[0001] Die Erfindung betrifft eine Kompressionswärmepumpe oder Kompressionskältemaschine
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Weiters betrifft die Erfindung ein Verfahren
zur Regelung einer solchen Kompressionswärmepumpe oder Kompressionskältemaschine.
[0002] Bei bekannten Kompressionswärmepumpen oder Kompressionskältemaschinen, welche ein
regelbares Expansionsventil aufweisen, wird dieses in Abhängigkeit von der Verdampfungs-Überhitzungstemperatur
geregelt, welche von einem Temperaturfühler im Bereich zwischen Verdampfer und Verdichter
erfaßt wird.
[0003] Einrichtungen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sind aus der DE-OS 43 03 533
und der WO 96/24016 bekannt. Bei diesen wird zwar die Regelung primär ebenfalls anhand
der Verdampfer-Überhitzungstemperatur durchgeführt, als sekundärer Regelparameter
wird aber zusätzlich die Heißgastemperatur, d.h. die Temperatur des Kältemittels im
Bereich zwischen Verdichter und Kondensator gemessen, wobei bei einer unzulässig hohen
Heißgastemperatur das Expansionsventil weiter geöffnet wird und die Heißgastemperatur
dadurch abgesenkt wird.
[0004] Nachteilig an der bekannten Regelung des Expansionsventils anhand der Verdampfer-Überhitzungstemperatur
ist es, daß die für die Regelung herangezogenen Temperaturunterschiede nur sehr gering
sind, sodaß die Regelung normalerweise nur sehr grob erfolgt, da eine genauere Regelung
zu einer zu starken Verteuerung der Einrichtung führen würde.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Kompressionswärmepumpe oder Kompressionskältemaschine
der eingangs genannten Art bereitzustellen, welche ohne Verteuerung der Apparatur
eine wesentlich genauere Regelung des Expansionsventils ermöglicht. Erfindungsgemäß
gelingt dies durch eine Kompressionswärmepumpe oder Kompressionskältemaschine mit
den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Einrichtung ist also zur Regelung des Expansionsventils
neben dem ersten im Bereich zwischen Verdichter und Kondensator angeordneten Temperaturfühler
ein zweiter Fühler vorgesehen, der einen Wert erfaßt, der ein direktes Maß für die
Kondensationstemperatur darstellt. Unter einem direkten Maß für die Kondensationstemperatur
wird dabei verstanden, daß bei gegebener apperativer Anordnung aus dem vom zweiten
Fühler erfaßten Wert ohne Hinzuziehung von weiteren den momentanen Zustand des Systems
wiedergebenden Meßgrößen zumindest annähernd die Kondensationstemperatur ermittelbar
ist.
[0007] In einem ersten bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist der zweite Fühler
als Druckaufnehmer ausgebildet und im Hochdruckbereich des Kältemittelkreislaufs also
im Bereich zwischen Verdichter und Expansionsventil angeordnet. Aus dem vom Fühler
aufgenommenen Druck wird direkt die Kondensationstemperatur erhalten.
[0008] Denkbar und möglich wäre es auch, den zweiten Fühler als Temperaturfühler auszubilden
und direkt am Kondensator anzuordnen, und zwar in einem Bereich desselben, in dem
möglichst unter allen Betriebsbedingungen eine etwa der Kondensationstemperatur entsprechende
Temperatur vorliegt.
[0009] In einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung, wenn es sich bei
der erfindungsgemäßen Einrichtung um eine Wärmepumpe handelt, bei der der Kondensator
als Wärmetauscher ausgebildet ist, ist der zweite Fühler ein in der Verlaufleitung
des Heizkreises angeordneter Temperaturfühler. Die von diesem Fühler aufgenommene
Temperatur weicht nur um wenige Grad Kelvin von der Kondensationstemperatur ab und
kann über einen Korrekturfaktor in die Kondensationstemperatur umgerechnet werden.
