[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Waschmittel, dessen 1 Gew.-%-ige Lösung einen
sauren pH-Wert aufweist, das heißt, der pH-Wert der Lösung liegt unterhalb von 7.
In einer weiteren Ausführungsform betrifft die Erfindung ein Spezialwaschmittel für
Wolle, dessen 1 Gew.-%-ige Lösung einen pH-Wert zwischen 5,5 und 6,0 aufweist. Diese
Waschmittelzusammensetzungen vereinen hohe Reinigungsleistungen mit optimaler Faserschonung.
Sie enthalten neben einem Acidifizierungsmittel Tenside, Builder sowie optional weitere
in Textilwaschmitteln übliche Inhaltsstoffe.
[0002] Die Buildereigenschaften von organischen Oligo- und Polycarboxylaten sind seit langem
bekannt, auch die Verwendung von Citronensäure und Citraten in textilen Waschmitteln
ist gesicherter Stand des technischen Wissens. In der Regel werden rieselfähige Pulverwaschmittel
so formuliert, daß ein pH-Wert der Lösung zwischen 9,8 bis 10,5 resultiert, so daß
den Salzen der Citronensäure beim Einsatz in Waschmitteln der Vorzug gegeben wird.
Insbesondere im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit von Bleichmitteln wird darauf
geachtet, daß nicht nur Universal-, sondern auch Spezial- und Feinwaschmittel eine
Waschlauge liefern, die einen pH-Wert oberhalb von 8 aufweist. Empfindliche Textilien
wie beispielsweise Wolle neigen im alkalischen Milieu stärker zum Verfilzen und der
Einsatz handelsüblicher Pulverwaschmittel in der Handwäsche kann bei empfindlichen
Personen Hautirritationen hervorrufen.
In der Regel steigt die negative Aufladung von Faser und Pigmentbestandteilen von
Anschmutzungen, welche über das Zeta-Potential meßbar ist, mit dem pH-Wert an. Dieser
Anstieg des Zeta-Potentials ist besonders bei Wolle drastisch (Vgl. Ullmanns Encyklopädie
der technischen Chemie, 4. Auflage1983, Band 24, Verlag Chemie, Weinheim, Seite 74).
Diese negative Aufladung und die daraus folgende Abstoßung von Schmutzpigment und
Faser ist einer der Gründe für die alkalische Einstellung von Waschmitteln und das
abgeleitete Vorurteil, daß saure Waschmittel schlechtere Waschleistungen aufweisen.
[0003] Aber auch der Einsatz von Citronensäure ist im Stand der Technik breit dargelegt.
Die europäische Patentanmeldung EP-A-0 110 588 (Unilever) beschreibt rieselfähige
Waschmittel-zusammensetzungen, die einen Polycarboxylat-Builder in Mengen von 0,2
bis 50 Gew.-%, ein Alkali- oder Erdalkalimetallcarbonat in Mengen von 1 bis 80 Gew.-%
sowie 1 bis 50 Gew.-% eines Niotensids enthalten, wobei Citronensäure oder Citrate
in Mengen zwischen 5 und 40, vorzugsweise 5 bis 15 Gew.-% eingesetzt werden. Die in
dieser Anmeldung beschriebenen Zusammensetzungen weisen in wäßriger Lösung aufgrund
ihrer Bestandteile pH-Werte oberhalb von 8 auf.
[0004] Textilwaschmittel aus Tensid(en) und einem Buildersystem, das aus Aluminosilikaten
und Citronensäure/Citrat besteht, sowie optional enthaltenen Bleichmitteln und Bleichmittelvorläufern
werden in der EP-A-0 448 298 (Unilever) offenbart. Hierbei kann Citronensäure in Mengen
zwischen 3 und 18 Gew.-% eingesetzt werden, wobei der pH-Wert der offenbarten Mittel
angesichts der übrigen Bestandteile wiederum oberhalb von 8 liegt.
