[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Drehwinkel-Verstellsystem für gesonderte Einlaß-
und Auslaß-Nockenwellen einer Brennkraftmaschine gemäß der im Oberbegriff des Patentanspruches
1 beschriebenen Bauart.
[0002] Ein gattungsgemäßes Drehwinkel-Verstellsystem ist an einem Serienmotor verwirklicht,
wobei das bekannte Verstellsystem prinzipiell auf dem Gegenstand der europäischen
Patentschrift EP 0 416 463 B beruht, wobei für die Einlaß-Nockenwelle eine in der
europäischen Patentschrift EP 0 245 791 B vorgeschlagene Verstellvorrichtung zum Einsatz
kommt und für die Auslaß-Nockenwelle eine Verstellvorrichtung gemäß dem europäischen
Patent EP 0 500 540 B. Letztgenannte Verstellvorrichtung ist mit einer Radialkolbenpumpe
kombiniert zur Versorgung beider Verstellvorrichtungen, wobei die als Hochdruckpumpe
dienende Radialkolbenpumpe aus einem Verbraucher des Schmiersystems der Brennkraftmaschine
mit Schmieröl als Druckmedium versorgt ist.
[0003] Beide vorgenannten Verstellvorrichtungen umfassen wellenseitig angeordnete Verstellanordnungen
mit mehrfach verzahnten, baugleich ausgebildeten Koppelgliedern zwischen der jeweiligen
Nockenwelle und dem zugeordneten Antriebsrad, wobei über eine Axialverlagerung des
Koppelgliedes eine Drehwinkelverstellung zwischen Antriebsrad und Nockenwelle erzielt
ist. Bei unwirksamer hydraulischer Steuerung/Regelung der Verstellvorrichtungen ergeben
sich bei laufender Brennkraftmaschine durch die Reibmomente an den beiden Nockenwellen
über die dabei axial verlagerbaren Koppelglieder nach "spät" verstellte Nockenwellen.
Diese "Spät-Stellung" ist bei der Einlaß-Nockenwelle aus verschiedenen Gründen erwünscht.
Dagegen ist an der Auslaß-Nockenwelle aus verschiedenen Gründen eine "Früh-Stellung"
erforderlich, die bei baugleich mit gleichen Steigungsrichtungen der Verzahnungen
ausgeführten Koppelgliedern durch zusätzliche Maßnahmen zu erreichen ist.
[0004] Bei dem bekannten Drehwinkel-Verstellsystem mit Hochdruck-Steuerung/Regelung ist
diese Maßnahme durch ein in der entsprechenden Betätigungsanordnung am Abfließen verhindertes
Schmieröl-Polster erreicht.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Drehwinkel-Verstellsystem
bei einfachem Aufbau für einen Niederdruck-Betrieb auszubilden.
[0006] Diese Aufgabe ist mit dem Patentanspruch 1 gelöst, wobei die hydraulischen Betätigungsanordnungen
voneinander unabhängig mit einer zum Schmiersystem der Brennkraftmaschine parallel
angeordneten Schmierölversorgung in mediumsführender Verbindung stehen, und ein förderseitig
pumpennah gewählter Systemdruck im wesentlichen ungedrosselt voneinander unabhängigen,
stufenlosen Regelungen der jeweiligen Drehwinkelstellungen der Einlaß-Nockenwelle
sowie der Auslaß-Nockenwelle in jeweiliger Relation zu einer antreibenden Kurbelwelle
der Brennkraftmaschine dient, und daß die der Auslaß-Nockenwelle zugeordnete "Früh-Stellungs"-Einrichtung
als eine vorgespannt angeordnete Feder gestaltet ist.
[0007] Der Vorteil der Erfindung ist insbesondere in der Vermeidung aufwendiger Hydraulik-Hochdruckelemente
für das Drehwinkel-Verstellsystem zu sehen.
[0008] In Ausgestaltung der Erfindung ist der Aufbau des Drehwinkel-Verstellsystems weiter
dadurch vereinfacht, daß neben den baugleich ausgebildeten Koppelgliedern auch bauartgleiche
Mehrwege-Magnetventile Verwendung finden, wobei diese in einem stromlosen Zustand
einen vorhandenen Systemdruck derart steuern, daß bei der Einlaß-Nockenwelle deren
"Spät-Stellung" und bei der Auslaß-Nockenwelle deren durch eine vorgespannte Druckfeder
sichergestellte "Früh-Stellung" unterstützt ist.
