der gewählten Steuerung kann jeweils eine Beschleunigung des Antriebes der
Schneidwalze gegenüber dem Antrieb des Zuführwerkzeuges erfolgen oder umgekehrt.
[0011] Eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Blisterentleerungsmaschine geht von
dem Vorhandensein einer Auflageplatte und einem auf dieser verschiebbar angetriebenen
Zuführwerkzeug zur Zuführung der Blisterverpackungen sowie einem Walzenpaar zum Ausdrücken
des Verpackungsinhaltes aus. Das Walzenpaar ist in einem Gehäuse gelagert. Dem Walzenpaar
nachgeordnet sind Ableitungseinrichtungen für den Verpackungsinhalt und die entleerten
Blisterverpackungen.
[0012] Erfindungsgemäß ist die Blisterentleerungsmaschine so aufgebaut, daß sie
- eine dem Walzenpaar zum Ausdrücken des Packungsinhalts in Bewegungsrichtung der Blisterverpackungen
vorgeordnete, rotierend angetriebene Schneidwalze mit auf ihrer Mantelflache aufgebrachten
Schneidkanten, die in Abwicklung der Schneidwalze der Anordnung der Näpfchen und deren
Profil angepaßt sind,
- eine mit der Schneidwalze zusammenwirkende, achsparallel dazu gelagerte Gegenwalze,
die mit Ringnuten versehen ist, deren Abstände dem Abstand der Näpfchen quer zur Zuführungsrichtung
der Blisterverpackungen entsprechen und deren Breite und Tiefe der Form der Näpfchen
angepaßt ist
- und eine mit dem Antrieb der Schneidwalze in Wirkverbindung stehende Sensoreinrichtung
zur Erfassung einer Zuführposition einer zu entleerenden Blisterverpackung in Richtung
auf das aus Schneidwalze und Gegenwalze bestehende Walzenpaar enthält.
[0013] Zweckmäßig bilden die Kanten an den Ringnuten der Gegenwalze Gegenmesser zu dem in
Umfangsrichtung verlaufenden Teil der Schneidkanten der Schneidwalze.
[0014] Die Schneidkanten der Schneidwalze können jeweils an mindestens einer Stelle unterbrochen
sein, so daß sie z. B. eine u-förmige Gestalt annehmen. Damit soll sichergestellt
werden, daß die Deckfolie ein-, aber nicht ausgeschnitten wird. so daß keine Folienschnipsel
erzeugt werden, die mit zum Packungsinhalt fallen könnten. Die Gefahr des Ausschneidens
von Folienschnipseln ist indessen auch bei geschlossen ausgeführten Schneidkanten
gering, da senkrecht zur Umfangsrichtung keine Gegenmesser vorhanden sind.
[0015] Um ein schnelles Auswechseln der Walzenpaare zu ermöglichen, die der Gestaltung der
jeweiligen Blisterverpackungen angepaßt sein müssen, sind die Schneidwalze, die Gegenwalze
und das Walzenpaar zum Ausdrücken des Packungsinhalts zweckmäßig gemeinsam in einem
aus der Maschine herausnehmbaren Gehäuseblock angeordnet.
[0016] Das Zuführwerkzeug ist beispielsweise ein Schieber und ist nach einer bevorzugten
Ausführungsform über eine Magnetkupplung mit einem Antrieb gekoppelt.
[0017] In gleicher Weise kann die Schneidwalze über eine Magnetkupplung mit einem separatem
oder dem gleichen Antrieb gekoppelt sein. Dabei kann die Schneidwalze gleichzeitig
mit der obere Ausdrückwalze des Walzenpaares zum Ausdrücken des Packungsinhalts über
ein Getriebe verbunden und gemeinsam mit einem Antrieb versehen sein.
[0018] Als Antrieb kommen ein normaler Elektromotor, aber auch ein Servomotor oder ein bzw.
mehrere Schrittmotore in Betracht.
[0019] In bevorzugter Weise kann die Schneidwalze mit einem inkrementalen Winkelgeber verbunden
sein, dessen Ausgangssignale gemeinsam mit dem Ausgangssignal der Sensoreinrichtung
einer zentralen Steuereinrichtung für den Antrieb zugeführt sind.
[0020] Die Sensoreinrichtung wird beispielsweise durch eine Lichtschranke realisiert, die
die Vorderkante der ersten Näpfchenreihe einer der Schneidwalze zugeführten Blisterverpackung
erfasst.
