[0001] Aus der EP-A-238 829 ist ein Tintenstrahl-Druckkopf mit einem Tintenbehälter bekannt.
Der Behälterraum ist bei einer Ausführungsform durch eine topfförmige Membran in einen
Tinten-Vorratsraum und einen Luftraum unterteilt. Der Rand der topfförmigen Membran
ist mittels eines Rings gegen einen zylindrischen Vorsprung im Innern des Behälters
abgedichtet. Diese Lösung eignet sich für Druckköpfe.
[0002] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Tintenbehälter der eingangs
genannten Art anzugeben, der ein grosses Fassungsvermögen hat und sich insbesondere
auch für Tintenstrahl-Plotter eignet. Diese Aufgabe wird durch die Merkmalskombination
des Anspruchs 1 gelöst.
[0003] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung erläutert.
Die einzige Figur zeigt einen Längsschnitt durch einen Tintenbehälter in perspektivischer
Darstellung.
[0004] Das Gehäuse 1 des Behälters besteht aus einem Unterteil 2 und einem Deckel 3 aus
PP. Der Unterteil 2 hat eine Wanne 4 gebildet aus zwei halbkugelkalottenförmigen Schalen
5, die seitlich in zwei Zylinderschalen 6 und unten in zwei leicht geneigte, ebene
Schalen 7 übergehen. Die Schalen 7 sind gegen einen zylindrischen, nach aussen abstehenden,
rohrförmigen Stutzen 8 geneigt. Der Stutzen 8 hat einen nach innen ragenden Ringflansch
9, in welchen ein elastomerer Stopfen 10 aus NBR (Acrylnitril-Butadien-Kautschuk)
eingeschnappt ist. Der Stopfen 10 hat innen ein Sackloch 11 und dient zum Einstechen
einer Hohlnadel des Plotters. Das Sackloch verhindert, dass die Nadel die nachfolgend
beschriebene Membran verletzen kann.
[0005] Der obere Rand 16 der Schalen 5, 6 geht in eine ebene, horizontale Wand 15 über,
in der unmittelbar ausserhalb des oberen Randes 16 der Wanne 4 eine Umfangsnut 17
mit rechteckigem Querschnitt gebildet ist. In der Draufsicht hat die Nut 17 zwei halbkreisförmige
und zwei geradlinige, diese verbindende Abschnitte. In die Wanne 4 ist eine elastomere,
dünne Membran 18 aus NBR eingesetzt, welche längs ihrer Peripherie einen ebenen Abschnitt
19 und daran angeformt einen Wulst 20 hat. Der Wulst 20 ist im Querschnitt im wesentlichen
rechteckförmig und hat auf beiden Seiten umlaufende Vorsprünge, welche mit Vorspannung
zwischen die beiden Flanken der Nut 17 radial abdichtend eingesetzt sind. Die Form
der Membran 18 entspricht der Form der Wanne 4. Am ebenen Boden der Membran 18 sind
vier oben abgeschlossene Hohlzapfen 21 angeformt mit einem äusseren Ringrand 22. Die
Zapfen 21 sind in Durchgangsbohrungen einer der Form der Schalen 7 angepassten Kunststoffplatte
23 eingeschnappt.
[0006] Neben der Wanne ist im Unterteil 2 eine zusätzliche Kammer 26 gebildet, die unten
einen weiteren Stutzen 27 mit einem weiteren Stopfen 10 hat. Die Kammer 26 ist mit
einem saugfähigen Material, zum Beispiel Zellulose 28 gefüllt, das zur Aufnahme von
Resttinte dient, welche beim Spülen der Druckkopfdüsen anfällt. Von der Peripherie
der Wand 15 und der Aussenwände der Kammer 26 steht nach unten eine vertikale Wand
29 mit einem ebenen, unteren Rand ab. Die Wand 15 hat zwischen der Nut 17 und der
Wand 29 mehrere rechteckige Durchgangsöffnungen 30.
[0007] Der Deckel 3 hat eine Aussenwand 35 und eine Innenwand 36. Die Kontur der Innenwand
36 entspricht der Kontur der Mittellinie der Nut 17. Die Innenwand 36 überragt die
Aussenwand 35 geringfügig. Ihr unterer Rand ist auf den Wulst 20 aufgepresst. In der
Aussenwand 35 sind paarweise mehrere federnde Zungen 37 angeformt, welche unten Haken
haben. Die Haken sind an der Unterseite der Öffnungen 30 eingeschnappt. In zwei Durchgangsbohrungen
der Aussenwand 35 ist eine Achse 38 drehbar gelagert. An der Achse 38 ist mittig ein
Hebel 39 angeformt, welcher durch eine nicht dargestellte Feder gegen die Platte 23
angedrückt ist. In der Figur ist der Hebel 39 in der oberen Endstellung gezeichnet.
Zwischen der Aussenwand 35 und der Innenwand 36 ist auf der in der Figur hinteren
Seite ein weiterer, längerer Hebel 40 angeformt. In der unteren Endstellung des Hebels
39 durchgreift dieser Hebel 40 einen Schlitz in der Wand 15 und ragt über den unteren
Rand der Wand 29 hervor. Diese Stellung wird von einer Lichtschranke des Plotters
erfasst und meldet das Ende des Tintenvorrates. Rechts ist am Deckel 3 eine weitere,
umlaufende Wand 41 angeformt, welche in die Innenseite der Kammer 26 eingeschoben
ist und diese nach oben abschliesst. Der Deckel 3 hat oben eine im Querschnitt U-förmige
Leiste 42 mit zwei einseitig bis in die Mitte der Leiste 42 ragenden Schlitzen 43.
