[0001] Die Erfindung betrifft einen RDS-Empfänger für die Auswertung von Verkehrshinweisen,
mit den Merkmalen des Oberbegriffs nach Anspruch 1.
[0002] In den RDS-Spezifikationen ist der Traffic Message Channel (TMC) vorgesehen, der
zur Übermittlung von Verkehrshinweisen verwendet wird. Da insgesamt eine Vielzahl
von TMC-Meldungen für ein großes Gebiet von den RDS-Sendern ausgestrahlt wird ergibt
sich die Notwendigkeit, den jeweiligen, ungefähren Standort des RDS-Emfängers zu bestimmen
und dem RDS-Empfänger für die Auswertung der TMC-Meldungen zur Verfügung zu stellen.
Damit ist es möglich, die für den jeweiligen Standort relevanten Verkehrshinweise
zur Verfügung zu stellen.
[0003] Beim bekannten Stand der Technik ist es deshalb vorgesehen, die Angaben über den
jeweiligen, ungefähren Standort manuell am RDS-Empfänger einzugeben. Diese Vorgehensweise
ist unkonfortabel und insbesondere dann nachteilig, wenn der RDS-Empfänger über größere
Strecken, wenn er beispielsweise in einem Kraftfahrzeug eingebaut ist, bewegt wird.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, einen RDS-Empfänger für die Auswertung
von Verkehrshinweisen anzugeben, bei dem eine manuelle Eingabe des Standorts nicht
erforderlich ist.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Der Vorteil der Erfindung liegt insbesondere darin, daß der Standort automatisch
ermittelt wird, wodurch manuelle Eingaben überflüssig werden.
[0007] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen und der
nachfolgenden Beschreibung anhand einer Figur.
[0008] Die einzige Figur zeigt ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen RDS-Empfängers
für die Auswertung von Verkehrshinweisen.
[0009] Die Figur zeigt einen RDS-Empfänger 2, der von einem Tuner und einem RDS-Decoder
gebildet wird, der an eine Antenne 1 angeschlossen ist. An den RDS-Empfänger 1 ist
ein Steuereinrichtung 3, die beispielsweise von einem Mikrocomputer gebildet werden
kann, mit einem Speicher 4 angeschlossen. In der Figur ist außerdem eine Einrichtung
zur Positionsbestimmung 5 dargestellt, die wahlweise an die Steuereinrichtung 3 angeschlossen
sein kann.
[0010] Über die Antenne 1 werden vom RDS-Empfänger 2 Rundfunksignale empfangen, die RDS-Informationen
enthalten. Die RDS-Informationen werden vom im RDS-Empfänger 2 enthaltenen RDS-Decoder
decodiert. Der RDS-Decoder decodiert dabei auch die TMC-Meldungen. Die TMC-Meldungen
enthalten neben der Art des Verkehrshinweises, z. B. 10 km Stau, auch Informationen
über den Ort für den die Verkehrshinweise bestimmt sind. Die decodierten TMC-Meldungen
werden vom RDS-Empfänger 2 an die angeschlossene Steureinheit 3 weitergeleitet. Von
der Steuereinheit 3 wird anhand der Ortsinformationen der TMC-Meldung überprüft, ob
die vorliegende TMC-Meldung für den gegenwärtigen Standort des RDS-Empfängers 2 von
Bedeutung ist. Dazu wird die Ortsinformation der TMC-Meldung mit einer im Speicher
4 abgelegten Information über den gegenwärtigen Standort des RDS-Empfängers 2 von
der Steuereinheit 3 verglichen. Ist die Meldung von Bedeutung, wird sie über eine
optische und/oder akustische Ausgabeeinheit des RDS-Empfängers 2 ausgegeben, bzw.
in einem Speicher, beispielsweise dem Speicher 4, abgespeichert. Ein Nutzer kann auf
die derart gespeicherten Verkehrsmeldungen jederzeit zugreifen und sich einen schnellen
Überblick über die Verkehrssituation in seinem Aufenthaltsbereich verschaffen.
[0011] Eine Einrichtung zur Bestimmung der jeweils aktuellen Position, wertet die empfangbaren
Rundfunksignale aus. Dabei werden die vom RDS-Decoder stammenden RDS-Informationen
wie die Senderkennung von der Steuereinheit 3 ausgewertet, die einen Rückschluß die
aktuell empfangbaren Sender erlauben. Durch die Auswertung aller am jeweiligen Standort
zu empfangenden Sender mit RDS-Informationen läßt sich der jeweilige Standort relativ
genau ermitteln. Dazu wird vom Tuner des RDS-Empfängers 2 der gesamte Empfangsfrequenzbereich
durchgestimmt. Die empfangenen Sender mit RDS-Informationen werden mit im an die Steuereinheit
3 angeschlossenen Speicher 4 abgelegten Tabelle, aus welcher hervorgeht, welche Sender
mit RDS-Informationen in welchen Gebieten zu empfangen sind, verglichen. Der auf diese
Weise ermittelte Standort wird, wie oben beschrieben, im Speicher 4 abgelegt. Um alle
empfangbaren Sender mit RDS-Informationen auswerten zu können, muß der RDS-Empfänger
2 entweder über zwei Tuner und evtl. zwei RDS-Decoder oder über einen Tuner verfügen,
der kurzzeitig und unhörbar während des Empfangs eines Senders auf andere Sender abstimmen
kann, um die benötigten RDS-Informationen auszuwerten. Ansonsten kommt es während
der Auswertung zu Störungen bei der Audiowiedergabe des Programms des für den Empfang
ausgewählten Senders.
