(19)
(11) EP 0 868 949 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.10.1998  Patentblatt  1998/41

(21) Anmeldenummer: 98105767.2

(22) Anmeldetag:  30.03.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B21C 47/14
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 02.04.1997 DE 19713603

(71) Anmelder: SMS SCHLOEMANN-SIEMAG AKTIENGESELLSCHAFT
40237 Düsseldorf (DE)

(72) Erfinder:
  • David, Siegfried
    57271 Hilchenbach (DE)

(74) Vertreter: Valentin, Ekkehard 
Patentanwälte, Müller-Grosse- Pollmeier-Valentin-Gihske, Hammerstrasse 2
57072 Siegen
57072 Siegen (DE)

   


(54) Windungsleger in Drahtwalzstrassen


(57) Ein Windungsleger in Drahtwalzstraßen der aus einem Legerohrhalter besteht, der eine Tragscheibe (2) aufweist, die mit einer rotierenden Einsteckhülse (4) drehkuppelbar ist, die den Draht zuführt. Die Tragscheibe (2) ist achsmittig mit einem Krag-Ansatz (3) verbunden, der den Legearmteil (1b) aufnimmt. Der Legerohrhalter umfaßt einen Mantelkörper (7) mit radialen Abständen. Dessen der Einsteckhülse (4) zugewandte Stirnöffnung ist lös- und festlegbar mit der Tragscheibe (2) des Legerohrhalters verbunden. In dessen Mantelwand sind Luftdurchtrittsöffnungen (10) angeordnet.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Windungsleger in Drahtwalzstraßen, bestehend aus einem, das Legerohr aufnehmenden Legerohrhalter, der eine, den Drahteinführ-Rohrteil haltende Tragscheibe aufweist, die mit einer, den drahtzuführenden rotierenden Einsteckhülse für diesen Rohrteil drehkuppelbar ist, wobei die Tragscheibe achsmittig mit einem, den Legearmteil des Legerohres aufnehmenden Krag-Ansatz verbunden ist.

[0002] Windungsleger dieser Art werden durchweg zur Sicherung gegen äußere Einflüsse und zur Unfallverhütung mit einer ortsfesten, abnehmbaren kastenförmigen Schutzhaube versehen, die die bewegten Teile des Windungslegers umschließt. Innerhalb dieser Schutzhaube entstehen, verursacht durch die schnell rotierenden Teile der Halteelemente des Legerohres und des Rohres selbst starke Luftverwirbelungen, die häufig auch Schwingungen des gesamten Aggregats zur Folge haben und dabei auch den Energiebedarf für den Antrieb des Windungslegers erhöhen.

[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, diese bekannte Ausbildung von Windungslegern so zu verbessern, daß die Luftverwirbelungen erheblich verringert, die resultierenden Schwingungen beseitigt und damit auch der Energiebedarf für den Antrieb des Windungslegers verringert werden.

[0004] Diese Aufgabe wird durch einen, den Legerohrhalter mit radialen Abständen umfassenden zylindrischen oder stumpfkegeligen Mantelkörper gelöst, dessen, der Einsteckhülse zugewandte Stirnöffnung lös- und festlegbar mit der Tragscheibe des Legerohrhalters verbunden ist, und in dessen Mantelwand Luftdurchtrittsöffnungen angeordnet sind. Der Mantelkörper kann, wie die Erfindung weiter vorsieht, eine lös- und festlegbar in seine, der Einsteckhülse abgewandte Stirnöffnung eingesetzte, mit Durchtrittsöffnungen für den Legearm und Luft-Durchtrittsöffnungen versehene Ringscheibe aufweisen. In die Luftdurchtrittsöffnungen können dabei erfindungsgemäß, nach Art von Turbinenscheiben wirkende Luftleitelemente eingesetzt werden. Bei einer stumpfkegligen Ausbildung des Mantelkörpers kann der, die Ringscheibe aufnehmende Mantelteil die Form eines zylindrischen Ansatzes aufweisen. Wie die Erfindung weiter vorsieht kann in der freien Stirnseite des Krag-Ansatzes eine Längsmittenöffnung für den Einschub des Hubarms eines Montage-Hebezeugs vorgesehen werden, wobei der Hubarm als U-Winkelarm ausgebildet, zwei oder mehr, gegeneinander versetzte Angriffspunkte für das Hebezeug aufweisen kann.

