[0001] Die Erfindung betrifft ein Verpackungssystem, bei dem Einzelpackungen zu unterschiedlich
großen Sammelpackungen kombinierbar sind, von denen mindestens ein Ganzes eine Versandeinheit
bildet.
[0002] Bekannt sind Sammelpackungen, die aus einzelnen Verkaufspackungen zusammengestellt
sind. Dabei ist jede Verkaufspackung mit produktspezifischen Daten gekennzeichnet,
beispielsweise mit Angaben zu Marken, Gewicht, Dosierung, Haltbarkeitsdatum. Häufig
wird der EAN-Code auf jeder Verkaufspackung aufgedruckt. Ferner ist es üblich, gleiche
Produkte in unterschiedlichen Angebotsformen und einer Vielfalt von Einzelpackungsgrößen
auf den Markt zu bringen, die dann als solche zu Sammelpackungen zusammengestellt
werden.
[0003] Damit ist eine Reihe von Nachteilen verbunden. So bleiben beispielsweise, wenn Sammelpackungen
vereinzelt werden, die produktspezifischen Daten auf der Einzelpackung zugänglich.
Damit besteht die Gefahr, daß die vom Hersteller mit günstigeren Einheitspreisen angebotenen
Sammelpackungen absichtlich zerstört werden, um die einzelnen Packungen zu entnehmen
und zum höheren Einzelpreis zu verkaufen. Hierauf hat der Hersteller keine direkte
Einflußmöglichkeit. Zudem muß jede Einzelverpackungsgröße und jede Angebotsform individuell
gestaltet und produktspezifisch gekennzeichnet werden. Dies hat eine geringe Produktivität
und hohe Kosten zur Folge. Wenn mehrere Packungsgrößen auf einer Abfüllanlage verarbeitet
werden, sind lange Umrüstzeiten erforderlich. Auch die Alternative, für jede Einzelverpackung
eine eigene Abfüllanlage einzusetzen, ist sehr teuer. Außerdem bedingen die unterschiedlichen
Herstellungskomponenten der Einzelverpackung sowie die Vielzahl an fertigen Einzel-
oder Sammelpackungen eine aufwendige Lagerhaltung. Weiter führt die Vielfalt von Packungsgrößen
häufig zu einer ineffizienten Ausnutzung der üblicherweise für den Transport eingesetzten
Paletten.
[0004] Das der Erfindung zugrundeliegende Problem besteht darin, ein Verpackungssystem vorzuschlagen,
bei dem zumindest die beschriebenen logistischen und abfülltechnischen Nachteile vermieden
vermieden werden und das die vom Hersteller unerwünschte Auflösung von Sammelpackungen
verhindert.
[0005] Dieses Problem wird durch ein gattungsgemäßes Verpackungssystem gelöst, bei dem die
Einzelpackung als modulfähige Basiseinheit ausgebildet ist, wobei die Grundfläche
einer Basiseinheit und die eines Komplementärpacks jeweils einem ganzzahligen Teil
der Grundfläche einer Standard-Palette, vorzugsweise einer Viertel-Standard-Palette
entspricht, und die Aufdrucke auf den Elementen eines Komplementär-Packs nur insgesamt
eine vollständige Mindestinformation ergeben.
[0006] Der Vorteil eines solchen Verpackungssystems besteht darin, daß für ein zu verpackendes
Produkt nur eine Verpackungs-Basiseinheit geschaffen werden muß. Diese Basiseinheit
ist so dimensioniert, daß sie als solche oder modulartig zu Komplementärpacks zusammengestellt
immer eine hundertprozentige Ausnutzung der Standfläche von Standard-Paletten sicherstellt.
Die Basiseinheit ist die kleinste Einzelpackung für ein bestimmtes Produkt. Komplementärpacks
werden aus einem ganzzahligen Vielfachen von Basiseinheiten gebildet, wobei wiederum
ein ganzzahliges Vielfaches von Komplementärpacks eine Versandeinheit bildet. Ein
Vorteil einer relativ kleinen Basiseinheit ist auch darin zu sehen, daß sie Frische-Pack-Charakter
besitzt, d. h. dem Verbraucher wird der Eindruck vermittelt, daß die mit der Produktmenge
möglichen Anwendungen innerhalb der Frischegarantie erfolgen können. Die kleinen Basiseinheiten
bieten damit mit Vergleich zur Großpackung den besseren Produktschutz und hervorragende
Leistungsaktivität beim Gebrauch.
[0007] Außer der Dimensionierung des Modul-Systems ist ein weiteres Merkmal des vorgeschlagenen
Verpackungssystems, daß die Aufdrucke auf den Elementen, die zusammen ein Komplementärpack
bilden, nur insgesamt eine vollständige Mindestinformation über das verpackte Produkt
enthalten. Dadurch läßt sich sicherstellen, daß dem Komplementärpack keine Basiseinheit
entnommen werden kann, deren Aufdruck alle zur Mindestinformation erforderlichen Angaben
enthält.
