[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum kontinuierlichen Anmachen von Schüttgut-
oder Baustoffmischungen, insbesondere von feinkörnigem Mörtel, Putz- oder Spachtel-
oder Klebemörtel oder dergleichen, mit einer Zuführung oder Beschickungsvorrichtung,
z.B. mit einem Beschickungsbehälter, mit einer sich in Förderrichtung daran anschließenden
Dosiervorrichtung für die anzumachende Schüttgutmischung, mit einer etwa rohrförmigen
Mischkammer und mit einem in diese mündenden Anschluß für die Anmachflüssigkeit, wobei
die Dosiervorrichtung eine in einem Dosierkanal rotierende Dosierschnecke ist und
in der Mischkammer eine rotierende Welle mit Rühr- oder Mischwerkzeugen sowie nahe
dem oder am Ende der Mischkammer eine Austragöffnung angeordnet sind und der Dosierkanal
auf seiner der Beschickungsvorrichtung oder dem Beschickungsbehälter abgewandten Seite
eine Fortsetzung aufweist, die in die Mischkammer ragt und die Fortsetzung bei in
Gebrauchsstellung etwa horizontaler Orientierung einen im wesentlichen abwärts gerichteten
Auslaß für die zugeführte und dosierte Schütt- oder Baustoffmischung hat.
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist aus der DE-33 46 823 A1 bekannt. Die in die Mischkammer
ragende Fortsetzung dient dabei dazu, im Bereich einer zum Öffnen aufschwenkbaren
Mischkammer eine Verbindungsnabe zu lagern, in welcher von der einen Seite her die
Förderwelle der Dosierschnecke und von der anderen Seite her die Mischwelle gelagert
werden können.
[0003] Dabei wird die trockene oder rieselfähige Schüttgut- oder Baustoffmischung, wie auch
beispielsweise aus DE-GM 77 07 226, aus DE-27 10 215 C2, aus EP-0 051 224 und aus
DE-36 26 313 C2 bekannt, über die Dosierschnecke in die Mischkammer befördert und
das Anmachwasser wird innerhalb dieser Mischkammer mit Abstand zu der Mündung des
Dosierkanales in die Mischkammer hinzugefügt, um ein Eindringen von Anmachwasser in
den Dosierkanal zu vermeiden. Aus diesem Grunde ist bei all diesen vorveröffentlichten
Vorrichtungen die Mischkammer in ihrem Querschnitt gegenüber dem Dosierkanal vergrößert.
[0004] Bei feinkörnigem und sehr feinkörnigem Mischgut kann jedoch eine derartige Vorrichtung
und die sich daraus ergebende Arbeitsweise zu Verklumpungen führen, d.h. es können
stat einer weitgehend gleichmäßigen pastösen Masse Klumpen auftreten, die in ihrem
Inneren unter Umständen auch nicht vollständig angemacht und mit Wasser versetzte
Bestandteile oder Materialmengen enthalten. Dies kann vor allem dadurch auftreten,
daß ein in solchen Mischungen enthaltenes Bindemittel das Bestreben hat, selbst möglichst
viel Wasser aufzunehmen, also das Anmachwasser unter Umständen daran hindert, alle
Mischungsbestandteile zu erreichen und zu benetzen. Während bei Mischungen auch mit
größeren oder gröberen Bestandteilen solche sich bildende Verklumpungen immer wieder
zerstört werden, können sie bei feinkörnigen Mischungen und Mischungsbestandteilen
bestehen bleiben.
[0005] Es besteht deshalb die Aufgabe, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen,
mit der auch feinkörnige Schüttgut- oder Baustoffmischungen kontinuierlich und ohne
Klumpenbildung mit Anmachwasser vermischt oder angemacht werden können.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die eingangs definierte Vorrichtung dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschluß für die Anmachflüssigkeit - in Förderrichtung der Dosierschnecke
und der Mischwerkzeuge gesehen - vor dem Ende dieser Fortsetzung in die Mischkammer
mündet.
[0007] Auf diese Weise wird erreicht, daß die Fortsetzung des Dosierkanales in der Mischkammer
dazu verwendet wird, die erst innerhalb der Mischkammer aus dem Dosierkanal austretende
Mischung schon bei ihrem Herabfallen in die Mischkammer auf Anmachflüssigkeit- oder
-wasser treffen zu lassen, also praktisch in die Anmachflüssigkeit "einzustreuen",statt
daß umgekehrt Anmachflüssigkeit in eine mehr oder weniger dichte Schüttgut- oder Baustoffmischung
eingesprüht oder eingespritzt und eingearbeitet werden muß. Durch die in der Mischkammer
befindlichen Mischwerkzeuge werden das eingestreute Material und die Anmachflüssigkeit
sofort erfaßt und gut miteinander vermischt, so daß eine Klumpenbildung vermieden
werden kann, selbst wenn es sich um eine ausschließlich feinkörnige oder sehr feinkörnige
Mischung handelt.