Eine angeformte, abgesenkte, horizontale Platte 44 zwischen den Schlitzen 43 hat eine
über die Aussenwand 35 vorstehende Zunge 45 zum Einrasten im Plotter. Durch Eindrücken
einer Grifffläche 46 kann die Zunge 45 zurückgezogen und der Behälter 1 entfernt werden.
[0008] Zum Einfüllen der Tinte wird eine Hohlnadel in den Stopfen 10 eingesteckt und zunächst
der Zwischenraum zwischen Membran 18 und Wanne 4 evakuiert. Damit die Luft vollständig
evakuiert werden kann, sind auf der Wanne 4 zwei vom oberen Rand 16 bis zum Stutzen
8 in Längsrichtung verlaufende, dünne Rippen 51 angeformt. Hierauf wird durch die
Hohlnadel Tinte eingefüllt, bis die Membran 18 vollständig umgestülpt ist. Damit kann
der Behälter in den Plotter eingesetzt werden, wobei beim Einsetzen im Plotter fest
installierte Hohlnadeln automatisch die Stopfen 10 durchstechen und den Anschluss
sicherstellen.
[0009] Die beschriebene Ausbildung ermöglicht ein sehr hohes Fassungsvermögen des Tintenbehälters.
Die radiale Pressung des Wulstes 20 und seine Grundrissform aus zwei Halbkreisbogen
und zwei geradlinigen Abschnitten ergibt eine sichere Abdichtung. Weil der Wulst 20
von oben durch den unteren Rand der Innenwand 36 in die Nut eingepresst ist, kann
sich dieser Wulst auch bei Schlägen auf den Deckel 3 während des Transportes nicht
aus der Nut 17 lösen. Die Kombination des Tinten-Vorratsbehälters mit der Kammer 26
für Resttinte ergibt eine einfache und sichere Bedienung des Plotters, weil automatisch
bei jedem Behälterwechsel auch wieder eine frische Resttintenkammer mit unverbrauchtem
Saugkörper eingesetzt wird. Durch die Neigung der Böden 7 sowie die Rippen 51 kann
der Tintenvorrat nahezu bis zum letzten Rest aufgebraucht werden. Die Platte 23 hat
den Vorteil, dass sich die Membran 18 gleichmässiger nach unten umstülpt und vorzeitige
Leeranzeigen vermieden werden. Die Schnappverbindung zwischen Deckel 3 und Unterteil
2 ist eine besonders wirtschaftliche Lösung. Die Materialpaarung PP und NBR eignet
sich für viele Tintenarten, insbesondere auch für Tinten auf Mineralölbasis, welche
zum Beispiel eingesetzt werden für piezoelektrische Druckköpfe. Der Behälter kann
sehr dünnwandig, also kostengünstig hergestellt werden.
[0010] Statt der Rippen 51 können in der Wanne 4 auch Nuten oder Rillen eingeformt sein.
Die Rippen bzw. die Rillen können auch an der Membran 18 angeformt sein. Der Deckel
3 kann auf den Unterteil 2 auch angepresst oder aufgeschweisst sein.
1. Tintenbehälter für einen Tintenstrahl-Drucker oder -Plotter, umfassend ein Gehäuse
(1) mit einem Unterteil (2) mit einer Wanne (4), wobei um die Peripherie des oberen
Randes (16) der Wanne (4) eine Umfangsnut (17) verläuft, und wobei im Boden (7) der
Wanne (4) ein erster Stopfen (10) zum Durchstecken einer Hohlnadel des Druckers oder
Plotters eingesetzt ist, eine wannenförmige, elastomere Membran (18), die am Rand
einen Wulst (20) aufweist, der mit radialer Pressung in die Nut (17) eingesetzt ist,
sowie einen Deckel (3), der auf den Unterteil (2) aufgesetzt ist und eine Innenwand
(36) aufweist, deren unterer Rand auf den Wulst (20) gepresst ist.
2. Behälter nach Anspruch 1, wobei der Unterteil (2) zusätzlich eine Kammer (26) mit
einem zweiten Stopfen (10) hat, welche mit einem saugfähigen Material (28), insbesondere
Zellulose, zur Aufnahme von Resttinte gefüllt ist.
3. Behälter nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Nut (17) in der Draufsicht aus zwei bogenförmigen
und zwei geradlinigen, diese verbindenden Abschnitten besteht.
4. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Deckel (3) auf den Unterteil
(2) aufgeschnappt oder aufgepresst ist.
5. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei auf den mittleren Teil der Membran
(18) eine Platte (23) aufgesetzt ist, die an der Membran (18) befestigt ist.
6. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei im Dekkel (3) ein Hebel (39) schwenkbar
gelagert ist, dessen freies Ende auf der Membran (18) bzw. der Platte (23) aufliegt
und der mit einem Anzeigeelement (40) verbunden ist, welches bei leerem Tintenbehälter
über das Gehäuse (1) vorsteht.
7. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der erste Stopfen (10) auf der Innenseite
ein Sackloch (11) aufweist.
8. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei der Deckel (3) ein lösbares Rastelement
(45) zum Einrasten im Drukker oder Plotter aufweist.
9. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei auf der Wanne (4) oder auf der Membran
(18) mindestens eine vom oberen Rand (16) bis zum ersten Stopfen (10) verlaufende
Rippe (51) oder Rille angeformt ist.
10. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Membran (18) aus NBR besteht.