[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Unterstützung für Schienen im Bereich einer Bauwerkfuge,
insbesondere für Schienenabschnitte eines Dehnungsstoßes im Bereich einer Brückenfuge,
wobei das Bauwerk mit einem vorgelagerten Bauwerkabschnitt in einer im Festland vorhandenen
Aufnahme verschiebbar angeordnet ist.
[0002] Nach dem Stand der Technik werden die Schienen, die über eine zwischen einer Vorbrücke
und dem Festland vorhandenen Fuge verlaufen, halbiert, um zueinander in Längsrichtung
verschoben werden zu können. Dies bedeutet, dass ein Schienenfahrzeugrad auf der Hälfte
eines Kopfes entlang rollt. In Abhängigkeit von der Breite der Fuge tritt eine mehr
oder weniger große Fahrkantenunterbrechung auf. Zum Schutz gegen den hierdurch bedingten
Kantenverschleiß sind parallel zu den Schienen verlaufende Radlenker angeordnet. Ungeachtet
dieser Hilfsmaßnahmen fährt ein Rad die Spitze des jeweiligen Schienenkopfes der geteilten
Schiene an, so dass eine umfassende Wartung und ein häufiger Austausch erforderlich
ist. Ist zudem ein Höhenunterschied zwischen Festland und Vorbrücke gegeben, so verlaufen
die Fahrkopfhälften der zueinander verschiebbaren Halbschienen auf unterschiedliche
Höhe, so dass Schläge auf das Rad einwirken.
[0003] Der WO 94/12729 ist eine Unterstützung für Schienen im Bereich einer Brückenfuge
zu entnehmen, mit Hilfe derer ein unerwünschtes bzw. unzulässiges Durchbiegen der
Schienen vermieden wird. Hierzu verlaufen parallel zu der Schiene Hilfsschienen, von
denen ihrerseits Unterstützungen ausgehen, in die die Schienen unterfangen. Zur Vergleichmäßigung
der Unterstützungen können diese untereinander und zu den festen Schwellen mit Scherenelementen
verbunden werden.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Unterstützung der eingangs
genannten Art so weiterzubilden, dass unabhängig von zusätzlichen Hilfsschienen eine
problemlose Unterstützung der Schienenabschnitte im Bereich einer Bauwerkfuge, insbesondere
Brückenfuge sichergestellt ist, wobei die Schienenabschnitte selbst nicht geteilt
werden müssen.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe im wesentlichen dadurch gelöst, dass die Schienen
auf in deren Längsrichtung verschiebbaren Abstützungen gelagert sind und dass die
Abstützungen von der den Bauwerkabschnitt aufnehmenden Aufnahme ausgehen. Dabei sind
die Abstützungen vorzugsweise in Führungen verschiebbar angeordnet, die ihrerseits
in Seitenwandungen der Aufnahme eingelassen sind oder von diesen ausgehen, entlang
der der Bauwerkabschnitt verschiebbar ist.
[0006] Bei den Abstützungen selbst handelt es sich insbesondere uni Schwellen oder schwellenartige
Körper, die stirnseitig in den Führungsschienen der Seitenwände eingreifen.
[0007] Erfindungsgemäß wird eine Unterstützung für Schienenabschnitte im Bereich einer Bauwerkfuge,
insbesondere einer Brückenfuge vorgeschlagen, für die zusätzliche Hilfsschienen oder
gesonderte Schwellen zur Unterstützung der Schienenabschnitte nicht benötigt werden.
Vielmehr dienen als Unterstützungen im eigentlichen Sinne übliche Schwellen, die jedoch
im Bereich der Fuge derart verschiebbar in den von der Festlandaufnahme ausgehenden
Führungen angeordnet sind, dass im erforderlichen Umfang eine Unterstützung der Schienenabschnitte
erfolgt, so dass infolgedessen ein Durchbiegen nicht erfolgen kann. Auch ist es nicht
erforderlich, die Schienenabschnitte im Bereich der Fuge aufzuspalten, um sodann relativ
zueinander verschiebbare Schienenhälften einzusetzen. Vielmehr können die Schienenabschnitte
übliche Geometrie aufweisen, wobei zusätzlich der Vorteil gegeben ist, dass die in
den Seitenwandungen der Aufnahme vorhandenen Führung einen gebogenen Verlauf derart
aufweisen können, dass eine kontinuierliche Höhenanpassung zwischen dem Niveau des
Bauwerks wie Brücke und dem des Festlands erfolgt. Mit anderen Worten können die Führungen
in Bezug auf ihre Längsrichtung der Schienen einen gebogenen Verlauf aufweisen.
