(19)
(11) EP 0 865 809 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.09.1998  Patentblatt  1998/39

(21) Anmeldenummer: 98100763.6

(22) Anmeldetag:  17.01.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6A63H 19/18
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 20.03.1997 DE 19711644

(71) Anmelder: GEBR. FLEISCHMANN
D-90419 Nürnberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Denzin, Klaus, Dr.
    98704 Langewiesen (DE)
  • Grünig, Frank, Dr.
    91560 Heilsbronn (DE)

(74) Vertreter: Matschkur, Lindner Blaumeier Patent- und Rechtsanwälte 
Dr.-Kurt-Schumacher-Strasse 23
90402 Nürnberg
90402 Nürnberg (DE)

   


(54) Entkupplungsgleis mit intergriertem Antrieb


(57) Entkupplungsgleis für eine elektrische Spiel- oder Modellbahn mit einer über eine elektromotorische Antriebsvorrichtung anhebbaren Entkupplungsbühne, wobei an der Entkupplungsbühne oder am Gleiskörper eine Erregerspule mit vertikal gerichteter Achse und am jeweils anderen Teil ein in die Erregerspule eintauchender Permanentmagnet befestigt sind, wobei der Erregerspule eine Gleichspannung derart zuführbar ist, daß sie den Permanentmagneten unter Anheben der Entkupplungsbühne abstößt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Entkupplungsgleis für eine elektrische Spiel- oder Modellbahn mit einer über eine elektromotorische Antriebsvorrichtung anhebbaren Entkupplungsbühne.

[0002] Üblicherweise sind derartige Entkupplungsgleise so ausgebildet, daß die Entkupplungsbühne mit einem seitlich an das Gleis angesetzten Antrieb über entsprechende Stellhebel verbunden ist, so daß bei Erregung der Antriebsspule ein entsprechendes Anheben der Entkupplungsbühne stattfindet, um die Kupplungen eines darüber angeordneten Wagenpaares anzuheben und damit auszukuppeln bzw. die Entkupplung vorzubereiten. Es sind auch in das Gleisbett versenkte Antriebe bekannt, wofür jedoch das Gleisbett entschieden höher ausgebildet sein muß.

[0003] Diese bekannten Anordnungen sind nicht nur sehr bauaufwendig, sondern insbesondere stört dabei der relativ große, seitlich an das Gleis anzusteckende Antrieb, da dieser vorbildwidrig das Gesamtbild einer Modellbahnanlage störend beeinflußt, ähnlich wie dies auch bei seitlich angesteckten Weichenantrieben der Fall ist.

[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Entkupplungsgleis zu schaffen, welches bei einem insgesamt vereinfachten Aufbau ohne störende seitlich anzuordnende Antriebseinrichtungen auskommt.

[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß an der Entkupplungsbühne oder am Gleiskörper eine Erregerspule mit vertikal gerichteter Achse und am jeweils anderen Teil ein in die Erregerspule eintauchender Permanentmagnet befestigt sind, wobei der Erregerspule eine Gleichspannung derart zuführbar ist, daß sie den Permanentmagneten unter Anhebung der Entkupplungsbühne abstößt.

[0006] Erfindungsgemäß ist also der Linearantrieb für die Entkupplungsbühne direkt unter ihr in dem schmalen Raum bis etwa zur Unterseite des Gleiskörpers in einer entsprechenden Schwellenausnehmung angeordnet. Es bedarf damit keiner Umlenkeinrichtung, um von einer seitlich neben dem Gleis angeordneten Antriebsvorrichtung eine Stellbewegung zunächst seitlich und dann auch noch vertikal umzulenken, um die Entkupplungsbühne anheben zu können. Durch das Einsparen all dieser Stellhebel und Umlenkungen ergibt sich ein sehr viel einfacherer Antriebsaufbau, und insbesondere ist mit Ausnahme der im Gleiskörper liegenden Entkupplungsbühne überhaupt kein Antriebsteil von außen erkennbar und schon gar nicht störend als zusätzliches seitliches Ansteckteil vorhanden.

[0007] Mit besonderem Vorteil ist dabei das jeweils ortsfest montierte Teil, sei es der Permanentmagnet oder sei es die Erregerspule, auf einer einen Gleichrichter, vorzugsweise SMD-Gleichrichter, zur Versorgung der Erregerspule tragenden Leiterplatte befestigt, die in einer Aussparung des Gleisbettes befestigt ist.

