[0001] Die Erfindung betrifft eine tragbare Schlauch- oder Kabeltrommel mit einem an einem
Standgestell drehbar gelagerten Trommelkörper mit einer Aufwickelvorrichtung für einen
Schlauch, ein Kabel od.dgl.
[0002] Bei beispielsweise aus der DE 44 05 391 oder der DE-GM 90 01 576 bekannten Kabeltrommeln
dieser Art ist als Aufwickelvorrichtung ein Drehknopf an einer radial außen gelegenen
Stelle des Trommelskörpers angeordnet, durch den der Trommelkörper insbesondere in
der Aufwickelrichtung gedreht werden kann. Bei sehr langen Kabeln oder Schläuchen
ist dies sehr mühsam, da ein solcher Aufwickelvorgang in gebückter Haltung erfolgen
muß und bei langen Kabeln auch sehr lange dauert. Bei einem 50 m-Kabel sind zum Aufwickeln
des vollständig abgewickelten Kabels beispielsweise ca. 80 Umdrehungen des Trommelkörpers
erforderlich.
[0003] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Aufwickelvorrichtung
zu schaffen, durch die auch sehr lange Kabel oder Schläuche schnell und mühelos aufgewickelt
werden können.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Aufwickelvorrichtung eine
in einer ersten Drehrichtung des Trommelkörpers zum Aufwickeln des Schlauchs oder
Kabels antriebsmäßig koppelbare Seilwickelscheibe mit einem aufgewickelten Seil aufweist,
das beim Abziehen die Seilwickelscheibe in dieser ersten Drehrichtung dreht, und daß
die eine federkraftbetriebene Antriebsvorrichtung zum Aufwickeln des ausgezogenen
Seils aufweisende Seilwickelscheibe beim Aufwickeln des Seils in einer zweiten, der
ersten Drehrichtung entgegengesetzten Drehrichtung vom Trommelkörper entkoppelt ist.
[0005] Mittels der erfindungsgemäßen Aufwickelvorrichtung kann das Aufwickeln eines Schlauchs
oder eines Kabels in einfacher Weise durch mehrfaches Abziehen bzw. Herausziehen des
Seils in stehender Position erfolgen. Nach jedem Herausziehen wird bei einer Gegenbewegung
das Seil wieder durch die federkraftbetriebene Antriebsvorrichtung auf die Seilwickelscheibe
aufgewickelt, damit ein erneuter Herausziehvorgang zum Antreiben des Trommelkörpers
in der Aufwickelrichtung des Schlauchs oder des Kabels ermöglicht wird. Das Aufwickeln
des Seils durch Drehen der Seilwickelscheibe in der zweiten Drehrichtung, der der
ersten Drehrichtung entgegengesetzt ist, wird durch automatische Entkopplung vom Trommelkörper
ermöglicht. Ein besonders schnelles Aufwickeln wird dadurch erreicht, daß der Durchmesser
der Seilwickelscheibe wesentlich kleiner als der des Trommelkörpers ist, so daß eine
zusätzliche Antriebsübersetzung wirksam wird.
[0006] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Anspruch 1 angegebenen Schlauch- oder Kabeltrommel möglich.
[0007] Die Antriebsvorrichtung ist zweckmäßigerweise als sich beim Abziehen des Seils spannende
Spiralfeder ausgebildet, die zwischen der Seilwickelscheibe und einem Haltepunkt angeordnet
ist. Das federkraftbetriebene Aufwickeln des Seils auf der Seilwickelscheibe erfolgt
durch die sich dabei entspannende Spiralfeder. Der Haltpunkt ist dabei zweckmäßigerweise
als mit dem Standgestell fest verbundener Deckel ausgebildet, der konzentrisch zur
Seilwickelscheibe angeordnet ist und vorzugsweise die Seilwickelschreibe wenigestens
teilweise umgreift und so eine Art Schutzdeckel oder Schutzgehäuse zur Aufnahme wenigstens
der Seilwickelscheibe bildet.
[0008] In einer bevorzugten Ausführungsform entspricht der Radius des Deckels im wesentlichen
dem des Trommelkörpers, so daß er als Schutzvorrichtung für die gesamte Aufwickelvorrichtung
dient und alle Bauteile der Aufwickelvorrichtung optisch und als Schutz abdeckt.
