[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Mikrowellen-Bauelement mit einer Mikrowellen-Leiteranordnung
zum Leiten elektromagnetischer Wellen und einem gyromagnetischen Werkstoff, der in
Wirkverbindung mit den elektromagnetischen Wellen angeordnet ist.
[0002] In dieser Weise sind insbesondere nichtreziproke Mikrowellen-Mehrtorbauelemente wie
Zirkulatoren oder Isolatoren ausgebildet. Aufgrund ihrer physikalischen Wirkungsweise
ist es notwendig, daß diese Bauelemente gyromagnetische Werkstoffe, insbesondere Ferritmaterialien,
enthalten, die mit einem Magnetfeld definierter Feldstärke beaufschlagt werden. Zur
Herstellung dieses Magnetfeldes kann in dem Mikrowellen-Bauelement ein Permanentmagnet
derart eingebracht sein, daß sein magnetisches Feld den gyromagnetischen Werkstoff
durchströmt. Um eine optimale Funktion des Mikrowellen-Bauelements einzustellen, wird
die magnetische Feldstärke in der Regel auf einen genau definierten Wert einzustellen
sein. Die Justierung der magnetischen Feldstärke kann dadurch erfolgen, daß der Magnet
bis zur vollkommenen Sättigung aufmagnetisiert wird. Danach wird er schrittweise abmagnetisiert,
bis der gewünschte Wert der magnetischen Feldstärke erreicht ist, bei dem am Mikrowellen-Bauelement
eine optimale Funktion der gewünschten Art gemessen werden kann.
[0003] Es hat sich jedoch gezeigt, daß bei dieser Vorgehensweise relativ häufig der Fall
auftritt, daß beim Abmagnetisieren das Magnetfeld zu weit abgeschwächt wird. Der vorstehend
beschriebene Vorgang muß dann vollständig wiederholt werden, indem der Magnet erneut
in die Sättigung gebracht und danach wieder abgeschwächt wird. Ein derartiger Einstellvorgang
ist insbesondere für eine Großserienfertigung sehr aufwendig und kostenintensiv.
[0004] Die Erfindung hat die Aufgabe, ein Mikrowellen-Bauelement der eingangs genannten
Art in der Weise auszubilden, daß der Abgleich der magnetischen Feldstärke vereinfacht
wird.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch ein Mikrowellen-Bauelement mit einer
Mikrowellen-Leiteranordnung zum Leiten elektromagnetischer Wellen und einem gyromagnetischen
Werkstoff, der in Wirkverbindung mit den elektromagnetischen Wellen angeordnet und
mit einem Magnetfeld vorgebbarer Feldstärke dadurch beaufschlagbar ist, daß der gyromagnetische
Werkstoff, wenigstens ein Magnet zur Herstellung des magnetischen Feldes und ein magnetisches
Abstimmelement mit zwecks Abgleich der magnetischen Feldstärke veränderbarer magnetischer
Leitfähigkeit in einem magnetischen Kreis angeordnet sind.
[0006] Bei einem derartig ausgebildeten Mikrowellen-Baulement wird der Abgleich der magnetischen
Feldstärke durch ein magnetisches Abstimmelement vorgenommen, welches in den magnetischen
Kreis eingebracht ist. Der Magnet zur Herstellung des Magnetfeldes kann dann unverändert
so eingefügt und betrieben werden, wie er für die Fertigung des Mikrowellen-Bauelements
zugeliefert wird. Vorzugsweise ist der Magnet bis zu seiner Sättigung aufmagnetisiert.
Beim Abgleich der magnetischen Feldstärke im Mikrowellen-Bauelement bleibt der Magnet
unverändert; die magnetische Feldstärke wird vielmehr durch Erhöhung oder Verringerung
der magnetischen Leitfähigkeit des magnetischen Abstimmelements vorgenommen.
[0007] Eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Mikrowellen-Bauelements ist
gekennzeichnet durch ein die Mikrowellen-Leiteranordnung, den gyromagnetischen Werkstoff
und den Magneten wenigstens teilweise umschließendes Gehäuse, das wenigstens bereichsweise
aus magnetisch leitendem Werkstoff ausgebildet und in dem magnetischen Kreis angeordnet
ist und das mit wenigstens einem seiner im magnetischen Kreis angeordneten Bereiche
wenigstens einen Teil des magnetischen Abstimmelements bildet.
