(19)
(11) EP 0 866 280 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.09.1998  Patentblatt  1998/39

(21) Anmeldenummer: 98103869.8

(22) Anmeldetag:  05.03.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6F24D 3/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 18.03.1997 DE 19711179

(71) Anmelder: WILO GmbH
D-44263 Dortmund (DE)

(72) Erfinder:
  • Strelow, Günter
    44801 Bochum (DE)
  • Schmitz, Heribert
    35619 Braunfels (DE)

(74) Vertreter: COHAUSZ HANNIG DAWIDOWICZ & PARTNER 
Patent- und Rechtsanwaltskanzlei Schumannstrasse 97-99
40237 Düsseldorf
40237 Düsseldorf (DE)

   


(54) Anschlussadapter


(57) Anschlußadapter 1, der ein Gehäuse 2 mit darin befindlichen Leitungkanälen aufweist, für ein System bei dem eine oder mehrere Kreiselpumpen 7 mit Komponenten wie Ein- oder Mehrwegeventilen 4 und/oder Verteilerstücken über kompatible Systemanschüsse hydraulisch verschaltbar sind,
wobei die Öffnungen der kompatiblen Systemanschüsse in Ebenen liegen, die parallel zur Drehebene eines Laufrades einer Kreiselpumpe 7 sind,
und wobei die kompatiblen Systemanschüsse in einer Ebene parallel zur Drehebene des Laufrades liegen,
und mit Anschlußtutzen 10, 11 und 12, deren Öffnungen in Ebenen senkrecht zu den Systemanschüssen liegen, und die den Anschluß an herkömmliche Rohrleitungen insbesondere von Heizungsanlagen ermöglichen.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen ein Gehäuse mit darin befindlichen Leitungkanälen aufweisenden Anschlußadapter für ein System bei dem eine oder mehrere Kreiselpumpen mit Komponenten wie Einoder Mehrwegeventilen und/oder Verteilerstücken über kompatible Systemanschüsse hydraulisch verschaltbar sind, wobei die Öffnungen der kompatiblen Systemanschüsse in Ebenen liegen, die parallel zur Drehebene eines Laufrades einer Kreiselpumpe sind.

[0002] Es sind Anschlußadapter bekannt, mit denen Kreiselpumpen der oben beschriebenen Art beispielswese an Heizkesseln angebracht werden. Dabei ist es gleichfalls möglich, zwischen der Pumpe und dem Heizkessel einen weiteren Verteiler oder ein Ventil anzuordnen. Solche Systeme, bei denen einzelne Komponenten "in-line" hydraulisch gekoppelt zusammengefügt werden haben den Nachteil, daß sie nicht in herkömmlichen Heizkreislaufen an beliebiger Stelle integrierbar sind. Für einen solchen Anschluß sind zwar hydraulische Verteilerstationen bekannt, an denen eine Pumpe der genannten Art montierbar ist. Diese Verteilerstationen sind jedoch aus einer großen Zahl einzelner Komponenten zusammengefügt und damit aufwendig zu handhaben und teuer in der Herstellung.

[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Anschlußadapter für ein modulares System hydraulischer Komponenten zu schaffen, der bei einfachem Aufbau und einfacher Handhabung günstig in der Herstellung ist und eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten bietet.

[0004] Diese Aufgabe wird durch einen Anschlußadapter nach Anspruch 1 gelöst.

[0005] Vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Anschlußadapters sind in den Unteransprüchen aufgeführt.

[0006] Besonders vorteilhaft an dem erfindungsgemäßen Anschlußadapter ist, daß er es auf einfachste Weise ermöglicht, Kreiselpumpen mit stirnseitigen Anschlüssen, als Teil eines modularen Systems insbesondere horizontal angeordneter hydraulischer Komponenten, in einen herkömmlichen Heizungskreislauf mit vertikal oder horizontal verlaufenden Rohren zu integrieren. Dabei kann der Kreiselpumpe je nach Auslegung der Systemanschüsse des Anschlußadapters ein zusätzliches Ventil, z.B. ein Mehrwegeventil, oder ein Verteilerstück vorgeschaltet werden. Da der Anschlußadapter sämtliche Funktionen in einem einzigen Bauteil vereint, ist seine Handhabung besonders komfortabel und einfach. Der erfindungsgemäße Anschlußadapter bietet eine kostengünstige Lösung für den komfortablen Anschluß hydraulischer Komponenten an ein Heizungssystem.