[0009] Zur besseren Handhabung des Seils ist in vorteilhafter Weise ein den Aufwickelvorgang
des Seils begrenzender Anschlag am Standgestell oder einem damit fest verbundenen
Teil angeordnet, an dem in der Anschlagposition ein am Seilende angebrachter Ausziehgriff
anliegt. Das mit dem Standgestell fest verbundene Teil ist zweckmäßigerweise der Deckel
selbst, der hierzu einen Seildurchlaß aufweist.
[0010] Um ein Verheddern des Kabels oder Schlauchs durch ein Nachlaufen der Trommel beim
Herausziehen des Schlauchs oder Kabels zu verhindern, ist in vorteilhafter Weise eine
vorzugsweise in ihrer Bremskraft einstellbare Trommelbremse am Standgestell oder einem
damit fest verbundenen Teil angeordnet, das insbesondere der Deckel sein kann. Auch
beim Aufwickeln eines Schlauchs oder Kabels hat diese Trommelbremse den Vorteil, daß
die Trommel nach Beendigung des Seilzugantriebs von selbst abbremst und stehenbleibt,
so daß verhindert wird, daß beispielsweise ein Kabelende unkontrolliert im Kreis herumgeschleudert
wird.
[0011] Zum Entkoppeln der Seilwickelscheibe vom Trommelkörper beim Aufwickeln des Seils
ist in vorteilhafter Weise zwischen der Seilwickelscheibe und dem konzentrisch dazu
angeordneten Trommelkörper eine Freilaufeinrichtung angeordnet, wobei die Freilaufdrehrichtung
die zum Aufwickeln des Seils auf die Seilwickelscheibe vorgesehene zweite Drehrichtung
ist. Diese Freilaufeinrichtung ist in einfacher und kostengünstiger Ausgestaltung
als Klinkengesperre ausgebildet.
[0012] Eine zweckmäßige konstruktive Ausgestaltung des Klinkengesperres besteht darin, daß
ein Sperrad an der Seilwickelscheibe und wenigstens eine mit dieser zusammenwirkende
Sperrklinke am Trommelkörper oder einer damit fest verbundenen, insbesondere als Haltescheibe
ausgebildeten Haltevorrichtung angeordnet sind. Die wenigstens eine Sperrklinke liegt
dabei insbesondee federbelastet am Sperrad und sperrt dadurch in der ersten Drehrichtung,
während die Sperrklinke in der zweiten Drehrichtung federnd über die Zähne des Sperrads
ratscht.
[0013] Um den Trommelkörper auch unabhängig von der Aufwickelvorrichtung drehen zu können,
ist eine vollständige Entkopplung in beiden Drehrichtungen erforderlich. Hierzu dient
in einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung eine konzentrisch zum Trommelkörper
drehbare Auslöseeinrichtung, die wenigstens ein im Eingriff mit der wenigstens einen
Sperrklinke stehendes Auslöseelement besitzt, durch das bei einer entsprechenden Drehung
der Auslöseeinrichtung die wenigstens eine Sperrklinke vom Sperrad lösbar und entrastbar
ist. Dabei ist die Auslöseeinrichtung vorzugweise drehbar an der Haltevorrichtung
angeordnet, wobei das wenigstens eine Auslöseelement durch die Haltevorrichtung bis
zur entsprechenden Sperrklinke hindurchgreift. Zur Begrenzung des Drehwinkels der
Auslösevorrichtung dient dabei die geometrische Gestalt einer Durchgriffsöffnung für
das wenigstens eine Auslöseelement in der Haltevorrichtung.
[0014] In einer ersten vorteilhaften konstruktiven Ausgestaltung der Auslöseeinrichtung
ist diese streifenartig ausgebildet und besitzt an wenigstens einem Ende ein manuell
betätigbares Auslöseelement, das radial über die Haltevorrichtung und/oder die Seilwickelscheibe
übersteht. Um eine einfache manuelle Betätigung in allen Drehstellungen der Auslöseeinrichtung
zu ermöglichen, ist diese in einer zweiten alternativen konstruktiven Ausgestaltung
scheibenartig ausgebildet und am radial äußeren Endbereich mit über den Umfang verteilten,
manuell betätigbaren Auslöseelementen versehen, die radial über die Haltevorrichtung
und/oder die Seilwickelscheibe überstehen.
[0015] Sofern sich der Deckel über die gesamte Seitenfläche des Trommelkörpers erstreckt,
besitzt dieser Deckel wenigstens eine Durchgriffsöffnung zu den Auslöseelementen hin.
