[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer mehrlagigen Faserstoffbahn,
bei dem aus einem ersten Stoffauflauf an einem ersten Former eine erste Schicht gebildet
wird und aus einem zweiten Stoffauflauf an einem zweiten Former zumindest eine zweite
Schicht gebildet wird, die fest mit der ersten Schicht verbunden wird.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner eine Papiezmaschine zur Herstellung einer mehrlagigen
Faserstoffbahn, mit einem ersten Stoffauflauf zur Bildung einer ersten Schicht der
Faserstoffbahn an einem ersten Former, und mit einem zweiten Stoffauflauf zur Bildung
zumindest einer zweiten Schicht an einem Zweiten Former, die fest mit der ersten Schicht
verbunden wird.
[0003] Ein derartiges Verfahren und eine derartige Papiermaschine sind aus der DE 44 02
274 A1 bekannt.
[0004] Gemäß der bekannten Maschine und gemäß dem bekannten Verfahren wird eine mehrlagige
Faserstoffbahn in der Siebpartie mittels zweier Doppelsiebformer gebildet, wobei eine
erste Lage der Faserstoffbahn aus einem ersten Stoffauflauf zwischen einem Untersieb
und einem Obersieb gebildet wird. Das Obersieb dieses Doppelsiebformers bildet gleichzeitig
das Untersieb eines nachgeordneten Doppelsiebformers, an dem eine weitere Lage auf
die zuvor erzeugte Lage aufgebracht wird.
[0005] Eine derartige Anordnung ist insbesondere zur Herstellung von mehrlagigem Karton
geeignet. Hierbei ist jedoch immer eine gewisse Mindeststärke vorausgesetzt.
[0006] Darüber hinaus ist es aus der DE 31 07 926 A1 grundsätzlich bekannt, einen Doppelsiebformer
für mehrlagige Papier- oder Kartonbahnen mit mehreren Stoffauflaufaustrittsöffnungen
zu vezwenden, wobei die verschiedenen Lagen zwischen einem Obersieb und einem Untersieb
nacheinander und übereinander erzeugt werden, indem zunächst eine erste Lage aus einer
Stoffaustrittsöffnung erzeugt wird, auf der dann aus einer anderen Stoffaustrittsöffnung
mittels eines Trennelementes eine separat geführte Faserstoffsuspension zur Erzeugung
einer zweiten Lage aufgebracht wird, sowie ggf. eine weitere Lage in entsprechender
Weise.
[0007] Auch eine derartige Anordnung ist lediglich zur Herstellung von dickeren, mehrlagigen
Verpackungs- bzw. Kartonpapieren geeignet. Auch ist keine saubere Trennung der Schichten
voneinander möglich, da die Schichten im noch flüssigen Zustand übereinander erzeugt
werden.
[0008] Zur Herstellung von dünnen Tissue-Papieren haben sich sogenannte Crescent-Former
bewährt, wie bspw. aus der DE 33 27 056 A1 oder der DE 17 61 505 A1 oder der DE-PS
17 61 505 bekannt.
[0009] Nach dem Crescent-Former-Prinzip erfolgt die Schichtbildung durch Entwässerung um
eine Formierwalze zwischen einem Filz auf der der Formierwalze zugewandten Seite und
einem Sieb auf der der Formierwalze abgewandten Seite.
[0010] Durch die Verwendung eines Filzbandes ist ein solcher Former besonders zur Herstellung
von dünnen, wenig reißfesten Papieren, wie etwa Tissue-Papieren, geeignet.
[0011] Sollen jedoch mehrlagige Tissue-Papiere, wie etwa mehrlagiges Toilettenpapier oder
Papiertaschentücher, erzeugt werden, so erfolgt dies nach dem Stand der Technik, indem
fertige Bahnen zu mehrlagigen Bahnen übereinander gelegt werden.
[0012] Die Aufgabe der Erfindung besteht demnach darin, eine Papiermaschine und ein Verfahren
zum Herstellen einer mehrlagigen Faserstoffbahn zu entwickeln, wobei mindestens zwei
fest miteinander verbundene Schichten getrennt erzeugt werden, wobei auch die Herstellung
von dünnen, wenig reißfesten Einzelschichten ermöglicht werden soll.
[0013] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Verfahren gemäß der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, daß zumindest an einem der beiden Former die Schichtbildung zwischen
einem über eine Formierwalze geführten Filzband und einem Sieb erfolgt.
