[0001] Die Erfindung betrifft Aromamischungen enthaltende Cigaretten, Tabakpatronen (Feinschnitt-Rollen)
und (Filter-)Hülsen, die diese Aromamischungen auf dem Cigarettenpapier bzw. dem Tabakpatronenhüllmaterial
aufgetragen oder in die Papiermasse bzw. Cellulosemasse eingearbeitet enthalten, zur
Verminderung von mit Nebenstromrauch verbundenen, unerwünschten Effekten.
[0002] Der Fachmann unterscheidet bei zu verrauchenden Tabakwaren zwischen Hauptstromrauch
(HSR) und Nebenstromrauch (NSR). HSR ist definitionsgemäß der Rauch, der während des
Zuges gebildet wird; NSR ist der Rauch, der in der Zugpause entsteht. Details bzw.
weiterführende Begriffsbestimmungen sind den DIN/ISO 4387 bzw. der Arbeit von Neurath
und Ehmke: "Apparatur zur Untersuchung des Nebenstromrauches", veröffentlicht in "Beiträge
zur Tabakforschung 2" (1964) 117-121 zu entnehmen, auf die hier Bezug genommen wird.
[0003] Cigarettenrauch wird von Cigarettenrauchern naturgemäß eher als angenehm empfunden.
Ausnahmen hiervon liegen in der Regel lediglich bei durch NSR überlagertem oder überaltertem
Rauch, sogenanntem "kalten" Rauch, vor. Dessen besonders von Nichtrauchern als unangenehm
empfundene Eigenschaften bestehen im wesentlichen in einem "abgestandenen, schlechten
Geruch" und, insbesondere bei empfindlichen Personen, in der Verursachung unerwünschter
Reizwirkungen an Auge und Nase, die von sogenannten "Störfaktoren" ausgelöst werden.
Es sind daher bereits verschiedene Anstrengungen unternommen worden, diesen unangenehmen
Eigenschaften entgegenzuwirken. Im wesentlichen hat man dabei versucht, die Geruchsbelästigung
über Zusatzstoffe zu beeinflussen, was bisher nur unter gleichzeitiger Geschmacksveränderung
des HSR möglich war und eine nachteilige Einengung der Freiheitsgrade im Cigaretten-Design
darstellt. Ein typisches Beispiel dafür gibt die US-PS 4 638 816, nach der die dem
Tabak zugesetzten Additive sowohl den Tabakgeschmack des HSR als auch den Geruch des
NSR jeweils in Richtung Vanille abändern; ein anderes Beispiel ist die EP-A 0 294
972, nach der ähnliche Effekte mittels in das Cigarettenpapier eingebrachter Additive
erzielt werden sollen.
[0004] Aus der DE-AS 1 771 622 ist es ferner bekannt, auf das Cigarettenpapier Mikrokapseln
aufzubringen, die Geschmacks- oder Aromastoffe enthalten. Die bekannten Mikrokapseln
weisen einen Durchmesser von 5 bis 100 µm auf und befinden sich zweckmäßigerweise
auf der dem Tabak zugekehrten Papierseite. Nachteilig dabei ist sowohl die Applikationsform
der Mikrokapseln, die zu einer Reduktion der Porosität des Cigarettenpapiers führt,
als auch die Größe der Kapseln, die die Dicke üblicher Cigarettenpapiere bis zum Dreifachen
überschreiten kann. Größe und Anordnung der Kapseln erschweren von vornherein eine
vorteilhafte Verarbeitbarkeit derartiger Cigarettenpapiere, da die auf das Cigarettenpapier
aufgebrachten Kapseln von schnellaufenden Fertigungsmaschinen vorzeitig zerstört werden.
Ferner ist von Nachteil, daß die aus mit Mikrokapseln versehenem Cigarettenpapier
gefertigten Cigaretten beim bestimmungsgemäßen Abrauchen bekanntermaßen wie auch nach
eigenen Versuchen zur unerwünschten Flecken- bzw. Kondensatstreifenbildung neigen.
