[0001] Die Erfindung betrifft zunächst ein Verfahren zum paßgenauen Verkleben der Kanten
von mindestens zwei bedruckten Papierflächen, die mindestens einseitig mit einem sich
über die Verklebungskanten erstreckenden, ein zusammenhängendes Bild ergebenden Aufdruck
versehen sind. Insbesondere ist ein Klebeverfahren für hintergrunddurchleuchtete Großplakate
angesprochen, bei welchem die durch Verklebung miteinander zu verbindenden Plakatabschnitte
auf einer Trägerfläche eines Klebtisches aufgelegt, ausgerichtet und auf ihrer Rückseite
mit einem klebenden Verbindungselement versehen werden. Weiterhin betrifft die Erfindung
eine Vorrichtung zur Durchführung eines verbindenden Klebeverfahrens für Papierflächen.
Stand der Technik:
[0002] Als Stand der Technik ist es bekannt, Plakatabschnitte, die aneinander geklebt zu
Großplakaten verarbeitet werden sollen, mit der Druckvorderseite auf einen Schneide-
oder Klebetisch aufzulegen und sodann die miteinander zu verklebenden Kanten manuell
genau zu beschneiden. Danach werden die Plakatabschnitte manuell zueinander ausgerichtet
und durch ein Klebeband, das manuell von oben auf den Verbindungsstoß der beiden Plakatabschnitte
gebracht wird, miteinander verklebt.
[0003] Zur Durchführung eines solchen manuellen Verfahrens sind eine Mehrzahl von Personen
erforderlich, die die relativ großen Plakatabschnitte handhaben, festhalten, beschneiden
und verkleben können. Darüber hinaus ist es nicht einfach, manuell einen relativ langen
Klebestreifen über eine Klebenaht von einigen Metern faltenfrei aufzubringen. Ganz
besonders nachteilig an dem Verfahren ist, daß zur Kontrolle die beiden miteinander
verklebten Plakatabschnitte gewendet werden müssen, um das auf der Vorderseite vorliegende
Bild im Stoß-Klebebereich auf ordnungsgemäße Übergänge hin betrachten zu können.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffes
des Patentanspruchs 1 derart weiterzubilden, daß die Verklebung von Papierbahnen,
insbesondere in Form von Plakatabschnitten exakter und mit weniger personellem Aufwand
durchgeführt werden kann, eine höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit möglich ist und
das Verarbeitungsergebnis präziser ist als beim Stand der Technik.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen des Verfahrens ergeben sich aus den Verfahrensunteransprüchen
2 - 17. Eine vorteilhafte Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens wird durch die
Patentansprüche 18 - 31 gelehrt.
[0006] Als Kern des erfindungsgemäßen Verfahrens wird es angesehen, die zu verklebenden
Papierflächen oder Plakatabschnitte mit ihrer Rückseite auf eine Trägerfläche aufzulegen
und temporär darauf zu fixieren, um abhängig von angebrachten Markierungen die zu
verklebenden Kanten zu definieren und zu einer Schneideeinrichtung auszurichten, in
der dann ein exakter Schnitt an der Schnittkante ausgeführt werden kann.
[0007] Die erste Papierfläche wird nach dem Schneidevorgang weiter transportiert und in
einer Verklebungs- oder Zwischenposition temporär fixiert. Die zweite zu verklebende
Papierfläche wird entsprechend den vorbezeichneten Merkmalen ebenfalls aufgelegt und
beschnitten und danach in eine Klebeposition verbracht. Von der Rückseite her, d.h.
von unten, falls die Papierflächen mit ihrer Rückseite nach unten auf der Trägerfläche
aufliegen, wird dann ein Verbindungselement in Form eines Klebestreifens zugeführt,
wobei die zu verklebenden Schnittkanten fixiert werden.
[0008] Falls weitere Papierflächen an die beiden nach diesem Verfahren verklebten Papierflächen
angeklebt werden sollen, werden die verklebten Papierflächen in weitere Schneide-
und Verklebepositionen verfahren, damit nachfolgende Klebevorgänge durchgeführt werden
können.
