[0001] Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zum Binden von Gegenständen, insbesondere Kabelbäumen,
gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bekannte Kabelbindewerkzeuge (EP-B 261 697), enthalten einen Bandvorschubkanal zum
Vorschieben eines Bandes zu dem zu bindenden Gegenstand. Der Bandvorschubkanal ist
auf einer Seite von einem Schrittförderer begrenzt, der zum Einzug eines die Bänder
nebeneinander enthaltenden Magazinstreifens bestimmt ist. Dabei ist es auch bekannt,
einen Teil des Werkzeugkörpers abklappbar derart zu gestalten, daß der Bereich zugänglich
wird, in welchem der Magazinstreifen zum Bandvorschubkanal gefördert wird. Dies soll
es ermöglichen, etwaige Störungen zu beseitigen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Werkzeug zu schaffen, bei dem die störungsgefährdeten
Bereiche leichter zugänglich sind.
[0004] Die erfindungsgemäße Lösung besteht in den Merkmalen des Anspruchs 1 und vorzugsweise
denjenigen der Unteransprüche. Danach ist vorgesehen, daß der Schrittförderer und
der Werkzeugkörper leicht voneinander trennbar ausgebildet sind. Anders ausgedrückt,
sind die Trennflächen, die nach dem Abheben eines Werkzeugteils vom anderen zugänglich
werden, durch den Bandvorschubkanal gelegt.
[0005] Vorzugsweise ist der Schrittförderer von dem Werkzeug abklappbar. Er besteht zweckmäßigerweise
aus einem mit dem Werkzeugkörper abnehmbar verbundenen bzw. abklappbaren Gehäuse,
einer Einzugstrommel mit zwischen aufeinanderfolgende Bänder des Magazinstreifens
fassenden Vorsprüngen am Umfang und einer Rasteinrichtung zum Sichern der Einzugstrommel
in einer Ruheposition. Die Rasteinrichtung soll dafür sorgen, daß die Einzugstrommel
nach dem Abnehmen bzw. Abklappen des Schrittförderers vom Werkzeugkörper genau dieselbe
Stellung wie vorher hat.
[0006] Alle dem Antrieb dienenden Einrichtungen sind zweckmäßigerweise im Werkzeugkörper
vereinigt. Das bedeutet, daß die Antriebsbewegung für die Einzugstrommel vom Werkzeugkörper
auf den Schrittförderer übertragen werden muß. Dafür werden zweckmäßigerweise Nockenpaare
vorgesehen, d. h. je ein am Werkzeugkörper angeordneter Nocken setzt einen am Schrittförderer
vorgesehenen Nocken in Bewegung. Darunter fällt auch eine Verzahnung, die jeweils
eine Vielzahl solcher Nocken (Zähne) hintereinander enthält. Besonders vorteilhaft
ist eine Ausführung, bei der vom Werkzeugkörper eine Zahnstange in den Bereich eines
am Schrittförderer angeordneten und mit der Einzugstrommel nur in der Vorschubrichtung
drehverbundenen Zahnrads quer zur Trennfläche vorragt.
[0007] Der Nocken- bzw. Verzahnungseingriff sollte so gestaltet sein, daß die Position der
Einzugstrommel sich nicht infolge der Relativbewegung der Nocken zueinander verändert,
die beim Abklappen des Schrittförderers vom Werkzeugkörper stattfindet. Wenn diese
Relativbewegung des Zahnrades in der Richtung stattfindet, die nicht die Vorschubrichtung
ist, ist dies belanglos, weil es in dieser Richtung keinen Drehantrieb auf die Trommel
ausübt. In der anderen Richtung sollte es sich nur bei der Öffnungsbewegung drehen
können, damit die Rasteinrichtung nach dem Öffnen die Trommel wieder in die richtige
Stellung bringen kann. Statt dessen kann auch vorgesehen sein, daß die Richtung der
zusammenwirkenden Flanken der Nockenpaare etwa in Richtung eines Kreisbogens um die
Klappachse des Schrittförderers verläuft, so daß die Flanken beim Zurückschwenken
des Schrittförderers zum Werkzeugkörper hin parallel aneinander entlanggleiten, oder
sich voneinander entfernen.
