[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Schutzhelm, wie er im Oberbegriff des Hauptanspruchs
beschrieben ist.
[0002] Seit dem Beginn der achtziger Jahre gibt es Schutzhelme (z.B. für Motorradfahrer),
welche einen aufklappbaren Kinnteil aufweisen; solche Helme werden im nachfolgenden
Klapphelme genannt. Diese Form des Schutzhelmes ermöglicht es z.B. Brillenträger den
Schutzhelm ohne das Absetzen der Brille komfortabel aufzusetzen, oder z.B. Motorradpolizisten
ohne das Absetzen des Schutzhelmes einen Dialog mit anderen Verkehrsteilnehmern bei
geöffnetem Helmkinnteil zu führen. Die Anhäufung von mehreren Handgriffen beim Aufsetzen
des Helmes (Aufsetzen, Kinnriemen schließen, Kinnteil herunterklappen) führt bei Kurzstrecken
(z.B. im Stadtverkehr) häufg dazu, daß der Kinnriemen nicht geschlossen wird. Des
weiteren neigen viele Schutzhelmträger bei hohen Außentemperaturen und niedriger Fahrgeschwindigkeit
(z.B. innerstädtisch) mit geöffnetem Kinnteil zu fahren. Schließlich sind Klapphelme
auf dem Markt sind, welche sich durch den Abbau des Kinnteils vom "Integralhelm" zum
"Jethelm" umbauen lassen.
[0003] Die EP 0 258 496 B1 zeigt einen Schutzhelm mit hochklappbarem Kinnteil, bei dem sich
ein Bügel, der die Funktion eines Kinnriemens übernimmt, beim Herunterklappen des
Kinnteils automatisch anlegt. Dabei wird der Bügel über Kurvenscheiben und Schwenkgliedern
relativ aufwendig gesteuert.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, einen gattungsgemäßen Schutzhelm so auszulegen, daß
er einfach aufgebaut und in komfortbaler Weise sicher am Kopf des Helmträgers festlegbar
ist.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs
gelöst. Weitere vorteilhafte Ausführungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Nach der Erfindung legt sich bei geschlossenem Kinnteil der Kinnriemen automatisch
an. Bevorzugt der Helmträger mit hochgeklapptem oder abgenommenem Kinnteil zu fahren,
kann er an der Helmschale zusätzlich einen Kinnriemen befestigen, den er dann in bekannter
Weise händisch schließt. Damit ist das sichere Tragen des Schutzhelms in diesen Situationen
gewährleistet. Demnach bewirkt ganz allgemein die Erfindung eine zwangsweise Benutzung
des Kinnriemens bei geschlossenem Kinnteil, die zu einer Erhöhung der Sicherheit bei
einem eventuellen Unfall führt. Dabei zeichnet sie sich durch eine komfortablere Benutzung
aus, indem einige Handgriffe beim Aufsetzen und Schließen des Schutzhelmes wegfallen.
Dennoch bleiben alle Funktionsmerkmale eines Klapphelmes aufrechterhalten. Desweiteren
kann der Schutzhelmträger z.B. bei hohen Außentemperaturen das Kinnteil abnehmen;
durch den an der Helmschale zu befestigenden Zweitkinnriemen ist auch in diesem Fall
das sichere Tragen des Schutzhelmes gewährleistet.
[0007] In einer zweckmäßigen Ausgestaltung ist der Kinnriemen so am Kinnteil befestigt,
daß er sich beim Herunterklappen des Kinnteils auf einer konzentrischen Kreisbahn
um den Kinnteildrehpunkt bewegt und in der geschlossenen Kinnteilstellung zur festen,
sicheren Anlage am Hals des Schutzhelmträgers führt.
[0008] Weiter ist es zweckmäßig die Länge der Kinnriemen veränderbar auszulegen, so daß
der jeweilige Benutzer sie für seine Bedürfnisse individuell einstellen kann. Eine
Steigerung des Komforts wird durch eine Polsterung der Kinnriemen erreicht.
[0009] In einer besonders zweckmäßigen Ausführung wird der am Kinnteil vorgesehene Riemen
so ausgelegt und befestigt, daß er abgenommen und an der Helmschale befestigt werden
kann. In diesem Fall entfällt das Mitführen eines zweiten Kinnriemens.
[0010] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels, die auf die dazu gehöhrende Zeichnung Bezug
nimmt. Es ist dargestellt in
- Figur 1
- einen Schutzhelm mit einem hochklappbaren Kinnteil in geschlossener Stellung,
- Figur 2
- im Längsschnitt den Helm nach Fig. 1, in vergrößertem Maßstab,
- Figur 3
- eine Vorderansicht des Helms nach Fig. 2 mit einer im Schnitt dargestellten Helmhälfte,
- Figur 4
- ein Kinnriemen für die Helmschale, in auseinander gezogenen Darstellung und
- Figur 5
- eine Seitenansicht des mit

X

bezeichneten Abschnittes eines Kinnriementeils nach Fig. 4.