[0005] Auch die EP-A-0 534 525 (Unilever) beschreibt rieselfähige Waschmittelzusammensetzungen,
die ein Schüttgewicht zwischen 650 und 1100 g/l aufweisen und neben anionischen und
nichtionischen Tensiden 5 bis 30 Gew.-% Natriumcarbonat oder - hydrogencarbonat sowie
1 bis 15 Gew.-% einer Citronensäure mit definierter Teilchengröße enthalten. Diese
Waschmittelzusammensetzungen weisen eine verbesserte Einspülbarkeit und Löslichkeit
auf, die auch bei Lagerung nicht beeinträchtigt wird.
[0006] Waschmittelzusammensetzungen mit nachträglich zugemischter Citronensäure zur Löslichkeitsverbesserung
sind aus der EP-A-0 581 857 (Procter & Gamble) bekannt. Die offenbarten granularen
Waschmittel oder Waschmitteladditive enthalten neben 5 bis 70 Gew.-% Tensid(en) 5
bis 75 Gew.-% zugemischtes Natriumcarbonat sowie zusätzlich bis zu 15 Gew.-% Citronensäure,
die die Löslichkeit der Waschmittel verbessert. Auch bei den in dieser Schrift offenbarten
Waschmittelzusammensetzungen liegt der pH-Wert der Lösung aufgrund der Bestandteile
oberhalb von 8.
[0007] Die internationale Patentanmeldung WO91/17232 (Procter & Gamble) schließlich beschreibt
granulare Textilwaschmittel mit niedrigem pH-Wert und Schüttgewichten zwischen 500
und 600 g/l, die Aluminosilkat(e), Citronensäure und Carbonatbuilder enthalten. Citronensäure
wird hier in Mengen zwischen 4 und 10 Gew.-% eingesetzt, wobei der pH-Wert der 1 Gew.-%-igen
Lösung zwischen 7 und 9,3 liegt.
[0008] Auch der Einsatz von Mischungen aus Citronensäure und Natriumhydrogencarbonat zur
Löslichkeitsverbesserung pharmazeutischer Formulierungen ist allgemein bekannt. Mit
dem Ziel einer einheitlichen Verteilung dieser

Brausezusätze" werden sowohl die Citronensäure als auch das Hydrogencarbonat als feinteilige
Feststoffe eingesetzt. Aus diesem Stand der Technik resultiert auch die Verwendung
eines Kohlendioxid entwickelnden Systems in granularen Waschmittelzusammensetzungen,
die in der US-A-4,414,130 (Colgate) beschrieben ist.
[0009] Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, eine teilchenförmige Waschmittelzusammensetzung
bereitzustellen, die im Waschergebnis den herkömmlichen Pulverwaschmitteln gleichkommt
oder sie übertrifft, die aber durch einen auf Werte unter 7 sauer eingestellten pH-Wert
der Waschflotte eine optimale Faserschonung für Wolle und eine optimale Hautschonung
in der Handwäsche ermöglicht.
[0010] Gegenstand der Erfindung ist eine teilchenförmige Waschmittelzusammensetzung zum
Waschen von textilen Geweben, enthaltend neben weiteren optional einzusetzenden Bestandteilen
a) 5 bis 70 Gew.-% eines oder mehrerer Tenside, ausgewählt aus der Gruppe der anionischen,
nichtionischen, kationischen, amphoteren und zwitterionischen Tenside sowie Mischungen
hieraus,
b) 5 bis 50 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat und/oder -carbonat,
c) 20 bis 50 Gew.-% fester Citronensäure oder eines anderen organischen oder anorganischen
Acidifierungsmittels sowie Mischungen hieraus,
wobei der pH-Wert der 1 Gew.-%-igen Lösung in Wasser unterhalb von 7 liegt.
[0011] Die Meßtemperatur der im Rahmen dieser Anmeldung angegebenen pH-Werte beträgt 20°C.
Um den pH-Wert der Waschflotte unter den Wert 7 in den sauren Bereich zu senken, werden
den erfindungsgemäßen Waschmittelzusammensetzungen eines oder mehrere Acidifizierungsmittel
zugesetzt. Die Dosierung dieser Komponente c) erfolgt in Größenordnungen, die sicherstellen,
daß der pH-Wert der Waschflotte auch unter Schmutzbelastung den Wert 7 unterschreitet.
