[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Ringspinnmaschine mit Spindeln,
die Spindelaufsätze aufweisen, und mit Fadenführern zwischen dem Ausgangswalzenpaar
eines Streckwerkes und den Spindelaufsätzen, wobei die Fadenführer zum Verändern ihres
Abstandes zu den Spindelaufsätzen höhenverlagerbar sind sowie eine Ringspinnmaschine,
die zum Ausführen dieses Verfahrens geeignet ist.
[0002] Unter Spindelaufsätzen im Sinne dieser Anmeldung werden sowohl sogenannte Spinnkronen,
von denen bspw. die FR 1 002 510 eine Ausführungsform zeigt, als auch sogenannte Spinnfinger
gemäß DE 21 12 035 A1 verstanden. Die vorgeschlagenen Verfahren und Vorrichtungen
lassen sich an beiden Arten von Spindelaufsätzen mit Vorteil einsetzen.
[0003] Durch derartige Spindelaufsätze werden die Fadenballone, die sich während des Spinnens
an Ringspinnspindeln zwischen den in Verlängerung der Achsen der Spindeln stehenden
Fadenführern und den auf den Ringen umlaufenden Läufern bilden, unterdrückt oder zumindest
stark reduziert, indem die Fäden sich um die Spindelaufsätze schlingen. Dies führt
dazu, daß die Fadenzugkraft im sog. Spinndreieck am Auslauf des Ausgangswalzenpaares
des Streckwerkes einer Ringspinnmaschine, in dem der Faden noch nicht durch Drehung
voll verfestigt ist und besonders der Gefahr eines Fadenbruches unterliegt, wesentlich
vermindert wird und damit die Fadenbruchrate entscheidend gesenkt wird bzw. es ermöglicht
wird, daß die mögliche Spindeldrehzahl wesentlich erhöht werden kann.
[0004] Durch dieses Umschlingen des Spindelaufsatzes und durch das Umschlingen des Ringläufers
wird der Fadenlauf in drei Zonen mit zunehmender Fadenzugkraft geteilt:
in einen im folgenden als Spinnzone bezeichneten Bereich zwischen dem Ausgangswalzenpaar
des Streckwerkes und dem Spindelaufsatz,
in einen im folgenden als Ballonzone bezeichneten Bereich zwischen dem Spindelaufsatz
und dem Ringläufer und
in eine im folgenden als Aufwindezone bezeichneten Bereich zwischen dem Ringläufer
und der Kopswicklung.
[0005] Es liegt auf der Hand, daß die Fadenzugkraft in der Ballonzone infolge des Umschlingens
des Spindelaufsatzes höher sein wird als in der Spinnzone und in der Aufwindezone
infolge der Umlenkung um den Ringläufer höher als in der Ballonzone. Da durch die
Erfindung nur die Umschlingung an dem Spindelaufsatz beeinflußt wird, nicht jedoch
die Umlenkung um den Ringläufer, kann die Ballonzone und die Aufwindezone im folgenden
als einheitliche Ballon/Aufwindezone behandelt und bezeichnet werden.
[0006] Es ist bekannt (FR 1 002 510), den Abstand zwischen dem Fadenführer und dem Spindelaufsatz
zu verändern. Es ist dort erwähnt, daß die Position des Fadenführers selbsttätig gemäß
dem Aufbau der Spule auf der Spindel geregelt werde. Es ist aber nicht offenbart,
in welchem Sinne und zu welchem Zweck diese Regelung erfolgen könne oder solle.
[0007] Bei einer anderen vorgeschlagenen Vorrichtung zum Verstellen des Abstandes zwischen
dem Fadenführer und dem Spindelaufsatz (IT 1 213 035) erfolgt das Verändern dieses
Abstandes, um die Fadenzugkraft gleich zu halten.
[0008] Der Stand der Technik (DE 25 43 581 A1, Seite 6, Absatz 2) kennt auch schon die Aussage,
daß durch dieses Ändern des Abstandes zwischen dem Fadenführer und dem Spindelaufsatz
die Anzahl der Windungen, mit denen der Faden den Spindelaufsatz umschlingt, verändert
wird.