[0008] In einer besonderen Ausführungsform wird die Basiseinheit so dimensioniert, daß 12
Basiseinheiten die Grundfläche einer Versandeinheit bilden. Die Anzahl 12 hat den
Vorteil, daß sie eine große Varianz für die Basiseinheiten pro Komplementärpack ermöglicht.
Dabei ist die Grundfläche einer Versandeinheit so gewählt, daß eine oder ein ganzzahlig
Vielfaches der Grundfläche einer Viertel-Standard-Palette entspricht. Wird die Standfläche
einer Viertel-Standard-Palette von 600 x 400 mm beispielsweise von 4 Versandeinheiten
mit einer Grundfläche von je 150 x 400 mm ausgefüllt, passen exakt 4 x 4 = 16 Versandeinheiten
auf eine Vollpalette.
[0009] Die Stapelhöhe auf den Paletten ist im allgemeinen mit maximal 900 mm begrenzt. Für
die höchstmögliche Auslastung der Palette ist aber nicht die Stapelhöhe an sich ausschlaggebend,
sondern die Form der Stapelung. Wird eine Palette vollständig mit einer konstanten
Stapelhöhe beladen, können bei entsprechend unempfindlichen Produkten oder entsprechenden
Vorkehrungen mehrere Paletten übereinander gestapelt werden, um einen gegebenen Lager-
oder Transportraum möglichst vollständig auszunutzen. Dies ist dann nicht oder nur
mit zusätzlichen Vorkehrungen möglich, wenn eine Palette mit unterschiedlichen Stapelhöhen
beladen wird.
[0010] Für die Ergänzung der auf den Basiseinheiten aufgedruckten Informationen zu einer
vollständigen Mindestinformation gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Einmal
ergänzen sich die Aufdrucke auf den Basiseinheiten eines Komplementärpacks als solche
zu einer vollständigen Mindestinformation. Zum anderen ergänzen sich die Aufdrucke
auf den Basiseinheiten eines Komplementärpacks und die Aufdrucke auf einem zusätzlichen
Komplementärelement zu einer vollständigen Mindestinformation für jedes Komplementärpack.
Während sich bei der ersten Variante die Aufdrucke bei unterschiedlichen Komplementärpackgrößen
unterscheiden, kann bei der zweiten Variante der Aufdruck auf jeder einzelnen Basiseinheit
gleich sein, da er erst durch den Aufdruck eines Komplementärelements zu den für eine
bestimmte Komplementärpack-Größe erforderlichen vollständigen Mindestinformationen
ergänzt wird. Diese letztere Variante hat auch den Vorteil, daß nach Entfernen des
Komplementärelements auf den Basiseinheiten nicht bedruckte Stellen sichtbar werden
können, die eine solche Basiseinheit auf den ersten Blick als Teil eines Komplementärpacks
ausweist. Besonders vorteilhaft kann als Komplementärelement eine Binde, mit der ein
Komplementärpack zusammengehalten wird, oder ein Klebestreifen mit den entsprechenden
ergänzenden Informationsaufdrucken dienen.
[0011] In nachfolgender Tabelle ist noch einmal das Ausführungsbeispiel in seinen Einzelvarianten
dargestellt, in dem eine Versandeinheit aus 12 Basiseinheiten gebildet wird, die zu
unterschiedlich großen Komplementärpacks kombiniert werden können. Im gewählten Beispiel
hat eine Basiseinheit, die ein Kilo Produkt beinhaltet, die Abmessung 150 mm Länge,
66,6 mm Breite und 120 mm Höhe. Bei einer Höhe von 240 mm entsprechend zwei Basiseinheiten
übereinander hat eine solche Versandeinheit eine Grundfläche von 150 x 600 mm, so
daß vier solcher Versandeinheiten nebeneinander eine Viertel-Standard-Palette von
600 x 400 mm bedecken. Entsprechend wird die Fläche einer Vollpalette durch 16 Versandeinheiten
exakt abgedeckt. Beim Stapeln von drei Versandeinheiten übereinander trägt eine Viertelpalette
144 Basiseinheiten entsprechend 144 Kilo Produkt bei einer Gesamtstapelhöhe von 720
mm. Die entsprechenden Werte für eine Vollpalette sind 576 Basiseinheiten oder 576
Kilo Produkt. An diesem Beispiel ist deutlich erkennbar, wie effizient die logistischen
Forderungen durch das erfindungsgemäße Verpackungssystem erfüllt werden. In diesem
speziellen Beispiel einer Basiseinheit mit 1 kg Produktinhalt wäre überdies die Grundvoraussetzung
für eine Befreiung von der Verpflichtung zur Grundpreiskennzeichnung gegeben.