Hinzu kommt, daß die verwendeten Aromastoffe stets so beschaffen sind, daß sich eine
bestimmte Geruchs- oder Geschmacksrichtung ergibt, die den eigentlichen, typischen
Cigarettengeruch bzw. -geschmack überlagert bzw. verändert.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Cigarette bzw. Cigarettenhülse sowie analog eine
Tabakpatrone bzw. Tabakpatronenumhüllung mit erhöhter Nebenstromrauch-Akzeptanz zu
schaffen, ohne dabei die aufgeführten Nachteile der bekannten Verfahren in Kauf nehmen
zu müssen, d.h., der sich bildende NSR dieser Cigarette soll auch noch nach längerer
Verweilzeit eine zwar angenehm tabakige, jedoch möglichst unauffällige bzw. schwache
Duftnote entwicklen, zudem störfaktorfrei sein, d.h. nicht Auge oder Nase reizen,
und auf keinen Fall den Geschmack des HSR vom gewünschten Tabakaroma abweichend verändern.
Dabei soll gleichzeitig eine gute Verarbeitbarkeit der verwendeten Tabakstrangumhüllungen
sowie ein übliches Abbrandverhalten dieser Cigarette gewährleistet sein.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe dient eine Cigarette, die einen mit mit einer doppellagigen Cigarettenstrangumhüllung
versehenen Tabakstrang enthält, wobei die innere Lage der genannten Cigarettenstrangumhüllung
aus hochporösem Umhüllungspapier mit einer Luftdurchlässigkeit von 4.000 bis 60.000
CORESTA besteht und die äußere Lage aus üblichem Cigarettenpapier mit einer Luftdurchlässigkeit
von 5-100 CORESTA besteht,
dadurch gekennzeichnet, daß auf die innere Lage der doppellagigen Cigarettenstrangumhüllung eine beliebige
Aromamischung in verkapselter Form aufgebracht ist.
[0007] Die dabei verwendete Aromamischung zur Verminderung von Nebenstromrauch-Effekten
besteht vorzugsweise aus:
(a) Aldehyden, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus gesättigten, ein- und mehrfach
ungesättigten aliphatischen, alicyclischen und aromatischen Aldehyden mit 4 bis 12
C-Atomen;
(b) Heterocyclischen Verbindungen, die Sauerstoff oder Stickstoff als Heteroatom und
wenigstens eine Hydroxygruppe oder eine Methylgruppe enthalten, ausgewählt aus der
Gruppe bestehend aus mono- und oligocyclischen Heterocycloalkanen, Heterocycloalkenen
und Heteroaromaten; und
(c) Vanillin (4-Hydroxy-3-methoxybenzaldehyd),
und wahlweise
(d) Alkoholen, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus gesättigten, ein- und mehrfach
ungesättigten aliphatischen, alicyclischen und aromatischen Alkoholen mit 7 bis 12
C-Atomen,
(e) Carbonsäureestern der allgemeinen Formel

wobei R den von Carbonsäuren abgeleiteten Rest bestehend aus 2 bis 8 C-Atomen und
R' den Alkylrest der Alkoxygruppierung bestehend aus 1 bis 5 C-Atomen bezeichnet,
(f) gesättigte Carbonsäuren mit 4 bis 6 C-Atomen,
(g) Aromaextrakte,
(h) Heliotropin (3,4-(Methylendioxy)-benzaldehyd),
(i) Maltol (3-Hydroxy-2-methyl-4-pyron),
(j) Nikotin(3-(1-Methyl-2-pyrrolidinyl)-pyridin).
[0008] Die wahlweise einzusetzenden Verbindungen können zusätzlich zu der genannten, aus
Aldehyden, Heterocyclen und Vanillin bestehenden erfindungsgemäßen Basis-Aromamischung,
einzeln oder in Kombination verwendet werden, wobei sie insbesondere in verkapselter
Form, alternativ in unverkapselter Form in beziehungsweise auf eine besondere, doppellagige
Cigarettenstrangumhüllung, alternativ in beziehungsweise auf eine einlagige Cigarettenstrangumhüllung
appliziert werden.
[0009] Bei der Auswahl der Aromastoffe wurde berücksichtigt, daß die Verteilung flüchtiger
Stoffe im Haupt- und Nebenstromrauch unter anderem von physikalisch-chemischen Parametern
abhängig ist (T. Samejina et. al. TCRC 1985). Es wurde gefunden, daß Aromastoffe mit
dem gemeinsamen Merkmal von Siedepunkten zwischen 80°C und 250°C, bevorzugt zwischen
130°C und 160°C, besonders gut geeignet sind, um die erfindungsgemäße Wirkung zu erzielen.
