[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren, sowie eine Vorrichtung für die Durchführung
des Verfahrens, zur Behandlung von Flächen, insbesondere Flächen ebener Art.
[0002] Die Behandlung dient zur Pflege und Erhaltung der Qualität von Flächen. Sie gilt
für Flächen ebener Art und einfach gebogenen Flächen. Die Flachen ebener Art sind
perfekte spiegelglatte Ebenen optischer Qualität, aber auch quasi ebene Flächen, also
Flächen deren Ausbreitung zwischen zwei planparallelen Ebenen mit einem Abstand voneinander
liegt. Das Verfahren der Behandlung besteht aus den Sequenzen:
1) Reinigung der Fläche,
2) Auftragen einer Schutzschicht auf die gereinigte Fläche und
3) Glätten und Polieren der Oberfläche der Schutzschicht nach Abbinden der Schutzschicht
an die behandelte Fläche.
Die Schutzschicht besteht je nach Bedarf aus Pflegemitteln, wie Wachsen und Harzen,
oder Mitteln der Konservierung, wie Siegel verschiedenster Provienz. Die Wirkdauer
der applizierten Pflegemittel sind einige Monate bis etwa einem Jahr, die Wirkdauer
der Konservierungsmittel erstreckt sich auf mehrere Jahre.
Fassaden von Bauten und die Aussenhaut von Fahrzeugen sind Flächen, die vor dem Wetter
und der schädigenden Wirkung der Sonne und Emissionen zu schützen und zu erhalten
sind. Vom mechanischen Abrieb beansprucht sind Fussböden, wo sie durch das Begehen
betroffen sind. Ihre wirksame Reinigung bedingt, dass sie durch die Pflege oder Konservierungsmittel
imprägniert werden. Dank dieser Eigenschaft der Behandlung sind sie auch gegen Wasserschäden
geschützt. Das Erhalten der Oberflächenqualität von Parkettböden, aber auch- Böden
aus Steinzeug oder Kunststoff, ist durch zyklische Wiederholung des geschilderten
Verfahrens möglich.
[0003] Die Aufgaben vom Stand der Technik zielen auf die Perfektionierung der Pflegemittel
oder auf - die Verbesserung der Gestaltung der Vorrichtungen der einzelnen Verfahrensschritte
hin.
Was die Vorrichtungen anbelangt, gibt es einfache und komplizierte Vorrichtungen,
die dem gleichen Ziel dienen. Die einfachste Vorrichtung der Reinigung ist ein Schrubber,
die komplizierteste ist eine im Learnmood programmierbare Scheuersaugmaschine und
somit ein Roboterfahrzeug. Das einfachste Auftragsgerät ist ein Handgerät, das aus
einem gepolsterten, mit Ersatzfell belegbaren Abstreifer und einem Stiel, zur Bewegung
und Führung der Vorrichtung besteht. Oft wird auch ein Behälter für die Aufnahme der
Behandlungsflüssigkeit am Stiel angeordnet und ein System von Leitungen an den Behälter
gehängt, die der verteilten Zuführung der Flüssigkeit dient. Es gibt auch Vorrichtungen,
die die Steuerung der Zuführung der Flüssigkeit erlauben. Die Erfahrung zeigt, dass
die sinnvolle Nutzung solcher Geräte viel Geschick und Erfahrung braucht, und dass
die bekannten Techniken und Massnahmen nicht praxisgerecht sind.
[0004] Zweck der vorliegenden Erfindung ist vorallem, die zweite und dritte Sequenz- des
obigen Verfahrens zu verbessern, sowie dazu eine Vorrichtung vorzuschlagen, um die
Arbeit zu erleichtern und zugleich die Wirtschaftlichkeit durch Massnahmen der Rationierung
zu steigern.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe wird gemäss dem Merkmal der Patentansprüche 1-3 dadurch
erreicht, dass das Verfahren, nach der Reinigung der Arbeitsflächen, mit einer einzigen
Bestreichung das Benetzen der Fussböden, bei systematischem Ignorieren der Randzonen,
dank der vorgeschlagenen Vorrichtung, gemäss dem Merkmal der Ansprüche 4-10, ermöglicht.
Als Randzone gilt der unmittelbare Bereich des Fussbodens an der Wandnähe. Sie ist
eine Problemzone, weil die Mittel der Reinigung nicht oder schlecht in die Ecke hinreichen.
