[0001] Die Erfindung betrifft eine Schußwaffe, insbesondere ein Luftgewehr mit einem Gasdruckabsorber,
der aus einem Gaszylinder mit in diesem laufenden Kolben besteht, der in Richtung
seiner vorderen Endlage im Gaszylinder durch einen Federspeicher beaufschlagt ist,
der bei der Rückwärtsbewegung des Kolbens unter dem Gasdruck der Schußabgabe aufgeladen
wird.
[0002] Eine derartige Schußwaffe ist bereits bekannt (DE 27 50 945 A1). Bei der bekannten
Schußwaffe wird der Gasdruck beim Abschießen einer Patrone in den Gasdruckabsorber
umgeleitet. Dabei ist der Gasdruckabsorber parallel zum Lauf, aber seitlich versetzt
zu diesem angeordnet. Dadurch entsteht bei Rücklauf des Kolbens im Gaszylinder des
Gasdruckabsorbers ein zusätzlicher seitlicher Impuls. Gleiches gilt auch für derartige
Konstruktionen bei bekannten Luftgewehren.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen solchen Absorber vorzuschlagen, bei dem der seitliche
Impuls vermieden und der Funktionsablauf am Gasdruckabsorber optimiert wird. Die Lösung
dieser Aufgabe ist in den Ansprüchen gekennzeichnet.
[0004] Man erkennt, daß durch die Anbringung des Gaszylinders in der Flucht mit der Laufachse
der seitliche Impuls dieser Zusatzeinrichtung ausgeschlossen wird. Damit werden Wechselwirkungen
zwischen der Funktion des Gasdruckabsorbers und der Waffe minimiert. Die erzielbare
Schußpräzision wird erhöht. Das spielt insbesondere bei Wettkampfwaffen eine erhebliche
Rolle.
[0005] Dabei ist der Gasdruckabsorber aus einer hinten am Verschlußschieber anschließenden
Führungshülse und einem in dieser laufenden Absorberbolzen gebildet.
[0006] Als Federspeicher zwischen dem hinteren Zylinderbolzen des Gaszylinders und dem Kolben
dient zweckmäßig eine Druckfeder. Mit deren Federkonstante und Länge kann Einfluß
auf das Rücklaufverhalten des als Kolben dienenden Absorberbolzens genommen werden.
Gewünschtenfalls ist es auch möglich, die Druckfeder für die Rückstellung des Absorberbolzens
in seine Ausgangslage nach der Schußabgabe zu verwenden.
[0007] Eine weitere Möglichkeit zur Beeinflussung des Bewegungsverhaltens des Kolbens besteht
in der Entlüftung des Gaszylinders. Hierfür wird zweckmäßig am hinteren Ende der Führungshülse
eine Entlüftungsöffnung großen Querschnitts vorgesehen und so sichergestellt, daß
sich hinter dem Kolben kein seinen Rücklauf behinderndes Druckpolster aufbaut. Andererseits
wird zweckmäßig am vorderen Ende der Führungshülse nur eine Entlüftungsbohrung kleineren
Querschnitts vorgesehen, über die das Druckpolster am vorderen Ende des Kolbens bei
Kolbenrücklauf nur allmählich abgebaut und die Rücklaufgeschwindigkeit so reduziert
wird.
[0008] Gleichzeitig ist es aber natürlich erforderlich, auch eine Behinderung des Kolbenrücklaufs
durch Unterdruck an seinem vorderen Ende zu vermeiden. Das geschieht zweckmäßig dadurch,
daß die Führungsringe des Absorberbolzens an seinen beiden Enden Freimachungen aufweisen,
die den Durchtritt von Luft von seinem hinteren zu seinem vorderen Ende ermöglichen.
Selbstverständlich müssen zweckmäßig die Entlüftungsöffnung großen Querschnitts, die
Entlüftungsbohrung kleinen Querschnitts und die Freimachungen so aufeinander abgestimmt
werden, daß das gewünschte Bewegungsverhalten des Kolbens beim Rücklauf und bei der
Rückstellung in die Ausgangslage gewährleistet sind.
