[0001] Die Erfindung betrifft ein Ausgleichsgewicht zur Erhöhung der Standsicherheit von
Spülmaschinen, nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Ausgleichsgewichte dieser Art dienen dazu, insbesondere bei frei aufgestellten Spülmaschinen,
das heißt bei Spülmaschinen, welche nicht in einer Küchenzeile mit darüber verlaufender
Arbeitsfläche untergebaut sind, die Standsicherheit zu erhöhen, wenn bei einer derart
freistehenden Spülmaschine der oder die mit Spülgut beladenen Einschübe schubladenartig
aus der Spülmaschine herausgezogen wird oder werden. Aufgrund der Verlagerung des
Schwerpunktes durch das Herausziehen der Einschübe aus dem Massemittelpunkt des Spülmaschinengehäuses
heraus speziell dann, wenn diese Einschübe mit Spülgut, beispielsweise schweren Töpfen,
Tellern oder dergleichen beladen sind, kann eine nicht eingebaute oder untergebaute
Spülmaschine Gefahr laufen, nach vorne zu kippen. Um dies zu verhindern, ist es üblich,
bei Spülmaschinen zur Erhöhung der Standsicherheit Ausgleichsgewichte vorzusehen,
welche zumeist unterhalb der oberen Gehäuseabdeckung im Bereich der Gehäuserückwand
angeordnet sind, um auch bei ausgezogenem Einschub oder ausgezogenen Einschüben -
selbst wenn diese maximal beladen sind - bei einer freistehenden Spülmaschine ausreichende
Standsicherheit sicherstellen zu können.
[0003] Bislang sind derartige Ausgleichsgewichte massive, unter Umständen sogar mit Bewehrungen
versehene Beton-Gußkörper. Zwar läßt sich mit diesen bekannten Ausgleichsgewichten,
welche ein Gewicht von knapp unterhalb sieben Kilogramm haben, ein Umkippen nach vorne
der Spülmaschinen bei ausgezogenen Einschüben verhindern, jedoch haben sie eine Mehrzahl
von Nachteilen:
[0004] Wie bereits erwähnt sind bekannte Ausgleichsgewichte Beton-Gußteile, die in einem
entsprechenden Freiraum innerhalb des Spülmaschinengehäuses verankert werden. Allerdings
sind diese Ausgleichsgewichte nur dann notwendig, wenn - wie ebenfalls bereits erwähnt
- die Spülmaschine frei stehend betrieben wird, also nicht durch eine über ihrer oberen
Gehäuseabdeckung verlaufenden Arbeitsfläche sowieso am Umkippen nach vorne gehindert
wird. Oftmals ist es nun so, daß, wenn vorab sichergestellt ist, daß die betreffende
Spülmaschine als Unterbaugerät betrieben wird, dann das Ausgleichsgewicht vorab entfernt
wird, da dies mit einigen wenigen Handgriffen möglich ist, um später die Spülmaschine
mit verringertem Gewicht transportieren zu können.
[0005] Weitaus häufiger dürfte es jedoch der Fall sein, daß irreparabel beschädigte Spülmaschinen
vorhanden sind, deren Metallanteile sich nach einer entsprechenden Vorbearbeitung
zwar größtenteils recyclen und damit in den Rohstoffumlauf zurückführen lassen, hierbei
jedoch die Beton-Gußteile der Ausgleichsgewichte einen Sonderstatus einnehmen, da
sie sich nicht ohne weiteres durch Aussortieren und Einschmelzen oder dergleichen
in den Roh- oder Wertstoffumlauf zurückführen lassen, sondern zunächst aufwendig bearbeitet
werden müssen, das heißt auf entsprechenden Maschinen oder Anlagen zerkleinert oder
geschreddert werden müssen, wonach dann die Betonteile allenfalls noch als Unterbaumaterial
im Straßenbau oder dergleichen verwendet werden können.
[0006] Allerdings ist es hierzu notwendig, eine große Anzahl von nicht zu verwendenden oder
aus ausgedienten Spülmaschinen stammende Ausgleichsgewichte in Form von Beton-Gußteilen
möglichst zentral sammeln zu können, um sie entsprechend zentral zerkleinern und einer
möglichen Weiterverwendung zuführen zu können. Aufgrund des doch relativ erheblichen
Gewichtes von ca. sieben Kilogramm bedingt eine derartig zentrale Sammlung und Verarbeitung
auch entsprechend aufwendige Transport-, Zwischenlager- und Endlageraufwendungen.