[0016] Um ein sehr schnelles Aufwickeln eines Schlauchs oder Kabels zusätzlich zu begünstigen,
ist ein den Schlauch oder das Kabel beim Aufwickelvorgang führender Führungsbügel
am Standgestell oder einem damit fest verbundenen Teil so angeordnet, daß sein Führungsbereich
an der Zuführungsseite des Trommelkörpers angeordnet ist und verhindert, daß der Schlauch
oder das Kabel beim Aufwickeln über den Rand des Trommelkörpers läuft. Vorzugsweise
ist der Führungsbügel am Deckel befestigt, sofern dieser sich im wesentlichen über
die gesamte Seitenwandung des Trommelkörpers erstreckt.
[0017] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden
Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Vertikalschnittdarstellung durch die gesamte Aufwickelvorrichtung,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die dem Trommelkörper zugewandte Seite der mit diesem fest verbundenen
Haltescheibe,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die gegenüberliegende Seite der Haltescheibe,
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf die der Haltescheibe zugewandte Seite der Seilwickelscheibe,
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf die der anderen Seite der Seilwickelscheibe zugewandte Seite des
mit dem Standgestell verbundenen Deckels,
- Fig. 6
- eine erste Ausführung einer manuell betätigbaren streifenartigen Auslöseeinrichtung
zur vollständigen Entkopplung der Seilwickelscheibe vom Trommelkörper,
- Fig. 7
- eine zweite Ausführung einer solchen Auslöseeinrichtung in scheibenartiger Gestalt,
- Fig. 8
- eine Draufsicht auf die mit der Aufwickelvorrichtung versehene Seite der tragbaren
Schlauch- oder Kabeltrommel und
- Fig. 9
- eine zweite Ausführung des Deckels mit einem Radius, der dem des Trommelkörpers im
wesentlichen entspricht.
[0018] Eine gemäß Fig. 8 konzentrisch am Trommelkörper 10 einer tragbaren Schlauch- oder
Kabeltrommel an einer Seite angebrachte Aufwickelvorrichtung 11 ist in Fig. 1 im Schnitt
und in den Fig. 2 bis 6 in ihren Einzelteilen als erstes Ausführungsbeispiel dargestellt.
[0019] Ein scheibenförmiger Deckel 12 mit einem im Vergleich zu dem des Trommelkörpers 10
wesentlich kleineren Durchmesser ist an einer Querstrebe 13 eines Standgestells 14
der Schlauch- oder Kabeltrommel mittels einer Welle 15 fixiert, auf der der Trommelkörper
10 in nicht näher dargestellter, an sich bekannter Weise drehbar gelagert ist. Hierzu
besitzt die Welle 15 endseitig einen Gewindezapfen 16 mit gegenüber dem der übrigen
Welle 15 kleineren Durchmesser, der durch ein zentral es Durchgangsloch 17 des Deckels
12 sowie durch ein entsprechendes Durchgangsloch der Querstrebe 13 hindurchgreift
und mittels einer Gewindemutter 18 fixiert ist.
[0020] Direkt neben dem Deckel 12 ist eine Seilwickelscheibe 19 drehbar auf der Welle 15
gelagert. Ein an der Welle 15 anliegender rohrartiger Fortsatz 20 der Seilwickelscheibe
19 erstreckt sich dabei in eine zylindrische Ausnehmung 21 des Deckels 12 hinein,
deren Tiefe im wesentlichen der Länge des rohrartigen Fortsatzes 20 entspricht. Zwischen
dem rohrartigen Fortsatz 20 und der Umfangsfläche der zylindrischen Ausnehmung 21
ist eine Spiralfeder 22 angeordnet, deren radial äußeres Ende gemäß Fig. 5 an einem
Halteelement 23 des Deckels 12 und deren radial inneres Ende an einem Vorsprung 24
des rohrartigen Fortsatzes 20 an der Seilwickelscheibe 19 eingehängt ist. Da der rohrartige
Fortsatz 20 nicht zum Deckel 12, sondern zur Seilwickelscheibe 19 gehört, ist er in
Fig. 5 strichpunktiert dargestellt. Beim Drehen der Seilwickelscheibe 19 in der ersten
Drehrichtung A wird daher die Spiralfeder 22 gespannt und dient dadurch als Antriebsvorrichtung
für einen Drehvorgang der Seilwickelscheibe 19 in die entgegengesetzte zweite Drehrichtung
B.