[0008] Die Fortsetzung des Dosierkanales kann die Form eines Stutzens haben und diese stutzenförmige
Fortsetzung kann zumindest an ihrer Innenseite mit der Innenbegrenzung des Dosierkanales
etwa bündig sein. Sie könnte allerdings auch eine Durchmesservergrößerung gegenüber
dem Dosierkanal aufweisen. Somit ergibt sich eine am Umfang im wesentlichen geschlossene
Fortsetzung, mit der das anzumachende Gut in die Mischkammer eingetragen und eingestreut
werden kann.
[0009] Der insbesondere schräg abwärtsverlaufende Anschluß für die Anmachflüssigkeit kann
zweckmäßigerweise unterhalb oder in einer horizontalen Durchmesserebene durch die
Mischkammer und die Fortsetzung angeordnet sein. Somit tritt die Anmachflüssigkeit
im Bereich der Abschlußwand und zweckmäßigerweise im unteren Bereich der Mischkammer
ein, so daß es in Förderrichtung gesehen praktisch schon vor dem Zutritt des anzumachenden
Mischgutes oder Schüttgutes in die Mischkammer gelangt und bereits in dieser vorhanden
ist, wenn das anzumachende Schüttgut oder die anzumachende Baustoffmischung in die
Mischkammer eintritt.
[0010] Eine besonders zweckmäßige konstruktive Ausbildung der Vorrichtung, bei welcher die
Mischkammer durch eine radial gegenüber dem Dosierkanal und/oder der Fortsetzung verlaufende
Abschlußwandung auf der Seite des Dosierkanales abgeschlossen ist, kann darin bestehen,
daß der Anschluß für die Anmachflüssigkeit an der Abschlußwandung angeordnet ist.
[0011] Es ergibt sich also praktisch eine Anordnung, bei der die größere Querschnittsform
der Mischkammer gegenüber dem Dosierkanal durch eine entsprechende, radial verlaufende
Abschlußwandung, also eine quer zur Längsmittelachse der Vorrichtung angeordnete Abschlußwandung
berücksichtigt ist, so daß das Ende des Dosierkanales praktisch sprunghaft in die
vergrößerte Mischkammer übergeht, wo allerdings die Fortsetzung dafür sorgt, daß sich
dies nicht unmittelbar an dieser Abschlußwandung auswirken kann. Vielmehr wird erreicht,
daß sich unterhalb der Fortsetzung im Bereich der Abschlußwandung Anmachwasser oder
Anmachflüssigkeit befinden kann, in die das aus der Fortsetzung austretende Gut oder
Material eingestreut werden kann.
[0012] Der erfindungsgemäß abwärts gerichtete Auslaß für das Schüttgut aus der Fortsetzung
kann ein im wesentlichen nach unten offener Schlitz sein. Dies fördert die gewünschte
stetige und weitgehend gleichmäßige Einstreuung der Schüttgut- oder Baustoffmischung
in die im wesentlichen darunter oder tiefer befindliche Anmachflüssigkeit. Außerdem
vergrößert der Schlitz die Einstreufläche des anzumachenden Gutes und trägt dadurch
dazu bei, eine Klumpenbildung von vorneherein zu vermeiden.
[0013] Dabei ist es vorteilhaft, wenn der als Auslaß dienende Schlitz an der in Gebrauchsstellung
tiefsten Stelle der etwa horizontal orientierten Fortsetzung angeordnet ist und sich
in Förderrichtung, insbesondere konisch, erweitert. Entsprechend gut verteilt sich
das Schüttgut bei seinem Austritt aus dem Auslaß über dessen Länge.
[0014] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung kann darin bestehen, daß die
stutzenförmige Fortsetzung an ihrem dem Dosierkanal abgewandten, innerhalb der Mischkammer
befindlichen Ende stirnseitig verschlossen ist, wobei eine auf der Mischwelle mitrotierende
Scheibe und/oder ein an der Fortsetzung radial nach innen etwa bis zur Welle reichender
Ring als Verschluß vorgesehen sind. Dadurch kann erreicht werden, daß die anzumachende
Schüttgut- oder Baustoffmischung ausschließlich in Richtung der Schwerkraft nach unten
und nicht auch noch an der dem Dosierkanal abgewandten Stirnseite aus der Fortsetzung
austritt und dadurch in Bereiche der Mischkammer gelangt, in der die Anmachflüssigkeit
schon weitgehend mit der anzumachenden Mischung vermischt ist.