Summarisch betrachtet ist daher ein recyclen der aus Beton-Gußkörpern bestehenden
Ausgleichsgewichte, so wie sie bislang verwendet werden, vom kaufmännischen Standpunkt
her völlig uninteressant. Somit werden diese Beton-Gußkörper oder Gußteile unzerkleinert
dem Restmüll zugeführt und tragen somit zu einer unnötigen Erhöhung des nicht verarbeitbaren
Restmüllvolumens bei.
[0007] Die vorliegende Erfindung hat es sich demgegenüber zur Aufgabe gemacht, ein Ausgleichsgewicht
der im Oberbegriff des Anspruches 1 angegebenen Gattung derart auszubilden, daß die
genannten Nachteile nicht mehr vorhanden sind, das heißt, daß bei Beibehaltung einer
stabilen Ausgleichsgewicht-Funktion insbesondere die bislang vorhandenen Probleme
bei der Entsorgung, dem Recyclen oder Wiedergewinnen beseitigt sind, so daß die Umweltbelastung
entsprechend verringert ist, was wiederum letztendlich im Endeffekt dazu führt, daß
ein derartiges erfindungsgemäß weitergebildetes Ausgleichsgewicht auch preiswerter
gestaltet werden kann.
[0008] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die im Anspruch 1 angegebenen
kennzeichnenden Merkmale.
[0009] Demnach ist das Ausgleichsgewicht in Form eines mit fließ- oder rieselfähigem Schüttgut
hohen spezifischen Gewichts befüllbaren Behälters mit wenigstens einer verschließbaren
Befüll- und Entleerungsöffnung ausgebildet.
[0010] Anstelle eines Ausgleichsgewichtes, wie es bisher verwendet wurde, das heißt anstelle
eines Ausgleichsgewichtes in Form eines monolytisch gegossenen Beton-Gußteils oder
Gußkörpers schlägt die vorliegende Erfindung vor, einen Behälter vorzusehen, der wenigstens
eine verschließbare Befüll- oder Entleerungsöffnung aufweist und mit einem fließ-
oder rieselfähigem Schüttgut mit hohem spezifischen Gewicht befüllbar ist.
[0011] Der ehemals monolytisch einstückig gegossene Körper des bislang bekannten Ausgleichsgewichtes
zerfällt somit im wesentlichen in zwei Komponenten, nämlich in den Behälter und das
den Behälter ausfüllende Schüttgut. Wie weiter unten in vorteilhaften Ausgestaltungen
der Erfindung noch näher spezifiziert wird, kann hierbei durch geschickte Auswahl
der Materialien und Formgebung für den Behälter, sowie für Material und damit Eigenschaft
des Schüttgutes dafür Sorge getragen werden, daß die an ein gattungsgemäßes Ausgleichsgewicht
gestellten Forderungen durch das Ausgleichsgewicht gemäß der vorliegenden Erfindung
vollständig erfüllt werden können, wobei jedoch im Falle einer Nichtverwendung und/oder
Entsorgung des erfindungsgemäßen Ausgleichsgewichtes die bislang bestehenden Probleme
vollständig beseitigt sind.
[0012] So ist es aufgrund der Befüll- und Entleerungsöffnung grundsätzlich möglich, den
das Ausgleichsgewicht definierenden Behälter im Falle einer Nichtverwendung oder Aussortierung
des Ausgleichsgewichtes von dem Schüttgut zu befreien. Da das Schüttgut fließ- oder
rieselfähig ist, benötigt das entleerte Schüttgut keine nachfolgende Zerkleinerung,
sondern kann - eine entsprechende Auswahl vorausgesetzt - unmittelbar wieder einem
entsprechenden Wertstoffeingliederungs-Prozeß zugeführt werden, stellt jedoch in jedem
Fall zumindest keine unmittelbare Umweltbelastung dar.
[0013] Der entleerte Behälter kann wahlweise entweder ebenfalls umgeformt, das heißt recyclet
werden, oder aufgrund seines weitaus geringeren Gewichtes aufgrund des fehlenden Schüttgutes
zwischengelagert und transportiert werden, um wieder einer späteren Benutzung zugeführt
zu werden.
[0014] Insbesondere für Zulieferfirmen ist das erfindungsgemäße Ausgleichsgewicht von Interesse,
als beispielsweise daran gedacht werden kann, daß derartige Zulieferfirmen lediglich
den leeren Behälter liefern, und dieser dann erst an Ort und Stelle des Zusammenbaus
der Spülmaschine mit dem fließ- oder rieselfähigen Schüttgut gefüllt wird, so daß
sich die Transportkosten für das erfindungsgemäße Ausgleichsgewicht ganz erheblich
reduzieren können.
