[0001] Eine Vorrichtung zum Entleeren eines Schlauchbeutels mit den im ersten Teil des Anspruchs
1 angegebenen Merkmalen ist aus DE-U-295 01 255 bekannt. Der Schlauchbeutel wird dort
in das kappenartige Aufnahmeteil so eingelegt, daß seine Stirnseite an der Stützwand
des Aufnahmeteils anliegt, und an seinem Umfang mit der Umfangswand des Aufnahmeteils
verklebt oder in sonstiger Weise an dieser fixiert.
[0002] Die Verklebung bewirkt, daß der Inhalt des Schlauchbeutels, der bei Druckeinwirkung
(üblicherweise durch einen von hinten einwirkenden Kolben) mittels einer in dem Aufnahmeteil
vorhandenen Aufbrecheinrichtung geöffnet wird, nur durch die Austrittsöffnung des
Aufnahmeteils und von dort an die vorgesehene Verwendungsstelle (beispielsweise den
Einlaß eines Mischers), nicht aber aus dem kappenartigen Aufnahmeteil nach hinten
fließen kann.
[0003] Eine weitere Funktion der Verklebung besteht darin, den stirnseitigen Schlauchbeutelbereich
festzuhalten, so daß er beim Aufbringen des Entleerungsdrucks im Bereich des Aufnahmeteils
nicht ausweichen kann, sondern der Folienbereich, der über einer die Aufbrecheinrichtung
enthaltenden Vertiefung liegt, sich in diese hinein auswölbt und unter die zum Auf
brechen erforderliche Spannung gesetzt wird.
[0004] Der zeitliche Ablauf beim Erreichen dieser Spannung ist insbesondere dann von Bedeutung,
wenn zwei oder mehrere Schlauchbeutel in einem gemeinsamen Gerät und einer entsprechend
mehrteiligen Aufnahmeeinrichtung gleichzeitig entleert werden. Handelt es sich beispielsweise
um ein aus zwei Komponenten herzustellendes pastenartiges Material, so ist es erwünscht,
daß der in kleinerer Menge vorliegende Katalysator-Bestandteil kurz vor dem Basis-Bestandteil
auszuströmen beginnt, damit beide Bestandteile gleichzeitig den Mischer erreichen.
Um diesen zeitlichen Ablauf zu gewährleisten, kommt es unter anderem darauf an, daß
das Aufbrechen jeder Folie bei einer bestimmten Ausbringkraft erfolgt. Auch aus diesem
Grund ist eine ordnungsgemäße Verklebung - oder generell Fixierung - zwischen dem
Schlauchbeutel und dem die Aufbrecheinrichtung tragenden Aufnahmeteil von Bedeutung.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine möglichst sichere und dichte Fixierung
des Schlauchbeutels an dem Aufnahmeteil zu gewährleisten.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe gelingt mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen.
[0007] Die danach an der Stirnseite des Schlauchbeutels angreifende Fixierung zwischen Schlauchbeutel
und Aufnahmeteil findet im wesentlichen in der Ebene statt, in der die Aufbrecheinrichtung
wirkt und sich der von ihr beaufschlagte Teil der Schlauchbeutelfolie befindet. Gleichzeitig
liegt die Fixierstelle nahe an der Aufbrecheinrichtung. Aus beiden Gründen läßt sich
beim Fixieren der Folie am Aufnahmeteil der oben erläuterte, für den Aufbrechvorgang
wichtige Kraft/Zeit-Verlauf besser einhalten.
[0008] Im Gegensatz zum Stand der Technik ist bei der erfindungsgemäßen Gestaltung die Zone,
in die der Schlauchbeutel beim Entleerungsvorgang hinein gequetscht wird, von jeglicher
seitlichen Fixierung frei. Daher läßt sich der Ausbringkolben ungehindert vorschieben,
bis der Schlauchbeutel vollständig zusammengedrückt und restlos entleert ist.
[0009] Ferner wird durch die Tatsache, daß die Fixierstelle die im Schlauchbeutel zu erzeugende
Öffnung unmittelbar umgibt, diejenige Substanzmenge klein, die sich innerhalb der
Fixierung unter dem Schlauchbeutelboden sammeln kann, ohne an die Austrittsöffnung
zu gelangen.
[0010] Die Gestaltung nach Anspruch 2 hat den Vorteil einer genauen Orientierung des Schlauchbeutels
an der Querfläche des Aufnahmeteils. Die dabei angenommene Vorformung des Schlauchbeutelendes
ist auch zur Erzielung einer ebenen und zu der Querfläche parallelen Fixierfläche
am Schlauchbeutel günstig.
[0011] Besteht die Fixierung gemäß Anspruch 3 in einer Verklebung, so ergibt sich der Vorteil,
daß der Klebstoff praktisch nicht über den Rand des Aufnahmeteils nach außen treten
kann, so daß auch Sauberkeit und Aussehen des gefüllten und mit dem Aufnahmeteil verbundenen
Erzeugnisses verbessert werden. Gleichzeitig wird die für eine genügende Fixierung
und Dichtung erforderliche Klebstoffmenge minimal.
[0012] Die Ausgestaltung der Erfindung nach Anspruch 4 vermeidet, daß noch flüssige Teile
des Klebstoffs in den Austrittsbereich der Substanz gelangen.