[0008] Der Gleichrichter ist dabei für mit Wechelstrom betriebene Spiel- und Modellbahnen erforderlich, wobei die Polarität so gewählt ist, daß ausgehend von der speziellen Orientierung der Pole des Permanentmagneten mit der Ansteuerung der Erregerspule diese ein Magnetfeld derart erzeugt, daß beide Magneten sich abstoßen und somit ein Anheben der Entkupplungsbühne stattfindet.

[0009] Damit bei nicht sachgerechter Nutzung des Entkupplungsgleises eine allzu starke Erwärmung und damit möglicherweise Beschädigung des Entkupplungsgleises vermieden wird, kann im Ansteuerkreis der Erregerspule ein Überhitzungsschutzelement angeordnet sein.

[0010] Bei der in der Praxis bevorzugten Befestigung des Permanentmagneten unter der Entkupplungsbühne und damit der Anhebung des Permanentmagneten im Magnetfeld der ortsfesten Erregerspule unter Mitnahme der Entkupplungsbühne, kann in weiterer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen sein, daß der Permanentmagnet von einem die Spule übergreifenden Stahlplättchen überdeckt ist. Durch dieses Stahlplättchen wird ein Ausgreifen des Magnetfelds über die Gleise nach oben abgeschirmt und damit verhindert, daß der Magnet an größeren Eisenteilen eines darüberfahrenden Zugs in der angehobenen Stellung

kleben" bleibt, so daß die Entkupplungsfunktion dann gar nicht ausgeschaltet werden kann, da auch ohne Erregung der Erregerspule dann der Magnet nicht wieder unter Mitnahme der Entkupplungsbühne nach unten fällt.

[0011] Darüber hinaus hat es sich auch als zweckmäßig erwiesen, bei dieser beweglichen Anordnung des Permanentmagneten die Erregerspule über eine Stahl-Unterlegscheibe auf der Leiterplatte zu befestigen.

[0012] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung. Dabei zeigen:
Fig. 1
eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Entkupplungsgleises,
Fig. 2
einen Längsschnitt durch das Gleis im Bereich der Entkupplungsbühne in einem vergrößerten Maßstab und stark schematisiert, wobei der Permanentmagnet an der Entkupplungsbühne befestigt ist, und
Fig. 3
einen der Fig. 2 entsprechenden Schnitt durch eine Anordnung, bei der die Erregerspule an der Entkupplungsbühne befestigt ist.


[0013] Das in Fig. 1 gezeigte Gleis ist mit einer im einzelnen nicht erkennbaren Aussparung des als Gleisrost ausgebildeten Schwellenbettes 1 zur Lagerung und Befestigung der beiden Schienen 2 versehen, in die eine Entkupplungsbühne 3 eingesetzt ist, die durch ein elektrisches Signal vertikal anhebbar ist, um die Kupplungsteile zweier Wagen, deren Trennstelle über der Entkupplungsbühne angeordnet ist, anzuheben und somit entweder gleich zu entkuppeln oder aber die nachfolgende Entkupplung durch Auseinanderfahren der Wagen vorzubereiten. Bei 4 sind Einführungsschienen mit trichterförmigen Enderweiterungen erkennbar, die eine Ausrichtung der Kupplungen bewirken. Wie man aus den Figuren 2 und 3, die zwar unterschiedliche Ausführungsbeispiele darstellen, erkennen kann - in diesen Figuren 2 und 3 ist auch die Ausnehmung 5 im Gleisbett 1 erkennbar - ist der Linearantrieb zum Anheben der Entkupplungsbühne 3 unmittelbar unter der Entkupplungsbühne selbst angeordnet.