[0015] Vorteilhafte Ausgestaltungsformen der vorliegenden Erfindung sind Gegenstand der
Unteransprüche.
[0016] So ist beispielsweise gemäß einer bevorzugten Ausgestaltungsform der Behälter aus
Kunststoff, insbesondere einem Thermoplasten gefertigt. Aus Gründen einer preiswerten
Serienfertigung ist diese Ausgestaltung in der Praxis zu bevorzugen. Weiterhin kann
durch die Ausgestaltung des Behälters durch einen Thermoplasten bestimmten Konstruktionsanforderungen
der jeweiligen Spülmaschinenhersteller durch Anpassung der entsprechenden Werkzeuge,
also insbesondere Spritzgußwerkzeuge vergleichsweise schnell und problemlos Rechnung
getragen werden.
[0017] Sind gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltungsform die Behälter aus zwei miteinander
verbindbaren Einzelteilen zusammensetzbar, ergibt sich insbesondere der wesentliche
Vorteil, daß an den beiden Öffnungen der beiden Einzelteile, die im noch nicht zusammengesetzten
Zustand nebeneinander vorliegen, zumindest eine dieser beiden Öffnungen eine vergleichsweise
große Befüll- und/oder Entleerungsöffnung bildet, so daß das Einbringen oder auch
Entleeren des Schüttgutes besonders schnell vor sich gehen kann.
[0018] Bevorzugt umfassen hierbei die beiden Einzelteile ein unteres, schalenförmiges Bodenteil
mit hochgezogenem Rand und ein auf diesen Rand aufsetzbares und mit dem Bodenteil
verbindbares Deckelteil. Aufgrund der Ausbildung des unteren Bodenteiles mit hochgezogenem
Rand ist es möglich, das fließ- oder rieselfähige Schüttgut mit seinem vollständigen,
eine Befüllung darstellenden Volumen in dieses untere Bodenteil einzufüllen, wonach
dann einfach auf das vollgefüllte schalenförmige Bodenteil das Deckelteil aufgesetzt
wird. Hierdurch wird, der Befüllvorgang wesentlich erleichtert und es kann darüber
hinaus sichergestellt werden, daß jedes Ausgleichsgewicht mit einer definierten Füllmenge
des Schüttgutes entsprechend einem definierten Gewicht befüllt wird.
[0019] Sind die beiden Behälter-Einzelteile durch wenigstens eine, insbesondere eine Mehrzahl
von Rastverbindungselementen verbindbar, erfolgt eine einfache und sichere und insbesondere
leicht, das heißt gegebenenfalls auch einer Automatisierung zuführbare Verbindung
der beiden Einzelteile.
[0020] Die Rastverbindungselemente sind gemäß einer bevorzugten Ausgestaltungsform aus von
der Unterseite des Deckelteils nach unten vorstehenden Rastnasen und aus von der Bodenseite
des Bodenteils nach oben vorstehenden und mit den Rastnasen fluchtenden Gegenraststücken
aufgebaut. Insbesondere dann, wenn die Gegenraststücke hinterschnittene obere Öffnungen
an zylindrischen Stützröhren sind, wobei die Rastnasen in die Hinterschneidungen eingreifen,
ergibt sich neben der sicheren Lagefixierung zwischen den beiden Behälter-Einzelteilen
darüber hinaus der Vorteil, daß die zylindrischen Stützröhren - bei einer entsprechenden
Verteilung über den Behältergrundriß hinweg - quasi wie Säulen in einem Bauwerk wirken,
das heißt neben einer sicheren Fixierung des Bodenteils mit dem Deckelteil gegenüber
Kräften, welche diese beiden Teile auseinanderzuziehen trachten, stützen diese Stützröhren
den gesamten Behälter gegenüber Kräften ab, welche den Behälter zusammenzudrücken
versuchen.
[0021] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltungsform ist das Schüttgut zum Befüllen
des Behälters ein trockenes rieselfähiges Schüttgut. Trockenes rieselfähiges Schüttgut
ist - abhängig von der Granulatgröße und -konsistenz - eigenstabil, das heißt "schwappt"
nicht im Gegensatz zu einer Flüssigkeit, kann - ebenfalls im Gegensatz zu einer Flüssigkeit
- nicht auslaufen und ist beim Befüllen des Behälters leichter handhabbar.
[0022] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltungsform kann das Schüttgut Naturstein in Kies-
oder Splittform sein und gemäß einer anderen bevorzugten Ausgestaltungsform kann das
Schüttgut Metallschrott, insbesondere Metallschrott aus einem korrosionsfreien Metall
sein.