[0012] Zur genaueren Standortbestimmung kann darüber hinaus noch die Feldstärke des oder
der empfangenen Rundfunksignale von der Steuereinheit 3 ermittelt werden. Dazu wird
der Pegel der Empfangssignale von einem D/A-Wandler digitalisiert, um in der Steuereinheit
3 verarbeitet werden zu können. Im an die Steuereinheit 3 angeschlossenen Speicher
4 sind für die Standortbestimmung Tabellen mit Feldstärkenangaben für die Sendegebiete
der jeweiligen Sender abgelegt. Aufgrund des mittels der Senderkennung bestimmten
Senders kann dann mittels der Auswertung der Empfangsfeldstärke der jeweilige Standort
genauer bestimmt werden. Der ermittelte Standort wird, wie oben beschrieben, im Speicher
4 abgelegt.
[0013] Eine weitere Einrichtung zur Positionsbestimmung kann von einem Navigationssystem,
beispielsweise einer nach dem GPS-Standard arbeitenden Einrichtung gebildet werden.
Eine derartige Einrichtung zur Positionsbestimmung 5 ist in der Figur dargestellt.
[0014] Der von der Einrichtung zur Positionsbestimmung 5 ermittelte Standort wird dann,
wie oben beschrieben, von der Steuereinrichtung 3 im Speicher 4 abgelegt und für die
Auswahl der TMC-Meldungen von der Steuereinheit 3 verwendet.
[0015] Die Standortbestimmung mittels Einrichtung 5 oder wie oben beschrieben mittels RDS-Informationen
und/oder Empfangsfeldstärken sollte wenigstens immer nach dem Einschalten des RDS-Empfängers
2 erfolgen. Ist der RDS-Empfänger in einem Kraftfahrzeug eingebaut, sollte der Standort
darüber hinaus nach dem Einschalten des RDS-Empfängers 2 oder nach dem Einschalten
der Zündung des Kraftfahrzeugs fortlaufend, in bestimmten Zeitabständen, bestimmt
werden.
1. RDS-Empfänger (2) für die Auswertung von Verkehrshinweisen, die auf TMC-Meldungen
basieren, mit mindestens einem Tuner sowie mindestens einem RDS-Decoder und einer
Steuereinheit (3) mit einem Speicher (4), wobei eine Einrichtung zur Positionsbestimmung
(5;2,3,4), welche von dem Tuner und dem RDS-Decoder des RDS-Empfängers (2), der Steuereinheit
(3) und dem Speicher (4) gebildet wird, vorgesehen ist, die den Standort des RDS-Empfängers
(2) ermittelt, der von der Steuereinheit (3) im Speicher (4) ablegt wird und nur die
vom RDS-Empfänger (2) empfangenen TMC-Meldungen von der Steuereinheit (3) über eine
optische und/oder akustische Ausgabeeinheit ausgegeben werden, für die bei einer Überprüfung
von in den TMC-Meldungen enthaltenen Ortsinformationen mit dem im Speicher (4) abgelegten
Standort durch die Steuereinheit (3) einen Zusammenhang zwischen Ortsinformation und
Standort festgestellt wird, der Tuner über das gesamte Empfangsfrquenzband abgestimmt
wird und alle empfangbaren Sender mit RDS-Informationen vom RDS-Decoder identifiziert
werden und von der Steuereinheit (3) mit einer im Speicher (4) abgelegten Tabelle
verglichen werden, wobei die Tabelle Angaben über die Sendegebiete der Sender mit
RDS-Informationen enthält, wodurch der Standort des RDS-Empfängers von der Steuereinheit
(3) ermittelt wird,
dadurch gekennzeichnet
daß Steuereinheit (3) den ermittelten Standort im Speicher (4) ablegt, daß ein A/D-Wandler
vorgesehen ist, der den Eingangspegel der empfangenen Sender mit RDS-Informationen
digitalisiert und den digitalen Wert der Steuereinheit (3) übergibt, welche den Eingangspegel
mit einer weiteren im Speicher (4) abgelegten Tabelle vergleicht, die Angaben über
die örtlichen Feldstärken der Sender mit RDS-Informationen in deren Sendegebiet enthält,
wodurch die Standortbestimmung durch die Steuereinheit (3) verbessert wird.
2. RDS-Empfänger (2) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der RDS-Decoder die Sender mit RDS-Information mittels der Senderkennung identifiziert.
3. RDS-Empfänger (2) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einrichtung zur Positionsbestimmung (5) von einem Navigationssystem, insbesondere
einem GPS-System, gebildet wird.
4. RDS-Empfänger (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Standortbestimmung durch die Steuereinheit (3) nach dem Einschalten des RDS-Empfängers
(2) einmalig oder fortlaufend erfolgt.
5. RDS-Empfänger (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 4
dadurch gekennzeichnet,
daß der RDS-Empfänger (2) in einem Kraftfahrzeug eingebaut ist.
6. RDS-Empfänger (2) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Standortbestimmung durch die Steuereinheit (3) nach dem Einschalten der Zündung
des Kraftfahrzeugs einmalig oder fortlaufend erfolgt.