[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Düsenkopf mit einem um eine Längsachse drehbar
gelagerten, antreibbaren Düsenträger und mit einem ortsfesten, einen Druckwasseranschluß
aufweisenden Gehäuse, wobei im Gehäuse eine am Düsenträger befestigte Hohlwelle drehbar
gelagert ist, durch deren mittigen Kanal das Druckwasser den Spritzdüsen des Düsenträgers
zuführbar ist.
[0002] Es ist ein Düsenkopf dieser Art bekannt (DE 38 27 251 A1), bei dem das Druckwasser
durch eine von dem Druckwasseranschluß ausgehende, in eine erweiterte Bohrung der
Hohlwelle sich erstreckende Einsteckhülse den Spritzdüsen des Düsenträgers zugeführt
wird. Zwischen der Einsteckhülse und der Begrenzungsfläche der erweiterten Bohrung
der Hohlwelle ist eine Labyrinthspaltdichtung mit den Ringspalt einseitig erweiternden,
in der Einstückhülse angeordneten Ringnuten vorgesehen. Trotz dieser Labyrinthspaltdichtung
fließt zwischen der Einsteckhülse und der Hohlwelle Leckagewasser, also eine Teilmenge
des Druckmediums, das bzw. die von einer Kammer aufgenommen wird, die mit radial nach
außen sich erstreckenden Ablaufbohrungen ausgerüstet ist.
[0003] Bei diesem Düsenkopf stellt die Einsteckhülse ein Verschleißteil dar, das von Zeit
zu Zeit ausgewechselt werden muß.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Abdichtung zwischen den sich drehenden
Teilen eines Düsenkopfes und den ortsfesten Teilen so zu gestalten, daß nach außen
abfließendes Leckagewasser vermieden und die Verschleißfestigkeit wesentlich erhöht
wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß an dem dem Düsenträger abgewandten
Ende der Hohlwelle eine mit einem mittigen Kanal versehene, sich an der Stirnfläche
der Hohlwelle abstützende, aus einem hochverschleißfesten Werkstoff bestehende Dichtungsscheibe
angeordnet und durch eine Halterung an der Hohlwelle festgelegt ist, und daß die dem
Druckwasseranschluß zugewandte Stirnfläche der im Betrieb mit dem Düsenträger und
der Hohlwelle drehbaren Dichtungsscheibe sich an einer Dichtungsscheibe aus einem
hochverschleißfesten Werkstoff abstützt, die von einer im ortsfesten Gehäuse festgelegten
Halterung aufgenommen wird.
[0006] Die Dichtungsscheiben können aus einem keramischen Werkstoff oder aus einem hochfesten
und verschleißfesten Lagerwerkstoff bestehen. Die zusammenarbeitenden Stirnflächen
der Dichtungsscheiben sind feinstbearbeitet, vorzugsweise poliert, so daß die Reibung
zwischen diesen Scheiben gering ist und auch ein Austritt von Leckagewasser weitgehend
vermieden wird.
[0007] Die erfindungsgemäße Abdichtung kann in einem Arbeitsbereich des Druckmediums zwischen
1.000 bar und 3.500 bar eingesetzt werden.
[0008] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der
folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels, das in den Figuren dargestellt
ist.
[0009] Es zeigen:
Figur 1 einen Düsenkopf im Längsschnitt und
Figur 2 eine Ansicht in Richtung des Pfeiles II in Fig. 1.
[0010] Der Düsenkopf 1 weist ein ortsfestes, zylinderförmiges Gehäuse 2 auf, das mit einem
Druckwasseranschluß 3 versehen ist. Der Gehäusemantel wird durch das mit dem Druckwasseranschluß
3 einstückige Gehäuseteil 4 gebildet, das mit dem Gehäuseteil 5 verschraubt ist und
durch einen Trägerkörper 6, der an dem Gehäuseteil 5 festgelegt ist. In dem ortsfesten
Gehäuse 2 ist eine mit einem mittigen Kanal 7 versehene Hohlwelle 8 drehbar gelagert
und stützt sich über einen Ringflansch 9 an Wälzlagern 10,11 und 12 ab, die in dem
mittigen Gehäuseteil 5 angeordnet sind.
[0011] Die Hohlwelle 8 ist an der dem Druckwasseranschluß 3 abgewandten Seite mit einem
Düsenträger 13 verbunden, in dem Spritzdüsen 14 festgelegt sind. Diese Spritzdüsen
sind mit ihren Längsachsen geneigt zur Rotationsachse 15 festgelegt, so daß durch
den Rückstoß des aus den Düsen austretenden Druckwassers der Düsenträger 13 angetrieben
und seine Rotationsbewegung mittels einer Bremse abgebremst werden muß.
[0012] Diese Bremse ist in dem hülsenförmigen Trägerkörper 6 angeordnet und weist einen
Kupferring 16 auf, der mit Abstand Permanentmagnete 17 umschließt, die an einem Ringkörper
18 befestigt sind. Die Permanentmagnete und der Kupferring bilden eine Wirbelstrombremse,
durch die die Drehbewegung des Düsenträgers 13 abgebremst wird.
