[0001] Die Erfindung betrifft eine Schalldämmatte gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1
sowie einen Bodenbelag mit Schalldämmatte gemäss Anspruch 8.
[0002] Wenn nachfolgend verallgemeinernd von Laminatböden gesprochen wird, so sind darunter
Bodenbeläge zu verstehen, die aus hochverdichteten Spanplatten hergestellt sind und
zumindest auf der Oberseite eine Beschichtung und/oder ein Furnier aufweisen. Die
Höhe solcher Laminatböden beträgt im allgemeinen zwischen 6 und 8 mm. Neben vielen
Vorteilen weisen solche Laminatböden den Nachteil auf, dass beim Begehen laute Gehgeräusche
entstehen. Dies wirkt sich insbesondere in grossen und stark frequentierten Räumen
sehr negativ aus.
[0003] Die Ursachen dafür lassen sich vereinfacht ausgedrückt folgendermassen erklären:
[0004] Laminatbodenelemente sind leicht und wegen ihres verdichteten Aufbaus sehr steif
und hart. Bei direkter Schritt-Anregung, speziell mit harten Absätzen, erzeugen sie
im jeweiligen Raum - Senderaum- einen hohen, durch die Luft übertragenen Schallpegel,
dessen Frequenz in einem subjektiv als äusserst unangenehm empfundenen Bereich liegt.
[0005] Auch die Verwendung von Unterlagen wie beispielsweise Kork, Filz und dergleichen
bringt keine nennenswerte Verbesserung, da solche Unterlagen zwar die Schallübertragung
zwischen Bodenbelag und Boden dämpfen, den Schallpegel -Luftschallübertragungim eigentlichen
Senderaum jedoch kaum heruntersetzen.
[0006] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, eine Schalldämmatte für steife Bodenbeläge
vorzuschlagen, mittels welcher die Schallabstrahlung im Senderaum massgeblich vermindert
werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird durch eine Schalldämmatte gelöst, welche die im Anspruch 1 in
Kombination aufgeführten Merkmale aufweist und flächig mit der Unterseite des Bodenbelags
verbunden ist.
[0008] Versuche mit einer Schalldämmatte, die aus einem flexiblen, thermoplastischen Kunststoff
mit viskoelastischem Verhalten gefertigt und vollflächig mit dem Laminatboden verklebt
ist und eine Höhe von 2.lmm und ein Dichte von 2.4g/m
3 aufweist, haben eine Schallpegelreduktion im Senderaum von 3dB(A) bewirkt.
[0009] Bevorzugte Ausführungen der Schalldämmatte sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis
7 umschrieben.
[0010] Im Anspruch 8 wird zudem ein Bodenbelag unter Schutz gestellt, dessen Unterseite
mit einer oder mehreren Schalldämmatte(n) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 7 versehen
ist.
[0011] Bevorzugte Ausführungsformen dieses Bodenbelags sind in den abhängigen Ansprüchen
9 bis 11 umschrieben.
[0012] Anhand der Figur 1 soll nachfolgend ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung
näher erläutert werden.
[0013] Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch einen Laminatboden 2 der aus einer Vielzahl
von mittels Nut 3 und Kamm 4 zusammengefügten Laminatbodenelementen 2A besteht. Auf
der Unterseite jedes Laminatbodenelements 2A ist eine Schalldämmatte 1 vollflächig
verklebt angebracht. Um die Schalldämmatten 1 einfach und schnell am jeweiligen Laminatbodenelement
2A anbringen zu können, sind diese einseitig mit einer Selbstklebeschicht versehen,
welche mit einer abziehbaren Folie bedeckt ist. Vorzugsweise werden die Schalldämmatten
1 in Formaten gefertigt, die auf die Grössen der Laminatbodenelemente 2A abgestimmt
sind, wobei die Schalldämmatten 1 sowohl in der Breite wie auch in der Länge vorzugsweise
um einige Millimeter kürzer, bzw. schmaler als das jeweilige Laminatbodenelement 2A
sind. Diese Gestaltung vereinfacht das Aufkleben, ohne dass dabei nennenswerte Nachteile
bezüglich der Schalldämmung in Kauf genommen werden müssten.
[0014] Die Schalldämmatte 1 ist aus einem flexiblen, thermoplastischen Kunststoff mit viskoelastischem
Verhalten gefertigt, wobei unter viskoelastischem Verhalten ein Deformationsverhalten
verstanden wird, bei dem sowohl eine zähplastische wie auch eine elastische Verformung
beteiligt ist. Dieses Verhalten wird oft auch mit -innerer Dämpfung- umschrieben.
