[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Gestrickes auf einer Flachstrickmaschine
mit zwei gegenüberliegenden Nadelbetten und einer Maschenumhängeeinrichtung, wobei
das Gestrick mindestens teilweise von einem rippgestrickten Rand eingefaßt ist. Insbesondere
bei Jacken und Westen werden die Ränder des Gestrickes häufig mit solchen rippgestrickten
Blenden versehen. Dieser Ripprand hat nicht nur optische Funktionen sondern sorgt
auch für eine gute Formstabilität des Gestrickes. Der Ripprand kann dabei umlaufend
am Gestrick angeordnet sein oder nur bereichsweise, beispielsweise am Revers einer
Jacke oder einer Weste.
[0002] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs
genannten Art vorzuschlagen, das eine hohe Produktivität und Minderungen und Zunahmen
der Maschenzahl des Grundgestrickes, das von dem Ripprand eingefaßt wird, erlaubt.
[0003] Die Aufgabe wird mit einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß mindestens im Bereich des rippgestrickten Randes höchstens jede zweite
Nadel eines jeden Nadelbettes am Strickvorgang beteiligt ist und diejenigen Nadeln,
die einer maschenbesetzten Nadel des einen Nadelbettes auf dem anderen Nadelbett gegenüberliegen,
leer sind. Falls das Grundgestrick bereits in einer Bindungstechnik gestrickt wird,
bei der diese Nadeleinteilung verwendbar ist, ist das erfindungsgemäße Verfahren besonders
effektiv, da dann keine Umhängevorgänge zur Erreichung der erforderlichen Nadeleinteilung
zur Erzeugung des Ripprandes notwendig sind. Bei Gestricken, deren Grundgestrick eine
Bindungstechnik aufweist, bei dem alle Nadeln am Strickvorgang beteiligt sind, können
zur Erzeugung der für den rippgestrickten Rand erforderlichen Nadeleinteilung die
Schritte gemäß Anspruch 2 durchgeführt werden. Die Unteransprüche 3 und 4 betreffen
das Mindern bzw. das Zunehmen der Maschenzahl eines Grundgestrickes mit einer Bindungstechnik,
bei der nur jede zweite Nadel strickt, während die Unteransprüche 5 bis 7 das Mindern
bzw. das Zunehmen der Maschenzahl eines Grundgestrickes mit einer Bindungstechnik,
bei der alle Nadeln stricken, betreffen.
[0004] Zur Erläuterung dieser unterschiedlichen Minderungs- bzw. Zunahmetechniken sowie
der Umhängetechnik zur Erzeugung der erforderlichen Nadeleinteilung für den Ripprand
werden nachfolgend anhand der Zeichnung entsprechende Gestrickbeispiele beschrieben.
[0005] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht eines ersten Gestrickes mit einem Ripprand;
- Fig. 2
- einen Maschenverlauf zur Herstellung von Maschenzahlminderungs- und Maschenzahlzunahmebereichen
eines Gestrickes gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- eine schematische Teilansicht eines zweiten Gestrickes mit Ripprand;
- Fig. 4
- einen Maschenverlauf für einen Maschenzahlminderungsbereich eines Gestrickes gemäß
Fig. 3 an der rechten Seite;
- Fig. 5
- einen Maschenverlauf für einen Maschenzahlminderungsbereich eines Gestrickes gemäß
Fig. 3 an der linken Seite;
- Fig. 6
- einen Maschenverlauf für einen Maschenzahlzunahmebereich eines Gestrickes gemäß Fig.
3 an der rechten Seite;
- Fig. 7
- einen Maschenverlauf für einen Maschenzahlzunahmebereich eines Gestrickes gemäß Fig.
3 an der linken Seite.
[0006] Fig. 1 zeigt ein Gestrickstück 10 mit einem glatt rechts gestrickten Grundgestrick
11 und einem seitlichen Ripprand 12. In einem ersten Abschnitt 13 ist das Grundgestrick
11 in konstanter Breite gestrickt, während in einem zweiten Bereich 14 die Maschenzahl
des Grundgestrickes 11 gemindert wird. In diesem Maschenzahlminderungsbereich 14 sind
zwischen dem Ripprand 12 und dem Grundgestrick 11 Grenzmaschen 15 vorgesehen.
