[0001] Die Erfindung betrifft eine Ankerplatte für den Berg-, Tunnel-, Fels- und Böschungsbau,
die aus mindestens einer das Ankerende umgebenden und mittels einer Mutter gegen das
Gebirge verspannbaren sowie verzugartigen Draht- und Kunststoffmatten abstützenden
Platte aus mit Verstärkungen versehbarem Kunststoff besteht, die sich dem Gebirge
anpassende Nachgiebigkeitselemente und zentral in der für den Anker vorgesehenen Öffnung
eine selbsttätig arretierende Manschette aufweist.
[0002] In dem Gbm 195 25 610 ist bereits eine Ankerplatte aus Kunststoff hergestellt beschrieben,
welche die Gattung für die nachfolgend zu beschreibende Ankerplatte darstellt.
[0003] Eine derartige Ankerplatte aus Kunststoff löst die vorgegebene Aufgabe in vollem
Umfang und weist erhebliche Vorteile auf gegenüber den herkömmlichen schweren Ankerplatten
aus Eisen.
[0004] Es hat sich jedoch u. a. herausgestellt, daß insbesondere bei einem Ankerausbau,
beispielsweise im untertätigen Bergbau in Verbindung mit Verzugmatten, insbesondere
aus Hochleistungstextilien, bei entsprechenden Überlappungsbereichen der Matten Probleme
entstehen. So werden, um die nachfolgend eingebauten Matten am Gebirge zu sichern,
entweder die bereits verspannten Platten gelöst und nach Aufnahme der Überlappungsbereiche
wieder auf die Ankerenden aufgesetzt und verspannt, oder was häufiger der Fall ist,
es werden auf die verspannten Platten zusätzliche Eisenplatten aufgesetzt, die jedoch
keine Bindung zum Gebirge aufweisen und damit auch die Verzugmatten nicht genügend
dicht ans Gebirge anpressen.
[0005] Weitere Schwierigkeiten ergeben sich sehr häufig auch dann, wenn beispielsweise bei
Streckensanierungen oder nachträglichem Einbringen von Verzug oder eines weiteren
Verzuges es zweckmäßig erscheint, zu besseren Druckaufnahme Ankerplatten mit größerer
Fläche einzubringen. So erscheint es als sehr wichtig, Ankerplatten in Größe und Trägfähigkeit
zu verwenden, die geeignet sind, zu gegebener Zeit in Ihrer Tragkraft unterstützt
zu werden.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Ankerplatte, insbesondere für den
Berg-, Tunnel-, Fels- und Böschungsbau zu schaffen, die von der Form her geeignet
ist, eine entsprechend geforderte Tragkraft aufzunehmen, die dem Gebirge gegenüber
anpaßbar und entsprechend ohne Zerstörung des Verzuges nachgiebig ausgebildet ist,
und die es ohne weiteres ermöglicht, ohne Nachteile für den bestehenden oder zusätzlich
einzubringenden Verzug eine Zusatzplatte zu montieren.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Nachgiebigkeitselemente
auf der zum Gebirge hin eben geformten Platte als unregelmäßig angeordnete Noppen
ausgebildet sind und daß die Platte auf der dem Gebirge abgewandten Seite von der
Mitte zum umlaufenden Rand konkav geformt ist, und innerhalb der das Ankerende aufnehmenden
Öffnung eine ringartige Ausnehmung für eine der Mutter angepaßte Verstärkungsscheibe
aufweist.
[0008] Eine derart ausgebildete Ankerplatte vermag aufgrund der Form auch als relativ kleine
Platte, d.h. mit geringem Durchmesser große Kräfte aufzunehmen. Hinzu kommt, daß durch
die Verstärkungsscheibe eine bessere Verteilung der Kräfte von der Ankermutter in
die Platte eingeleitet werden kann. Die Noppen bilden dabei nicht nur eine flexible
Anpassung der Platte an das Gebirge, sondern sie sichern eine zerstörungsfreie Anlage
des Verzuges an das Gebirge.