[0009] Die Erfindung hat erkannt, daß dadurch nicht nur die Fortpflanzung der in der Aufwindezone
hauptsächlich durch das Schleppen des Läufers auf dem Spinnring auftretenden und in
der Ballonzone durch den Luftwiderstand des rotierenden Fadenballons weiter erhöhte
Fadenzugkraft in die Spinnzone vermindert, sondern auch das Verhältnis der Fadenzugkraft
und der Umschlingungskraft in der Spinnzone zu der in der Aufwindezone verändert werden
kann. Sie macht sich diese Erkenntnis dadurch zunutze, daß sie mindestens zwei Fadenbruchraten
ermittelt, jeweils zwei ermittelte Fadenbruchraten miteinander vergleicht und das
Ändern des Abstandes zwischen den Fadenführern und den Spindelaufsätzen in Abhängigkeit
vom Vorzeichen einer Differenz zwischen zwei miteinander verglichenen Fadenbruchraten
funktionsgerecht, d.h. im Sinne einer Verbesserung des Spinnprozesses vornimmt.
[0010] In einer ersten Verfahrensweise werden aufeinanderfolgend und wiederholt Fadenbruchraten
ermittelt, wobei jeweils zwischen dem Ermitteln von Fadenbruchraten den Abstand zwischen
dem Fadenführer und dem Spindelaufsätzen verändert wird, und das Ändern des Abstandes
in Abhängigkeit vom Vorzeichen einer Differenz zwischen den Fadenbruchraten wird funktionsgerecht,
d.h. im Sinne eines Verringerns der Fadenbruchrate vorgenommen.
[0011] Ziel ist hierbei das Minimieren der Fadenbruchrate. Da bei jedem Verfahrensschritt
jeweils nur eine Verringerung der Fadenbruchrate erreicht wird, kann das Minimum nur
in einem einem Regelvorgang ähnelnden "Herantasten" erreicht werden, das unter Umständen
mehrfach wiederholt werden muß.
[0012] In einer zweiten Verfahrensweise werden gleichzeitig und wiederholt Fadenbruchraten
der in einer Spinnzone zwischen dem Ausgangswalzenpaar des Streckwerkes und den Spindelaufsätzen
aufgetretenen Fadenbrüche und der in einer Ballon/Aufwindezone zwischen den Spindelaufsätzen
und dem Aufwindepunkt des Fadens auf die Wicklung aufgetretenen Fadenbrüche ermittelt
und das Ändern des Abstandes wird in Abhängigkeit vom Vorzeichen einer Differenz zwischen
den Fadenbruchraten funktionsgerecht, d.h. im Sinne eines Angleichens der Fadenbruchraten
vorgenommen.
[0013] Ziel ist hierbei zunächst das Angleichen der Fadenbruchzahlen bzw. -raten in den
beiden Zonen. Da die Fadenbruchraten in den beiden Zonen gegenläufig und überproportional
verlaufen, wird bei gleichen Fadenbruchraten in den beiden Zonen ein Minimum der Gesamt-Fadenbruchrate
erreicht, so daß letzten Endes auch hier das Minimieren der Fadenbruchrate als Ziel
gelten kann.
[0014] Die erste ermittelte Fadenbruchrate liefert noch keine Information darüber, in welchem
Sinne der Abstand zwischen den Fadenführern und den Spindelaufsätzen verstellt werden
muß, um die Fadenbruchrate zu verringern. Es wird daher in weiterer Ausgestaltung
der Erfindung vorgeschlagen, daß aufgetretene Fadenbrüche nach dem Ort ihres Auftretens,
also in der Spinnzone oder in der Ballon/Aufwindezone, getrennt erfaßt und zu gesonderten
Fadenbruchraten ausgewertet werden. Wenn dann bspw. die Fadenbruchrate in der Ballon/Aufwindezone
diejenige in der Spinnzone statistisch gesichert übersteigt, kann daraus geschlossen
werden, daß das Verhältnis der Fadenzugkräfte zu Ungunsten derjenigen in der Ballon/Aufwindezone
verschoben ist und demgemäß funktionsgerecht zu verändern ist. Damit wird ein erster,
blind tastender Versuch zum Erkennen der funktionsrichtigen Richtung eines Verstellens
des Abstandes zwischen den Fadenführern und den Spindelaufsätzen vermieden.