[0011] Ein Klapphelm 1 nach Fig. 1 besteht im wesentlichen aus zwei Hauptbauteilen: einer
Helmschale 2 und einem Kinnteil 3, das drehbar an der Helmschale 2 angelenkt ist.
Hierfür ist an jeder Helmseite ein Drehgelenk vorgesehen; der Drehpunkt des einen
Gelenks ist in Fig. 2 mit 4 bezeichnet. Durch diese Anordnung läßt sich das Kinnteil
3 zum Abnehmen des Helmes nach oben klappen, wie dies wiederum in Fig. 2 mit der strichpunktierten
Linie 5 angedeutet ist.
[0012] Fig.3 zeigt einen insgesamt mit 6 bezeichneten Kinnriemen, der an beiden Seiten der
Helmschale in der Nähe des Drehpunktes 4 fixiert und zwar in der Weise, daß er mit
dem Kinnteil fest verbunden ist. Er bewegt sich beim Öffnen des Kinnteil 3 auf einer
konzentrischen Kreisbahn um den Drehpunkt 4. Er bewegt sich dabei vom Hals des nicht
dargestellten Schutzhelmrägers weg, an der Kinnspitze und später an der Augenhöhe
vorbei und ermöglicht dabei das Absetzen des Helmes. Die Bewegungsbahn ist in Fig.
2 wiederum mit 7 bezeichnet.
[0013] Der Kinnriemen 6 wird rechts und links an der Innenseite des Kinnteil 3 mittels geschlitzter
Befestigungsbleche 8 fixiert, die mit mehreren Schrauben 9 am Kinnteil 3 befestigt
sind. Dabei ist ein Ende 10 des Kinnriemen 6 durch einen Schlitz 11 (Fig. 2) des in
Fig. 3 linken Befestigungsbleches 8 geführt, umgeschlagen und wieder mit dem Kinnriemen
vernäht. Auf der anderen Seite wird das entsprechende Ende 12 des Kinnriemen 6 durch
einen vergleichbaren Schlitz des dortigen Befestigungsbleches 8 geführt und mit dem
Abschnitt des Kinnriemens zwischen den Befestigungsblechen über eine Schnalle 13 reibschlüßig
verbunden. Diese Schnalle gewährleistet neben der Fixierung des Kinnriemens ebenfalls
noch seine Längeneinstellbarkeit. Diese Einstellbarkeit ist wegen der Anpassung des
Helmes an die unterschiedlichen Kopf- und Halsformen der Schutzhelmträger erforderlich.
Schließlich wird der Kinnriemen 6 zwischen den Befestigungsblechen 8 mittels einer
Komfortpolsterung 14 abgedeckt.
[0014] Fig. 4 zeigt einen zweiten Kinnriemen, der an der Helmschale befestigt werden kann.
Er ist dann vorgesehen, wenn das Kinnteil entweder hochgeklappt oder abmontiert ist.
Der Kinnriemen 15 ist mehrteilig ausgelegt und Teilabschnitte 16, 17 sind mittels
Schrauben oder Niefen rechts und links in der Helmschale befestigbar. Die Helmschale
und die Festlegung des Kinnriemens in der Helmschale sind in Fig. 4 nicht dargestellt,
jedoch zeigen die Teilabschnitte 16, 17 Laschen 18, 19 mit Durchgangslöchern für die
Befestigungsschrauben oder -nieten.
[0015] Am anderen Ende der Teilabschnitte 16, 17 befinden sich Verbindungselemente 20, 21,
an denen sich zwei Mittelteilen 22, 23 des Kinnriemens 15 befestigen lassen.
[0016] Die Verbindungselemente 20, 21 sind hierzu als Ösen ausgelegt und lassen sich in
Knöpfe 24, 25 der Mittelteile 22, 23 einhängen. Fig. 5 zeigt als Einzelheit

X

der Fig. 4 die hinterschnittene Form des Knopfes 25. Die Verbindungen der Mittelteile
22, 23 mit den die Knöpfe 24, 25 tragenden Bauteile und der Kinnriemenabschnitte 16,
17 mit ihren Verbindungselementen 20, 21 erfolgen über Durchschlaufen, Umschlagen
und Vernähen der Enden der Mittelteile 22, 23 und entsprechend der Enden der Kinnriemenabschnitte
16, 17.
[0017] Das Mittelteil 22 weist ein Schloß 25 auf, das über eine Druck- oder Schiebetaste
26 betätigbar ist. Desweiteren ist das Mittelteil 22 mit einer Komfortpolsterung 27
unterlegt, um so den Tragekomfort des Kinnriemens zu verbessern. Das Gegenstück zum
Schloß 25, nämlich eine Schloßzunge 28 ist mit dem zweiten Mittelteil 23 vernäht.
