(19)
(11) EP 0 866 018 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.09.1998  Patentblatt  1998/39

(21) Anmeldenummer: 98101016.8

(22) Anmeldetag:  21.01.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B66B 11/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 20.03.1997 DE 29704886 U

(71) Anmelder: Boll, Rainer
79541 Lörrach (DE)

(72) Erfinder:
  • Boll, Rainer
    79541 Lörrach (DE)

(74) Vertreter: Eikel, Cordula et al
Anwaltskanzlei Eikel & Partner, Hünenweg 15
32760 Detmold
32760 Detmold (DE)

   


(54) Aufzug


(57) Ein Aufzug für Personen und/oder Lasten, dessen Förderkorb (2) von einer Motorantriebs- und Bremseinrichtung über ein Tragseil (4) gehalten ist, um zwischen einer oberen Station und wenigstens einer darunterliegenden Station zu verkehren, ist dadurch gekennzeichnet, daß die Motorantriebs- und Bremseinrichtung in Höhe der oberen Station unterhalb der Oberkante des sich in oberer Richtungswechsellage befindlichen Förderkorbs installiert ist, und daß der Kraftansatzpunkt des Tragseils am Förderkorb unterhalb der Oberkante des Förderkorbs liegt, so daß ein Aufzug geschaffen wird, bei dem kein Extraraum für den Motor und dergleichen über dem Aufzugschacht erforderlich ist, d. h. eine platzsparende Anordnung der Gesamtaufzugsanlage und damit kostengünstige Anordnung der Gesamtaufzugsanlage ermöglicht wird.




Beschreibung


[0001] Die Neuerung betrifft einen Aufzug für Personen und/oder Lasten, dessen Förderkorb von einer Motorantriebs- und Bremseinrichtung über ein Tragseil gehalten ist, um zwischen einer oberen Station und wenigstens einer darunterliegenden Station zu verkehren, nach dem Oberbegriff des Schutzanspruchs 1.

[0002] Bei bekannten Aufzügen der genannten Art ist der Förderkorb in einem Aufzugschacht installiert, und darüber befindet sich ein Motorraum, in dem die Motorantriebs- und Bremseinrichtung mit einer Steuereinrichtung untergebracht ist.

[0003] Bei den bekannten Aufzügen ist über der oberesten erreichbaren Station ein ansonsten unerwünschter Motorraum einzurichten, mit dem Nachteil architektonischer Unansehnlichkeit und dem Erfordernis der Klimatisierung. Als Alternative zu diesem nicht ohne weiteres, d.h., über Leitern und Klappen erreichbaren, kastenförmigen Motorraum auf dem Gebäude läßt man den Aufzugschacht nicht im obersten Stockwerk, sondern eines darunter enden, so daß der geräuschverbreitende Motorraum dann im obersten nicht mehr über den Aufzug erreichbaren Stockwerk untergebracht ist.

[0004] Aufgabe der Neuerung ist es, einen Aufzug der eingangs genannten Art anzugeben, der keinen Extraraum für den Motor und dgl. über dem Aufzugschacht erfordert.

[0005] Die Aufgabe wird mit den im kennzeichnenden Teil des Schutzanspruchs 1 angegebenen Merkmalen gelöst, nämlich dadurch, daß die Motorantriebs- und Bremseinrichtung in Höhe der oberen Station unterhalb der Oberkante des sich in oberer Richtungswechsellage befindlichen Förderkorbs installiert ist, und daß der Kraftansatzpunkt des Tragseils am Förderkorb unterhalb der Oberkante des Förderkorbs liegt.

[0006] Die neuerungsgemäße Lösung bietet den Vorteil, daß sich der Aufwand für den Aufzug bemerkenswert eingrenzen läßt, da die Motorantriebs- und Bremseinrichtung im Aufzugschacht installiert wird. Darüber hinaus ist die Zugänglichkeit für Wartungs- und Reparaturarbeiten erleichtert.