[0009] Durch die neuartige Aufbringung des Klebestreifens von unten kann nach dem Klebevorgang
der Plakataufdruck unmittelbar von einer Bedienungsperson im Klebebereich auf ordnungsgemäße
und faltenfreie Übergänge kontrolliert werden, so daß nicht zu befürchten ist, daß
fehlerhaft verklebte Plakate weiterbearbeitet oder in Verkehr gebracht werden. Ein
Wenden des verklebten Großplakates ist dazu nicht nötig. Wird zusätzlich ein Durchlichtverfahren
angewendet, so kann die Verklebung auch auf Faltenbildung im Bereich des unten liegenden
Klebebandes hin untersucht werden.
[0010] Grundsätzlich ist es möglich, mehrere Papierflächen gemeinsam vorzubeschneiden. Dies
ist aber keine Voraussetzung für das erfindungsgemäße Verfahren.
[0011] Mit Vorteil ist es möglich, daß zur Definition der Schnittkanten die Stoßmarkierungen
durch ein Abtastlineal erfaßt werden, das über der Trägerfläche verfahren wird. Die
Position des Abtastlineals wird beispielsweise durch Inkrementalgeber elektronisch
abgetastet, so daß die genaue Position der Schnittkanten abgespeichert werden kann
und nachfolgend die Papierfläche zur Durchführung mindestens eines Schneidvorgangs
der Schneidevorrichtung automatisch zugeführt wird.
[0012] Mit anderen Worten ,,merkt" sich der Computer die genaue Sollposition der Schnittkante.
Dieser ist dann in der Lage, eine Transporteinrichtung im Bereich des Schneidetisches
anzusteuern, die dann automatisch die Papierfläche in die Schneidposition und nachfolgend
in die Klebeposition verfährt.
[0013] Die erste und zweite Trägerfläche für die Papierflächen sind beidseitig der Schneid-
bzw. der Klebevorrichtung angeordnet. Der Schneidevorgang verläuft räumlich parallel
zum Klebevorgang, dadurch wird die Verarbeitungsgeschwindigkeit des erfindungsgemäßen
Verfahrens erhöht. Dies gilt auch für die Merkmale des Anspruchs 6.
[0014] Durch Anheben einer ersten Schnittkante derart, daß die mit ihr zu verklebenden Schnittkante
etwas darunter geschoben werden kann, wird ein minimal überlappender Verklebungsstoß
hergestellt. Insbesondere bei hintergrunddurchleuchteten Plakaten ist dies vorteilhaft,
da dann die Klebenaht nicht "blitzt".
[0015] In der Klebeposition werden die zu verklebenden Schnittkanten mit einer Gegendruckleiste
beaufschlagt, die beide Papierkanten durch Unterdruck fixiert. Durch diese zusätzliche
Fixierung der Papierbahnen im Klebekantenbereich wird sichergestellt, daß das Klebeverfahren
problemlos durchgeführt werden kann.
[0016] Ansprüche 12 - 14 betreffen vorteilhafte Maßnahmen zu einem automatischen Transport
der Papierbahnen zu den jeweiligen Positionen des Verarbeitungsbereichs, wobei insbesondere
durch die Merkmale des Anspruchs 14 eine faltenfreie Lage der Papierbahnen im Verarbeitungsbereich
sichergestellt ist.
[0017] Durch eine Absaugung von Papierteilen aus dem Bereich der Schneide- und Klebeeinrichtung
wird sichergestellt, daß diese den Klebevorgang nicht negativ beeinflussen.
[0018] Die Vorrichtung gemäß Anspruch 18 zeichnet sich durch elektronische Abtastmittel
zur Abtastung der Stoßmarkierungen aus, die mit elektronischen Speicherelementen zusammenwirken.
Dadurch können Transport- und Fixierungseinrichtungen gesteuert werden, um die Papierflächen
über den Trägerflächen des Schneidetisches in Schneid-, Klebe- oder Klebezwischenpositionen
zu verbringen und gegebenenfalls automatisch Schneide- oder Klebeeinrichtungen zu
aktivieren. Der gesamte Schneide- und Klebevorgang läuft damit im wesentlichen prozessorgesteuert
ab. Die Klebeschicht des aufgebrachten Klebebandes weist beim Klebevorgang nach oben,
so daß unmittelbar nach dem Klebevorgang das Klebeergebnis problemlos zu überprüfen
ist.
