[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Dreheinsatz, insbesondere für Küchenschränke,
mit einem scheibenförmigen, aus sektorförmigen Teilstücken zusammensetzbaen Einsatzteil
und mit einem zur Drehlagerung auf einen Lagerzapfen eines Drehbeschlages aufsteckbaren,
zweiteiligen Träger für die sektorförmigen Teilstücke, die einen an umfangsseitigen
Halterungen des Trägers abstützbaren und verrastbaren Stützansatz und einen Öffnungswinkel
von höchstens 180° aufweisen.
[0002] Dreheinsätze dienen zur Aufnahme verschiedener Gegenstände, die durch ein Verdrehen
des die Gegenstände tragenden Einsatzteiles in Griffnähe gebracht werden können, so
daß ein Einbau dieser Dreheinsätze in einen Schrank den Schrankraum besser nutzbar
macht und die mit Hilfe des Dreheinsatzes im Schrankraum untergebrachten Gegenstände
bequem zugänglich bleiben. Die Einsatzteile können dabei als Körbe, Teller, Tassen
od. dgl. vorgesehen sein und bestehen im allgemeinen aus scheibenförmigen Einheiten
mit integrierten, ein Lagerauge bildenden Naben, was eine individuelle Anpassung der
Einsatzteile an unterschiedliche Gegebenheiten ausschließt, Schwierigkeiten beim nachträglichen
Ein- und Ausbau mit sich bringt und den Anwendungsbereich beschränkt.
[0003] Um verschiedene Einsatzteile verwenden zu können, ist es bei Dreheinsätzen außerdem
bekannt (DE 37 11 535 A1), den scheibenförmigen Einsatzteil aus sektorförmigen Teilstücken
zusammenzusetzen und für diese sektorförmigen Teilstücke einen Träger vorzusehen,
der auf einen Lagerzapfen eines Drehbeschlages aufsteckbar ist. Der Träger wird dabei
durch ein V-förmiges Profil gebildet, das umfangseitig Halterungen für Stützansätze
der sektorförmigen Teilstücke bildet. Nachteilig bei dieser bekannten Konstruktion
ist allerdings, daß sich aufgrund der Profilform des Trägers nur mit entsprechenden
Gegenprofilen versehene, sektorförmige Teilstücke an den Träger anschließen lassen.
Dazu kommt noch, daß der Träger nur in axialer Richtung auf den Lagerzapfen aufgesteckt
werden kann, obwohl er zweischalig ausgebildet ist. Die zweischalige Ausbildung des
Trägers dient der einfacheren Herstellbarkeit Da die beiden Schalen des Trägers einander
im Verbindungsbereich überlappen und im Überlappungsbereich die Durchtrittsöffnung
für den Lagerzapfen aufweisen, kann ein solcher Drehbeschlag nur vor dem Einbau des
Lagerzapfens montiert werden.
[0004] Schließlich ist es bekannt (DE 2 206 067 B), eine beispielsweise auf einer Säule
eines Gardarobenständers aufsetzbare Büchse zur Aufnahme von radial abstehenden Armen
aus zwei Schalenteilen zusammenzusetzen, die miteinander durch Schwalbenschwanzführungen
verbunden sind, so daß die beiden Schalenteile um die Säule gelegt und durch ein axiales
Verschieben miteinander verbunden werden können, bevor die in dieser Art und Weise
zusammengesetzte Büchse in einer gewünschten Axiallage auf der Säule mit Hilfe von
Klemmschrauben festgelegt wird. Solche an einer Lagersäule festgeklemmten Buchsen
sind allerdings zur Aufnahme von Einsatzteilen eines Dreheinsatzes ungeeignet.
[0005] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Dreheinsatz der eingangs geschilderten
Art so auszugestalten, daß unterschiedliche Einsatzteile bei besonders einfachen Montageverhältnissen
Verwendung finden können, und zwar weitgehend unabhängig von ihrer jeweiligen Konstruktion.
[0006] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß der Träger aus einer Lagerhülse
mit zwei um den Lagerzapfen schließbaren Lagerschalen besteht, daß die Lagerhülse
als Halterungen radial vorstehende Haken aufweist und daß die Stützansätze der Teilstücke
des Einsatzteiles den Haken zugeordnete Einhängefenster bilden.
[0007] Durch die Ausbildung des Trägers als Lagerhülse mit zwei um den Lagerzapfen schließbaren
Lagerschalen wird zunächst die Montage des Trägers auf dem Lagerzapfen erheblich vereinfacht,
weil bei montiertem Lagerzapfen lediglich die beiden Lagerschalen um den Lagerzapfen
zur Lagerhülse zusammengesetzt werden müssen. Da außerdem die Lagerhülse als Halterung
radial vorstehende Haken aufweist, brauchen die Teilstücke des Einsatzteiles nur den
Haken zugeordnete Einhängefenster zu bilden, um solche Teilstücke an der Lagerhülse
befestigen zu können. Das Vorsehen von Einhängefenstern ist weitgehend unabhängig
von der übrigen Konstruktion der Teilstücke, die daher den jeweiligen Anforderungen
entsprechend ausgewählt werden können. Die Abnahme der mit den Trägern verbundenen
Teilstücke ist aufgrund der in die Haken eingehängten Einhängefenster der Teilstücke
ebenfalls einfach möglich. Die Teilstücke können zwar auch jeweils für sich als Einsatzteile
verwendet werden, doch dienen sie vorzugsweise zum Zusammensetzen von Einsatzteilen
unterschiedlicher Größe und Form, wobei eine zusätzliche gegenseitige Verbindung der
Teilstücke durch Klammern od. dgl. möglich, aber nicht notwendig ist. Selbstverständlich
lassen sich auch hier die Teilstücke als Korb-, Teller- oder Tassenteile u. dgl. vorfertigen,
so daß die Einsatzteile wunschgemäß variiert werden können.
