[0001] Die Erfindung betrifft einen Bausatz aus geschoßhohen Wand-Bauelementen mit Rastermaßen
für den Bau von Gebäuden sowie ein Verfahren zur Errichtung eines Geschosses eines
Gebäudes aus Wandbauelementen eines solchen Bausatzes.
[0002] Abgesehen von Hochhäusern werden die Wände der meisten Häuser in langwieriger Arbeit
auf der Baustelle aus Mauersteinen und anderen kleinformatigen Wandbauelementen errichtet.
Auch die Schalarbeiten bei Wänden aus Beton nehmen viel Zeit in Anspruch. Für individuelle
Fertighäuser und Wohnblöcke in Plattenbauweise werden deshalb mit industriellen Arbeitsverfahren
geschoßhohe Wandelemente vorgefertigt, die auf der Baustelle miteinander sowie mit
Böden und Decken verbunden werden. Allerdings richtet sich dabei die Form der Wandelemente
nach dem jeweiligen Grundriss des Geschosses. Es werden zwar eine Vielzahl von Grundrißvarianten
angeboten, aber wegen der großen Zahl unterschiedlicher Wandteile nicht auf Lager
gehalten, so daß die Produktion der meisten Teile erst nach Auftragseingang beginnt
und der Bauherr normalerweise eine Lieferzeit von mehreren Wochen oder gar Monaten
in Kauf nehmen muß. Spontane nachträgliche Änderungen des Grundrisses während der
Bauphase sind unter diesen Umständen praktisch nicht mehr möglich oder mit unverhältnismäßigen
Verzögerungen und Kosten verbunden. Ausserdem sind die meisten vorgefertigten Wandbauelemente
nicht ohne Abstützung aufzustellen. Man braucht deshalb jeweils eine geübte Mannschaft,
spezielle Hub- und Haltevorrichtungen für die Montage sowie zuverlässige formschlüssige
Verbindungsmittel zwischen benachbarten Wandbauelementen, damit sie sich im montierten
Zustand gegenseitig stützen und aufrecht halten.
[0003] Bei Wandsystemen für optische und akustische Trennwände in Großraumbüros und für
Messestände gibt es u. a. auch winkelförmige, standfähige Elemente (vgl. DE-GM 72
33 226), aber am meisten werden einfache, gerade Wandelemente mit unterschiedlichen
Längen gebraucht. Weil sie sehr leicht und nicht geschoßhoch sind, ergeben sich beim
Aufbau und Halten in aufrechter Stellung keine Probleme und Risiken. Typischerweise
sorgen formschlüssige Verbindungen zwischen den Trennwandelementen für den Zusammenhalt
und die Standfestigkeit der zusammengebauten Einheiten. Die Art der formschlüssigen
Verbindungen ist entscheidend für die Dauer und den Schwierigkeitsgrad der Montagearbeiten.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Bausatz der eingangs genannten Art
für Gebäudewände bereitzustellen, der sich schon mit sehr wenigen in Form und Größe
unterschiedlichen Wandbauelementen für die Gestaltung einer Vielzahl verschiedener
Grundrisse eignet und eine einfache, schnelle Montage gestattet.
[0005] Vorstehende Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Bausatz folgende
Elemente mit unterschiedlichen Grundflächen aufweist:
a) ein kleines rechtwinkliges Element, dessen beide Schenkel außen die Länge eines
Rastergrundmaßes haben;
b) ein großes rechtwinkliges Element, dessen beide Schenkel außen die Länge des doppelten
Rastergrundmaßes haben;
c) ein L-förmiges Element, dessen kurzer Schenkel außen die Länge des Rastergrundmaßes
und dessen langer Schenkel außen die Länge des doppelten Rastergrundmaßes hat;
d) ein spiegelbildlich L-förmiges Element, dessen kurzer Schenkel außen die Länge
des Rastergrundmaßes und dessen langer Schenkel außen die Länge des doppelten Rastergrundmaßes
hat, und
e) ein T-förmiges Element, dessen Flansch und dessen mit der Flanschdicke gemessener
Steg die Länge des doppelten Rastergrundmaßes haben.
