(19)
(11) EP 0 866 019 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.09.1998  Patentblatt  1998/39

(21) Anmeldenummer: 98104156.9

(22) Anmeldetag:  09.03.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B66B 23/02, B66B 21/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 17.03.1997 EP 97810154

(71) Anmelder: INVENTIO AG
CH-6052 Hergiswil (CH)

(72) Erfinder:
  • Pallinger, Reinhard
    1210 Wien (AT)
  • Lunardi, Gerhard
    1120 Wien (AT)

   


(54) Fahrtreppe oder Fahrsteig mit Unterspannung


(57) Bei diesem Fahrsteig (1), der ein erstes Stockwerk (2) mit einem zweiten Stockwerk (3) verbindet, sind als Fördermittel für Personen und Gegenstände einen Steig bildende Platten (4) vorgesehen. Seitlich wird der Fahrsteig (1) durch Balustraden (5) beispielsweise aus Glas begrenzt. Jede Balustrade (5) trägt einen sich mit der Geschwindigkeit der Platten (4) fortbewegender Handlauf (6). Als Tragmittel für die Platten (4) dient ein Tragkörper (7) mit einer Trägerunterkante (8), an der mindestens eine Unterspannung (9) angeordnet ist. Mit (8.1) ist eine Trägerunterkante eines Fahrsteiges ohne Unterspannung bezeichnet. Die Trägerunterkante (8.1) zeigt die schwerfällige und plumpe Konstruktion eines Fahrsteiges ohne Unterspannung bei gleicher Spannweite und gleicher Tragfähigkeit.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Fahrtreppe oder einen Fahrsteig bestehend aus Balustrade mit Handlauf, Balustradensockel, Stufen bzw. Platten für den Transport von Personen und Gegenständen und aus Tragkörper und Führungsträger mit Führungen für die Stufen bzw. Platten und den Handlauf.

[0002] Aus der Offenlegungsschrift DE 2 640 188 ist ein Rahmen für eine Rolltreppe bekannt geworden, bei dem je Seite ein I-förmiger Träger als längsverlaufendes Hauptrahmenstück dient. Querträger und Verbindungsstücke verbinden die Hauptrahmenstücke, so dass sich für den Hauptrahmen der Fahrtreppe ein kastenartiger Aufbau mit Vollwandträgern ergibt.

[0003] Ein Nachteil der bekannten Einrichtung liegt darin, dass der Hauptrahmen mit Vollwandträgern bei zunehmenden Spannweiten bedingt durch die notwendige Biegesteifigkeit immer höher und damit schwerer wird. Diese unerwünschte Zunahme des Metergewichtes betrifft beispielsweise auch Aussenverkleidungselemente. Bei einer bestimmten Trägerhöhe bringt eine weitere Trägererhöhung keine weitere Spannweite mehr, weil wegen des zunehmenden Trägergewichtes keine weitere Spannweite mehr möglich ist.

[0004] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in Anspruch 1 gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, die Nachteile der bekannten Einrichtung zu vermeiden und eine Fahrtreppe oder einen Fahrsteig mit einem über einen weiten Spannweitenbereich konstanten Metergewicht zu schaffen.

[0005] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen, dass der Hauptträger bei zunehmender Spannweite seine Bauhöhe beibehalten kann. Dadurch sind Fahrtreppen oder Fahrsteige trotz grosser Spannweiten mit einem eleganten, schlanken, leicht wirkenden Äusseren machbar. Ausserdem ergeben sich durch die schlanke Konstruktion Materialeinsparungen beispielsweise beim Hauptträger und bei Aussenverkleidungselementen.

[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
einen Fahrsteig im Seitenriss mit einer erfindungsgemässen, einfach abgestützten Unterspannung,
Fig. 2
einen Fahrsteig im Seitenriss mit einer erfindungsgemässen, doppelt abgestützten Unterspannung,
Fig. 3
Einzelheiten der Unterspannung und
Fig. 4
einen Schnitt entlang der Linie B-B der Fig. 1.


