[0001] Die Erfindung betrifft eine Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1
[0002] Häufig treten Kondenswasserbildungen in Wohnbauten auf. Die Folgen davcn sind Feuchtigkeitsschäden,
wie Schimmelpilzbefall an den Innenseiten von Aussenwänden und Fensterteilen, Fleckenbildungen
und Tapetenablösungen und schlieselich auch vermehrtes Auftreten von Staubläusen und
Milben. Manche dieser Erscheinungen sind hygienisch bedenklich.
[0003] Eine Hauptursache der Kondenswasserbildung ist die heute dichtere Gebäudehülle. Früher
erfolgte der Luftaustausch in der Regel laufend durch zahlreiche undichte Stellen
der Gebäudehülle (Fensterflächen, Rolladenkästen, Konstruktionsfugen u.a.) Die Feuchtigkeit
der Raumluft war dadurch teilweise so gering, dass Luftbefeuchter zur Sicherung der
Behaglichkeit aufgestellt werden mussten.
Besonders gefährdet sind Wände, Decken, Nischen und Oberflächen von Ausssenwänden
hinter eng anstehenden Möbeln, weil eine geringe Luftzirkulation die Abkühlung und
die Kondensatbildung fördert. Das Auftreten von Kondenswasser hat also meistens etwas
mit kalten Wänden oder anderen kalten Bauteilen in geheizten Räumen zu tun. Wenn vor
die Aussenwand ein Möbel gestellt wird, muss die Wärme zuerst durch das Möbel hindurch,
bis sie die Wandoberfläche erwärmen kann. Das Möbel leistet der Wärme dabei einen
Widerstand, der bewirkt, dass mit Möbel weniger Wärme an die Wandoberfläche gelangt
als ohne Möbel.
[0004] Die erfolgte Feuchtigkeitsanreicherung in der Raumluft kann durch gezieltes Lüften
weitgehend abgebaut werden. Kurzes Lüften mit Durchzug ermöglicht in kurzer Zeit eine
grosse Menge der feuchten Raumluft abzuführen.
An schlechtbelüfteten Stellen bei Wärmebrücken der Bauhülle, hinter Möbeln an der
Aussenwand, sowie in Nischen ist die Luftzirkulation trotz guter Raumlüftung ungenügend.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, die Raumluft auch an schlechtbelüftete Stellen hinzuführen,
z.B. hinter Möbel an der Innenseite der Aussenwände (Fig.7) 12 und 13 oder in Nischen
und Ecken (Fig.8), wo die erforderliche Luftzirkulation nicht gewährleistet ist, um
damit zu verhindern, dass sich Kondenswasser an die Wandoberfläche niederschlägt,
das zu Feuchtigkeitsschäden führt.
Mittels Temperatursensoren (Fig.1) 9 und 10 wird die Temperatur der Aussenwand (auf
der Innenseite) sowie der Raumluft gemessen.
Bei einer grösseren Differenz, z.B. zwischen 3° und 4° C wird das Gebläse 1 über die
zugeordnete Elektronik 5 automatisch eingeschaltet und die luftzirkulationsverhinderten
Stellen zwangsbelüftet.
[0006] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen beschrieben,
dabei zeigen:
- Figur 1
- die Ansicht einer kompletten Belüftungsvorrichtung
- Figur 2
- die Seitenansicht einer kompletten Belüftungsvorrichtung
- Figur 3
- einen Ausschnitt des Luftverteilerrohres
- Figur 4
- eine Belüftungsvorrichtung in vertikaler Anordnung
- Figur 5
- eine Belüftungsvorrichtung in hcrizontaler Anordnung
- Figur 6
- Elektronik-Schema mit Legende
- Figur 7
- eine Darstellung von Anordnungen von Belüftungsvorrichtungen hinter Möbelstücken
- Figur 8
- eine montierte Belüftungsvorrichtung raumseitig Aussenwand, Belüftungsströme gegen
Raumecke gerichtet
- Pos. 1
- Gebläse
- 2
- Gehäuse (bei Fig. 1) Massstab 1:1
- 3
- Verteilerrohr
- 4
- Rohrabschlusszapfen
- 5
- Print-Elektronik
- 6
- elektrische Zuleitung (12VDC)
- 7
- optische Anzeige
- 8
- Potentiometer
- 9
- Wärmesensor Raum
- 10
- Wärmesensor Wandoberfläche
- 11
- Luftaustrittsöffnungen
- 12
- Möbelstück
- Pos. 13
- Möbelstück
- 14
- Belüftungsvorrichtung hinter Schrank mit horizontaler Belüftung
- 15
- Belüftungsvorrichtung hinter Polstermöbel mit vertikaler Belüftung
- 15
- Befestigungsbriden
- 17
- Befestigungsschrauben
1. Belüftungsvorrichtung bestehend aus einem Gebläse (1), einem Verteilerrohr (3) mit
Luftaustrittsöffnungen (11) und mit zugeordneten Temperatursensoren (9) zum Messen
der Raumtemperatur und (10) zum Messen der Wandoberflächentemperatur, dadurch gekennzeichnet,
dass bei einer kleinen Temperaturdifferenz automatisch das Gebläse (1) durch die Steuerelektronik
(5) eingeschaltet wird, dass der Einschaltpunkt der Temperaturdifferenz mittels Potentiometer
(8) eingestellt wird, dass dadurch diese damit erfolgte Zwangsbelüftung die Bildung
von Kondensat verhindert, der kritische Taupunkt wird durch die Leuchtdiode (7) angezeigt.
2. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatursensoren
(9 und 10) vorzugsweise aus NTC-Widerständen bestehen.
3. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gebläse (1)
aus einem geräuscharmen kleinen Radialventilator besteht.
4. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Belüftungsvorrichtung
aus einer kompletten Einheit besteht.
5. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des
Belüftungsrohres (3) den entsprechenden Bedürfnissen angepasst ist.
6. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftaustrittsöffnungen
(11) kreisförmig oder rechteckig ausgebildet sind.
7. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die optische Anzeige
intern oder extern angeordnet ist.
8. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die komplette
Belüftungsvorrichtung mittels Befestigungsbriden (16) und Befestigungsschrauben (17)
befestigt wird.
9. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Gebläse (1) und
Elektronik (5) in einem Gehäuse (2) untergebracht sind.
10. Belüftungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verteilerrohr
(3) drehbar ist und die Luftströmung nach Bedarf ausrichtbar ist.