[0013] An dem dem Düsenträger 13 abgewandten Ende der Hohlwelle 8 ist eine Dichtungsscheibe
19, die aus einem hochverschleißfesten Werkstoff besteht, angeordnet und durch eine
Halterung 20 an der Hohlwelle 8 festgelegt. Zur Festlegung weist die Halterung 20
ein mit einem Innengewinde versehenes Gewindestück 21 auf, das auf ein Außengewinde
22 der Hohlwelle 8 geschraubt ist. Zwischen der Dichtungsscheibe 19 und der zugeordneten
Stirnfläche der Hohlwelle 8 ist ein Dichtungsring 23 aus Gummi oder Kunststoff vorgesehen,
der in einer Aufnahme der Hohlwelle angeordnet ist und den mittigen Kanal in der Hohlwelle
umgreift. Die Dichtungsscheibe 19 ist mit einem mittigen Kanal 24 ausgerüstet, der
mit dem benachbarten mittigen Kanal der Hohlwelle 8 fluchtet.
[0014] Die dem Druckwasseranschluß 3 zugewandten Stirnfläche der im Betrieb mit dem Düsenträger
13 und der Hohlwelle 8 drehbaren Dichtungsscheibe 19 stützt sich an einer Dichtungsscheibe
25 ab, die ebenfalls aus einem hochverschleißfesten Werkstoff gefertigt ist und die
von einer Halterung 26 aufgenommen wird, die im Gehäuseteil 4 festgelegt ist. Zur
Festlegung wird in dem dargestellten Ausführungsbeispiel ein Dichtungsring 27 benutzt,
der in dem ortsfesten Gehäuseteil 14 klemmend verspannt ist.
[0015] Die Dichtungsscheiben 19 und 25 können aus einem keramischen Werkstoff oder aus einem
hochfesten, verschleißfesten Lagerwerkstoff gefertigt sein. Die Halterungen 20 und
26, die die Dichtungsscheiben 19 und 25 aufnehmen, können aus Stahl bestehen und sind
in dem aufgezeigten Ausführungsbeispiel zylindrisch ausgebildet.
[0016] Die zusammenwirkenden Stirnflächen der Dichtungsscheiben 19 und 25 sind feinstbearbeitet
und vorzugsweise poliert.
[0017] In dem Ausführungsbeispiel nach der Fig. 1 sind die Längsachsen der mittigen Kanäle
24 und 28 der Dichtungsscheiben 19 und 25 geringfügig zueinander versetzt. Die Versetzung
beträgt z.B. ca. 1 mm. Die Praxis hat gezeigt, daß hierdurch das Verschleißverhalten
der Dichtungsscheiben 19,25 verbessert wird.
[0018] In dem Düsenkopf 1 nach der Fig. 1 ist die Stirnfläche der Dichtungsscheibe 25 an
der dem Druckwasseranschluß 3 zugewandten Seite konvex und die zugeordnete Dichtfläche
eines Stützkörper 29 konkav gekrümmt.
[0019] Der Stützkörper weist einen mittigen gestuften Kanal 30 auf und ist dem Gehäuseteil
4 mit einem geringen Hub gleitbar gelagert. Die dem Druckwasseranschluß 3 zugewandte
Stirnfläche 31 wird mit Druckwasser beaufschlagt, so daß der Stützkörper 29 mit der
hierdurch erzeugten Kraft auf die konvexe Fläche der Dichtungsscheibe 25 gepreßt wird.
[0020] Die wirksame, druckbelastete Stirnfläche 31 des Stützkörpers 29 wird nach außen durch
einen in einer Gehäuseaufnahme vorgesehenen Dichtring 32 begrenzt. Zwischen dem Stützkörper
29 und der Dichtungsscheibe 25 ist ein den mittigen Kanal 30 des Stützkörpers 29 umgreifender
Dichtring 33 aus Gummi oder Kunststoff in einer Aufnahme des Stützkörpers 29 angeordnet.
[0021] Während bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel die Spritzdüsen in dem Düsenträger
derart angeordnet sind, daß das aus den Spritzdüsen austretende Druckwasser aufgrund
des Rückstoßes den Düsenträger antreibt, besteht auch die Möglichkeit, den Düsenkopf
über einen Motor anzutreiben, der in die Düsenkopfkonstruktion integriert ist.