[0015] Die Unterscheidung in der Spinnzone bzw. in der Ballon/Aufwindezone aufgetretener
Fadenbrüche kann anhand des Merkmals getroffen werden, daß bei einem in der Ballon/Aufwindezone
aufgetretenen Fadenbruch am Spindelaufsatz ein abgerissener Fadenrest zurückbleibt.
Dies erkennt eine Bedienperson beim Beheben des Fadenbruches und kann diese Information
sinngemäß verwerten.
[0016] Das Erfassen der Fadenbruchrate, das Vergleichen mit einem Sollwert und das Verändern
des Abstandes oder eine oder mehrere dieser Teilfunktionen kann natürlich durch eine
Bedienperson "von Hand" erfolgen. Bevorzugt ist aber vorgesehen, daß mindestens eine
dieser Teilfunktionen, vorzugsweise alle Teilfunktionen selbsttätig durchgeführt werden.
[0017] In dem Falle, in dem die Bedienperson die Unterscheidung nach der Art der Fadenbrüche
treffen muß, kann zumindest das Vergleichen der Fadenbruchraten und/oder das Verändern
des Abstandes zwischen den Fadenführern und den Spindelaufsätzen selbsttätig durchgeführt
werden.
[0018] Beim Betrieb einer Ringspinnmaschine wird in aller Regel eine zulässige Fadenbruchrate
vorgegeben. Die Spindeldrehzahl wird so eingestellt, daß diese Fadenbruchrate jedenfalls
nicht überschritten, im Interesse möglichst hoher Produktion aber auch zumindest annähernd
erreicht wird. Wenn nun gemäß den vorstehend beschriebenen Verfahrensweisen die Fadenbruchrate
auf einen Wert verringert werden konnte, der unter dem zulässigen Wert liegt, wird
nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung die Spindeldrehzahl vorzugsweise selbsttätig
im Sinne einer Annäherung an die zulässige Fadenbruchrate angepaßt. Wenn sie dagegen
noch immer über dem zulässigen Wert liegt, muß die Spindeldrehzahl natürlich entsprechend
vermindert werden.
[0019] Bei einer Ringspinnmaschine, die zum Ausüben dieses Verfahrens geeignet ist, sind
die Fadenführer aller Spindeln an einer gemeinsamen Tragvorrichtung angeordnet, mittels
deren ihr Abstand zu den Spindelaufsätzen in dem in Frage kommenden Abstandsbereich
beliebig verstellbar ist und die zu diesem Zweck eine Antriebsvorrichtung aufweist
sowie eine Steuervorrichtung zum Ansteuern der Antriebsvorrichtung. Dieser Steuervorrichtung
können die erfaßten Fadenbrüche aufgegeben werden, aus denen sie dann - über einen
entsprechenden Zeitraum - die Fadenbruchrate errechnet oder es können ihr bereits
ermittelte Fadenbruchraten aufgegeben werden.
[0020] Fadenbrüche können wie bereits erwähnt durch eine Bedienperson insbesondere jeweils
nach dem Beheben eines Fadenbruches mittels Zähltastern an die Steuervorrichtung gemeldet
werden. Insbesondere ist aber vorgesehen, daß die Ringspinnmaschine mit einer Einrichtung
zum selbsttätigen Erfassen von Fadenbrüchen ausgerüstet ist.