Eigenartigerweise ist die Wand für der Randzone ein Schutz vor der Benützung, weil
die Randzone wegen der Wandnähe nicht begehbar ist. Daher bleibt die Randzone der
Fussböden auf die Lebensdauer annähernd unbenutzt im Originalzustand erhalten. Die
Arbeitsweise der Erfindung nützt diese- Erkenntnis in zweifacher Weise; erstens spart
sie die Behandlung und die Behandlungsmittel in den Randzonen und zweitens mindert
sie den Aufwand der Nachbehandlung derselben.
[0006] Das erfindungsgemässe Verfahren und die erfindungsgemässe Vorrichtung sind dadurch
gekennzeichnet, dass sie die Vermeidung des Benetzens der Randzonen eines Fussbodens
ermöglichen und somit den Aufwand an Arbeit und Material senken. Ein weiterer Vorteil
des Verfahrens und der Vorrichtung ist, dass sie durch einmaliges Begehen das Bestreichen,
das gleichmässige Benetzen und die Beschichtung der zu behandelnden Fläche ermöglicht.
Die Erfahrung zeigt, dass dieser Vorteil der vorgeschlagenen Vorrichtung die Verdoppelung
der Abstreifer, die reihenweise und hierarchische Anordnung und die Schrägstellung
der Abstreifer zur Streichrichtung ermöglicht. Die Ausbreitung der Behandlungsflüssigkeit
wird auf diese Weise so gesteuert, dass sie nur entlang der Abstreifer verteilt wird,
und dass die zu bestreichende Fläche bei jedem Durchgang zur

unbedingten Sicherheit" (fail safe system) gleich zweifach überstrichen wird. Die
Erfahrungzeigt, dass diese Art des einmaligen Überfahrens auch für die Behandlung
älterer stellenweise aufgequellter Linolböden, die ansonsten um zum Glänzen zu kommen,
sehr arbeitsaufwendig sind, völlig ausreichend ist. Das vorteilhafte Verhalten der
beiden Abstreifer bei der Behandlung von Unebenheiten liegt wohl daran, dass sie propellerartig
an der gemeinsamen Plattform gelagert sind und deshalb sich wippend an die Beschaffenheit
des Bodens anzupassen imstande sind. Der tiefe Schwerpunkt der schlittenartigen Konstruktion
ergibt ein stabiles und angenehmes Gleitverhalten der Vorrichtung. Dank der Tatsache,
dass der Stielanschluss im Schwerpunkt angreift, und dass der Stielanschluss vorzugsweise
mit Kardanlagerung gestaltet ist, bleibt dieses Verhalten der Vorrichtung auch dann
erhalten, wenn sie vom Boden abgehoben wird.
[0007] Dieses Wohlverhalten der Vorrichtung bedeutet einfache Handhabung für Ungeübte und
ergonomische Qualitäten für den Benützer, also Vorteile, die man bei den Vorrichtungen
vom Stand der Technik vergeblich sucht. Von grundsätzlichem Vorteil der erfindungsgemässen
Vorrichtung ist, dass der Abstand der Abstreifer zur Wand, respektive bis zur sockelleiste,
entsprechend der Breite der Randzone wählbar und die Neigungswinkel der Abstreifer
zur Wand einstellbar sind.
Die vorliegende Erfindung hat schliesslich den Vorteil des günstigen Unterhalts. Die
Belegung der elastischen Abstreiferkissen mit einem Fellbezug ist nämlich eine Arbeit,
für die es bei den Vorrichtungen vom Stand der Technik mindestens drei Hände und darum
zwei Personen braucht. Die Erfindung hat dieses Problem so vereinfacht, dass diese
Arbeit von einer Person, ohne besondere Geschicklichkeit und mit ausreichender Qualität
erledigt werden kann. Denn die Fellbezüge erfüllen nur dann ihren Zweck, wenn sie
knitterfrei bleiben und sich darum unter ausreichender Vorspannung an die Abstreiferkissen
schmiegen.
[0008] Das Verfahren, wie ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung, sind zeichnerisch wie
folgt dargestellt:
- Fig.1
- (a bis c) Querschnitt eines Abstreifers und dessen Belegung mit Fell,
- Fig.2
- Querschnitt einer Vorrichtung, mit den Abstreifern,
- Fig.3
- Grundriss der in der Fig. 2 geschnittenen Vorrichtung,
- Fig.4
- Schema für die Durchführung des Verfahrens mit der Vorrichtung nach den Figuren 2
und 3 um die Randzonen des Fussbodens eines Zimmers,
- Fig.5
- Prinzip der Bodenbehandlung eines Zimmers mit der Vorrichtung.