In Abhängigkeit der übrigen Bestandteile der Waschmittelzusammensetzung, die gegebenenfalls
den pH-Wert verändern, ist die Komponente c) in Mengen zwischen 20 bis 50 Gew.-%,
vorzugsweise zwischen 20 und 40 Gew.-% und insbesondere zwischen 25 und 35 Gew.-%
in den erfindungsgemäßen Waschmittelzusammensetzungen enthalten.
[0012] Als Komponente c) kommen neben der oder zusätzlich zur bevorzugt eingesetzten Citronensäure
insbesondere die festen Mono-, Oligo- und Polycarbonsäuren in Betracht. Aus dieser
Gruppe wiederum bevorzugt sind Weinsäure, Bernsteinsäure, Malonsäure, Adipinsäure,
Maleinsäure, Fumarsäure, Oxalsäure sowie Polyacrylsäure. Organische Sulfonsäuren wie
Amidosulfonsäure sind ebenfalls einsetzbar. Auch anorganische Säuren oder saure Salze
können in den erfindungsgemäßen Waschmittelzusammensetzungen als Komponente c) oder
als Bestandteil der Komponente c) eingesetzt werden. Hierunter sind insbesondere die
Borsäure und Alkalihydrogensulfate bevorzugt, wobei bei den Alkalisalzen neben den
Natriumsalzen auch die Kaliumsalze einsetzbar sind.
[0013] Besonders bevorzugt enthalten die erfindungsgemäßen Waschmittelzusammensetzungen
als Komponente c) Citronensäure, Sokalan DCS® (BASF) oder Natriumhydrogensulfat oder
Mischungen aus diesen.
[0014] Aus anwendungstechnischer Sicht ist an das bzw. die Acidifizierungsmittel die Forderung
zu stellen, daß sie nicht flüchtig sind. Unter diesem Gesichtspunkt sind feste Acidifizierungsmittel,
die eine geringe Sublimationsneigung und einen hohen Schmelzpunkt mit einer guten
Wasserlöslichkeit vereinbaren, deutlich bevorzugt. Flüssige bzw. pastöse Acidifizierungsmittel
können nur in untergeordneten Mengen unterhalb 5 Gew.-% der Gesamtzusammensetzung
eingesetzt werden und bei ihrem Einsatz müssen Konfektionierungsmaßnahmen ergriffen
werden, um die Lagerstabilität auch bei erhöhter Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten.
Flüssige und leichtflüchtige bzw. in pulverförmigen Waschmitteln nicht handhabbare
Säuren wie Salz-, Salpeter oder Schwefelsäure verbieten sich von daher von selbst.
Selbstverständlich ist bei der Auswahl der/des Acidifizierungsmittel(s) auch darauf
zu achten, daß die resultierende Waschflotte weder die Textilien noch die menschliche
Haut schädigt.
[0015] Als zweite wesentliche Komponente b) enthalten die erfindungsgemäßen Waschmittelzusammensetzungen
Natriumhydrogencarbonat und/oder Nathumcarbonat, wobei Natriumhydrogencarbonat im
Hinblick auf die einzustellende saure Waschflotte mit pH-Werten unter 7 bevorzugt
ist. Die Komponente b) dient hierbei als Gerüststoff und trägt zur Einstellung des
pH-Werts bei. Sowohl das Hydrogencarbonat als auch das Carbonat reagieren hierbei
mit dem Acidifizierungsmittel und setzen Kohlendioxid frei. Hierdurch wird einerseits
die Auflösung der Waschmittelzusammensetzung im Handwaschbecken und auch die Einspülbarkeit
in der Waschmaschine verbessert, andererseits wird durch die Durchmischung der Flotte
schnell eine Lösung ohne Konzentrationsunterschiede erhalten.