[0014] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist ein Permanentmagnet 6 unter der Entkupplungsbühne 3 in einer entsprechenden Aushöhlung der Entkupplungsbühne befestigt und taucht in eine Erregerspule 7 ein, die ihrerseits starr mit einer Leiterplatte 8 verbunden ist, deren Unterseite in Höhe der Unterseite des Gleisbettes 1 liegt. Die Leiterplatte kann durch ein an sich bekanntes Abdeckblech für die Aussparung 5 von unten am Gleis befestigt werden. Zwischen der Erregerspule 7 und der Leiterplatte 8 ist eine dünne Stahlunterlegscheibe 9 angeordnet, während der Permanentmagnet 6 unter der Entkupplungbühne 3 über eine ca. 0,3 mm dicke Stahlplatte 10 befestigt ist, die so großflächig ausgebildet ist, daß sie die Erregerspule noch weit nach außen übergreift. Dadurch bildet diese Stahlplatte 10 eine Abschirmung für das Magnetfeld, so daß dieses nicht nach oben ausgreifen kann und verhindert ist, daß der Permanentmagnet 6 selbsttätig durch größere Stahlteile an den Lokomotiven oder Wagen angezogen und in Entkupplungsstellung nach oben angehoben wird. Die Erregung der Erregerspule 7 erfolgt bei einer mit Wechselstrom betriebenen Spiel- und Modellbahnanlage über einen SMD-Gleichrichter 11. Im Ansteuerstromkreis ist dabei neben dem Gleichrichter auch ein Sicherungselement in Form einer Kaltleiterscheibe 12 angeordnet, die bei einer zu starken Erwärmung den Stromfluß unterbricht und damit eine Überhitzung und eine Beschädigung der Leiterplattenelemente und der sonstigen Teile des Antriebs verhindert. Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 erfolgt dabei die Halterung und Kontaktierung der Kaltleiterscheibe in einer aus federnden Bügeln 13, 14 bestehenden Klemmvorrichtung, so daß die Montage des Kaltleiters mit einem Handgriff möglich ist.

[0015] Die in Fig. 3 dargestellte Ausführungsform unterscheidet sich von der nach Fig. 2 im wesentlichen dadurch, daß der Permanentmagnet 6 starr mit der Leiterplatte 8 verbunden ist und daß statt dessen die Erregerspule 7 an der Unterseite der Entkupplungsbühne 3 befestigt ist und mit dieser angehoben wird. Bei dieser Anordnung bedarf es ersichtlich einer Überdeckung durch eine Stahlscheibe zur Verhinderung eines Klebens des Permanentmagneten an Stahlteilen darüberfahrender Züge nicht, da ja der Permanentmagnet 6 unbeweglich befestigt ist und die Erregerspule bei abgeschaltetem Strom kein Magnetfeld zeigt, so daß die Entkupplungsbühne nicht ungewollt angehoben werden kann.

[0016] Bei entsprechender Gestaltung der Funktionsbauteile ermöglicht das beschriebene Funktionsprinzip den Aufbau von nachträglich in ein Gleis einsehbare Entkupplungseinrichtungen. Der Vorteil besteht darin, daß Entkupplungsvorrichtungen nachträglich in bestehende Gleiskonfigurationen mit geringem Aufwand eingebaut werden können, weitgehend unabhängig vom Fabrikat des Gleises und ohne die sonst üblichen Durchbrüche durch die Gleisstraße.


Ansprüche

1. Entkupplungsgleis für eine elektrische Spiel- oder Modellbahn mit einer über eine elektromotorische Antriebsvorrichtung anhebbaren Entkupplungsbühne, dadurch gekennzeichnet, daß an der Entkupplungsbühne (3) oder am Gleiskörper (1) eine Erregerspule (7) mit vertikal gerichteter Achse und am jeweils anderen Teil ein in die Erregerspule (7) eintauchender Permanentmagnet (6) befestigt sind, wobei der Erregerspule (7) eine Gleichspannung derart zuführbar ist, daß sie den Permanentmagneten unter Anheben der Entkupplungsbühne abstößt.
 
2. Entkupplungsgleis nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das jeweils ortsfest montierte Teil (6, 7) auf einer einen Gleichrichter, vorzugsweise SMD-Gleichrichter (11), zur Versorgung der Erregerspule (7) tragenden Leiterplatte (8) befestigt ist, die in einer Aussparung (5) des Gleisbettes (1) befestigt ist.
 
3. Entkupplungsgleis nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Ansteuerkreis der Erregerspule (7) ein Überhitzungsschutzelement angeordnet ist.
 
4. Entkupplungsgleis nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der unter der Entkupplungsbühne (3) befestigte Permanentmagnet (6) von einem die Spule weit übergreifenden Stahlplättchen (10) überdeckt ist.
 
5. Entkupplungsgleis nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Erregerspule (7) über eine Stahl-Unterlegscheibe (9) auf der Leiterplatte befestigt ist.
 
6. Entkupplungsgleis nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß alle Bauelemente so gestaltet sind, daß eine vollständige Funktionseinheit besteht, die in eine Aussparung (5) auch nachträglich von oben eingesetzt werden kann.
 




Zeichnung










Recherchenbericht