[0010] Da bei einer Regelung des Expansionsventils anhand der Heißgastemperatur und der
Kondensationstemperatur die Regelgröße wesentlich stärker variiert als bei einer Regelung
anhand der Verdampfer-Überhitzungstemperatur kann die Regelung des Expansionsventils
bei der erfindungsgemäßen Einrichtung ohne großen apparativen Mehraufwand wesentlich
genauer durchgeführt werden. Vorteilhafterweise wird als Regelgröße die Differenz
zwischen den beiden über die beiden Fühler ermittelten Temperaturwerten verwendet.
[0011] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden im folgenden anhand der beiliegenden
Zeichnung erläutert.
[0012] In dieser zeigt
- die Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispieles einer erfindungsgemäßen
Kompressionswärmepumpe und
- die Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispieles einer erfindungsgemäßen
Kompressionswärmepumpe.
[0013] Der Kältemittelkreislauf der in der Fig. 1 schematisch dargestellten Kompressionswärmepumpe
umfaßt einen Verdampfer 1, einen Verdichter 2, einen Kondensator 3 und ein Expansionsventil
4. Im Verdampfer wird das Kältemittel verdampft, wobei eine Wärmemenge 5 von der Umgebung
aufgenommen wird. Das vom Verdichter 2 komprimierte Heißgas kondensiert in dem als
Wärmetauscher ausgebildeten Kondensator, wobei eine Wärmemenge 6 an den Heizkreislauf
7 abgegeben wird.
[0014] Ein optimaler Wirkungsgrad der Kompressionswärmepumpe wird erreicht, wenn das Kältemittel
im Verdampfer 1 möglichst wenig überhitzt wird. Eine geringe Menge von nichtverdampftem
Kältemittel ist dabei unerheblich, da der Verdichter als sauggasgekühlter Kompressor
ausgebildet ist, d.h. Motorwärme wird an das angesaugte Gas abgegeben, wobei Reste
von Kühlmittel verdampft werden. Das Kältemittel wird aber zuwenig erwärmt, wenn flüssiges
Kältemittel in das Öl des Kompressors gelangt und das Öl im Kompressor aufzuschäumen
beginnt. In diesem Fall muß die Zufuhr von Kältemittel in den Verdampfer 1 durch Drosselung
des Expansionsventils 4 verringert werden.
[0015] Zur exakten Regelung des Expansionsventils 4 ist eine Regeleinrichtung 8 vorgesehen,
die mit einem Temperaturfühler 9 und einem zweiten Fühler 10 verbunden ist. Der erste
Fühler 9 dient zur Erfassung der Heißgastemperatur des Kältemittels im Bereich zwischen
Verdichter 2 und Kondensator 3. Der zweite Fühler 10 ist im Hochdruckbereich, der
vom Verdichter 2 bis zum Expansionsventil 4 reicht, angeordnet und ist als Druckaufnehmer
ausgebildet. Der vom zweiten Fühler 10 erfaßte Wert des Druckes entspricht dem Kondensationsdruck
des Kältemittels im Kondensator 3 und kann direkt in die Kondensationstemperatur im
Kondensator umgewandelt werden. Der Istwert der Regelgröße wird in der Regeleinrichtung
8 aus der Differenz zwischen den von den beiden Fühlern ermittelten Temperaturen bestimmt.
Liegt dieser Istwert beispielsweise über einem vorgegebenen Sollwert, so wird das
Expansionsventil 4 von der Regeleinrichtung 8 weiter geöffnet. Dadurch strömt mehr
Kältemittel durch den Verdampfer, was eine geringere Verdampfungs-Überhitzungstemperatur
des gasförmigen Kältemittels in der Sauggasleitung 11 und damit auch eine geringere
Heißgastemperatur des Kältemittels im Bereich zwischen Verdichter 2 und Kondensator
3 zur Folge hat, wobei die Änderung der Verdampfungs-Überhitzungstemperatur wesentlich
geringer ist als die Änderung der Heißgastemperatur.