[0016] Die Komponente b) ist in den erfindungsgemäßen Waschmittelzusammensetzungen in Mengen
von 5 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise von 10 bis 40 Gew.-% und insbesondere von 20 bis
35 Gew.-% enthalten. Besonders bevorzugt sind Mittel, die als Komponente b) ausschließlich
Natriumhydrogencarbonat in Mengen von 10 bis 40 Gew.-% und insbesondere von 20 bis
35 Gew.-% enthalten.
[0017] Die dritte Komponente a), die die erfindungsgemäßen Mittel enthalten, wird aus der
Gruppe der anionischen, nichtionischen, kationischen, amphoteren und zwitterionischen
Tenside sowie Mischungen hieraus ausgewählt.
[0018] Als anionische Tenside kommen in den erfindungsgemäßen Waschmittelzusammensetzungen
hauptsächlich Alkylsulfate und -sulfonate, Alkylbenzolsulfonate (ABS), α-Sulfofettsäureester
(Estersulfonate), kurz- und langkettige Glycerinester, Fettalkoholsulfate (FAS), Alkylsulfobernsteinsäure
(ASB) sowie Seifen in Betracht. Beispiele für Aniontenside aus den oben genannten
Gruppen sind die im Handel erhältlichen Eltesol® SX30 (Natriumxylolsulfonat, Handelsprodukt
der Firma Albright & Wilson), Triton® H55 (Kaliumphosphatester, Handelsprodukt der
Firma Union Carbide), Marlinat® DF8 (Natriumsulfosuccinat, Handelsprodukt der Firma
Hüls), Hostapur® SAS 30X (Natriumalkansulfonat, Handelsprodukt der Firma Hoechst),
Hostapur® 0S (Natriumolefinsulfonat, Handelsprodukt der Firma Hoechst), Petronat®
S (Natriumpetroleumsultonat, Handelsprodukt der Firma Witco), Hamposyl® L 30 (Natriumlauroylsarkosinat,
Handelsprodukt der Firma Hampshire); Fenopon® T33 (Natrium-N-Methyl-N-oleyltaurat,
Handelsprodukt der Firma GAS) und Fenopon® AC 78 (Natrium-Kokos-isethionat, Handelsprodukt
der Firma GAS).
[0019] Kationische Tenside, die in den erfindungsgemäßen Waschmittelzusammensetzungen enthalten
sein können, stammen aus der Gruppe der quartären Ammoniumsalze, der primären, sekundären
und tertiären Amine und deren Salzen sowie der Polyamine. Beispiele für solche Kationtenside
sind Empigen® BAC (Alkyldimethylbenzalkoniumchlorid, Handelsprodukt der Firma Albright
& Wilson), Armac® 1 (Talgaminacetat Aminsalze, Handelsprodukt der Firma Akzo), Synprolan®
35N3 (N-Alkyl Propandiamin, Handelsprodukt der Firma ICI), Stepantex® VA und VS (Methyl-N(2-hydroxyethyl)-N,N-di(talgacyloxyethyl)ammonium-Methosulfat,
Handelsprodukt der Firma Stepan) sowie Symprolan® 35 X10 (ethoxyliertes primäres Amin
mit 10 EO, Handelsprodukt der Firma ICI).
[0020] Die in den erfindungsgemäßen Waschmittelzusammensetzungen eingesetzten Niotenside
stammen vor allem aus der Gruppe der Aminoxide, der Glucoside und Alkylpolyglucoside
(APG), der alkoxylierten Fettalkohole und deren Estern, der alkoxylierten Fettsäuren
und Alkylphenole, der Alkanolamide und deren Alkoxylierungsprodukten, der Sucrose
und Zuckerester, der Fettsäureester und der Alkylamine. Beispielhaft seien hier Synperonic®
A (Alkoholethoxylate, Handelsprodukt der Firma ICI), Dehydol® LT 7 (ethoxylierter
C
12-18-Fettalkohol, Handelsprodukt der Firma Henkel), Crodet® L24 (Polyoxyethylen-24-Laurinsäure,
Handelsprodukt der Firma Croda), Synperonic® NP Nonylphenol-Ethoxylate, Handelprodukt
der Firma ICI), Empilan® CME (Kokos-monoethynolamid, Handelsprodukt der Firma Albright
& Wilson), Triton® CG110 (Alkylglucoside, Handelprodukt der Firma Union Carbide),
Glucam® E10 (Methylglucosid mit 10 EO, Handelsprodukt der Firma Amerchol), Crodesta®
SL 40 (Sucrosekokoat, Handelsprodukt der Firma Croda), Empilan® MAA (ethoxyliertes
Kokos-Monoethanolamid, Handelsprodukt der Firma Albright & Wilson), Ethomeen® C12
(ethoxyliertes Kokosamin, Handelsprodukt der Firma Akzo) sowie Tegosoft® 16 B (Cetylisooctanoat,
Handelsprodukt der Firma Goldschmidt) genannt.
