[0001] Die Erfindung betrifft einen Magnetabscheider gemäß dem Oberbegriff des ersten Patentanspruchs.
[0002] Ein solcher Magnetabscheider ist aus der Veröffentlichung R.P.A.R. van Kleef, H.W.
Myron, P. Wyder und M. R. Parker: "Application of Magnetic Flocculation in a Continuous
Flow Magnetic Separator", IEEE TRANSACTIONS ON MAGNETICS, Vol. MAG-20, No. 5 (1984)
1168-1170 bekannt. Der Magnetabscheider besteht aus einem senkrecht angeordneten,
zylindrischen Gehäuse, das in seinem unteren Teil konisch ausgezogen ist; er ist mit
einem Zulaufrohr versehen, das in das Gehäuse hineinragt. Wie in einer schematischen
Darstellung gezeigt ist, ist das untere Ende des Zulaufrohrs mit einer Prallplatte
versehen, die in einem Abstand zur Mündung des Zulaufrohrs angebracht ist. Der untere
Bereich des Gehäuses ist konisch geformt und läuft in ein Ablaufrohr aus. Ein weiteres
Ablaufrohr ist als Überlauf ausgebildet; über dieses Ablaufrohr fließt das gereinigte
Fluid aus der Vorrichtung. Die Vorrichtung wird zwischen die Polschuhe eines Permanentmagneten
oder in den Hohlraum einer elektrischen Spule eingesetzt, wobei ein Teil des Gehäuses
dem Bereich des größten Magnetfeldgradienten am oberen Ende der Spule ausgesetzt ist.
[0003] Die Vorrichtung dient zur Trennung diamagnetischer von ferro- und paramagnetischen
Partikeln in Fluiden. Die Absetzrate der ferro- und paramagnetischen Partikel wird
durch ein nicht homogenes magnetisches Feld, wie es am Rand einer elektrischen Spule
auftritt, beträchtlich verstärkt. Unter dem Einfluß des inhomogenen Magnetfeldes ist
die Absetzrate so groß, daß ferro- und paramagnetische Partikel entgegen dem Strom
des Fluids nach unten gezogen werden. Der Magnetabscheider wird über das Zulaufrohr
mit dem partikelbeladenen Fluid befüllt, das an der Prallplatte umgelenkt wird und
in radialer Richtung in das Gehäuse einströmt. In dem Gehäuse erfahren ferro- und
paramagnetische Partikel eine nach unten gerichtete magnetische Kraft und verlassen
das Gehäuse über den Auslauf am unteren Ende des konischen Bereichs. Das Fluid und
gegebenenfalls enthaltene diamagnetische Partikel strömen nach oben und verlassen
das Gehäuse durch den Überlauf.
[0004] Trotz seines einfachen Aufbaus hat sich dieser Magnetabscheider bisher in der Praxis
nicht durchsetzen können. Hierfür sind vor allem zwei Effekte verantwortlich. Neben
der gewünschten, zur Strömungsrichtung antiparallelen Komponente besitzt das Magnetfeld
im Bereich des Gehäuses immer einen gewissen Anteil, der senkrecht zur Strömungsrichtung
wirkt. Hierdurch kommt es zu einer Kraft auf die ferro- und paramagnetischen Partikel
in Richtung auf die Gehäusewand. Die resultierende Anhaftung eines Teils der Partikel
an der Gehäusewand führt zu einer allmählichen Querschnittsverengung und dazu, daß
diese Partikel nicht den konischen Bereich mit dem Auslaufrohr erreichen. Ein zweites
Problem ist, daß es wegen der üblicherweise verwendeten starken Magnetfelder zu einer
Partikelagglomeration innerhalb des Gehäuses kommt. Die ferro- und paramagnetischen
Partikel bilden ein relativ festes, zusammenhängendes Bett, das von der zulaufenden
Suspension nicht mehr gleichmäßig durchströmt wird. Vielmehr treten neben kompakten,
nicht durchströmten Bereichen rasch durchströmte "Kanäle" auf. Innerhalb dieser "Kanäle"
ist die Strömungsgeschwindigkeit stark erhöht, wodurch die ferro- und paramagnetischen
Partikel mit dem Fluid weitertransportiert werden und in den Auslauf gelangen, so
daß sich die Abscheideleistung verschlechtert.