Außerdem wurde diese Wirkung auch bei Aromastoffen, die sublimieren oder wasserdampfflüchtig
sind, festgestellt.
[0010] Zur Herstellung von Tabakwaren mit verminderten, durch NSR ausgelösten unerwünschten
Effekten eignen sich z.B. Tabakpatronen (Feinschnitt-Rollen) oder (Filter-)Hülsen,
auf die die erfindungsgemäßen Aromamischungen aufgetragen werden, welche die bei den
daraus hergestellten fertigen Cigaretten ihre vorteilhafte Wirkung ausüben. Bei Cigaretten
selbst wird die Aromamischung, vorzugsweise während des Herstellungsprozesses der
fertigen Cigarette auf die Cigarettenstrangumhüllung aufgebracht.
[0011] Bei Cigaretten, die einen mit einer einlagigen oder doppellagigen Cigarettenstrangumhüllung
versehenen Tabakstrang enthalten, wird die erfindungsgemäße Aromamischung in verkapselter
oder unverkapselter Form direkt auf die Cigarettenstrangumhüllung aufgebracht. Bei
einlagigen Cigarettenstrangumhüllungen erfolgt das Aufbringen der Aromastoffe, entweder
in verkapselter oder unverkapselter Form, direkt auf das verwendete Cigarettenpapier.
[0012] Bei Cigaretten mit zweilagiger Cigarettenstrangumhüllung besteht die äußere, sichtbare
Lage aus an sich üblichem Cigarettenpapier mit einer Luftdurchlässigkeit von 3 bis
150 CORESTA, vorzugsweise 5 bis 100 CORESTA und in besonders bevorzugter Weise 10
bis 60 CORESTA. Diese äußere Lage Cigarettenpapier kann, wie auch bei einlagigen Cigarettenstrangumhüllungen,
zur Aufnahme der Aromastoffe in unverkapselter oder verkapselter Form dienen. Die
innere, nicht sichtbare Lage, die aus einm hochporösen feinmaschigen Cellulosefasernetz
(Tabakpatronenhüllmaterial, K-Papier) beziehungsweise hochporösem Papiervlies mit
einer Luftdurchlässigkeit im unbehandelten Zustand, d.h. vor einem möglichen Aufbringen
von Aromastoffen oder von Aromastoffe enthaltenden Mikrokapseln, von 4000 bis 80.000
CORESTA, vorzugsweise 10.000 bis 50.000 CORESTA besteht, dient in besonders bevorzugter
Form als die Aromastoffe tragende Schicht. Die Porosität der inneren Lage beträgt
nach dem Aufbringen der Kapseln durch Streichen oder ähnliche Verfahren auf das feinmaschige
Cellulosefasernetz bzw. hochporöse Papiervlies bzw. bei der Einarbeitung der Kapseln
in die Stoffmasse, die zur Papierherstellung verwendet wird, 2.000 bis 30.000 CORESTA.
[0013] Als allgemeine Regel für das einzustellende Porositätsverhältnis der beiden Papierlagen
gelten Werte zwischen 1:10 bis 1:1000, um die Steuerung des Abbrandverhaltens der
Cigarette allein durch die äußere Lage zu garantieren.
[0014] Das poröse, feinmaschige Cellulosefasernetz (teebeutelartiges Papier, hochporöses
Umhüllungspapier bzw. hochporöses Papiervlies) als Träger der verkapselten Aromen
kann in einem Arbeitsschritt, d.h. durch gleichzeitige Umhüllung des Tabakstocks mit
beiden Papieren zur Bildung des Cigarettenstrangs verarbeitet werden, wobei das poröse
(teebeutelartige) Papier bzw. hochporöse Papiervlies als innere Lage den Tabakstock
umhüllt und ohne Verleimung mit der äußeren Lage (Cigarettenpapier) in ansonsten üblicher
Weise auf Cigarettenstrangmaschinen verfahren wird. Durch entsprechende Anpassung
der beiden (hohlzylinderartigen) Mantelflächen bzw. Umfänge der beiden Cigarettenstrangumhüllungen
aufeinander, ergibt sich ebenfalls ein falten- und knitterfreier (doppellagiger) Cigarettenstrang,
der sich rein äußerlich nicht von einem herkömmlichen Cigarettenstrang unterscheidet.