[0006] Es hat sich überraschend gezeigt, daß man eine sehr große Zahl verschiedener Grundrisse
allein mit den genannten winkelförmigen Bauelementen realisieren kann, obgleich man
bei Gebäudewänden in erster Linie nicht an die Ecken, sondern an die unterschiedlich
langen, geraden Wände denkt. Der vorgeschlagene Bausatz aus nur fünf unterschiedlichen,
ausschließlich winkelförmigen Wandbauelementen ist auch nicht dazu bestimmt, zuvor
entworfene Grundrisse mit individuellen Maßen in die Praxis umzusetzen. Vielmehr soll
umgekehrt der Grundriss nach Möglichkeit allein mit den angebotenen fünf winkelförmigen
Wandbauelementen entwickelt werden. Man wird feststellen, daß sich in praktisch allen
Situationen unter Berücksichtigung der Größe und Lage des Grundstücks und der Wünsche
der Bauherren akzeptable und interessante Grundrisse gewinnen lassen, insbesondere,
wenn die Dicke der Schenkel, des Flanschs und des Stegs jeweils 1/5 des Rastergrundmaßes
und dieses 125 cm beträgt. Hierbei ist berücksichtigt, daß bei Gebäudemaßen Längen,
die ein ganzzahliges Vielfaches von 25 cm betragen, bevorzugt Verwendung finden. So
ist z. B. eine Türbreite von 1 m ein übliches Maß, während z. B. schmale Toilettentüren
eine Breite von 75 cm haben.
[0007] Der vorgeschlagenen Wanddicke von 25 cm liegt die Überlegung zugrunde, daß ausreichende
Wärmedämmwerte für Außenwände nur mit einem mehrschaligen Wandaufbau erreicht werden.
Man kann also von dem bisher üblichen Denkschema mit dicken, wärmedämmenden Außenwänden,
dünneren, tragenden Innenwänden und noch dünneren nicht-tragenden Innenwänden abgehen
und mit einer einzigen Wandstärke arbeiten, die einerseits die notwendige Tragfähigkeit
hat, andererseits zum Rastergrundmaß paßt. Der Nachteil des etwas größeren Raumverlusts
durch Verwendung der 25 cm dicken, vorgeschlagenen Wandbauelemente anstelle von dünnen,
nicht-tragenden Zwischenwänden wird ausgeglichen durch die Vorteile, nur fünf verschiedene
Wandbauelemente zu brauchen, der besseren Schalldämmung zwischen benachbarten Innenräumen
und der gleichmäßigeren Abstützung der über die Decke aufzunehmenden Lasten.
[0008] Der vorgeschlagene Bausatz erlaubt eine wesentliche Verkürzung und Vereinfachung
der Bauzeit und eine Senkung der Baukosten. Es brauchen nur fünf verschiedene Wandbauelemente
hergestellt zu werden. Sie können z. B. fabrikatorisch in Formen aus Leichtbeton und
für Kellergeschosse aus Schwerbeton gefertigt und in einer bestimmten Stückzahl auf
Lager genommen werden. Da Risse meistens unmittelbar nach der Herstellung auftreten,
können schadhafte Wandbauelemente aussortiert werden, bevor sie zum Einbau kommen.
Die gleichbleibende Produktion und Lagerhaltung der wenigen unterschiedlichen Elemente
erlaubt den Einsatz rationeller Fertigungsverfahren und eine gleichbleibende, hohe
Fertigungsgüte. Gemessen am Umsatz können die in Fabrik- und Handelslagern gehaltenen
Stückzahlen und damit auch die Lagerkosten klein gehalten werden.
[0009] Für den Bauherrn hat das vorgeschlagene System zunächst den Vorteil, daß die benötigten
Wandbauelemente sofort auf Abruf zur Verfügung stehen. Auch Grundrissänderungen, Umtausch
und Nachbestellung von Wandbauelementen sind ohne zeitliche Verzögerung und überproportionale
zusätzliche Kosten möglich. Da sämtliche Elemente eine Winkelform haben und somit
allein standfähig sind, können sie nach der Formung in aufrechter Lage diese Stellung
beibehalten und brauchen jeweils nur versetzt zu werden. Dabei sind in das obere Ende
der Elemente eingegossene Tragösen oder Traghaken aus Stahl hilfreich. Sie gestatten
einen einfachen, schnellen Transport mittels Kränen von der Form zum Lager, auf ein
Transportfahrzeug und an die Einbaustelle. Nach der Errichtung der Wände können die
Tragösen abgeschnitten werden. Unter Zuhilfenahme der üblichen Hebezeuge kann ggf.
ein einzelner Mann die vorgefertigten Bauelemente unter Beibehaltung ihrer aufrechten
Lage transportieren und an der Baustelle genau positionieren und ausrichten.
