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(11) | EP 0 863 294 A1 |
| (12) | EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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| (54) | Verfahren und Vorrichtung für das industrielle Erstellen bewehrter Deckenkonstruktionen |
| (57) Die Erfindung betrifft ein Verfahren für die Erstellung bewehrter Deckenkonstruktionen,
speziell im Tunnelbau, sowie mögliche Vorrichtungen zur Ausführung des Verfahrens.
Es wird eine Schalungsunterseite räumlich von der dazugehörigen Schalungsoberseite
entfernt mit Bewehrungsmaterial bestückt und anschließend im bewehrten Zustand an
die dazugehörige Schalungsoberseite, z.B. die Tunneldecke, verfahren. Der so gebildete
Schalungsinnenraum wird anschließend mit einer aushärtbaren Masse, z.B. Beton, verfüllt. |
1.) Unterteilung der Schalung für das Deckengewölbe aufgrund der Geometrie in einen Mittelbereich (Kalottenbereich) und Seitenteile (Ulmenbereich). Es muß nämlich in den Seitenteilen die Anschlußbewehrung der Sohle eingebaut werden und um das später geschilderte Wechseln der Kalottenschalungen einfach zu ermöglichen, dürfen keine Bewehrungen am Rande der Schalung herunterhängen.
2.) Bewehrung der Kalottenschalung auf einem Gerät (im folgenden Träger genannt),
welches die Schalung anheben und herunterfahren kann, bei abgesenkter Schalung. Dies
erlaubt ein einfaches Arbeiten in ausreichend zur Verfügung stehendem Raume, was eine
genauere Plazierung der Eisen, sowie eine gute Kontrolle der Lagen und des Zustandes
der Abstandshalter zur Folge hat.
Das Fechten einer Bewehrung oder von Teilen derselben kann auch entfernt von der Schalung
z.B. auf einer Schablone erfolgen. Das entstandene Flechtwerk wird danach auf die
Schalung übertragen.
Durch die Aufteilung der Schalung in Kalottenbereich und Seitenteile und Bewehrung
der abgesenkten Kalottenschalung von oben erreicht man auch eine Verringerung der
Last auf den Abstandshaltern, da die Armierung auf der Kalottenschalung nur in etwa
die Dimension der Kalotte hat. Außerdem sind die auf die Abstandshalter wirkenden
Kräfte schon deswegen geringer, weil sie sich nur aus Gewichtskräften zusammensetzen
und beim Hochfahren der Schalung keine oder nur geringe Anpreßkräfte wirksam werden,
da die Bewehrung, auf der Schalung liegend und sehr leicht zugänglich, genau der Schalung
und der Decke angepaßt ist.
3.) Anheben der Kalottenschalung bis in die gewünschte Position und Einfüllen des
Betons. Da die Armierungen vor dem Anheben auf herausstehende Spitzen untersucht wurde,
besteht keine Gefahr einer Beschädigung der Dichtungsfolie.
In einer besonders günstigen Durchführung des Verfahrens wird das Bewehren der Kalottenschalung
auf einem Schalungsträger räumlich von der später zu erfolgenden Deckenbetonierung
getrennt in aller Sorgfalt durchgeführt, während ein weiterer Träger mit bereits bewehrter
Schalung gerade im Einsatz bei der Betonierung ist. Nach Abschluß der Betonierarbeiten
wird diese Schalung abgesenkt und in Bewehrungsposition gebracht, während die in der
Zwischenzeit bewehrte zweite Schalung an ihren Bestimmungsort gefahren, angehoben
und der entstehende Zwischenraum mit Beton verfüllt wird. Durch die Verwendung von
(mindestens) zwei Schalungen ist also eine wechselweise Bewehrung und Betonierung
möglich, die zu einer erhöhten Tunnelbaugeschwindigkeit führt.
Fig.1a zeigt eine Kalottenschalung (auf einem verfahrbahren oder versetzbaren Träger A), die in bewehrtem Zustand angehoben wurde und nun zum Betonieren an der Tunneldecke anliegt. Der Hohlraum wurde bereits mit Beton verfüllt. Räumlich davon entfernt (hier weiter innen im Tunnel) befindet sich eine abgesenkte Kalottenschalung (auf einem ebenfalls verfahrbaren oder versetzbaren Träger C), die von einem verfahr- oder versetzbaren Träger B aus mit Armierungen bestückt wird.
Fig.1b zeigt Träger A mit der anliegenden Kalottenschalung. Außerdem kann man hier erkennen, daß auch die Seitenbereiche des Tunnels verschalt sind. Der Bereich zwischen Außenwand und Seitenschalung ist ebenfalls mit Bewehrung bestückt. Der Träger A stützt sich auf die Fahrbahndecke im Tunnel. Träger B stützt sich ebenfalls auf die Fahrbahndecke des Tunnels. Träger C hat einen weiteren Abstand der stützenden Beine als Träger A und Träger B. Er sitzt mit seinen Beinen neben der Fahrbahn auf.