[0021] Eventuell eingesetzte Amphotenside, die zumeist lediglich in Kombination mit Aniontensiden
eingesetzt werden, sind ausgewählt aus der Gruppe der Alkylbetaine, Alkylaminopropionate,
Alkyliminodipropionate, Alkylglycinate, Carboxyglycinate, Alkylimidazoline, Sulfobetaine,
Alkylpolyaminocarboxylate und Polyamphocarboxyglycinate. Beispiele für diese Tensidtypen
sind Tegobetain® A4080 (Alkyldimethylbetain, Handelsprodukt der Firma Goldschmidt),
Ampholak® XCU (Kokos-Amphoglykolat, Handelsprodukt der Firma Bero Nobel), Amphotensid
CT® (Alkylimidazolin basiertes Amphotensid, Handelsprodukt der Firma Zschimmer und
Schwarz), Ampholak® XCO 30 (Kokos-Amphocarboxyglycinat, Handelsprodukt der Firma Bero
Nobel) sowie Sandobet® SC (Kokosamid-Sulfobetain, Handelsprodukt der Firma Sandoz).
[0022] Die Tenside oder Tensidmischungen der Komponente a) werden in Mengen zwischen 5 und
70 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Waschmittelzusammensetzung, eingesetzt. Bevorzugte
Mittel enthalten 20 bis 50, vorzugsweise 25 bis 40 Gew.-% der Komponente a).
[0023] In speziellen Ausführungsformen der Erfindung besteht die Komponente a) ausschließlich
aus nichtionischen Tensiden aus der Gruppe der ethoxylierten Alkohole, der Alkylpolyglycoside
und der Glucamide. Diese Tenside bzw. Mischungen aus ihnen weisen hinsichtlich der
Herstellung der erfindungsgemäßen Mittel und hinsichtlich ihres Primär- und Sekundärwaschvermögens
deutliche Vorteile auf. Glucamide besitzen darüber hinaus den Vorteil, daß sie fest
anfallen, die Mittel also im einfachsten Fall durch Mischung verschiedener Feststoffe
hergestellt werden können. Darüber hinaus haben Glucamide den Vorteil, daß im sauren
pH-Bereich eine Protonierung des Stickstoffatoms erfolgen kann und bedingt dadurch
eine Ladungsänderung erfolgt. Dieser quasi kationische Charakter kann an geeigneten
Textiloberflächen zu einem Aufziehen und damit verbunden zu einem

weichen Griff" führen.
[0024] Auch Mischungen aus nichtionischen und kationischen Tensiden können als Komponente
a) eingesetzt werden. Hierbei können die Vorteile, die der Einsatz kationischer Tenside
im Hinblick auf statische Aufladung und Weichpflege bietet, direkt in der Waschflotte
genutzt werden. Spezielle Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Waschmittelzusammensetzungen
enthalten vorteilhafterweise neben nichtionischen Tensiden wie Alkoholethoxylaten
kationische Verbindungen aus der Gruppe der Alkyl-N(2-hydroxyethyl)-N,N-di(acyloxyethyl)ammonium-Salze.
