Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäss Oberbegriff des Anspruchs 1. Sie betrifft
auch eine Kesselanlage zur Durchführung dieses Verfahrens.
Stand der Technik
[0002] Insbesondere bei Vormischbrennern mit Rauchgasrückführung wird zusätzlich zu der
normalen Verbrennungsluft während des Startvorganges und insbesondere beim Zünden
statt Rauchgas Luft in die Reaktionszone gefördert. Durch die unerwünschte Erhöhung
der Luftzahl wird die Zündung des Brennstoff/Luft-Gemisch erschwert oder verunmöglicht,
die Flammenstabilisation geschwächt und die Schadstoff-Emissionen beim Start, insbesondere
CO und UHC (= unverbrannte Kohlenwasserstoffe) erhöht.
Zwar lässt sich die unerwünschte Erhöhung der Luftzahl im Startvorgang durch andere
Massnahmen verhindern. Im Vordergrund steht hier die Möglichkeit, eine Startregelung
durch Drosselung des Gebläse durch reduzierte Motordrehzahl zu bewerkstelligen. Eine
solche Vorkehrung ist indessen kostspielig, bei einem nachträglichen Einbau recht
aufwendig, denn das Gebläse müsste mit einem Frequenzrichter ausgestattet werden,
weshalb eine solche Massnahme wenig Akzeptanz findet, bei Kesselanlagen eingesetzt
zu werden.
Darstellung der Erfindung
[0003] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung, wie sie in den Ansprüchen
gekennzeichnet ist, liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Verfahren der eingangs genannten
Art Schritte vorzuschlagen, welche den Betrieb einer solchen Kesselanlage unter allen
Aspekten günstig beeinflussen.
[0004] Dies wird erreicht, indem eine Massnahme vorgesehen wird, welche während des Startvorganges
aus dem Luftplenum, das den Brenner mit Luft versorgt und in welches mittels eines
vorgeschalteten Gebläses Luft unter einem definierten Vordruck gefördert wird, ein
Anteil Luft durch eine Oeffnung abgeblasen wird, dergestalt, dass damit der Vordruck
im Plenum abgesenkt, der Luftmassenstrom durch den Brenner reduziert und damit die
Luftzahl verringert wird.
[0005] Der wesentliche Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, dass mit einem nahstöchiometrischen
Brennstoff/Luft-Gemisch im Brenner günstige Zündbedingungen geschaffen und die Schadstoff-Emissionen
beim Start extrem reduziert werden.
[0006] Insbesondere bei einem mit einem flüssigen Brennstoff betriebenen Brenner mit passiver
Rauchgasrückführung wird durch den reduzierten Brennermassenstrom und den höheren
Flammentemperaturen eine schnellere Aufheizung des Systems erreicht, die zu besserer
Tropfenverdampfung und Vermischung führt. dadurch wird nicht nur bei der Zündung,
sondern während der gesamten Startphase die Schadstoff-Emissionen, insbesondere CO
und UHC, drastisch reduziert.
[0007] Vorteilhafte und zweckmässige Weiterbildungen der erfindungsgemässen Aufgabenlösung
sind in den weiteren abhängigen Ansprüchen gekennzeichnet.
[0008] Im folgenden wird anhand der Zeichnungen Ausführungsbeispiele der Erfindung näher
erläutert. Alle für das unmittelbare Verständnis der Erfindung nicht erforderlichen
Elemente sind fortgelassen worden. Gleiche Elemente sind in den verschiedenen Figuren
mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Die Strömungsrichtung der Medien ist mit
Pfeilen angegeben.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0009] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Kesselanlage, welche mit einem Vormischbrenner betrieben wird, mit einer Vorrichtung
zur Regulierung der Startluft für einen Brenner mit Rauchgasrückführung,
- Fig. 2
- einen Vormischbrenner zum Betrieb der Kesselanlage, in perspektivischer Darstellung,
- Fig. 3
- eine weitere perspektivische Darstellung dieses Vormischbrenners aus anderer Ansicht
in vereinfachter Form,
- Fig. 4
- einen Schnitt durch den Vormischbrenner gemäss Fig.2 oder 3, mit Injektoren bestückt,
wobei die Einströmungsebene von Zuführungskanälen parallel zur Brennerachse verlaufen,
- Fig. 5
- eine Konfiguration des Injektorsystems in Strömungsrichtung,
- Fig. 6
- eine weitere Ausgestaltung der Einströmungsebene von Zuführungskanälen und
- Fig. 7
- eine weitere Konfiguration des Injektorsystems in Strömungsrichtung.