[0009] Der erfindungsgemäß angestrebte einfache Aufbau des Drehwinkel-Verstellsystems ist
weiter dadurch gefördert, daß die Schmierölversorgung einerseits mit dem Schmiersystem
der Brennkraftmaschine stromab benachbart eines Ölfilters in Verbindung steht und
andererseits mit einem für beide Magnetventile gemeinsamen Verteilkanal in einem Gehäusedeckel,
wobei ein jedem Magnetventil zugeordneter Schmieröl-Rücklaufkanal in einen Antriebsschacht
der beiden Nockenwellen frei mündet.
[0010] Um das erfindungsgemäße Niederdruck-Drehwinkel-Verstellsystem bei einem Start der
Brennkraftmaschine durch Vermeiden des Verlustes an Schmieröl rasch aktivieren zu
können wird des weiteren vorgeschlagen, daß bei schräger Einbaulage der Brennkraftmaschine
die geodätisch höher angeordnete Betätigungsanordnung der Einlaß-Nockenwelle einen
im höchsten Kammerbereich der für die "Spät-Stellung" wirksamen Verstellkolben-Seite
mündenden Steuerkanal aufweist, wobei Schmieröl im Verteilkanal bei stromlosen Magnetventilen
der geodätisch niedriger angeordneten Betätigungsanordnung der Auslaß-Nockenwelle
zufließt in deren die "Früh-Stellungs"-Feder" aufnehmenden Kammerteil. Die auch hieraus
wieder erkennbar bevorzugte Beaufschlagung zur Unterstützung der "Spät-Stellung" der
Einlaß-Nockenwelle einerseits und der "Früh-Stellung" der Auslaß-Nockenwelle andererseits
dient dem Erreichen einer bei Start- und Leerlaufdrehzahl kleinen Ventilüberschneidung
zur Erzielung einer hohen Abgasqualität.
[0011] Die Erfindung ist anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- das erfindungsgemäße Drehwinkel-Verstellsystem für eine Einlaß- und Auslaß-Nockenwelle
im Schnitt,
- Figur 2
- das Drehwinkel-Verstellsystem in Einbaulage einer nicht näher gezeigten Brennkraftmaschine.
[0012] Ein Drehwinkel-Verstellsystem 1 für eine Einlaß-Nockenwelle 2 und eine gesonderte
Auslaß-Nockenwelle 3 einer nicht näher gezeigten Brennkraftmaschine 4 umfaßt gesonderte
Vorrichtungen 5, 6 zur relativen Drehwinkel-Verstellung der jeweiligen Nockenwelle
2, 3 zu einem jeweiligen Antriebsrad 7, 8. Jede Vorrichtung 5, 6 weist eine an einem
Gehäusedeckel 9 eines Maschinengehäuses vorgesehene hydraulische Betätigungsanordnung
10, 11 auf zur gesteuert/geregelt axialen Verlagerung eines mehrfach verzahnten Koppelgliedes
12, 12' zwischen Antriebsrad 7 bzw. 8 und Nockenwelle 2 bzw. 3 einer wellenseitig
angeordneten Verstellanordnung 13 bzw. 14. Zur Vereinfachung des Aufbaues des Drehwinkel-Verstellsystems
1 sind die Koppelglieder 12, 12' der gesonderten Verstellanordnungen 13, 14 baugleich
ausgebildet mit in bezug auf die Drehachsen der Nockenwellen 2, 3 gleichgerichteten
Steigungen der Verzahnungen.
[0013] Bei laufender Brennkraftmaschine 4 und unwirksamen hydraulischen Betätigungsanordnungen
10, 11 ergeben sich für die gleichsinnig drehenden Nockenwellen 2 und 3 aufgrund deren
Reibmomente mit dem Ventiltrieb eine "Spät-Stellung", die für die Einlaß-Nockenwelle
2 erwünscht ist und durch das axial mit dem Verstellkolben 15 der Betätigungsanordnung
10 auf Anschlag verlagerte Koppelglied 12 begrenzt ist. Einer für minimale Ventilüberschneidung
bei Start- und Leerlauf der Brennkraftmaschine 4 nachteiligen "Spät-Stellung" der
Auslaß-Nockenwelle wird durch eine zusätzliche Einrichtung 16 begegnet, die einer
dem Koppelglied 12 der Einlaß-Nockenwelle 2 gleichgerichtete Verlagerung des Koppelgliedes
12' der Auslaß-Nockenwelle 3 entgegenwirkt zur Erzielung einer "Früh-Stellung".