[0005] Der, mit den oben genannten Merkmalen der Erfindung ausgebildete Windungsleger bringt neben den bereits erwähnten Verbesserungen auch die Vorteile mit sich, daß mit Hilfe der Luftdurchtrittsöffnungen im Mantelkörper und Ringscheibe und der Luftleitelemente in dem Mantelkörper ein gesteuerter Luftdurchfluß durch entsprechenden Kühlung des Legerohres und der Halteelemente erzeugt werden kann und das Legerohr und seine Tragelemente mit Hilfe des U-Winkelarms und der versetzten Angriffspunkte für das Hebezeug beim Ein- und Ausbau sowohl in die horizontale Rohr-Wechselposition als auch in die geneigte Betriebsposition bringbar sind.

[0006] Schließlich kann in einer Weiterbildung der Erfindung außerhalb der Draht-Walzstraße ein der Einsteckhülse entsprechendes drehbar gelagertes Einsteckelement und ein, den Mantelkörper und die Tragelemente des Legerohres aufnehmender Tragwagen vorgesehen werden, der nach Einbringen des Drahteinführrohrteils in das Einsteckelement, Kupplung der Tragscheibe mit diesem und Lösen der Verbindung zwischen Tragscheibe und Stirnöffnung des Mantelkörpers, den Mantelkörper über das Einsteckelement hinweg verfahrend bewirkt, daß die vom Einsteckelement gehaltenen Tragelemente des Legerohres und das Legerohr selbst von außen frei zugänglich sind.

[0007] Diese Anordnung erlaubt es, die Tragelemente des Legerohres zusammen mit dem Mantelkörper aus der Drahtwalzstraße herauszufahren und bspw. zur Verkürzung der Unterbrechungen des Betriebs der Straße gegen einen vorbereiteten Satz von Tragelementen und Legerohr auszutauschen. Das Legerohr des ausgefahrenen Satzes kann nach Wegschieben des Mantelkörpers gewartet oder ebenfalls bspw. gegen eine für andere Betriebsbedingungen günstigere Rohrform ausgetauscht werden. Dieser Austausch wird durch die freie Zugänglichkeit des Legerohres z.B. bei Spannverklemmungen des Rohres erheblich erleichtert. Weiterhin lassen sich die Halteelemente des Legerohres mit Hilfe einer stationären Auswuchtmaschine ohne Schwierigkeiten auswuchten.

[0008] Die Anwendung der Erfindung führt wegen der verbesserten Kühlung des Legearms und seiner Tragelemente, der einfachen Auswuchtmöglichkeit, der Beseitigung von Schwingungen, der besseren Anpassung der Legerohrform an die jeweiligen Betriebsbedingungen und der kurzen Betriebsunterbrechungszeit auch zu der Erzeugung gleichmäßigerer Drahtwindungen, deren entsprechend gleichmäßigerer Ablage und damit zu besseren Drahtbundformen. Auch werden die Geräuschentwicklung verringert und die Standzeit der Legerohre vergrößert.

[0009] Die Erfindung wird anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. In der Zeichnung zeigen
Fig. 1
Die Vorrichtung, in der Seitenansicht, teilweise geschnitten, in schematischer Darstellung.
Fig. 2
Die Vorrichtung nach Fig. 1 in einer anderen Arbeitsposition in der gleichen Darstellungsart.