Wege zur Ausführung der Erfindung, gewerbliche Verwendbarkeit
[0010] Fig. 1 zeigt eine Kesselanlage 100, wie sie üblicherweise für Heizungsfeuerungen
eingesetzt wird. Diese Kesselanlage besteht im wesentlichen aus einem aus einem Flammrohr
101 gebildeten Brennraum 102, der durch eine wärmebeständige Schottung 103 umgeben
ist. Die Kesselanlage wird hier durch einen Vormischbrenner betrieben, dessen Beschreibung
aus den Fig. 2 und 3 hervorgeht. Der Betrieb dieser Kesselanlage lässt sich indessen
nicht ausschliesslich mit dem dargestellten Vormischbrenner bewerkstelligen; andere
Brennerarten können auch zum Einsatz gelangen. Kopfseitig weist der Brennraum 102
ein Luftplenum 104 auf, welches den Vormischbrenner mit Luft versorgt. Die Speisung
dieses Luftplenums 104 geschieht vorzugsweise anhand eines vorgeschalteten nicht näher
dargestellten Gebläses, das Luft unter einem definierten Vordruck liefert. Während
der Startphase wird ein Anteil der kontinuierlich in das Luftplenum 104 eingeführten
Luft durch eine Abblasevorrichtung bewerkstelligt, so dass der Vordruck in diesem
Luftplenum 104 entsprechend sinkt. Damit wird erreicht, dass der Luftmassenstrom für
den Betrieb des Brenners (Vgl. Fig. 2 und 3, Pos. 7) sowie eine zur Unterstützung
einer schadstoffarmen Startphase eingeführte Startluft 105 reduziert wird. Mit dieser
Vorkehrung wird die Luftzahl im Verbrennungsprozess des Vormischbrenners verringert,
womit mit diesem nahstöchiometrischen Brennstoff/Luft-Gemisch im Vormischbrenner günstige
Zündbedingungen geschaffen und die Schadstoff-Emissionen während der Startphase extrem
reduziert werden. Die ebenfalls aus dem Luftplenum 104 stammende Startluft 105 wird
an bestimmte und geeignete Stellen im Vormischbrenner eingedüst, wobei auch bei der
Einbringung dieser Startluft 105 die Unterstützung der Flammenstabilisierung, die
Erhöhung der Qualität des Zündverhaltens sowie die Minimierung der Schadstoff-Emissionen
während der Startphase im Vordergrunde stehen. Die Abblasevorrichtung besteht aus
einem Magnetventil 106, das eine Oeffnung 107 nach aussen freigibt. Eine Steuerung
dieses Magnetventils 106 bei Absenkung des Vordruckes im Luftplenum 104 während der
Startphase lässt sich einfach realisieren, wobei selbstverständlich auch andere direkt
angesteuerte Abblasevorrichtungen hier möglich sind. Die Absenkung lässt sich zeitlich
und betragsmässig den jeweiligen Verhältnissen anpassen. Ein autonomes Startluft-Management
über ein separates Magnetventil lässt sich auch realisieren. Insbesondere bei einem
Betrieb des Vormischbrenners mit einem flüssigen Brennstoff sowie mit passiver Rauchgasrückführung
(Vgl. Fig. 4-7) wird durch den reduzierten Luftmassenstrom zum Vormischbrenner sowie
die höheren Flammentemperaturen eine schnellere Aufheizung des Systems erreicht, wobei
diese Aufheizung zu besserer Tropfenverdampfung und Vormischung des besagten flüssigen
Brennstoffes führt. Dadurch wird nicht nur die Zündung, sondern auch während der gesamten
Startphase die Schadstoff-Emissionen drastisch reduziert.
[0011] Fig. 2 zeigt einen Vormischbrenner in perspektivischer Darstellung. Zum besseren
Verständnis des Gegenstandes ist es vorteilhaft, wenn gleichzeitig bei der Erfassung
von Fig. 2 mindestens auch Fig. 3 herangezogen wird. Diese zwei Figuren haben hauptsächlich
den Zweck, die Art und die Funktionsweise eines solchen Brenners abzustecken.