[0019] Das Abtastlineal gemäß Anspruch 19 kann von nur einer Bedienungsperson sehr einfach
über den Papierflächen verschoben werden, so daß die Dateneingabe bezüglich der Stoßmarkierungen
auf einfache Weise in einen Rechner eingegeben werden kann. Dieser kann die Transporteinrichtungen
steuern, so daß diesbezüglich gesonderte Handhabungen der Bedienungsperson nicht mehr
nötig sind.
[0020] Durch die Ansprüche 21 und 22 wird dafür gesorgt, daß die Papierbahnen fest und glatt
auf dem Schneidetisch aufliegen. Mit der Vakuumleiste gemäß Anspruch 25 ist eine automatische
Fixierung der Schnittkanten der Papierflächen möglich, wobei Anspruch 25 eine gesonderte
Fixierung bzw. Anhebung der beiden Schnittkanten ermöglicht.
[0021] Die Erfindung ist anhand eines vorteilhaften Ausführungsbeispiels in den Zeichnungsfiguren
näher erläutert. Diese zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer Vorrichtung zur Verklebung von Plakatabschnitten;
- Fig. 2
- eine detaillierte Draufsicht auf eine Vorrichtung gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf eine Vorrichtung gemäß Fig. 1 mit einem ersten zugeführten Plakatabschnitt;
- Fig. 4
- eine Draufsicht gemäß Fig. 2, bei dem der Plakatabschnitt ausgerichtet wird;
- Fig. 5
- eine Draufsicht gemäß Fig. 2 mit zwei ausgerichteten und fixierten Plakatabschnitten;
- Fig. 6
- eine Draufsicht gemäß Fig. 2 mit zwei Plakatabschnitten, die gerade geschnitten und
verklebt werden;
- Fig. 7
- eine Draufsicht gemäß Fig. 2, bei welcher weitere Plakatabschnitte zugeführt und verklebt
werden.
[0022] Die insgesamt mit Bezugsziff. 1 bezeichnete Vorrichtung zur Durchführung eines Schneide-
und Klebeverfahrens für Plakatabschnitte 2 besteht im wesentlichen aus einem Klebetisch
3, auf dem Trägerflächen 4, 5 vorgesehen sind, auf denen die Plakatabschnitte 2 in
Positionen 2a, 2b fixierbar und transportierbar sind. Im Bereich der Trägerflächen
4, 5 ist eine Klebeeinrichtung 6 vorgesehen, die mittig zwischen den beiden Trägerflächen
4, 5 liegt. Die Klebeeinrichtung 6 ist so ausgestaltet, daß ein die beiden Plakatabschnitte
2 aneinander fixierendes Verbindungselement in Form eines transparenten Klebebandes
7 auf die Rückseite des Stoßbereiches 8 der zueinander ausgerichteten Plakatabschnitte
aufgeklebt werden kann. Das Klebeband 7 ist in Zeichnungsfig. 1 schematisch aufgerollt
gezeigt.
[0023] Erfindungswesentlich ist, daß die Plakatabschnitte 2 mit ihren Rückseiten auf den
Trägerflächen 4, 5 aufliegen und demnach die Bildseite nach oben weist und durch eine
Bedienungsperson gut sichtbar ist. Die Klebeschicht des Klebebandes 7 weist beim Klebevorgang
nach oben.
[0024] Um den Schneide- und Klebevorgang zumindest teilweise automatisieren zu können, sind
zunächst elektronische Abtastmittel in Form eines Abtastlineals 10 vorgesehen, das
auf einer Führungseinrichtung 11 über der Trägerfläche 4 verschiebbar ist, dessen
Position über einen Inkrementalgeber 12 und eine Datenleitung 14 in elektronische
Speicherelemente 13 eingegeben und dort abspeichert wird. Mit den Speicherelementen
13 wirkt ein Rechner und eine Steuerungseinrichtung 15 zusammen, die mit Transporteinrichtungen
16 verbunden ist, auf die weiter unten noch eingegangen wird. Die Steuerungseinrichtung
15 steuert die Transporteinrichtungen 16 so, daß nach Erfassung der Stoßmarkierungen
die genaue Schnitt festgelegt wird, so daß der Plakatabschnitt 2 durch die Transporteinrichtungen
16 zum Beschneiden in eine Schneideeinrichtung 17 eingefahren wird und dort infolge
der im Speicherelement 13 abgelegten Daten genau positioniert wird. Der Schnitt, d.h.