[0007] Eine wichtige Weiterbidung der Neuerung für einen Aufzug, dessen Tragseil über eine zur Motorantriebs- und Bremseinrichtung gegehörende Treibscheibe geführt ist, um auf der Gegenseite zum Förderkorb ein Gegengewicht zu tragen, ist durch eine Tragseilrollenanordnung gekennzeichnet, die dem Gegengewicht einen Hub vermittelt, der ½ des Hubes vom Förderkorb beträgt.

[0008] Der auf die Hälfte des Förderkorbhubes, d.h. des Förderkorbweges zwischen oberem und unterem Umkehrpunkt, reduzierte Gegengewewichtshub gestattet es, das Gegengewicht ohne Unterkellerung nach unten und ohne Aus-/Aufbau nach oben im Aufzugsschacht unterzubringen.

[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Neuerung sind den restlichen Unteransprüchen zu entnehmen.

[0010] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Neuerung ist nachstehend anhand der beiliegenden Zeichnung beschrieben.

[0011] In der Zeichnung bedeuten:
Fig. 1
eine Skizze, die den Aufzug schematisch in frontaler Querschnittsansicht zeigt, und
Fig. 2
eine Skizze des Förderkorbes gemäß Fig. 1 in Unteransicht zur Veranschaulichung des Tragseilverlaufs.


[0012] Bei dem in Fig. 1 zkizzenhaft dargestellten Aufzug nach der Neuerung ist in einem Aufzugschacht 1 ein gestrichelt gezeigter Förderkorb 2 installiert, der sich in seiner oberen Richtungswechsellage, d.h. im obersten Stockwerk 3 befindet. Der Förderkorb 2 ist von einem durchgehenden Tragseil 4 gehalten, zwischen dessen an einem ortsfesten Träger 5 befestigte Enden 6 und 7 mit A, B, C, D, E, F und G bezeichneten Seilabschnitte in der Figur zu sehen sind. Von den Seilabschnitten A bis G, die die Gesamläge des Tragseils 4 bilden, ist der mit B bezeichnete Seilabschnitt von gleichbleibender Länge, und die Längen der übrigen Seilabschnitte verändern sich mit der Höhenposition des Förderkorbs 2.

[0013] Das Tragseil 4 mit den Seilabschnitten A, B und C hält den Förderkorb 2 an unter letzterem angebrachten Umlenkrollen 8 und 9. Eine Skizze der Unteransicht in Fig. 2 veranschaulicht den Tragseilverlauf am Förderkorb 2. Das Tragseil 4 mit seinem Seilabschnitt B läuft fast diagonal unter dem Förderkorb 2 zwischen den Umlenkrollen 8 und 9 herum und ist links (Fig. 1) am Seilabschnitt A des Tragseils 4 gehalten, dessen Ende 6 ortsfest verankert ist, und ist rechts vom Seilabschnitt C des Tragseils 4 gehalten, das über eine Treibscheibe 10 geführt ist, um sich als Seilabschnitt D nach unten zu einem Gegengewicht 11 fortzusetzen. Die Treibscheibe 10 befindet sich etwa 1,5 m über dem Fußboden des obersten Stockwerks 3 und damit deutlich unter der Oberkante des Förderkorbs 2, der sich in seiner oberen Richtungswechsellage befindet, und ist ortsfest hinter dem Förderkorb 2 im Aufzugschacht 1 installiert. Die Treibscheibe 10 wird von einer in der Zeichnung nicht dargestellten Motorantriebs- und Bremseinrichtung mit Doppelbackenbremse über eine Kupplung und ein Schneckengetriebe angetrieben und gebremst. Die Motorantriebs- und Bremseinrichtung mit ihren zugeörigen Teilen, zu der auch eine Steuertafel gehört, ist ebenfalls im Aufzugschacht 1 installiert und vom oberstes Stockwerk leicht zugänglich.