[0023] Im Falle einer Verwendung von Naturstein in Kies- oder Splittform ist das Schüttgut
bei Entsorgung des Ausgleichsgewichtes völlig problemlos dem natürlichen Kreislauf
zurückführbar, ohne daß hierbei vorab irgendwelche aufwendigen Zerkleinerungs- und/oder
Sortiervorgänge notwendig wären: nach einem Öffnungsvorgang des Behälters steht das
eingefüllte Schüttgut in Form von Kies (Riesel), Splitt oder dergleichen ohne irgendwelche
künstlichen und/oder umweltbelastenden Zusätze zur Verfügung, kann also den für diese
Materialien typischen Verwendungszwecken zugeführt werden. Das Material des Behälters,
das bevorzugt ein Thermoplast ist, kann ebenfalls ohne größere Aufwendungen recyclet
werden.
[0024] Wird in einer alternativen Ausgestaltungsform für das Schüttgut Metallschrott verwendet,
so kann bei Entsorgung des Ausgleichsgewichts gemäß der vorliegenden Erfindung nach
Öffnen des Behälters dieser Metallschrott ebenfalls wieder auf direktem Wege einer
Wiederverwertung oder einem Recyclingvorgang zugeführt werden und das Material des
Behälters kann ebenfalls einem Recyclingvorgang unterworfen werden, ohne daß hierbei
irgendwelche aufwendigen Bearbeitungs-, Trenn- oder Sortiervorgänge oder dergleichen
notwendig wären.
[0025] In der Praxis wird sich möglicherweise die Verwendung von Naturstein in rieselfähiger
Form, das heißt als Kies, Riesel oder Splitt als besonders bevorzugt herausstellen,
da hierbei das aus dem Behälter abgegebene Schüttgut, das heißt der Naturstein, in
der Regel unmittelbar oder zumindest benachbart wenn schon nicht eingesetzt, das heißt
wiederverwertet, so doch zumindest völlig umweltschonend entsorgt werden kann. Grundbedingung
hierfür ist allerdings, daß das herstellerseitig in den Behälter eingefüllte Schüttgut,
das heißt der Naturstein, einen entsprechenden Reinheitsgrad hat, so daß beispielsweise
das bloße Auskippen entleerter Behälter des erfindungsgemäßen Ausgleichsgewichtes
beispielsweise in Baugruben, stillgelegte Baggerseen, Fließgewässer oder dergleichen
keinerlei Umweltbelastungen nach sich zieht.
[0026] In jedem Fall ist jedoch das erfindungsgemäße Ausgleichsgewicht bisher bekannten
Ausgleichsgewichten in einer Mehrzahl von Aspekten überlegen, so insbesondere aufgrund
der höheren Umweltverträglichkeit, dem geringeren Preis, der einfacheren Herstellung
(Vergleich der Herstellungszeit für gegossenen Betonkörper zu Herstellungszeit Spritzgußteilen
mit nachfolgender Befüllung) und besserer Handhabbarkeit.
[0027] Weitere Einzelheiten, Aspekte und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten, jedoch nicht einschränkend zu
verstehenden Ausführungsform der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung.
[0028] Es zeigt:
Fig. 1 schematisch stark vereinfacht in perspektivischer Ansicht eine Spülmaschine
zur Veranschaulichung, wie ein Ausgleichsgewicht der in Frage stehenden Art in einer
derartigen Spülmaschine angeordnet wird;
Fig. 2 eine Seitenansicht auf ein Ausgleichsgewicht gemäß der vorliegenden Erfindung;
und
Fig. 3 eine vergrößerte Ausschnittsdarstellung des in Fig. 2 mit dem mit III gekennzeichneten
Kreis dargestellten Bereiches.
[0029] Fig. 1 veranschaulicht vereinfacht und allgemein, wie ein Ausgleichsgewicht 2 in
einem in Fig. 1 strickpunktiert veranschaulichten Spülmaschinengehäuse 4 angeordnet
ist. Das Ausgleichsgewicht 2 liegt bevorzugt unterhalb einer oberen Gehäuseabdeckung
6 und im Bereich einer Gehäuserückwand 8 des Spülmaschinengehäuses 4, wie sich unmittelbar
aus Fig. 1 ergibt. Das Ausgleichsgewicht 2 dient dazu, die Standsicherheit der Spülmaschine
bzw. des Spülmaschinengehäuses 4 auch dann sicherzustellen, wenn einer oder zwei Einschübe
aus der durch eine Klappe (nicht dargestellt) geöffneten Vorderseite des Spülmaschinengehäuses
4 verschließbaren Öffnung herausgezogen werden. Insbesondere soll das Ausgleichsgewicht
2 sicherstellen, daß das Spülmaschinengehäuse 4 auch dann nicht nach vorne in Richtung
der Klappe umkippt, wenn die ausgezogenen Auszüge 10 und 12 mit Spülgut, beispielsweise
schwerem Geschirr und/oder Töpfen oder dergleichen beladen sind.