die Aktivierung der Schneideeinrichtung 17 erfolgt entweder durch einen manuellen
Befehl oder ebenfalls gesteuert durch die Steuerungseinrichtung 15. Genaue Positionen
oder weitere Daten über den Schneide-/Klebevorgang können gegebenenfalls durch eine
Anzeigevorrichtung 18 angezeigt werden.
[0025] Sobald der Schneidevorgang vollzogen ist, werden die Transporteinrichtungen 16 wieder
aktiviert und der erste Plakatabschnitt 2 wird in die links dargestellte Position
2b verfahren und steht dort zum Ankleben eines weiteres Plakatabschnittes 2 aus Position
2a zur Verfügung.
[0026] Die Transporteinrichtung 16 ergibt sich im Detail insbesondere aus Fig. 2 und besteht
aus einer Mehrzahl von mit Ansaugöffnungen versehenen Unterdruck 20, über welche gelochte
Transportbänder 21 durch Antriebsrollen 22 umlaufen. Die Antriebsrollen 22 stehen
über Antriebsgestänge 23 und Antriebsbänder miteinander in Verbindung, wobei aber
Kupplungseinrichtungen 25 vorgesehen sind, um die Bewegung der auf der Trägerfläche
4 befindlichen Plakatabschnitte 2 von der Bewegung auf der Trägerfläche 5 befindlichen
Plakatabschnitte 2b abzukoppeln. Die Kupplungseinrichtung 25 ist in Fig. 1 dargestellt;
ein Motor 26 der Transporteinrichtung 16 ebenfalls.
[0027] Die Transportbänder 21 in der Mitte der Trägerflächen 4, 5 laufen im wesentlichen
in Transportrichtung 30, um außenliegende Transportbänder 21 haben eine geringfügig
davon abweichende, nach außen gerichtete Umlaufrichtung, um einen Papierzug nach außen
auf die Plakatabschnitte auszuüben, so daß sich die Plakatabschnitte faltenfrei sich
über den Trägerflächen 4, 5 bewegen lassen.
[0028] Die Klebevorrichtung 6 sowie die Schneideeinrichtung 17 können durch die Steuerungseinrichtung
15 automatisch aktiviert werden, wozu eine nicht im Detail ausgeführte Steuerleitung
35 zu den gesteuerten Vorrichtungen 6, 17 führt.
[0029] Über der Klebevorrichtung 6 ist eine als Vakuumleiste 40 ausgebildete Gegendruckleiste
angeordnet, über die die unter ihr positionierten Stoßbereiche 8 der Plakatabschnitte
2 fixierbar sind. Die Vakuumleiste 40 weist zwei gesonderte Saugkanäle 41 auf, um
die beiden unter ihr positionierten Stoßkanten 8 der Plakatabschnitte 2 gesondert
anheben und fixieren zu können.
[0030] Ferner ist eine Randschneideeinrichtung 42 vorgesehen, um die in Transportrichtung
30 verlaufenden Seitenkanten oder überstehende Klebestreifenreste abzuschneiden. Die
abgeschnittenen Klebestreifenreste werden durch Absaugelemente 43 aus dem Verarbeitungsbereich
entfernt.
[0031] In den Trägerflächen 4, 5 sind ferner Leuchtkästen 50 zur kontrollierenden Durchleuchtung
der Plakatabschnitte 2 angeordnet. In Transportrichtung 30 am Ende des Klebetisches
3 ist eine Wickeleinrichtung 55 zur aufgerollten Aufnahme aneinander geklebter Plakatabschnitte
2 oder Papierflächen angeordnet. In Transportrichtung 30 am Anfang des Klebetisches
3 kann eine nicht näher dargestellte Zufuhreinrichtung für zu verarbeitende Plakatabschnitte
vorgesehen werden.