[0015] Entweder genügt eine mitrotierende Scheibe oder ein von außen her gegen die durchgehende
Welle gerichteter Ring, jedoch können auch diese beiden Elemente gemeinsam für den
stirnseitigen Verschluß der stutzenförmigen Fortsetzung herangezogen werden.
[0016] Um ein Eindringen von Feuchtigkeit oder angemachter Baustoffmischung entgegen der
Förderrichtung in den Dosierkanal oder auch schon in die Fortsetzung beispielsweise
unmittelbar nach dem Abschalten der Vorrichtung zu verhindern, kann die Fortsetzung
an ihrem Umfang mit einer zumindest über den größten Teil ihrer Länge verlaufenden
Abschirmung größeren Durchmessers versehen sein, die im Bereich des Auslasses oder
Austrittsschlitzes unterbrochen ist. In der Mischkammer durch die Mischwerkzeuge herumgewirbelte
Mischungsbestandteile werden dadurch bei ihrem Herabfallen daran gehindert, in den
Bereich der Fortsetzung zu gelangen. Sie werden vielmehr mit Hilfe der Abschirmung
von dieser auf Abstand gehalten. Zwar ist die Abschirmung an der unteren Seite der
Fortsetzung im Hinblick auf den dort vorgesehenen Austrittsschlitz unterbrochen, jedoch
müßten dort Mischungsbestandteile entgegen der Schwerkraft bewegt werden, um in die
Fortsetzung selbst oder sogar in den Dosierkanal zu gelangen, was auch bei starken
Mischbewegungen nicht zu erwarten ist, zumal die Mischwerkzeuge eine vom Zentrum der
Vorrichtung nach außen gerichtete Zentrifugalkraft erzeugen.
[0017] Dabei ist es günstig, wenn die Ränder der Abschirmung der Fortsetzung Abtropfkanten
bilden oder sind. Dies trägt dazu bei, von der Abschirmung abtropfendes Anmachwasser
oder schon teilweise angemachtes Mischgut von dem eigentlichen Auslaß oder Austrittsschlitz
der Fortsetzung fernzuhalten.
[0018] Besonders günstig ist es dabei, wenn die Unterbrechung der Abschirmung etwa radial
zur Mittelachse verlaufende Begrenzungen hat, die gemeinsam einen Winkel von weniger
als 180°, beispielsweise von etwa 120° oder weniger einschließen. Dadurch kann ein
Eindringen von unten her zwischen die Fortsetzung und deren Abschirmung verhindert
werden.
[0019] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung und insbesondere der Abschirmung und ihrer
Verbindung mit der stutzenförmigen Fortsetzung ist Gegenstand von Anspruch 11. Durch
die dort geschilderten Maßnahmen wird verhindert, daß Mischgut zwischen die Abschirmung
und die stutzenförmige Fortsetzung gelangen und dort evtl. Abbinden kann.
[0020] Anspruch 12 enthält eine Ausgestaltung, die den Streuvorgang beim Austreten des anzumachenden
trockenen Gutes unterstützt und evtl. Brückenbildungen oder Verklumpungen innerhalb
der stutzenförmigen Fortsetzung verhindert.
[0021] Insbesondere kann das Austragen und Ausschieben der noch trockenen oder rieselförmigen
Schüttgut- oder Baustoffmischung aus der Fortsetzung durch das Auflockerungswerkzeug
gemäß Anspruch 9 erleichert und unterstützt werden. Eventuell durch den Dosiervorgang
erfolgte Verpressungen und Kompaktierungen des trockenen Materiales können dadurch
auch wieder rückgängig gemacht werden, so daß nicht etwa schon verklumptes trockenes
Material in die Mischkammer gelangt.
[0022] Anspruch 13 enthält eine Ausgestaltung, durch die ein Zusammendrücken, Verpressen
oder Kompaktieren der noch trockenen oder rieselfähigen Schüttgut- oder Baustoffmischung
von vorneherein vermieden werden kann. Vor allem bei sehr feinkörnigem Schüttgut oder
einer sehr feinkörnigen Baustoffmischung kann durch die Maßnahme des Anspruches 13
erreicht werden, daß die mit Anmachflüssigkeit zu versetzende Mischung beim Austritt
aus der Fortsetzung in die Mischkammer in die dort befindliche Anmachflüssigkeit kontinuierlich
und ohne Klumpenbildung eingestreut werden kann.