[0030] Die Anordnung des Ausgleichsgewichtes 2 unterhalb der oberen Gehäuseabdeckung 6 und
möglichst nahe an der Gehäuserückwand 8 ist hierzu ideal, da die sich ergebenden Hebelverhältnisse
am besten sind. Ein typisches Gewicht für ein derartiges Ausgleichsgewicht 2 beträgt
knapp unterhalb sieben Kilogramm, insbesondere etwa 6,7 Kilogramm, wird sich jedoch
in der Praxis stets nach dem Spülmaschinentyp und der Spülmaschinengröße richten.
[0031] In der schematisch stark vereinfachten Darstellung von Fig. 1 ist das Ausgleichsgewicht
2 als langgestreckt/rechteckförmiges kastenartiges Bauteil dargestellt. Es versteht
sich natürlich, daß die Formgebung des Ausgleichsgewichtes 2 an die jeweiligen im
Inneren des Spülmaschinengehäuses 4 vorhandenen Gegebenheiten was Längen-, Höhen-
und Quererstreckung, sowie Formgebung allgemein betrifft angepaßt sein muß. Die konkrete
Formgebung des Ausgleichsgewichtes 2 wird somit in der Praxis aller Wahrscheinlichkeit
nach nie die in Fig. 1 idealisiert dargestellte Formgebung haben, sondern eine Mehrzahl
von Einschnitten, Vorsprüngen, Einziehungen, Vertiefungen oder dergleichen aufweisen.
Auch wird sich das Ausgleichsgewicht 2 in der Praxis kaum bündig zwischen den beiden
Seitenwänden 14 und 16 des Spülmaschinengehäuses 4 erstrecken, sondern hierzu einen
mehr oder weniger großen Abstand haben.
[0032] Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht einer Ausgestaltungsform eines erfindungsgemäßen
Ausgleichsgewichtes 2. Es sei hier nochmal festgehalten, daß die in den Figuren 2
und 3 dargestellte, sich aus der Seitenansicht ergebende Formgebung des Ausgleichsgewichtes
2 in keiner Weise als einschränkend zu verstehen ist, sondern lediglich ein für einen
bestimmten Anwendungszweck, das heißt Spülmaschinentyp angepaßtes Ausführungsbeispiel
darstellt.
[0033] Das Ausgleichsgewicht besteht im wesentlichen aus einem Behälter 18, der einen inneren,
umfangseitig im wesentlichen vollständig geschlossenen Hohlraum definiert, der zur
Aufnahme eines fließ- oder rieselfähigen Schüttgutes mit hohem spezifischen Gewicht
dient. Wie weiter unten noch ausführlicher dargestellt wird, ist dieses Schüttgut
bevorzugt ein trockenes rieselfähiges Schüttgut, insbesondere Naturstein in Kies-,
Riesel- oder Splittform.
[0034] Der Behälter ist erfindungsgemäß aus zwei miteinander verbindbaren Einzelteilen aufgebaut
bzw. hieraus zusammensetzbar, nämlich aus einem unteren schalenförmigen Bodenteil
20 mit einem hochgezogenen und umfangseitig umlaufenden Rand 22, sowie einem auf diesen
Rand 22 aufsetzbaren und mit dem Bodenteil 20 verbindbaren Deckelteil 24. Wie am besten
aus Figur 3 hervorgeht, weist das Deckelteil 24 eine umfangseitig umlaufende und nach
unten weisende Schürze 26 auf, welche den nach oben vorstehenden hochgezogenen Rand
22 nach außen hin übergreift.
[0035] Die Verbindung von Bodenteilen 20 und Deckelteil 24 erfolgt bevorzugt durch wenigstens
eine, insbesondere jedoch durch eine Mehrzahl von Rastverbindungselementen 28. Fig.