[0014] Erfindungsgemäß wird somit ein Verfahren zum Herstellen einer mehrlagigen Faserstoffbahn
vorgeschlagen, bei dem aus einem ersten Stof fauf lauf an einem ersten Former eine
erste Schicht gebildet wird und aus einem zweiten Stoffauflauf an einem zweiten Former
zumindest eine zweite Schicht gebildet wird, die fest mit der ersten Schicht verbunden
wird, wobei erfindungsgemäß zumindest an einem der beiden Former die Schichtbildung
zwischen einem über eine Formierwalze geführten Filzband und dem Sieb erfolgt.
[0015] Auf diese Weise läßt sich erfindungsgemäß ein mehrschichtiger Faserstoffverbund herstellen,
wobei auch die Herstellung von Faserstoffbahnen mit sehr dünnen, wenig reißfesten
Einzelschichten möglich ist, die fest miteinander verbunden sind. Dabei ist ferner
eine scharfe Schichtentrennung zwischen den einzelnen Schichten gewährleistet.
[0016] In bevorzugter Weiterbildung der Erfindung erfolgt auch an dem zweiten Former die
Schichtbildung zwischen einem über die Formierwalze geführten Filzband und einem Sieb.
[0017] Auf diese Weise lassen sich auch dünne Faserstoffverbunde mit mehreren, sehr dünnen
Einzelschichten herstellen.
[0018] In zusätzlicher Weiterbildung der Erfindung gelangt die erste Schicht auf dem über
die eine Formierwalze geführten Filzband zu dem anderen Former und wird auf dem Filzband
über die andere Formierwalze geführt.
[0019] Auf diese Weise kann ein gemeinsames Filzband vorteilhaft bei der Schichtbildung
stützend verwendet werden und dabei gleichzeitig die Transportfunktion zwischen den
Formern übernehmen.
[0020] Insgesamt ist auf diese Weise die Herstellung von mehrlagigen Faserstoffverbunden
mit scharfer Schichtentrennung voneinander möglich, wozu dann vorzugsweise eine getrennte
Siebwasserführung erfolgt. Auf diese Weise können etwa zwei-schichtige Produkte mit
scharfer Lagetrennung bis zu etwa 14 g/m
2 hergestellt werden.
[0021] In alternativer Ausführung der Erfindung werden die beiden Schichten getrennt gebildet
und anschließend zusammengegautscht.
[0022] Im Unterschied zu dem zuvor beschriebenen Verfahren erfolgt hierbei die Zusammenfügung
der Einzelschichten nicht bereits beim Schichtbildungsprozeß sondern erst nach abgeschlossener
Schichtbildung durch Druck.
[0023] Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß durch die vollständig voneinander getrennte Schichtbildung
eine scharfe Schichtentrennung auch bei sehr dünnen Einzelschichten möglich ist, was
durch eine getrennte Siebwasserführung bei voneinander getrennten Stoffaufläufen noch
unterstützt wird.
[0024] In zusätzlicher Weiterbildung werden die beiden Schichten jeweils auf Bändern geführt,
die mit Saug- oder Blasluft beaufschlagt werden.
[0025] Hierdurch wird die Entwässerung unterstützt und eine Bahnübergabe nach der Zusammenführung
erleichtert.
[0026] Hinsichtlich der Papiermaschine wird die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß bei einer Papiermaschine gemäß der eingangs genannten Art zumindest einer der
beiden Former als Crescent-Former mit einem über eine Formierwalze geführten Filzband
und einem Sieb ausgebildet ist.
[0027] Wie zuvor bereits erwähnt, wird auf diese Weise eine Herstellung von mehrlagigen
Faserstoffverbünden auch mit einer sehr dünnen Einzelschicht ermöglicht.
[0028] Dabei ist gleichzeitig eine scharfe Schichtentrennung gewährleistet, wobei durch
eine getrennte Siebwasserführung eine Durchmischung von Fasern der Schichten der ersten
Bahn mit Fasern der zweiten Bahn weitestgehend vermieden wird.
[0029] Es versteht sich, daß natürlich auf entsprechende Weise auch drei- oder mehrlagige
Faserstoffbahnen hergestellt werden können.