[0023] Vor allem bei Kombination einzelner oder mehrerer der vorbeschriebenen Merkmale und
Maßnahmen ergibt sich eine gattungsgemäße Vorrichtung, mit welcher auch sehr feinkörnige
Mischungen mit Anmachflüssigkeit oder Anmachwasser vermischt werden können, ohne daß
es zu einer ungünstigen Klumpenbildung kommt, wobei der konstruktive und maschinelle
Zusatzaufwand an der Vorrichtung in vorteilhafter Weise sehr gering ist und sich praktisch
auf eine etwa stutzenförmige Fortsetzung des Dosierkanales beschränken kann.
[0024] Nachstehend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher
beschrieben. Es zeigt in zum Teil schematisierter Darstellung:
- Fig.1
- einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum kontinuierlichen Anmachen
von Schüttgut- oder Baustoffmischungen mit einem trichterförmigen Beschickungsbehälter,
einer Dosiervorrichtung und einer Mischkammer, wobei durch den Bereich unterhalb des
Beschickungsbehälters, durch die Dosiervorrichtung und deren Dosierkanal und durch
den die Mischkammer eine ggfs. unterteilte Welle durchgeht, die mit einem Motor angetrieben
ist und wobei an dem dem Beschickungsbehälter und dem Motor entgegengesetzten Ende
der Mischkammer eine Austragöffnung für eine angemachte Mischung angeordnet ist,
- Fig.2
- in vergrößertem Maßstab die in Fig.1 mit X gekennzeichnete Einzelheit am Übergang
von dem Dosierkanal in die Mischkammer,
- Fig.3
- eine Ansicht der Einzelheit X in Richtung des Pfeiles A in Fig. 2, also auf die Unterseite
des Übergangsbereiches von der Dosiervorrichtung in die Mischkammer, wobei die Mischkammer
geschnitten dargestellt ist, sowie
- Fig.4
- eine Stirnansicht der Einzelheit X in Richtung des Pfeiles B in Fig. 2.
[0025] Eine im ganzen mit 1 bezeichnete Vorrichtung dient zum Anmachen von trockenem oder
rieselfähigem Schüttgut, insbesondere zum Anmachen von Baustoffmischungen und dabei
bevorzugt von solchen aus feinkörnigen Mischungsbestandteilen. Beispielsweise können
mit der Vorrichtung 1 Spachtel-oder Klebemörtel oder dergleichen feinkörnige Mörtel,
Putze oder dergleichen angemacht werden.
[0026] In Fig.1 erkennt man bei einer solchen Vorrichtung 1 im links dargestellten Bereich
eine Zuführung oder im ganzen mit 2 bezeichnete Beschickungsvorrichtung, die vor allem
einen Beschickungsbehälter 3 aufweist, dessen Auslaß gegebenenfalls mit einem Verschluß
4 verschlossen oder auch geöffnet werden kann. Unterhalb dieses Beschickungsbehälters
3 gelangt die noch trockene Mischung in den Bereich einer Zuführschnecke 5, die zu
einer im ganzen mit 6 bezeichneten koaxialen Dosiervorrichtung 6 führt und die Mischung
in diese Dosiervorrichtung 6 befördert. Die Dosiervorrichtung 6 ist im Ausführungsbeispiel
im wesentlichen durch einen Dosierkanal 7 und eine darin rotierende Dosierschnecke
8 gebildet, wobei sich die Dosierschnecke 8 in Fortsetzung der Zuführschnecke 5 befindet.
[0027] Zu der Anmach-Vorrichtung 1 gehört außerdem eine sich in Förderrichtung an die Dosiervorrichtung
6 anschließende, etwa rohrförmige Mischkammer 9, in welcher eine rotierende Welle
10 mit Rühr- und Mischwerkzeugen 11 angeordnet ist und an deren in Fig.1 rechts dargestelltem
Ende eine Austragöffnung 12 für das angemachte Mischgut angeordnet ist, an die sich
ein Auslaßstutzen 12a anschließt. Die Welle 10 ist dabei am Ende des Dosierkanales
7 mit der Welle 13 gekuppelt, die die Zuführschnecke 5 und die Dosierschnecke 8 trägt,
so daß mit einem einzigen Antriebsmotor 14 die Zuführschnecke 5, die Dosierschnecke
8 und die Welle 10 mit den Mischwerkzeugen 11 synchron und in übereinstimmender Drehrichtung
angetrieben werden können.