[0021] Der Deckel 12 ist an seiner Innenseite mit Verstärkungsrippen 25 versehen, die sich
außerhalb des Bereichs der Spiralfeder 22 radial nach außen erstrecken. Zwei dieser
Verstärkungsrippen 25 besitzen verstärkte Befestigungslöcher 26 zur zusätzlichen Schraubbefestigung
an der Querstrebe 13 und als Verdrehsicherung für den Deckel 12.
[0022] Ein am Außenumfang des Deckels 12 angeformtes Schutzrohrstück 27 erstreckt sich in
axialer Richtung über den eine Wickelkammer 28 für ein Seil 29 aufweisenden Bereich
der Seilwickelscheibe 19. Das Schutzrohrstück 27 besitzt an der Stelle, an der das
Seil 29 sich nach außen und vertikal nach oben erstreckt, eine entsprechende Ausnehmung.
Unterhalb der Wickelkammer 28 ist an einer Stelle eine Ausnehnung 30 zur Fixierung
des inneren Endes des Seils 29 mittels eines Knotens oder eines Klemmteils angeordnet.
Weiterhin ist gemäß Fig. 4 an der dem Trommelkörper 10 zugewandten Seite der Seilwickelscheibe
19 ein Sperrad 31 angeformt, das gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel acht
Sperrvorsrünge besitzt und das zusammen mit zwei Sperrklinken 32, 33 ein als Freilaufeinrichtung
dienendes Klinkengesperre bildet. Diese beiden Sperrklinken 32, 33 sind schwenkbar
an zwei Zapfen 34, 35 einer Haltescheibe 36 gelagert, wie dies aus Fig. 3 hervorgeht.
Die Sperrklinken 32, 33 weisen jeweils einen in das Sperrad 31 eingreifenden Sperrarm
37 und einen winkelig davon abstehenden Auslösearm 38 auf. Der Auslösearm 38 wird
jeweils mittels einer Schraubenfeder 39 so federbelastet, daß der Sperrarm 37 federnd
am Sperrad 31 anliegt. Die Schraubenfeder 39 stützt sich dabei jeweils an einem Gegenlagerelement
40 ab, das an der Haltescheibe 36 angeformt ist.
[0023] Die Haltescheiben 36 besitzt drei Befestigungslöcher 41 zur Schraubbefestigung am
Trommelkörper 10. Eine sich am Außenumfang der Haltescheibe 36 aus zum Trommelkörper
10 hin erstreckende unterbrochene Ringwandung 42 sowie gemäß Fig. 2 an der Rückseite
der Haltescheibe 36 angeformte, die Befestigungslöcher 41 umgebende Abstandsrohrstücke
43 bewirken eine entsprechend beabstandete Fixierung der Haltescheibe 36 am Trommelkörper
10. In dem so gebildeten Zwischenraum ist eine streifenartige Auslöseeinrichtung 44
gemäß Fig. 6 schwenkbar an der Haltescheibe 36 gelagert. Hierzu besitzt die Haltescheibe
36 ein zentrales, die Welle 15 konzentrisch umgreifendes Lagerrohrstück 45, das in
eine zentrale Lageröffnung 46 der Auslöseeinrichtung 44 eingreift. Die Auslöseeinrichtung
44 besitzt zwei Auslösezapfen 47, die durch zwei Langlöcher 48 in der Haltescheibe
36 so hindurchgreifen, daß sie in Anlage mit dem Auslösearm 38 der Sperrklinken 32,
33 gelangen. Die Langlöcher 48 begrenzen dabei den Schwenkwinkel der Auslöseeinrichtung
44. Die Auslöseeinrichtung 44 besitzt am radial äußeren Ende einer ihrer Arme ein
manuell betätigbares Auslöseelement 49, das gemäß Fig. 1 radial über den Deckel 12
und die Haltescheibe 36 übersteht. Die rohrförmige Ringwandung 42 am Außenumfang der
Haltescheibe 36 setzt sich auch auf seiten der Sperrklinken 32, 33 fort, ist dort
nicht unterbrochen und dient dem Schutz des Klinkengesperres.
