[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Verbau tiefer Gräben, bestehend
aus
- paarweise in gleichen Abständen längs des Grabens einander gegenüberstehend anzuordnenden
vertikalen Stützen,
- die Stützen eines Stützenpaares auf Abstand haltenden Spreizrahmen, die formschlüssig
vertikal verschiebbar an den Stützen geführt sind und
- großflächigen Verbauplatten, deren vertikale Ränder in Führungskanälen der Stützen
vertikal verschiebbar sind.
[0002] Derartige Vorrichtungen für den sogenannten Linearverbau sind bekannt aus den Druckschriften
DE 40 28 832 und DE 42 30 860.
[0003] Bei dieser Verbauvorrichtung werden die Stützen, die Spreizrahmen und die Verbauplatten
entsprechend der fortschreitenden Bautiefe des Grabens abgesenkt. Am Kopfende des
ausgehobenen Grabens, also dort, wo der den Graben aushebende Bagger steht, entstehen
bei tiefen Gräben und nicht standfesten Böden Schwierigkeiten, weil infolge des Niveauunterschiedes
Erde von der Kopf- oder Stirnseite des Grabens in die schon ausgehobenen, tiefer liegenden
Bereiche des Grabens einbricht. Um derartiges Einbrechen an der Kopfseite des Grabens
zu verhindern, hat man mittels Spundbohlen oder Schaltafeln die Kopfseite des Grabens
abgestützt. Diese Verbauelemente sind jedoch schwierig anzubringen und stören erheblich
den fortlaufenden Verbau mittels Stützen, Spreizrahmen und großflächigen Verbauplatten.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Verbauvorrichtung der eingangs genannten
Art so zu verbessern, daß die Gefahr von Einbrüchen an der Kopfseite des Grabens ohne
größeren Aufwand vermieden wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine an einem Spreizrahmen leicht
und schnell lösbar befestigte Kopfverbauplatte, die sich über die lichte Weite zwischen
den Stützen eines Stützenpaares erstreckt.
[0006] Diese im ersten Stützenpaar eines fortlaufenden Verbaufeldes und - je nach Tiefe
des Grabens - auch im zweiten und dritten Stützenpaar geführte Kopfverbauplatte kann
dem Grabenaushub folgend abgesenkt werden. Wenn das Niveau vor der Kopfverbauplatte
dem Niveau hinter der Kopfverbauplatte so angeglichen ist, daß ein Einbrechen von
Erde nicht mehr zu erwarten ist, kann die Kopfverbauplatte vom Spreizrahmen gelöst
und an einem Spreizrahmen des neu aufgestellten Stützenpaares angebracht werden.
[0007] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen 2 bis 4.
[0008] In der folgenden Beschreibung werden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele
der Erfindung näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen in
- Fig. 1
- eine Ansicht eines Stützenrahmens mit in die Stützen eingeführtem Spreizrahmen und
daran befestigter Kopfverbauplatte
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf einen Stützenrahmen mit Kopfverbauplatte,
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht einer Kopfverbauplatte,
- Fig. 4
- eine schematische Ansicht eines Verbaufeldes.
[0009] Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung dient zum Verbau von über 6 m tiefen Gräben.
Sie weist in Grabenlängsrichtung in gleichen Abständen aufstellbare Stützenrahmen
auf, die sich aus zwei parallelen Stützen 1 und 2 und mindestens einem in diesen Stützen
eingeführten Spreizrahmen 5 zusammensetzt, der die Stützen 1 und 2 auf Abstand hält
und gleichzeitig auch zu einem Stützrahmen verbindet.
[0010] Jede Stütze 1 und 2 weist an beiden Seiten Führungskanäle 3 auf, in welche großflächige
Verbauplatten vertikal verschieblich einführbar sind.
[0011] Der Spreizrahmen 5 setzt sich zusammen aus einer oberen Querstrebe 7, einer unteren
Querstrebe 8, einem linken Seitenteil 9 und einem rechten Seitenteil 10. Die Seitenteile
9 und 10 sind mit Rollen 12 ausgerüstet, die auf den zum Grabeninneren weisenden Flächen
der Stützflansche abrollen. Die Seitenteile 9 und 10 sind ferner mit Führungsköpfen
19 versehen, die in einem Führungskanal 18 der Stützen 1 und 2 formschlüssig geführt
sind.
[0012] An diesem in den Stützen 1 und 2 vertikal verschiebbar geführten Spreizrahmen 6 ist
mittels Befestigungselementen 32 eine Kopfverbauplatte 30 befestigt. Diese Kopfverbauplatte
30 verhindert, daß an der Kopfseite Erdreich von dem noch nicht ausgehobenen Bereich
in den frisch ausgehobenen Graben hineinrutscht. Am unteren Rand der Kopfverbauplatte
30 befindet sich eine Schneide 31, die das störungsfreie Absenken der Kopfverbauplatte
30 erleichtert.