[0028] Sowohl in Fig.1 als auch besonders deutlich in den Fig.2 und 3 ist dargestellt, daß
der Dosierkanal 7 auf seiner der Beschickungsvorrichtung 2 oder dem Beschickungsbehälter
3 abgewandten Seite, also praktisch an seinem Austritt in die Mischkammer 9, eine
Fortsetzung 15 aufweist, die in die Mischkammer 9 hineinragt bzw. sich praktisch vollständig
innerhalb dieser Mischkammer 9 und zwar an deren Anfang befindet, der der Austragöffnung
12 entgegengesetzt ist, wo also der Vorgang des Vermischens der zunächst trockenen
Baustoffmischung mit einer Anmachflüssigkeit beginnt.
[0029] Der in Fig. 1, 2 und 4 schematisiert angedeutete Anschluß 16 für eine Zuführleitung
für die Anmachflüssigkeit mündet dabei in Förderrichtung der Dosierschnecke 8 und
der Mischwerkzeuge 11 gesehen vor dem dem Dosierkanal 7 abgewandten Ende dieser Fortsetzung
15 in die Mischkammer 9. Vor allem in den Fig.2 und 3 ist verdeutlicht, daß diese
Fortsetzung 15 bei in Gebrauchsstellung etwa horizontaler Orientierung der gesamten
Vorrichtung 1 und insbesondere auch der Mischkammer 9 einen abwärts gerichteten Auslaß
17 für das zugeführte und dosierte Material, also die zunächst noch schüttfähige oder
trockene Baustoffmischung, hat, so daß diese also durch die Schwerkraft im wesentlichen
in der Mischkammer 9 zunächst nach unten fällt, also in dort schon vorhandene Anmachflüssigkeit
eingestreut wird.
[0030] Die Fortsetzung 15 hat im Ausführungsbeispiel die Form eines Stutzens, wobei vor
allem Fig.2 zeigt, daß diese stutzenförmige Fortsetzung 15 an ihrer Innenseite mit
der Innenbegrenzung oder Innenwand des Dosierkanales 7 etwa bündig ist. Gegebenenfalls
kann diese stutzenförmige Fortsetzung 15 in ihrem Inneren auch einen etwas größeren
Querschnitt als der Dosierkanal 7 haben. Somit wird das von der Zuführschnecke 5 und
der Dosierschnecke 8 in diese stutzenförmige Fortsetzung 15 beförderte Material nicht
gebremst oder am Eintritt in diese Fortsetzung 15 in irgendeiner Weise gehindert.
[0031] Die Mischkammer 9 hat insgesamt und somit auch im Bereich der Fortsetzung 15 eine
größere radiale Abmessung als der Dosierkanal 7 und seine Fortsetzung 15 und zwar
der Art, daß die Mischkammer 9 im Bereich der Fortsetzung 15 einen diese umgebenden
Ringraum bildet. Dabei ist die Mischkammer 9 durch eine radial gegenüber dem Dosierkanal
7 und der Fortsetzung 15 verlaufende, durch deren Innenöffnungen oder Innenlängshöhlung
durchsetzte Abschlußwandung 18 abgeschlossen. An dieser Abschlußwandung 18 beginnt
also praktisch die Mischkammer 9 und erstreckt sich bis zu ihrer Austragöffnung 12.
Durch diese Anordnung und durch die den an der Fortsetzung 15 nach unten offenen Auslaß
17 ergibt sich, daß das aus der Fortsetzung 15 austretende Schüttgut, also die anzumachende
Baustoffmischung, im Bereich dieser Abschlußwandung 18 vor allem im unteren Bereich
der Mischkammer 9 auf die Anmachflüssigkeit, in der Regel Wasser, trifft. Im Ausführungsbeispiel
ist deshalb auch der Anschluß 16 für die Anmachflüssigkeit unterhalb einer horizontalen
Durchmesserebene durch die Mischkammer 9 und durch die Fortsetzung 15 an der Abschlußwandung
18, diese durchsetzend, angeordnet. Er könnte jedoch auch an der horizontalen Gehäusewandung
der Mischkammer 9 in diese eintreten, insbesondere neben oder unter der Fortsetzung
15. Dabei kann dieser nur schematisch angedeutete Anschluß 16 zu seiner Mündung hin
schräg abwärts verlaufen, um beim Stillsetzen der Vorrichtung 1 einen Rücklauf von
Flüssigkeit und/oder angemachter Mischung zu vermeiden.