[0007] In einer besonders günstigen Ausführungsform kann das Gehäuse des Anschlußadapters und die darin befindlichen Leitungkanälen einstückig aus Metall oder Kunststoff, z.B. aus Polyamid, insbesondere als Spritzguß Teil gefertigt sein. Dadurch ist der Anschlußadapter besonders preiswert in der Herstellung. Auch bei dieser Fertigungstechnik läßt sich die Führung der Leitungkanäle beliebig konzipieren , so daß durch den Anschlußadapter eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten geboten sind.

[0008] In einer besonderen Ausführungsform weist der Anschlußadapter drei Anschlußtutzen auf und ist damit für den Anschluß einer Pumpe mit vorgeschaltetem Dreiwege-Ventil, vorgeschalteter Doppelupumpe oder Dreiwege-Richteinrichtung geeignet. Dabei sind zwei Anschlußtutzen, die jeweils die zwei Ein- bzw. die zwei Auslässe bilden achsparallel so angeordnet sind, daß ihre Öffnungen in einer ersten Ebene liegen. Die Öffnung des verbleibenden dritten Anschlußtutzens, der entsprechend den Aus- bzw. Einlaß bildet, liegt in einer zweiten Ebene, die parallel zur ersten Ebene ist. Wenn in einer vorteilhaften Ausführungsform der dritte Anschlußtutzen in derselben Achse wie einer der beiden anderen Anschlußtutzen liegt, läßt sich der Anschlußadapter auf einfache Weise in eine Rohrleitung eines bestehenden Heizungssystemes einbauen.

[0009] In einer anderen Ausführungsform weist der Anschlußadapter vier Anschlußtutzen auf und ist damit für den Anschluß einer Pumpe mit vorgeschaltetem Vierwege-Ventil oder für den Anschluß einer Doppelpumpe oder Dreiwege-Richteinrichtung geeignet. In dieser Ausführungsform liegen jeweils zwei Anschlußtutzen achsparallel mit ihre Öffnungen in einer gemeinsamen Ebene liegen, wobei die beiden Ebenen parallel sind. Für eine einfache Integration in ein Rohrsystem ist es dabei besonders vorteilhaft, wenn jeweils einer der Anschlußtutzen in der ersten Ebene in achsialer Verlängerung des Anschlußtutzens der zweiten Ebene liegt.

[0010] Als Anschlußadapter für ein Drei- oder Vierwege-Ventil läßt sich der Anschlußadapters besonders vorteilhaft in einem Heizungssystem einsetzen, bei dem die Heizwasser- und die Warmwasseraufbereitung von einer gemeinsamen Pumpeneinheit versorgt werden.

[0011] Vorteilhafterweise sind die Anschlußtutzen mit Flanschen oder Gewinden der landläufig verwendeten Norm versehen. Damit wird der Anschluß an ein Rohrleitungssystem besonders einfach. Es ist jedoch auch möglich, die Anschlußtutzen aus Metall zu fertigen und mit den Rohrenden zu verlöten oder zu verschweißen.

[0012] Da bei bestehenden Heizungssystemen oft bestimmte Baumaße zum Einbau von Komponenten vorgegeben sind, ist es vorteilhaft, den Abstand der Ebenen in denen die Anschlußtutzen liegen auf diese Maße festzulegen. Ein Standardmaß für den Abstand ist dabei insbesondere 180 mm aber auch 130 mm. Bei Verwendung dieser Maße sind beim Einbau keine weiteren Übergangsstücke nötig.