[0013] Die Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 5 und 6 ist insofern zweckmäßig, als
sich der gefüllte Schlauchbeutel ohne weiteres so vorformen läßt, daß er an seinem
in das Aufnahmeteil einzuführenden Ende einen umlaufenden ringförmigen Vorsprung erhält,
der bündig in die Nut eingeführt und in ihr fixiert werden kann.
[0014] Anspruch 7 bezieht sich auf eine Aufbrecheinrichtung, die sich in Verbindung mit
der erfindungsgemäßen stirnseitigen Fixierung zwischen Schlauchbeutel und Aufnahmeteil
besonders gut eignet.
[0015] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In der Zeichnung zeigt
- Figur 1
- einen Schlauchbeutel mit Aufnahmeteil im fixierten Zustand;
- Figur 2
- Schlauchbeutel und Aufnahmeteil vor der Fixierung; und
- Figur 3
- eine Stirnansicht des Aufnahmeteils in Richtung des Pfeils III-III der Figur 2.
[0016] Gemäß der Zeichnung ist der aus einer Kunststoffolie hergestellte Schlauchbeutel
10 generell zylindrisch und an seinen Enden jeweils mit einem Clip
11 verschlossen.
[0017] Das aus Kunststoff einstückig gespritzte Aufnahmeteil
12 weist eine Querwand
13 auf, die eine Stützfläche für das Ende des Schlauchbeutels
10 bildet. In Richtung des Schlauchbeutels (in der Zeichnung nach oben) wird die Querwand
13 von einer Umfangswand
14 umgeben. In entgegengesetzter Richtung (in der Zeichnung nach unten) geht von der
Querwand
13 eine Vertiefung
15 aus, die in einer Austrittstülle
16 mündet. Gemäß Figur 3 hat die Vertiefung
15 in der Draufsicht etwa die Form eines Kreissegments, wobei ihre gekrümmte Wand parallel
zur Umfangswand
14 des Aufnahmeteils
12 verläuft.
[0018] Innerhalb der Vertiefung
15 sind zu beiden Seiten der zentrisch angeordneten Austrittstülle
16 zwei Dorne
17 angeformt. Die Dorne
17 sind in ihrer Länge so bemessen, daß ihre Spitzen gegenüber der von der Querwand
13 gebildeten Stützfläche zurückgesetzt sind.
[0019] Die Vertiefung
15 ist von einer Ringnut
18 umgeben, die längs der Umfangswand
14 verläuft und, soweit es die gegebenen Abmessungen zulassen, von der Vertiefung
15 durch einen Steg
19 getrennt ist.
[0020] Der gefüllte und mit den Clips
12 verschlossene Schlauchbeutel
10 wird vor seinem Einsetzen in den Aufnahmeteil
12 so vorgeformt, daß er an dem entsprechenden Ende einen umlaufenden Ringvorsprung
20 erhält. Bei diesem Verformungsvorgang wird gleichzeitig der untere Beutelzipfel mit
dem unteren Clip
11 nach innen gedrückt, so daß eine - mit Ausnahme des Ringvorsprungs
20 - im wesentlichen ebene Stirnfläche entsteht.
[0021] Beim anschließenden Einführen des Schlauchbeutels
10 in den Aufnahmeteil
12 gelangt der Ringvorsprung
20 in die mit Klebstoff
21 gefüllte Ringnut
18, wo die Fixierung stattfindet.
[0022] Anstelle der beschriebenen Verklebung kann auch mit einer Verschweißung gearbeitet
werden, wobei die zum Verschweißen erforderliche Wärme dem Bereich der Ringnut
18 und dem darin befindlichen Ringvorsprung
20 des Schlauchbeutels
10 zugeführt wird.
[0023] Ferner kann anstelle der in der Zeichnung dargestellten beiden Dorne
17 auch eine anders gestaltete, beispielsweise mit einem Messer arbeitende Aufbrecheinrichtung
vorgesehen sein.
[0024] Als weitere Variante kann die Querwand
13 zur Aufnahme des unteren Beutelzipfels samt Clip
11 mit einer Vertiefung versehen sein.
1. Vorrichtung zum Entleeren eines Schlauchbeutels, umfassend ein an einem Ende des Schlauchbeutels
(10) fixierbares kappenartiges Aufnahmeteil (12), das eine in eine Austrittsöffnung (16) mündende Vertiefung (15) und eine darin angeordnete Einrichtung (17) zum Öffnen der Schlauchbeutelfolie aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauchbeutel (10) mit einer ihn stirnseitig abstützenden Querfläche des Aufnahmeteils (12) haftverbunden ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Querfläche des Aufnahmeteils
(12) eine die Vertiefung (15) umgebende Nut (18) zur Aufnahme eines Vorsprungs (20) am Schlauchbeutelende aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Nut (18) Klebstoff (21) enthält.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Nut (18) durch einen Steg (19) von der Vertiefung (15) getrennt ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Nut
(18) nahe einer die Querwand (13) begrenzenden Umfangswand (14) des Aufnahmeteils (12) verläuft.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorsprung (20) am Schlauchbeutelende vorgeformt ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufbrecheinrichtung
einen dem Schlauchbeutelende zugewandten Dorn (17) aufweist, dessen Spitze gegenüber der Stützfläche der Querwand (13) zurückgesetzt ist.