[0008] Um den Abstand zwischen den Abstützungen zu vergleichmäßigen, also um eine gleichmäßige
Kraftverteilung bei unterschiedlichen Brückenfugenbreiten sicherzustellen, sieht eine
Weiterbildung der Erfindung vor, dass zwischen den Abstützungen einerseits und zwischen
der jeweils zum Festland bzw. dem Bauwerkabschnitt nächstliegenden Abstützung andererseits
den Abstand zwischen den Abstützungen bzw. zum Festland und dem Bauwerkabschnitt veränderbare
Verbindungselemente verlaufen. Hierbei kann es sich um Scherenelemente handeln, die
eine Ebene aufspannen, die parallel zur von den Gleisabschnitten aufgespannten Ebene
verläuft. Somit ist eine geringe zusätzliche Bauhöhe erforderlich, um die erforderliche
gleichmäßige Abstützung der befahrbaren Schienenabschnitte sicherzustellen.
[0009] Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich nicht nur
aus den Ansprüchen, den diesen zu entnehmenden Merkmalen -für sich und/oder in Kombination-,
sondern auch aus der nachfolgenden Beschreibung eines der Zeichnung zu entnehmenden
bevorzugten Ausführungsbeispiels.
[0010] Es zeigen
- Fig. 1
- eine Draufsicht von im Bereich einer Brückenfuge verlaufenden Gleisen im Ausschnitt,
- Fig. 2
- einen Schnitt entlang der Linie II-II in Fig. 1,
- Fig. 3
- eine vergrößerte Darstellung von Fig. 2 und
- Fig. 4
- einen Schnitt entlang der Linie IV-IV in Fig. 3.
[0011] In den Fig. 1 bis 4 sind Ausschnitte von im Bereich einer Brücke 10 verlaufenden
Gleisen 12, 14 dargestellt. Dabei weist die Brücke 10 eine hinlänglich mit dieser
verbundenen Vorbrücke 15 auf, die in einer Aufnahme 16 verschiebbar gelagert ist.
Die Aufnahme 16 stellt in der Ausführungsform eine zum Beispiel aus Beton bestehende
front- und oberseitig offene Kammer dar, die vom Festland 18 ausgeht.
[0012] Sind im Ausführungsbeispiel die Brücke 10 und die Vorbrücke 15 getrennte Teile, so
können diese gegebenenfalls auch als eine Einheit ausgebildet werden. Dies ist jedoch
für die Realisierung der Erfindung nicht von ausschlaggebender Bedeutung.
[0013] Zwischen dem Festland 18 außerhalb der Aufnahmekammer 16 und der Stirnfläche 20 des
in Längsrichtung der Gleise 12, 14 verschiebbaren Brücke 15 bildet sich in Abhängigkeit
von den Temperaturen eine mehr oder weniger breite Fuge 22 aus, im Bereich derer die
Gleise 12, 14, also deren Schienen, die allgemein mit dem Bezugzeichen 24 versehen
sind, abgestützt werden müssen, um ein Durchbiegen auszuschließen.
[0014] Erfindungsgemäß sind Unterstützungen 26, 28, 30, 32 vorgesehen, auf denen die Schienen
24 gegebenenfalls über elastische Zwischenlagerungen 34, 36 abgestützt sind. Die Abstützung
30, die z. B. in einer Art von Spannbetonschwellen oder anderer Konstruktion mit vorzugsweise
jeweils einem quaderförmigen Basiskörper 31 mit stirnseitigen in der Höhe geringeren
Endabschnitten 33, 35 ausgebildet sein kann, sind in den Seitenwandungen 38, 40 der
Aufnahmekammer 16 verschiebbar gelagert. Hierzu weisen die Seitenwandungen 38, 40
in Längsrichtung der Gleise 12, 14 bzw. der Schienen 24 kanalartige Führungen 42,
44 auf. Diese können durch eine in den Seitenwandungen 38, 40 innenseitig verlaufende
Stufe 46, 48 gebildet werden, die an ihrer Oberseite über Abdeckplatte 50, 52 abgedeckt
sind. Die Abdeckplatten 50, 52 können mit den Seitenwandungen 38, 40 verbunden wie
verschraubt werden. In die Führungen 42, 44 greifen die Endabschnitte 33, 35 der Abstützungen
26, 28, 30, 32 ein. Um ein unkontrolliertes Herausrutschen der Abstützungen 26, 28,
30, 32 aus den Führungen 42, 44 auszuschließen, entspricht die Länge des Basisabschnitts
31 in etwa der Breite der Kammer 16.
[0015] Die Abstützungen 26, 28, 30, 32 sind in den so gebildeten Kanälen 42, 44 in Längsrichtung
der Gleise 12, 14 verschiebbar, so dass die Schienen 24 im erforderlichen Umfang unterstützt
sind. Dabei können die Unterstützungen 26, 28, 30, 32 über scherenartige Verbindungselemente
54, 56 verbunden sein, um eine Vergleichmäßigung des Abstandes zwischen den Abstützungen
26, 28, 30, 32 einerseits und zwischen der Vorbrücke 15 und der nächstliegenden Abstützung
26 bzw. der festlandseitigen Stirnwandung 58 der Aufnahmekammer 16 und der nächstliegenden
Abstützung 32 andererseits sicherzustellen. Hierdurch ist gewährleistet, dass die
Schienen 24 im erforderlichen Umfang abgestützt werden, ohne dass ein Durchbiegen
erfolgt.