[0025] Beim Auflösen der erfindungsgemäßen Mittel in Wasser wird eine saure Waschflotte,
das heißt, eine Waschflotte mit einem pH-Wert unter 7, gemessen an einer 1 Gew.-%-igen
wäßrigen Lösung, erhalten. Der pH-Wert wird dabei durch die Abstimmung der Inhaltsstoffe
so eingestellt, daß auch unter Schmutzbelastung ein Anstieg auf Werte über 7 nicht
erfolgt. Mit besonderem Vorteil enthalten die erfindungsgemäßen Waschmittelzusammensetzungen
die einzelnen Komponenten a) bis c) in solchen Mengen, daß der pH-Wert der 1 Gew.-%-igen
wäßrigen Lösung zwischen 5,5 und 6,5 liegt.
[0026] Die Herstellung der erfindungsgemäßen Mittel erfolgt im einfachsten Fall durch simples
Mischen von Feststoffkomponenten. Beim Einsatz von flüssigen oder pastösen Tensiden
können diese im Mischer vorgelegt oder auf eine Feststoffmischung, die im Mischer
vorgelegt ist, aufgegeben werden. Hierzu können alle bekannten Granulierverfahren
des Standes der Technik benutzt werden. Auch ein Aufsprühen der Tenside auf eine oder
mehrere feste Komponenten ist möglich, eventuell gefolgt von einer Oberflächenbehandlung
wie Abpudern. Unterschiedliche Tenside der Komponente a) können auf unterschiedliche
Feststoffe aufgetragen oder mit ihnen zusammen granuliert werden, um so eine erhöhte
Lagerstabilität auch bei erhöhter Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten, wobei auch Compounds
denkbar sind, in denen die Komponente b) mit Tensid bedüst und abschließend mit dem
Acidifizierungsmittel abgepudert wird.
[0027] Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die saure und die alkalische bzw. neutrale
Komponente einem Extrusionsverfahren zu unterziehen. Durch diese Ausführungsform werden
Mittel mit hoher Schüttdichte (sogenannte Extrudate) erhalten, die als Kompaktwaschmittel
eingesetzt werden können.
[0028] Neben den genannten Inhaltsstoffen a), b) und c) können die erfindungsgemäßen Mittel
weitere übliche Inhaltsstoffe von Waschmitteln enthalten. Hierzu zählen insbesondere
weitere Gerüststoffe, Schauminhibitoren, Salze von Polyphosphonsäuren, optische Aufheller,
Enzyme, Enzymstabilisatoren, geringe Mengen an neutralen Füllsalzen sowie Farb- und
Duftstoffe, Trübungsmittel oder Perglanzmittel.
[0029] Die erfindungsgemäßen Mittel eignen sich sowohl für die Maschinen- als auch für die
Handwäsche sämtlicher Textilien. Mit besonderem Vorteil werden die Mittel zum Waschen
von Wolle in einer Waschmaschine oder in der Handwäsche verwendet, da die saure Waschflotte
die Neigung der Wolltextilien zum Verfilzen deutlich minimiert. In der Handwäsche
schont der pH-Wert der Waschflotte den natürlichen Säureschutzmantel der Haut und
beugt so Hautirritationen vor.
Beispiele:
[0030] Es wurden die erfindungsgemäßen Mittel E1 bis E5 durch Vermischen folgender Ausgangsstoffe
hergestellt:
Tabelle 1
| Zusammensetzung [Gew.%]: |
| |
E1 |
E2 |
E3 |
E4 |
E5 |
| Na-C12-18-Fettalkoholsulfat |
33,3 |
- |
- |
- |
- |
| C12-18-Fettalkohol mit 7 EO |
- |
33,3 |
- |
- |
23,3 |
| Cocoamidopropyl-Betain |
- |
- |
33,3 |
- |
- |
| Plantacare® 1200 |
- |
- |
- |
33,3 |
- |
| Stepantex® VS 90 |
- |
- |
- |
- |
10,0 |
| Natriumhydrogencarbonat |
33,3 |
33,3 |
33,3 |
33,3 |
33,3 |
| Citronensäure |
33,3 |
33,3 |
33,3 |
33,3 |
33,3 |
| Schauminhibitor (Silikon) |
0,1 |
0,1 |
0,1 |
0,1 |
0,1 |
| pH-Wert der 1-Gew.-% -igen Lösung in Wasser (20°C) |
5,6 |
5,6 |
5,6 |
6,0 |
5,2 |
Stepantex® VS 90: Methyl-N(2-hydroxyethyl)-N,N-di(talgacyloxyethyl)ammonium-Methosulfat,
Fa. Stepan
Plantacare®1200: C12-C16-Alkyl-oligo-(1.4)-glucosid, 50 %-ig in Wasser, Fa. Henkel |
[0031] Die erfindungsgemäßen Mittel E1 bis E5 wurden im Vergleich zu einem handelsüblichen
Pulverwaschmittel für Wolle (V1) zum Waschen von mit Testanschmutzungen beschmutzten
Textilienverwendet. Die Reinigungsleistung wurde über das Remissionsvermögen bestimmt,
dessen Mittelwerte in Tabelle 2 aufgeführt sind.