[0021] Da für das gesonderte Erfassen von Fadenbrüchen nach ihrem Auftreten in der Spinnzone
oder in der Ballon/Aufwindezone keine Vorrichtung bekannt ist, die dies selbsttätig
tut, ist in weiterer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß die Ringspinnmaschine
mit Zähltastern zum gesonderten Melden von Fadenbrüchen der beiden unterschiedlichen
Arten durch eine Bedienperson versehen ist. Dabei können gesonderte Zähltaster für
die beiden Arten von Fadenbrüchen eingesetzt werden oder es können Zähltaster verwendet
werden, die zwei gesonderte Tastfunktionen aufweisen.
[0022] In den Figuren der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch
dargestellt. Es zeigen
- Fig. 1
- den Querschnitt durch eine Ringspinnmaschine im Bereich einer Spindel;
- Fig. 2 und 3
- eine Einzelheit der Fig. 1 in anderen Ausführungsformen.
[0023] In der Figur der Zeichnung sind nur die für das Verständnis der Erfindung einer Ringspinnmaschine
üblicher Bauweise erforderlichen Teile einer einzelnen Arbeitsstelle dargestellt.
Es versteht sich, daß die Ringspinnmaschine zu beiden Seiten eine Vielzahl derartiger
Arbeitsstellen aufweist. Diese Teile sind ein Streckwerk 1 mit seinem Ausgangswalzenpaar
2, das Oberteil 3 einer Spindel 4, dessen Spitze mit einem Spindelaufsatz 5 in Form
eines Spinnfingers versehen ist, ein Balloneinengungsring 6 und ein Spinnring 7, auf
dem ein Ringläufer umläuft. Das Oberteil 3 der Spindel 4 trägt eine Hülse 8, auf der
die Wicklung 9 des Kopses gebildet wird.
[0024] Wie üblich weist die Arbeitsstelle auch einen Fadenführer 10 auf, der eine Fadenführeröse
11 besitzt, die an einer mittels eines Scharniers 12 aufklappbaren Fadenführerklappe
13 sitzt. Das Scharnier 12 ist an einem Lagerteil 14 befestigt, das auf einem sich
entlang der Reihe der Arbeitsstellen der Ringspinnmaschine erstreckenden Tragvorrichtung
15 sitzt. Es versteht sich, daß sich die Erfindung auch mit Fadenführern anderer bekannter
Bauart verwirklichen läßt und nicht auf die dargestellte und beschriebene Ausführungsform
beschränkt ist.
[0025] Der Bereich des Laufes des Fadens 16 zwischen Ausgangswalzenpaar 2 des Streckwerkes
1 und dem Spindelaufsatz 5 wird als Spinnzone 17, der Bereich zwischen dem Spindelaufsatz
5 und dem Aufwindepunkt auf der Wicklung 9 als Ballon/Aufwindezone 18 bezeichnet.
[0026] Die Tragvorrichtung 15 weist mehrere, über ihre große Länge verteilte Hub/Senkvorrichtungen
19 auf, die in der dargestellten Ausführungsform als Zahnstangen 20 ausgeführt sind,
in die jeweils ein von einem Stellmotor 21 angetriebenes Ritzel 22 eingreift. Es versteht
sich, daß die Tragvorrichtung 15 auch durch Hub/Senkvorrichtungen beliebig anderer
Art heb- und senkbar sein kann.
[0027] Die Stellmotoren 21 werden durch eine Steuervorrichtung 23 beaufschlagt. Diese enthält
u.a. einen Rechner, der dazu geeignet ist, aus den ihm gemeldeten Fadenbrüchen eine
Fadenbruchrate zu ermitteln, diese zu speichern, sie mit einer nachfolgend ermittelten
Fadenbruchrate zu vergleichen und je nach Ergebnis dieses Vergleiches ein in dem Sinne
funktionsgerechtes Stellsignal an die Stellmotoren 21 derart abzugeben, daß diese
im Sinne einer Verminderung der Fadenbruchrate höhenverstellt werden.