[0009] Die Handhabung der relativ leichten Platten wird dadurch noch verbessert, daß innerhalb
der das Ankerende umgebenden Öffnung eine Manschette aus mehreren Elementen vorhanden
ist, die eine selbsttätige Arretierung der Platte auf dem Ankerende bzw. am Gebirge
gewährleistet, so daß bei der Montage in sicherer Weise die Mutter aufgeschraubt werden
kann, ohne daß mit einer Hand gleichzeitig die Platte ans Gebirge gedrückt werden
muß.
[0010] Um beim Injizieren zusätzlich ein Auslaufen des Injektionsmaterials zu verhindern,
ist es zweckmäßig, eine zusätzliche Dichtung, beispielsweise aus Schaumstoff, zu verwenden,
wobei dieses Dichtelement teilweise zur vollständigen Abdichtung des Bohrlochs in
einen zwischen Ankerende und Platte vorhandenen Spalt eindringen kann.
[0011] Eine besondere Ausgestaltung der Erfindung liegt in der Anordnung einer die eigentliche
Ankerplatte übergreifenden und auf diese abgestimmten Zusatzplatte, die zur Verbesserung
der flächenmäßigen Aufnahme der Kräfte in vielen Fällen erforderlich ist. Mit einer
derartigen zusätzlichen Platte werden auch die besonderen, beim Überlappen von Verzugmatten
auftretenden Probleme auf eine vorteilhaft Art gelöst. Die Zusatzplatte ist nicht
nur in der Form der kleineren Platte angepaßt, sondern ist auch so gestaltet, daß
Nachgiebigkeitselemente die überlappende Matte nicht zerstören. Auch die Zusatzplatte
ist aus Handhabungsgründen mit einer selbstarreierenden Manschette ausgerüstet. Ebenfalls
weist sie innerhalb einer Ausnehmung eine Verstärkungsscheibe, beispielsweise aus
sehr hartem und widerstandsfähigen, beispielsweise faserverstärktem Kunststoff oder
Metall auf, die in Verbindung mit der Form der Zusatzplatte geeignet ist, größere
Kräfte, welche auf die Mutter wirken, in die Platte zu übertragen.
[0012] Für den Einsatz, beispielsweise im Untertagebergbau, ist es zweckmäßig, daß die Ankerplatten
schwer entflammbar und antistatisch ausgebildet sind.
[0013] Zwei Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Ankerplatten sind in den Zeichnungen
dargestellt und werden im folgenden näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Schnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer Ankerplatte,
- Figur 2
- einen Schnitt durch die Ankerplatte im Bereich der Öffnung,
- Figur 3
- ein Ausführungsbeispiel einer Ankerplatte in Verbindung mit einer zusätzlichen Ankerplatte
und
- Figur 4
- einen Schnitt durch die Öffnung der Zusatzplatte.
[0014] In Figur 1 ist im Schnitt ein Ausführungsbeispiel einer Ankerplatte 1 dargestellt,
das eine tellerartige Form aufweist und das an der zum Gebirge 2 gerichteten Seite
eben ausgebildet ist. Auf der zum Gebirge 2 gerichteten Seite weist die Platte 1 aus
Kunststoff Nachgiebigkeitselemente 6 in Form von unregelmäßig auf der Oberfläche verteilten
Noppen auf. Innerhalb der das Ankerende 3 umgreifenden Öffnung 4 ist, wie insbesondere
aus dem Schnitt in Figur 2 zu entnehmen ist, eine die Platte 1 selbsttätig auf dem
Ankerende 3 arretierende Manschette 5 dargestellt.
[0015] Die Manschette 5 besteht in dem in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel aus
mehreren, vom Rand der Öffnung 4 in die Öffnung hineinragenden, aus der Außenseite
abgerundeten Segmenten 11. Durch das Aufschieben der Ankerplatte 1 auf das Ankerende
3 werden die Segmente 11, wie aus Figur 1 ersichtlich, nach unten gedrückt, so daß
sie gegenüber dem nicht dargestellten Gewinde des Ankerende eine selbsttätige Arretierung
für die Platte 1 bilden.