[0009] Dabei wirken überdies die schon erläuterte Druckfeder und auch die Führungen des
Kolbens mit, die bei einer Ausbildung als Reibring dessen Bewegungsverhalten zusätzlich
beeinflussen können. Dem Fachmann stehen also zahlreiche Einflußmöglichkeiten zur
Verfügung, mit denen er das Bewegungsverhalten des mit der Laufachse fluchtend angeordneten
Gasdruckabsorbers beeinflussen und ihm die für den jeweiligen Anwendungszweck gewünschte
Charakteristik geben kann.
[0010] Eine weitere Möglichkeit hierzu eröffnet sich dann, wenn zwischen Laufwurzel und
vorderem Ende des Absorberbolzens als Betätiger für diesen ein Zwischenbolzen eingesetzt
ist, dessen Durchmesser dem Geschoßdurchmesser entspricht. Zweckmäßig wird dabei der
Stößel des Zwischenbolzens bis unmittelbar an die Gaszufuhröffnung hinter der Laufwurzel
heranreichen. Dadurch entstehen insbesondere bei Luftgewehren keine unnötigen Gasverluste.
Durch die Anordnung des Gaszylinders in der Flucht der Laufachse ist dabei eine sehr
hohe Wirksamkeit gewährleistet.
[0011] Statt der Rückführung des Absorberbolzens mittels der zwischen ihn und den hinteren
Boden des Gaszylinders eingesetzten Druckfeder ist auch eine zwangsweise Rückführung
mittels des Verschlußschiebers und/oder gekoppelt mit der Spannhebelbetätigung möglich.
[0012] In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise veranschaulicht und zwar zeigt
die Figur teilweise aufgerissen und im Schnitt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
an einem Luftgewehr.
[0013] Mit der Laufwurzel 10 ist ein Verschlußschieber 12 axial beweglich verbunden, in
dem hinten mit der Laufachse fluchtend eine als Gaszylinder des Gasdruckabsorbers
dienende Führungshülse 14 befestigt ist, in deren freiem Innenraum ein Absorberbolzen
16 axial beweglich angeordnet ist.
[0014] Der Absorberbolzen 16 hat einen geringfügig kleineren Durchmesser als die Führungshülse
14. Er trägt an seinem vorderen Ende einen Führungsring 18 mit Dichtlippen 20, die
sich elastisch an die Innenwand der Führungshülse 14 anlegen. An seinem rückwärtigen
Ende trägt der Absorberbolzen 16 einen Reibring 22 mit Freimachungen, die beim Rücklauf
des Absorberbolzens 16 eine Belüftung des Raumes am vorderen Ende der Führungshülse
14 über die Freimachungen im Reibring 22 und die Dichtlippen 20 erlauben, so daß die
Bewegung des Absorberbolzens 16 nicht durch Unterdruck am vorderen Ende der Führungshülse
14 behindert wird.
[0015] Zwischen das hintere Ende des Absorberbolzens 16 und den hinteren Zylinderboden der
Führungshülse 14 ist eine Druckfeder 24 eingesetzt. Weiter ist am hinteren Ende der
Führungshülse eine Entlüftungsöffnung 26 großen Durchmessers vorgesehen, die die Zylinderwand
der Führungshülse 14 nach außen durchbricht und verhindert, daß sich beim Rücklauf
des Absorberbolzens 16 ein Druckpolster in der Führungshülse 14 aufbaut.
[0016] Am vorderen Ende der Führungshülse 14 ist eine Entlüftungsbohrung 28 weit kleineren
Durchmessers angeordnet, die beim Rücklauf des Absorberbolzens 16 eine zusätzliche
Luftzufuhr in den Unterdruckraum am vorderen Ende der Führungshülse gewährleistet,
bei Rückstellung des Absorberbolzens 16 in seine Ausgangslage aber nur für eine allmähliche
Abführung des Drucks sorgt, so daß die Rücklaufgeschwindigkeit des Absorberbolzens
16 abgesenkt ist.
[0017] Die Betätigung des Absorberbolzens 16 erfolgt nicht unmittelbar durch den Gasdruck,
sondern über einen Zwischenbolzen 30. Dieser kann ebenfalls mit der Laufachse fluchten
oder ist, wie im gezeigten Ausführungsbeispiel, etwas seitlich versetzt zur Laufachse
und Achse des Absorberbolzens 16 angeordnet. Entscheidend ist aber, daß der Durchmesser
des Zwischenbolzens 30 dem Geschoßdurchmesser entspricht. Auf den als Betätiger dienende
Zwischenbolzen 13 und den Geschoßboden wirkt deshalb eine gleichgroße Antriebskraft.