[0007] Fig. 2 beschreibt die Herstellung eines solchen Minderungsbereiches 14 des Gestrickes
10 nach Fig. 1, wobei die Minderung auf der rechten Seite des Grundgestrickes 11 vorgenommen
wird. In Reihe 1 wird in Strickrichtung von links nach rechts mit einem ersten Stricksystem
S1 eine Maschenreihe über das Grundgestrick 11 und den Ripprand 12 gebildet. Anschließend
werden in Reihe 2 mit einem zweiten Stricksystem S2 die Grenzmaschen E und G zwischen
dem Grundgestrick 11 und dem Ripprand 12 sowie die rechten Maschen I und K des Ripprandes
12 auf das hintere Nadelbett H umgehängt. In Reihe 3 werden nach einem Versatz des
hinteren Nadelbettes H in Strickrichtung von rechts nach links mit dem ersten Stricksystem
S1 die Grenzmaschen e, g auf die Nadeln C, E des vorderen Nadelbettes V und alle Maschen
h bis l des Ripprandes 12 auf die Nadeln F bis J des vorderen Nadelbettes V umgehängt.
Dann werden in Reihe 4, nach Rückversatz des hinteren Nadelbettes H in die Ausgangsstellung,
die Linksmaschen F, H, J des Ripprandes 12 wieder auf das hintere Nadelbett H zurückgehängt.
In Reihe 5 wird wieder eine Maschenreihe über den Ripprand 12 und das Grundgestrick
11 erzeugt.
[0008] Die Fig. 2.3 und 2.4 betreffen einen Minderungsvorgang des Grundgestrickes 11 auf
der linken Gestrickseite. In Reihe 1 wird wieder eine Maschenreihe über das Grundgestrick
11 und den Ripprand 12 gebildet. Anschließend werden in Reihe 2 die beiden Grenzmaschen
F, H sowie die rechten Maschen B, D des Ripprandes 12 auf das hintere Nadelbett H
umgehängt. Danach werden in Reihe 3 nach einem Versatz des hinteren Nadelbettes H
die beiden Grenzmaschen f, h auf die Nadeln H, J des vorderen Nadelbettes V sowie
sämtliche Maschen a bis e des Ripprandes 12 auf die Nadeln C bis G des vorderen Nadelbettes
V umgehängt. Nach einem Rückversatz des hinteren Nadelbettes werden dann in Reihe
4 die linken Maschen C, E, G des Ripprandes 12 auf das hintere Nadelbett zurückgehängt,
bevor in Reihe 5 erneut eine Maschenreihe über das Grundgestrick 11 und den Ripprand
12 gebildet wird.
[0009] Fig. 2.5 bis 2.6 zeigen ein Verfahren zur Zunahme von Maschen für das Grundgestrick
11 an der rechten Seite. Zunächst wird in Reihe 1 mit dem ersten Stricksystem S1 wieder
eine Maschenreihe über das Grundgestrick 11 und den Ripprand 12 gebildet. In Reihe
2 werden mit dem zweiten Stricksystem S2 die Grenzmasche C und die rechten Maschen
E, G, I des Ripprandes 12 vom vorderen Nadelbett V auf das hintere Nadelbett H umgehängt.
Anschließend werden in Reihe 3 nach einem Versatz des hinteren Nadelbettes H mit dem
ersten Stricksystem S1 die Grenzmasche c auf die Nadel E und sämtliche Maschen e bis
j des Ripprandes 12 auf die Nadeln G bis L des vorderen Nadelbettes V umgehängt, bevor
nach einem Rückversatz des hinteren Nadelbettes H in Reihe 4 wieder mit dem ersten
Stricksystem S1 in Schlittenrichtung von links nach rechts die linken Maschen H, J,
L des Ripprandes 12 auf das hintere Nadelbett H zurückgehängt werden. In Reihe 5 wird
dann wieder eine Maschenreihe über das Grundgestrick 11 und den Ripprand 12 gebildet,
wobei auf der durch den Ausdeckungsvorgang leer gewordenen Nadel C ein Fanghenkel
erzeugt wird.
[0010] Fig. 2.7 und 2.8 betreffen eine Zunahme des Gestrickes 11 auf der linken Gestrickseite.