[0005] Die EP 0 014 802 B1 betrifft ein Verfahren zur Trennung eines heterogenen Katalysators,
der ein magnetisches oder magnetisierbares Metall enthält, von einer flüssigen Phase.
Die Druckschrift beschreibt einen Magnetabscheider zur Durchführung des Verfahrens,
bei der der Inhalt des Magnetabscheiders mit Hilfe eines mit Turbinenschaufeln versehenen
Rührers gerührt wird.
[0006] Ein weiterer Magnetabscheider ist in der GB 2 215 640 B beschrieben. Der Magnetabscheider
wird diskontinuierlich betrieben. Die Verteilung des zugeführten Fluids erfolgt an
einem in den Magnetabscheider eingesetzten, hohlzylinderförmigen Prallblech, um das
das Fluid spiralförmig geleitet wird.
[0007] Ein Beitrag zur Theorie magnetischer Abscheidemethoden findet sich in J. Svoboda:
"Magnetic Methods for the Treatment of Minerals", Elsevier Science Publishers, Amsterdam
1987, pp. 316-322.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Magnetabscheider der eingangs genannten
Art vorzuschlagen, bei dem das zuströmende partikelbeladene Fluid gleichmäßiger im
Gehäuse verteilt und in Bewegung gehalten wird, so daß sich die Partikel allenfalls
in geringem Ausmaß an der Gehäusewand absetzen.
[0009] Die Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des ersten Patentanspruchs genannten
Merkmale gelöst. In den weiteren Ansprüchen sind bevorzugte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Magnetabscheiders angegeben.
[0010] Erfindungsgemaß wird bei einem Magnetabscheider der eingangs genannten Art ein drehbares
Zulaufrohr vorgesehen. Vorzugsweise ist an dem drehbaren Zulaufrohr mindestens ein
Querrohr angebracht. Das Querrohr sitzt vorzugsweise rechtwinklig am Zulaufrohr; andere
Winkel als der rechte sind jedoch ebenso möglich. Das Querrohr sollte rotationssymmetrisch
zum Zulaufrohr angeordnet und mit Ausströmöffnungen für das Fluid versehen sein, die
entlang der Achse des Querrohrs angeordnet sind. Damit das Fluid aus den Ausströmöffnungen
austritt, können die Enden des Zulaufrohrs und des Querrohrs verschlossen werden.
Für den Fall, daß mehrere Querrohre vorgesehen sind, werden die Querrohre vorzugsweise
gegeneinander versetzt an dem Zulaufrohr angebracht. Mit dieser Anordnung gelingt
es, Ablagerungen an den Gehäusewänden weitgehend zu verhindern.
[0011] Eine weitergehende Vergleichmäßigung des Fluidstroms innerhalb des Gehäuses kann
dadurch erreicht werden, daß in das Gehäuse ein oder mehrere Gitter quer zur Gehäuselängsachse
eingebaut werden. Als Gitter eignen sich z. B. Drahtnetze aus einer unmagnetischen
Legierung oder einer Keramik mit einer Lochweite von 0,5 bis 2 mm und einer Drahtstärke
von ca. 0,25 mm. Ein weiterer Vorteil solcher Gitter ist, daß es im Bereich des Gitters
durch vermehrte Kollisionen zu einem Zusammenlagern von Feinstpartikeln und damit
zu einer besseren Rückhaltung der Feinfraktion kommt.
[0012] Besonders bevorzugt wird eine Ausführungsform des Magnetabscheiders, bei der am Zulaufrohr
außerdem eine konische Räumvorrichtung vorgesehen ist. Die konische Räumvorrichtung
ist in der Weise gestaltet, daß die Partikel, die sich im konischen Teil des Gehäuses
ansammeln, in das Ablaufrohr gefördert werden.
[0013] Der erfindungsgemäße Magnetabscheider enthält außerdem mindestens ein Filtratablaufrohr,
das vorzugsweise im oberen Bereich angeordnet ist. Durch das Filtratablaufrohr verläßt
das gereinigte Fluid den Magnetabscheider, während die aufkonzentrierten Partikel
am Konzentratablaufrohr abgezogen werden.