[0030] Gemäß einer Weiterbildung dieser Ausführung ist auch der zweite Former als Crescent-Former
mit einem über eine Formierwalze geführten Filzband und einem Sieb ausgebildet.
[0031] Hierbei wird vorzugsweise ein gemeinsames Filzband durch beide Former geführt.
[0032] In alternativer Weise sind über die beiden Former jeweils getrennte Bänder zur Führung
der gebildeten Schichten vorgesehen, wobei beide Bänder gemeinsam durch eine nachgeordnete
Preßeinrichtung hindurchgeführt sind, um die Schichten zusammenzugautschen.
[0033] Diese Ausführung hat den Vorteil, daß sich auf diese Weise eine besonders scharfe
Schichtentrennung erreichen läßt.
[0034] Obwohl es bevorzugt ist, beide Former als Crescent-Former auszubilden, sofern besonders
dünne Einzelschichten hergestellt werden sollen, ist gemäß einer Weiterbildung der
Erfindung auch möglich, einen der beiden Former nicht als Crescent-Former sondern
z.B. als Doppelsiebforner auszubilden. Dies ist bevorzugt, sofern eine der beiden
Schichten eine größere Stärke aufweisen soll.
[0035] Ferner kann durch die Verwendung von Saug- oder Blaskästen die Entwässerung unterstützt
und die Übergabe der Faserstoffbahn auf nachgeordnete Einheiten erleichtert werden.
[0036] In zusätzlicher Weiterbildung der Erfindung sind an zumindest einer Formierwalze
nachgiebige Leisten vorgesehen, die an die Formierwalze anpreßbar sind.
[0037] Hierdurch kann die Schichtbildung bei sehr dünnen Schichten unterstützt werden.
[0038] In zusätzlicher Weiterbildung der Erfindung sind beide Bänder vor der Führung durch
die Preßeinrichtung zusammen über eine gemeinsame Leitwalze geführt.
[0039] Auf diese Weise wird durch den vor dem Zusammengautschen in der Preßeinrichtung hergestellten
Kontakt der beiden zuvor voneinander getrennten Schichten die Verbindung zu einem
festen Schichtenverbund bei Durchlaufen der Preßeinrichtung erleichtert.
[0040] Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0041] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die Zeichnung. Es zeigen:
- Fig. 1 und 1a
- eine stark vereinfachte schematische Darstellung einer ersten erfindungsgemäßen Papiermaschine,
die zur Herstellung von Karton geeignet ist, wobei zwei Crescent-Former hintereinander
geschaltet sind;
- Fig. 2
- eine zweite Ausführung einer erfindungsgemäßen Papiermaschine mit zwei hintereinander
geschalteten Crescent-Formern zur Herstellung von Tissue-Papieren;
- Fig. 3
- eine weitere Ausführung einer erfindungsgemäßen Papiermaschine, die zur Herstellung
von Karton-Papieren geeignet ist, wobei zwei Schichten zunächst voneinander getrennt
hergestellt und dann zusammengegautscht werden;
- Fig. 4
- eine Abwandlung der Ausführung gemäß Fig. 3, die zur Herstellung von Tissue-Papieren
geeignet ist und
- Fig. 5
- eine weitere Abwandlung der Erfindung, bei der einer der beiden Former als Doppelsiebformer
ausgebildet ist.
[0042] Eine erste Ausführung einer erfindungsgemäßen Papiermaschine ist in den Fig. 1 und
1a dargestellt und insgesamt mit der Ziffer 10 bezeichnet.
[0043] Es handelt sich hierbei um eine Papiermaschine, die vorzugsweise zur Herstellung
von Kartonagen verwendet wird.
[0044] Die Papiermaschine 10 umfaßt einen ersten, insgesamt mit der Ziffer 12 bezeichneten
Stoffauflauf, an dem mittels eines als Crescent-Former ausgebildeten ersten Formers
14 eine erste Schicht einer Faserstof fbahn erzeugt wird. Hierzu ist über eine Formierwalze
16 ein Filzband 22 geführt, über das ein Sieb 20 verläuft. Aus dem ersten Stoffauflauf
12 wird eine Faserstoffsuspension in den zwischen dem Filzband 22 und dem Sieb 20
gebildeten Einlaufzwickel 17 eingeschossen und tritt, wie durch die Pfeile dargestellt,
in eine Wanne 18 aus, in der die Flüssigkeit aufgefangen wird. Die erste so zwischen
dem Filzband 22 und dem Sieb 20 an der Formierwalze 16 gebildete Schicht gelangt auf
dem Filzband 22 zu einem zweiten Former 24, der gleichfalls als Crescent-Former ausgeführt
ist. Wiederum wird eine Faserstoffsuspension aus einem zweiten Stoffauflauf 23 in
einen Einlaufzwickel zwischen dem Filzband 22 und einem Sieb 30 eingeschossen, um
so die zweite Schicht an einer zweiten Formierwalze 26 zu formen. Wiederum wird die
austretende Flüssigkeit, wie durch die Pfeile dargestellt, in einer Wanne 28 aufgefangen.