Alternativ kann auch eine Verarbeitung in zwei Arbeitsschritten erfolgen. Hierzu wird
das beispielsweise hochporöse Papiervlies in einem vorgelagerten Arbeitsschritt mit
dem äußeren Papier durch Kaschierung bzw. Verklebung ganzflächig oder aber auch nur
punktuell verbunden. Im zweiten Arbeitsschritt erfolgt die Strangbildung in der heute
üblichen Art und Weise auf einer Cigarettenstrangmaschine.
[0015] Wird der Cigarettenstrang nach der erstgenannten Methode durch Umhüllung mit den
beiden getrennten Papieren gefertigt, kann das Aufbringen der Mikrokapseln auf das
(teebeutelartige) Papier bzw. hochporöse Papiervlies auch unmittelbar vor der Fertigung
an der Cigarettenmaschine erfolgen, indem die Kapselslurry auf das Papier gesprüht
wird. Geeignete Vorrichtungen hierzu sind auf dem Markt erhältlich.
[0016] Die Vorteile einer erfindungsgemäßen Aromamischung lassen sich selbstverständlich
auch bei einer Tabakpatrone (Feinschnitt-Rolle) erzielen, wenn die Aromamischung bei
deren Herstellung auf das Tabakpatronenhüllmaterial (teebeutelartiges Papier bzw.
hochporöses Papiervlies) aufgebracht wird. In analoger Weise kann auch eine leere
(Filter-)Hülse zur Selbstfertigung einer Cigarette durch den Verbraucher als Träger
einer Aromamischung verwendet werden.
[0017] In allen Fällen kann eine erfindungsgemäße Aromamischung unverkapselt oder auch in
verkapselter Form auf die entsprechende Papierlage aufgebracht oder in die Papiermasse
bzw. Cellulosefasermasse, die aus reiner Tabak-Cellulose bestehen kann, eingearbeitet
werden.
[0018] Durch die Anwendung der erfindungsgemäßen Aromamischung ergibt sich beim Ein- oder
Aufbringen auf die Cigarettenstrangumhüllung - insbesondere bei Anwendung der mikroverkapselten
Form - zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Cigarette, Tabakpatrone (Feinschnitt-Rolle)
oder (Filter-)Hülse beim Abglimmen des fertigen Produktes, d.h. der fertigen Cigarette,
eine Kompensation der negativen Nebenstromraucheigenschaften, so daß der Eindruck
entsteht, es sei nur wenig geraucht worden.
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Beispielen beschrieben.
Beispiel 1
Aromamischung 1
[0020]
5.00 % 4-Hydroxy-2,5-dimethyl-3(2H)-furanon (Furaneol®)
2.50 % Vanillin
4.00 % Heliotropin
0.15 % Vanitrop (= trans 2-Ethoxy-5(1-propenyl)phenol)
0.80 % Homofuranol
0.50 % Benzaldehyd
2.00 % Zimtextrakt
2.50 % Anisaldehyd
18.00 % Cumarin-Flavor, Fa. Givaudan
4.55 % 1,2-Propylenglykol
Restgehalt Alkohol (Ethanol)
[0021] Die vorstehende Aromamischung wurde durch Streichen oder Sprühen direkt auf das Cigarettenpapier
1 (Tabelle 1, Positionen 1-3) aufgebracht. Das Aufbringen kann sowohl in einem separaten
Arbeitsgang als auch unmittelbar an der Cigarettenmaschine erfolgen. Obwohl im notwendigen
Trocknungsprozeß ein Teil der flüchtigen Aromastoffe verloren geht, erhält man ein
Produkt, das beim Abrauchen einen als deutlich verbessert beurteilten Nebenstromrauch
liefert.
[0022] Nachteil dieser Anwendung ist, daß die Aromastoffe im Verlauf der Lagerung der fertigen
Cigarette in den Tabakstrang migrieren. Dadurch wird die Gesamtwirkung verändert,
der Hauptstromrauch stärker als gewünscht beeinflußt und ein Teil der Wirkung des
Aromas auf den Nebenstromrauch vermindert.