[0010] Wie aus Fig. 1 zu ersehen, ist am Ausgang der nicht dargestellten Drahtwalzstraße der Windungsleger angeordnet. Dieser besteht aus dem Legerohr 1, das von einer Tragscheibe 2 und einem, achsmittig an dieser angesetzten Radansatz 3 gehalten wird. Der Drahteinführrohrteil 1a des Legerohres 1 ist dabei durch eine Ausnehmung 2a in der Tragscheibe 2 hindurchgeführt und mit seinem Einführende in eine Einsteckhülse 4 eingesteckt, die in einem Antriebsgehäuse 5 gelagert über ein Kegelrad 6 auf nicht dargestellte Weise angetrieben wird. Die Tragscheibe 2, der Krag-Ansatz 3 und der Drahteinführteil 1a, sowie der von, auf das Ende des Krag-Ansatzes gesetzten Halteelementen 8 gehaltene Legearmrohrteil 1b werden von einem, hier stumpfkegelig ausgebildeten Mantelkörper 7 umschlossen, dessen kleinere der Einsteckhülse 4 zugewandte Kegelöffnung in einen Flanschring 7a übergeht, der auf die Tragscheibe 5 aufgeschoben, mit dieser, auf nicht dargestellter Weise lösbar verbunden ist. Die, der Einsteckhülse 4 abgewandte, größere Kegelöffnung geht in einen zylindrischen Ansatz 7b über, in den eine Ringplatte 9 eingesetzt ist. In der Wand des Mantelkörpers 7 sind Luftdurchtrittsöffnungen 10 vorgesehen, ebenso in den Halteelementen 8, wobei hier zusätzlich Luftleitelemente 11 in der Form von Turbinenscheiben angeordnet sind.

[0011] Bei der, von der Einsteckhülse 4 ausgehenden Rotation der Tragscheibe 2 mit Tragansatz 3, der Halteelemente 8 und des, von diesem gehaltenen Legerohr 1, umschlossen von dem Mantelkörper 7 mit der Ringplatte 9 wird von den Leitelementen 11 ein, durch die Luftdurchtrittsöffnungen 10 angesaugter, beim zylinderförmigen Ansatz 7b austretender, den Mantelkörper 7 durchströmender Luftstrom erzeugt, der insb. das Legerohr 1 und dessen Tragelemente 3 und 8 beaufschlagt. Den Mantelkörper 7 umgibt eine Sicherungshaube 12, die hier ebenfalls ein Durchtrittsöffnung 12a aufweist.

[0012] In eine stirnseitige Längsmittenöffnung kann der Arm 13a eines U-Winkel Hubarms 13 eingebracht werden, dessen anderer Arm 13b, hier zwei gegeneinander versetzte Angriffspunkte a und b für den Einsatz eines (nicht dargestellten) Hebezeugs aufweist. Diese versetzten Angriffspunkte a bzw. b erlauben es den Krag-Ansatz 3 und mit diesen das Legerohr 1 wahlweise in eine um den Winkel α gegen die Vertikale geneigte Betriebsposition bzw. horizontale Legerohrwechselposition zu bringen.

[0013] Fig. 2 zeigt ein außerhalb der Drahtwalzstraße angeordnetes, in einem ortsfesten Lagergehäuse 14 gelagertes Einsteckelement 15, das der Einsteckhülse 4 nach Fig. 1 entspricht. Mit diesem Einsteckelement 15 ist die Tragscheibe 2 der Windungslegereinrichtung gekuppelt, die, entsprechend der Anordnung nach Fig. 1 aus dieser Tragscheibe 2, dem Tragansatz 3, dem Legerohr 1 und dessen Tragelementen sowie dem Mantelkörper 7 besteht. Nach Lösen der Verbindung zwischen dem Flanschring 7a und der Tragscheibe 2 wird der Tragwagen in Richtung des eingezeichneten Teils verschoben und bewegt dabei den Mantelkörper 7 mit der kleineren Kegelöffnung über das Einsteckelement 15 hinweg aus der, in unterbrochenen Linien dargestellten Position in die, in vollen Linien wiedergegebene Position. Die Tragscheibe 2 mit dem Tragansatz 7 und das Legerohr 1 mit den Halteelementen 8 werden dadurch für die vorgesehenen Auswechsel- und Wartungsarbeiten frei zugänglich.