[0032] Zur Verdeutlichung des Klebeverfahrens wird nunmehr auf die Zeichnungsfiguren 3 -
7 Bezug genommen.
[0033] In Fig. 3 ist zunächst zu sehen, wie ein erster Plakatabschnitt 2 auf die Trägerfläche
4 des Klebetisches 3 gebracht wird und dort ausgerichtet wird. Nach einer Vorausrichtung
durch Markierungen 60 wird durch das Abtastlineal 10 die genaue Schneideposition ermittelt
und der Plakatabschnitt 2 sodann in die Schneideposition gefahren. Die Abtastung der
hinteren Schneidekante durch das Abtastlineal 10 ist in Zeichnungsfig. 4 dargestellt.
[0034] Nachdem dem Plakatabschnitt 2 in die Position 2b gemäß Fig. 5 verfahren ist, wird
er dort fixiert und ein weiterer Plakatabschnitt 2 in die Position 2a gebracht und
dort entsprechend beschnitten, wozu wieder die Positionsbestimmung mit dem Abtastlineal
10 herangezogen wird. Sodann werden durch die Transporteinrichtung 16 die beiden Plakatabschnitte
2 mit ihren Stoßbereichen 8 zusammengeführt und durch die Klebevorrichtung 6 miteinander
verklebt, nachdem die Kanten exakt beschnitten worden sind. Der eigentliche Klebevorgang
ist in Zeichnungsfig. 6 schematisch dargestellt.
[0035] Sodann werden die aneinander verklebten Plakatabschnitte 2 in Transportrichtung 30
weiterverfahren und zumindest teilweise in die Wickelvorrichtung 55 eingebracht. Ein
weiterer Plakatabschnitt 2 (in Zeichnungsfig. 7 ,,2c" genannt) wird auf die Trägerfläche
4 aufgelegt, ausgerichtet, über das Abtastlineal 10 abgetastet, an seiner vorderen
Stoßkante abgeschnitten und sodann an die hintere Stoßkante des Plakatabschnittes
2 in der bereist beschriebenen Weise angeklebt.
1. Verfahren zum paßgenauen Verkleben der Kanten von mindestens zwei bedruckten Papierflächen
(Plakatabschnitte), die mindestens einseitig mit einem sich über die Verklebungskanten
erstreckenden, ein zusammenhängendes Bild ergebenden Aufdruck versehen sind, insbesondere
Klebeverfahren für hintergrunddurchleuchtete Großplakate, bei welchem die durch Verklebung
miteinander zu verbindenden Papierflächen auf einer Trägerfläche (Klebetisch) aufgelegt,
ausgerichtet und auf ihrer Rückseite mit einem klebenden Verbindungselement versehen
werden,
gekennzeichnet durch
folgende Merkmale:
a) die erste zu verklebende Papierfläche wird mit ihrer Rückseite auf eine erste Trägerfläche
aufgelegt und temporär darauf fixiert;
b) abhängig von an der Papierbahn angebrachten Markierungen (Stoßmarkierungen) wird
die zu verklebende Kante definiert, die Papierbahn zu einer Schneideeinrichtung ausgerichtet
und gegebenenfalls nach Überführung auf eine zweite Trägerfläche beschnitten;
c) nach dem Schneidevorgang wird die erste Papierfläche in einer Verklebungs- oder
Zwischenposition temporär fixiert;
d) die zweite zu verklebende Papierfläche wird entsprechend der Merkmale a) und b)
aufgelegt und geschnitten, wobei sie auf der ersten Trägerfläche verbleibt;
e) die zu verklebenden Schnittkanten beider Papierflächen werden in eine Klebeposition
überführt und von der Rückseite her mit dem Verbindungselement versehen, das von der
Seite der Trägerfläche her zugeführt wird, wobei die zu verklebenden Kanten fixiert
wird, wobei die zu verklebenden Kanten durch Gegendruck fixiert werden;
f) im Bedarfsfall werden die beiden verklebten Papierflächen in weitere Schneide-
und Verklebungspositionen verfahren, damit weitere Papierflächen gemäß den Merkmalen
d) und e) an sie angeklebt werden können.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
zum Beschneiden der Kanten mehrere Papierflächen diese gemeinsam in eine Schneidevorrichtung
eingefahren und vorbeschnitten werden.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Stoßmarkierungen zur Definition der Schnittkanten mittels eines über der Trägerfläche
verfahrbaren Abtastlineals erfaßt werden, die Position der Schnittkanten elektronisch
bestimmt und abgespeichert werden und nachfolgend die Papierfläche zur Durchführung
mindestens eines Schneidevorgangs der Schneidevorrichtung automatisch zugeführt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die erste und die zweite Trägerfläche beidseitig der Schneidevorrichtung angeordnet
sind, wobei die Papierflächen bei ihrem Transport zur zweiten Trägerfläche über die
Schneidevorrichtung geführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Schneidevorgang räumlich parallel zum Klebevorgang verläuft.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