Beispiel 2
[0023] Die Aromamischung nach Beispiel 1 wird in an sich bekannter Weise in eine öllösliche
Form überführt. Zur Verbesserung der Löslichkeit kann es sinnvoll sein geringe Mengen
Benzylalkohol, Benzylbenzoat und/oder Triacetin einzusetzen. Das erhaltene Aroma wird
nach bekannten Verfahren mikroverkapselt. Die Mikrokapseln haben einen Durchmesser
von 8-30 Mikrometer, vorzugsweise 10 bis 20 Mikrometer. Für die Härtung der Kapseln
wird z.B. Tannin, keinesfalls aber Form- oder Glutaraldehyd, eingesetzt. Der Schmelzpunkt
dieser Kapseln ist höher als 150°C. Die Aromakapseln werden durch Streichen oder Sprühen
auf das Cigarettenpapier gebracht oder in die Stoffmasse eingearbeitet. Die mit diesem
Papier (Tabelle 1, Position 4) hergestellten Cigaretten liefern beim Abrauchen einen
deutlich verbesserten Nebenstromrauch. Nachteil dieser Anwendung ist, daß beim Abbrennen
sogenannte Kondensatstreifen entstehen, wodurch das Produkt optisch negativ beeinflußt
wird (bei einlagigem Cigarettenpapier braune Streifen). Ein zweiter Nachteil ist eine
in Abhängigkeit der Kapselkonzentration auf dem Papier deutlich erhöhte Zugzahl, die
durch das Schmelzen der Kapseln beim Herannahen der Glutzone und die damit verbundene
Herabsetzung der Papierporosität verursacht wird.
Beispiel 3
[0024] Die vorstehend beschriebenen Kapseln werden in der gleichen Weise wie in Beispiel
2 bei einem hochporösem Papier (Tabelle 1, Position 5-7) eingesetzt. Mit diesem Papier
werden Cigaretten mit doppellagiger Papierumhüllung hergestellt. Die Doppellagigkeit
wird
a) durch direktes Verarbeiten von 2 Papieren an der Cigarettenmaschine (Tabelle 1,
Position 1 und Position 8),
b) durch Aufkaschieren des porösen Papiers auf ein normales Cigarettenpapier (Tabelle
1, Position 1 und Position 9) und
c) durch Einschieben von Patronen, die mit dem porösen Papier umhüllt werden, in käufliche
Cigarettenhülsen
erreicht.
[0025] Als Tabakstrang können alle Arten von heute marktüblichen Cigaretten und die in ihnen
verwendeten Tabakmischungen eingesetzt werden. Der erfindungsgemäße Einsatz ist sowohl
auf Strangcigaretten als auch bei Filtercigaretten mit beliebigen Formaten gleich
wirkungsvoll.
[0026] Die mit diesen Papieren hergestellten Cigaretten werden als im Nebenstrom deutlich
angenehmer als normale Cigaretten beurteilt (Tabelle 2). Der Hauptstromrauch dieser
Cigaretten wird als sehr gering abweichend von einer Vergleichscigarette ohne Aromazusatz
beurteilt.
[0027] Die Cigaretten weisen weder vom Vergleich abweichende Zugzahlen noch Kondensatstreifen
auf.
Beispiel 4
[0028] Die Mikrokapseln aus Beispiel 2 liegen in einer Slurry vor. Die Kapseln setzen sich
in der Regel nach unten ab. Um beim Bestreichen von hochporösem Papier - analog Beispiel
3 - eine gleichmäßige Dosierung zu gewährleisten wird mit Hilfe einer 1-5 %igen Na-Alginatlösung,
Viskosität 350-850 mPa/s, eine mittelviskose, stabile Suspension hergestellt, die
einen gleichmäßigen Auftrag von 0,5 bis 50 g/m
2 hier im Beispiel 4 von 30 g/m
2 gewährleistet.
[0029] Die aus diesem Papier hergestellten Cigaretten weisen etwa dieselben Eigenschaften
wie bei Beispiel 3 auf.
Beispiel 5
[0030] Die Mikrokapseln aus der Slurry werden durch gebräuchliche Trocknungsverfahren, in
der Regel Sprühtrocknung, getrocknet und in trockener Form vorzugsweise in die Stoffmasse
des hochporösen Papiers einer doppellagigen Cigarettenstrangumhüllung eingearbeitet.
Die so eingearbeiteten Aromamischungen gestatten eine geruchlosere Verarbeitung und
ersparen den zusätzlichen Arbeitsschritt des Auftragens der Aromamischung auf die
Cigarettenstrangumhüllung. Auf diese Weise gefertigte Cigaretten weisen dieselben
Eigenschaften auf wie diejenigen in Beispiel 3.