Anstelle eines thermoplastischen Kunststoffes kann auch ein Naturstoff mit gleichartigem
Deformationsverhalten, z.B. modifiziertes Bitumen, verwendet werden. Die Dichte der
Schalldämmatte 1 sollte zumindest 2g/cm
3 betragen. Durch das relativ hohe, spezifische Gewicht braucht die Schalldämmatte
1 nicht sehr hoch zu sein. In der Regel genügt eine Höhe von ca. 2 mm, um eine Schallpegelreduktion
im Senderaum in der Grössenordnung von 3dB(A) zu erreichen. Dies ist insofern wichtig,
als dass die Gesamthöhe des Bodenbelags -Laminatbodenelement 2A plus Schalldämmatte
1- in der Regel 10mm nicht überschreiten sollte.
[0015] Die Schalldämmatte ist aus einem EVA-Kunststoff - Ethylen/Vinylacetat-Copolymer-
gefertigt. Als Grundmischung sind 10 bis 40 Gewichtsprozent eines Ethylen/Vinylacetat-Mischpolymeres
vorgesehen, wobei der Vinylacetatanteil 10 bis 45 Gewichtsprozent der Grundmischung
ausmacht. Vorzugsweise enthält die Grundmischung zudem zwischen 60 und 90 Gewichtsprozent
Füllstoffe mit einer Dichte von zumindest 2,5g/cm
3.
[0016] Die übrigen Daten der Schalldämmatte sehen wie folgt aus:
| Wärmeleitfähigkeit: |
> 0,3 W/mK |
| Druckfestigkeit: |
ca. 30 N/cm2 |
| Shore A-Härte: |
80-90 |
| Wasserdampfdiff.-Widerstandsfaktor µ: |
ca. 40'000 |
| Brandkennziffer: |
5,3 |
[0017] Unter Laminatbodenelement wird im allgemeinen Sprachgebrauch ein aus hochverdichteten
Spanplatten hergestelltes Element bezeichnet, das zumindest auf der Oberseite -Gehfläche-
beschichtet und/oder mit einem Furnier versehen ist. Die Dicke derartiger Laminatbodenelemente
beträgt im allgemeinen zwischen 6 und 8 mm. Da solche Laminatbodenelemente relativ
leicht und dabei sehr hart sind, eignet sich die erfindungsgemässe Schalldämmatte
1 insbesondere zur Verwendung mit derartigen Bodenbelägen. Allerdings kann die beschriebene
Schalldämmatte natürlich auch zusammen mit beliebig anderen, steifen Bodenbelägen
eingesetzt werden.
[0018] Anstelle von Schalldämmatten die nachträglich an die einzelnen Laminatbodenelemente
angeklebt werden, ist es durchaus denkbar, dass derartige Schalldämmatten bei der
Herstellung der Laminatbodenelemente in einem zusätzlichen Arbeitsgang direkt aufgebracht
-verklebt- werden.
1. Schalldämmatte (1) zum flächigen Aufbringen auf der Unterseite von steifen Bodenbelägen
(2), gekennzeichnet durch die Kombination der folgenden Merkmale:
- die Schalldämmatte (1) ist aus einem flexiblen, thermoplastischen Kunststoff mit
viskoelastischem Verhalten oder einem Naturstoff mit gleichartigem Verhalten gefertigt;
- die Dicke beträgt zwischen 1 und 3mm, und
- die Dichte beträgt zumindest 2g/cm3
2. Schalldämmatte (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie einseitig mit
einer Selbstklebeschicht versehen ist, welche mit einer abziehbaren Folie bedeckt
ist.
3. Schalldämmatte (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Grundmischung
10 bis 40 Gewichtsprozent eines Ethylen/Vinylacetat-Mischpolymeres enthält.
4. Schalldämmatte (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundmischung
einen Vinylacetatanteil von 10 bis 45 Gewichtsprozent aufweist.
5. Schalldämmatte (1) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundmischung
zwischen 60 und 90 Gewichtsprozent Füllstoffe enthält.
6. Schalldämmatte (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllstoffe eine
Dichte von zumindest 2,5g/cm3 aufweisen.
7. Schalldämmatte (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass sie eine Wärmeleitfähigkeit von zumindest 0,3 W/mK aufweist.
8. Bodenbelag (2), der auf der Unterseite mit einer oder mehreren Schalldämmatte(n) (2)
versehen ist, welche nach einem der Ansprüche 1 bis 7 ausgebildet ist/sind.
9. Bodenbelag (2) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass dieser aus einer Vielzahl
von einzelnen, zusammengefügten Elementen (2A) besteht.
10. Bodenbelag (2) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass dieser bzw. die
einzelnen Elemente (2A) aus einem mehrschichtigen Verbundmateriel hergestellt ist/sind,
wobei der Kern aus einer hochverdichteten Spanplatte besteht.
11. Bodenbelag (2) nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die
Schalldämmatte(n) (1) vollflächig mit dem Bodenbelag bzw. den einzelnen Elementen
(2A) verklebt ist/sind.