zur Durchführung des Schneidvorgangs die zu beschneidende Schnittkante durch eine
Vakuumeinrichtung fixiert wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
zur Durchführung des Klebevorgangs die zu verklebende Schnittkante der in der Verklebungsposition
befindlichen Papierfläche derart etwas angehoben wird, daß die Schnittkante der zweiten
Papierfläche unter der angehobenen Kante positionierbar ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
in der Klebeposition die zu verklebenden Schnittkanten von oben mit einer Gegendruckleiste
beaufschlagt werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
beide Schnittkanten durch Unterdruck an der Gegendruckleiste fixiert werden.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Verbindungselement ein transparenter Klebestreifen ist, der automatisch abrollend
auf der Unterseite der zu verklebenden Schnittkanten entlanggeführt wird und diese
verbindet.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die zu verklebenden Schnittkanten sich gegenseitig geringfügig überlappen.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Papierflächen von durch Stellzylinder verschiebbaren Vakuumeinrichtungen fixierbar
und verfahrbar sind.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Vakuumeinrichtungen derart angeordnet und zueinander verschiebbar sind, daß Papierbahnen
von der einen Vakuumeinrichtung zur anderen Vakuumeinrichtung übergeben werden können.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
während des Transports der Papierbahnen durch die Transportmittel ein in Richtung
der außenliegenden Seitenkanten der Papierflächen wirkender Zug ausgeübt wird
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens die zweite Trägerfläche mit mindestens einem Leuchtfenster versehen ist,
um durch Hintergrunddurchleuchtung eine Klebekontrolle durchführen zu können.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
in Transportrichtung nach der zweiten Trägerfläche eine Wickeleinrichtung vorgesehen
ist, in die verklebte Papierflächen eingeführt und aufgewickelt werden.
17. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
von den Schnitt- oder Seitenkanten abgeschnittene Papierteile aus dem Bereich der
Schneide- und Klebeeinrichtung abgesaugt werden.
18. Vorrichtung (1) zur Durchführung des Klebeverfahrens nach einem der vorhergehenden
Ansprüche 1 - 17 mit folgenden Merkmalen;
a) auf einem Klebetisch (3) ist mindestens eine Trägerfläche (4, 5) vorgesehen, auf
der eine Papierfläche (Plakatabschnitt 2) fixierbar ist,
b) im Bereich der mindestens einen Trägerfläche (4, 5) ist eine Klebeeinrichtung (6)
vorgesehen, durch die ein Verbindungselement in Form eines insbesondere transparenten
Klebebandes (7) auf die Rückseite des Stoßbereichs (8) zweier zueinander ausgerichteter
Papierflächen (Plakatab schnitte 2) aufklebbar ist,
gekennzeichnet durch
folgende Merkmale:
c) elektronische Abtastmittel (10 - 12) zur Abtastung von Stoßmarkierungen (60) an
den Papierflächen (Plakatabschnitte 2)
d) elektronische Speicherelemente (13) zur Erfassung und Verarbeitung der abgetasteten
Positionen der Stoßmarkierungen (60),
e) Transport- und Fixiereinrichtungen (16) für die Papierflächen (2) im Bereich der
Trägerfläche (4, 5),
f) eine Steuerungseinrichtung (15), die mit den Transport- und Fixiereinrichtungen
(16) zusammenwirkt, um die Papierflächen (2) über den Trägerflächen (4, 5) des Klebetisches
(3) in Schneide-, Klebe- oder Klebezwischenpositionen zu verbringen und zu halten
sowie gegebenenfalls automatisch eine Schneide- (17) oder Klebeeinrichtung (6) zu
aktivieren, die etwa parallel zueinander verlaufen und zwischen zwei Trägerflächen
(4, 5) des Klebetisches (3) angeordnet sind,
g) die Klebeschicht des Klebebandes (7) weist beim Klebevorgang nach oben.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet, daß
über der Trägerfläche (4) zur Erfassung der Schneidepositionen ein Abtastlineal (10)
verschiebbar angeordnet ist, das in einer mit elektronischen Abtastelementen (Inkrementalgeber
12) versehenen Führungseinrichtung (11) gehalten ist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Inkrementalgeber (12) mit einer elektronischen Steuerungseinrichtung (15) verbunden
ist, über die die Transporteinrichtung (16) steuerbar ist.