[0010] Auf der Baustelle werden die Wandbauelemente mit dem Fundament, der Keller- oder
Geschoßdecke, der auf ihnen ruhenden Decke und jeweils angrenzenden Wandbauelementen
materialschlüssig durch Mörtel oder Kleber verbunden. Zu diesem Zweck wird auf der
Aufstellfläche dort, wo Wandbauelemente aufgestellt werden sollen, ein Mörtelbett
vorbereitet. Die genau horizontale Ausrichtung auf gleichem Niveau erfolgt mittels
untergelegter Tragklötzchen. In gleicher Weise wird eine Fertigdecke in ein auf der
Oberseite der Wandbauelemente vorbereitetes Mörtelbett gelegt. Im Hinblick auf die
Klebefuge zwischen aneinandergrenzenden Wandbauelementen werden sie mit einem geringen
Untermaß gefertigt, so daß sie auch in der Summe ihrer Längen einschließlich der Klebefugen
im Rastermaß bleiben. Für die Fuge genügt ein ganz geringes Untermaß, weil die fabrikatorische
Herstellung millimetergenau ist.
[0011] Die vorgeschlagenen Wandbauelemente bilden die Ecken der umgrenzten Räume. Sie enden
jeweils an Durchgängen, Fenstern und Türen. Stürze können zusammen mit einer Decke
geschalt und gegossen werden. Bei Einsatz von Fertigdecken können sie auch als Sonderbauteile
in jeder gewünschten Länge, auch außerhalb des Rastermaßsystems, vorgefertigt und
mit Winkelstücken an den Enden versehen werden, mit denen sie in einfacher Weise auf
die angrenzenden Wandbauelemente aufgelegt werden können. Das Auflegen der Fertigdecke
wird dadurch nicht behindert, weil es ohnehin im Mörtelbett erfolgt.
[0012] Ebenso wie die Stürze und die entsprechend langen Fensterbänke und Brüstungen unter
den Fenstern können im Grundriß weitere Wandteile vorhanden sein, z. B. runde Treppenhäuser
oder Erker sowie besonders lange gerade Wände, die auf konventionelle Weise errichtet
werden. Dabei bleibt der große Vorteil erhalten, daß der weit überwiegende Teil aller
Wände schnell und kostensparend durch einfaches Aufstellen weniger Standardelemente
errichtet werden kann und nur noch wenig Handarbeit an der Baustelle erforderlich
ist, um Sonderwünsche zu erfüllen.
[0013] Installationsleitungen können in verkleideten Ecken, zwischen benachbarten Wandbauelementen,
die mit ausreichendem Zwischenabstand aufgestellt werden, und im Boden verlegt werden.
Selbst wenn im Einzelfall Leitungsschlitze in die Wandbauelemente aus Leichtbeton
gemeißelt werden müssen, ist der hierfür erforderliche Arbeitsumfang gering im Verhältnis
zu der Einsparung durch den Ersatz individuell gemauerter oder geformter Wände durch
nur noch mit einem Kran an der jeweils vorgesehenen Stelle aufzusetzende, von Anfang
an standfeste Standardelemente.
[0014] Ein Verputzen der vorgefertigten Wandbauelemente ist ebenfalls nicht erforderlich,
weil sie mit glatten Flächen hergestellt werden können. Es genügt das Glätten der
wenigen schmalen Fugen durch Verspachteln. Auf den Außenflächen der Außenwände wird
eine Wärmedämmschicht angebracht und darauf bzw. davor in herkömmlicher Weise z. B.
eine Putzschicht, eine vorgemauerte Wandschale, eine Holzverkleidung oder Fassadenplatten.
Das fertige Massivhaus unterscheidet sich daher nach der Fertigstellung nicht von
anderen, konventionell errichteten Massivhäusern.
[0015] Dasselbe Bauprinzip mit einem Bausatz aus nur fünf winkelförmigen Wandbauelementen
läßt sich im übrigen in entsprechender Weise auch zur Herstellung von Fertighäusern
im Holzrahmenbau anwenden. Hier sind die Wandbauelemente zwar grundsätzlich leichter,
aber es macht sich auch als Vorteil bemerkbar, wenn nur wenige, immer gleiche Wandbauelemente
produziert zu werden brauchen, die bereits mit dem Aufstellen standfest sind und nur
noch in einer das Verrücken verhindernden Weise mit dem Boden, angrenzenden Wandbauelementen
und der Decke verbunden zu werden brauchen. Das Planen mit den ebenfalls jederzeit
sofort verfügbaren Standardelementen bietet größere Freiheit in der Gestaltung der
Grundrisse als bisher bei Fertighäusern üblich. Da bei der Vorfertigung der Wandbauelemente
die Lage von Installationsleitungen nicht berücksichtigt werden kann, empfiehlt es
sich, verhältnismäßig dicke Deckplatten auf den Holzrahmen anzubringen, so daß Schlitze
in die Deckplatten eingeschnitten werden können, die nach dem Einlegen der Leitungen
zugespachtelt werden. Im übrigen kann bei den erfindungsgemäßen Wandbauelementen in
Holzrahmenbauweise auf die erprobten Fertigungstechniken und den bewährten Wandaufbau
von Fertighäusern zurückgegriffen werden.