[0014] Zur erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Drehwinkel-Verstellsystems 1 in einem einfachen
Aufbau für einen Niederdruck-Betrieb stehen die hydraulischen Betätigungsanordnungen
10 und 11 voneinander unabhängig mit einer zum nicht gezeigten Schmiersystem der Brennkraftmaschine
4 parallel angeordneten Schmierölversorgung 17 in mediumsführender Verbindung, wobei
ein förderseitig pumpennah gewählter Systemdruck im wesentlichen ungedrosselt voneinander
unabhängigen, stufenlosen Regelungen der jeweiligen Drehwinkelstellungen der Einlaß-Nockenwelle
2 sowie der Auslaß-Nockenwelle 3 in jeweiliger Relation zu einer nicht dargestellten,
antreibenden Kurbelwelle der Brennkraftmaschine 4 dient. Der erfindungsgemäß einfache
Aufbau des Drehwinkel-Verstellsystems 1 ist weiter dadurch gefördert, daß die der
Auslaß-Nockenwelle 3 zugeordnete "Früh-Stellungs"-Einrichtung 16 als eine vorgespannt
angeordnete Feder 18 gestaltet ist, die aus Gründen einer einfachen Anordnung als
Druckfeder ausgebildet ist.
[0015] In weiterer Ausgestaltung des Drehwinkel-Verstellsystems 1 umfassen die Betätigungsanordnungen
10, 11 in dem gemeinsame Gehäusedeckel 9 entsprechend dem Abstand zwischen der Einlaß-
und der Auslaß-Nockenwelle 2, 3 angeordnete Kammern 19, 20 zur Aufnahme beidseitig
hydraulisch beaufschlagter Verstellkolben 15, 21 zur Betätigung der vorzugsweise über
als Axial-Nadellager gestalteten Gelenke 22 verbundenen Koppelglieder 12, 12'. Mit
den als Axial-Nadellager gestalteten Gelenken 22 werden in vorteilhaft einfacher Weise
Bauteiltoleranzen der Kammern 19, 20 relativ zu den Drehachsen der Nockenwellen 2
und 3 ausgeglichen. Zur weiteren Unterstützung des Drehwinkel-Verstellsystems 1 sind
den Betätigungsanordnungen 10, 11 am Gehäusedeckel 9 mit kammerseitig mündenden Steuerkanälen
23, 24 und 23', 24' verbundene Aufnahmen 25, 26 für bauartgleiche 4-/3-Wege-Magnetventile
27, 28 zugeordnet, die im stromlosen Zustand der Schaltmagnete einlaßnockenwellenseitig
eine die "Spät-Stellung" unterstützende Beaufschlagung des Verstellkolbens 15 und
auslaßnockenseitig eine die "Früh-Stellungs"-Feder 18 unterstützende Beaufschlagung
des anderen Verstellkolbens 21 bewirken.
[0016] Zur Sicherstellung der Versorgung der Schmierstellen im Schmiersystem der Brennkraftmaschine
4 steht die Schmierölversorgung 17 des Drehwinkel-Verstellsystems 1 einerseits mit
dem Schmiersystem der Brennkraftmaschine 4 stromab benachbart eines Ölfilters in Verbindung
und andererseits mit einem für beide Magnetventile 27, 28 gemeinsamen Verteilkanal
29 im Gehäusedeckel 9, wobei zur raschen Rückführung von Schmieröl in den Schmierölsumpf
der Brennkraftmaschine 4 ein jedem Magnetventil 27, 28 zugeordneter Schmieröl-Rücklaufkanal
30, 31 in einen Antriebsschacht 32 der beiden Nockenwellen 2, 3 frei mündet.
[0017] Ein nachteiliges Leerlaufen des Drehwinkel-Verstellsystems 1 bei Stillstand der in
schräger Einbaulage vorgesehenen Brennkraftmaschine 4 gemäß Figur 2 weist die geodätisch
höher angeordnete Betätigungsanordnung 10 der Einlaß-Nockenwelle 2 einen im höchsten
Bereich der Kammer 19 der für die "Spät-Stellung" wirksamen Seite des Verstellkolbens
15 mündenden Steuerkanal 23 auf, wobei Schmieröl im Verteilkanal 29 bei stromlosen
Magnetventilen 27, 28 der geodätisch niedriger angeordneten Betätigungsanordnung 11
der Auslaß-Nockenwelle 3 zufließt in deren die "Früh-Stellungs"-Feder 18 aufnehmenden
Teil der Kammer 20.