[0008] Diese Ausbildung des magnetischen Abstimmelements ermöglicht es, den Abgleich der
magnetischen Feldstärke auch noch im fertig zusammengefügten Zustand des Mikrowellen-Bauelements
durchzuführen, und bietet weiterhin die Möglichkeit, ein magnetisches Abstimmelement
ohne zusätzlichen oder allenfalls mit geringem Aufwand an Bauteilen zu schaffen.
[0009] Vorteilhaft umfaßt das magnetische Abstimmelement ein zwecks Abgleich der magnetischen
Feldstärke geometrisch veränderbares Bauteil. Der Abgleich kann dann durch mechanische
Einwirkung auf das magnetische Abstimmelement vorgenommen werden, wodurch sichergestellt,
daß sich die Kenndaten beispielsweise des verwendeten Magneten oder des gyromagnetischen
Werkstoffs nicht ändern.
[0010] Vorzugsweise umfaßt dabei das magnetische Abstimmelement einen Luftspalt veränderbarer
Breite. Dieser Luftspalt veränderbarer Breite ist insbesonderes zwischen zwei Bauteilen
des magnetischen Kreises angeordnet, deren geometrische Position zueinander justierbar
gestaltet und von denen wenigstens eines von einem Teil des Gehäuses gebildet ist.
So kann der Luftspalt veränderbarer Breite beispielsweise zwischen einem Bauteil des
Gehäuses und dem Magneten, jedoch auch zwischen zwei Gehäusebauteilen angeordnet sein.
Insbesondere kann der Luftspalt des magnetischen Abstimmelements mit einer justierbaren
Schraube, einem justierbaren Stift, wahlweise einfügbaren Scheiben und/oder einer
mechanisch verformbaren Lasche gebildet sein. Dabei kann bevorzugt die justierbare
Schraube oder der justierbare Stift mit einem Bauteil des Gehäuses verbunden werden
und der Luftspalt veränderbarer Breite unmittelbar zwischen dieser Schraube oder diesem
Stift und dem Magneten gebildet sein. Die mechanisch verformbare Lasche kann aus einem
Bauteil des Gehäuses im magnetischen Kreis herausgeformt werden, beispieslweise durch
eine Ausstanzung. Die wahlweise einfügbaren Scheiben können mit einem Bauteil des
Gehäuses verbunden und dessen Abstand beispielsweise zum Magneten dadurch verändert
werden.
[0011] In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist das geometrisch veränderbare Bauteil
durch einen in seiner Wandstärke verformbaren, im magnetischen Kreis angeordneten
Bereich des Gehäuses gebildet. Dabei wird der Zusammenhang zwischen der Wandstärke
und der magnetischen Leitfähigkeit für den Abgleich ausgenutzt.
[0012] Einige Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden
im nachfolgenden näher beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Mikrowellen-Bauelements
mit einer Schraube als magnetischem Abstimmelement,
Fig. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel mit einer mechanisch verformbaren Lasche als
Abstimmelement und
Fig. 3 ein drittes Ausführungsbeispiel mit einem in seiner Wandstärke verformbaren
Bereich des Gehäuses als Abstimmelement.
[0013] Fig. 1 zeigt ein Mikrowellen-Bauelement mit einer Mikrowellen-Leiteranordnung, bestehend
aus einem Innenleiter 1, einem Bodenbereich 2 eines weitgehend topfförmigen Gehäuses
3 und einem in das Gehäuse 3 eingesetzten Außenleiter 4. Der Innenleiter 1 erstreckt
sich im wesentlichen entlang einer Ebene, der Bodenbereich 2 und der Außenleiter 4
erstrecken sich parallel zu dieser Ebene. Zwischen dem Innenleiler 1 und dem Bodenbereich
2 des Gehäuses 3 ist ein erstes Teil aus gyromagnetischem Werkstoff, vorzugsweise
eine Scheibe aus Ferritmaterial, angeordnet. Diese Ferritscheibe ist mit dem Bezugszeichen
5 versehen. Eine baugleiche zweite Ferritscheibe 6 ist zwischen dem Innenleiter 1
und dem Außenleiter 4 angeordnet. Die Mikrowellen-Leiteranordnung 1, 2, 4 mit den
Ferritscheiben 5, 6 bildet ein nichtreziprokes Mikrowellen-Mehrtor-Bauelement, beispielsweise
einen Zirkulator oder einen Isolator, und ist einer an sich bekannten Form aufgebaut.