Beim Schließen des Kinnriemens werden in bekannter Weise Schloß und Schloßzunge ineinander
gesteckt und in entsprechender Weise wird die Druck- oder Schiebetaste betätigt, um
die Teile wieder zu lösen.
[0018] Das der Schloßzunge 28 abgewandte Ende des Mittelteils 23 wird durch das den Knopf
25 tragende Baute durchgeschlauft, aber nicht vernäht. Es vielmehr zu einer Schnalle
29 geführt und dort reibschlüssig gehalten. Auf diese Weise ist der gesamte Kinnriemen
15 in der Länge einstellbar und somit auf Kopf- bzw. Halsform des Schutzhelmträgers
adaptierbar. Die beiden Mittelteile 22, 23 lassen sich - wie oben bereits angedeutet
- bei Bedarf an die helmschalenfest montierten Kinnriementeile 16, 17 anknöpfen und
bilden dann eine vergleichbare Funktion zu den bisher gebräuchlichen Standardkinnriemen
. Falls die Mittelteile 22, 23 - die in dem beschriebenen Ausführungsbeispiel den
eigentlichen zusätzlichen Kinnriemen bilden - nicht benutzt werden, kann der Schutzhelmträger
diese als loses Zubehör mitführen. Die helmschalenfesten Kinnriementeile 16, 17 verbleiben
an ihrer Position, haben allerdings dann keine Funktion mehr. Gegebenenfalls können
sie in entsprechende Aufnahmetaschen innerhalb des Helmes eingesteckt werden, so daß
sie von außen nicht mehr sichtbar sind.
Bezugszeichen-Liste
[0019]
- 1
- Klapphelm
- 2
- Helmschale
- 3
- Kinnteil
- 4
- Drehpunkt
- 5
- strichpunktierte Linie
- 6
- Kinnriemen
- 7
- Bewegungsbahn
- 8
- Befestigungsblech
- 9
- Schraube
- 10
- Ende Kinnriemen
- 11
- Schlitz
- 12
- Ende Kinnriemen
- 13
- Schnalle
- 14
- Komfortpolsterung
- 15
- Kinnriemen
- 16,17
- Teilabschnitte
- 18,19
- Laschen
- 20,21
- Verbindungselemente
- 22,23
- Mittelteile
- 24,25
- Knöpfe
- 25
- Schloß
- 26
- Druck- oder Schiebetaste
- 27
- Komfortpolsterung
- 28
- Schloßzunge
- 29
- Schnalle
1. Schutzhelm (1) mit einer Helmschale (2), einem an der Helmschale (2) drehbar gehaltenen,
hochklappbaren Kinnteil (3) und einem beim Herunterklappen des Kinnteils (3) sich
automatisch anlegenden Kinnriemens (6), dadurch gekennzeichnet, daß der Kinnriemen
(6) an dem demontierbar an der Helmschale (2) angeordneten Kinnteil (3) befestigt
ist und daß an der Helmschale (2) Anschlußmöglichkeiten (Teilabschnitte 16, 17) für
die lösbare Befestigung einen Kinnriemens (15) vorgesehen sind.
2. Schutzhelm nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dadurch gekennzeichnet, daß der
Kinnriemen (6) so am Kinnteil (3) angeordnet ist, daß er beim Herunterklappen des
Kinnteils (3) sich auf einer konzentrischen Kreisbahn um einen Kinnteildrehpunkt (4)
bewegt und in der geschlossenen Kinnteilstellung zu festen, sicheren Anlage am Hals
des Schutzhelmträgers führt, und daß der Kinnriemen (6) in seiner Länge einstellbar
ist.
3. Schutzhelm nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der oder die Kinnriemen
(6, 15) gepolstert sind.
4. Schutzhelm nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der an der
Helmschale (2) anbringbare Kinnriemen (15) mehrteilig ausgelegt ist und ein Mittelteil
(22) des Kinnriemens (15) ein mittels Druck- oder Schiebetaste betätigbares Schloß
(25) und ein weiteres Mittelteil (23) eine in das Schloß (25) einsteckbare Schloßzunge
(28) aufweist.
5. Schutzhelm nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittelteile (22, 23) an
ihren des Schlosses (25) bzw. der Schloßzunge (28) abgewandten Enden Knöpfe (24, 25)
aufweisen zum Einhängen des Kinnriemens in mit der Helmschale (2) verbunden Anschlußstücken
(16, 17).
6. Schutzhelm nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlußstücke (16, 17)
durch Teilriemen gebildet sind, die einerseits an der Helmschale (2) mit Schrauben
oder Nieten (9) befestigt sind und an ihren anderen Enden Ösen (20, 21) für das Befestigen
der Mittelteile (22, 23) des Kinnriemens (15) vorsehen.
7. Schutzhelm nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß einer oder
mehrere der Kinnriementeile in ihrer Länge einstellbar sind.
8. Schutzhelm nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der die Schloßzunge (28) aufweisende
Kinnriementeil (23) in der Länge verstellbar ist.