[0032] In Fig.3 erkennt man, daß der abwärtsgerichtete Auslaß 17 für die feinkörnige Schüttgutmischung
ein an der Unterseite der Fortsetzung 15 angeordneter Schlitz ist, der sich im Ausführungsbeispiel
in Förderrichtung, also zu dem von dem Dosierkanal 7 abgewandten Ende hin, konisch
erweitert. Dieser als Auslaß 17 dienende Schlitz befindet sich dabei in Gebrauchsstellung
gem. Fig.2 bis 4 an der tiefsten Stelle der etwa horizontal orientierten stutzenförmigen
Fortsetzung 15, so daß er das Einstreuen in das im unteren Bereich der Mischkammer
9 befindliche Anmachwasser und damit eine Vermeidung einer Klumpenbildung begünstigt.
[0033] Gem. Fig.2 und 4 ist die Fortsetzung 15 an ihrem dem Dosierkanal 7 abgewandten, innerhalb
der Mischkammer 9 befindlichen Ende stirnseitig verschlossen, wobei in diesem Falle
eine auf der Mischwelle 10 mitrotierende Scheibe 19 oder ein an der Fortsetzung 15
radial nach innen etwa bis zu der Welle 10 reichender Ring als Verschluß dient. Dabei
läßt diese Scheibe 19 die Stirnseite des als Schlitz ausgebildeten Auslasses 17 gemäß
Fig.4 frei, so daß die gesamte Länge dieses Schlitzes für das Austreuen der anzumachenden
Mischung zur Verfügung bleibt, obwohl die Scheibe 19 innerhalb der Fortsetzung 15
an deren Ende und mit deren Ende bündig angeordnet ist.
[0034] Bei gleichzeitiger Betrachtung der Figuren 2 bis 4 wird ferner deutlich, daß die
Fortsetzung 15 an ihrem Umfang mit einer über ihre gesamte Länge verlaufenden Abschirmung
20 größeren Durchmessers versehen ist, die aber im Bereich des Auslasses 17 bzw. des
Austrittsschlitzes unterbrochen ist und diesem gegenüber gemäß Fig.4 noch einen gewissen
beidseitigen Abstand einhält. Durch diese Abschirmung wird ein Ablagern von Baustoffmischungsbestandteilen
auf der Fortsetzung 15 verhindert, zumal auch in diesem Bereich der Abschirmung 20
noch Mischwerkzeuge 11 wirksam sind.
[0035] Das Ende der Fortsetzung 15 ist dabei über einen radial abstehenden Steg 21 mit der
Abschirmung 20 dicht verbunden. Auch im Bereich der Unterbrechung der Abschirmung
20 nahe dem Auslaß 17 verbinden axial angeordnete Abschlußwandungen 22 die Abschirmung
20 mit der Fortsetzung 15, so daß also der Zwischenraum zwischen der Fortsetzung 15
und ihrer Abschirmung 20 zumindest gegenüber der Mischkammer 9 und deren Innenraum
allseitig geschlossen ist.
[0036] Fig.4 zeigt dabei deutlich, daß die Ränder der Abschirmung 20 an ihrer Verbindung
mit den Abschlußwandungen 22 Abtropfkanten bilden, so daß also durch die Mischwerkzeuge
11 auch über die Abschirmung 20 bewegtes Anmachwasser oder Mischgut von dem Auslaß
17 ferngehalten wird. Die Unterbrechung der Abschirmung 20 hat also etwa radial zur
Mittelachse verlaufende Begrenzungen durch diese Abschlußwandungen 22, die dabei gemeinsam
einen Winkel von weniger als 180°, beispielsweise im Ausführungsbeispiel von etwa
120° oder weniger einschließen. In diesem Winkelraum zwischen den im Winkel zueinanderstehenden
Abschlußwandungen 22 befindet sich der dadurch abgeschirmte Auslaß 17, ohne daß der
Austritt des Mischgutes aus diesem Auslaß 17 behindert wird.
[0037] In Fig. 1 und 2 erkennt man, daß die Mischwelle 10 in die Fortsetzung 15 ragt und
dort, also im Inneren der Fortsetzung 15, ein Auflockerungswerkzeug 23, zweckmäßigerweise
einen in Förderrichtung wirksamen Gewindegang, oder gegebenenfalls auch mehrere Gewindegänge
je nach Länge der Fortsetzung 15, trägt, wobei dieses gewindeartige Auflockerungswerkzeug
23 wiederum in Förderrichtung, also in Fortsetzung der Dosierschnecke 8 wirksam ist
und somit eine Doppelfunktion ausübt, indem es einerseits eventuell Verklumpungen
oder Kompaktierungen des noch trockenen oder rieselfähigen Gutes innerhalb der Fortsetzung
15 verhindert und andererseits auch das "Ausstreuen"durch den Auslaß 17 in die Anmachflüssigkeit
begünstigt.