[0024] Gemäß Fig. 8 ist an der Querstrebe 13 des Standgestells 14 ein sich nach oben erstreckender
Haltearm 50 fixiert, der am oberen Ende des Anschlagelements einen am Ende des Seils
angeordneten Ausziehgriff 52 aufweist. Weiterhin erstreckt sich gemäß Fig. 8 ein weiterer
Haltearm 53 von der Schraubbefestigung der Welle 15 aus vertikal nach unten und wird
zusätzlich durch die Gewindemutter 18 für die Welle 15 gehalten. Am unteren Ende ist
eine Reibungsbremse 54 angeordnet, deren Bremselement 55 federnd am radial äußeren
Bereich des Trommelkörpers 10 anliegt. Die Reibungskraft der Reibungsbremse 54 ist
einstellbar.
[0025] Zum Abwickeln eines Schlauchs oder Kabels vom Trommelkörper 10 wird die Auslöseeinrichtung
44 durch Verschieben des Auslöseelements 49 in eine Stellung gebracht, in der die
Auslösezapfen 47 die Sperrklinken 32, 33 gegen die Kraft der Schraubenfeder 39 so
verschwenken, daß die Sperrarme 37 nicht mehr im Eingriff mit dem Sperrad 31 stehen.
In dieser Position ist das Klinkengesperre ohne Funktion und die Seilwickelscheibe
19 von den übrigen Bereichen der Aufwickelvorrichtung 11 entkoppelt. Das Kabel oder
der Schlauch kann frei ausgezogen werden.
[0026] Zum Aufwickeln des Schlauchs oder des Kabels auf den Trommelkörper 10 wird die Auslöseeinrichtung
44 durch Verschieben des Auslöseelements 49 wieder in eine Stellung gebracht, wie
sie in Fig. 3 dargestellt ist. Die Sperrarme 37 der Sperrklinken 32, 33 greifen jetzt
in das Sperrad 31 ein. Wird das Seil 29 nun mittels des Ausziehgriffs 52 herausgezogen,
gemäß Fig. 8 nach oben, so treibt die sich dadurch drehende Seilwickelscheibe über
das Klinkengesperre und die Haltescheibe 36 den Trommelkörper 10 an und versetzt ihn
in eine drehende Aufwickelbewegung. Da der wirksame Radius des Angriffspunkts des
Seils 29 kleiner ist als der wirsame Radius für das aufzuwickelnde Seil oder den aufzuwickelnden
Schlauch, tritt zusätzlich eine Antriebsübersetzung auf, die bewirkt, daß beim Ausziehen
des Seils 29 jeweils eine mehrfache Länge des Kabels oder des Schlauchs aufgewickelt
wird. Nach jedem Ausziehen des Seils 29 wird es wieder bis zum Anschlagelement 51
zurückgeführt. Hierbei erfolgt jeweils ein Aufwickelvorgang des Seils 29 durch die
beim Ausziehen dieses Seils 29 sich spannende Spiralfeder 22. Die Seilwickelscheide
19 dreht sich dabei in der Gegenrichtung der Aufwickelrichtung des Trommelkörpers
10, wobei die Sperrarme 37 federnd über die Sperrvorsprünge des Sperrads 31 gleiten
bzw. ratschen. Die Reibungsbremse 54 verhindert ein Verheddern des Kabels durch ein
sonst erfolgendes Nachlaufen des Trommelkörpers 10 beim Auf- und Abwickeln. Zum sicheren
Aufwickeln trägt auch ein am unteren Bereich des Standgestells 14 befestigter Führungsbügel
56 bei, der verhindert, daß das Kabel oder der Schlauch beim Aufwickeln über den Rand
des Trommelkörpers 10 läuft.
[0027] Selbstverständlich kann der Trommelkörper 10 in an sich bekannter Weise an der in
Fig. 8 nicht sichtbaren Vorderseite wenigstens einen Drehknopf besitzen, um einen
Aufwickelvorgang auch in der bisher üblichen Art durchführen zu können, beispielsweise
für den Fall, daß das Seil 29 reißt. In diesem Falle wird das Klinkengesperre wie
beim Abwickeln entkoppelt bzw. außer Kraft gesetzt.