[0016] Die Platte 1 drückt die mit 23 bezeichnete Verzugmatte, beispielsweise aus Hochleistungstextilien,
gegen das Gebirge 2, wobei ein Abscheren oder Zerstören der Matte 23 durch die Nachgiebigkeitselemente
6 verhindert wird. Im Bereich der Öffnung 4 am unteren Ende der Platte 1 ist eine
ringartige Ausnehmung 8 vorgesehen, in welcher eine Verstärkungsscheibe 9 aus einem
harten, beispielsweise verstärkten Kunststoff oder Metall angeordnet ist. Durch die
Verstärkungsscheibe 9 werden die Kräfte, die durch die Verspannung auf die Mutter
10 wirken, besser in die gesamte Platte 1 eingeleitet. Zur Aufnahme dieser Kräfte
weist die zum Gebirge 2 hin mit einer ebenen Oberfläche versehene Platte 1 an der
dem Gebirge 2 abgewandten Seite 7 eine von der Mitte zum umlaufenden Rand konisch
abnehmende bzw. konkave Form auf.
[0017] Bei den in den Figuren 3 und 4 dargestellten Ausführungsbeispielen wird die Platte
1 von einer Zusatzplatte 13 übergriffen. Eine solche Anordnung kann dann zweckmäßig
erscheinen, wenn beispielsweise die am Gebirge 2 durch die Platte 1 anliegende Verzugmatte
23 durch eine weitere Verzugmatte bzw. durch den überlappenden Bereich einer weiteren
Verzugmatte 24 übergriffen wird. Ohne die Platte 1 lösen zu müssen, kann in einem
derartigen Fall die Zusatzplatte 13 montiert werden.
[0018] Die mit einer Öffnung 19 für das Ankerende 3 versehene Platte 13 ist in ihrer Form
der dem Gebirge 2 abgewandten Seite 7 der Platte 1 angepaßt, wobei zusätzlich auf
der Innenseite der Platte 13 Nachgiebigkeitselemente 6 in Form von Noppen vorhanden
sind, um ein zerstörungsfreies Übergreifen des Überlappungsbereichs einer Verzugmatte
zu gewährleisten. Gleichzeitig übergreift die Platte 13 den Randbereich der Platte
1 und ist in der Lage, durch die größere Fläche größere Kräfte aufzunehmen. Die Zusatzplatte
13 weist zentral um die Öffnung 19 eine Ausnehmung 16 auf, in der die Mutter 10, welche
die Platte 1 gegen das Gebirge 2 verspannt, Aufnahme findet. Am unteren Ende ist in
der Zusatzplatte 13, die Öffnung 19 umgebend, eine ringartige Ausnehmung 20 vorgesehen,
in welche eine Verstärkungsscheibe 21 durch Verklemmen oder Verkleben Platz findet.
Auch diese Verstärkungsscheibe 21 gewährleistet eine bessere Einleitung der Kräfte
in die Zusatzplatte 13.
[0019] Das in der Figur 3 dargestellte Ausführungsbeispiel der Zusatzplatte zeigt neben
der speziellen Anpassung an die Platte 1 auf der Außenseite 15 eine konvexe oder konisch
gestaltete Abnahme der Materialdicke zum Rand hin. Die Zusatzplatte 13 ist im Bereich
der Öffnung 19, wie aus Figur 4 zu entnehmen ist, ebenfalls mit mehreren, auf zur
Innenseite hin abgerundeten Segmenten 11 versehen, die eine selbständig arretierende
Manschette 17 beim Aufsetzen der Zusatzplatte 13 auf das Ankerende 3 bilden.
[0020] Um die Platten 1, 13 nachgiebiger gegenüber dem Gebirgsdruck am Gebirge 2 anzuordnen,
können zusätzlich zwischen die Verstärkungsscheiben 9, 21 und die entsprechenden Muttern
10, 22 spiralförmige Druckfedern angeordnet werden.