Sie verläuft analog zur Zunahme auf der rechten Gestrickseite gemäß den Fig. 2.5 und
2.6. In Reihe 1 wird zunächst mit dem ersten Stricksystem S1 eine Maschenreihe über
den Ripprand 12 und das Grundgestrick 11 gebildet, bevor in Reihe 2 mit dem zweiten
Stricksystem S2 die Grenzmasche J und die Rechtsmaschen D, F, H des Ripprandes 12
vom vorderen Nadelbett V auf das hintere Nadelbett H umgehängt werden. Nachdem das
hintere Nadelbett H versetzt worden ist, werden in Reihe 3 mit dem ersten Stricksystem
S1 die Grenzmasche j auf die Nadel H sowie sämtliche Maschen c bis h des Ripprandes
12 auf die Nadeln A bis F des vorderen Nadelbettes V umgehängt. Anschließend werden
in Reihe 4 mit dem gleichen Stricksystem S1 die linken Maschen A, C, E des Ripprandes
12 wieder auf das hintere Nadelbett H zurückgehängt, bevor in Reihe 5 mit dem ersten
Stricksystem S1 eine Maschenreihe über den Ripprand 12 und das Grundgestrick 11 erzeugt
wird, wobei auf der durch den Ausdeckungsvorgang leer gewordenen Nadel J ein Fanghenkel
gebildet wird.
[0011] Fig. 3 zeigt ein zweites Gestrick 20 in der Teilansicht, das aus einem rechts-rechts-gestrickten
Grundgestrick 21 besteht, das am Rand mit einer rippgestrickten Blende 22 versehen
ist. Das Grundgestrick 21 weist im Wechsel Bereiche 23 einer Maschenzahlminderung
und Bereiche 24 einer Maschenzahlzunahme auf, wobei die Minderung bzw. die Zunahme
jeweils an der Grenze zum Ripprand 22 erfolgt. Zur Erzeugung des Grundgestrickes 21
werden sämtliche Nadeln des vorderen Nadelbettes V und des hinteren Nadelbettes H
benötigt. Zur Erzeugung des Ripprandes 22 aus dem Grundgestrick 21 muß also zunächst
die Nadeleinteilung im Bereich des Ripprandes 22 verändert werden, wobei das in Fig.
4 zunächst gezeigte Verfahren eingesetzt werden kann. Fig. 4, die die Erzeugung eines
Maschenzahlminderungsbereiches 23 des Gestrickes 21 verdeutlicht, beschreibt daher
in den Reihen 1 bis 9 zunächst die Herstellung der erforderlichen Nadelteilung für
den Ripprand 22. In Reihe 1 wird zunächst eine Maschenreihe für das Grundgestrick
21 erzeugt. Anschließend wird in Reihe 2 die rechte vordere Randmasche H des Grundgestrickes
21 auf die Nadel h des hinteren Nadelbettes H umgehängt. Anschließend werden in entgegengesetzter
Strickrichtung in Reihe 3 die erste und zweite Masche g, h von rechts des hinteren
Nadelbettes H auf die Nadeln H, I des vorderen Nadelbettes V umgehängt. In Reihe 4
werden dann die erste bis dritte Masche G, H, I von rechts des vorderen Nadelbettes
V auf die Nadeln g bis i des hinteren Nadelbettes H umgehängt. In Reihe 5 erfolgt
dann ein Zurückhängen der vier letzten Maschen f bis i von rechts des hinteren Nadelbettes
H auf die Nadeln G bis J des vorderen Nadelbettes V. Anschließend werden die fünf
letzten Maschen F bis J des vorderen Nadelbettes V am rechten Rand des Gestrickes
20 auf die Nadeln f bis j des hinteren Nadelbettes H umgehängt, bevor in Reihe 7 in
Strickrichtung von rechts nach links die sechs letzten Maschen e bis j des hinteren
Nadelbettes H auf der rechten Seite des Gestrickes 20 auf die Nadeln F bis K des vorderen
Nadelbettes V umgehängt werden. Damit wurden aus den drei Rechts-Rechts-Maschen F,
e, G, f, H, g durch kontinuierliches Umhängen sechs Maschen auf dem vorderen Nadelbett
V. Der Ripprand 22 besteht bei diesem Beispiel also aus sechs Maschen. Soll der Ripprand
22 breiter werden, so kann nach dem gleichen Verfahren durch weiteres Umhängen die