Bezugszeichenverzeichnis



[0014] 
1.
Legerohr
1a
Radeinführrohr
1b
Legearmrohrteil
2.
Tragscheibe
2a
Ausnehmung
3.
Krag-Ansatz
3a
Längsmittenöffnung
4.
Einsteckhülse
5.
Antriebsgehäuse
6.
Kegelrad
7.
Mantelkörper
7a
Flanschring
7b
Zylinderförmiger Ansatz
8.
Halteelemente
9.
Ringplatte
10.
Luftdurchtrittsöffnung
11.
Leitelemente
12.
Sicherungshülse
12a
Luftdurchtrittsöffnung
13
U-Winkelhubarm
13a
U-Winkelarm
14.
Lagergehäuse
15.
Einsteckelement
16.
Tragwagen



Ansprüche

1. Windungsleger in Drahtwalzstraßen, bestehend aus einem das Legerohr aufnehmenden Legerohrhalter der eine, den Drahteinführrohrteil haltende Tragscheibe aufweist, die mit einer, den Draht zuführenden rotierenden Einsteckhülse für diesen Rohrteil drehkuppelbar ist, wobei die Tragscheibe achsmittig mit einem, den Legearmteil des Legerohres aufnehmenden Kragansatz verbunden ist
gekennzeichnet durch
einen, den Legerohrhalter mit radialen Abständen umfassenden zylindrischen oder stumpfkegligen Mantelkörper (7), dessen, der Einsteckhülse (4) zugewandte Stirnöffnung lös- und festlegbar mit der Tragscheibe (2) des Legerohrhalters verbunden ist, und in dessen Mantelwand Luftdurchtrittsöffnungen (10) angeordnet sind.
 
2. Windungsleger nach Anspruch 1
gekennzeichnet durch
in die, der Einsteckhülse (4) abgewandte Öffnung des Mantelkörpers (7) eingesetzte Halteelemente für den Legearm (1b) und Luftdurchtrittsöffnungen.
 
3. Windungsleger nach Anspruch 2
gekennzeichnet durch
in die Luftdurchtrittsöffnungen eingesetzte, nach Art von Turbinenscheiben wirkende Luftleitelemente (11).
 
4. Windungsleger nach einem der Ansprüche 1 bis 3 mit einem stumpfkegeligen Mantelkörper
dadurch gekennzeichnet,
daß der, die Halteelemente (8) aufweisende Mantelteil die Form eines zylindrischen Ansatzes (7b) aufweist.
 
5. Windungsleger nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4
gekennzeichnet durch
eine, in der freien Stirnseite des Krag-Ansatzes (3) angeordnete Längsmittenöffnung (3a) für den Einschub des Hubarms (13a) eines Montage-Hebezeugs.
 
6. Windungsleger nach Anspruch 5
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hubarm (13a) als Arm eines U-Winkelarms (13) ausgebildet, zwei oder mehr gegeneinander versetzte Angriffspunkte (a; b) für das Hebezeug aufweist.
 
7. Windungsleger nach einem oder mehreren Ansprüchen 1 bis 6
gekennzeichnet durch
ein außerhalb der Drahtwalzstraße angeordnetes, der Einsteckhülse (4) entsprechendes, drehbar gelagertes Einsteckelement (14) und einen, den Mantelkörper (7) und die Tragelemente (2, 3, 8) des Legerohres (1) aufnehmenden Tragwagen (16), der nach Einbringen des Drahteinführrohrteils (1a) in das Einsteckelement (14) mit diesem, Kupplung der Tragscheibe (2) mit diesem und Lösen der Verbindung zwischen Tragscheibe (2) und Stirnöffnung des Mantelkörpers (7), diesen über das Einsteckelement (14) hinweg verfahrend, die von diesen gehaltenen Tragelemente (2, 3, 8) des Legerohres und das Legerohr (1) von außen frei zugänglich macht.
 




Zeichnung