Durch den Zwischenbolzen 30 wird so die Wirksamkeit des Gasdruckabsorbers erheblich
erhöht. Der Zwischenbolzen 30 läuft gleitend in einer für ihn im Verschlußschieber
12 vorgesehenen Bohrung, bedarf aber aufgrund seiner Länge keiner eigenen Aufstellung
und Rückführung in die Ausgangslage. Er wird vielmehr vom Absorberbolzen 16 selbst
wieder in die Ausgangslage (vgl. die Stellung in der Figur) zurückgeführt, wenn der
Absorberbolzen 16 in seine in der Figur gezeigte rechte Endstellung gelangt. In dieser
Stellung stützt sich der Zwischenbolzen 30 mit einem Kopf 32 am vorderen Zylinderboden
der Führungshülse 14 ab, weil der Kopf 32 einen größeren Durchmesser als der Schaft
des Zwischenbolzens 30 hat.
[0018] Bei der Schußabgabe wird durch Betätigung des Schlagstücks 34 ein Ventil 36 geöffnet,
das über eine im Verschlußschieber 12 entsprechend positionierte Querbohrung 38 den
Gasdruck in einer Kammer 40 hinter der Laufwurzel aufbaut. Damit wird gleichzeitig
mit dem durch den Lauf ausgetriebenen Geschoß, aber gegenläufig zu diesem über den
Zwischenbolzen 30 der Absorberbolzen 16 bewegt.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 10
- Laufwurzel
- 12
- Verschlußschieber
- 14
- Führungshülse
- 16
- Absorberbolzen
- 18
- Führungsringe
- 20
- Dichtlippe
- 22
- Reibring
- 24
- Druckfeder
- 26
- Entlüftungsöffnung
- 28
- Entlüftungsbohrung
- 30
- Zwischenbolzen
- 32
- Kopf
- 34
- Schlagstück
- 36
- Ventil
- 38
- Querbohrung
- 40
- Kammer
1. Schußwaffe, insbesondere Luftgewehr, mit einem Gasdruckabsorber, der aus einem Gaszylinder
mit in diesem laufenden Kolben besteht, der in Richtung seiner vorderen Endlage im
Gaszylinder durch einen Federspeicher beaufschlagt ist, der bei der Rückwärtsbewegung
des Kolbens unter dem Gasdruck der Schußabgabe aufgeladen wird, dadurch gekennzeichnet,
daß der Gaszylinder (14) mit der Laufachse fluchtend angeordnet ist.
2. Schußwaffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gaszylinder als eine Führungshülse
(14) für einen als Kolben dienenden Absorberbolzen (16) ausgebildet ist.
3. Schußwaffe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Federspeicher eine
zwischen hinterem Zylinderboden der Führungshülse (14) und Absorberbolzen (16) eingesetzte
Druckfeder (24) ist.
4. Schußwaffe nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß am hinteren
Ende der Führungshülse (14) eine Entlüftungsöffnung (26) großen Querschnitts und am
vorderen Ende der Führungshülse eine Entlüftungsbohrung (28) kleinen Querschnitts
vorgesehen ist.
5. Schußwaffe nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß für den Abbau
des Unterdrucks auf der Vorderseite des Absorberbolzens (16) Freimachungen in Führungsringen
(18, 22) an seinen beiden Enden vorgesehen sind.
6. Schußwaffe nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest
einer der Führungsringe des Absorberbolzens (16) als Reibring (22) ausgebildet ist.
7. Schußwaffe nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
Laufwurzel (10) und vorderes Ende des Absorberbolzens (16) als Betätiger für diesen
ein Zwischenbolzen (30) eingesetzt ist, dessen Durchmesser dem Geschoßdurchmesser
entspricht.
8. Schußwaffe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Stößel des Zwischenbolzens
(30) bis unmittelbar an die Gaszufuhröffnung (38) hinter der Laufwurzel (10) heranreicht.
9. Schußwaffe nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine zwangsweise
Rückführung des Absorberbolzens (16) mittels des Verschlußschiebers (12) vorgesehen
ist.
10. Schußwaffe nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die zwangsweise
Rückführung des Absorberbolzens (16) in seine Ausgangslage über eine Spannhebelbetätigung
erfolgt.