[0021] In bevorzugter Weise ist die Schneidwalze so gesteuert, daß sie vor der Zuführung
einer zu entleerenden Blisterverpackung eine definierte Nullstellung einnimmt, wobei
die Nullstellung elektrisch kontrolliert und/oder durch mechanische Rastung, z.B.
ein federunterstütztes Eingreifen in eine Einkerbung einer mitdrehenden Scheibe, realisiert
sein kann.
[0022] In erfindungsgemäß bevorzugter Weise sind die Blisterverpackungen im Bereich der
Auflageplatte mit Führungen zwischen ihren Näpfchen geführt.
[0023] In ebenso bevorzugter Weise ist die Gegenwalze lose gelagert und wird bei Passieren
einer Blisterverpackung durch diese reibschlüssig mitgenommen.
[0024] Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert
werden. In den zugehörigen Zeichnungen zeigen
- Fig. 1
- eine Prinzipdarstellung für den Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens in einer Blisterentleerungsmaschine
anhand einer Seitenansicht der Maschine,
- Fig. 2
- eine Prinzipdarstellung einer Draufsicht auf die Blisterentleerungsmaschine gemäß
Fig. 1,
- Fig. 3
- eine detaillierte Darstellung einer nach dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitenden
Blisterentleerungsmaschine in Draufsicht,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht auf die Blisterentleerungsmaschine gemäß Fig. 3 entlang der Schnittlinie
A - A in Fig. 3,
- Fig. 5
- eine detailliertere Ansicht einer Schneidwalze für die Blisterentleerungsmaschine
gemäß den Fig. 3 und 4 in Draufsicht,
- Fig. 6
- die Schneidwalze gemäß Fig. 5 in einer Seitenansicht und
- Fig. 7
- die Darstellung einer Abwicklung der Schneidwalze gemäß Fig. 5.
[0025] Wie in den Figuren 1 und 2 dargestellt ist, werden die zu entleerenden Blisterverpackungen
1 wie auch bei bisher bereits bekannten Blisterentleerungsmaschinen in einem Magazin
2 mit den Näpfchen 3 nach oben gestapelt. Ein auf einer Auflageplatte 4 geführter
Schieber 5 schiebt die jeweils unterste Blisterverpackung 1 durch einen Spalt einem
ersten Walzenpaar zu.
[0026] Das Walzenpaar besteht aus einer unteren Schneidwalze 6 und einer Gegenwalze 7. Die
Gegenwalze 7 ist mit Ringnuten 8 versehen, damit die Näpfchen 3 das Walzenpaar ungehindert
passieren können.
[0027] Vor dem Einlaufen in das Walzenpaar passiert die Blisterverpackung 1 eine Lichtschranke
9, die das Zuschalten des Antriebs der Schneidwalze 6 bewirkt. Die Geschwindigkeit
des Schiebers 5 und der Schneidwalze 6 sowie der Zeitpunkt des Loslaufens der Schneidwalze
6 sind so aufeinander abgestimmt, daß die auf der Schneidwalze 6 aufgebrachten, den
Ringnuten 8 der Gegenwalze 7 gegenüberliegenden Messer mit ihren Schneidkanten die
Deckfolie der Blisterverpackungen genau an den Stellen treffen, an denen sich die
Näpfchen 3 befinden. Die Näpfchen 3 werden somit aufgeschnitten.
[0028] Die Blisterverpackung 1 läuft darauf in ein zweites Walzenpaar ein, in der der Inhalt
der Napfchen 3 in bisher schon bekannter Weise herausgedrückt wird. Das Walzenpaar
besteht aus einer unteren Walze 10 und einer oberen Ausdrückwalze 11. Beide sind bezüglich
der durchlaufenden Näpfchen 3 mit Ringnuten versehen, wobei die Ringnuten in der unteren
Walze 10 so tief ausgebildet sind, daß sie das Durchfallen des Inhalts der Näpfchen
3 ermöglichen, der dann über eine Rutsche 12 abgeführt wird, während die leere Blisterverpackung
1 auf eine Rutsche 13 gelangt und somit von dem Packungsinhalt endgültig getrennt
wird.
[0029] Der Antrieb der Blisterentleerungsmaschine wird aus den oben angegebenen Gründen
der Abstimmung der Steuerung nach dem vorliegenden Ausführungsbeispiel durch einen
einzigen Motor 14 realisiert. Beide Walzenpaare werden über ein Getriebe gemeinsam
angetrieben. Die Antriebe für die Walzenpaare und den Schieber 5 lassen sich mittels
Magnetkupplungen 15 bzw. 16 zuschalten. Über eine später noch zu zeigende Einrichtung
wird dafür Sorge getragen, daß die Schneidwalze 6 stets nur aus einer definierten
Nullstellung heraus anläuft.