[0045] Das Filzband 22, auf dem die beiden übereinanderliegenden Schichten gebildet sind,
gelangt nun über eine Mehrzahl von Umlenkwalzen geführt zu einer Naßpresse, die aus
einer oberen Preßwalze 32 und einer unteren Preßwalze 34 gebildet ist und als Langspaltpresse
ausgebildet sein kann. Nach dem Durchtritt durch die Presse 32, 34 wird das Filzband
22 über Umlenkrollen nach oben umgelenkt und schließlich wieder zu dem ersten Former
14 zurückgeführt. Die Faserstoffbahn 48 wird anschließend durch eine weitere doppelt
befilzte Presse mit einer unteren Saugpreßwalze 38 und einer oberen Gegenwalze 40
geführt.
[0046] Anschließend wird die Faserstoffbahn 48 mittels einer Saugwalze 42 abgenommen und
auf ein Trockensieb 44 überführt, um in einer nachgeordneten Trockenpartie getrocknet
zu werden, wovon lediglich ein erster Trockenzylinder 46 dargestellt ist.
[0047] Durch die Ziffern 35 ist bei den Fig. 1 und 1a die Übergabe gekennzeichnet, da Fig.
1a der Fortsetzung von Fig. 1 dient.
[0048] Eine Abwandlung der Papiemaschine gemäß Fig. 1 ist in Fig. 2 dargestellt und insgesamt
mit der Ziffer 50 bezeichnet. Es handelt sich um eine Papiermaschine zur Herstellung
von Tissue-Papieren.
[0049] Hierbei werden für entsprechende Teile gleiche Bezugsziffern verwendet.
[0050] Der einzige Unterschied zu der zuvor beschriebenen Ausführung besteht darin, daß
die Faserstoffbahn nach der Formung der ersten und der zweiten Schicht an den Fozmern
14 und 24 auf dem Filzband 22 nicht durch eine Pressenpartie geführt wird, sondern
unmittelbar mittels einer Walze 52 an einen Trockenzylinder 54 oder Yankee-Dryer mit
Trockenhaube 56 übergeben wird, von dem die Faserstoffbahn 48 an einem Schaber 58
abgenommen wird.
[0051] Eine weitere Ausführung einer erfindungsgemäßen Papiermaschine zur Herstellung von
Kartonagen ist in Fig. 3 dargestellt und insgesamt mit der Ziffer 60 bezeichnet.
[0052] Auch hierbei werden für entsprechende Teile gleiche Bezugsziffern verwendet.
[0053] Der Unterschied zu der anhand von Fig. 1 beschriebenen Ausführung besteht darin,
daß die beiden Schichten nicht unmittelbar nacheinander an zwei Formern gebildet werden,
sondern unabhängig voneinander gebildet werden, und daß anschließend die beiden Schichten
in einer Naßpresse miteinander verbunden oder zusammengegautscht werden.
[0054] Ein erstes Filzband 22 läuft über eine Formierwalze 16a eines ersten Crescent-Formers
14a um, an dem aus einem ersten Stoffauflauf 12a eine Faserstoffsuspension in einen
zwischen dem Filzband 22 und einem über die Formierwalze 16a geführten Sieb 20a gebildeten
Einlaufzwickel 17a eingeschossen wird. Die überschüssige Flüssigkeit, die seitlich
austritt, wird in einer Auffangwanne 18a aufgefangen.
[0055] Mit einem zweiten Crescent-Former 24a wird auf einem zweiten Filzband 22a in entsprechender
Weise eine zweite Schicht der Faserstoffbahn gebildet, wozu wiederum aus einem Stoffauflauf
23a Faserstoffsuspension in einen Einlaufzwickel 27a eingeschossen wird, der zwischen
dem über eine Formierwalze 26a geführten Filzband 22a und einem umlaufenden Sieb 30a
gebildet ist. Die austretende Flüssigkeit wird in einer Wanne 28a aufgefangen.