[0038] Eine weitere Maßnahme zur Verhinderung von Kompaktierungen und Materialverdichtungen
im noch trockenen Bereich der Vorrichtung 1 erkennt man in Fig.1. Diese Maßnahme besteht
darin, daß die Dosierschnecke 8 in Förderrichtung gesehen in ihrem hinteren Bereich,
also vor der stutzenförmigen Fortsetzung 15 und dem Eintritt in diese eine zunehmende
Höhe oder Steigung ihrer Schneckengänge gegenüber ihrem Anfangsbereich hat, so daß
das dosierte Material zwischen den einzelnen Gängen der Dosierschnecke 8 in Förderrichtung
gesehen vor der Fortsetzung 15 mehr Platz findet und deshalb eine Zusammendrückung
vermieden wird.
[0039] Die vorstehend mehrfach erwähnte Förderrichtung ist in Fig.1 durch den Pfeil Pf1
angedeutet.
[0040] Insgesamt ergibt sich eine Anmach-Vorrichtung 1 in einer bewährten Bauweise, mit
der aber auch sehr feinkörnige Mischungen angemacht werden können, ohne daß es in
der Mischkammer 9 zu Klumpenbildungen kommt, weil dort die zunächst trockene Mischung
nicht ihrerseits mit Anmachwasser besprüht oder vernetzt, sondern ihrerseits in das
Anmachwasser oder die Anmachflüssigkeit eingestreut und eingeschüttet wird. Da gleichzeitig
in diesem Bereich, in dem die Mischung und die Anmachflüssigkeit aufeinandertreffen,
Mischwerkzeuge 11 wirksam sind, ergibt sich eine gute Durchmischung und eine Vermeidung
von Klumpenbildungen.
[0041] Die Vorrichtung 1 dient zum Anmachen, bevorzugt zum kontinuierlichen Anmachen von
Schüttgut- oder Baustoffmischungen mit einer Anmachflüssigkeit, wobei es bevorzugt
um feinkörnige Mischungen geht, bei denen die Gefahr einer Klumpenbildung während
des Anmachvorganges weitestgehend vermieden werden soll. Die Vorrichtung 1 hat eine
Beschickungsvorrichtung 2, in Förderrichtung dahinter eine Dosiervorrichtung 6 und
wiederum in Förderrichtung daran anschließend eine Mischkammer 9 mit einem darin mündenden
Anschluß 16 für die Anmachflüssigkeit. Verklumpungen können dadurch vermieden werden,
daß der Dosierkanal 7 auf seiner der Beschickungsvorrichtung 2 abgewandten Seite eine
Fortsetzung 15 aufweist, die in die Mischkammer 9 hineinragt, und daß der Anschluß
16 für die Anmachflüssigkeit in Förderrichtung gesehen vor dem Ende dieser Fortsetzung
15 in die Mischkammer 9 eintritt und daß die Fortsetzung 15 einen im wesentlichen
abwärts gerichteten Auslaß 17 für die in ihr zugeführte und dosierte Schüttgut- oder
Baustoffmischung hat, so daß diese bei ihrem Eintritt aus dem Dosierkanal 7 und dessen
Fortsetzung 15 in die Mischkammer 9 die Anmachflüssigkeit gewissermaßen "vorfindet"
und in diese eingestreut wird, wodurch insbesondere im Zusammenwirken mit in der Mischkammer
9 wirksamen Mischwerkzeugen 11 eine Klumpenbildung auch bei ausschließlich fein- und
feinstkörnigem Material vermieden wird.