[0008] Die Erfindung wird im folgenden näher unter Bezugnahme auf die Zeichnungen erläutert,
die ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel veranschaulichen. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Gesamtansicht des Werkzeugs; und
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch den oberen Bereich des Werkzeugs.
[0009] Das Werkzeug 1 umfaßt einen langgestreckten Werkzeugkörper 2, der mittels eines Handgriffs
3 pistolenartig gehalten werden kann und dessen Bindefunktion mittels eines am Handgriff
3 vorgesehenen Hebels oder Schiebers ausgelöst wird. Am vorderen Ende trägt er eine
Umschlingungszange 5, die das jeweils bindende Band um den zu bindenden Gegenstand
führt. Am Rücken des Werkzeugkörpers 2 ist innerhalb eines besonderen Trommelgehäuses
6 eine Einzugstrommel 7 parallel zur Längsrichtung des Werkzeugkörpers 2 drehbar gelagert.
Das Trommelgehäuse 6 ist bei 8 schwenkbar am Werkzeugkörper 2 gelagert, wobei das
Trommelgehäuse 6 und der Werkzeugkörper 2 in der geschlossenen Stellung durch geeignete
Rasteinrichtungen 9 fest miteinander verbunden sind. Werden die Rasteinrichtungen
9 gelöst, so kann das Trommelgehäuse 6 mit der darin gelegenen Anordnung von dem Werkzeugkörper
2 abgeschwenkt werden. Die im geschlossenen Zustand einander gegenüberliegenden Trennflächen
10 und 11 des Trommelgehäuses bzw. des Werkzeugkörpers 11 liegen dann frei.
[0010] In diesen Trennflächen 10, 11 ist der Bandvorschubkanal 12 gelegen, durch den jeweils
ein Band durch nicht gezeigte Vorschubmittel zur Umschlingungszange 5 vorgeschoben
werden kann, um einen zu bindenden Gegenstand zu umschlingen. Dieser Kanal wird einerseits
von dem Werkzeugkörper 2 und andererseits von einer der Ausnehmungen 13 zwischen Umfangsvorsprüngen
14 der Einzugstrommel 7 gebildet. Diese wird von Bindevorgang zu Bindevorgang durch
eine später zu erläuternde Antriebseinrichtung jeweils um einen der Teilung der Vorsprünge
14 entsprechenden Winkelabstand im Uhrzeigersinn weitergeschaltet, um jeweils ein
neues Band in die bindebereite Stellung im Vorschubkanal 12 zu bringen. Die Bänder
sind innerhalb eines nicht dargestellten Magazinstreifens gehalten und werden in bekannter
Weise während ihres Förderwegs in den Ausnehmungen 13 der Trommel 7 voneinander oder
von einem sie verbindenden, durchlaufenden Strang getrennt.
[0011] Die korrekte Lage des Bandes im Bandvorschubkanal ist von der Stellung der Einzugstrommel
7 abhängig. Es ist deshalb eine Rastvorrichtung vorgesehen, die die korrekte Ruhestellung
der Einzugstrommel sichert. Diese Rasteinrichtung wird einerseits von den Vorsprüngen
14 der Trommel und andererseits von einer Rolle 15 gebildet, die an einem Hebel 16
angeordnet ist, der um eine am Trommelgehäuse feste Achse 17 schwenkbar ist und durch
Federkraft im Gegenuhrzeigersinn beaufschlagt ist. Er kann mit einem Fortsatz 18 versehen
sein, der im vorliegenden Fall in den Bereich des Werkzeugkörpers 2 hinabragt, um
dort mit einem Endschalter oder dergleichen zusammenzuwirken, der die korrekte Raststellung
des Hebels 16 und damit auch die korrekte Ruhestellung der Einzugstrommel 7 feststellt
und im Falle einer unkorrekten Position das Werkzeug anhält.