[0016] Der Sollwert der Differenz zwischen der vom ersten Fühler 9 ermittelten Heißgastemperatur
und der über den zweiten Fühler 10 ermittelten Kondensationstemperatur wird dabei
in Abhängigkeit von der über den zweiten Fühler 10 ermittelten Kondensationstemperatur
eingestellt, vorzugsweise proportional zu dieser. Beispielsweise beträgt der Sollwert
der Temperaturdifferenz bei einer Kondensationstemperatur von 25°C 17 K, während er
bei einer Kondensationstemperatur von 50°C 25 K beträgt. Der Grund für die Einführung
einer solchen Abhängigkeit sind die unterschiedlichen Wärmemengen, die bei unterschiedlichen
Kondensationstemperaturen im Kondensator 3 abgeführt werden müssen und die daraus
folgenden unterschiedlichen Anforderungen an den Kondensator. Im Kondensator wird
ja das Heißgas zunächst in einer ersten Enthitzungszone enthitzt (z.B. von 70 auf
50°C), anschließend in einer Kondensationszone kondensiert (z.B. bei 50°C) und schließlich
in einer Unterkühlungszone unterkühlt (z.B. von 50 auf 46°C). Bei niedrigen Temperaturen
liegt eine hohe Leistung am Kondensator 3 an und durch einen geringeren Sollwert der
Temperaturdifferenz wird die Kondensationszone vergrößert (auf Kosten der Enthitzungszone),
während sie bei höheren Temperaturen, bei denen eine niedrigere Leistung anliegt,
mittels eines größeren Sollwertes der Temperaturdifferenz verkleinert wird (und die
Enthitzungszone vergrößert).
[0017] Der einzige Unterschied des Ausführungsbeispieles nach Fig. 2 besteht darin, daß
der zweite Fühler 10 als Temperaturfühler ausgebildet ist und in der Vorlaufleitung
13 des Heizkreises 7 im Bereich des Wärmetauscherausgangs angeordnet ist. Die vom
zweiten Fühler 10 aufgenommene Temperatur unterscheidet sich von der Kondensationstemperatur
nur um wenige Grad Kelvin und kann in diese mittels eines konstanten Korrekturfaktors
(der im wesentlichen vom verwendeten Kältemittel und von der Dimensionierung des Wärmetauschers
abhängt) umgerechnet werden.
1. Kompressionswärmepumpe oder Kompressionskältemaschine mit einem Kältemittelkreislauf,
der einen Verdampfer (1), einen Verdichter (2), einen Kondensator (3) und ein regelbares
Expansionsventil (4) umfaßt, welches von einer Regeleinrichtung (8) angesteuert wird,
die mit einem im Bereich (12) zwischen Verdichter (2) und Kondensator (3) angeordneten
Temperaturfühler (9) und einem zweiten Fühler (10) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet,
daß der zweite Fühler (10) einen Wert erfaßt, der ein direktes Maß für die Kondensationstemperatur
im Kondensator (3) darstellt.
2. Kompressionswärmepumpe oder Kompressionskältemaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der zweite Fühler (10) ein Druckaufnehmer ist und im Hochdruckbereich des Kältemittelkreislaufes
zwischen Verdichter (2) und Expansionsventil (4) angeordnet ist.
3. Kompressionswärmepumpe oder Kompressionskältemaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kondensator (3) der Kompressionswärmepumpe als Wärmetauscher zur Übertragung
der vom Kältemittel abgegebenen Wärme (6) auf ein Heizmittel eines Heizkreises (7)
ausgebildet ist und der zweite Fühler (10) als Temperaturfühler ausgebildet ist, der
in der Vorlaufleitung (13) des Heizkörpers, vorzugsweise im Bereich des Wärmetauscherausganges
angeordnet ist.
4. Kompressionswärmepumpe oder Kompressionskältemaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der zweite Fühler (10) ein Temperaturfühler ist und am Kondensator (3) angeordnet
ist.
5. Verfahren zur Regelung einer Kompressionswärmepumpe oder Kompressionskältemaschine
nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelgroße aus der
Differenz zwischen der vom ersten Fühler (9) erfaßten Temperatur und einer Temperatur,
die dem vom zweiten Fühler erfaßten Wert entspricht und ein direktes Maß für die Kondensationstemperatur
im Kondensator darstellt, gebildet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Sollwert der Regelgröße
von dem vom zweiten Fühler (10) erfaßten Wert abhängig ist, vorzugsweise mit steigendem
vom zweiten Fühler erfaßten Wert zunimmt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Sollwert der Regelgröße
etwa proportional zu dem vom zweiten Fühler (10) ermittelten Wert ist.