Maschenzahl des Ripprandes 22 erhöht werden. In Reihe 8 werden dann die linken Maschen
F, H, J des Ripprandes 22 vom vorderen Nadelbett V auf das hintere Nadelbett H umgehängt,
wodurch sich das in Reihe 9 gezeigte Maschenbild ergibt. In dieser Reihe wird eine
Maschenreihe über den Ripprand 22 und das Grundgestrick 21 erzeugt. Soll am Grundgestrick
21 keine Zunahme oder Minderung erfolgen, so wird die Reihe 9 solange wiederholt,
bis das Gestrick die gewünschte Höhe erreicht hat. Die Reihen 10 bis 13 betreffen
eine Maschenzahlminderung des Grundgestrickes 21 auf der rechten Gestrickseite. Gemäß
Reihe 10 wird die hintere Randmasche d des Grundgestrickes 21 auf die Masche D des
Grundgestrickes 21 im vorderen Nadelbett V dazugehängt. Gleichzeitig wird die vordere
Randmasche E des Grundgestrickes 21 sowie die rechten Maschen G, I, K des Ripprandes
22 auf das hintere Nadelbett H umgehängt. In Reihe 11 werden nach einem Nadelbettenversatz
die Randmasche e des Grundgestrickes 21 auf die Maschen D des Grundgestrickes 21 im
vorderen Nadelbett V dazugehängt. Außerdem werden alle Maschen f bis k des Ripprandes
22 in leere Nadeln E bis J des vorderen Nadelbettes V übertragen. Hierdurch wird das
Gestrick um eine Masche in der Breite vermindert. In Reihe 12 werden nach dem Rückversatz
des hinteren Nadelbettes H die linken Maschen E, G, I des Ripprandes 22 auf das hintere
Nadelbett H zurückgehängt, bevor in Reihe 13 eine Maschenreihe über das Grundgestrick
21 und den Ripprand 22 gebildet wird. Die Schritte der Reihen 10 bis 13 können anschließend
solange wiederholt werden, bis das Grundgestrick 21 um die gewünschte Zahl an Maschen
in der Breite vermindert worden ist.
[0012] Fig. 5 beschreibt den Vorgang der Minderung auf der linken Seite des Grundgestrickes
21. Dabei ist zunächst in den Reihen 1 bis 8 gezeigt, wie die zur Herstellung des
Ripprandes 22 notwendige Nadeleinteilung erreicht wird. Sie entspricht der in den
Reihen 1 bis 8 der Fig. 4 gezeigten Verfahrensweise. Die notwendigen Umhängevorgänge
werden durch kurze Schlittenhübe erreicht, wobei sich das Strickschloß nur über die
am Umhängevorgang beteiligten Nadeln bewegt. In Reihe 9 wird dann eine erste Maschenreihe
über den Ripprand 22 und das Grundgestrick 21 gebildet. Anschließend werden in Reihe
10 die rechten Maschen B, D, F des Ripprandes 22 vom vorderen Nadelbett V auf das
hintere Nadelbett H umgehängt. Nach einem Nadelbettenversatz wird in Reihe 11 die
vordere Randmasche H des Grundgestrickes 21 zur Masche i des Grundgestrickes 21 auf
dem hinteren Nadelbett H dazugehängt. Anschließend werden in Reihe 12 nach einem Rückversatz
des hinteren Nadelbettes um eine Nadelteilung die beiden Maschen g, h des Grundgestrickes
21 auf die Nadeln H, I des vorderen Nadelbettes V sowie sämtliche Maschen b bis f
des Ripprandes 22 auf die Nadeln C bis G des vorderen Nadelbettes V umgehängt. Hierdurch
wird die Breite des Grundgestrickes 21 um eine Masche vermindert. In Reihe 13 werden
die linken Maschen D, F, H des Ripprandes 22 nach dem Rückversatz des hinteren Nadelbettes
H in die Ausgangsposition auf das hintere Nadelbett H übertragen, bevor in Reihe 14
wieder eine Maschenreihe über dem Ripprand 22 und dem Grundgestrick 21 gebildet wird.
Die Schritte der Reihen 10 bis 14 können anschließend solange wiederholt werden, bis
das Grundgestrick um die gewünschte Zahl an Maschen in der Breite vermindert worden
ist.
