[0001] Die Temperierung von Tanks geschieht herkömmlich dadurch, daß ein Temperiermedium
durch Kanäle geleitet wird, die durch am Tankmantel angeschweißte Halbrohre gebildet
sind. Handelt es sich bei der Temperierung um eine Beheizung, so wird als Temperiermedium
gewöhnlich Dampf verwendet. Diese Konstruktion ist beispielsweise aus DE-B1 1 223
132, DE-U1 8 800 536 und DE-A1 4 117 273 bekannt.
[0002] Aus DE-U1 1 960 929 ist ferner ein temperierbarer Tank bekannt, bei dem ein Teil
des Tankmantels selbst von schraubenförmig gewickelten Vierkantrohren gebildet ist,
die miteinander verschweißt und möglicherweise zusätzlich an der Innenseite schweißplattiert
sind.
[0003] Bei den bekannten Konstruktionen ergibt sich zwar wegen der Tatsache, daß ein Teil
des Kanalprofils vom Tankmantel selbst gebildet wird, ein sehr guter Wärmeaustausch
zwischen Temperiermedium und Tankinhalt. In anderer Hinsicht sind die bekannten Gestaltungen
aber problematisch.
[0004] So bergen die erheblichen Schweißnahtlängen zwischen den Halbprofilen und dem Tankmantel
die Gefahr von Leckstellen in sich. An Leckstellen austretendes Temperiermedium führt
zu Korrosion am Tankmantel und beschädigt die den Tankmantel samt Kanälen umgebende
Isolierung.
[0005] Dabei können solche Leckstellen nicht nur bei der ersten Fertigung auftreten, bei
der sie sich noch relativ leicht feststellen und beheben lassen; wesentlich problematischer
ist es, wenn sie erst später infolge von Spannungen zwischen Kanal und Tankmantel
auftreten. Derartige Spannungen können aus mechanischer Beanspruchung im Betrieb,
die zu vorübergehenden oder dauerhaften Verformungen des Tankmantels führen, oder
aus örtlichen Temperaturunterschieden resultieren, beispielsweise wenn ein zunächst
verhältnismäßig kalter Tank infolge einer Störung des Versorgungssystems plötzlich
mit zu heißem Dampf beaufschlagt wird.
[0006] Ferner ist das Verschweißen unterschiedlicher Materialien unerwünscht oder gar unmöglich.
Dies ist dann zu beachten, wenn der Tank aus einem speziellen Werkstoff besteht.
[0007] Auch stellt die Verschweißung der Kanäle mit dem Tankmantel nicht nur einen erheblichen
Fertigungsaufwand dar, sondern läßt sich an nicht mehr neuen Tanks infolge Verschmutzung
und/oder Verformung des Tankmantels nachträglich nur schwierig vornehmen, so daß eine
Nachrüstung von älteren Tanks mit einem Heiz- bzw. Kühlsystem kaum in Frage kommt.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen temperierbaren Tank anzugeben, bei
dem die geschilderten Probleme mindestens teilweise vermieden sind. Eine speziellere
Aufgabe kann darin gesehen werden, einen mit geringem Fertigungsaufwand herstellbaren
und unempfindlichen temperierbaren Tank anzugeben.
[0009] Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus dem Anspruch 1. Danach ist jeder Temperiermedium-Strömungskanal
als ein vom Tankmantel getrenntes Rohr aus einem in sich geschlossenen Hohlprofil
gebildet. Es kann aus einem fertigen Profilrohr bestehen, so daß Schweißarbeit außer
an den Anschlußenden nicht erforderlich ist. Gleichzeitig entfällt die Gefahr von
undichten Stellen infolge von Schweißfehlern und thermisch oder mechanisch bedingten
Spannungen.
[0010] Sorgt man dafür, daß das Rohr nahe dem Tankmantel gehalten wird, was in der bevorzugter
Ausgestaltung nach Anspruch 10 durch eine den Tankmantel umgebende Isolierlage geschieht,
so läßt sich ein ausreichender Wärmeaustausch zwischen dem Temperiermedium und dem
Tankinhalt erreichen. Selbst bei streckenweise fehlender direkter Berührung zwischen
Kanal und Tankmantel ist der Wärmeaustausch im wesentlichen auf den Tankmantel und
damit auf den Tankinhalt beschränkt, da die umgebende Isolierung einen anderweitigen
Wärmeaustausch behindert.
[0011] Bei der in Anspruch 2 angegebenen Querschnittsform des Kanals steht eine besonders
große Fläche zum Wärmeaustausch mit dem Tank zur Verfügung.
[0012] Die Maßnahmen der Ansprüche 3 und 4 sind für intensiven Wärmeaustauch günstig.
[0013] In der Ausgestaltung der Erfindung nach den Ansprüchen 5 bis 7 kann die gesamte Temperiereinrichtung
für sich vorgefertigt, sodann an die Abmessungen des jeweiligen Tanks angepaßt und
als Einheit am Tank angebracht werden. Dies gestattet eine einfachere Handhabung bei
der Fertigung und ermöglicht außerdem die gleichzeitige Fertigung von Tank und Temperiersystem.
Die in Anspruch 9 angegebene Gestaltung ist insofern günstig, als die Biegung von
Rohren mit Kreisquerschnitt unproblematisch ist.
[0014] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigt
- Figur 1
- eine Seitenansicht eines temperierbaren Tanks, und
- Figur 2
- einen Querschnitt durch den Tank nach Figur 1.
[0015] Der in der Zeichnung dargestellte Tank weist einen aus einem zylindrischen Teil
10 und zwei Tankböden
11 aufgebauten Tankmantel
12 auf.