[0012] Der Vormischbrenner gemäss Fig. 2 besteht aus zwei hohlen kegelförmigen Teilkörpern
1, 2, die versetzt zueinander ineinandergeschachtelt sind und mit einem gasförmigen
und/oder flüssigen Brennstoff betrieben wird. Unter dem Begriff "kegelförmig" wird
hier nicht nur die gezeigte, durch einen festen Oeffnungswinkel charakterisierte Kegelform
verstanden, sondern er schliesst auch andere Konfigurationen der Teilkörper mit ein,
so eine Diffusor- oder diffusorähnliche Form sowie eine Konfusor- oder konfusorähnliche
Form. Diese Formen sind vorliegend nicht speziell dargestellt, da sie dem Fachmann
ohne weiteres geläufig sind. Die Versetzung der jeweiligen Mittelachse oder Längssymmetrieachse
der Teilkörper 1, 2 zueinander (Vgl. Fig. 3, Pos. 3, 4) schafft auf beiden Seiten,
in spiegelbildlicher Anordnung, jeweils einen tangentialen Lufteintrittskanal 5, 6
frei, durch welche die Verbrennungsluft 7 in Innenraum des Vormischbrenners, d.h.
in den Kegelhohlraum 8 strömt. Die beiden kegeligen Teilkörper 1, 2 weisen je einen
zylindrischen Anfangsteil 9, 10, die ebenfalls, analog den vorgenannten Teilkörpern
1, 2, versetzt zueinander verlaufen, so dass die tangentialen Lufteintrittskanäle
5, 6 über die ganze Länge des Vormischbrenners vorhanden sind. Im Bereich des zylindrischen
Anfangsteils ist eine Düse 11 zur vorzugsweise Zerstäubung eines flüssigen Brennstoffes
12 untergebracht, dergestalt dass deren Eindüsung in etwa mit dem engsten Querschnitt
des durch die Teilkörper 1, 2 gebildeten Kegelhohlraumes 8 zusammenfällt. Die Eindüsungskapazität
und die Betriebsart dieser Düse 11 richtet sich nach den vorgegebenen Parametern des
jeweiligen Vormischbrenners. Der durch die Düse 11 eingedüsten Brennstoff 12 kann
bei Bedarf mit einem rückgeführten Abgas angereichert werden; sodann ist es auch möglich,
durch die Düse 11 die komplementäre Einspritzung einer Wassermenge zu bewerkstelligen.
[0013] Selbstverständlich kann der Vormischbrenner rein kegelig, also ohne zylindrische
Anfangsteile 9, 10 ausgebildet sein. Die Teilkörper 1, 2 weisen des weiteren je eine
Brennstoffleitung 13, 14 auf, welche entlang der tangentialen Eintrittskanäle 5, 6
angeordnet und mit Eindüsungsöffnungen 15 versehen sind, durch welche vorzugsweise
ein gasförmiger Brennstoff 16 in die dort vorbeiströmende Verbrennungsluft 7 eingedüst
wird, wie dies durch Pfeile 16 versinnbildlicht wird, wobei diese Eindüsung zugleich
die Brennstoffinjektionsebene (Vgl. Fig. 3, Pos. 22) des Systems bildet. Diese Brennstoffleitungen
13, 14 sind vorzugsweise spätestens am Ende der tangentialen Einströmung, vor Eintritt
in den Kegelhohlraum 8, plaziert, dies um eine optimale Luft/Brennstoff-Mischung zu
gewährleisten.
[0014] Brennraumseitig weist der Vormischbrenner eine als Verankerung für die Teilkörper
1, 2 dienende Frontplatte 18 mit einer Anzahl Bohrungen 19 auf, durch welche bei Bedarf
eine Misch- bzw. Kühlluft 20 dem vorderen Teil des Brennraumes 17 bzw. dessen Wand
zugeführt wird.
[0015] Wird der Vormischbrenner, wie bereits beschrieben, allein mittels eines flüssigen
Brennstoffes 12 betrieben, so geschieht dies über die zentrale Düse 11, wobei dieser
Brennstoff 12 dann unter einem spitzen Winkel in den Kegelhohlraum 8 bzw. in den Brennraum
17 eingespritzt wird. Aus der Düse 11 bildet sich sonach ein kegeliges Brennstoffprofil
23, das von der tangential einströmenden rotierenden Verbrennungsluft 7 umschlossen
wird. In axialer Richtung wird die Konzentration des eingedüsten Brennstoffes 12 fortlaufend
durch die einströmenden Verbrennungsluft 7 zu einer optimalen Gemisch abgebaut.