[0013] Fig. 6 betrifft die Zunahme des Grundgestrickes 21 aus Fig. 3 an der rechten Gestrickseite,
wobei die Reihen 1 bis 8 wieder die Erzeugung der Nadeleinteilung für den Ripprand
22 betreffen, die den Schritten der Reihen 1 bis 8 aus Fig. 4 entsprechen. In Reihe
9 wird dann eine Maschenreihe über dem Grundgestrick 21 und dem aus sechs Maschen
bestehenden Ripprand 22 gebildet. In Reihe 10 werden in Strickrichtung von links nach
rechts die vordere Randmasche D des Grundgestrickes 21 auf die leere Nadel d des hinteren
Nadelbettes H und die rechten Maschen F, H, J des Ripprandes 22 auf die Nadeln f,
h, j des hinteren Nadelbettes H umgehängt. Nach einem Nadelbettenversatz werden in
Reihe 11 die Randmasche d des Grundgestrickes 21 auf die Nadel E des vorderen Nadelbettes
V sowie sämtliche Maschen e bis j des Ripprandes 22 auf die Nadeln F bis K des vorderen
Nadelbettes V umgehängt. Hierdurch erfährt das Grundgestrick 21 eine Verbreiterung
um eine Masche. Nach Rückversatz des hinteren Nadelbettes H werden anschließend die
linken Maschen F, H, J des Ripprandes 22 auf das hintere Nadelbett H zurückgehängt.
In Reihe 13 wird dann eine Maschenreihe über dem Grundgestrick 21 und dem Ripprand
22 gebildet, wobei die Nadel D im vorderen Nadelbett V und die Nadel d im hinteren
Nadelbett H Fanghenkel bilden, wodurch sich ein besonderer Effekt an der Grenze zwischen
Grundgestrick 21 und Ripprand 22 ergibt. Die Schritte der Reihen 10 bis 13 können
anschließend solange wiederholt werden, bis das Grundgestrick 21 die gewünschte Verbreiterung
erfahren hat.
[0014] Fig. 7 beschreibt das der Fig. 6 entsprechende Verfahren zur Verbreiterung des Grundgestrickes
21 auf der linken Gestrickseite. Auch hier betreffen die Reihen 1 bis 8 wieder die
Herstellung der Nadeleinteilung für den Ripprandbereich 22. Anschließend wird in Reihe
9 eine Maschenreihe über dem Ripprand 22 und dem Grundgestrick 21 gebildet. In umgekehrter
Schlittenrichtung werden anschließend in Reihe 10 die rechten Maschen B, D, F des
Ripprandes 22 auf das hintere Nadelbett H umgehängt. In Reihe 11 erfolgt dann nach
einem Nadelbettenversatz ein Umhängen der Randmasche g des Grundgestrickes 21 auf
die Nadel F sowie sämtlicher Maschen b bis f des Ripprandes 22 auf die Nadeln A bis
E des vorderen Nadelbettes V. Daraufhin wird das hintere Nadelbett H in die Ausgangsposition
zurückversetzt und anschließend ein Zurückhängen der linken Maschen B, D, F des Ripprandes
22 auf das hintere Nadelbett H vorgenommen. In Reihe 13 erfolgt die Bildung einer
Maschenreihe über den Ripprand 22 und das Grundgestrick 21, wobei in den Nadeln g
und G Fanghenkel erzeugt werden, um einen bestimmten optischen Effekt im Grenzbereich
zwischen dem Ripprand 22 und dem Grundgestrick 21 zu erhalten.