2 und insbesondere Fig. 3 zeigen den Aufbau eines derartigen Rastverbindungselementes
28 näher. Jedes der Rastverbindungselemente 28 besteht im wesentlichen aus einer von
der Unterseite des Deckelteils 24 nach unten vorstehenden Rastnase 30 mit wenigstens
einer, bevorzugt jedoch einer Mehrzahl von radial nach außen vorstehenden, elastisch
deformierbaren Rastvorsprüngen, sowie einer von einer Bodenseite 32 des Bodenteils
20 aus nach oben vorstehenden und mit den Rastnasen 30 fluchtenden Gegenraststücken
34.
[0036] In einem konkreten Ausführungsbeispiel ist hierbei die Gestaltung insbesondere der
Gegenraststücke 34 derart, daß diese hinterschnittene obere Öffnungen an zylindrischen
Stützröhren 36 sind, die sich von der Bodenseite 32 des Bodenteils 20 aus nach oben
in Richtung des Deckelteils 24 erstrecken, wobei die Rastnasen 30 mit den Hinterschneidungen
der Stützröhren 36 an deren oberen freien Öffnungen in Eingriff bringbar sind.
[0037] Die Figuren 2 und 3 zeigen insgesamt drei Stützröhren 36, welche entlang des äußeren
Umfanges des Behälters 18 verteilt angeordnet sind. Es versteht sich jedoch, daß diese
Stützröhren 36 auch in einem beliebigen Muster verteilt auf der Oberfläche der Bodenseite
32 verteilt angeordnet sein können, wobei dann im Deckelteil 24 eine entsprechend
verteilte Anzahl von Rastnasen 30 vorhanden ist. Speziell durch die Verteilung der
Stützröhren 36 nicht nur entlang des Umfanges des Behälters 18, sondern auch über
die Oberfläche der Bodenseite 32 des Bodenteiles 20 hinweg ergibt sich in vorteilhafter
Weise eine Abstützung des Deckelteils 24 gegenüber dem Bodenteil 20, so daß bei von
oben oder unten auf den gesamten Behälter 18 einwirkende Kräfte dieser nicht in seiner
Höhenrichtung deformiert werden kann, da die Stützröhren 36 die auftretenden Belastungen
säulenartig aufnehmen.
[0038] Zum Zusammenfügen von Bodenteil 20 und Deckelteil 24 wird Letzteres auf das Erstere
so aufgesetzt, daß die Rastnasen 30 mit den oberen freien hinterschnittenen Öffnungen
der Stützröhen 36 fluchten, wonach dann ein in Richtung des Bodenteils 20 aufgebrachter
Druck dazu führt, daß die Rastnasen 30 in die hinterschnittenen Öffnungen der Stützröhren
36 eintreten und die dann anschließend wieder radial nach außen ausfedernden Zungen
an den Rastnasen 30 die hinterschnittenen Öffnungen an dem Stützröhren 36 hintergreifen,
so daß das Deckelteil 24 gegenüber dem Bodenteil 20 absolut sicher lagefixiert ist.
[0039] Eine derartig absolut sichere Lagefixierung ist notwendig, da der Behälter 18 bestehend
aus dem zusammengefügten Bodenteil 20 und Deckelteil 24 auch im gefüllten Zustand,
das heißt mit Schüttgut befüllt, sämtlichen in der Praxis auftretenden Belastungen
widerstehen muß, also Stößen, Schlägen, Vibrationen oder dergleichen, ohne daß sich
hierbei der Verbund aus Bodenteil 20 und Deckelteil 24 löst.
[0040] Wie bereits eingangs erwähnt, hat der Behälter 18 nicht die in Fig. 1 idealisiert
hergestellte Formgebung, sondern weist eine Mehrzahl von Vorsprüngen, Abstufungen,
Hinterschneidungen oder dergleichen auf, wie in Fig. 2 allgemein mit dem Bezugszeichen
38 gekennzeichnet.
[0041] Der Behälter 18 des Ausgleichsgewichtes 2 dient zur Aufnahme von fließ- oder rieselfähigen
Schüttgut mit hohen spezifischen Gewicht, um die an das Ausgleichsgewicht 2 gestellten
Anforderungen, nämlich insbesondere die Fähigkeit, ein Gegengewicht von, knapp sieben
Kilogramm im Inneren des Spülmaschinengehäuses 4 bilden zu können, zu erfüllen. Hierzu
wird der Behälter 18 mit einem fließ- oder rieselfähigen Schüttgut hohen spezifischen
Gewichts gefüllt, beispielsweise Naturstein in Kies- oder Splittform, oder auch Metallschrott.
[0042] Die Vorgehensweise zur endgültigen Herstellung des erfindungsgemäßen Ausgleichsgewichtes
2 wird nachfolgend näher erläutert.