[0013] In einer besonderen Ausführungsform sind die Anschlußstutzen des Anschlußadapters durch im Gehäuse angeordnete Absperrventile verschließbar. Damit kann das hydraulische System der Pumpe vollständig von dem Heizkreislauf getrennt werden, so daß ein komfortabler Austausch der Komponenten und eine günstige Wartungsmögichkeit gegeben ist. Um dennoch den Strom durch den Anschlußadapter zu gewährleisten ist es vorteilhaft, die Leitungkanäle durch eine mittels Ventil verschließbare Bypaßleitung zu verbinden. Die Ventile können dabei manuell oder elektrisch schaltbar sein.

[0014] In einer anderen Ausführungsform sind in den Anschlußadapter Überströmventile integriert. Damit ist eine Sicherheitsfunktion realisiert, die ein Ausströmen von Pumpmedium bei gefährlichen Überdruck gewährleistet. Es ist ebenso möglich, die schaltbaren Ventile durch Überströmventile in Form von Rückschlagventilen zu ersetzten. Zum Ausgleich unerwünschter Druckspitzen im System kann zudem ein Druckaufnehmer wie beispielsweise eine flexible Membran in den Anschlußadapter integriert werden.

[0015] Da der Anschlußadapter einen leichten Zugang zum hydraulischen System bietet ist es vorteilhaft, in mindestens einem seiner Leitungkanäle eine Einrichtung zum Filtern des Pumpmediuns vorzusehen. Dieser Filter hält Pumpmedium sauber und schont somit alle Komponenten der Anlage. Wegen der einfachen Zugänglichkeit läßt er sich bequem reinigen. Aus demselben Grund ist es vorteilhaft, in den Anschlußadapter Sensoren zur Messung von Systemparametern wie Wärmemenge, Volumenstrom, Systemdruck und/oder Temperatur einzubauen. Die gemessenen Werte lassen sich über elektrische Leitungen an externe Anzeigegeräte übertragen oder auf Displays, die am Gehäuse oder der Pumpe angebracht sind, anzeigen. In dieser besonderen Ausführungsform kommt dem Anschlußadapter eine zentrale Rolle in einem jeden Heizugssystem zu.

[0016] Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Anschlußadapters sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben.

[0017] Es zeigen:
Fig. 1
einen Anschlußadapter in Verbindung mit einer Pumpe und einem Ventil,
Fig. 2
einen Anschlußadapter.


[0018] In Figur 1 ist ein Anschlußadapter 1 mit einem Gehäuse 2 aus Kunststoff gezeigt. Die im Gehäuse befindlichen Leitungkanäle sind nicht dargestellt. Nach Figur 1 ist der Anschlußadapter 1 mit seiner Stirnseite 3 (Figur 2), die kompatible Systemanschüsse aufweist, an einem Dreiwege-Ventil 4 angebracht. Das Dreiwege-Ventil 4 weist in dieser Ausführungsform einen Verteilerkasten 5 und eine Schalteinheit 6 auf. Das Dreiwege-Ventil 4 ist seinerseits mit einer herkömmlichen Zentrifugalpumpe 7 mit hydraulischer Einheit 8 und Elektromotor 9 hydraulisch verschaltet. Die Systemanschüsse deren Öffnungen in Ebenen liegen, die parallel zur Drehebene des in der hydraulischen Einheit 8 angeordneten Laufrades liegen, sind jeweils kompatibel.

[0019] Das in Figur 1 gezeigte System kann in ein Heizungsystem mit vertikal verlaufenden (nicht dargestellten) Rohrleitungen eingebaut werden. Dazu weist der Anschlußadapter 1 Anschlußtutzen 10, 11 und 12 auf, deren Öffnungen in Ebenen senkrecht zu den Systemanschüssen liegen. In diesem Ausführungsbeispiel bilden die achsparallelen Anschlußtutzen 10 und 11 Einlässe (Pfeile A und B) und der Anschlußtutzen 12 einen Auslaß (Pfeile C). Die Öffnungen der Anschlußtutzen 10 und 11 liegen in einer ersten Ebene, die einen Abstand D zur Ebene des achsparallelen Anschlußtutzens 12 hat. Der Abstand D beträgt in diesem besonderen Fall 180 mm.