1. Vorrichtung (1) zum kontinuierlichen Anmachen von Schüttgut- oder Baustoffmischungen,
insbesondere von feinkörnigem Mörtel, Putz, Spachtel- oder Klebemörtel oder dergleichen,
mit einer Zuführung oder Beschickungsvorrichtung (2), z.B. mit einem Beschickungsbehälter,
mit einer sich in Förderrichtung daran anschließenden Dosiervorrichtung (6) für die
anzumachende Schüttgutmischung, mit einer etwa rohrförmigen Mischkammer (9) und mit
einem in diese mündenden Anschluß (16) für die Anmachflüssigkeit, wobei die Dosiervorrichtung
(6) eine in einem Dosierkanal (7) rotierende Dosierschnecke (8) ist und in der Mischkammer
(9) eine rotierende Welle (10) mit Rühr- oder Mischwerkzeugen (11) sowie nahe dem
oder am Ende der Mischkammer (9) eine Austragöffnung (12) angeordnet sind und der
Dosierkanal (7) auf seiner der Beschickungsvorrichtung (2) oder dem Beschickungsbehälter
(3) abgewandten Seite eine Fortsetzung (15) aufweist, die in die Mischkammer (9) ragt
und die Fortsetzung (15) bei in Gebrauchsstellung etwa horizontaler Orientierung einen
im wesentlichen abwärts gerichteten Auslaß (17) für die zugeführte und dosierte Schütt-
oder Baustoffmischung hat, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschluß (16) für die Anmachflüssigkeit - in Förderrichtung der Dosierschnecke
(8) und der Mischwerkzeuge gesehen - vor dem Ende dieser Fortsetzung (15) in die Mischkammer
(9) mündet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fortsetzung (15) des
Dosierkanales (7) die Form eines Stutzens hat und daß diese stutzenförmige Fortsetzung
(15) zumindest an ihrer Innenseite mit der Innenbegrenzung oder Innenhöhlung des Dosierkanales
(7) etwa bündig ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der, insbesondere
schräg abwärtsverlaufende Anschluß (16) für die Anmachflüssigkeit unterhalb oder in
einer horizontalen Durchmesserebene durch die Mischkammer (9) und die Fortsetzung
(15) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Mischkammer (9) durch eine
radial gegenüber dem Dosierkanal (7) und/oder der Fortsetzung (15) verlaufende Abschlußwandung
(18) auf der Seite des Dosierkanales abgeschlossen ist, dadurch gekennzeichnet, daß
der Anschluß (16) für die Anmachflüssigkeit an der Abschlußwandung (18) angeordnet
ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der abwärts
gerichtete Auslaß (17) für die Schüttgut- oder Baustoffmischung aus der Fortsetzung
(15) ein im wesentlichen nach unten offener Schlitz ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der als Auslaß (17) dienende
Schlitz an der in Gebrauchsstellung tiefsten Stelle der etwa horizontal orientierten
Fortsetzung (15) angeordnet ist und sich in Förderrichtung, insbesondere konisch,
erweitert.
7. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Fortsetzung (15) an ihrem dem Dosierkanal (7) abgewandten, innerhalb der Mischkammer
(9) befindlichen Ende stirnseitig verschlossen ist, wobei eine auf der Mischwelle
(10) mitrotierende Scheibe (19) und/oder ein an der Fortsetzung (15) radial nach innen
etwa bis zur Welle (10) reichender Ring als Verschluß vorgesehen sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Fortsetzung
(15) an ihrem Umfang mit einer zumindest über den größten Teil ihrer Länge verlaufenden
Abschirmung (20) größeren Durchmessers versehen ist, die im Bereich des Auslasses
(17) oder Austrittschlitzes unterbrochen ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Ränder
der Abschirmung (20) der Fortsetzung (15) Abtropfkanten bilden oder sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterbrechung
der Abschirmung (20) etwa radial zur Mittelachse verlaufende Begrenzungen hat, die
gemeinsam einen Winkel von weniger als 180°, beispielsweise von etwa 120° oder weniger
einschließen.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Ende
der Fortsetzung (15) über einen radial abstehenden Steg (21) oder dergleichen mit
der Abschirmung (20) verbunden ist und daß im Bereich der Unterbrechung der Abschirmung
nahe dem Auslaß (17) axial angeordnete Abschlußwandungen (22) die Abschirmung (20)
und die Fortsetzung (15) verbinden, so daß der Zwischenraum zwischen der Fortsetzung
(15) und der Abschirmung (20) ein wenigstens gegenüber der Mischkammer (9) allseitig
verschlossener Hohlraum ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Welle
der Dosierschnecke und/oder die Mischwelle (10) in die Fortsetzung (15) ragt und dort
ein Auflockerungswerkzeug (23), beispielsweise einen in Förderrichtung wirksamen Gewindegang
trägt, der gegebenenfalls eine Fortsetzung der Dosierschnecke (8) ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Dosierschnecke
(8) in Förderrichtung gesehen in ihrem hinteren Bereich vor der Fortsetzung (15) eine
zunehmende Höhe ihrer Schneckengänge als in ihrem Anfangsbereich hat.