21. Vorrichtung nach den Ansprüchen 18 - 20,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Transporteinrichtung (16) aus einer Mehrzahl von mit Saugöffnungen versehenen
Vakuumbehältern (20) besteht, über welchen gelochte Transportbänder verlaufen, die
über mindestens eine Antriebseinheit (Motor 26) durch eine Kupplung (26) gesondert
voneinander oder gemeinsam gesteuert antreibbar sind.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Transportbänder (21) in der Mitte der Trägerflächen (4, 5) im wesentlichen in
Transportrichtung (30) umlaufen, die Transportbänder (21) im Bereich der Seitenkanten
des Klebetisches (3) hingegen eine geringfügig davon abweichende, einen Papierzug
nach außen erzeugende Umlaufrichtung aufweisen.
23. Vorrichtung nach den Ansprüchen 18 - 22,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Schneideeinrichtung (17) durch die Steuerungseinrichtung (15) automatisch aktivierbar
ist.
24. Vorrichtung nach den Ansprüchen 18 - 23,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Klebevorrichtung (6) durch die Steuerungseinrichtung (15) automatisch aktivierbar
ist.
25. Vorrichtung nach den Ansprüchen 18 - 24,
dadurch gekennzeichnet, daß
im Bereich der Klebevorrichtung (6) eine als Vakuumleiste (40) ausgebildete Gegendruckleiste
angeordnet ist, über die die unter ihr positionierten Schnittkanten der Papierflächen
(2) fixierbar sind.
26. Vorrichtung nach Anspruch 25,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Vakuumleiste (40) zwei gesonderte Saugkanäle (41) aufweist, um die beiden unter
ihr positionierten Schnittkanten der Papierflächen (2) gesondert anzuheben bzw. zu
fixieren.
27. Vorrichtung nach den Ansprüchen 18 - 26,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Randschneideeinrichtung (42) vorgesehen ist, um die in Transportrichtung (39)
verlaufenden Seitenkanten und/oder gegebenenfalls überstehende Klebestreifenreste
abzuschneiden.
28. Vorrichtung nach den Ansprüchen 18 - 27,
dadurch gekennzeichnet, daß
in Förderrichtung nach der Klebevorrichtung (6) in der zweiten Trägerfläche (5') ein
Leuchtkasten (50) zur kontrollierenden Durchleuchtung der Papierflächen (2) angeordnet
ist.
29. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
im Bereich der Schneideeinrichtung (17) Absaugelemente (43) angeordnet sind.
30. Vorrichtung nach den Ansprüchen 18 - 29,
dadurch gekennzeichnet, daß
in Transportrichtung (30) am Ende des Klebetisches (3) eine Wickeleinrichtung (55)
zur Aufnahme aneinander geklebter Papierflächen (2) angeordnet ist.
31. Vorrichtung nach den Ansprüchen 18 - 30,
dadurch gekennzeichnet, daß
in Transportrichtung (30) am Anfang des Klebetisches (3) eine Zuführeinrichtung für
zu verarbeitende Papierflächen (2) vorgesehen ist.