[0014] Um die Ferritscheiben 5, 6 mit einem Magnetfeld definierter Größe senkrecht zu der
Ausbreitungsrichtung der in der Mikrowellen-Leiteranordnung 1, 2, 4 entlang der flächigen
Ausdehnung des Innenleiters 1 geführten elektromagnetischen Wellen zu beaufschlagen,
ist ein Permanentmagnet 7 flächig auf dem Außenleiter 4 angeordnet. Der Permanentmagnet
7 ist in einen magnetischen Kreis einbezogen, der außer dem Permanentmagneten 7 noch
die Ferritscheiben 5, 6, das Gehäuse 3 einschließlich seines Bodenbereiches 2 sowie
einen Deckel 8 umfaßt, mit dem das Gehäuse 3 auf seiner dem Bodenbereich 2 gegenüberliegenden
Seite abgeschlossen ist. Gehäuse 3 und Deckel 8 sind dazu aus magnetisch leitfähigem
Werkstoff gefertigt, vorzugsweise aus Stahl. Als magnetisches Abstimmelement ist in
eine Gewindebohrung des Deckels 8 eine ebenfalls magnetisch leitfähige Schraube 9
eingesetzt. Zwischen einer Stirnfläche 10 der Schraube 9 und einer ihr zugekehrten
Fläche 11 des Permanentmagneten 7, die im dargestellten Beispiel ebenfalls parallel
zu der Ebene angeordnet ist, entlang der sich der Innenleiter 1 erstreckt, befindet
sich ein Luftspalt 12, dessen Breite, d.h. Abstand zwischen der Stirnfläche 10 und
der Fläche 11 durch Justieren der Schraube 9 veränderbar ist. Der Permanentmagnet
ist bis in seine Sättigung aufmagnetisiert. Die magnetische Feldstärke in den Ferritscheiben
5, 6 wird durch Justieren der Schraube 9 verstellt. Dadurch ist in einfacher Weise
im fertig montierten Zustand des Mikrowellen-Bauelements ein Abgleich der magnetischen
Feldstärke möglich, ohne die magnetischen Eigenschaften des Permanentmagneten selbst
zu verändern. Werden dabei verhältnismäßig große Werte für die Breite des Luftspaltes
eingestellt, empfiehlt sich in der Regel der Einsatz eines Permanentmagneten mit großer
magnetischer Feldstärke. Derartige Permanentmagnete sind vorzugweise aus Hartferrt
sowie aus den Legierungen mit den Bezeichneten NeFeB und SmCo hergestellt.
[0015] Eine derartige mechanische Justierung kann anstelle mit einer Schraube 9 auch mit
einem einfacher zu fertigenden, magnetisch leitfähigen Stift erreicht werden, der
an die Stelle der Schraube 9 in der Anordnung nach Fig. 1 tritt. Auch ließe sich der
Luftspalt 12 durch wiederholtes Einkleben von magnetisch leitfähigen Scheiben unter
den Deckel 8 anstelle der Schraube 9 oder auf die Fläche 11 des Permanentmagneten
7 auf die notwendige Breite einstellen.
[0016] Wie für die gezeigte Mikrowellen-Leiteranordnung 1, 2, 4 ist die Erfindung auch für
Mikrowellen-Leiteranordnungen anderer Bauformen in gleich vorteilhafter Weise einsetzbar,
beispielsweise für Hohlleiter-Zirkulatoren und Ähnliches. In jedem Fall wird eine
einfache, preiswerte und exakte Möglichkeit des Abgleichs der magnetischen Feldstärke
erhalten.
[0017] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 2, in dem mit Fig. 1 übereinstimmende Elemente wieder
mit denselben Bezugszeichen versehen sind, ist anstelle der Schraube 9 zwischen dem
Deckel 8 und der Fläche 11 des Permanentmagneten 7 ein magnetisch leitfähiges Bauteil,
beispielsweise aus Stahl, zum Schließen des magnetischen Kreises eingefügt. Anstelle
der durch dieses Bauteil 13 ersetzten Schraube 9 in Fig. 1 tritt als magnetisches
Abstimmelement in Fig. 2 eine mechanisch verformbare Lasche 14. Die Lasche 14 ist
aus einem Wandbereich des Gehäuses 3 herausgearbeitet, beispielsweise eingestanzt.