Beispiel 6
[0031] Das Aroma aus Beispiel 1 wird ohne Lösungsmittel hergestellt und verkapselt. Damit
wird eine Konzentration erreicht, die außerordentlich geringe Mengen an Mikrokapseln
zur Aromatisierung erfordert. Damit werden negative Auswirkungen, wie sie im Beispiel
2 beschrieben sind, reduziert, auf diese Weise hergestellte Cigaretten erzielen ansonsten
die gleichen sensorischen Ergebnisse.
Tabelle 1
| Übersicht über die in den Beispielen als Träger der Aromamischung verwendeten Papiere. |
| Nr. |
Papierbezeichnung |
Ausgangsporosität (CORESTA) |
Endporosität (CORESTA) |
Flächengewicht (g/m2) |
verwendet in Beispiel |
| 1 |
Cigarettenpapier |
24 |
|
25 |
1 |
| 2 |
" |
40 |
|
25 |
1 |
| 3 |
" |
60 |
|
25 |
1 |
| 4 |
" |
|
24 |
35 |
2 |
| 5 |
teebeutelartiges Papier bzw. hochporöses Papiervlies |
10.000 |
2.400 |
18 |
3 |
| 6 |
" |
24.000 |
9.400 |
12 |
3 |
| 7 |
" |
47.000 |
27.000 |
12 |
3 |
| 8 |
" |
50.000 |
28.000 |
12 |
3 |
| 9 |
" |
48.000 |
24.000 |
12 |
3 |
1. Cigarette, die einen mit mit einer doppellagigen Cigarettenstrangumhüllung versehenen
Tabakstrang enthält, wobei die innere Lage der genannten Cigarettenstrangumhüllung
aus hochporösem Umhüllungspapier mit einer Luftdurchlässigkeit von 4.000 bis 60.000
CORESTA besteht und die äußere Lage aus üblichem Cigarettenpapier mit einer Luftdurchlässigkeit
von 5-100 CORESTA besteht, dadurch gekennzeichnet, daß auf die innere Lage der doppellagigen Cigarettenstrangumhüllung eine beliebige
Aromamischung in verkapselter Form aufgebracht ist.
2. Cigarette nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, das die Aromamischung besteht aus:
(a) Aldehyden, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus gesättigten, ein- und mehrfach
ungesättigten aliphatischen, alicyclischen und aromatischen Aldehyden mit 4 bis 12
C-Atomen;
(b) Heterocyclischen Verbindungen, die Sauerstoff oder Stickstoff als Heteroatom und
wenigstens eine Hydroxygruppe oder eine Methylgruppe enthalten, ausgewählt aus der
Gruppe bestehend aus mono- und oligocyclischen Heterocycloalkanen, Heterocycloalkenen
und Heteroaromaten; und
(c) Vanillin (4-Hydroxy-3-methoxybenzaldehyd).
3. Cigarette nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aromamischung weiterhin Alkohole, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
gesättigten, ein- und mehrfach ungesättigten aliphatischen, alicyclischen und aromatischen
Alkoholen mit 7 bis 12 C-Atomen, enthält.
4. Cigarette nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß sie weiterhin Carbonsäureester der allgemeinen Formel

enthält, wobei R den von Carbonsäuren abgeleiteten Rest bestehend aus 2 bis 8 C-Atomen
und R' den Alkylrest der Alkoxygruppierung bestehend aus 1 bis 5 C-Atomen bezeichnet.
5. Cigarette nach einem, mehreren oder allen der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Aromamischung weiterhin gesättigte Carbonsäuren mit 4 bis 6 C-Atomen enthält.
6. Cigarette nach einem, mehreren oder allen der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Aromamischung weiterhin Aromaextrakte enthält.
7. Cigarette nach einem, mehreren oder allen der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Aromamischung weiterhin Heliotropin (3,4-(Methylendioxy)-benzaldehyd) enthält.
8. Cigarette nach einem, mehreren oder allen der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Aromamischung weiterhin Maltol (3-Hydroxy-2-methyl-4-pyron) enthält.
9. Cigarette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Aromamischung weiterhin Nikotin(3-(1-Methyl-2-pyrrolinyl)-pyridin) enthält.