[0007] In den Fig. 1 bis 4 ist mit 1 ein Fahrsteig bezeichnet, der ein erstes Stockwerk 2 mit einem zweiten Stockwerk 3 verbindet. Als Fördermittel für Personen und Gegenstände sind einen Steig bildende Platten 4 vorgesehen. Bei Fahrtreppen dienen anstelle der Platten 4 Stufen als Transportmittel. Seitlich wird der Fahrsteig 1 durch Balustraden 5 beispielsweise aus Glas begrenzt. Jede Balustrade 5 trägt einen sich mit der Geschwindigkeit der Platten 4 fortbewegender Handlauf 6. Als Tragmittel für die Platten 4 bzw. Stufen dient ein Tragkörper 7 mit einer Trägerunterkante 8, an der eine Unterspannung 9 angeordnet ist. Mit 8.1 ist eine Trägerunterkante eines Fahrsteiges ohne Unterspannung bezeichnet. Die Trägerunterkante 8.1 zeigt die schwerfällige und plumpe Konstruktion eines Fahrsteiges ohne Unterspannung bei gleicher Spannweite und gleicher Tragfähigkeit. Mit A1 ... A4 sind Ausschnitte bezeichnet, die in Fig. 3 Einzelheiten der Unterspannung 9 zeigen.

[0008] In Fig. 3 ist im Ausschnitt A1 eine untere Verankerung 10 und im Ausschnitt 4 eine obere Verankerung 11 der Unterspannung 9 mit dem Tragkörper 7 dargestellt. Die Verankerung 10, 11 weist eine mit dem Tragkörper 7 verbundene Steglasche 12 auf, an der ein Zuganker 13 eines Zugstabes 14 oder Seiles angeordnet ist. Ausschnitt A3 zeigt das andere Ende des Zugstabes 14 mit Zuganker 13, der an einer Stütze 15 angreift. Ausschnitt A2 zeigt das andere Ende der Stütze 15, welches mittels eines Stützlagers 16 mit dem Tragkörper 7 verbunden ist. Der in Fig. 1 gezeigte Fahrsteig weist je Trägerunterkante 8 eine Stütze 15, der in Fig. 2 gezeigte Fahrsteig weist je Trägerunterkante 8 zwei Stützen 15 auf.

[0009] Fig. 4 zeigt einen Querschnitt des Fahrsteiges 1 mit je an einer Trägerunterkante 8 angeordneten Unterspannungen 9. Querstege 7.1 verbinden den linken Tragkörper 7 mit dem rechten Tragkörper 7. Am Tragkörper 7 ist eine Aussenverkleidung 17, ein Balustradensockel 18 und ein Führungsträger 19 angeordnet. Der Führungsträger 19 weist erste Führungen 20.1 für die vorlaufenden Platten 4, zweite Führungen 20.2 für die rücklaufenden Platten 4.1 und dritte Führungen 20.3 für den rücklaufenden Handlauf 6.1 auf. Die Stützen 15 der unterhalb des Tragkörpers 7 je an einer Trägerunterkante 8 angeordneten Unterspannungen 9 sind mittels Querstreben 21 verbunden.


Ansprüche

1. Fahrtreppe oder Fahrsteig (1) bestehend aus Balustrade (5) mit Handlauf (6), Balustradensockel (18), Stufen bzw. Platten (4) für den Transport von Personen und Gegenständen und aus Tragkörper (7) und Führungsträger (19) mit Führungen (20.1, 20.2, 20.3) für die Stufen bzw. Platten (4) und den Handlauf (6),
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Fahrtreppe oder am Fahrsteig (1) mindestens eine Unterspannung (9) vorgesehen ist, die eine schlanke Bauweise des Tragkörpers (7) ermöglicht.
 
2. Fahrtreppe oder Fahrsteig nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Unterspannung (9) Zugmittel (14) aufweist, die mit dem Tragkörper (7) und mit mindestens einer Stütze (15) verbunden sind.
 
3. Fahrtreppe oder Fahrsteig nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Zugmittel (14) Zugstangen oder Seile vorgesehen sind.
 
4. Fahrtreppe oder Fahrsteig nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zugstange (14) oder das Seil am einen Ende mittels eines Zugankers (13) mit dem Tragkörper (7) und am anderen Ende mittels eines Zugankers (13) mit der Stütze (15) verbunden ist.
 
5. Fahrtreppe oder Fahrsteig nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stütze (15) einenends mittels eines Stützlagers (16) mit dem Tragkörper (7) verbunden ist.
 
6. Fahrtreppe oder Fahrsteig nach den vorhergehenden Ansprüchen,
dadurch gekennzeichnet,
dass an je einer Trägerunterkante (8) des Tragkörpers (7) eine Unterspannung (9) angeordnet ist.
 
7. Fahrtreppe oder Fahrsteig nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stützen (15) mittels Querstreben (21) verbunden sind.
 




Zeichnung













Recherchenbericht