[0028] Der Istwert der Fadenbruchzahl, d.h. die Anzahl der aktuell aufgetretenen Fadenbrüche
kann der Steuervorrichtung 23 durch eine Bedienperson gemeldet werden, indem diese
nach Beheben eines Fadenbruches jeweils einen von mehreren, entlang der Arbeitsstellen
der Ringspinnmaschine angeordneten, handbetätigbaren Zähltastern 24 betätigt, die
mit der Steuervorrichtung verbunden sind. Beim Betätigen eines der Zähltaster 24 wird
jeweils ein Zählimpuls über eine Leitung 25 zum Zähler in der Steuervorrichtung 23
geleitet, der diesen um einen Zählschritt weiterschaltet.
[0029] Aufgetretene Fadenbrüche können der Steuervorrichtung 23 jedoch auch auf nicht näher
dargestellte Weise durch eine selbsttätige Fadenbruch-Erkennungsvorrichtung aufgegeben
werden. Eine bekannte derartige Vorrichtung besteht bspw. aus einem ständig entlang
der Arbeitsstellen hin und her geführten Sensor, der aufgetretene Fadenbrüche fühlt
und an eine Erfassungsvorrichtung, im vorliegenden Falle bspw. unmittelbar an die
Steuervorrichtung 23 meldet. Beim Einsatz selbsttätiger Fadenansetzgeräte können diese
in ebenfalls nicht näher dargestellter Weise mit einer Einrichtung versehen sein,
mittels deren ihr Tätigwerden zum Beheben eines Fadenbruches selbsttätig an die Steuervorrichtung
23 gemeldet wird.
[0030] Vor Inbetriebnahme der Ringspinnmaschine werden die Fadenführer 10 auf den mutmaßlich
richtigen Abstand von bspw. 6 mm zu den Spindelaufsätzen eingestellt. Nach Inbetriebnahme
der Ringspinnmaschine summiert die Steuervorrichtung 23 die ihr gemeldeten Fadenbrüche
über eine ausreichende Zeitspanne und bildet daraus die Fadenbruchrate von bspw. 58
Fadenbrüchen je 1000 Spindelstunden. Dann werden die Fadenführer 10 durch die Steuervorrichtung
23 um eine bestimmte Wegstrecke von bspw. 1 mm höhenverstellt und in dieser Stellung
der Fadenführer erneut eine Fadenbruchrate ermittelt.
[0031] Wenn diese zweite Fadenbruchrate geringer ist als die erste, war die Stellung der
Fadenführer noch nicht optimal und das Verstellen erfolgte in der richtigen Richtung.
Es kann nochmals ein Verstellen in dieser Richtung erfolgen, bis keine Verbesserung
der Fadenbruchrate mehr auftritt - dann ist das Minimum erreicht. Wenn dagegen die
nachfolgend ermittelte Fadenbruchrate schlechter ist als die vorhergehende, erfolgte
das Verstellen in der falschen Richtung - es muß in der anderen Richtung verstellt
werden.
[0032] Wie schon erwähnt, erfolgt das erste Verstellen nach unten "blind", d.h. ohne zu
wissen, ob das gesuchte Minimum in dieser Verstellrichtung zu suchen ist. Um dies
zu vermeiden und sogleich in der "richtigen" Verstellrichtung fahren zu können, können
gemäß Fig. 2 gesonderte Zähltaster 24, 24' für die beiden unterschiedlichen Fadenbrucharten
vorhanden sein oder es können gemäß Fig. 3 Zähltaster 24'' vorgesehen sein, mittels
deren bspw. durch gestuft tiefes, mittels erhöhten Druckwiderstandes unterscheidbares
Drücken zwei unterscheidbare Zählsignale für Fadenbrüche in der Spinnzone und in der
Ballon/Aufwindezone abgegeben werden können.
[0033] Diese Lösung läßt eine Aussage zu, in welcher Verstellrichtung das Minimum zu suchen
ist und beschleunigt so dessen Auffinden.