[0016] Will man den Vormischbrenner mit einem gasförmigen Brennstoff 16 betreiben, so kann
dies grundsätzlich auch über die zentrale Brennstoffdüse 11 geschehen, vorzugsweise
soll aber eine solche Betriebsart über die Eindüsungsöffnungen 15 vorgenommen werden,
wobei die Bildung dieses Brennstoff/Luft-Gemisches direkt am Ende der Lufteintrittskanäle
5, 6 zustande kommt.
[0017] Bei der Eindüsung des flüssigen Brennstoffes 12 über die Düse 11 wird am Ende des
Vormischbrenners die optimale, homogene Brennstoffkonzentration über den Querschnitt
erreicht. Ist die Verbrennungsluft 7 zusätzlich vorgeheizt oder mit einem rückgeführten
Abgas angereichert, so unterstützt dies die Verdampfung des flüssigen Brennstoffes
12 nachhaltig innerhalb der durch die Länge des Vormischbrenners induzierte Vormischstrecke.
Was die Zumischung eines rückgeführten Rauchgas betrifft, so wird auf die Fig. 4-7
verweisen.
[0018] Die gleichen Ueberlegungen gelten auch, wenn über die Brennstoffleitungen 13, 14
statt gasförmige nun flüssige Brennstoffe zugeführt werden sollten.
[0019] Bei der Gestaltung der kegelförmigen Teilkörper 1, 2 hinsichtlich der Zunahme des
Strömungsquerschnittes sowie der Breite der tangentialen Lufteintrittskanäle 5, 6
sind an sich enge Grenzen einzuhalten, damit sich das gewünschte Strömungsfeld der
Verbrennungsluft 7 am Ausgang des Vormischbrenners einstellen kann. Die kritische
Drallzahl stellt sich am Ausgang des Vormischbrenners ein: Dort bildet sich auch eine
Rückströmzone 24 (Vortex Breakdown) mit einem gegenüber der dort wirkenden Flammenfront
25 stabilisierenden Effekt ein, in dem Sinne, dass die Rückströmzone 24 die Funktion
eines körperlosen Flammenhalters übernimmt.
[0020] Die optimale Brennstoffkonzentration über den Querschnitt wird erst im Bereich des
Wirbelaufplatzens, also im Bereich der Rückströmzone 24 erreicht. Erst an dieser Stelle
entsteht sodann eine stabile Flammenfront 25. Die flammenstabilisierende Wirkung ergibt
sich durch die sich im Kegelhohlraum 8 bildende Drallzahl in Strömungsrichtung entlang
der Kegelachse. Ein Rückschlagen der Flamme in das Innere des Vormischbrenners wird
damit unterbunden.
[0021] Allgemein ist zu sagen, dass eine Minimierung der Durchflussöffnung der tangentialen
Lufteintrittskanäle 6, 7 prädestiniert ist, die Rückströmzone 24 ab Ende der Vormischstrecke
zu bilden. Die Konstruktion des Vormischbrenners eignet sich des weiteren vorzüglich,
die Durchflussöffnung der tangentialen Lufteintrittskanäle 5, 6 nach Bedarf zu verändern,
womit ohne Veränderung der Baulänge des Vormischbrenners eine relativ grosse betriebliche
Bandbreite erfasst werden kann. Selbstverständlich sind die Teilkörper 1, 2 auch in
einer anderen Ebene zueinander verschiebbar, wodurch sogar eine Ueberlappung gegenüber
der Lufteintrittsebene in den Kegelhohlraum 8 (Vgl. Fig. 3, Pos. 21) derselben im
Bereich der tangentialen Lufteintrittskanäle 5, 6, wie dies aus Fig. 4 hervorgeht,
bewerkstelligt werden kann. Es ist sodann auch möglich, die Teilkörper 1, 2 durch
eine gegenläufige drehende Bewegung spiralartig ineinander zu verschachteln.
[0022] Durch eine in diesem Vormischbrenner erreichbare homogenere Gemischbildung zwischen
den eingedüsten Brennstoffen 11, 12 und der Verbrennungsluft 7 erzielt man tiefere
Flammentemperaturen und damit tiefere Schadstoff-Emissionen, insbesondere tiefere
NOx-Werte. Sodann reduzieren diese tieferen Temperaturen die thermische Belastung
für das Material an der Brennerfront und machen beispielsweise eine Sonderbehandlung
der Oberfläche nicht zwingend.