[0028] In Abwandlung des ersten Ausführungsbeispiels kann anstelle der in Fig. 6 dargestellten
streifenartigen Auslöseeinrichtung 44 auch die in Fig. 7 dargestellte scheiben- bzw.
ringförmige Auslöseeinrichtung 57 treten. Ein ähnlich der Auslöseeinrichtung 44 ausgebildeter
Auslösestreifen 58 ist konzentrisch zur Lageröffnung 46 von einem Auslösering 59 umgeben,
der das Auslöseelement 49 ersetzt. Dieser Auslösering 59 besitzt über den Umfang verteilt
eine Vielzahl von radial sich nach außen erstreckenden rippenartigen Auslöseelementen
60, die wie das Auslöseelement 49 radial über die Haltescheibe 36 überstehen. Ein
Langloch 61 im Auslösestreifen 58, das entsprechend auch am Auslöseelement 49 vorgesehen
ist, umgreift eines der Abstandsrohrstücke 43 und dient zur zusätzlichen oder alternativen
Begrenzung des Schwenkwinkels und zum Ermöglichen des Durchgriffs der entsprechenden
Halteschraube.
[0029] Fig. 9 zeigt eine alternative Ausgestaltung eines Deckels 62, der anstelle des Deckels
12 verwendet werden kann. Im Gegensatz zum Deckel 12, dessen Durchmesser im wesentlichen
dem der Seilwickelscheibe 19 und der Haltescheibe 36 entspricht und der wesentlich
kleiner als der Durchmesser des Trommelkörpers 10 ist, weist der Deckel 62 einen Durchmesser
auf, der im wesentlichen dem des Trommelkörpers 10 entspricht. Dabei kann eine Ringwandung
63 am radial äußeren Umfangsbereich des Deckels 62 sogar noch eine Seitenwandung des
Trommelkörpers 10 übergreifen. Im übrigen sind gleiche oder gleich wirkende Bauteile
oder Elemente mit denselben Bezugszeichen versehen und nicht nochmals beschrieben.
Bei dieser Ausführung des Deckels 62 entfallen die Haltearme 50, 53. Ein Anschlagelement
64 für den Ausziehgriff 52 ist an der Ringwandung 63 angeformt und besitzt einen Durchlaß
65 für das Seil 29. Durch Ringwandungen verstärkte Halteöffnungen 66 sind oben und
unten am Deckel 62 angeformt und dienen als alternative Befestigungsmöglichkeiten
für die Reibungsbremse 54. Weiterhin sind am Außenumfang der Ringwandung 63 vier Haltevorsprünge
67 mit Halteöffnungen angeformt, die die Aufnahme und Befestigung des Führungsbügels
56 wahlweise an beiden Seiten ermöglichen. Eine langgestreckte Durchgangsöffnung 68
im Deckel 62 dient zum Durchgriff zu den Auslöseelementen 60 der in Fig. 7 dargestellten
Auslöseeinrichtung 57, die hier vorzusehen ist. Die Länge der Durchgangsöffnung 68
ist so zu bemessen, daß immer wenigstens ein Auslöseelement 60 erreicht und verschoben
werden kann. Die beim Deckel 12 gemäß Fig. 5 dargestellten Verstärkungsrippen 25 sind
auch hier wieder vorgesehen und durch weitere Führungsrippen ergänzt. Anstelle der
Befestigungslöcher 26 treten hier vier Befestigungslöcher 69, wobei die Anordnung
prinzipiell beliebig ist und den jeweiligen Gegebenheiten Rechnung tragen muß.
1. Tragbare Schlauch- oder Kabeltrommel mit einem an einem Standgestell drehbar gelagerten
Trommelkörper mit einer Aufwickelvorrichtung für einen Schlauch, ein Kabel od.dgl.,
dadurch gekennzeichnet, daß die Aufwickelvorrichtung (11) eine in einer ersten Drehrichtung
des Trommelkörpers (10) zum Aufwickeln des Schlauchs oder Kabels antriebsmäßig koppelbare
Seilwickelscheibe (19) mit einem aufgewickelten Seil (29) aufweist, das beim Abziehen
die Seilwickelscheibe (19) in dieser ersten Drehrichtung dreht, und daß die eine federkraftbetriebene
Antriebsvorrichtung (22) zum Aufwickeln des ausgezogenen Seils (29) aufweisende Seilwickelscheibe
(19) beim Aufwickeln des Seils (29) in einer zweiten, der ersten Drehrichtung (A)
entgegengesetzten Drehrichtung (B) vom Trommelkörper (10) entkoppelt ist.
2. Trommel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsvorrichtung (22)
als sich beim Abziehen des Seils (29) spannende Spiralfeder ausgebildet ist, die zwischen
der Seilwickelscheibe (19) und einem Haltepunkt angeordnet ist.
