(19)
(11) EP 0 862 976 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
17.07.2002  Patentblatt  2002/29

(21) Anmeldenummer: 98103796.3

(22) Anmeldetag:  04.03.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B27M 3/08, E04F 19/04

(54)

Verfahren zum Herstellen einer Abdeckleiste

Method for the manufacture of cappings

Procédé pour la fabrication de baguettes couvre-joint


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU NL PT SE

(30) Priorität: 05.03.1997 AT 37697

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
09.09.1998  Patentblatt  1998/37

(73) Patentinhaber: Neuhofer, Franz, jun.
4893 Zell am Moos (AT)

(72) Erfinder:
  • Neuhofer, Franz, jun.
    4893 Zell am Moos (AT)

(74) Vertreter: Hübscher, Gerhard, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Hübscher & Hübscher Postfach 380 Spittelwiese 7
4021 Linz
4021 Linz (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
GB-A- 1 073 352
GB-A- 2 044 664
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen einer Abdeckleiste aus einem an der Sichtseite beschichteten Holzprofil, nach dem zuerst ein stangenförmiges hölzernes Vorprodukt in Längsrichtung spanend profiliert und dann das entstehende Profil an der die Sichtseite bildenden Profilfläche beschichtet wird.

    [0002] Abdeckleisten werden im Bau- und Wohnungsbereich in großer Zahl und in verschiedensten Formen als Sockelleisten, Rand- oder Abschlußleisten od. dgl. verwendet, wobei sich Holzleisten immer mehr durchsetzen, die an ihrer Sichtseite aus optisch ästhetischen Gründen, aber auch aus Schutz- und Festigkeitsgründen durch ein Furnieren und Lackieren oder durch ein Aufbringen von Folien beschichtet werden. Zur Herstellung wird dabei zuerst ein Rohprofil aus Vollholz oder einem anderen hölzernen Werkstoff durch spanendes Bearbeiten vorgefertigt, das dann durch ein entsprechendes Beschichten als Abdeckleiste fertiggestellt wird. Um diesen Herstellungsvorgang zu beschleunigen, ist es auch schon bekannt, beim Vorfertigen des Holzprofiles zwei solche Profile gemeinsam zu bearbeiten, doch wird anschließend das Doppelprofil geteilt und jedes Einzelprofil für sich beschichtet, um eine durch die Teilung ungefährdete, saubere Oberflächengüte zu erreichen, womit der Herstellungsvorgang wiederum vom separaten Beschichten jedes einzelnen Profils abhängt.

    [0003] Ein Verfahren mit gemein samen Beschichten Zweier Vorprofile ist aus GB 1 073 352 A bekannt. Bei diesem bekannten Verfahren erfolgt jedoch kein Einschneiden entlang der gestoßenen Längsränder von der Sichtseite her. Außerdem ist auch kein nach folgendes Zerspanen des Verbindungssteges in GB 1 073 352 A angesprochen, um dadurch die Leiste fertig in der Länge zu teilen. Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs geschilderten Art anzugeben, das mit vergleichsweise geringem Mehraufwand eine wesentliche Rationalisierung der Leistenherstellung ermöglicht.

    [0004] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1. Dieses Verfahren erlaubt es, in einem Durchlauf gleichzeitig zwei oder auch mehr Abdeckleisten herzustellen, was zu einer gewünschten Wirtschaftlichkeit und Mehrfachproduktion unter besserer Maschinennutzung und gleichbleibendem Personaleinsatz führt. Dabei gewährleistet die Ausbildung eines Verbindungssteges zwischen den einzelnen Profilteilen eine ausreichende Stabilität für den Beschichtungsvorgang und durch das Vorschneiden der Beschichtung und das erst nachfolgende Abarbeiten des Verbindungssteges wird zusätzlich eine einwandfreie Längsteilung der Mehrfachprofile ohne jede Gefahr eines Ausreißens der Beschichtungsränder od. dgl. durch den Trennvorgang garantiert, da der entsprechend tiefe Schnitt für eine saubere Beschneidung der Beschichtung sorgt und die nachfolgende Zerspanung nicht mehr bis in den Beschichtungsbereich vorzudringen braucht.

    [0005] An sich könnten auch unterschiedliche Holzprofile gemeinsam gefertigt werden, doch ist es meist zweckmäßig, das Vorprodukt zu einem zu einer Längsmittelebene symmetrischen Vorprofil zu profilieren, was eine Vereinfachung hinsichtlich der Werkzeuganordnung und des Werkzeugeinsatzes mit sich bringt und zu einer rationellen Verdoppelung der Leistenproduktion führt.

    [0006] Das Vorprofil läßt sich in Abhängigkeit von der gewünschten Beschichtung der Abdeckleiste entsprechend vorbeschichten, wobei beispielsweise das Vorprofil durch ein Aufbringen einer Deckfolie oder durch ein Furnieren und nachfolgendes Lackieren beschichtet wird.

    [0007] In der Zeichnung ist das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren näher veranschaulicht, und zwar zeigen
    Fig. 1
    eine nach dem Verfahren hergestellte Abdeckleiste in Stirnansicht sowie die
    Fig. 2 bis 4
    die Herstellung dieser Abdeckleiste an Hand dreier verschiedener Verfahrensschritte.