[0023] Was die Anzahl der Lufteintrittskanäle betrifft, so ist der Vormischbrenner nicht
auf die gezeigte Anzahl beschränkt. Eine grössere Anzahl ist beispielsweise dort angezeigt,
wo es darum geht, die Vorvermischung breiter anzulegen, oder die Drallzahl und somit
die davon abhängige Bildung der Rückströmzone 24 durch eine grössere Anzahl Lufteintrittskanäle
entsprechend zu beeinflussen.
[0024] Vormischbrenner der hier beschriebenen Art sind auch solche, welche zur Erzielung
einer Drallströmung von einem zylindrischen oder quasi-zylindrischen Rohr ausgehen,
die Einströmung der Verbrennungsluft ins Innere des Rohres über ebenfalls tangential
angelegte Lufteintrittskanäle bewerkstelligt wird, und im Innern des Rohres einen
kegelförmigen Körper mit in Strömungsrichtung abnehmenden Querschnitt angeordnet ist,
womit auch mit dieser Konfiguration eine kritische Drallzahl am Ausgang des Brenners
erzielbar ist.
[0025] Fig. 3 zeigt den gleichen Vormischbrenner gemäss Fig. 2, jedoch aus einer anderen
Perspektive und in vereinfachter Darstellung. Diese Figur 3 soll im wesentlichen dazu
dienen, die Konfiguration dieses Vormischbrenners einwandfrei zu erfassen. Insbesondere
ist in dieser Fig. 3 die Versetzung der beiden Teilkörper 1, 2 zueinander, bezogen
auf die Hauptmittelachse 26 (= Brennerachse) des Vormischbrenners, welche der Hauptachse
der zentralen Brennstoffdüse 11 entspricht, recht gut ersichtlich. Diese Versetzung
induziert an sich die Grösse der Durchflussöffnungen der tangentialen Lufteintrittskanäle
5, 6. Die Mittelachse 3, 4 verlaufen hier parallel zueinander.
[0026] Fig. 4 ist ein Schnitt etwa in der Mitte des Vormischbrenners. Die spiegelbildlich
tangential angeordneten Zuführungskanäle 27, 28 erfüllen die Funktion einer Mischstrecke,
in welchen die Verbrennungsluft 7, gebildet aus Frischluft 29 und rückgeführtem Rauchgas
30 perfektioniert wird. Die Verbrennungsluft 7 wird in einem Injektorsystem 200 aufbereitet.
Stromauf jedes Zuführungskanals 27, 28, der als tangentiale Einströmung in den Innenraum
8 des Vormischbrenners dient, wird die Frischluft 29 auf der ganzen Länge des Vormischbrenners
gleichmässig über Lochplatten 31, 32 verteilt. In Strömungsrichtung zur tangentialen
Eintrittskanäle 5, 6 sind diese Lochplatten 31, 32 perforiert. Die Perforierungen
erfüllen die Funktion einzelner Injektordüsen 31a, 32a, welche eine Saugwirkung gegenüber
dem umliegenden Rauchgas 30 ausüben, dergestalt, dass jede dieser Injektordüse 31a,
32a jeweils nur einen bestimmten Anteil an Rauchgas 30 ansaugt, worauf über die ganze
axiale Länge der Lochplatten 31, 32, die der Brennerlänge entspricht, eine gleichmässige
Rauchgas-Zumischung stattfindet. Diese Konfiguration bewirkt, dass bereits am Berührungsort
der beiden Medien, also der Frischluft 29 und des Rauchgases 30, eine innige Vermischung
stattfindet, so dass die bis zu den tangentialen Lufteintrittsschlitzen 5, 6 reichende
Strömungslänge der Zuführungskanäle 27, 28 für die Gemischbildung minimiert werden
kann. Danebst zeichnet sich die hiesige Injektor-Konfiguration 200 dadurch aus, dass
die Geometrie des Vormischbrenners, insbesondere was die Form und Grösse der tangentialen
Lufteintrittskanäle 5, 6 betrifft, formstabil bleibt, d.h. durch die gleichmässig
dosierte Verteilung der an sich heissen Rauchgase 30 entlang der ganzen axialen Länge
des Vormischbrenners entstehen keine wärmebedingten Verwerfungen. Die gleiche Injektor-Konfiguration,
wie die soeben hier beschriebene, kann auch im Bereich der kopfseitigen Brennstoffdüse
11 für eine axiale Zuführung einer Verbrennungsluft vorgesehen werden.