[0016] Parallel zur Tankachse verlaufen über im wesentlichen die gesamte Länge des zylindrischen
Mantelteils
10 mehrere - im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 fünf - Temperiermedium-Längskanäle
13, die an ihren beiden Enden mit jeweils einem Sammelkanal
14 verbunden sind. Die beiden Sammelkanäle
14 verlaufen in Umfangsrichtung des Tanks in dessen unteren Bereich über einen Winkel
von weniger als 180°. Sie weisen jeweils einen Stutzen
15 zur Zu- bzw. Abführung des Temperiermediums auf.
[0017] Bei dem Temperiermedium kann es sich um ein Kühlmittel, z.B. Kühlwasser, oder um
ein Heizmittel, z.B. Dampf, handeln.
[0018] Jeder Längskanal
13 besteht aus einem vom Tankmantel
12 getrennten Vierkantrohr mit in sich geschlossenem Hohlprofil. Wie aus Figur 2 ersichtlich,
ist das Profil der Längskanäle
13 rechteckig, wobei die zum Tankmantel
12 tangential verlaufenden Seiten des Profils länger sind als die senkrecht dazu stehenden
Seiten, um die dem Tankmantel
12 zugewandte und für den Wärmeaustausch in erster Linie maßgebliche Fläche möglichst
groß zu machen.
[0019] Die dem Tankmantel
12 zugewandte Fläche des Längskanals
13 ist in Axialrichtung des Tanks eingeknickt (in der Zeichnung nicht dargestellt),
so daß sie den Tankmantel
12 längs zweier Linien berühren kann und eine noch dichtere Anordnung des Längskanals
13 am Tankmantel
12 mit entsprechend verbessertem Wärmeübergang ermöglicht. Aus dem gleichen Grund kann
ferner der Zwischenraum zwischen Längskanal
13 und Tankmantel
12 mit einem (ebenfalls nicht gezeigten) wärmeleitenden Material, einer sogenannten
Wärmeleitpaste oder einem Wärmeleitzement, ausgefüllt werden.
[0020] Jeder der beiden Sammelkanäle
14 ist aus einem Rohr mit Kreisquerschnitt geformt und mit den Längskanälen
13 verschweißt, so daß sich ein im Innern zusammenhängendes, aus den Längskanälen
13, den Sammelkanälen
14 und den Anschlußstutzen
15 bestehendes Rohrsystem ergibt.
[0021] Dieses Rohrsystem kann zunächst als ebenes Gebilde vorgefertigt und verschweißt werden,
wobei die Sammelkanäle
14 anschließend entsprechend der Krümmung des Tanks gebogen werden. Alternativ können
vorgebogene Sammelkanäle
14 mit den Längskanälen
13 und den Anschlußstutzen
15 verschweißt werden.
[0022] Eine besonders einfache Fertigung ergibt sich, wenn jeder Sammelkanal
14, wie in Figur 2 dargestellt, aus mehreren für sich vorgebogenen Rohrstücken mit Kreisquerschnitt
besteht, die zwischen jeweils benachbarte Längskanäle
13 geschweißt werden.
[0023] In das so fertiggestellte Rohrsystem wird der Tank eingelegt, woraufhin der gesamte
Aufbau mit einer Isolierlage
16 umgeben wird. Die Isolierschicht ihrerseits wird an ihrer Außenseite mit einem dünnen
Blechmantel
17 umgeben. Die Isolierung
16,
17 hat nicht nur die Aufgabe, den Wärmeaustausch mit der Umgebung zu behindern, sondern
auch die Längskanäle
13 in möglichst innigem Kontakt mit dem Tankmantel
12 zu halten. Vor dem Aufbringen der Isolierung
16,
17 kann das Rohrsystem zusätzlich mittels (nicht gezeigten) Spannbändern oder sonstigen
geeigneten Klemmelementen an den Tankmantel
12 angedrückt werden.
1. Temperierbarer Tank mit am Tankmantel (12) angeordneten Kanälen (13), die an Zu- und Abführleitungen für ein Temperiermedium anschließbar sind, dadurch
gekennzeichnet, daß jeder Kanal (13) aus einem vom Tankmantel (12) getrennten Rohr mit in sich geschlossenem Hohlprofil besteht.
2. Tank nach Anspruch 1, wobei jeder Kanal (13) aus einem Vierkantrohr besteht, dessen tangential zum Tankmantel (12) verlaufende Seiten länger sind als die dazu senkrechten Seiten.
3. Tank nach Anspruch 2, wobei die dem Tankmantel (12) zugewandte Wand des Vierkantrohrs in Axialrichtung des Tanks eingeknickt ist.
4. Tank nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei zwischen Tankmantel (12) und der ihm zugewandten Wand des Längskanals (13) ein wärmeleitendes Material angeordnet ist.
5. Tank nach einem der Ansprüche 1 bis 4 mit mehreren parallel zur Tankachse verlaufenden
Längskanälen (13), die an ihren beiden Enden in jeweils einen in Umfangsrichtung des Tanks verlaufenden
Sammelkanal (14) münden.
6. Tank nach Anspruch 5, wobei die Sammelkanäle (14) über höchstens 180° des Tankumfangs verlaufen und mit den Längskanälen (13) eine den Tank aufnehmende wannenartige Struktur bilden.
7. Tank nach Anspruch 6, wobei die Längskanäle (13) gerade sind und die Sammelkanäle (14) den Tank in seinem zylindrischen Mantelteil (10) umgeben.
8. Tank nach einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei die Sammelkanäle (14) aus Rohren mit Kreisprofil gebildet sind.
9. Tank nach einem der Ansprüche 5 bis 8, wobei die Sammelkanäle (14) entsprechend der Krümmung des Tankmantels (12) gebogen sind.
10. Tank nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Kanäle (13) durch eine den Tank umgebende Isolierung (16, 17) in Berührung mit dem Tankmantel (12) gehalten sind.