[0034] Wenn das ermittelte Minimum der Fadenbruchrate geringer ist als eine zugestandene
Fadenbruchrate, kann die Spindeldrehzahl der Ringspinnmaschine erhöht und damit die
Produktion gesteigert werden, bis die zugestandene Fadenbruchrate erreicht ist. In
diesem Betriebspunkt der Ringspinnmaschine ist dann das Optimum der Fadenbruchrate
erreicht. Im umgekehrten Falle müßte die Spindeldrehzahl vermindert werden.
[0035] Um dies selbsttätig zu ermöglichen, kann die Steuervorrichtung 23 zum Speichern einer
Soll-Fadenbruchrate eingerichtet sein, mit der sie ein erreichtes Minimum einer Fadenbruchrate
vergleicht und bei Abweichungen über eine angedeutete, zum Antrieb der Spindeln führende
Signalleitung 26 ein funktionsgerechtes Verändern der Spindeldrehzahl veranlaßt.
[0036] Um dies selbsttätig vornehmen zu können, weist der Rechner der Steuervorrichtung
23 eine Routine auf, mittels deren sie aus einem ihr vorgegebenen Sollwert und einem
ihm aufgegebenen Istwert von Fadenbruchzahlen oder Fadenbruchraten eine Abweichung
vom Sollwert erkennt und im Gefolge dessen durch Verändern der Spindeldrehzahl ein
Angleichen der Fadenbruchzahl bzw. der Fadenbruchrate an den Sollwert erreicht.
Bezugszahlenliste
[0037]
- 1
- Streckwerk
- 2
- Ausgangswalzenpaar
- 3
- Oberteil der Spindel
- 4
- Spindel
- 5
- Spindelaufsatz
- 6
- Balloneinengungsring
- 7
- Spinnring
- 8
- Hülse
- 9
- Wicklung
- 10
- Fadenführer
- 11
- Fadenführeröse
- 12
- Scharnier
- 13
- Fadenführerklappe
- 14
- Lagerteil
- 15
- Tragvorrichtung
- 16
- Faden
- 17
- Spinnzone
- 18
- Aufwindezone
- 19
- Hub/Senkvorrichtung
- 20
- Zahnstange
- 21
- Stellmotor
- 22
- Ritzel
- 23
- Steuervorrichtung
- 24, 24', 24''
- Zähltaster
- 25
- Leitung
- 26
- Signalleitung
1. Verfahren zum Betreiben einer Ringspinnmaschine mit Spindeln, die Spindelaufsätze
aufweisen, und mit Fadenführern zwischen dem Ausgangswalzenpaar eines Streckwerkes
und den Spindelaufsätzen, wobei die Fadenführer zum Verändern ihres Abstandes zu den
Spindelaufsätzen höhenverlagerbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens zwei Fadenbruchraten ermittelt werden,
daß jeweils zwei ermittelte Fadenbruchraten miteinander verglichen werden
und daß das Ändern des Abstandes in Abhängigkeit vom Vorzeichen einer Differenz zwischen
zwei miteinander verglichenen Fadenbruchraten funktionsgerecht im Sinne einer Verbesserung
des Spinnprozesses vorgenommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß aufeinanderfolgend wiederholt Fadenbruchraten ermittelt werden, wobei jeweils
zwischen dem Ermitteln von Fadenbruchraten der Abstand zwischen den Fadenführern und
den Spindelaufsätzen verändert wird
und daß das Ändern des Abstandes in Abhängigkeit vom Vorzeichen einer Differenz zwischen
zwei miteinander verglichenen Fadenbruchraten funktionsgerecht im Sinne eines Verringerns
der Fadenbruchraten vorgenommen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß gleichzeitig und wiederholt Fadenbruchraten der in einer Spinnzone zwischen dem
Ausgangswalzenpaar des Streckwerkes und den Spindelaufsätzen aufgetretenen Fadenbrüche
und der in einer Ballon/Aufwindezone zwischen den Spindelaufsätzen und dem Aufwindepunkt
des Fadens auf die Wicklung aufgetretenen Fadenbrüche ermittelt werden
und daß das Ändern des Abstandes in Abhängigkeit vom Vorzeichen einer Differenz zwischen
den Fadenbruchraten funktionsgerecht im Sinne eines Angleichens der Fadenbruchraten
vorgenommen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die in einem Zeitabschnitt sowohl in der Spinnzone als auch in der Ballon/Aufwindezone
aufgetretene Anzahl Fadenbrüche durch eine Bedienperson nach ihrem Auftreten in der
Spinnzone bzw. in der Ballon/Aufwindezone gesondert erfaßt,
daß die beiden Anzahlen der im gleichen Zeitabschnitt aufgetretenen Fadenbrüche bzw.