Durch Einbiegen der Lasche 14 entsteht zwischen dieser und dem übrigen Teil des Gehäuses
3 ein Luftspalt 15 veränderbarer Breite. Der Abgleich der magnetischen Feldstärke
in den Ferritscheiben 5, 6 erfolgt durch gezielte Verformung, d.h. genau dosiertes
Einbiegen der Lasche 14 in den Innenraum des Gehäuses 3. Auch dabei bleiben die magnetischen
Eigenschaften des Permanentmagneten 7 unberührt.
[0018] In einer dritten Ausführungsform, die in Fig. 3 dargestellt ist, wird anstelle der
Lasche 14 aus Fig. 2 ein vorgegebener Bereich 16 der Wand des Gehäuses 3 zur Veränderung
seiner Wandstärke mechanisch deformiert. Dies ist durch gestrichelte Linien und Pfeile
angedeutet. In Fig. 3 bildet somit der Bereich 16 das magnetische Abstimmelement,
dessen magnetische Leitfähigkeit mit der Wandstärke variiert und somit zum Abgleich
der magnetischen Feldstärke herangezogen wird.
[0019] Auch im Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 bleibt durch den Abgleich der magnetischen
Feldstärke der Permanentmagnet 7 als solcher unberührt.
[0020] Die Ausbildung des magnetischen Abstimmelements nach den in den Fig. 2 und 3 dargestellten
Ausführungsbeispielen stellt eine besonders aufwandsarme Möglichkeit dar, die keiner
zusätzlichen Bauteile bedarf und keinen oder nur einen sehr geringen zusätzlichen
Fertigungsaufwand erfordert, der jedoch durch die Einsparung aufgrund der Vereinfachung
des Abgleichverfahrens nicht ins Gewicht fällt.
1. Mikrowellen-Bauelement mit einer Mikrowellen-Leiteranordnung zum Leiten elektromagnetischer
Wellen und einem gyromagnetischen Werkstoff, der in Wirkverbindung mit den elektromagnetischen
Wellen angeordnet und mit einem Magnetfeld vorgebbarer Feldstärke dadurch beaufschlagbar
ist, daß der gyromagnetische Werkstoff, wenigstens ein Magnet zur Herstellung des
magnetischen Feldes und ein magnetisches Abstimmelement mit zwecks Abgleich der magnetischen
Feldstärke veränderbarer magnetischer Leitfähigkeit in einem magnetischen Kreis angeordnet
sind.
2. Mikrowellen-Bauelement nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch ein die Mikrowellen-Leiteranordnung, den gyromagnetischen Werkstoff und den Magneten
wenigstens teilweise umschließendes Gehäuse, das wenigstens bereichsweise aus magnetisch
leitendem Werkstoff ausgebildet und in dem magnetischen Kreis angeordnet ist und das
mit wenigstens einem seiner im magnetischen Kreis angeordneten Bereiche wenigstens
einen Teil des magnetischen Abstimmelements bildet.
3. Mikrowellen-Bauelement nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das magnetische Abstimmelement ein zwecks Abgleich der magnetischen Feldstärke
geometrisch veränderbares Bauteil umfaßt.
4. Mikrowellen-Bauelement nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das magnetische Abstimmelement einen Luftspalt veränderbarer Breite umfaßt.
5. Mikrowellen-Bauelement nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Luftspalt veränderbarer Breite zwischen zwei Bauteilen des magentischen
Kreises angeordnet ist, von denen wenigstens eines von einem Teil des Gehäuses gebildet
ist.
6. Mikrowellen-Bauelement nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der Luftspalt veränderbarer Breite des magnetischen Abstimmelements mit einer
justierbaren Schraube, einem justierbaren Stift und/oder einer mechanisch verformbaren
Lasche gebildet ist.
7. Mikrowellen-Bauelement nach Anspruch 3 in Verbindung mit Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das geometrisch veränderbare Bauteil durch einen in seiner Wandstärke verformbaren,
im magnetischen Kreis angeordneten Bereich des Gehäuses gebildet ist.