1. Drehwinkel-Verstellsystem für gesonderte Einlaß- und Auslaß-Nockenwellen einer Brennkraftmaschine,
- mit gesonderten Vorrichtungen (5, 6) zur relativen Drehwinkel-Verstellung der jeweiligen
Nockenwellen (2, 3) zu einem jeweiligen Antriebsrad (7, 8), wobei
- jede Vorrichtung (5, 6) eine am Maschinengehäuse (Gehäusedeckel 9) vorgesehene hydraulische
Betätigungsanordnung (10, 11) zur gesteuert/geregelt axialen Verlagerung eines mehrfach
verzahnten Koppelgliedes (12, 12') zwischen Antriebsrad (7, 8) und Nockenwelle (2,
3) einer wellenseitig angeordneten Verstellanordnung (13, 14) umfaßt, und
- daß ferner die Koppelglieder (12, 12') der gesonderten Verstellanordnungen (13,
14) baugleich ausgebildet sind und ferner bei unwirksamen Betätigungsanordnungen (10,
11) drehzahlabhängig an der Einlaß-Nockenwelle (2) eine "Spät-Stellung" und an der
Auslaß-Nockenwelle (3) mittels einer Einrichtung (16) eine "Früh-Stellung" bewirkt
ist,
dadurch gekennzeichnet,
- daß die hydraulischen Betätigungsanordnungen (10, 11) voneinander unabhängig mit
einer zum Schmiersystem der Brennkraftmaschine (4) parallel angeordneten Schmierölversorgung
(17) in mediumsführender Verbindung stehen, wobei
- ein förderseitig pumpennah gewählter Systemdruck im wesentlichen ungedrosselt voneinander
unabhängigen, stufenlosen Regelungen der jeweiligen Drehwinkelstellungen der Einlaß-Nockenwelle
(2) sowie der Auslaß-Nockenwelle (3) in jeweiliger Relation zu einer antreibenden
Kurbelwelle der Brennkraftmaschine (4) dient, und
- daß die der Auslaß-Nockenwelle (3) zugeordnete "Früh-Stellungs"-Einrichtung (16)
als eine vorgespannt angeordnete Feder (Druckfeder 18) gestaltet ist.
2. Drehwinkel-Verstellsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
- daß die Betätigungsanordnungen (10, 11) in einem gemeinsamen Gehäusedeckel (9) entsprechend
dem Abstand zwischen der Einlaß- und der Auslaß-Nockenwelle (2, 3) angeordnete Kammern
(19, 20) umfassen zur Aufnahme beidseitig hydraulisch beaufschlagter Verstellkolben
(15, 21) zur Betätigung der über Gelenke (22, Axial-Nadellager) verbundenen Koppelglieder
(12, 12'), wobei
- den Betätigungsanordnungen (10, 11) am Gehäusedeckel (9) mit kammerseitig mündenden
Steuerkanälen (23, 24; 23', 24') verbundene Aufnahmen (25, 26) für bauartgleiche 4/3-Wege-Magnetventile
(27, 28) zugeordnet sind, die
- im stromlosen Zustand der Schaltmagnete einlaßnockenwellenseitig eine die "Spät-Stellung"
unterstützende Beaufschlagung des Verstellkolbens (15) und auslaßnockenwellenseitig
eine die "Früh-Stellung"-Feder (18) unterstützende Beaufschlagung des anderen Verstellkolbens
(21) bewirken.
3. Drehwinkel-Verstellsystem nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
- daß die Schmierölversorgung (17) einerseits mit dem Schmiersystem der Brennkraftmaschine
(4) stromab benachbart eines Ölfilters in Verbindung steht, und
- andererseits mit einem für beide Magnetventile (27, 28) gemeinsamen Verteil-Kanal
(29) im Gehäusedeckel (9), wobei
- ein jedem Magnetventil (27, 28) zugeordneter Schmieröl-Rücklaufkanal (30, 31) in
einen Antriebsschacht (32) der beiden Nockenwellen (2, 3) frei mündet.
4. Drehwinkel-Verstellsystem nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
- daß bei schräger Einbaulage der Brennkraftmaschine (4) die geodätisch höher angeordnete
Betätigungsanordnung (10) der Einlaß-Nockenwelle (2) einen im höchsten Bereich der
Kammer (19) der für die "Spät-Stellung" wirksamen Seite des Verstellkolbens (15) mündenden
Steuerkanal (23) aufweist, wobei
- Schmieröl im Verteilkanal (29) bei stromlosen Magnetventilen (27, 28) der geodätisch
niedriger angeordneten Betätigungsanordnung (11) der Auslaß-Nockenwelle (3) zufließt
in deren die "Früh-Stellungs"-Feder (18) aufnehmenden Teil der Kammer (20).