[0043] Bodenteil 20 und Deckelteil 24 mit sämtlichen hieran vorhandenen Aussparungen, Vorsprüngen
und dergleichen, also auch den Rastverbindungselementen 28, das heißt den Rastnasen
30 und den Stützröhren 36 werden bevorzugt aus Kunststoff, besonders bevorzugt aus
einem Thermoplasten und dann im Spritzgußverfahren hergestellt. Nach erfolgter Herstellung
von Bodenteil 20 und Deckelteil 24 liegen diese beiden Teile als separate Elemente
oder Bauteile vor, wobei der sich praktisch über die gesamte Höhe des späteren Behälters
18 erstreckende Rand 22 des Bodenteiles 20 die Möglichkeit ergibt, das Bodenteil 20
im wesentlichen bis zur vollständigen späteren Höhenerstreckung des Behälters 18 mit
dem fließ- oder rieselfähigen Schüttgut zu füllen. Bei noch nicht vorhandenem Deckelteil
24 stellt der gesamte von dem umlaufenden Rand 22 des Bodenteiles 20 eingefaßte obere
Öffnungsbereich des Bodenteiles 20 eine entsprechende Einfüllöffnung bereit, so daß
das Befüllen besonders schnell und ökonomisch erfolgen kann. Die über die Fläche der
Bodenseite 32 verteilten und nach oben vorstehenden Stützröhren 36 werden hierbei
in das Schüttgut eingebettet. Nachdem das Schüttgut bis zur gewünschten Höhe, also
beispielsweise bis knapp unter die obere umlaufende Randoberfläche des von der Bodenseite
32 nach oben vorstehenden Randes 22 gefüllt worden ist, wird in der erwähnten Weise
das Deckelteil 24 auf das Bodenteil 20 aufgesetzt, wobei die Rastverbindungselemente
28 miteinander in Eingriff gelangen, um den zerstörungsfrei nicht mehr zu öffnenden
Behälter 18 zu bilden.
[0044] Dieser mit dem Schüttgut beschwerte Behälter 18 wird dann gemäß Fig. 1 als Ausgleichsgewicht
2 an einer entsprechenden Stelle in dem Spülmaschinengehäuse 4 eingebaut.
[0045] Als Schüttgut zur Erzeugung der notwendigen Masse des Ausgleichsgewichtes 2 wird
bevorzugt ein trockenes rieselfähiges Schüttgut verwendet, welches nach erfolgter
Einfüllung eigenstabil ist, bei Bewegungen oder Vibrationen des Spülmaschinengehäuses
4 nicht "schwappt", was unter Umständen mit entsprechenden Geräuschen oder sogar Eigenfrequenzproblemen
behaftet wäre und auch nicht durch eventuell vorhandene Öffnungen - sofern diese überhaupt
vorhanden sind - aus dem Behälter 18 auslaufen kann. Weiterhin ist ein trockenes rieselfähiges
Schüttgut bei der Befüllung des Behälters 18, das heißt beim Auffüllen des Bodenteiles
20 besonders leicht handhabbar. Als besonders geeignet für das trockene rieselfähige
Schüttgut wird Naturstein in Kies-, Riesel- oder Splittform erachtet. Dies insbesondere
deshalb, als bei den eingangs erwähnten Wiederverwertungs- oder Recyclinganforderungen
dann der Behälter 18 durch gewaltsames Trennen vom Bodenteil 20 und Deckelteil 24
geöffnet wird, wonach dann der Inhalt, das heißt Kies oder Splitt einfach ausgekippt
werden kann. Der Kies oder der Splitt kann dann ohne irgend welche weiteren Verarbeitungs-
und und/oder Reinigungsschritte oder dergleichen einer weiteren Verwendung, beispielsweise
im Straßenbau, dem Winterdienst oder dergleichen zugeführt werden.
[0046] Die voneinander getrennten Teile des Behälters 18, das heißt Bodenteil 20 und Deckelteil
24 bestehen bevorzugt aus einem thermoplastischen Kunststoff, das heißt, sie können
ebenfalls wieder in den Roh- oder Wertstoffkreislauf eingeführt werden.
[0047] Praktisch genau so gut kann als trockenes rieselfähiges Schüttgut auch beispielsweise
Metallschrott verwendet werden, der ebenfalls nach Öffnung des Behälters 18 in entsprechende
Wiederverwertungs- oder Recyclingprozesse eingeführt werden kann.