[0022] Zur Festlegung der aus einem hochverschleißfesten Werkstoff, z. B. aus Keramik gefertigten
Dichtungsscheiben 19 und 25 in den Aufnahmen der aus Stahl hergestellten Halterungen
20, 26 können die Halterungen auf die Dichtungsscheiben geschrumpft werden. Die die
Dichtungsscheiben in den Aufnahmen der Halterungen festlegenden radial wirkenden Schrumpfkräfte
müssen größer sein als die vom Strömungsmedium auf die Vorrichtung ausgeübten Kräfte.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 1
- Düsenkopf
- 2
- Gehäuse
- 3
- Druckwasseranschluß
- 4
- Gehäuseteil
- 5
- Gehäuseteil
- 6
- Trägerkörper
- 7
- Kanal
- 8
- Hohlwelle
- 9
- Ringflansch
- 10
- Wälzlager
- 11
- Wälzlager
- 12
- Wälzlager
- 13
- Düsenträger
- 14
- Spritzdüse
- 15
- Rotationsachse
- 16
- Kupferring
- 17
- Permanentmagnet
- 18
- Ringkörper
- 19
- Dichtungsscheibe
- 20
- Halterung
- 21
- Gewindestück
- 22
- Außengewinde
- 23
- Dichtungsring
- 24
- Kanal
- 25
- Dichtungsscheibe
- 26
- Halterung
- 27
- Dichtungsring
- 28
- Kanal
- 29
- Stützkörper
- 30
- Kanal
- 31
- Stirnfläche
- 32
- Dichtung
- 33
- Dichtung
1. Düsenkopf mit einem um eine Längsachse drehbar gelagerten, antreibbaren Düsenträger
und mit einem ortsfesten, einen Druckwasseranschluß aufweisenden Gehäuse, wobei im
Gehäuse eine am Düsenträger befestigte Hohlwelle drehbar gelagert ist, durch deren
mittigen Kanal das Druckwasser den Spritzdüsen des Düsenträgers zuführbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß an dem dem Düsenträger (13) abgewandten Ende der Hohlwelle (8) eine mit einem
mittigen Kanal (24) versehene, sich an der Stirnfläche der Hohlwelle abstützende,
aus einem hochverschleißfesten Werkstoff bestehende Dichtungsscheibe (19) angeordnet
und durch eine Halterung (20) an der Hohlwelle (8) festgelegt ist, und daß die dem
Druckwasseranschluß zugewandten Stirnfläche der im Betrieb mit dem Düsenträger (13)
und der Hohlwelle (8) drehbaren Dichtungsscheibe (19) sich an einer Dichtungsscheibe
(25) aus einem hochverschleißfesten Werkstoff abstützt, auf die eine im ortsfesten
Gehäuse (2) festgelegte Halterung (26) aufgebracht ist.
2. Düsenkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterungen (20,26) für
die Dichtungsscheiben (19,25) aus Stahl gefertigt sind.
3. Düsenkopf nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterungen (20,26)
für die Dichtungsscheiben (19,25) als zylindrische Körper ausgebildet sind.
4. Düsenkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung
(20) ein Gewindestück (21) mit einem Innengewinde aufweist, das auf ein Außengewinde
der Hohlwelle (8) geschraubt ist.
5. Düsenkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung (26) mittels
eines Dichtungsrings (27) verdrehfest in dem ortsfesten Gehäuse (2) verspannt ist.
6. Düsenkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zusammenwirkenden Stirnflächen
der Dichtungsscheiben (19,25) feinstbearbeitet, vorzugsweise poliert sind.
7. Düsenkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsachsen der Kanäle
(24,28) der Dichtungsscheibe (19,25) geringfügig zueinander versetzt sind.
8. Düsenkopf nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Versetzung ca. 1 mm beträgt.
9. Düsenkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ortsfeste Dichtungsscheibe
(25) an dem dem Druckwasseranschluß (3) zugewandten Seite konvex und die zugeordnete
Dichtfläche eines Stützkörpers (29) konkav gekrümmt ist.
10. Düsenkopf nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Stützkörper (29) mit einem
geringen Hub gleitbar im Gehäuse (2) und die dem Druckwasseranschluß (3) zugewandte
Stirnfläche (31) mit Druckwasser beaufschlagt ist.
11. Düsenkopf nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die wirksame, druckbeaufschlagte
Stirnfläche (31) des Stützkörpers (29) nach außen durch einen in einer Gehäuseaufnahme
vorgesehenen Dichtungsring (32) begrenzt ist.
12. Düsenkopf nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Stützkörper (29)
und der Dichtungsscheibe (25) ein den mittigen Kanal des Stützkörpers umgreifender
Dichtring (33) aus Gummi oder Kunststoff in einer Aufnahme des Stützkörpers angeordnet
ist.
13. Düsenkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Dichtungsscheibe
(19) und der benachbart liegenden Stirnfläche der Hohlwelle (8) ein Dichtring (23)
aus Gummi oder Kunststoff in einer Aufnahme der Hohlwelle (8) angeordnet ist.
14. Düsenkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Dichtungsscheiben (19,25) aus einem keramischen Werkstoff (aus Keramik) oder aus einem
verschleißfesten Lagerwerkstoff gefertigt sind.
15. Düsenkopf nach Anspruch 1, dadurchgekennzeichnet, daß die Halterungen (20, 26) auf
die zugeordneten Dichtungsscheiben (19, 25) geschrumpft sind.