[0009] Gemäss Figur 1a ist der Holm 2 des Abstreifers 1, der vorzugsweise als Extrusionsprofil
aus Aluminium gefertigt ist, zwecks Polsterung, mit einem U-förmigen Kissen 3 aus
geschlossenzelligem Elastomär, zu drei Vierteln umhüllt. Der als geschlossenes Hohlprofil
geformte Holm 2, weist auf seiner unbedeckten schmalen Seite eine offene Rinne 2'
auf. In diese Rinne 2' wird die eine Längsseite eines rechteckigen Fells 4 so eingelegt,
dass die Fellhaare 4' nach aussen gewendet, und nur eine Seite und der Boden der Rinne
2' vom Fell 4 bedeckt sind. Für die Aufnahme der Rolle 5 lässt die Rinne 2 so viel
Platz, dass das Eindrücken der Rolle 5 in die Rinne 2', entlang der freien Wand der
Rinne 2', das Fell 4 zwischen die Rolle 5 und den anderen Wand der Rinne 2' (vgl.
Figur 1b) klemmt. Das Fell 4 um das Kissen 3 und Holm 2 gewunden, wird als Paket in
das trogförmige Abstreifergehäuse 7 des Abstreifers 1 gefügt, wo, durch die erzwungene
Einfederung des Kissens 3 und des Fells 4, die Verbindung der Komponenten entsteht.
[0010] Figur 2 zeigt die Aufnahme der Abstreifer 1', 1'' in die Fassungen 6', 6'' der Plattform
6 mit beidseitigen Nadellagern 7', 7'' in die Vorrichtung 15, und die Anschlussstellen
der Lagerung 11 für den Stiel 9 mit Kardangelenk 8, und des Führungsrohrs 10, für
die Aufnahme der Leitvorrichtungen 20', 20''.
[0011] Figur 3 zeigt die Vorrichtung 15 in der Draufsicht. Im Führungsrohr 10 sind die Ausleger
21 mit Sterngriffschrauben 22 so gefasst, dass sie entsprechend des Längenmasses 21'
und der beabsichtigten Breite der Randzone 40' verstellbar sind. Die Leitvorrichtungen
20', 20'', tragen jeweils zwei Fahrgestelle 25 mit je einer Rolle 27'. Der Achsabstand
der Rollen 27' ist durch die Stellschrauben 26 verstellbar. Das Fahrgestell 25 und
der Ausleger 21 sind mit dem Bolzen 29 kippbar so verbunden, dass der Neigungswinkel
des Fahrgestells 25 gegenüber dem Ausleger 21 an der Winkelanzeige 30 messbar und
der gewählte Winkel mit der Sterngriffschraube 23 arretierbar ist.
[0012] In der Figur 4 deuten die Sockelleisten 40 den Grundriss eines Zimmers mit der halboffenen
Tür 40'' den Einsatz der Vorrichtung 15, entlang der Sockelleisten 40, im Abstand
der Randzone 40', an. Die Route der Randzone 41 zeigt den Fahrtweg mit der Fahrtrichtung
der Vorrichtung 15 an. Auf der Route der Randzone 41 und vor der Vorrichtung 15 ist
die Behandlungflüssigkeit zu applizieren. Im vorliegenden Fall ist sie mit einer nicht
gezeigten Giesskanne als raupenartiger Tümpel 35 auf die Route der Randzone 41 gegossen
worden. Die Vorrichtung 15 verteilt die Behandlungsflüssigkeit zu einem Streifen 35'
entsprechend der Lage der Abstreifer 1'.
[0013] Figur 5 zeigt den vollständigen Routenplan und somit die Fortsetzung der Behandlung
des in der Figur 4 gezeigten Zimmers. Daraus ist ersichtlich, dass die Route für die
nach der Figur 4 noch unbehandelte Fläche des Fussbodens in einem zweiten Anlauf analog
und parallel, aber knapp um die Breite des Streifens 35 versetzt, zu legen ist, damit
der vorhandene Streifen 35 mit Sicherheit von der Fortsetzung des Routenabschnitts
42 am Rand berührt, respektive etwas überdeckt wird. Um zu vermeiden, dass die behandelte
Fläche betreten wird, ist darauf zu achten, dass der Routenabschnitt 43 zeilenweise
und meanderförmig mit der Spaltenbreite 35' nur so lange fortgesetzt wird, bis die
Breite der noch nicht behandelten Fussbodenfläche schmäler als die doppelte Breite
des Streifens 35' ist. Der restliche Routenabschnitt 44 wird gegenüber des Routenabschnitts
43 um 90° gewendet und mit kurzen geschwungenen Meandern bis zum letzten Routenabschnitt
45, der auf die geschilderte Weise zurückgewendet wird, fortgesetzt und zum Schluss
der Behandlung und zum Verlassen des Zimmers führt.