    [0008] Eine Abdeckleiste 1 besteht gemäß Fig. 1 aus einem beliebig gestalteten Holzprofil 2, das an seiner Sichtseite 3 zwischen den Längsrändern 4, 5 eine Beschichtung 6 aufweist. Um eine solche Abdeckleiste rationell herzustellen, wird zuerst, wie in Fig. 2 angedeutet, aus einem stangenförmigen Vorprodukt 7, beispielsweise einer Holzleiste rechteckigen Querschnittes, ein Vorprofil 8 gehobelt, das sich aus zwei den herzustellenden Holzprofilen 2 angepaßten Teilprofilen 81 zusammensetzt, wobei die den Teilprofilen 81 entsprechenden Holzprofile an ihrem Längsrand 4 gestoßen sind und unterhalb der gestoßenen Längsränder 4 über einen Verbindungssteg 9 aneinander anschließen. Dieses Vorprofil 8 wird nun gemäß Fig. 3 an der die gestoßenen Sichtseiten 3 der Holzprofile 2 bildenden Profilfläche 31 mit einer durchgehenden Beschichtung 61 versehen, worauf, wie in Fig. 4 angedeutet, durch ein Schneidmesser einerseits und ein in Vorschubrichtung demgegenüber zurückversetztes Fräswerkzeug anderseits zuerst die Beschichtung 61 entlang der gestoßenen Ränder 4 eingeschnitten und dann der Verbindungssteg 9 durch das Fräswerkzeug zerspant wird, wobei der Einschnitt 41 tiefer als die Dicke der Beschichtung 61 ist und der Zerspanungsbereich 91 bis in den Bereich des Einschnittes 41, nicht aber bis in die Beschichtung 61 hineinreicht. Nach dem Einschneiden und Zerspanen zerfällt daher das Vorprofil 8 in zwei fertige Abdeckleisten 1 und in einem Arbeitsablauf entstehen gleichzeitig zwei Abdeckleisten, die zueinander spiegelbildlich angeordnet sind.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Herstellen einer Abdeckleiste (1) aus einem an der Sichtseite (3) beschichteten Holzprofil (2), nach dem zuerst ein stangenförmiges hölzernes Vorprodukt (7) in Längsrichtung spanend profiliert und dann das entstehende Profil an der die Sichtseite (3) bildenden Profilfläche beschichtet wird, wobei das Vorprodukt zu einem Vorprofil profiliert wird, das wenigstens zwei herzustellenden, an einem Längsrand der Sichtseite gestoßenen und unterhalb der gestoßenen Längsränder über einen Verbindungssteg zusammenhängenden Holzprofilen entspricht, worauf das Vorprofil an der die gestoßenen Sichtseiten der Holzprofile bildenden Profilfläche beschichtet und anschließend durch ein Einschneiden entlang der gestoßenen Längsränder mit einer gegenüber der Beschichtungsdicke zumindest gleichen Schnittiefe von der Sichtseite her und ein nachfolgendes Zerspanen des Verbindungssteges von der sichtseitenabgewandten Unterseite her in fertige Abdeckleisten längsgeteilt wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorprodukt zu einem zu einer Längsmittelebene symmetrischen Vorprofil profiliert wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorprofil durch ein Aufbringen einer Deckfolie beschichtet wird.
     
    4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorprofil durch ein Furnieren und nachfolgendes Lackieren beschichtet wird.
     


    Claims

    1. A method of making a cover moulding (1) from a wooden profile (2) coated on the visible side (3), wherein a wooden pre-product (7) in the form of a bar is profiled by machining in the longitudinal direction and then the resulting profile is coated on the profile surface forming the visible side (3), wherein the pre-product is profiled to form a pre-profile corresponding to at least two required wooden profiles abutting at one longitudinal edge of the visible side and connected by a connecting web beneath the abutting longitudinal edges, whereupon the pre-profile is coated on the profile surface forming the abutting visible sides of the wooden profiles and then is longitudinally divided into finished cover mouldings by cutting along the abutting longitudinal edges with a cutting depth from the visible side at least equal to the coating thickness and subsequent machining of the connecting web from the underside remote from the visible side.
     
    2. A method according to claim 1, characterised in that the pre-product is profiled to form a pre-profile symmetrical in relation to a central longitudinal plane.
     
    3. A method according to claim 1 or 2, characterised in that the pre-profile is coated by the application of a cover foil, sheet or the like.
     
    4. A method according to claim 1 or 2, characterised in that the pre-profile is coated by veneering followed by varnishing.
     


    Revendications

    1. Procédé pour la fabrication de baguettes couvre-joint (1) à partir d'un profilé en bois (2) muni d'un revêtement sur la face visible (3), procédé selon lequel d'abord on profile, par un processus d'usinage avec enlèvement de copeaux, en travaillant en direction longitudinale, un produit préliminaire (7) ligneux en forme de barre et, ensuite, on revêt le profil produit sur la face de profilé formant la face visible (3), le produit préliminaire étant profilé pour donner un profilé préliminaire qui correspond à au moins deux profilés en bois à fabriquer, placés bord à bord sur une bordure longitudinale de la face visible et attachés ensemble à un niveau inférieur à celui des bords longitudinaux placés bord à bord, par l'intermédiaire d'une nervure de liaison, suite à quoi le profilé préliminaire est revêtu sur la face de profilé formant les faces visibles, placés bord à bord, des profilés en bois et, ensuite, en procédant à un entaillage le long des bords longitudinaux mis bord à bord, avec une profondeur de coupe au moins égale à l'épaisseur de revêtement, depuis la face visible, et un découpage avec enlèvement de copeaux subséquents de la nervure de liaison, depuis la face inférieure opposée à la face visible, le profilé préliminaire est divisé dans la direction longitudinale pour produire des baguettes couvre-joint finies.
     
    2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le produit préliminaire est profilé pour donner un profilé préliminaire symétrique par rapport au plan médian longitudinal.
     
    3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le profilé préliminaire est revêtu par application d'une feuille de couverture.
     
    4. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le profilé préliminaire est revêtu par un plaquage et est ensuite vernis ou peint.
     




    Zeichnung