[0016] Damit eine entsprechende Vergleichmäßigung erfolgen kann, gehen die scherenförmigen
Verbindungselemente 54 einerseits von der Vorbrücke 15 und andererseits vom Festland
der Stirnwandung 58 der Aufnahmekammer 16 aus und bestehen aus stabförmigen Elementen,
wobei je ein Element in seinem Endbereich mit einem nachfolgenden Element gelenkig
verbunden ist und der Mittenbereich eines jeden Stabelementes mit einer der Abstützung
26, 28, 30, 32 verbunden ist. Hierdurch ergibt sich die gewünschte Scherenwirkung
mit der Folge, dass der Abstand der Abstützung 26, 28, 30, 32 untereinander und zu
der Stirnfläche der Vorbrücke 15 bzw. Stirnwandung 58 der Aufnahmekammer 16 vergleichmäßigt
wird.
[0017] Aufgrund der erfindungsgemäßen Lehre ergibt sich auch der Vorteil, dass die als Führungen
dienenden Kanäle 46, 48 für die Abstützung 26, 28, 30, 32 einen gebogenen Verlauf
-betrachtet in Längsrichtung der Gleise 12, 14- derart aufweisen können, dass eine
Niveauanpassung zwischen der Höhe der Vorbrücke 14 und der des Festlands 18 möglich
ist.
1. Unterstützung für Schienen (24) im Bereich einer Bauwerkfuge (22), insbesondere für
Schienenabschnitte eines Dehnungsstoßes im Bereich einer Brückenfuge, wobei das Bauwerk
mit einem vorgelagertem Bauwerkabschnitt (15) in einer im Festland (18) vorhandenen
Aufnahme (16) verschiebbar angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schienen (24) auf in deren Längsrichtung verschiebbaren Abstützungen (26,
28, 30, 32) gelagert sind und dass die Abstützungen von der dem Bauwerkabschnitt (14)
aufnehmenden Aufnahme (16) ausgehen.
2. Unterstützung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abstützungen (26, 28, 30, 32) in Führungen (42, 44) verschiebbar angeordnet
sind, die ihrerseits in Seitenwandungen (38, 40) der Aufnahme (16) eingelassen sind
oder von diesen ausgehen, entlang der der Bauwerkabschnitt (15) verschiebbar ist.
3. Unterstützung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abstützungen Schwellen oder schwellenartige Körper (26, 28, 30, 32) sind,
die stirnseitig in Führungsschienen (40, 42) der Seitenwände (38, 40) der vorzugsweise
als stirn- und kopfseitig offenen Aufnahmekammer ausgebildeten Aufnahme (16) eingreifen.
4. Unterstützung nach zumindest Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abstützung (26, 28, 30, 32) aus einem quaderförmigen zwischen den Seitenwandungen
(38, 40) der Aufnahme (16) sich erstreckenden Basisabschnitt (31) besteht, der in
stirnseitige Abschnitte (33, 35) Kleineren Querschnitts übergehen, die ihrerseits
in den Führungen (42, 44) der Seitenwandungen (38, 40) der Aufnahme (16) eingreifen.
5. Unterstützung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Führungen (42, 44) durch einen stufenförmigen Abschnitt (46, 48) sowie diesen
oberseitig abdeckendes Plattenelement (50, 52) gebildet sind, die ihrerseits mit den
Seitenwandungen (38, 40) verbunden sind.
6. Unterstützung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Führungen (42, 44) in Bezug auf die in Längsrichtung der Schienenabschnitte
(24) bzw. der von diesen gebildeten Gleise (12, 14) einen gebogenen Verlauf aufweisen.
7. Unterstützung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen den Abstützungen (26, 28, 30, 32) einerseits und zwischen der jeweils
zum Festland (18) bzw. dem Bauwerkabschnitt (14) nächstliegenden Abstützung (26, 32)
andererseits ein den Abstand zwischen diesen veränderbare Verbindungselemente (54,
56) verlaufen.
8. Unterstützung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungselemente (54, 56) Scherenelemente sind, durch die der Abstand
zwischen den Unterstützungen (26, 28, 30, 32) bzw. dem Festland (18) und dem Bauwerkabschnitt
(14) vergleichmäßigbar ist.
9. Unterstützung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Scherenelemente (54, 56) eine Ebene aufspannen, die parallel zur von den
Schienenabschnitten (24) bzw. deren Gleisen (12, 14) aufgespannten Ebene verläuft.