[0048] Unter Umständen kann auch daran gedacht werden, den - dann bevorzugt sortenrein vorliegenden
Metallschrott - ohne vorheriges Öffnen direkt einzuschmelzen, also zusammen mit dem
Behälter 18. Dies ist jedoch nur dann angezeigt, wenn sichergestellt ist, daß bei
den herrschenden Schmelzofentemperaturen das Material des Behälters ohne Schadstoffemissionen
verbrennt und auch die Schmelze nicht nachteilig beeinflußt.
[0049] Im Gegensatz zu bisherigen Ausgleichsgewichten, bei denen dieses aus einem monolytisch
gegossenen Betonkörper bestand, kann somit das erfindungsgemäße Ausgleichsgewicht
2 besonders umweltfreundlich entsorgt und insbesondere wiederverwertet werden.
[0050] Anstelle einer Überführung des Schüttgutes in andere Verwertungsprozesse kann genau
so gut daran gedacht werden, bereits einmal verwendetes Schüttgut zur Befüllung neuer
Behälter 18 heranzuziehen.
[0051] Es versteht sich, daß die voranstehende Beschreibung der vorliegenden Erfindung rein
exemplarisch und in keiner Weise einschränkend ist. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung
ist eine Vielzahl von Modifikationen und Abwandlungen möglich. So ist insbesondere
die Wahl des zur Befüllung des Behälters 18 vorgesehenen Schüttgutes nicht auf die
genannten Ausführungsbeispiele in Form von Naturstein oder Metallschrott beschränkt.
Beispielsweise kann auch Natursand, Schlackensand oder dergleichen verwendet werden.
Weiterhin ist die Anwendung des erfindungsgemäßen Ausgleichsgewichtes 2 nicht nur
auf Spülmaschinen im Haushaltsbereich beschränkt, sondern auf Spül- oder Reinigungsgeräte
allgemein, wie sie beispielsweise in der Industrie, Laboratorien, Gaststätten oder
dergleichen Verwendung finden.
1. Ausgleichsgewicht zur Erhöhung der Standsicherheit von Spülmaschinen bei aus einem
Spülmaschinengehäuse (4) herausgezogenen und insbesondere mit Spülgut beladenen Einschüben
(10, 12), wobei das Ausgleichsgewicht (2) unterhalb einer oberen Gehäuseabdeckung
(6) des Spülmaschinengehäuses (4) im Bereich einer Gehäuserückwand (8) angeordnet
ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Ausgleichsgewicht (2) in Form eines mit fließ- oder rieselfähigem Schüttgut
hohen spezifischen Gewichts befüllbaren Behälters (18) mit wenigstens einer verschließbaren
Befüll- und Entleerungsöffnung ausgebildet ist.
2. Ausgleichsgewicht nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter (18) aus
Kunststoff, insbesondere einem Thermoplasten gefertigt ist.
3. Ausgleichsgewicht nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter
(18) aus zwei miteinander verbindbaren Einzelteilen zusammensetzbar ist.
4. Ausgleichsgewicht nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die zwei Einzelteile
ein unteres, schalenförmiges Bodenteil (20) mit seitlich hochgezogenem Rand (22) und
ein auf diesen Rand (22) aufsetzbares und mit dem Bodenteil (20) verbindbares Deckelteil
(24) umfassen.
5. Ausgleichsgewicht nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Behälter-Einzelteile
durch wenigstens eine, insbesondere eine Mehrzahl von Rastverbindungselementen (28)
verbindbar sind.
6. Ausgleichsgewicht nach Ansprcu 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Rastverbindungselemente
(28) aus von der Unterseite des Deckelteils (24) nach unten vorstehenden Rastnasen
(30) und von der Bodenseite des Bodenteils (20) nach oben vorstehenden, mit den Rastnasen
(30) fluchtenden Gegenraststücken (34) aufgebaut sind.
7. Ausgleichsgewicht nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenraststücke
(34) hinterschnittene obere Öffnungen an zylindrischen Stützröhren (36) sind, wobei
die Rastnasen (30) in die Hinterschneidungen eingreifen.
8. Ausgleichsgewicht nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützröhren (36)
sowohl entlang des Außenumfanges des Bodenteils (20) als auch über die Bodenseite
des Bodenteils (20) hinweg verteilt angeordnet sind, wobei die Rastnasen (30) hierzu
korrespondierend an dem Deckelteil (24) angeordnet sind.
9. Ausgleichgewicht nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das
Schüttgut ein trockenes rieselfähiges Schüttgut ist.
10. Ausgleichsgewicht nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Schüttgut Naturstein
in Kies- oder Splittform ist.
11. Ausgleichsgewicht nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Schüttgut Metallschrott,
insbesondere Metallschrott aus einem korrosionsfreien Metall ist.