[0012] Die beschriebenen Zusammenhänge und Vorteile werden anhand der Beschreibung von Ausführungsbeispielen
verdeutlicht, die in der beigefügten Zeichnung dargestellt sind. Darin zeigt
- Fig. 1
- Einzelpackungen, deren Aufdrucke sich zu einer Gesamtinformation pro Komplementärpack
ergänzen und
- Fig. 2, 3 u. 4
- Einzelpackungen und Komplementärelemente, deren Aufdrucke sich gemeinsam zu einer
Gesamtinformation pro Komplementärpack ergänzen.
[0013] Wie schon weiter vorn beschrieben, gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten für
die Ergänzung der auf den Basiseinheiten aufgedruckten Informationen zu einer vollständigen
Mindestinformation pro Komplementärpack. Die eine Möglichkeit, nach der sich die Aufdrucke
auf den Basiseinheiten eines Komplementärpacks als solche zu einer vollständigen Mindestinformation
ergänzen, ist in Fig. 1 dargestellt. Die beiden Basiseinheiten, die in diesem Ausführungsbeispiel
ein Komplementärpack bilden, sind jeweils mit einem halben Stern bedruckt. Die beiden
halben Sterne ergeben zusammengesetzt einen ganzen Stern. Wenn die 2 x 2 Basiseinheiten
zu einem Komplementärpack aus 4 Basiseinheiten zusammengesetzt werden sollten, müßten
im dargestellten Beispiel die linken Seitenflächen, die hier dunkel angelegt sind,
jeweils mit einem entsprechenden Aufdruck versehen sein, die sich dann aus 4 Aufdrucksegmenten
zu einem Gesamtaufdruck des 4er-Komplementärpacks ergänzen würden.
[0014] Die zweite Möglichkeit, bei der sich die Aufdrucke auf den Basiseinheiten eines Komplementärpacks
gemeinsam mit den Aufdrucken auf einem zusätzlichen Komplementärelement zu einer vollständigen
Mindestinformation für ein Komplementärpack ergänzen, sind in den Fig. 2, 3 und 4
dargestellt. Das Ausführungsbeispiel in Fig. 2 zeigt auf den beiden Basiseinheiten
eines Komplementärpacks nur die seitlichen Zacken jeweils eines Sterns. Der freigelassene
Mittelbereich des Aufdrucks auf jeder Basiseinheit ist im dargestellten Beispiel auf
einer Banderole aufgedruckt, die die Basiseinheiten eines Komplementärpacks zusammenhält,
wenn sie um die beiden Basiseinheiten gelegt wird. In dieser Situation ergänzen sich
die Aufdrucke auf der Basiseinheit und auf der das Komplementärelement darstellenden
Banderole zu den Sternenaufdrucken auf beiden Basiseinheiten eines Komplementärpacks.
Die Banderole weist auch die übrigen Informationsaufdrucke auf.
[0015] Bei dem Ausführungsbeispiel, daß in Fig. 3 dargestellt ist, sind die Sternenaufdrucke
auf der Vorderseite der Basiseinheiten von vornherein vollständig vorhanden. Es fehlen
auf den Basiseinheiten die sonstigen vorgeschriebenen Angaben oder Mindestinformationen,
beispielsweise zu Inhalt, Verwendungshinweis oder sonstigen Produktinformationen.
Diese sind im dargestellten Beispiel, zumindest teilweise als Barcode, auf einem Aufkleber
vorhanden, der mindestens auf einer Seite aufgebracht wird und die beiden Basiseinheiten
eines Komplementärpacks zusammenhält. Ähnlich ist die Situation bei dem in Fig. 4
dargestellten Ausführungsbeispiel. Hier sind die Zusatzinformationen auf einer Banderole
aufgedruckt, die um die beiden Basiseinheiten eines Komplementärpacks geschlungen
werden und diese zusammenhalten.
1. Verpackungssystem, bei dem Einzelpackungen zu unterschiedlich großen Sammelpackungen
kombinierbar sind, von denen mindestens ein Ganzes eine Versandeinheit bildet,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Einzelpackung als modulfähige Basiseinheit ausgebildet ist, wobei die Grundfläche
einer Basiseinheit und die eines Komplementärpacks jeweils einem ganzzahligen Teil
der Grundfläche einer Standard-Palette, vorzugsweise einer Viertel-Standard-Palette
entspricht, und die Aufdrucke auf den Elementen eines Komplementärpacks nur insgesamt
eine vollständige Mindestinformation ergeben.
2. Verpackungssystem gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundflächen von
12 Basiseinheiten die Grundfläche einer Versandeinheit bilden und die Grundfläche
mindestens einer ganzen Versandeinheit der Grundfläche einer Viertel-Standard-Palette
entspricht.
3. Verpackungssystem gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Aufdrucke
der Basiseinheiten mindestens auf einer Seite zu einer vollständigen Mindestinformation
für jedes Komplementärpack ergänzen.
4. Verpackungssystem gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Aufdrucke
der Basiseinheiten und eines Komplementärelements zu einer vollständigen Mindestinformation
ergänzen.
5. Verpackungssystem gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Komplementärelement
ein das Komplementärpack zusammenhaltendes Element ist.