[0056] Beide Filzbänder 22, 22a, auf denen jeweils eine Faserstoffschicht gebildet wurde,
werden zusätzlich durch Saugkästen 62, 66 entwässert, bevor sie über eine Leitwalze
61 gelangen, auf der sie zusammengeführt werden. Anschließend wird die Faserstoffbahn
48 nochmals von einem Obersaugkasten 64 und einem Untersaugkasten 68 mit Unterdruck
beaufschlagt, bevor sie in eine nachgeordnete Naßpresse 32, 34 gelangt, in der die
beiden zuvor getrennt gebildeten Schichten unter der Wirkung des aufgebrachten Druckes
miteinander verbunden und entwässert werden.
[0057] Der übrige Verlauf der Papiermaschine entspricht den zuvor anhand von Fig. 1 und
1a beschriebenen Aufbau.
[0058] Eine weitere Abwandlung einer erfindungsgemäßen Papiermaschine ist in Fig. 4 dargestellt
und insgesamt mit der Ziffer 70 bezeichnet.
[0059] Auch hierbei werden für entsprechende Teile gleiche Bezugsziffern wie in Fig. 3 verwendet.
[0060] Im Unterschied zu der zuvor anhand von Fig. 3 beschriebenen Ausführung, die insbesondere
zur Herstellung von Kartonagen geeignet ist, handelt es sich bei der Ausführung gemäß
Fig. 4 um eine Papiermaschine zur Herstellung von Tissue-Papieren. Beide zuvor auf
den getrennten Filzbändern 22 und 22a an den Crescent-Formern 14a, 24a gebildeten
Schichten werden bei der Führung beider Bänder 22, 22a über eine Leitwalze 61 zusammengefügt
und an einer nachgeordneten Naßpresse 52, 53 miteinander vergautscht. Von einer der
beiden Preßwalzen 52 aus wird die Faserstoffbahn 48 auf den Yankee-Dryer 54 mit Trockenhaube
56 übergeben, von dem aus sie an einem Schaber 58 abgenommen wird.
[0061] In Fig. 5 ist eine weitere Alternative einer Papiermaschine dargestellt, die insgesamt
mit der Ziffer 80 bezeichnet ist.
[0062] Diese Variante unterscheidet sich von den zuvor beschriebenen Varianten im wesentlichen
dadurch, daß einer der beiden Former als Doppelsiebformer ausgeführt ist, der insgesamt
mit der Ziffer 86 bezeichnet ist.
[0063] An den Doppelsiebformer 86 schließt sich ein zweiter Former 97 an, der aus einem
Stoffauflauf 99 versorgt wird und an dem in der zuvor beschriebenen Weise zwischen
einem über eine Formerwalze beführten Filzband 102 und einem Sieb 101 eine zweite
Papierschicht erzeugt wird, die mit der im Doppelsiebformer 86 erzeugten ersten Schicht
zusammengeführt und in einer ersten Naßpresse 81, 83 anschließend zusammengegautscht
wird.
[0064] Der Doppelsiebformer 86 wird aus einem Stoffauflauf 88 versorgt und umfaßt in an
sich bekannter Weise ein Obersieb 98 und ein Untersieb 100, das über eine Brustwalze
90 geführt ist. Der Stoffstrahl tritt aus dem Stoffauflauf 88 in den Gap zwischen
Brustwalze 90 und Obersieb 98 aus.
[0065] An die Brustwalze 90 schließen sich ein D-Teil 92 mit pulsierenden Formierleisten
und weitere Leisten oder Stützfoils 94, 96 an.
[0066] Danach wird das Filzband 102 des Crescent-Formers 97 von unten an das Obersieb 98
des Doppelsiebformers 86 angelenkt, so daß beide erzeugten Schichten miteinander in
Kontakt gebracht werden.
[0067] Durch die erste Naßpresse 81, 83, die vorzugsweise als Schuhpresse ausgebildet ist,
verläuft das Filzband 102 und ein Oberfilz 104.
[0068] An die erste Naßpresse 81, 83 schließt sich eine weitere Presse an, die vorzugsweise
gleichfalls als Schuhpresse 82, 84 ausgebildet ist und lediglich als einfach befilzte
Presse mit einem Oberfilz 106 ausgeführt ist.