[0016] Einige Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der beiliegenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1 A, B
- eine perspektivische Ansicht und die vermaßte Grundfläche eines kleinen rechtwinkligen,
gleichschenkligen Wandbauelements aus Beton;
- Fig. 2 A, B
- entsprechende Ansichten eines großen rechtwinkligen, gleichschenkligen Wandbauelements;
- Fig. 3 A, B
- entsprechende Ansichten eines L-förmigen Wandbauelements;
- Fig. 4 A, B
- entsprechende Ansichten eines mit Bezug auf Fig. 3A, B spiegelbildlich ausgebildeten
Wandbauelements;
- Fig. 5 A, B
- entsprechende Ansichten eines Wandbauelements mit T-förmiger Grundfläche;
- Fig. 6 A, B bis 10 A, B
- jeweils eine perspektivische Ansicht und die Grundfläche von Wandbauelementen in Holzrahmenbauweise,
die in ihren Maßen den Wandbauelementen aus Beton nach Fig. 1A, B bis 5A, B entsprechen;
- Fig. 11
- eine Skizze, die den Transport und die Aufstellung von Wandbauelementen nach Fig.
1A, B bis 5A, B veranschaulicht;
- Fig. 12 A, B
- Grundrisse des Erdgeschosses und Obergeschosses eines mit Wandbauelementen nach Fig.
1 A, B bis 5 A, B errichteten Gebäudes.
[0017] Das in Fig. 1 A, B gezeigte Wandbauelement 10 ist ein aus Leichtbeton LB5 nach DIN
4232 oder Schwerbeton B 25 nach DIN 1045 bestehender prismatischer Körper mit einer
Höhe von 2,63 m, d. h. der Wandhöhe eines Geschosses, und der in Fig. 1 B dargestellten,
rechtwinklig gleichschenkligen Grundfläche mit einer äußeren Schenkellänge von 1,25
m und einer Wanddicke von 25 cm. Die Wanddicke beträgt demnach 1/5 der äußeren Schenkellänge
bzw. 1/4 der inneren Schenkellänge.
[0018] Das in Fig. 2 A, B gezeigte Wandbauelement 12 hat dieselbe Höhe und Wanddicke, aber
eine rechtwinklig gleichschenklige Grundfläche mit einer äußeren Schenkellänge von
2,50 m.
[0019] Die in Fig. 3 A, B und 4 A, B dargestellten Wandbauelemente 14, 16 haben ebenfalls
die genannte Höhe und Wanddicke. Die rechtwinklige Grundfläche hat jeweils einen kurzen
Schenkel mit einer äußeren Kantenlänge von 1,25 m und einen langen Schenkel mit einer
äußeren Kantenlänge von 2,50 m. Die beiden Wandbauelemente 14, 16 unterscheiden sich
nur in der Anordnung des kurzen Schenkels relativ zum langen Schenkel. Bei dem Wandbauelement
nach Fig. 3 A, B hat die Grundfläche die Form eines "L", während die Grundfläche des
Wandbauelements nach Fig. 4 A, B als spiegelbildlich L-förmig charakterisiert werden
kann.
[0020] Das in Fig. 5 A, B gezeigte Wandbauelement 18 hat ebenfalls die vorstehend genannte
Höhe und Wanddicke, aber eine T-förmige Grundfläche mit einer Flanschlänge von 2,50
m und einer Steglänge von 2,25 m. Addiert man zu der Steglänge die Wanddicke des Flanschs,
so erkennt man, daß die Tiefe der Grundfläche nach Fig. 5 B ebenso wie deren Breite
2,50 m beträgt.
[0021] Die jeweils mit denselben Bezugszeichen wie in Fig. 1 A, B bis 5 A, B, jedoch zusätzlich
mit einem Indexstrich gekennzeichneten Wandbauelemente nach Fig. 6 A, B bis 10 A,
B haben dieselben Maße, sind aber in Holzrahmenbauweise erstellt. Die Holzrahmen bestehen
jeweils aus einem Eckpfosten im Scheitelpunkt, mehreren senkrechten Ständern und oberen
sowie unteren Rahmenhölzern. Sowohl die mit Bezug auf die Ecke inneren Seitenflächen
als auch die äußeren Seitenflächen sind mit Abdeckplatten bekleidet, und die von den
Rahmenhölzern und Abdeckplatten begrenzten inneren Hohlräume der Wandbauelemente sind
mit einem nicht gezeigten Isoliermaterial, z. B. Mineralwolle, ausgefüllt.