[0030] Durch die rotierende Arbeitsweise der Schneidstation und ihrer gezielten Steuerung
werden die Näpfchen 3 der Blisterverpackung 1 ortsgenau aufgeschnitten. Ein Stoppen
der Blisterverpackungen 1 wie bei Stanzeinrichtungen wird somit vermieden.
[0031] Die Figuren 3 und 4 zeigen zwei detailliertere Ansichten einer nach dem Verfahren
arbeitenden Blisterentleerungsmaschine. In einem Rahmengestell 17 sind die Auflageplatte
4, das Magazin 2, ein Walzenblock 18 sowie der Motor 14 und die Antriebe untergebracht.
Der Schieber 5 wird über einen Zahnstangenantrieb 19 in Richtung auf den Spalt 20
zwischen dem Magazin 2 und dem Walzenblock 18 angetrieben. Die Rückbewegung erfolgt
nach dem Loslassen der Magnetkupplung 16 durch eine Rückholfeder 21, nachdem eine
in Fig 1 angedeutete Endabschaltung 28 ein Signal zum Lösen der Magnetkupplung 16
gegeben hat. .
[0032] Die hier nicht gezeigten Blisterverpackungen 1 werden beim Einlaufen in den Walzenblock
18 mit zwischen die Näpfchen 3 eingreifenden Führungsleisten 22 geführt. Der Antrieb
für beide Walzenpaare wird mittels einer Führungsrolle 23, die formschlüssig in eine
Auskerbung einer Führungsscheibe 24 eingreift, in einer Nullstellung gehalten, so
lange noch keine Blisterverpackung 1 in den Walzenblock 18 einläuft. Nach dem Anlaufen
macht die Schneidwalze 6 genau eine Umdrehung, wobei durch die in Fig. 1 angedeutete
Vorabschaltung 27 der Führungsrolle 23 das Lösen der Magnetkupplung 15 und die Einrastung
eingeleitet werden.
[0033] Der Walzenblock 18 mit den Zwei Walzenpaaren läßt sich im ganzen entnehmen und austauschen,
so daß ein schneller Wechsel bewerkstelligt werden kann. Für jede Art der Blisterverpackung
1 sind passende Walzenpaare nötig.
[0034] Die Schneidwalze 6 und die Ausdrückwalze 11 sind über ein Getriebe 25 miteinander
verbunden und werden gemeinsam angetrieben, während die untere Walze 10 und die Gegenwalze
7 für die Schneidwalze 6 lose gelagert sind und von der Blisterverpackung 1, die durch
den Spalt zwischen beiden Walzenpaaren läuft mitbewegt werden.
[0035] Hinter dem zweiten Walzenpaar kann zur Weiterbeförderung der leeren Blisterverpackungen
1 eine weitere, hier nicht gezeigte Walze vorhanden sein, um eine sichere Trennung
zwischen den leeren Blisterverpackungen 1 und deren Packungsinhalt vorzunehmen und
zu verhindern, daß leere Blisterverpackungen 1 in die in den Figuren 3 und 4 nicht
gezeigte Rutsche für den Packungsinhalt fallen.
[0036] Die Figuren 5 und 6 zeigen die Schneidwalze 6. Auf ihrer Mantelfläche ist die Schneidwalze
6 mit Schneidkanten 26 versehen. Die Schneidkanten 26 auf der Schneidwalze 6, wie
sie die Abwicklung in Fig. 7 zeigt, müssen mit der Anordnung der Näpfchen 3 auf einer
Blisterverpackung 1 übereinstimmen. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die Schneidkanten
26 u-förmig gestaltet. Das entspricht einer Napfform, die z.B. zur Aufnahme von pharmazeutischen
Kapseln dient. Demgemäß wird die Deckfolie u-förmig aufgeschnitten, es entstehen aber
keine Folienschnipsel, die ansonsten zu dem gesammelten Packungsinhalt der Blisterverpackungen
1 dazufallen könnten. Gezeigt ist die Schneidwalze für eine Blisterverpackung mit
sieben Näpfchen 3 in zwei Reihen, wobei die Näpfchen noch gegeneinander versetzt sind.