[0020] In Figur 2 ist eine Ausführungsform eines Anschlußadapters 1 nach Figur 1 gezeigt, bei dem der Anschlußtutzen 10 auf der Achse des Anschlußtutzens 12 liegt, während der Anschlußtutzen 11 um die Strecke E seitlich beabstandet ist.


Ansprüche

1. Anschlußadapter (1), der ein Gehäuse (2) mit darin befindlichen Leitungkanälen aufweist, für ein System bei dem eine oder mehrere Kreiselpumpen (7) mit Komponenten wie Ein- oder Mehrwegeventilen (4) und/oder Verteilerstücken über kompatible Systemanschüsse hydraulisch verschaltbar sind,

- wobei die Öffnungen der kompatiblen Systemanschüsse in Ebenen liegen, die parallel zur Drehebene eines Laufrades einer Kreiselpumpe (7) sind,

- und wobei die kompatiblen Systemanschüsse in einer Ebene parallel zur Drehebene des Laufrades liegen,

- und mit Anschlußtutzen (10,11,12), deren Öffnungen in Ebenen senkrecht zu den Systemanschüssen liegen, und die den Anschluß an herkömmliche Rohrleitungen insbesondere von Heizungsanlagen ermöglichen.


 
2. Anschlußadapter nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch drei Anschlußtutzen (10,11,12) wobei zwei Anschlußtutzen (10,11) achsparallel so angeordnet sind, daß ihre Öffnungen in einer ersten Ebene liegen und wobei ein dritter Anschlußtutzen (12) achsparallel so angeordnet ist, daß seine Öffnung in einer zweiten Ebene liegt, die zur ersten Ebene parallel ist.
 
3. Anschlußadapter nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß einer der Anschlußtutzen (10) in der ersten Ebene auf der Achse des dritten Anschlußtutzen (12) liegt.
 
4. Anschlußadapter nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch vier Anschlußtutzen wobei zwei Anschlußtutzen achsparallel so angeordnet sind, daß ihre Öffnungen in einer ersten Ebene liegen und wobei zwei Anschlußtutzen achsparallel so angeordnet sind, daß ihre Öffnungen in einer zweiten Ebene liegen, die zur ersten Ebene parallel ist.
 
5. Anschlußadapter nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß jeweils einer der Anschlußtutzen in der ersten Ebene in achsialer Ausrichtung zu einem der Anschlußtutzen in der zweiten Ebene liegen.
 
6. Anschlußadapter nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die parallelen Ebenen der Anschlußstutzen einen Abstand (D) von 180 mm aufweisen.
 
7. Anschlußadapter nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (2) und die darin befindlichen Leitungkanälen einstückig aus aus Metall oder Kunststoff, insbesondere Polyamid, gefertigt sind.
 
8. Anschlußadapter nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens einer der Anschlußstutzen (10,11,12) durch ein im Gehäuse angeordnetes Absperrventil verschließbar ist.
 
9. Anschlußadapter nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Leitungkanäle über eine durch ein Ventil verschließbare Bypaßleitung verbunden sind.
 
10. Anschlußadapter nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß in einem Leitungkanal ein Überströmventil angeordnet ist.
 
11. Anschlußadapter nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß in einem Leitungkanal eine Einrichtung insbesondere eine Membran zum Ausgleichen von Druckspitzen integriert ist.
 
12. Anschlußadapter nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß in einem Leitungkanal eine Einrichtung zum Filtern des Pumpmediums integriert ist.
 
13. Anschlußadapter nach einem der vcrherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß im Gehäuse Sensoren zur Messung der Systemparameter Wärmemenge, Volumenstrom, Systemdruck und/oder Temperatur angebracht sind..
 
14. Anschlußadapter nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, daß die Systemparameter auf Displays anzeigbar sind, die am Gehäuse angebracht sind.
 
15. Verwendung des Anschlußadapters nach einem der vorherigen Ansprüche in einer Hydraulikbaugruppe für eine kombinierte Heizwasser- und Sanitärwasseranlage.
 




Zeichnung