die daraus ermittelten Fadenbruchraten miteinander verglichen werden
und daß beim Überwiegen einer der beiden Fadenbruchzahlen bzw. Fadenbruchraten über
die andere der Abstand zwischen den Fadenführern und den Spindelaufsätzen im Sinne
eines Angleichens der Fadenbruchzahlen bzw. Fadenbruchraten verändert wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Erfassen der Fadenbrüche und/oder deren Umrechnen in Fadenbruchraten und/oder
das Vergleichen von Fadenbruchraten und/oder das Verändern des Abstandes zwischen
den Fadenführern und den Spindelaufsätzen selbsttätig erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Vergleichen der beiden Fadenbruchzahlen und/oder das Verändern des Abstandes
zwischen den Fadenführern und den Spindelaufsätzen selbsttätig erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach Erreichen eines Minimums der Fadenbruchrate die Fadenbruchrate mit einem
zulässigen Grenzwert verglichen und bei Abweichung von diesem Grenzwert die Spindeldrehzahl
bis zum Erreichen dieses Grenzwertes verändert wird.
8. Ringspinnmaschine mit Spindeln, die Spindelaufsätze aufweisen, und mit Fadenführern
zwischen dem Ausgangswalzenpaar eines Streckwerkes und den Spindelaufsätzen, wobei
die Fadenführer zum Verändern ihres Abstandes zu den Spindelaufsätzen höhenverlagerbar
sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fadenführer (10) an einer gemeinsamen Tragvorrichtung (15) angeordnet sind,
die mittels einer Hub- und Senkvorrichtung (19) höhenverlagerbar ist
und daß der Hub- und Senkvorrichtung eine Steuervorrichtung (23) zugeordnet ist, die
nach Maßgabe von Fadenbruchraten oder von Anzahlen von Fadenbrüchen die Hub- und Senkvorrichtung
zum funktionsgerechten Verändern des Abstandes zwischen den Fadenführern und den Spindelaufsätzen
(5) im Sinne eines Verbesserns des Spinnprozesses ansteuert.
9. Ringspinnmaschine nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuervorrichtung (23) mit einer Einrichtung zum selbsttätigen Erfassen von
Fadenbrüchen verbunden ist.
10. Ringspinnmaschine nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuervorrichtung (23) mit handbetätigbaren Zähltastern (24) verbunden ist,
mittels deren eine Bedienperson aufgetretene Fadenbrüche der Steuervorrichtung melden
kann.
11. Ringspinnmaschine nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuervorrichtung (23) mit handbetätigbaren Zähltastern (24) für Fadenbrüche
in der Spinnzone (17) und mit handbetätigbaren Zähltastern (24) für Fadenbrüche in
der Ballon/Aufwindezone (18) verbunden ist, mittels deren eine Bedienperson in den
beiden Zonen aufgetretene Fadenbrüche der Steuervorrichtung gesondert melden kann.
12. Ringspinnmaschine nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuervorrichtung (23) mit einer Einrichtung zum Vergleichen des Istwertes
einer Fadenbruchrate mit dem Sollwert einer Fadenbruchrate und zum Ändern der Drehzahl
der Spindeln der Ringspinnmaschine im Sinne eines Angleichens des Istwertes an den
Sollwert ausgestattet ist.