1. Verfahren zur Herstellung eines Gestrickes auf einer Flachstrickmaschine mit zwei
gegenüberliegenden Nadelbetten (V, H) und einer Maschenumhängeeinrichtung, wobei das
Gestrick (10, 20) ein Grundgestrick (11, 21) aufweist, das mindestens teilweise von
einem rippgestrickten Rand (12, 22) eingefaßt ist, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
im Bereich des rippgestrickten Randes (12, 22) höchstens jede zweite Nadel eines Nadelbettes
(V, H) am Strickvorgang beteiligt ist und diejenigen Nadeln, die einer maschenbesetzten
Nadel des einen Nadelbettes auf dem anderen Nadelbett gegenüberliegen, leer sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Grundgestrick (21)
mit einer Bindungstechnik, bei der alle Nadeln stricken, zur Erzeugung der für den
rippgestrickten Rand (22) erforderlichen Nadeleinteilung folgende Schritte durchgeführt
werden:
a) Umhängen der Randmasche (H) des Gestrickes (21) vom vorderen Nadelbett (V) auf
die erste leere Nadel (h) des hinteren Nadelbettes (H),
b) Zurückhängen der beiden Randmaschen (g, h) des Grundgestrickes (21) auf dem hinteren
Nadelbett (H) auf leere Nadeln (H, I) des vorderen Nadelbettes (V),
c) Umhängen dieser zurückgehängten Maschen (H, I) und der unmittelbar benachbarten
Masche (G) auf die dem Gestrick (21) unmittelbar benachbarten leeren Nadeln (g, h,
i) des hinteren Nadelbettes (H),
d) Zurückhängen dieser umgehängten Maschen (g, h, i,) und der unmittelbar benachbarten
Masche (f) vom hinteren Nadelbett (H) auf die dem Gestrick (21) unmittelbar benachbarten
leeren Nadeln (G, H, I, J) des vorderen Nadelbettes (V),
e) Wiederholung der Schritte c) und d) bis die gewünschte Breite des Randes (22) erreicht
ist,
f) Umhängen der linken Maschen (F, H, J) des Randes (22) vom vorderen Nadelbett (V)
auf das hintere Nadelbett (H).
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Grundgestrick (11) ein Glattgestrick ist und
im Übergangsbereich zum rippgestrickten Rand (12) die Maschenzahl des Grundgestrickes
(11) gemindert wird, gekennzeichnet durch die Schritte:
a) Bilden einer Maschenreihe über das Grundgestrick (11) und den rippgestrickten Rand
(12),
b) Umhängen der beiden Grenzmaschen (E, G) zwischen Grundgestrick (11) und Rand (12)
sowie der rechten Maschen (I, K) des Randes (12) vom vorderen Nadelbett (V) auf das
hintere Nadelbett (H),
c) Versatz des hinteren Nadelbettes (H) in Richtung Gestrickmitte,
d) Umhängen der Grenzmaschen (e, g) zwischen Grundgestrick (11) und Rand (12) sowie
aller Maschen (h bis l) des Randes (12) vom hinteren Nadelbett (H) auf das vordere
Nadelbett (V),
e) Rückversatz des hinteren Nadelbettes (h) in die Ausgangsstellung,
f) Zurückhängen der linken Maschen (F, H, J) des Randes (12) auf das hintere Nadelbett
(H),
g) Wiederholung der Schritte a) bis f) bis die gewünschte Anzahl von Maschen gemindert
worden ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 3, wobei das Grundgestrick (11) ein Glattgestrick ist
und im Übergangsbereich zum rippgestrickten Rand (12) die Maschenzahl des Gestrickes
(11) erhöht wird, gekennzeichnet durch die Schritte:
a) Bilden einer Maschenreihe über das Grundgestrick (11) und den rippgestrickten Rand
(12),
b) Umhängen der Grenzmasche (C) des Grundgestrickes (11) zum Rand (12) und der rechten
Maschen (E, G, I) des Randes (12) vom vorderen Nadelbett (V) auf das hintere Nadelbett
(H),
c) Versatz des hinteren Nadelbettes (H) in Richtung des Randbereiches (12),
d) Umhängen der Grenzmasche (c) zwischen Grundgestrick (11) und Rand (12) sowie aller
Randmaschen (e bis j) vom hinteren Nadelbett (H) auf das vordere Nadelbett (V),
e) Rückversatz des hinteren Nadelbettes (H) in die Ausgangsstellung,
f) Zurückhängen der linken Maschen (H, J, L) des Randes (12) auf das hintere Nadelbett
(H),
g) Bildung einer Maschenreihe über dem Grundgestrick (11) und dem Rand (12), wobei