[0022] Wie in Fig. 11 gezeigt, werden die vorstehend anhand von Fig. 1 A, B bis 11 A, B
beschriebenen Wandbauelemente vorzugsweise aufrechtstehend gelagert und transportiert.
Mittels an ihrer Oberseite angebrachter Ösen 20 können sie dann jederzeit an einen
Kran angehängt und in der vorgesehenen Position auf der Bodenfläche, im Beispielsfall
nach Fig. 11 einer Kellerdecke, abgesetzt werden, und zwar Wandbauelemente aus Beton
jeweils auf einem Mörtelbett 22. Auch vorgefertigte Fensterstürze 24 können in gleicher
Weise an Ösen 20 transportiert und mit nicht gezeigten Winkelstücken auf die angrenzenden
Wandbauelemente aufgelegt werden.
[0023] Die in Fig. 12 A, B gezeigten Grundrisse des Erdgeschosses und des Obergeschosses
eines Einfamilienhauses sind ein Beispiel dafür, wie man allein unter Verwendung eines
erfindungsgemäßen Bausatzes, sogar ohne das in Fig. 5 gezeigte T-förmige Wandbauelement,
Außen- und Innenwände eines individuell geplanten Wohngebäudes errichten kann. Man
erkennt insbesondere, daß bei dem zugrundeliegenden Rastergrundmaß von 1,25 m und
der gewählten Wanddicke von 25 cm harmonische Proportionen entstehen. Dies ist umso
erstaunlicher, als die Schenkel aller Wandbauelemente nur zwei unterschiedliche Längen
haben, nämlich entweder das Rastergrundmaß oder die doppelte Länge.
1. Bausatz aus geschoßhohen Wandbauelementen mit Rastermaßen für den Bau von Gebäuden,
dadurch gekennzeichnet, daß es folgende Elemente mit unterschiedlichen Grundflächen aufweist:
a) ein kleines rechtwinkliges Element (10, 10'), dessen beide Schenkel außen die Länge
eines Rastergrundmaßes haben;
b) ein großes rechtwinkliges Element (12, 12'), dessen beide Schenkel außen die Länge
des doppelten Rastergrundmaßes haben;
c) ein L-förmiges Element (14, 14'), dessen kurzer Schenkel außen die Länge des Rastergrundmaßes
und dessen langer Schenkel außen die Länge des doppelten Rastergrundmaßes hat;
d) ein spiegelbildlich L-förmiges Element (16, 16'), dessen kurzer Schenkel außen
die Länge des Rastergrundmaßes und dessen langer Schenkel außen die Länge des doppelten
Rastergrundmaßes hat, und
e) ein T-förmiges Element (18, 18'), dessen Flansch und dessen mit der Flanschdicke
gemessener Steg die Länge des doppelten Rastergrundmaßes haben.
2. Bausatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Schenkel, des Flanschs und des Stegs jeweils 1/5 des Rastergrundmaßes
beträgt.
3. Bausatz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Rastergrundmaß 125 cm beträgt.
4. Bausatz nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandbauelemente (10 - 18; 10' - 18') an ihrem oberen Ende mit Traghaken
oder -ösen (20) versehen sind.
5. Bausatz nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandbauelemente (10 - 18; 10' - 18') glatte Seitenwandflächen haben.
6. Bausatz nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandbauelemente (10 - 18) aus Schwer- oder Leichtbeton bestehen.
7. Bausatz nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandbauelemente (10' - 18') aus geschoßhohen Holzrahmen und darauf derart
befestigten Abdeckplatten bestehen, daß diese eine Aussteifung bilden.
8. Verfahren zur Errichtung eines Geschosses eines Gebäudes aus Wandbauelementen des
Bausatzes nach Anspruch 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, daß die für die Wände des Geschosses benötigten Wandbauelemente (10 - 18; 10' -
18') auf einer Bodenfläche, selbständig stehend, ausgerichtet und mit dieser sowie
an gegeneinanderstoßenden Seitenkanten miteinander verbunden werden, ggf. Sturzbauelemente
(24) als Sonderbauteile an mit bestimmtem Zwischenabstand aufgestellten Wandbauelementen
(10 - 18; 10' - 18') gelagert werden und dann eine Geschoßdecke auf die Wandbauelemente
aufgelegt und mit diesen verbunden wird.