3. Trommel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltepunkt als mit dem Standgestell
(14) fest verbundener, vorzugsweise scheibenartiger Deckel (12; 62) ausgebildet ist,
der konzentrisch zur Seilwickelscheibe (19) angeordnet ist, und der insbesondere die
Seilwickelscheibe wenigstens teilweise umgreift, wobei der Radius des Deckels (62)
vorzugsweise im wesentlichen dem des Trommelkörpers (10) entspricht.
4. Trommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein den
Aufwickelvorgang des Seils (29) begrenzender Anschlag (51; 64) am Standgestell (14)
oder einem damit fest verbundenen Teil angeordnet ist, an dem in der Anschlagposition
ein am Seilende angebrachter Ausziehgriff (52) anliegt.
5. Trommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine
vorzugsweise in ihrer Bremskraft einstellbare Trommelbremse (54) am Standgestell (14)
oder einem damit fest verbundenen Teil angeordnet ist.
6. Trommel nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlag (64) als am
Deckel (62) angeordneter Seildurchlaß ausgebildet ist.
7. Trommel nach Anspruch 3 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Trommelbremse (54)
am Deckel (62) angeordnet ist.
8. Trommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
der Seilwickelscheibe (19) und dem konzentrisch dazu angeordneten Trommelkörper (10)
eine Freilaufeinrichtung angeordnet ist, wobei die Freilaufdrehrichtung die zum Aufwickeln
des Seils auf die Seilwickelscheibe (19) vorgesehene zweite Drehrichtung (B) ist,
und wobei die Freilaufeinrichtung vorzugsweise als Klinkengesperre ausgebildet ist.
9. Trommel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß ein Sperrad (31) an der Seilwickelscheibe
(19) und wenigstens eine mit dieser zusammenwirkende Sperrklinke (32,33) am Trommelkörper
(10) oder einer damit fest verbundenen, insbesondere als Haltescheibe ausgebildeten
Haltevorrichtung (36) angeordnet sind, wobei die wenigstens eine Sperrklinke (32,
33) vorzugsweise federbelastet am Sperrad (31) anliegt.
10. Trommel nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß eine konzentrisch zum Trommelkörper
(10) drehbare Auslöseeinrichtung (44; 57) wenigstens ein im Eingriff mit der wenigstens
einen Sperrklinke (32, 33) stehendes Auslöseelement (49) besitzt, durch das bei einer
entsprechenden Drehung der Auslöseeinrichtung (44; 57) die wenigstens eine Sperrklinke
(32, 33) vom Sperrad (31) lösbar und entrastbar ist.
11. Trommel nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslöseeinrichtung (44;
57) drehbar an der Haltevorrichtung (36) angeordnet ist, wobei das wenigstens eine
Auslöseelement (47) durch die Haltevorrichtung (36) bis zur entsprechenden Sperrklinke
(32, 33) hindurchgreift, wobei vorzugsweise wenigstens eine den Drehwinkel der Auslösevorrichtung
(44; 57) begrenzende Durchgriffsöffnung (48) für das wenigstens eine Auslöseelement
(47) in der Haltevorrichtung (36) vorgesehen ist.
12. Trommel nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslöseeinrichtung
(44) streifenartig ausgebildet ist und an wenigstens einem Ende ein manuelles Betätigungselement
(49) besitzt, das radial über die Haltevorrichtung (36) und/oder die Seilwickelscheibe
(19) übersteht, oder daß die Auslöseeinrichtung (57) scheiben-oder ringartig ausgebildet
ist und am radial äußeren Endbereich mit über den Umfang verteilten manuellen Betätigungselementen
(60) versehen ist, die radial über die Haltevorrichtung (36) und/oder die Seilwickelscheibe
(19) überstehen.
13. Trommel nach Anspruch 3 und 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Deckel (62) wengistens
eine Durchgriffsöffnung (68) zu den Betätigungselementen (60) hin besitzt.
14. Trommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein den
Schlauch oder das Kabel beim Aufwickelvorgang führender Führungsbügel (56) am Standgestell
(14) oder einem damit fest verbundenen Teil so angeordnet ist, daß sein Führungsbereich
an der Zuführungsseite des Trommelkörpers (10) angeordnet ist.
15. Trommel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser
der Seilwickelscheibe (19) wesentlich kleiner als der des Trommelkörpers (10) ist.