[0014] Der erfindungsgemäße Magnetabscheider wird in eine Einrichtung zur Erzeugung eines
elektrischen Feldes eingesetzt. Diese Einrichtung kann eine elektrische Spule oder
ein Permanentmagnet mit zwei Polschuhen sein. Der mittlere Bereich des Gehäuses soll
dabei in der Zone der höchsten Gradienten der Magnetfeldstärke liegen. Diese Zone
bildet für die Partikel eine magnetische Barriere. Um einen stationären Betrieb des
Magnetabscheiders zu erreichen, ist es daher notwendig, die akkumulierten Partikel
über ein Ablaufrohr aus dem Magnetfeldbereich abzuziehen. Hierbei ergibt sich das
Problem, daß auch im Verlauf des Konzentratabzugs die Partikel eine magnetische Barriere
überwinden müssen. Das Problem wird dadurch gelöst, daß der Querschnitt des Konzentratabzugs
sehr klein im Vergleich zur Austrittsfläche des Filtrats gewählt wird, wodurch die
aus der hohen Strömungsgeschwindigkeit resultierenden starken hydrodynamischen Widerstandskräfte
die Magnetkräfte überwinden können.
[0015] Eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Magnetabscheiders wird im folgenden anhand
von Figuren näher erläutert.
[0016] Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt und
Fig. 2 eine Aufsicht auf eine Ausführungsform des Magnetabscheiders;
Fig. 3 eine Räumvorrichtung;
Fig. 4 ein Gitter.
[0017] Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Magnetseparators. In einer Hohlwellenabdichtung 1 ist ein Zulaufrohr 2 , das als Hohlwelle
ausgebildet ist, drehbar gelagert. Die Hohlwellenabdichtung 1 und Filtratablaufrohre
3 sind in einen Flanschdeckel 4 integriert, der auf einen Flanschring 5 am Gehäuse
6 des Magnetabscheiders aufgeschraubt werden kann. Der Flanschdeckel 4 und der Flanschring
5 sind über einen O-Ring 7 abgedichtet. Das Gehäuse 6 ist zylinderförmig; sein Durchmesser
ist so gewählt, daß es in den zentralen Hohlraum einer elektrischen Spule eingesetzt
werden kann. Die Eintauchtiefe des Magnetabscheiders in den Hohlraum kann durch eine
Höhenverstellung 8 variiert werden.
[0018] Das Zulaufrohr 2 endet über dem Boden des Gehäuses 6, der konisch geformt ist. An
der Spitze des konischen Bodens mündet ein Konzentratablaufrohr 9 in das Gehäuse.
Das Zulaufrohr 2 ist an seinem im Gehäuse liegenden Ende verschlossen. An diesem Ende
ist das Zulaufrohr 2 fest mit einer Räumvorrichtung 10 verbunden; eine Ausführungsform
der Räumvorrichtung 10 ist in Fig. 3 dargestellt.
[0019] Am Zulaufrohr 2 ist weiterhin symmetrisch ein Querrohr 11 mit verschlossenen Enden
angebracht, das entlang seiner Längsachse mit Ausströmöffungen 12 (siehe Fig. 2) versehen
ist. Das Querrohr befindet sich in demjenigen Teil des Gehäuses 6, der in den Hohlraum
der elektrischen Spule eintaucht. Das Gehäuse 6 ist im Bereich zwischen dem Querrohr
11 und dem Flanschdeckel 4 mit zwei Gittern 14 (siehe Fig. 4) versehen, die auf Halterungen
13 aufgelegt werden können.
[0020] Fig. 2 zeigt eine Aufsicht auf den in Fig. 1 dargestellten Magnetseparator. Der Flanschdeckel
4 ist über Verschraubungen 15 mit dem Flanschring 5 am Gehäuse 6 verbunden. Am Zulaufrohr
2 ist das Querrohr 11 aufgesetzt, entlang dessen Längsachse die Ausströmöffnungen
12 rotationssymmetrisch angebracht sind. Weiterhin ist am Zulaufrohr 2 die Räumvorrichtung
10 befestigt.