[0012] An der Einzugstrommel 7 ist koaxial damit ein Zahnrad 20 gelagert, das gegenüber
der Trommel 7 drehbar ist. Undrehbar verbunden mit der Trommel ist ein Zahnrad 21,
in dessen Zahnumfang eine Knagge 22 eingreift, die fest mit dem Zahnrad 20 verbunden
ist. In die Zähne des Zahnrads 20 greift eine Zahnstange 23 ein, die aus dem Werkzeugkörper
in den Bereich der Trommel hochragt. Sie ist hin- und hergehend angetrieben, um den
Schrittvorschub der Einzugstrommel zu bewirken. Bewegt sie sich nach unten, so dreht
sie das Zahnrad 21 im Uhrzeigersinn. Da bei dieser Drehrichtung die Zahnräder 20,
21 durch die Knagge 22 drehfest miteinander verbunden sind, dreht sich auch die Trommel,
wobei sich einer ihrer Vorsprünge unter der Rastrolle 15 hindurchbewegt. Diese rastet
dann zwischen dem nächsten Vorsprungspaar wieder ein. Die Hubbewegung der Zahnstange
23 bleibt für die Einzugstrommel folgenlos, weil dabei das im Gegenuhrzeigersinn bewegte
Zahnrad 20 nicht mit dem Zahnrad 21 drehverbunden ist.
[0013] Wird das Trommelgehäuse 6 vom Werkzeugkörper 2 um die Klappachse 8 weggeklappt, so
bewegen sich die im Eingriff mit der Zahnstange 23 befindenden Zähne des Zahnrads
20 in Pfeilrichtung 24; das ist die Richtung eines Kreisbogens um die Achse 8. Wenn
die oberen Flanken der Zähne des Zahnrads 20 und die unteren Flanken der Zahnstangenzähne
etwa in der Richtung des Pfeils 24 verlaufen, gleiten sie bei der Klappbewegung aneinander
parallel entlang, ohne daß es zu einer praktisch erheblichen gegenseitigen Verdrängung
kommt. Die Einzugstrommel 7 und die Zahnstange 23 können daher ihre gegenseitige Stellung
beibehalten, wenn das Trommelgehäuse abgeklappt bzw. wieder geschlossen wird. Wenn
diese geometrische Bedingung nicht erfüllt ist, und das Zahnrad 20 beim Öffnen ein
wenig im Uhrzeigersinn gedreht wird, schadet dies nicht, da die Trommel durch die
Rasteinrichtung 14, 15 sofort in die Ruheposition zurückgedreht wird, sobald die Zähne
der Zahnstange 23 und des Zahnrads 20 nicht mehr miteinander in Eingriff sind. Beim
Zurückklappen kann es geschehen, daß ein Zahn des Zahnrads 20 nicht in die Zahnlücke
der Zahnstange 23 gelangt, in der er vor dem Aufklappen gewesen war, und das Zahnrad
20 ein wenig im Gegenuhrzeigersinn verdreht wird. Dies wirkt sich aber nicht auf die
Trommelposition aus, weil sie in dieser Richtung nicht mit dem Zahnrad 20 drehverbunden
ist.
1. Werkzeug zum Binden von Gegenständen, insbesondere Kabelbäumen, mittels Bändern, das
einen Bandvorschubkanal (12) zum Vorschieben eines Bandes umfaßt, der auf einer Seite
von einem Werkzeugkörper (2) und auf der anderen Seite von einem Schrittförderer zum
Fördern eines die Bänder nebeneinander enthaltenden Magazinstreifens zum Bandvorschubkanal
(12) begrenzt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Schrittförderer und der Werkzeugkörper
(2) leicht voneinander trennbar ausgebildet sind.
2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schrittförderer von dem
Werkzeugkörper (2) abklappbar ist.
3. Werkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schrittförderer ein
abnehmbar mit dem Werkzeugkörper (2) verbundenes Gehäuse (6), eine Einzugstrommel
(7) mit zwischen aufeinanderfolgende Bänder des Magazinstreifens fassenden Vorsprüngen
(14) am Umfang und eine Rasteinrichtung (15) zum Sichern der Einzugstrommel (7) in
ihrer Ruheposition umfaßt.
4. Werkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb für den Schrittförderer
im Werkzeugkörper (2) angeordnet ist und für die Übertragung der Antriebsbewegung
vom Antriebskörper (2) zum Schrittförderer Nockenpaare vorgesehen sind, insbesondere
eine Verzahnung.
5. Werkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß vom Werkzeugkörper (2) eine
Zahnstange (23) in den Bereich eines am Schrittförderer angeordneten und mit der Einzugstrommel
(7) nur in der Vorschubrichtung drehverbundenen Zahnrads (20) vorragt.
6. Werkzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorschubtrommel mit einer
Rasteinrichtung zur Festlegung ihrer Stillstandspositionen verbunden ist.