[0027] Fig. 5 ist eine schematische Darstellung des Vormischbrenners in Strömungsrichtung,
worin insbesondere der Verlauf der zum Injektorsystem gehörenden Lochplatten 31, 32
gegenüber den Einströmungsebenen 33 der Zuführungskanäle 27, 28 zum Ausdruck kommt.
Dieser Verlauf ist parallel, wobei die Einströmungsebenen 33 selbst über die ganze
Brennerlänge parallel zur Brennerachse 26 des Vormischbrenners verlaufen. In dieser
Figur ist auch ersichtlich, wie die Injektordüsen 31a, 32a ihren Einströmungswinkel
gegenüber der Brennerachse 26 des Vormischbrenners in Strömungsrichtung verändern.
Von einer anfänglichen spitzen Winkel im Bereich der Kopfstufe des Vormischbrenners
richten sie sich allmählich auf, bis sie im Bereich des Ausganges in etwa senkrecht
zur Brennerachse 26 stehen. Durch diese Vorkehrung wird die Mischungsgüte der Verbrennungsluft
gesteigert und die Rückströmzone positionsstabil gehalten. Der Einströmungswinkel
der genannten Injektordüsen gegenüber der Brennerachse kann indessen bei bestimmten
Betriebsarten senkrecht ausgestaltet werden.
[0028] Fig. 6 und 7 zeigen im wesentlichen die gleiche Konfiguration gemäss Fig. 4 und 5,
wobei die Lochplatten 34, 35 mit den dazugehörigen Injektordüsen 34a, 35a ebenfalls
parallel über die ganze Brennerlänge zu den Einströmungsebenen 36 der Zuführungskanäle
27, 28 verlaufen. Indessen, diese Einströmungsebenen 36 verlaufen konisch gegenüber
der Brennerachse 26 des Vormischbrenners. Der veränderliche Einströmungswinkel der
Injektordüsen 34a, 35a in Strömungsrichtung entspricht auch hier weitgehend der Konfiguration
gemäss Fig. 4 und 5, wobei sich hier die allmähliche Aufrichtung dieser Injektordüsen
34a, 35a zu einer senkrechten Einströmung im Bereich des Ausganges des Vormischbrenners
primär gegenüber der Einströmungsebene 36 des jeweiligen Zuführungskanals richtet.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1, 2
- Kegelförmige Teilkörper
- 3, 4
- Mittelachse zu 1 resp. 2
- 5, 6
- Tangentiale Lufteintrittskanäle
- 7
- Verbrennungsluft
- 8
- Kegelhohlraum, Innenraum des Brenners
- 9, 10
- Zylindrische Anfangsteile des Brenners
- 11
- Brennstoffdüse
- 12
- Brennstoff, Flüssiger Brennstoff
- 13, 14
- Brennstoffleitungen
- 15
- Eindüsungsöffnungen der Brennstoffleitung 13, 14
- 16
- Brennstoff, gasförmiger Brennstoff
- 17
- Vorderer Teil des Brennraumes durch die Blende 103 eingegrenzt
- 18
- Frontplatte
- 19
- Bohrungen in Frontplatte
- 20
- Luft, Mischluft, Kühlluft
- 21
- Lufteintrittsebene
- 22
- Brennstoffinjektionsebene
- 23
- Brennstoffprofil
- 24
- Innere Rückströmzone, Rückströmblase
- 24a
- Rückströmzone, Rückströmblase ohne Einbauten im Brennraum
- 25
- Flammenfront
- 26
- Hauptmittelachse, Brennerachse
- 27, 28
- Zuführungskanäle
- 29
- Frischluft
- 30
- Rückgeführtes Rauchgas, reagierte Gase, äussere Rückströmzone
- 31, 32
- Lochplatten
- 31a, 32a
- Injektordüsen
- 33
- Einströmungsebene der Züführungskanäle 27, 28
- 34, 35
- Lochplatten
- 34a, 35a
- Injektordüsen
- 36
- Einströmungsebene der Zuführungskanäle 27, 28
- 100
- Kesselanlage
- 101
- Flammrohr
- 102
- Brennraum
- 103
- Schottung
- 104
- Luftplenum
- 105
- Startluft
- 106
- Abblasevorrichtung, Magnetventil
- 107
- Oeffnung nach aussen
- 200
- Injektorsystem
1. Verfahren zum Betrieb einer Kesselanlage für eine Wärmeerzeugung, welche Kesselanlage
im wesentlichen aus einem gespeisten Luftplenum und einem mit dem Luftplenum in Wirkverbindung