Bezugszeichenliste
[0021]
- 1
- Platte
- 2
- Gebirge
- 3
- Anker
- 4
- Öffnung
- 5
- Manschette
- 6
- Nachgiebigkeitselemente
- 7
- abgewandte Seite
- 8
- Ausnehmung
- 9
- Verstärkungsscheibe
- 10
- Mutter
- 11
- Segmente
- 12
- Spalt
- 13
- Zusatzplatte
- 14
- obere Seite
- 15
- untere Seite
- 16
- Ausnehmung
- 17
- Manschette
- 18
- Segmente
- 19
- Öffnung
- 20
- Ausnehmung
- 21
- Verstärkungsscheibe
- 22
- Mutter
- 23
- Verzugmatte
- 24
- Verzugmatte
- 25
- Bohrung
1. Ankerplatte für den Berg-, Tunnel-, Fels- und Böschungsbau, die aus mindestens einer
das Ankerende umgebenden und mittels einer Mutter gegen das Gebirge verspannbaren
sowie verzugartige Draht- und Kunststoffmatten abstützenden Platte aus mit Verstärkungen
versehbarem Kunststoff besteht, die sich dem Gebirge anpassenden Nachgiebigkeitselemente
und zentral in der für den Anker vorgesehenen Öffnung eine selbsttätig arretierende
Manschette aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Nachgiebigkeitselemente (6) auf der zum Gebirge (2) hin eben geformten Platte
(1) als unregelmäßig angeordnete Noppen ausgebildet sind, und daß die Platte (1) auf
der dem Gebirge (2) abgewandten Seite (7) von der Mitte zum umlaufenden Rand konkav
geformt ist, und innerhalb der das Ankerende (3) aufnehmenden Öffnung (4) eine ringartige
Ausnehmung (8) für eine der Mutter (10) angepaßte Verstärkungsscheibe aufweist.
2. Ankerplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungsscheibe (9) als in die Ausnehmung (8) einklemmbare Scheibe ausgebildet
ist.
3. Ankerplatte nach den Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungsscheibe (9) in die Ausnehmung (8) einklebbar ausgebildet ist.
4. Ankerplatte nach den Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die die Platte (1) selbsttätig auf dem Ankerende (3) arretierende Manschette
(5) beispielsweise aus mehreren vom Rand der Öffnung (4) in die Öffnung (4) hineinragenden,
auf der Außenseite abgerundeten Segmenten (11) besteht.
5. Ankerplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungsscheibe (9) aus einem härteren Material als die Platte (1), beispielsweise
aus faserverstärktem Kunststoff oder Metall besteht.
6. Ankerplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die das Ankerende (3) aufnehmende Öffnung (4) gegenüber dem Anker (3) einen ringartigen
Spalt (12) zur teilweisen Aufnahme eines zwischen Platte (1) und Gebirge (2) einlegbaren
zusätzlichen Dichtelementes, beispielsweise aus Schaumstoff, bildet.
7. Ankerplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf die mittels einer Mutter (10) gegen das Gebirge (2) verspannte Platte (1)
eine ebenfalls selbsttätig arretierende Zusatzplatte (13) aufsetzbar und verspannbar
ist, die der verspannten Platte (1) in der Form angepaßt und diese flächenmäßig übergreifend
ausgebildet ist, und die auf der zur Platte (1) und zum Gebirge (2) gerichteten Seite
mit Nachgiebigkeitselementen (6) versehen ist.
8. Ankerplatte nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusatzplatte (13) oberhalb der für das Ankerende (3) vorgesehenen Öffnung
(19) eine Aunehmung (16) für die die Platte (1) gegen das Gebirge (2) verspannende
Mutter (10) aufweist.
9. Ankerplatte nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusatzplatte (13) auf der dem Gebirge (2) abgewandten Seite (15) zur Aufnahme
einer Verstärkungsscheibe (21) eine Ausnehmung (20 ) aufweist.
10. Ankerplatte nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die die am Gebirge (2) anliegende Platte (1) übergreifende Platte (13) auf der
Außenseite (15) eine von innen nach außen, beispielsweise konisch abnehmende Plattenstärke
aufweist.
11. Ankerplatte nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die die Zusatzplatte (13) selbsttägig auf dem Ankerende (3) arretierende Manschette
(17), beispielsweise aus mehreren, vom Rand der Öffnung (19) in die Öffnung (19) hineinragenden,
auf der Außenseite abgerundete Segmenten (18) besteht.
12. Ankerplatte nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß die Platten (1, 13) aus einem schwer entflammbaren Material hergestellt sind.
13. Ankerplatte nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß die Platten (1, 13) antistatisch ausgebildet sind.
14. Ankerplatte nach den Ansprüchen 1 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Verstärkungsscheiben (9, 21) und den Muttern (10, 22) das Ankerende
(3) spiralförmig umgebende Druckfedern angeordnet sind.