1. Verfahren zum Entfernen von pharmazeutischen und anderen Produkten aus kindergesicherten
oder feuchtigkeitsgeschützten, nichtdurchdrückbaren Blisterverpackungen mit die Produkte
aufnehmenden, mit einer Deckfolie verschlossenen Näpfchen,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die Blisterverpackungen mit den Näpfchen nach oben weisend einem Rollenpaar, bestehend
aus einer angetriebenen Schneidwalze und einer Gegenwalze, zugeführt werden,
- der Antrieb der Schneidwalze durch die Erfassung der Zuführposition der Blisterverpackung
so gesteuert wird, daß auf der Schneidwalze aufgebrachte Schneidkanten die Deckfolie
an den den Näpfchen gegenüberliegenden Stellen treffen und durch Zusammenwirken mit
der Gegenwalze einschneiden,
- der Packungsinhalt in einer nächsten Station anschließend in an sich bekannter Weise
in einem rotierenden Verfahren ausgedrückt und
- der Packungsinhalt und die leere Blisterverpackung getrennt abgeleitet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführposition der Blisterverpackung
optisch erfaßt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführposition durch den
Durchgang der ersten Näpfchenreihe einer Blisterverpackung durch eine Lichtschranke
erfaßt wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidwaize
nach Erfassung der Zuführposition der Blisterverpackung zeitgesteuert so an einen
Antrieb angekoppelt wird, daß ihre Schneidkanten die Deckfolie an den den Näpfchen
gegenüberliegenden Stellen treffen.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stellung der
Schneidwalze ständig inkremental gemessen und das gemessene Signal in einer Steuereinrichtung
gemeinsam mit dem Signal der Zuführposition der Blisterberpackung verarbeitet und
die Geschwindigkeit der Schneidwalze und/oder der Zuführbewegung der Blisterverpackung
so beschleunigt und/oder verzögert wird, daß die Schneidkanten der Schneidwalze die
Deckfolie an den den Näpfchen gegenüberliegenden Stellen treffen.
6. Blisterentleerungsmaschine, geeignet zur Durchführung des Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 bis 5, mit einem im Bereich einer Auflageplatte (4) bewegbaren, angetriebenen
Zuführwerkzeug zur Zuführung der Blisterverpackungen (1) und einem in einem Gehäuse
gelagerten Walzenpaar (10, 11) zum Ausdrücken des Packungsinhalts sowie Ableitungen
(12, 13) für den Packungsinhalt und die entleerten Blisterverpackungen (1),
gekennzeichnet durch
- eine dem Walzenpaar (10, 11) zum Ausdrücken des Packungsinhalts in Bewegungsrichtung
der Blisterverpackungen (1) vorgeordnete, rotierend angetriebene Schneidwalze (6)
mit auf ihrer Mantelfläche aufgebrachten Schneidkanten (26), die in Abwicklung der
Schneidwalze (6) der Anordnung der Näprchen (3) und deren Profil angepaßt sind,
- eine mit der Schneidwalze (6) zusammenwirkende, achsparallel dazu gelagerte Gegenwalze
(7), die mit Ringnuten (8) versehen ist, deren Abstände dem Abstand der Näpfchen (3)
quer zur Zuführungsrichtung der Blisterverpackungen (1) entsprechen und deren Breite
und Tiefe der Form der Näpfchen (3) angepaßt ist
- und eine mit dem Antrieb der Schneidwalze (6) in Wirkverbindung stehende Sensoreinrichtung
zur Erfassung einer Zuführposition einer zu entleerenden Blisterverpackung (1) in
Richtung auf das aus Schneidwalze (6) und Gegenwalze (7) bestehende Walzenpaar.
7. Blisterentleerungsmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kanten
an den Ringnuten (8) der Gegenwalze (7) so angeordnet sind, daß sie Gegenmesser zu
dem in Umfangsrichtung verlaufenden Teil der Schneidkanten (26) der Schneidwalze (6)
bilden.
8. Blisterentleerungsmaschine nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schneidkanten (26) der Schneidwalze (6) jeweils an mindestens einer Stelle unterbrochen
sind .
9. Blisterentleerungsmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schneidwalze, die Gegenwalze (7) und das Walzenpaar (10, 11) zum Ausdrücken
des Packungsinhalts gemeinsam in einem aus der Maschine herausnehmbaren Gehäuseblock
(18) angeordnet sind.
10. Blisterentleerungsmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das Zuführwerkzeug für die Blisterverpackungen (1) ein Schieber (5) ist.