[0069] Nach der zweiten Schuhpresse 82, 84 wird die Papierbahn 48 schließlich mittels eines
Trockensiebes 108 durch eine Trockenpartie geführt, in der sie zwischen den einzelnen
Trockenzylindern 110 in an sich bekannter Weise getrocknet wird.
[0070] Eine derartige Ausführung mit Kombination eines ersten Formers, der als Doppelsiebformer
ausgebildet ist und eines zweiten Formers, der als Crescent-Former ausgebildet ist,
lassen sich vorteilhaft Papierbahnen herstellen, bei denen auf eine erste dickere
Schicht, die im Doppelsiebformer erzeugt wird, eine zweite dünnere Schicht aufgebracht
ist, die im Crescent-Former erzeugt wird.
1. Verfahren zum Herstellen einer mehrlagigen Faserstoffbahn, bei dem aus einem ersten
Stoffauflauf (12, 12a, 88) an einem ersten Former (14, 14a, 86) eine erste Schicht
gebildet wird und aus einem zweiten Stoffauflauf (23, 23a, 99) an einem zweiten Former
(24, 24a, 97) zumindest eine zweite Schicht gebildet wird, die fest mit der ersten
Schicht verbunden wird, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest an einem der beiden
Former (14, 14a, 24, 24a, 97) die Schichtbildung zwischen einem über eine Formierwalze
(16, 16a, 26, 26a) geführten Filzband (22, 22a, 102) und einem Sieb (20, 20a, 30,
30a, 101) erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auch an dem zweiten Former
(24, 24a) die Schichtbildung zwischen einem über die Formierwalze (26, 26a) geführten
Filzband (22, 22a) und einem Sieb (30, 30a) erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Schicht auf dem über
die eine Formierwalze (16) geführten Filzband (22) zu dem anderen Former (24) gelangt
und über die Formierwalze (26) geführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Schichten getrennt
gebildet und anschließend zusammengegautscht werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Schichten jeweils
auf Bändern (22, 22a) geführt werden, die mit Saug- oder Blasluft beaufschlagt werden.
6. Papiermaschine zur Herstellung einer mehrlagigen Faserstoffbahn, mit einem ersten
Stoffauflauf (12, 12a, 86) zur Bildung einer ersten Schicht der Faserstoffbahn an
einem ersten Former (14, 14a, 86), und mit einem zweiten Stoffauflauf (23, 23a, 99)
zur Bildung zumindest einer zweiten Schicht an einem zweiten Former (24, 24a, 97),
die fest mit der ersten Schicht verbunden wird, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest
einer der beiden Former (14, 14a, 24, 24a, 97) als Crescent-Former mit einem über
eine Formierwalze (16, 16a, 26, 26a) geführten Filzband (22, 22a, 102) und einem Sieb
(20, 20a, 30, 30a, 101) ausgebildet ist.
7. Papiermaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß auch der zweite Former
(24, 24a) als Crescent-Former mit einem über eine Formierwalze (26, 26a) geführten
Filzband (22, 22a) und einem Sieb (30, 30a) ausgebildet ist.
8. Papiermaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein gemeinsames Filzband
(22) durch beide Former (14, 24) geführt ist.
9. Papiermaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß über die Former (14a,
24a) jeweils getrennte Bänder (22, 22a) zur Führung der gebildeten Schichten vorgesehen
sind, und daß beide Bänder (22, 22a) gemeinsam durch eine nachgeordnete Preßeinrichtung
(32, 34, 52, 53) hindurchgeführt sind, um die Schichten zusammenzugautschen.
10. Papiermaschine nach Anspruch 6 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß einer der beiden
Former (86) als Doppelsiebformer ausgebildet ist.
11. Papiermaschine nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß den Bändern Saug-
oder Blaskästen (62, 64, 66, 68) zugeordnet sind.
12. Papiermaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß an zumindest
einer Formierwalze (26a) nachgiebige Leisten (72) vorgesehen sind, die an die Formierwalze
(26a) anpreßbar sind.
13. Papiermaschine nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß beide
Bänder (22, 22a) vor der Führung durch die Preßeinrichtung (32, 34, 52, 53) zusammen
über eine gemeinsame Leitwalze (61) geführt sind.