[0014] Das Tragseil 4 umschlingt zwei Tragrollen 12 und 13 am Gegengewicht 11 in der Weise, daß der Seilabschnitt D von der Treibscheibe 10 zur rechten Tragrolle 12 führt, daß der Seilabschnitt G von der linken Tragrolle 13 zum Tragseilende 7 führt, und daß das Tragseil 4 mit den Seilabschnitten E und F zwischen den Tragrollen 12 und 13 über eine stationäre Umlenkrolle 14 geführt ist, die etwa in einer Höhe von 2/3 der Aufzugschachthöhe befestigt ist.

[0015] Die beschriebene Rollenanordnung und die Tragseilführung sorgen dafür, daß dem Gegengewicht 11 ein Hub vermittelt wird, der 1/2 des Hubes vom Förderkorb 2 beträgt. Es versteht sich, daß hierbei das Gegengewicht 11 doppelt so schwer sein muß wie im Falle gleicher Hübe beim Förderkorb 2 und Gegengewicht 11.

[0016] Die neuerungsgemäße Lösung mit der beschriebenen Rollenanordnung und der Tragseilführung ermöglicht es, die Motorantriebs- und Bremseinrichtung innerhalb des Aufzugschachtes 1 zu installieren; da sich alle am Transport der Förderkorbes beteiligten Elemente zwischen der Oberkante des Förderkorbes 2 in seiner oberen Richtungswechsellage und der Unterkante des Förderkorbes 2 in seiner unteren Richtungswechsellage im Aufzugschacht unterbringen lassen.

Bezugszeichenliste



[0017] 
1
Aufzugschacht
2
Förderkorb
3
oberstes Stockwerk
4
Tragseil mit Seilabschnitten A, B, C, D, E, F und G
5
ortsfester Träger
6, 7
Enden des Tragseils
8, 9
Umlenkrollen
10
Treibscheibe
11
Gegengewicht
12
rechte Tragrolle
13
linke Tragrolle
14
stationäre Umlenkrolle



Ansprüche

1. Aufzug für Personen und/oder Lasten, dessen Förderkorb von einer Motorantriebs- und Bremseinrichtung über ein Tragseil gehalten ist, um zwischen einer oberen Station und wenigstens einer darunterliegenden Station zu verkehren,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Motorantriebs- und Bremseinrichtung in Höhe der oberen Station (3) unterhalb der Oberkante des sich in oberer Richtungswechsellage befindlichen Förderkorbs (2) installiert ist, und daß der Kraftansatzpunkt des Tragseils (4) am Förderkorb (2) unterhalb der Oberkante des Förderkorbs (2) liegt.
 
2. Aufzug nach Anspruch 1, dessen Tragseil über eine zur Motorantriebs- und Bremseinrichtung gegehörenden Treibscheibe geführt ist, um auf der Gegenseite zum Förderkorb ein Gegengewicht zu tragen,
gekennzeichnet durch
eine Tragseilrollenanordnung, die dem Gegengewicht (11) einen Hub vermittelt, der ½ des Hubes vom Förderkorb (2) beträgt.
 
3. Aufzug nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das von der Treibscheibe zum Förderkorb (2) verlaufende Tragseil (4, C) über Umlenkrollen (8, 9) im unteren Bereich des Förderkorbs (2) um denselben geführt und unterhalb der Oberkante des sich in der oberen Richtungswechsellage befindlichen Förderkorbs (2) stationär befestigt ist.
 
4. Aufzug nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gegengewicht (11) an zwei Gegengewichtumlenkrollen (12, 13) hängt, daß das Tragseil (4, E, F) zwichen den beiden Gegengewichtumlenkrollen (12, 13) über eine stationäre Umlenkrolle (14) geführt ist und daß das gegengewichtsseitige Ende (7) des Tragseils (4) stationär befestigt ist, wobei die stationäre Umlenkrolle (14) und das gegengewichtsseitige Ende (7) des Tragseils (4) unterhalb der Oberkante des sich in der oberen Richtungswechsellage befindlichen Förderkorbs (2) befestigt sind.
 




Zeichnung










Recherchenbericht