Fig.2a zeigt die Kalottenschalung auf Träger A in abgesenktem Zustand nach Durchführung der Betonierarbeiten. Die Kalottenschalung auf Träger C ist nun mit den Armierungen bestückt, Träger B ist leer.
Fig.2b zeigt zusätzlich, daß bei Träger A auch die Seitenschalungen nicht mehr an der betonierten Wand anliegen. Vorteilhafterweise sind diese Schalungsteile abklappbar am Träger A befestigt und müssen nach Beendigung der Betonierarbeiten nur nach innen weggeklappt werden.
Fig.3a zeigt die Kalottenschalung auf Träger A, die neben den Träger B und die bewehrte Kalottenschalung auf Träger C gefahren wurde.
Fig.3b gibt keine zusätzlichen Informationen.
Fig.4a zeigt, wie die Kalottenschalung von ihrem Träger A auf Träger B versetzt wurde und der Träger C mit der bewehrten Kalottenschalung angehoben wurde.
Fig.4b zeigt darüberhinaus, daß die Seitenschalungsteile von Träger A weiterhin abgeklappt sind.
Fig.5a zeigt, wie Träger B und die darauf befindliche Schalung unter den angehobenen Träger C gefahren wurden, der einen weiteren Stützenabstand als B hat. Der Träger B wurde abgesenkt. Träger C wurde darauf etwas abgesenkt, so daß die bewehrte Kalottenschalung Abstand zur Decke bekommt. Träger A rückte auf. Träger A und Träger C wurden auf gleiches Niveau gebracht.
Fig.5b gibt keine weitergehenden Informationen.
Fig.6a zeigt, wie die bewehrte Schalung von Träger C nach Träger A versetzt wurde.
Fig.6b gibt keine zusätzlichen Informationen.
Fig.7a zeigt, wie der nunmehr mit einer bewehrten Schalung versehene Träger A an seinen Bestimmungsort im Anschluß an das zuletzt betonierte Deckenstück gefahren und angehoben wurde, so daß die bewehrte Schalung an der Decke anliegt. Der Träger B wurde wieder unter dem Träger C hervorgefahren und sitzt nun mit der auf ihm befindlichen Kalottenschalung direkt neben Träger C. Beide wurden auf gleiches Niveau gebracht.
Fig.7b zeigt, daß dabei die Seitenschalungen von Träger A noch immer abgeklappt sind.
Fig.8a zeigt, wie die Seitenteile des Tunnels bewehrt werden. In der Zwischenzeit wird die Kalottenschalung von Träger B auf Träger C versetzt und die neuen Armierungen für die Kalottenschalung zum Träger B gebracht.
Fig.8b zeigt, daß bei Träger A die Seitenschalungen weiterhin abgeklappt sind, wodurch die Seitenwandbereiche frei sind und einfach und übersichtlich armiert werden können.
Fig.9a und 9b zeigen die nunmehr komplette Verschalung des bewehrten Tunnelgewölbes. Träger B ist wieder mit neuen Armierungen beladen worden und Träger C wartet wieder darauf, daß fleißige Mannen seine Kalottenschalung erneut bewehren.
Ein neuer Zyklus beginnt nun wieder mit Fig.1, usw.a.) Es werden zwei Schalungsunterseiten und drei Träger verwendet.
b.) Die eine auf einem Träger befindliche bewehrte Schalungsunterseite ist angehoben und umschließt mit der dazugehörigen Schalungsoberseite sowie eventuellen Seitenteilen einen mit aushärtbarer Masse, z.B. Beton, zu verfüllenden Raum, während die andere, auf einem abgesenkten zweiten Träger befindliche Schalungsunterseite mit Bewehrungsmaterial bestückt wird, welches auf einem dritten höhenverstellbaren Träger lagert, der sich bevorzugt auf ungefähr dem gleichen Niveau wie die Schalungsunterseite auf dem zweiten Träger befindet.
c.) Nach Abschluß der Betonierarbeiten an der angehobenen Schalung wird der Träger samt Schalung abgesenkt und neben den leeren Träger für das Bewehrungsmaterial, der sich zwischen den beiden Schalungsträgern befindet, verfahren/versetzt. Der leere Träger für Bewehrungsmaterial übernimmt daraufhin die unbewehrte Schalung und wird anschließend so stark abgesenkt, daß er unter einen der Schalungsträger gefahren/versetzt werden kann, bevorzugt den mit der nunmehr bewehrten Schalung.
d.) Der Träger ohne Schalung wird neben den Träger mit bewehrter Schalung verfahren/versetzt und übernimmt von diesem die bewehrte Schalung.
e.) Der nunmehr mit einer bewehrten Schalung versehene Träger wird an seinen neuen Bestimmungsort verfahren/versetzt, an dem seine Schalung angehoben wird und damit erneut zum Betonieren der Gewölbedecke zur Verfügung steht.
f.) Der leere Bewehrungsmaterialträger, der die unbewehrte Schalung trägt, übergibt diese Schalung wieder an den leeren Schalungsträger. Anschließend nimmt er wieder Bewehrungsmaterial auf und übergibt dieses an die Schalung auf dem Träger.