[0013] Die Befestigung der Kopfverbauplatte 30 am Spreizrahmen ist derart, daß die Kopfverbauplatte
30 schnell und zuverlässig am Spreizrahmen 6 befestigt und wieder abgenommen werden
kann. Die dazu erforderlichen Befestigungselemente können diagonal versetzte Bolzen
oder Haken sein, welche in oder über die oberen und unteren Querstreben 7,8 des Spreizrahmens
6 greifen und durch Splinte oder dergleichen gegen Ausheben gesichert sind.
[0014] In Fig. 2 sind die Stützen 1,2 der Spreizrahmen 6, die Kopfverbauplatte 30 und die
Grabenverbauplatten 4,5 in Draufsicht dargestellt.
[0015] Bei der Ausführungsform der Verbauvorrichtung nach Fig. 2 ist zu beiden Seiten einer
Stütze 1 oder 2 nur je ein Führungskanal 3 vorgesehen, der von einem Stützflansch
22 und einem Führungsflansch 23 gebildet ist. In diesem Führungskanal 3 sind sowohl
die äußeren Verbauplatten 4 als auch die inneren Verbauplatten 5 geführt. Beide Verbauplatten
4 und 5 stützen sich über Stützstege auf dem Stützflansch 22 der Stützen 1,2 ab. Der
Rand der äußeren Verbauplatten 4 ist in Grabenlängsrichtung über Führungsleisten 24,29
formschlüssig im Führungskanal 3 der Stütze 1 geführt.
[0016] Es können aber auch an den Stützen zwei oder mehr Führungskanäle vorgesehen sein,
in denen großflächige Verbauplatten unabhängig voneinander vertikal verschiebbar geführt
sind.
[0017] Fig. 3 zeigt eine schaubildliche Ansicht einer Kopfverbauplatte 30, die über diagonal
versetzt angeordnete Befestigungselemente 32 auf den Spreizrahmen 6 aufsteckbar ist.
Die Befestigungselemente 32 greifen über die untere und obere Querstrebe 7 und 8 des
Spreizrahmens 6. Durch Bolzen 33 kann die Befestigung gesichert werden. Die Dichtlippen
der Dichtleisten 34 an den seitlichen Rändern der Kopfverbauplatte 30 liegen federnd
an den Stützen 1 und 2 an, wenn die Kopfverbauplatte 30 ordnungsgemäß am Spreizrahmen
6 befestigt ist.
Weil die Grabenbreite unterschiedlich sein kann und der Spreizrahmen durch Auswechseln
der oberen und unteren Querstrebe veränderbar ist, kann es zweckmäßig sein, daß sich
die Kopfverbauplatte zusammensetzt aus einem Grundrahmen, der mit Befestigungselementen
zum Anschluß an den Spreizrahmen versehen ist, und aus quer verlaufenden Profilen,
die auf diesem Grundrahmen zu befestigen sind. Diese Profile können entsprechend der
Grabenbreite abgelängt werden.
[0018] Fig. 4 zeigt in schematischer Ansicht ein Verbaufeld, bei dem die Spreizrahmen der
beiden ersten Stützenpaare eine Kopfverbauplatte tragen.
Bezugszeichen:
[0019]
- 1
- Stütze
- 2
- Stütze
- 3
- Führungskanal
- 4
- äußere Verbauplatte
- 5
- innere Verbauplatte
- 6
- Spreizrahmen
- 7
- obere Querstrebe
- 8
- untere Querstrebe
- 9
- linkes Seitenstück
- 10
- rechtes Seitenstück
- 11
- Achse
- 12
- Rolle
- 14
- Zwischenstück
- 15
- Flansch
- 16
- Flansch
- 17
- Schneide
- 18
- Führungskanal
- 19
- Führungskopf
- 22
- Stützflansch
- 23
- Führungsflansch
- 24
- Führungsleiste
- 29
- Führungsleiste
- 30
- Kopfverbauplatte
- 31
- Schneide
- 32
- Befestigungselement
- 33
- Bolzen
- 34
- elastische Dichtleiste
1. Vorrichtung zum Verbau tiefer Gräben, bestehend aus
• paarweise in gleichen Abständen längs des Grabens einander gegenüberstehend anzuordnenden
vertikalen Stützen (1,2),
• die Stützen (1,2) eines Stützenpaares auf Abstand haltenden Spreizrahmen (6), die
formschlüssig vertikal verschiebbar an den Stützen (1,2) geführt sind und
• großflächigen Verbauplatten (4,5), deren vertikale Ränder in Führungskanälen (3)
der Stützen (1 und 2) vertikal verschiebbar sind,
gekennzeichnet durch eine an einem Spreizrahmen (6) leicht und schnell lösbar befestigte Kopfverbauplatte
(30), die sich über die lichte Weite zwischen den Stützen (1 und 2) eines Stützenpaares
erstreckt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an den Seitenkanten der Kopfverbauplatte (30) elastische Dichtleisten (34) angebracht
sind, deren Dichtlippen federnd an den Stützen (1,2) anliegen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Kante der Kopfverbauplatte (30) als keilförmige Schneide (31) ausgebildet
ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kopfverbauplatte (30) sich zusammensetzt aus einem steifen Grundrahmen,
der mit Befestigungselementen zum Anschluß an den Spreizrahmen versehen ist, und aus
auf diesem Grundrahmen zu befestigenden quer verlaufenden Profilen.