[0014] Zum Schluss soll noch betont werden, dass der vorgeschlagene Abstreifer 1 sich auch
mit Vorteil in Vorrichtungen der Reinigung und der Beschichtung und somit auch unabhängig
vom geschilderten Verfahren verwenden lässt, und dass das vorgeschlagene Verfahren
sich selbstverständlich auch mit Vorrichtungen durchführen lässt, die von einem Fahrer
bedient oder autonom und automatisch, wie die Reinigungsroboter, operieren und die
Breite der Randzone 40' durch die Beobachtung des Fahrers oder durch Taster mechanischer,
akustischer oder elektromagnetischer Art wahrgenommen wird.
1. Verfahren zur Behandlung von einfach gebogenen Flächen und insbesondere Flächen ebener
Art, wie perfekten Ebenen optischer Qualität, aber auch quasi ebenen Flächen und somit
Flächen, deren Ausbreitung zwischen zwei planparallelen Ebenen mit einem Abstand voneinander
liegen, und die vor Abnützung und schädigenden Einwirkung der Umwelt durch das zyklische
Wiederholen des Auftragens eines Pflegemittels nach erfolgter Reinigung durch Beschichtung
mit einer Vorrichtung zu schützen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung
nur durch eine einzige Bestreichung der Fläche mit der Vorrichtung (15) vorgenommen
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Randzone (40') und somit
der unmittelbare Bereich der Wandnähe der Fussböden von der Beschichtung ausgeschlossen
wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, für die Beschichtung des Bodens eines Lokals,
beispielsweise eines Zimmers, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (15) des
Fussbodens von der Eingangstüre (40'') beginnend entlang der Sockelleisten (40) und
mit dem Abstand der Randzone (40') davon entfernt, entsprechend der Route (41) und
anschliessend um die Streifenbreite (35') der Beschichtung versetzt, entsprechend
der Route (42), erfolgt und die restliche Fläche zeilenweise und meanderförmig entsprechend
Route (43) beschichtet, bis der Bereich der restlichen unbeschichteten Fläche so weit
geschmälert wird, dass ihre Breite weniger als die doppelte Streifenbreite (35') wird,
wonach der restliche Routenabschnitt (44) um 90° gewendet und mit kurzen geschwungenen
Meandern bis zum lezten Routenabschnitt (45) und bis zum Verlassen des Zimmers geführt
wird.
4. Vorrichtung (15) für die Ausführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, dass eine Plattform (6) mit einem Stiel (9) verbunden ist und Fassungen
(6', 6'') mit Abstreifern (1', 1'') und zwischen diesen Leitvorrichtungen (20', 20'')
aufweist, die die Abstreifer (1', 1'') überragen und mit der Plattform (6) mittels
Auslegern (21) und einem Führungsrohr (10) verbunden sind.
5. Vorrichtung (15) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreifer (1',
1'') in ihrer Mitte gelagert und vorzugsweise durch Nadellager (7'') mit den Fassungen
(6', 6'') verbunden sind.
6. Vorrichtung (15) nach den Ansprüchen 4 und 5; dadurch gekennzeichnet, dass die Ausleger
21 je ein Längenmass 21' aufweisen und mit den Leitvorrichtungen (20', 20'') gegenüber
dem Führungsrohr (10) und der Plattform (6) verstellbar und mit den Sterngriffschrauben
(22) arretierbar sind.
7. Vorrichtung (15) nach den Ansprüchen 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass Leitvorrichtungen
(20', 20'') jeweils eine Winkelanzeige (30) aufweisen und gegenüber den Auslegern
(21) kippbar und mit den Sterngriffschrauben (23) arretierbar sind.
8. Vorrichtung (15) nach den Ansprüchen 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Achsabstand
der Führungsrollen (27') mit den Stellschrauben (26) verstellbar und arretierbar ist.
9. Vorrichtung (15) nach den Ansprüchen 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Stiel
(9) mit der Plattform (6) durch die Anschlussstellen der Lagerung (11) und das Kardangelenk
(8) verbunden ist.
10. Abstreifer (1) für das Verfahren und die Vorrichtung (15) nach den Ansprüchen 1 bis
9, dadurch gekennzeichnet, dass das rechteckige Fell (4) des Abstreifers (1) in die
Rinne (2') des Holmes (2) mit der Rolle 5 geklemmt, und das Fell (4) um den Holm (2)
mit der Polsterung des Kissens 3 gewickelt und teilweise in das trogförmige Abstreifergehäuse
(7) gedrückt und davon gehalten wird.