auf der durch den Ausdekkungsvorgang leer gewordenen Nadel (C) neben der Grenzmasche
(E) des Grundgestrickes (11) ein Fanghenkel erzeugt wird,
h) Wiederholung der Schritte b) bis g), bis die gewünschte Anzahl von Maschen zugenommen
worden ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Grundgestrick (21) ein mit allen Nadeln
der Nadelbetten gebildetes Rechts-Rechts-Gestrick ist und im Übergangsbereich zum
rippgestrickten Rand (22) auf der rechten Gestrickseite die Maschenzahl des Grundgestrickes
(21) gemindert wird, gekennzeichnet durch die Schritte:
a) Bildung einer Maschenreihe über das Grundgestrick (21) und den Rand (22),
b) Umhängen der rechten Maschen (E, G, I, K) des Randes (22) vom vorderen Nadelbett
(V) auf das hintere Nadelbett (H) und der Grenzmasche (E) des Grundgestrickes (21)
zum Rand (22) vom vorderen Nadelbett (V) auf das hintere Nadelbett (H), während die
links danebenliegende Masche (d) vom hinteren Nadelbett (H) zu der gegenüberliegenden
Masche (D) auf dem vorderen Nadelbett (V) dazugehängt wird,
c) Versatz des hinteren Nadelbettes (h) nach links,
d) Umhängen der Grenzmasche (e) des Grundgestrickes (21) auf die Nadel (D) mit der
Doppelmasche des vorderen Nadelbettes (V) sowie aller Maschen (f bis k) des Randes
(22) auf leere Nadeln (E bis J) des vorderen Nadelbettes (V),
e) Rückversatz des hinteren Nadelbettes (H) in die Ausgangsstellung,
f) Zurückhängen der linken Maschen (E, G, I) des Randes (22) auf das hintere Nadelbett
(H),
g) Wiederholung der Schritte a) bis f), bis die gewünschte Maschenzahl erreicht ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 5, wobei das Grundgestrick (21) ein mit
allen Nadeln der Nadelbetten gestricktes Rechts-Rechts-Gestrick ist und im Übergangsbereich
zum rippgestrickten Rand (22) auf der linken Gestrickseite die Maschenzahl des Grundgestrickes
(21) gemindert wird, gekennzeichnet durch die Schritte:
a) Bildung einer Maschenreihe über das Grundgestrick (21) und den Rand (22),
b) Umhängen der rechten Maschen (B, D, F) des Randes (22) auf das hintere Nadelbett
(H),
c) Versatz des hinteren Nadelbettes (H) nach links,
d) Umhängen der Grenzmasche (H) des Grundgestrickes (21) zum Rand (22) vom vorderen
Nadelbett (V) auf die Nadel (i) mit der letzten Grundgestricksmasche auf dem hinteren
Nadelbett (H),
e) Rückversatz des hinteren Nadelbettes (H) um eine Nadelteilung,
f) Umhängen aller Randmaschen (b bis f) und der Grenzmaschen (g, h) des Grundgestrickes
(21) vom hinteren Nadelbett (H) auf das vordere Nadelbett (V),
g) Rückversatz des hinteren Nadelbettes (H) in die Ausgangsstellung,
h) Zurückhängen der linken Randmaschen (D, F, H) auf das hintere Nadelbett (H),
i) Wiederholung der Schritte a) bis h), bis die gewünschte Zahl an Maschen gemindert
worden ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, 2, 5 oder 6, wobei das Grundgestrick (21) ein
mit allen Nadeln der Nadelbetten gestricktes Rechts-Rechts-Gestrick ist und im Übergangsbereich
zum rippgestrickten Rand (22) die Maschenzahl des Grundgestrickes (21) erhöht wird,
gekennzeichnet durch die Schritte:
a) Bildung einer Maschenreihe über das Grundgestrick und den Rand (22),
b) Umhängen der Grenzmasche (D) des Grundgestrickes (21) und der rechten Maschen (F,
H, J) des Randes (22) vom vorderen Nadelbett (V) auf das hintere Nadelbett (H),
c) Versatz des hinteren Nadelbettes (H),
d) Umhängen der Grenzmasche (d) und aller Maschen (e bis j) des Randes (22) auf das
vordere Nadelbett (V),
e) Rückversatz des hinteren Nadelbettes (H),
f) Zurückhängen der linken Maschen (F, H, J) des Randes (22) auf das hintere Nadelbett
(H),
g) Bildung einer Maschenreihe über das Grundgestrick (21) und den Rand (22), wobei
im Grenzbereich zwischen Grundgestrick (21) und Rand (22) zwei Fanghenkel (D, d) gebildet
werden,
h) Wiederholung der Schritte b) bis g), bis die gewünschte Maschenzahl erreicht ist.