Tabelle 2
| Reinigungsleistung [% Remission], Mittelwerte über alle Textilien |
| |
E1 |
E2 |
E3 |
E4 |
E5 |
V1 |
| Anfangswert |
82,4 |
82,4 |
82,4 |
82,4 |
82,4 |
82,4 |
| Staub/Fett-Verschmutzung |
55,9 |
62,4 |
58,1 |
59,7 |
61,3 |
52,1 |
| Ruß/Fett-Verschmutzung |
54,7 |
61,4 |
57,6 |
53,6 |
60,1 |
52,1 |
| Kosmetik-Verschmutzung |
46,3 |
57,3 |
48,5 |
55.8 |
57,6 |
51,5 |
| Ø über alle Verschmutzungen |
52,3 |
60,4 |
54,7 |
56,4 |
59,7 |
51,9 |
| Rangfolge |
5 |
1 |
4 |
3 |
2 |
6 |
1. Teilchenförmige Waschmittelzusammensetzung zum Waschen von textilen Geweben, enthaltend
neben weiteren optional einzusetzenden Bestandteilen
a) 5 bis 70 Gew.-% eines oder mehrerer Tenside, ausgewählt aus der Gruppe der anionischen,
nichtionischen, kationischen, amphoteren und zwitterionischen Tenside sowie Mischungen
hieraus,
b) 5 bis 50 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat und/oder -carbonat,
c) 20 bis 50 Gew.-% fester Citronensäure oder eines anderen organischen oder anorganischen
Acidifierungsmittels sowie Mischungen hieraus,
wobei der pH-Wert der 1 Gew.-%-igen Lösung in Wasser unterhalb von 7 liegt.
2. Waschmittelzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie die Komponente
a) in Mengen von 20 bis 50, vorzugsweise 25 bis 40 Gew.-%, bezogen auf die gesamte
Zusammensetzung, enthält.
3. Waschmittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Komponente c) in Mengen von 20 bis 40, vorzugsweise von 25 bis 35 Gew.-%,
bezogen auf die gesamte Zusammensetzung, enthalten ist.
4. Waschmittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß als Komponente a) eines oder mehrere Tenside aus der Gruppe der ethoxylierten
Alkohole, der Alkylpolyglycoside und der Glucamide in den Mitteln enthalten sind.
5. Waschmittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Komponente a) neben nichtionischen Tensiden kationische Tenside, insbesondere
Alkyl-N(2-hydroxyethyl)-N,N-di(acyloxyethyl)ammonium-Salze, enthält.
6. Waschmittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß als Komponente b) 10 bis 40, vorzugsweise 20 bis 35 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat
eingesetzt werden.
7. Waschmittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Komponente c) ausgewählt wird aus der Gruppe der festen Mono-, Oligo- und
Polycarbonsäuren und der anorganischen sauren Salze.
8. Waschmittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß als Komponente c) Citronensäure oder Natriumhydrogensulfat oder Mischungen aus
diesen eingesetzt werden.
9. Waschmittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der pH-Wert der 1 Gew.-%-igen wäßrigen Lösung zwischen 5.5 und 6.5 liegt.
10. Verwendung eines Mittels nach einem der Ansprüche 1 bis 9 zum Waschen von Wolle in
einer Waschmaschine oder in der Handwäsche.