stehenden Brennraum besteht, wobei kopfseitig des Brennraumes ein mit einem flüssigen
und/oder gasförmigen Brennstoff betreibbaren Brenner angeordnet ist, und wobei dieser
Brenner Mittel aufweist, welche mindestens im Zusammenhang mit der Einbringung einer
Verbrennungsluft aus dem Luftplenum eine Flammenstabilisierung im Brennraum bewirken,
dadurch gekennzeichnet, dass während der Startphase mindestens eine mit dem Luftplenum
(104) in Wirkverbindung stehende Abblasevorrichtung (106) aktiviert wird, über welche
der Vordruck in dem Luftplenum (104) bezüglich der Verbrennungsluft (7) und der Startluft
(105) zeitlich und betragsmässig abgesenkt wird.
2. Kesselanlage zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Kesselanlage (100) einen Brenner aufweist, der aus mindestens zwei hohlen,
kegelförmigen, in Strömungsrichtung ineinandergeschachtelten Teilkörpern (1, 2) besteht,
dass die Mittelachsen (3, 4) dieser Teilkörper (1, 2) zueinander versetzt verlaufen,
dergestalt, dass benachbarte Wandungen der Teilkörper (1, 2) tangentiale Lufteintrittskanäle
(5, 6) für eine Verbrennungsluft (7) bilden, und dass der Brenner mit mindestens einer
Brennstoffdüse (11, 15) betreibbar ist.
3. Kesselanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Brennstoffdüse (11)
kopfseitig und auf der Brennerachse (26) angeordnet ist.
4. Kesselanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der tangentialen
Lufteintrittskanäle (5, 6) in Längserstreckung des Brenners eine Anzahl zueinander
beabstandeter Brennstoffdüsen (15) angeordnet sind.
5. Kesselanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchflussquerschnitt
eines von den Teilkörpern (1, 2) gebildeten Kegelhohlraumes (8) in Strömungsrichtung
gleichförmig zunimmt.
6. Kesselanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchflussquerschnitt
eines von den Teilkörpern (1, 2) gebildeten Kegelhohlraumes (8) einen Diffusor, einen
diffusorähnlichen Verlauf, einen Konfusor, einen konfusorähnlichen Verlauf bildet.
7. Kesselanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilkörper (1, 2) spiralförmig
ineinander geschachtelt sind.
8. Kesselanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich in radialer oder quasi-radialer
Richtung gegenüber den Lufteintrittskanäle (5, 6) Zuführungskanäle (27, 27) erstrecken,
welche je mindestens ein Injektorsysten (200) für die Bereitstellung einer aus Frischluft
(29) und reagierten Gasen (30) bestehenden Verbrennungsluft (7) aufweisen.
9. Kesselanlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zum Injektorsystem gehörige
Lochplatten (31, 32; 34, 35) parallel zur jeweiligen Einströmungsebene (33, 36) der
Verbrennungsluft (7) in die Zuführungskanäle(27, 28) verlaufen, dass die Lochplatten
im Bereich der Einströmungsebenen mit Injektordüsen (31a, 32a; 34a, 35a) versehen
sind, und dass der Einströmungswinkel der Injektordüsen in Axialrichtung des Brenners
gegenüber der Brennerachse (26) rechtwinklig oder fortlaufend veränderbar ist.
10. Kesselanlage nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchflussebene der
Injektordüsen (31a, 32a; 34a, 35a) im Bereich der Kopfstufe des Brenners einen spitzen
Winkel aufweist, und dass dieser Winkel in axialer Richtung der Lochplatten (31, 32;
34, 35) allmählich zunimmt bis dieser im Bereich des Ausganges des Brenners weitgehend
senkrecht zur Einströmungsebenen (33, 36) der Zuführungskanäle (25, 26) und/oder zur
Brennerachse (26) steht.