[0008] Liegen die Haken innerhalb zweier zueinander paralleler Tangentialebenen an die Lagerhülse
und sind vorzugsweise die Haken mit Keilflächen versehen, kommt es zu einer einwandfreien
Zuordnung der Haken auch zu Teilstücken mit 180°igem Öffnungswinkel, wobei Keilflächen
beim Einhängen der Teilstücke zu einem zentrierten und spielfreien Sitz führen.
[0009] Zweckmäßig ist es weiters, wenn die Lagerhülse gegeneinander um 90°-winkelversetzte
Halterungen aufweist und für den Einsatzteil Teilstücke mit einem Öffnungswinkel von
180° und 90° vorgesehen sind, so daß wahlweise viertelkreisförmige, halbkreisförmige
oder dreiviertelkreisförmige und auch vollkreisförmige Einsatzteile zusammengestellt
werden können, wobei zwei Haken für ein 180°iges Teilstück und jeweils ein Haken für
ein 90°iges Teilstück die Halterungen bilden.
[0010] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise veranschaulicht, und
zwar zeigen
- Fig. 1
- einen erfindungsgemäßen Dreheinsatz in schematischer Draufsicht und
- Fig. 2 und 3
- den Nabenbereich dieses Dreheinsatzes in einer Explosionsdarstellung größeren Maßstabes
in Draufsicht bzw. im Querschnitt nach der Linie III-III der Fig. 2.
[0011] Ein Dreheinsatz 1 für Küchenschränke umfaßt einen scheibenförmigen Einsatzteil 2,
der sich aus einzelnen sektorförmigen Teilstücken 21, 22, 23 zusammensetzt. Zur Drehlagerung
des Einsatzteiles 1 auf einem nur angedeuteten Lagerzapfen 3 eines nicht weiter dargestellten
Drehbeschlages ist eine lose auf den Lagerzapfen 3 aufsteckbare Lagerhülse 4 vorgesehen,
die aus zwei Schalenteilen 41 besteht. Umfangseitig trägt die Lagerhülse 4 Halterungen
in Form radial vorstehender Haken 5 zur Befestigung des Einsatzteiles 2, wobei die
Teilstücke 21, 22, 23 ihrerseits Stützansätze 6 mit Einhängefenstern 7 zur Abstützung
an der Lagerschale 4 bzw. zum Verrasten mit den Haken 5 bilden. Die Haken 5 sind gegeneinander
um 90° winkelversezt, wobei sie innerhalb zweier paralleler Tagentialebenen T an die
Lagerhülse 4 liegen, und die Stützansätze 6 der Teilstücke weisen einen maximalen
Öffnungswinkel von 180° auf, wobei das eine Teilstück 21 einen Stützansatz 61 mit
einem Öffnungswinkel von 180° und die anderen Teilstücke 22, 23 Stützansätze 62, 63
mit einem Öffnungswinkel von 90° aufweisen, so daß die Teilstücke 21, 22, 23 entweder
auf zwei Haken oder jeweils nur auf einem Haken 5 der Lagerhülse 4 aufgehängt werden
können.
[0012] Im veranschaulichten Ausführungsbeispiel sind die Teilstücke 21, 22, 23 als Drahtkörbe
hergestellt und die Lagerhülse 4 besteht aus Kunststoffschalen 41, wobei angepaßte
konvexe Schalenteile, die an Bügelteilen der Teilstücke befestigt sind, die Stützansätze
61, 62, 63 bilden. Es entsteht ein Dreheinsatz, dessen Einsatzteil 1 sich wunschgemäß
aus verschiedenen Teilstücken zusammensetzen läßt und jederzeit einfach zu montieren
und zu demontieren ist.
1. Dreheinsatz (1), insbesondere für Küchenschränke, mit einem scheibenförmigen, aus
sektorförmigen Teilstücken (21, 22, 23) zusammensetzbaren Einsatzteil (2) und mit
einem zur Drehlagerung auf einen Lagerzapfen (3) eines Drehbeschlages auf-steckbaren,
zweiteiligen Träger für die sektorförmigen Teilstücke (21, 22, 23), die einen an umfangsseitigen
Halterungen des Trägers abstützbaren und verrastbaren Stützansatz (6) und einen Öffnungswinkel
von höchstens 180° aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger aus einer Lagerhülse
(4) mit zwei um den Lagerzapfen (3) schließbaren Lagerschalen (41) besteht, daß die
Lagerhülse (4) als Halterungen radial vorstehende Haken (5) aufweist und daß die Stützansätze
(6) der Teilstücke (21, 22, 23) des Einsatzteiles (2) den Haken (5) zugeordnete Einhängefenster
(7) bilden.
2. Dreheinsatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haken (5) innerhalb zweier
zueinander paralleler Tangentialebenen (T) an die Lagerhülse (4) liegen und vorzugsweise
mit Keilflächen versehen sind.
3. Dreheinsatz nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerhülse
(4) gegeneinander um 90"-winkelversetzte Halterungen aufweist und für den Einsatzteil
(2) Teilstücke (21, 22, 23) mit einem Öffnungswinkel von 180° und 90° vorgesehen sind.