[0021] Fig. 3 zeigt eine anders geformte Räumvorrichtung 10, die gebogene Räumblätter besitzt.
[0022] Fig. 4 zeigt ein Gitter 14, das von der Halterung 13 an der Gehäusewand 6 getragen
wird.
[0023] Die nicht genannten Bezugszeichen in den Fig. 2 bis 4 entsprechen denjenigen in Fig.
1.
[0024] Der erfindungsgemäße Magnetabscheider kann kontinuierlich betrieben werden. Das mit
den abzutrennenden Partikeln beladene Fluid wird durch das in langsame Drehung versetzte
Zulaufrohr 2 in das Gehäuse 6 eingeleitet. Über die Ausströmöffnungen 12 im Querrohr
11 verteilt sich das Fluid gleichmäßig; außerdem können dadurch Ablagerungen an den
Wänden des Gehäuses 6 vermieden werden. Im unteren Bereich der Vorrichtung, der auch
den konischen Teil enthält, bildet sich im kontinuierlichen Betrieb eine Schlammzone,
in der die Partikel aufkonzentriert sind. Das gereinigte Fluid verläßt den Magnetabscheider
über die Filtratablaufrohre 3 im Flanschdeckel 4; die Partikel werden durch die magnetische
Barriere, die sich im Bereich der größten Feldstärkenänderung des Magnetfelds bildet,
zurückgehalten. Das Fluid mit den aufkonzentrierten Partikeln verläßt den Magnetabscheider
über ein im konischen Bereich eingeschraubtes Konzentratablaufrohr 9, dessen Querschnitt
kleiner ist als der Querschnitt des Zulaufrohrs 2. Damit auch in dem konischen Bereich
die Bildung von Ablagerungen an der Gehäusewand vermieden werden kann, ist am Ende
des Zulaufrohrs 2 die Räumvorrichtung 10 angebracht, die mit dem Zulaufrohr 2 in Drehung
versetzt wird. Die Räumblätter sind in der Weise angewinkelt, daß sie auch im konischen
Bereich sehr dicht an der Innenwand des Gehäuses 6 anliegen. Die rotierende Räumvorrichtung
10 bewirkt den Transport der aufkonzentrierten Partikel vor die Öffnung des Konzentratablaufrohrs.
Im Falle wasserreicher Partikel wie z. B. Hydroxidschlämmen, werden die Partikel zusätzlich
kompaktiert, wodurch der Feststoffgehalt im Konzentratablaufrohr 9 gesteigert werden
kann. Alternativ zu den in Fig. 2 gezeigten, planen Räumblättern sind in Fig. 3 gebogene
Räumblätter dargestellt, die einen noch besseren Transport der Partikel zum Konzentratabzug
hin ermöglichen.
1. Magnetabscheider zum Abtrennen von in einem Fluid suspendierten magnetisierbaren Partikeln
in Form eines Konzentrats, in dem die Partikel in dem Fluid aufgeschlämmt sind, mit
a) einem zylindrischen Gehäuse mit einer Längsachse, das in den Innenraum einer Einrichtung
zur Erzeugung eines magnetischen Feldes einsetzbar ist,
b) einem in das Gehäuse mündenden, entlang der Längsachse angeordneten Zulaufrohr
für das Fluid, das mit Mitteln zum radialen Ausströmen des Fluids versehen ist und
c) einem Ablaufrohr für das Konzentrat,
dadurch gekennzeichnet, daß
d) das Zulaufrohr um die Längsachse drehbar mit dem Gehäuse verbunden ist.
2. Magnetabscheider nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
mit dem Zulaufrohr mindestens ein in einem Winkel zur Längsachse angeordnetes Querrohr
verbunden ist, das mit Ausströmöffnungen für das Fluid versehen ist.
3. Magnetabscheider nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das Gehäuse in einen konischen Bereich ausläuft, der in das Ablaufrohr übergeht, und
an dem Zulaufrohr eine konische Räumvorrichtung angebracht ist, die in den konischen
Bereich eingesetzt ist und die Partikel in das Ablaufrohr fördert.
4. Magnetabscheider nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß
in dem Gehäuse mindestens ein Gitter senkrecht zur Längsachse angebracht ist.